ZusammenfassungS. 625–672
Achtundvierzig Seiten Tabelle. Der Rest des Anhangs besteht aus den Tafeln selbst: für jeden Lot-Wert eine eigene Seite, gegliedert in Stunde, Tag, Monat, Jahr, aufgeschlüsselt nach Kanne, Eimer, Metze, Viertel, Scheffel und Werk. Lot 3, Lot 4, weiter über Lot 10, 12, 14, 16, 18, 20, 21, 24, 26, 27, 28, 29 bis Lot 30.
Die Spaltenköpfe verraten, wofür das gedacht war. Es steht nicht da, wie viel Sole ein Brunnen gibt, sondern wie viel Salz daraus wird — je Tag, je Monat, je Jahr. Wer diese Tafel aufschlägt, hat eine Frage: Lohnt sich das?
Zwischen den Zahlen stehen ein paar wenige Sätze, und sie verraten, dass Rhenanus die Tabellen an der Wirklichkeit prüfte. Zu einer Zeile bemerkt er: „So reich ist der Brunnen zu Frankenhausen, der wegen seiner Menge für den vornehmsten in deutschen Landen gehalten wird“ — die Tafel bekommt einen Anker in einem realen, von ihm selbst vermessenen Salzwerk. An anderer Stelle, nüchtern wie ein Prüfvermerk: Obwohl die hier aufgeführten Solen „nicht sehr ergiebig“ seien, sei „doch der letzte Posten durchweg gut“.
Man muss sich vor Augen halten, was das ist. Wer mit diesen Tafeln arbeitet, braucht nur zwei Messungen — Schüttung und Gehalt — und kann danach den Jahresertrag eines fremden Brunnens abschätzen, ohne dort je gesotten zu haben. Es ist eine Rechentafel für die Bewertung von Lagerstätten, hergestellt von einem Pfarrer in Nordhessen, der genau weiß, dass er damit etwas Allgemeines geschaffen hat: Der Titel sagt es ja — für alle und jede Salzwerke, die es geben kann.
Und sie ist die stille Voraussetzung des vierten Anhangs. Mit dem Probiergerät im Gepäck reist Rhenanus durch Mitteldeutschland und misst überall den Gehalt; mit diesen Tafeln kann er noch am selben Abend ausrechnen, was der fremde Brunnen im Jahr trüge. Wer beides zusammen liest, sieht ein vollständiges Verfahren: Instrument, Messreihe, Rechenwerk, Urteil.