Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 810
Die Reise von 1568: Halle in Sachsen · S. 810 · Bl. 403v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise von 1568: Halle in Sachsen
S. 794–825 · Bl. 395v–411r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 810
Bl. 403vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Halle in SachsenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
knechte, ein Schicht wirdt besetzt, aufs Vertell1[?] mit zehenn Zubernn, Das aber die austheilung der Sohlenn so vngleich vonn alters hero gehaltenn, vnnd nach sonnderer proportion ausgetheilet ist wordenn, darin ist meines verstanndts die vorsichtigkeit der altenn Pfenner, billich zulobenn, welche nicht alleine, nach dem sie die gelegennheit der Bronnenn gewust, dieselbigenn nicht einmahls aller ausösenn wöllenn, Sonndernn auch fürnemblich darauff gesehenn, das nicht einer die gute Sohlenn, der annder die geringe enndtpfinge, damits vfs aller gleicheste ausgetheilt werdenn möchtte. Inn fernner austheilung der Sohlenn, enndtpfehet erstlich der Bischoff sein theil nach anntzahl der stuel, vnnd vierteil, welche er in Bronnen hatt, Darnach zum anndernn die Geistlichenn armenn vnd Arbeiter, zum drittenn die Beamptenn vnnd Beuelchhaber, Enndtlich die gemeinenn Pfenner, vnnd laufft also aller vnncostenn allein vf den Bronnen
Knechte. Eine Schicht wird aufs Viertel mit zehn Zubern besetzt.
Dass aber die Austeilung der Sole von alters her so ungleich gehalten und nach besonderem Verhältnis ausgeteilt worden ist — darin ist nach meinem Verstand die Umsicht der alten Pfänner billig zu loben. Denn sie haben nicht allein, nachdem sie die Beschaffenheit der Brunnen kannten, diese nicht auf einmal alle ausschöpfen wollen, sondern auch vornehmlich darauf gesehen, dass nicht der eine die gute, der andere die geringe Sole empfange, damit es aufs allergleichste ausgeteilt werden könne.
Bei der weiteren Austeilung der Sole empfängt zuerst der Bischof seinen Teil nach der Anzahl der Stühle und Viertel, die er im Brunnen hat; danach zum anderen die Geistlichen, die Armen und die Arbeiter; zum dritten die Beamten und Befehlshaber; endlich die gemeinen Pfänner. Und so laufen alle Unkosten allein auf den Brunnen,
Unsichere Lesungen
- Vertell — wohl virtell, Schreibung unklar (Z. 1)