Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 425
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 425 · Bl. 211r · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 425
Bl. 211rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. schuldigk erkennenn, Gebenn wir euch darauff vnnser einfeltigs bedennckenn, vnnd Rath, wie hernach volgtt.
Das Fünfte Buch. schuldig erkennen, unseres gnädigen Fürsten und Herrn Bestes zu werben und zu tun, geben wir Euch darauf unser einfältiges Bedenken und unseren Rat, wie hernach folgt.
Zum erstenn ist euch ohnn zweiuell wohl wissentlich, dieweil die Saltzsohle zu Lunebürgk, da die Bleÿer Pfannenn gebraucht werdenn, die aller reicheste Sohle ist, so mann hierumb weis, nicht viel oder lanng siedenns bedarff, vnnd wann sie gar gesotten, nicht sonnderlich grossenn abganng hat, so bleibenn die Pfannenn beÿnahe voll, helt vnnd erleidett das Bleÿ die hitze desto bas, Wann aber Saltz sohle in Bleÿernn Pfannenn lannge gesottenn werdenn soll, vnnd wann sie gar wordenn, kaum das achte oder neundte theil |:
Zum ersten ist Euch ohne Zweifel wohl bekannt: Weil die Salzsole zu Lüneburg, wo die bleiernen Pfannen gebraucht werden, die allerreichste Sole ist, die man hierum kennt, bedarf sie nicht vielen oder langen Siedens; und wenn sie ganz gesotten ist, hat sie keinen sonderlich großen Abgang, so dass die Pfannen beinahe voll bleiben und das Blei die Hitze desto besser hält und erträgt. Wenn aber Salzsole in bleiernen Pfannen lange gesotten werden soll und, wenn sie gar geworden ist, kaum das achte oder neunte Teil bleibt —
wie diese sohl alhie thut :| bleibt, Ist zubesorgenn, das Bleÿ könne die hitze, wann es vonn der feuchtung der Sohl enndtblosset, nit leidenn, vnnd werde verbrennenn, vnnd ob es gleich die hitze ertruege, wurde doch vonn der grosse solcher Pfannenn, gar ein klein theil, Jegenn der Luneberger Saltzmachung alhie vonn dieser Sohle, an Saltz gefallen, vonn einer Ingiessung oder vollen Pfannen,
wie diese Sole hier es tut —, so ist zu besorgen, dass das Blei die Hitze, wenn es der Feuchtigkeit der Sole entblößt ist, nicht ertragen kann und verbrennen wird. Und selbst wenn es die Hitze ertrüge, würde bei der Größe solcher Pfannen doch nur ein ganz kleiner Teil an Salz hier aus dieser Sole fallen, verglichen mit der Lüneburger Salzgewinnung, von einer Eingießung oder vollen Pfanne.