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Salzbibel

Die Salzbibel

Das Werk als Zeitleiste: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassung und Anmerkungen — frei kombinierbar

Das Werk der Reihe nach

Die Salzbibel in der Reihenfolge der Handschrift, Seite für Seite: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassungen und redaktionelle Anmerkungen. Jede Ansicht und jeder der dreizehn Abschnitte lässt sich an- und abschalten; weitere Filter grenzen auf Seiten mit Abbildungen, Tabellen, Randvermerken oder unsicheren Lesungen, auf einen Band, einen Seitenbereich oder ein Suchwort ein. Der Zustand steht in der Adresszeile.

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App. II · 2. Appendix · Band 2 · Fortsetzung

Das Universalprobierbuch

Der zweite Appendix · 50 Seiten · Aufbau des Werks

ZusammenfassungS. 625–672

Achtundvierzig Seiten Tabelle. Der Rest des Anhangs besteht aus den Tafeln selbst: für jeden Lot-Wert eine eigene Seite, gegliedert in Stunde, Tag, Monat, Jahr, aufgeschlüsselt nach Kanne, Eimer, Metze, Viertel, Scheffel und Werk. Lot 3, Lot 4, weiter über Lot 10, 12, 14, 16, 18, 20, 21, 24, 26, 27, 28, 29 bis Lot 30.

Die Spaltenköpfe verraten, wofür das gedacht war. Es steht nicht da, wie viel Sole ein Brunnen gibt, sondern wie viel Salz daraus wird — je Tag, je Monat, je Jahr. Wer diese Tafel aufschlägt, hat eine Frage: Lohnt sich das?

Zwischen den Zahlen stehen ein paar wenige Sätze, und sie verraten, dass Rhenanus die Tabellen an der Wirklichkeit prüfte. Zu einer Zeile bemerkt er: „So reich ist der Brunnen zu Frankenhausen, der wegen seiner Menge für den vornehmsten in deutschen Landen gehalten wird“ — die Tafel bekommt einen Anker in einem realen, von ihm selbst vermessenen Salzwerk. An anderer Stelle, nüchtern wie ein Prüfvermerk: Obwohl die hier aufgeführten Solen „nicht sehr ergiebig“ seien, sei „doch der letzte Posten durchweg gut“.

Man muss sich vor Augen halten, was das ist. Wer mit diesen Tafeln arbeitet, braucht nur zwei Messungen — Schüttung und Gehalt — und kann danach den Jahresertrag eines fremden Brunnens abschätzen, ohne dort je gesotten zu haben. Es ist eine Rechentafel für die Bewertung von Lagerstätten, hergestellt von einem Pfarrer in Nordhessen, der genau weiß, dass er damit etwas Allgemeines geschaffen hat: Der Titel sagt es ja — für alle und jede Salzwerke, die es geben kann.

Und sie ist die stille Voraussetzung des vierten Anhangs. Mit dem Probiergerät im Gepäck reist Rhenanus durch Mitteldeutschland und misst überall den Gehalt; mit diesen Tafeln kann er noch am selben Abend ausrechnen, was der fremde Brunnen im Jahr trüge. Wer beides zusammen liest, sieht ein vollständiges Verfahren: Instrument, Messreihe, Rechenwerk, Urteil.

Redaktionelle AnmerkungS. 625–672

Warum Tafeln und keine Formel. Eine algebraische Schreibweise stand im deutschen Rechenwesen des 16. Jahrhunderts noch nicht zur Verfügung; gerechnet wurde nach den Rechenbüchern in der Art des Adam Ries. Die Tabelle ist die Rechenmaschine der Zeit: Man rechnet einmal und schreibt das Ergebnis auf, damit es niemand wieder rechnen muss. Achtundvierzig Seiten Tafel sind, so gesehen, ein Programm.

Eine offene Aufgabe. Ob die Tafeln rechnerisch stimmen, lässt sich heute prüfen — man braucht dazu nur die Größen von Kanne, Metze, Scheffel und Viertel im meißnischen Eichmaß. Eine solche Nachrechnung wäre eine kleine, lohnende Arbeit: Sie würde zeigen, wie genau Rhenanus gerechnet hat und ob er fortlaufend addierte oder multiplizierte. Bisher hat es, soweit ersichtlich, niemand getan.

Und eine Einschränkung zum Anspruch: Ob außerhalb Hessens je jemand mit diesen Tafeln gearbeitet hat, ist unbekannt. Das Werk wurde nie gedruckt. Ein Verfahren, das nur in einer Handschrift steht, wirkt nicht — es bleibt Möglichkeit.

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