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Salzbibel

Die Salzbibel

Das Werk als Zeitleiste: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassung und Anmerkungen — frei kombinierbar

Das Werk der Reihe nach

Die Salzbibel in der Reihenfolge der Handschrift, Seite für Seite: Wortlaut, Übersetzung, Zusammenfassungen und redaktionelle Anmerkungen. Jede Ansicht und jeder der dreizehn Abschnitte lässt sich an- und abschalten; weitere Filter grenzen auf Seiten mit Abbildungen, Tabellen, Randvermerken oder unsicheren Lesungen, auf einen Band, einen Seitenbereich oder ein Suchwort ein. Der Zustand steht in der Adresszeile.

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Tafeln · Kunstrisse · Band 2

Die neun technischen Zeichnungen

Die Kunstrisse · 25 Seiten · Aufbau des Werks

ZusammenfassungS. 1035–1044

Der Brunnen, gezeichnet. Am Ende des zweiten Bandes liegen großformatige Falttafeln in Rot- und Schwarztinte, mit Buchstaben von A an durchgezählt. Sie sind das, was die vielen hundert Seiten Text nicht leisten können: ein Bild.

A zeigt „Der alte Korpus des Brunnens, mit seinem Stoßwerk“ — den Zustand vor dem Umbau. B, „die erste Aufräumung des Brunnens“, ist die aufschlussreichste Zeichnung des ganzen Werks: ein Grundriss, nach den vier Himmelsrichtungen beschriftet — „Mittag“, „Niedergang“, „Aufgang“, „Mitternacht“ — und rundherum mit einzeln benannten Quellen.

Diese Beschriftungen muss man lesen wie ein Protokoll. „Die neuen Solequellen.“ — „Diese starke Ader, die stets im Umgang entsprang, hat sich ganz verloren.“ — „Eine starke Quelle wilden Wassers.“ — „Wildwasserquelle, hat sich verloren.“ — „Wildwasser, ist zugefüllt.“ Jede Ader ist eingetragen, und bei jeder steht, was aus ihr geworden ist. Es ist eine Bestandsaufnahme im Grundriss, gezeichnet von Leuten, die wussten, dass man ohne sie später nichts mehr wiederfinden würde.

Ebenfalls verzeichnet: „Der Damm zwischen dem Brunnen und der äußersten Wand, zwölf Schuh dick“, die Streben, „mit denen das äußerste Fass in der Mitte zusammengehalten wird, damit der Berg es nicht wegdrücken kann“, das Gewölbe, das „das wilde Wasser hinter dem Boden des äußersten Fasses ableitet“, das Leuchtloch und „der große Stein“.

C, „die zweite Aufräumung, mit der Grundlegung“, zeigt denselben Ort ein Stadium später — mit den Positionen der Pumpen, dem Stollen und der Notiz „der Umgang ist vier Schuh breit“. Zwei Tafeln desselben Bauwerks in zwei Bauzuständen: Man kann den Fortschritt vergleichen.

Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 2, S. 1036 (Bl. )
Kunstriss, Tafel A — das alte Corpus des Brunnens mit seinem Stoßwerk: links der Grundriss des vielkantigen Brunnenkranzes mit rotem Kreisbogen, rechts die hölzerne Verkleidung des Brunnens abgewickelt gezeichnet (Doppelseite) Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 2, S. 1036 · Digitalisat · gemeinfrei
Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 2, S. 1039 (Bl. )
Kunstriss, Tafel B — die erste Aufräumung des Brunnens: Grundriss mit zwölfeckigem Balkenkranz, dem alten Brunnen als rotem Kreis in der Mitte und den einzeln beschrifteten Wasseradern Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 2, S. 1039 · Digitalisat · gemeinfrei
Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 2, S. 1042 (Bl. )
Kunstriss, Tafel C — die zweite Aufräumung mit der Grundlegung: Grundriss des Brunnens mit äußerem Balkenkranz, drei nummerierten Leuchtlöchern, rotem Umgang und der schraffierten Brunnensohle mit den Quellen Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 2, S. 1042 · Digitalisat · gemeinfrei

Redaktionelle AnmerkungS. 1035–1059

Diese Tafeln sind der unmittelbarste Zugang zur Salzbibel: Sie brauchen keine Übersetzung. Wer die Zimmerung eines spätmittelalterlichen Salzbrunnens sehen will, sieht sie hier — gezeichnet von Leuten, die täglich darin standen.

