Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 449
Die Dankpredigt von 1550 · S. 449 · Bl. 223r · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Dankpredigt von 1550
S. 440–460 · Bl. 218v–228v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 449
Bl. 223rBd. 25. Buch · Die Dankpredigt von 1550Faksimile (ORKA)vnsernn pracht, hoffart, vnnd geitz, schwelgen, vnnd prassenn treibenn, wie leider in etzlichenn der böse brauch vnnd vergeß Gottes ist, könnte vnd wurde auch der liebe Gott vnns der mahl eins, solche gabe schmeler machenn, Jne auch wohl gar enndtziehenn, denn denckt nit, ob es wohl ein lannge zeit gestanndenn, das darumb altzeit so stehenn müsse, dann singet vnns der Prophet ein annder liedt, vonn der die Beche zu Wüsten macht, vnnd die wasserquellenn lest versiegenn, setzt ein fruchtbar Lanndt in ein vnfruchtbars vmb der boßheit willenn, derenn die darinnen wohnenn Psal 107,1 wie offt ist das geschehenn, das Gott Stedte vnnd dorffer hatt gar lassenn vergehenn, vnnd ann anndernn ortten, anndere wieder lassenn vfgehenn, Bronnenn vnnd wasser versiegenn, vnnd ann anndernn orten wieder lassenn quellenn, wie wir das auch finden beim Stabone in seinem erstenn vnnd letztenn buche seiner Geographei, Jtem die Heilige schrifft gedenckt des Bronnens zu Jericho, Wie
unseren Prunk, unsere Hoffart und unseren Geiz, unser Schwelgen und Prassen trieben, wie es leider bei etlichen der böse Brauch und das Vergessen Gottes ist, so könnte und würde uns der liebe Gott dermaleinst diese Gabe auch schmälern oder sie gar ganz entziehen. Denn denkt nicht, dass es, nur weil es eine lange Zeit bestanden hat, darum allzeit so bestehen müsse; denn der Prophet singt uns ein anderes Lied von dem, der die Bäche zur Wüste macht und die Wasserquellen versiegen lässt und ein fruchtbares Land in ein unfruchtbares verwandelt um der Bosheit willen derer, die darin wohnen (Psalm 107).
Wie oft ist es geschehen, dass Gott Städte und Dörfer ganz hat vergehen lassen und an anderen Orten andere wieder hat aufgehen lassen, dass Brunnen und Wasser versiegten und an anderen Orten wieder quollen — wie wir das auch bei Strabo im ersten und letzten Buch seiner Geographie finden. Ebenso gedenkt die Heilige Schrift des Brunnens zu Jericho, wie
Unsichere Lesungen
- 107, — Zeichen über der Zeile (Z. 13)