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Salzbibel

Die Salzbibel

Das Werk als Zeitleiste: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassung und Anmerkungen — frei kombinierbar

Das Werk der Reihe nach

Die Salzbibel in der Reihenfolge der Handschrift, Seite für Seite: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassungen und redaktionelle Anmerkungen. Jede Ansicht und jeder der dreizehn Abschnitte lässt sich an- und abschalten; weitere Filter grenzen auf Seiten mit Abbildungen, Tabellen, Randvermerken oder unsicheren Lesungen, auf einen Band, einen Seitenbereich oder ein Suchwort ein. Der Zustand steht in der Adresszeile.

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App. I · 1. Appendix · Band 2

Das Glossar des Holzvogts

Der erste Appendix · 150 Seiten · Aufbau des Werks

Redaktionelle AnmerkungS. 473–582

Dieser Anhang ist der Schlüssel zum ganzen Werk. Wer im ersten, vierten oder fünften Buch über ein Wort stolpert — Bothe, Beiße, Gans, Werk, Winnung, Gesöde —, findet hier die Erklärung, meist mit Preis und Stückzahl dazu. Es empfiehlt sich, diesen Anhang beim Lesen der übrigen Bücher offen daneben zu halten.

Dass ein Holzvogt das Wörterbuch schrieb, sagt etwas über die Saline. Der Holzvogt verwaltete den Brennstoff — die teuerste und knappste Ressource des Betriebs. Er musste jeden Fachausdruck kennen, weil an jedem ein Verbrauch hing. Geschrieben ist es erkennbar für den Nachfolger im Amt, nicht für einen auswärtigen Leser.

Zu den Gewichten. Ein Lot hat vier Quentchen; im gebräuchlichen Handelsgewicht wiegt ein Lot etwa fünfzehn Gramm. Für die Solezahlen braucht man diese Umrechnung aber gar nicht, und das ist der Punkt: Wenn es heißt, ein Quart Sole habe „96 Lot gehalten“ und daraus seien „7 Lot“ Salz geworden, dann sind das Verhältniszahlen — rund sieben Prozent. Genau darin liegt die Modernität des Verfahrens: Es ist unabhängig davon, wie groß das Quart war.

Zu den Hohlmaßen. Metze, Viertel, Scheffel, Achtel und Maß waren von Ort zu Ort verschieden. Deshalb rechnet Rhenanus im zweiten Anhang bewusst im meißnischen Eichmaß, und deshalb steht hier ausdrücklich, dass ein Zentner zu Allendorf 104, zu Kassel aber 108 Pfund wiegt. Ein Klafter Holz ist ein Raummaß von grob drei Kubikmetern, ebenfalls regional verschieden — belastbarer als jede Umrechnung ist Wageners eigene Stichprobe: 274 Scheite je Klafter. Wer Zahlen aus der Salzbibel in heutige Einheiten überträgt, sollte dazusagen, welche Umrechnung er benutzt hat. Eine allgemeingültige gibt es nicht.

Zu den Preisen. Gulden, Albus und Heller stehen hier als Nominalbeträge, und ihr Verhältnis zueinander war im 16. Jahrhundert nicht über die ganze Zeit konstant; das fünfte Buch rechnet an einer Stelle sogar zwischen Mark und Gulden um. Wer Beträge über Jahrzehnte vergleicht, muss die schleichende Münzverschlechterung mitdenken. Innerhalb desselben Registers sind die Zahlen dagegen unmittelbar vergleichbar — und davon lebt der Wert dieses Anhangs.

ZusammenfassungS. 545–578

S bis Z — vom Salz bis zum wilden Wasser. Der Schlussteil des Wörterbuchs enthält die wichtigsten Grundbegriffe, und einige davon sind kleine Aufsätze.

Salz: „Eine Pfanne hat 8 Achtel; ein Achtel 2 Maß.“ Dann folgen die Verkaufspreise an den Faktoreien — zu Darmstadt gilt eine Pfanne jetzt 27 Gulden 18 Albus, zu Kassel weniger — und eine Deckungsrechnung, was daran Nutzen sei: „Weil nun eine Pfanne Salz zu Kassel gilt: mit dem Holz 14 Gulden …“ Man kann daraus ausrechnen, was das Werk verdiente.

Sole: „Sie hat dreierlei Namen: 1. die rohe, 2. die wahre Sole, 3. Brunt.“ Und darunter, in der ersten Person, eine Messung: „Am 2. Februar habe ich die Sole und das wilde Wasser gewogen und befunden, dass ein Quart Sole 96 Lot gehalten hat … die gaben Salz 7 Lot. Ein Quart wildes Wasser 91 Lot.“ Ein Wörterbuchartikel, in dem jemand wiegt.

Wildes Wasser: „das Süßwasser, das neben und um den Salzbrunnen anfällt und quillt“ — der Gegenspieler der ganzen Anlage; es wird durch Kumpen von acht Zoll Weite abgeführt. Das ganze fünfte Buch handelt von ihm.