Was sie von anderen technischen Zeichnungen der Zeit unterscheidet. Technische Abbildungen des 16. Jahrhunderts kennt man vor allem aus gedruckten Büchern — Agricolas De re metallica von 1556 ist das berühmteste. Solche Bilder zeigen einen Typ: so sieht eine Wasserkunst aus. Diese Tafeln zeigen etwas anderes, nämlich ein bestimmtes Bauwerk in einem bestimmten Bauzustand, nach Himmelsrichtungen orientiert, mit einzeln benannten Quellen und dem Vermerk, was aus jeder geworden ist. Das ist Bestandsplan, nicht Lehrbild — und als solcher selten erhalten.

Eine Aufgabe, die noch offen ist. Weil Tafel B nach Mittag, Niedergang, Aufgang und Mitternacht beschriftet ist, lässt sie sich mit einem heutigen Stadtplan vergleichen. Wer die Lage des alten Salzbrunnens im Gelände genau bestimmen will, hat hier den besten Anhaltspunkt. Ein solcher Abgleich ist bisher nicht veröffentlicht.

Zur Wiedergabe. Rot und Schwarz sind auf diesen Blättern kein Schmuck, sondern unterscheiden — Bestand von Neubau, Sole von wildem Wasser. In einer Schwarzweißwiedergabe geht diese Information verloren. Wer die Risse auswertet, sollte Farbvorlagen verwenden.

Bei der Strukturprüfung des Digitalisats wurden die Tafeln zunächst übersehen, weil aufgeklappte Falttafeln am oberen Seitenrand leer sind und automatische Verfahren dort nachsehen. Ein Hinweis darauf, wie leicht gerade das Auffälligste durch ein Raster fällt.

ZusammenfassungS. 1045–1059

Werk, Gerüst und Gesöde. Die weiteren Tafeln — D bis H und noch einmal A — führen von der Fassung zur Maschine und zum Siedehaus: das „Stoßwerk des alten Brunnens“, die Verkleidungen und das Gerüst, das Kunstgezeug und die Anlage des Gesödes.

Beschriftet sind sie sparsam, oft nur mit einem Buchstaben. Das ist kein Mangel: Diese Blätter waren als Beilage zum Text gedacht, und wer das fünfte Buch gelesen hat, weiß, was ein Stoßwerk ist, wozu die Streben dienen und warum der Umgang vier Schuh breit sein muss.

Zusammen mit dem Bautagebuch von 1550/51 ergeben sie etwas Seltenes: eine technische Anlage der Renaissance, überliefert zugleich in Beschreibung, Abrechnung und Zeichnung. Wer den Sooder Salzbrunnen des 16. Jahrhunderts rekonstruieren wollte, könnte es aus diesem einen Band tun.

Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 2, S. 1046 (Bl. )
Kunstriss, Tafel D — das Stoßwerk des alten Brunnens: der Pfahlrost mit dem auf die Spitze gestellten, verzahnten Balkenrahmen in Schrägansicht; die rechte Seite der Doppelseite ist leer Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 2, S. 1046 · Digitalisat · gemeinfrei
Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 2, S. 1049 (Bl. )
Kunstriss, Tafel E — die neue Auslängung des Brunnens nach dem Berge zu: der runde alte Brunnenschacht mit Beschriftung im Rund, daneben die Zimmerung der Verkleidung in Schrägansicht, um neunzig Grad gedreht (Doppelseite) Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 2, S. 1049 · Digitalisat · gemeinfrei
Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 2, S. 1052 (Bl. )
Kunstriss, Tafel F — das viereckige Corpus des jetzigen Brunnenbaus: der Brunnenkasten in Schrägansicht mit Rost, Ständerwerk und rot eingezeichneten Streben Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 2, S. 1052 · Digitalisat · gemeinfrei
Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 2, S. 1055 (Bl. )
Kunstriss, Tafel H — zwei Zeichnungen: links der Stuhl (das Gerüst) des Georg Behme, rechts Christoph Hombergs erste Kunst, das Hebewerk mit Kurbelwelle, Speichenrad und Seiltrommel (Doppelseite) Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 2, S. 1055 · Digitalisat · gemeinfrei
Aufnahme der Handschriftenseite Bd. 2, S. 1058 (Bl. )
Kunstriss, Tafel AA — der alte Brunnen mit allen seinen Gebäuden: Grundriss mit dem runden Schacht in der Mitte, zwei quadratischen Gevieren, Flechtzaun und der vielkantigen äußeren Fassung Johannes Rhenanus, New Saltzbuch · Universitätsbibliothek Kassel — Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel, 2° Ms. Hass. 186, Bd. 2, S. 1058 · Digitalisat · gemeinfrei

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