… heutigen Sinn. Daraus wurde die lokale Form „Gebauerschaft“. Der Begriffswechsel zu „Pfänner“ um 1413 ist mehr als eine Wortfrage: Er markiert den Übergang von einer nachbarschaftlichen Nutzergemeinschaft zu einer nach Pfannenanteilen definierten …
Pfännerschaft · Phennerschafft · Gebauerschaft (ältere Soodener Form) · Halloren (Halle) · Genossenschaft der Besitzer von Salzpfannen — die wirtschaftliche und soziale Oberschicht einer Salzstadt. · Die Pfännerschaft ist keine Zunft und keine Firma, sondern …
… über die Salinenbediensteten und vertritt den Betrieb gegenüber Hof und Pfännerschaft. Das Amt verbindet Verwaltung, Justiz und Technik in einer Person und war entsprechend angesehen. Die Titelform schwankt regional erheblich — Salzgraf, Salzgräve, Salzgrebe …
… — die Salzknechte stellten davon die Mehrheit. Sozial standen sie deutlich unter den Pfännern, die in Allendorf wohnten. · Die soziale Zweiteilung der Doppelstadt ist hier greifbar: In Allendorf lebten die Pfänner, in Sooden die Arbeiterschaft der Saline.
… · Die Erstnennung „Sothen“ 1093 bezeichnet genau diese Quelle; 1538 zogen Pfänner-Koten und Fürsten-Soth aus derselben, begrenzten Quelle — daraus erwuchs der zentrale Konflikt der Stadtgeschichte.
Die durchnummerierten Urkunden der Landgrafen und Markgrafen über die Gebauerschaft, das alte Erbrecht am Salzwerk: Freiheiten, Salzpfannen, Gerichtsstand und Abgaben, bis 1409.
Der Vergleich zwischen Landgraf Philipp und der Pfännerschaft: Der Landesherr darf neben den zweiundvierzig alten Siedehäusern eigene bauen; dafür werden Siedetage, Maß, Preis, Salzverkauf, Holzbezirk und Streitverfahren geregelt. Gegeben zu Allendorf am …
… Verwaltungen an einem Brunnen nicht nebeneinander bestehen können, verpachten die Pfänner ihr ganzes Salzwerk auf fünfzehn Jahre gegen festen Zins — samt Risikoverteilung, Rückgaberegeln und der langen Reihe der Bürgen. Gegeben am 23. Dezember 1540.
… wachsender Fiskalbedarf der Fürsten. Als Landgraf Philipp 1538 den Allendorfer Pfännern das Salz entzieht, handelt er nicht aus Willkür, sondern aus dem Zwang eines Staates, der verlässliche Einnahmen braucht — und Salz ist die verlässlichste. Diese Rahmung …
… das ist die Voraussetzung dafür, dass er 1538 das Salzregal gegen die Allendorfer Pfänner durchsetzen kann. Er geht aus 1525 als militärisch dominante, ständisch kaum kontrollierte Macht hervor.
… in einem Staat stehen, der stärker ist als der vor dem Krieg: Was Philipp 1538 den Pfännern nahm, ist jetzt unangreifbares Landesrecht. Die großen Salinen-Investitionen des 18. Jahrhunderts folgen dieser Logik.
… jetzt erscheint der Begriff, der die Stadt vier Jahrhunderte lang prägen wird: die Pfänner, eine Genossenschaft aus Adligen und Kaufleuten der umliegenden Regionen mit Ausschließlichkeitsrechten an der Sole. 1300 hatte die Urkunde noch von den „Geburen“ …
… Patriziats — in einer Stadt, in der das Patriziat weitgehend identisch war mit der Pfännerschaft. Sieben Jahre später verzeichnet die niederhessische Zollstätte Allendorf ein Aufkommen von 131 Pfund.