Beim Solmeister steht das Amt in einem Satz: „die Sole wöchentlich zweimal auf die Gerinne nach den Bothen zu weisen“ — dazu 50 Gulden, ein Hofkleid, ein Achtel Salz und zwei Gulden „von der Fütterung der Kunstpferde“. Beim Solgraben zwölf Gulden jährlich für den, „der dazu bestellt ist“, ihn rein zu halten.

Auch die Kleinteile fehlen nicht, und gerade sie machen den Wert des Buches aus: zwei Soltröge je Bothe, „einer für die Beiße, der andere für den Sand“, jeder einen Taler zu machen und einen Gulden vom Tannenberg heranzufahren; zwei Siebe, ein großes für die Asche und ein kleines für die Asche, „die man zum Blut gebraucht“; die eisernen Träger, „auf der Hütte zu Lippoldsberg gegossen“, fünf zum Rost, jeder gegen drei Zentner, haltbar zwei bis drei Jahre.

Zwei Einträge stehen quer zum Rest und sind gerade deshalb wertvoll. Unter Totschlag steht das alte Recht: „Wer in Sooden einen entleibt und der Täter entkommt, der muss Sooden 100 Jahre und einen Tag meiden.“ Und unter Universität die Zeile, die zeigt, wohin das Geld des Salzwerks floss: „Unser gnädiger Fürst und Herr gibt jährlich aus dem Salzwerk gegen Hasungen 400 Gulden.“ Die Saline finanziert Marburg mit.

Auch die Grenzen der Vorteilsnahme sind ein Stichwort. Unter Trinkgeld: Dem Dienstvolk beim Ausbringen des Flößholzes stehen fünf Heller je Klafter zu, „dazu wird ihnen auch das Forstgeld zur Hälfte erlassen“ — aber „Trinkgeld aber vom Salz über den festgesetzten Kaufpreis hinaus zu nehmen, ist sowohl den Beamten als auch den Siedern ernstlich verboten und eingebunden“.

Unter Winnung steht schließlich, was ein Sieder je Pfanne abzuführen hat: „3 Gulden 10 Albus“, dazu zwei Albus für die Sole und zweieinhalb für das Abschöpfen des wilden Wassers. Und unter Wegegeld die vier Heller je Pfanne, von denen „niemand befreit“ ist „außer Fürsten, Grafen, Prälaten und dem Hospital“.

ZusammenfassungS. 579–582

Was ein Siedehaus kostet — die vollständige Stückliste. Am Ende des Wörterbuchs steht eine Aufstellung, die man als Betriebswirt lesen kann: „Verzeichnis, was gänzlich in ein Holzbothe gehört und was ein Bothe mit aller zugehörigen Rüstung zum Salzsieden kostet.“

Der Bau selbst: 77 Gulden 8½ Albus. Die Pfanne mit Zubehör: 34 Gulden 18 Albus 3 Heller. Das Gesöde 2 Gulden 24 Albus, das Pfannentuch 2 Gulden 3 Albus, zwei Kufen 16 Gulden 18 Albus, zwei Zuber 10 Albus, zwei Soltröge, vier Pfannenbäume, die Stricke dazu — „3 Pfennig“ —, die drei Gerinne. Summe: 139 Gulden 16 Albus, alles vom Landesherrn zu stellen. Ein Steinkohlen-Bothe kostet „wegen des Schornsteins, wozu man viele Steine haben muss, ein Beträchtliches mehr“.

Danach, getrennt, was der Sodemeister selbst beschaffen muss: zwölf Schaufeln, eine Schöpfe, zwei Berleff, eine Esche, drei Fegfässer, ein Beißkorb, zwei Kohlkrücken, zwei Salzkrücken, eine Aschenkrücke, eine Kohlgerte, ein Hängelicht, drei Mulden, ein Salzfässlein, ein Aschensieb — zusammen 1 Gulden 11 Albus 11 Heller. Man kann ein Siedehaus des 16. Jahrhunderts danach einrichten.

Dazu die laufenden Zuschüsse: jedem Boder jährlich sechs Gulden „zur Unterhaltung des Gesödes und der allgemeinen Bauten“ und sechs Gulden „für das Austragen der Asche und Schlacken“. Und die Liste dessen, was der Schmied zur Pfanne zu liefern hat: zwei Beißhämmer, eine Hacke, sechzehn Pfannenhaken, ein Feuerhaken, drei Schippen.

Am Rand steht auch, was der Bau eines einzelnen Stücks kostete, das man sonst nirgends verzeichnet findet: „in allem zu erbauen gekostet — 283 Gulden 24 Albus 2½ Heller. Das Holz hat unser gnädiger Fürst und Herr am besten gehabt.“ Und unter Zinnmaß das Instrument, an dem alles hängt: „damit werden alle Salzmaße geeicht“.

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