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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 447

Die Dankpredigt von 1550 · S. 447 · Bl. 222r · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Die Dankpredigt von 1550

S. 440–460 · Bl. 218v–228v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 447

Bl. 222rBd. 25. Buch · Die Dankpredigt von 1550Faksimile (ORKA)
1

so aus demselbigenn der liebe Gott so lannge gebenn, vnnd noch alle tage gibet, dann rechenn du, Wieviel tausenndt haußvetter mit allenn Jrenn Kindernn vnnd gesinde hat wohl der liebe Vatter souiel hundert Jar daher begabet, ernehret, erhalttenn, gespeiset, getrencket, gekleidet, aus dieser gabe des Bronnens, vnnd wieuiel habenn noch heutigs tags Jrenn vffennthalt, vnnd narung vom Bronnenn, mit alle Jrem Haußgesinde, Der mit Saltz machenn, dieser mit abführenn, vnnd wegkbringenn, Jener mit Holtz zu zuführenn, Holtz zu hauwenn, Wellenn zubindenn, Will geschweigenn der schmiede, die Jmmer ann den Pfannen zumachenn, vnnd zu lappenn habenn, Zimmerleute vnnd viel anndere arbeitsleute vnd taglöhner, welche mann teglich habenn muß, vnd allesampt Jre gewerbe darbey treibenn, Jrenn nutz suchenn, vnnd Jhr brodt verdienenn, solt mann dann nit Gott darfür lobenn vnnd erkennenn, das er vnns vnser teglich brodt also bescheren muß,

die der liebe Gott daraus so lange gegeben hat und noch alle Tage gibt. Denn rechne du: wie viele tausend Hausväter mit allen ihren Kindern und ihrem Gesinde hat wohl der liebe Vater so viele hundert Jahre her aus dieser Gabe des Brunnens beschenkt, ernährt, erhalten, gespeist, getränkt und gekleidet! Und wie viele haben noch heutigen Tages ihren Unterhalt und ihre Nahrung vom Brunnen mit all ihrem Hausgesinde: der mit Salzmachen, dieser mit Abführen und Wegbringen, jener mit Holzzufahren, Holzhauen, Wellenbinden. Ich will schweigen von den Schmieden, die immer an den Pfannen zu machen und zu flicken haben, von Zimmerleuten und vielen anderen Arbeitsleuten und Tagelöhnern, die man täglich haben muss und die allesamt ihr Gewerbe dabei treiben, ihren Nutzen suchen und ihr Brot verdienen. Sollte man dann nicht Gott dafür loben und erkennen, dass er uns unser täglich Brot so bescheren muss?

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