Um 1528 — Geburt in Melsungen
Johann Rheinlandt kommt in Melsungen an der Fulda zur Welt. Das Jahr ist aus späteren Angaben errechnet, nicht belegt; die Eltern sind unbekannt. So steht es bei Cramer (1879) und in der Neuen Deutschen Biographie, und niemand hat es seither genauer sagen können.
Die Salzbibel schweigt über Herkunft und Kindheit. Rhenanus spricht vom Fürstentum Hessen, „meines geliebten Vaterlandes“, und von Sooden als dem „Ort und Winkel des Fürstentums“, an den er bestellt worden sei — mehr Biographisches gibt die Widmung nicht her.
Der Name Rhenanus ist die Gelehrtenform von Rheinlandt. Er selbst spielt im ersten Buch darauf an: Nachdem er Beatus Rhenanus, den elsässischen Humanisten, für dessen Chatten-Etymologie gelobt hat, schreibt er, „Umso mehr will es mir als dem anderen Rhenanus geziemen“, sich seiner eigenen Entdeckung zu freuen. Mit Beatus Rhenanus (1485–1547) ist er nicht verwandt.
Ein dritter Träger des Namens sorgt bis heute für Verwechslung: Sein Enkel Johannes Rhenanus, Arzt und Alchemist am Hof des Landgrafen Moritz, hat alchemistische Schriften veröffentlicht, die in Lexika oft dem Großvater zugeschrieben werden (so die NDB zur Genealogie).







