Der Auftrag: reisen, messen, aufschreiben
Rhenanus erklärt die Vorgeschichte selbst. Landgraf Wilhelm habe zu Beginn seiner Regierung beschlossen, nicht allein eine allgemeine Beschreibung des Salzwerks Sooden mit allen Anhängen aufzuschreiben, „sondern auch eine besondere, daraus ausgezogene Ordnung“ aufzustellen — und dann „im Lauf der Sache befunden“, dass ein solches Vorhaben „ohne Erfahrung vieler Salzwerke nach allen Umständen nicht vollständig und gebührend ausgeführt werden könne“. Also schickt er seinen „derzeit ältesten Diener und Salzgrafen im Salzwerk“ auf die Reise.
Die Instruktion, „Unterzeichnet zu Kassel, den 28. Juni Anno Domini 1568“, nennt die Ziele: „zu Auleben, Frankenhausen, Halle in Sachsen, Artern, Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza, Lüneburg, Salzdetfurth, Salz zur Hölle und Bodenfelde“. Und sie sagt, wie er auftreten soll: „Erstens soll er an jedem Ort das Salzwerk privat besichtigen, doch die Briefe bei sich im Busen tragen, die er, wo er es für ratsam hält, den Befehlshabern des Salzwerks übergeben soll.“ Für den Fall, dass er sich zu erkennen gibt, ist die Erklärung vorformuliert: nicht, „dadurch etwas zu erforschen, was ihnen oder ihrem Salzwerk nachteilig sein könnte, sondern allein deshalb, damit man dieses unser Salzwerk desto beständiger und besser mit guter Ordnung, Wasserkünsten, Bauten und anderem einrichten könne“.
Der entscheidende Satz steht danach: „Zu diesem Behuf soll er ein kleines Probiergerät bei sich haben, an jedem Ort die Sole proben und dies in sein Büchlein aufzeichnen und es sodann mit hierher bringen.“ Dazu soll er erkunden, „wie die Sole gefasst ist, desgleichen wie man an jedem Ort siedet“, welche Künste die Sole holen und das wilde Wasser abweisen, und „mit welchen Mitteln anfänglich die Brunnen erbaut worden sind“.
Ein Nachtrag von anderer Hand, gezeichnet „Heinrich Hesberg, selbst“, erweitert den Auftrag um den Brennstoff: Rhenanus soll sich „auch nach Bremen verfügen und sich über alle Umstände des Bois erkundigen, ob dieser in großer Menge zu bekommen ist und wie teuer ungefähr eine Tonne“. Bois ist Torf. Die Holznot reist mit.