… das Salzregal für sich und errichtet 40 eigene Siedekoten neben den 42 der Pfännerschaft. Im selben Solerevier stehen sich nun 82 Pfannen gegenüber, bürgerliche und fürstliche — und beide ziehen aus derselben, mengenmäßig begrenzten Quelle. Der Fürsten-Soth …
Philipp pachtet sämtliche Siedestätten der Pfännerschaft auf fünfzehn Jahre, gegen 200 Kammergulden je Kote und Jahr. Bürgen sind 25 Edelleute und 25 Städte — die Pfänner sahen also ein reales Ausfallrisiko und waren stark genug, Sicherheiten durchzusetzen. …
Die Pfänner verpachten ihre Pfannen auf ewig an den Landesherrn. Dreiundfünfzig Siegel hängen an der Urkunde — so breit war der Pfannenbesitz in der Bürgerschaft gestreut. Aus Unternehmern werden damit Rentiers mit einem nominal fixierten Pachtzins, den die …
… seit 1300 dem Salzregal und war seit 1538 landesherrlich bewirtschaftet und über Pfännerprivileg und Salzamt streng reguliert. Juden waren davon ausdrücklich ausgeschlossen — während in Eschwege, Sontra, Witzenhausen und Abterode jüdische Gemeinden bestanden.
… weit über eintausend Jahre Feuersbrunst, Kriege und Elend überstand“. Die Pfännerschaft, die seit 1300 fassbar ist, wurde im selben Zusammenhang aufgelöst — ein genaues Datum dafür ließ sich nicht belegen.
… 16. Jahrhundert angelegt war. Die Anmerkungen erklären auf drei Seiten Salzgreben, Pfänner, Kote und Lokationen — ein Glossar der Salinenwelt von 1931.
… er sei an dem Salzwerk erbberechtigt und habe Gebauerschaft zu Sooden“. Und die Pfänner dürfen ihre Verwaltung selbst „einsetzen, absetzen und bestellen“. Dann treten fremde Herren auf, und das ist ein Zeichen für die Lage der Stadt an der Grenze: Friedrich, …
ZusammenfassungBd. 1, S. 210–251 · Das zweite Buch
… rechtmäßigem Grund geschähe“. Der rechtmäßige Grund sei hier, dass die Vorfahren der Pfänner „als Erste die besagten Salinen erbaut und die Last und Hitze gewaltiger Arbeiten und Kosten getragen haben“. Und dann ein Argument, das man in einer Preisdebatte des …
ZusammenfassungBd. 1, S. 671–673 · Das dritte Buch
… deren Absatz er nicht verderben darf. Die Lösung ist eine Vorrangregel. Bleibt den Pfännern Salz liegen, so muss der Landgraf es ihnen zum vollen Preis abnehmen — „sofort und unweigerlich“, in barer Münze — oder er muss mit dem Verkauf seines eigenen Salzes …
ZusammenfassungBd. 1, S. 697–702 · Das dritte Buch
… sich das Salzwerk unter einer einzigen Leitung besser versehen. Also verpachten die Pfänner dem Landgrafen ihr gesamtes Salzwerk: vierundvierzig Siedehäuser samt ihren eigenen Gehölzen und dem Bezirk, ab Ostern 1541, auf fünfzehn Jahre. Aus zwei Betrieben …
ZusammenfassungBd. 1, S. 840–855 · Das vierte Buch
… Landgraf Philipps von 1538 — datiert auf denselben Tag wie der große Vertrag mit den Pfännern. Es geht um jene zweihundert Gulden, die im dritten Buch als „zu Gottes Ehre und zum Unterhalt der Armen“ bestimmt erwähnt werden. Hier steht, was damit wirklich …
ZusammenfassungBd. 1, S. 943–1024 · Das vierte Buch
… in gemeine Hege. Es folgen ein Verzeichnis aller Gehölze und Berge, die Eigentum der Pfänner sind, die Ludwigsteiner Gehölze und die Ordnung, wie die Allendorfer Stadtwälder unter die Bürger verteilt werden. Den Schluss bilden die kleinen, konkreten Dinge, an …