Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 141–150
Berkers Baubericht von 1550 · S. 141–150 · Bl. 69r–73v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Berkers Baubericht von 1550
S. 103–277 · Bl. 50r–137v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 141
Bl. 69rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Es habenn aber vnns der Pfenner Salzgreuenn1 den 12. Decembris die anntwort gebenn, das die auslenndischenn Pfenner des mahls aller aussenn bliebenn, vielleicht aus vhrsachenn, das der zeit alle wasser dieser Lanndtart vber aus sehr grob vnnd fluetigk gewesenn, das niemanndt hab wanndern könnenn,
Die Salzgräfen der Pfänner haben uns aber am 12. Dezember die Antwort gegeben, dass die auswärtigen Pfänner damals alle ausgeblieben seien – vielleicht aus dem Grund, dass zu jener Zeit alle Gewässer dieser Landesgegend überaus stark angeschwollen und reißend gewesen seien, sodass niemand habe reisen können.
Sie woltenn aber alle auslenndische Pfenner, dieweil die das meiste ann Irem Salzwercke habenn, zu stundt vf nechstkünfftige Weynachtenn wiederumb gein Allenndorf zukommenn beschreibenn,
Sie wollten aber alle auswärtigen Pfänner – weil diese den größten Anteil an ihrem Salzwerk haben – sogleich schriftlich laden, auf das nächstkommende Weihnachtsfest wieder nach Allendorf zu kommen,
der zuuersicht, sie wurdenn erscheinenn, vnnd was sie sich als dann enndtschliessenn, vnns vfs furderlichst zuuerstendigenn, des wir dann gewarttenn müssenn,
in der Zuversicht, sie würden erscheinen; und was sie alsdann beschließen, wollten sie uns aufs Förderlichste mitteilen, worauf wir nun warten müssen.
Was vnns nun vonn Ihnenn zu anntwort wierdet, wie vnnd welcher gestalt sie zu bauwenn willigenn, wollenn E. fgl.2 wir vfs eilennts verstendigenn,
Was uns nun von ihnen zur Antwort wird und wie und auf welche Weise sie in den Bau einwilligen, davon wollen wir Eure Fürstlichen Gnaden aufs Eiligste verständigen.
Wo sie dann zum Baw oder Je zum wenigstenn den Tam vmb den Salzbronn hero zu renouiren, vnnd zu ernewerenn willigenn, so will vonn nötenn sein, das E. fgl. leute darzu verordtnen, die der sachenn vnd bawennLäuft auf der nächsten Seite weiter
Wenn sie dann in den Bau oder wenigstens darin einwilligen, den Damm rings um den Salzbrunnen zu renovieren und zu erneuern, so wird es vonnöten sein, dass Eure Fürstlichen Gnaden Leute dazu verordnen, die von der Sache und vom Bauen (…)
Unsichere Lesungen
- Salzgreuenn — Lesung des Anfangsbuchstabens (S) nach Kurrent-Duktus; gemeint sind die Salzgräfen
- E. fgl. — Abkürzung für 'Euer fürstliche Gnaden'; erster Buchstabe im Duktus zwischen E und L
S. 142
Bl. 69vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitegutenn verstanndt habenn, vnnd dauonn gelegennheit wissenn
(…) guten Verstand haben und darin Bescheid wissen.
Es habenn auch die Herrenn Jorgenn Behmenn des Bornmeisters kunst, so er zu ausbringung der Sohl vffm Salzbronn gebraucht, besichtiget, vnnd dauonn mit den Pfennernn gerathschlagt, Ob die kunst dem Salzbronn schadenn thun könnt, oder nit,
Die Herren haben auch die Kunst (das Pumpwerk) Jörg Böhmes, des Bornmeisters, besichtigt, die er zum Heraufbringen der Sole am Salzbrunnen gebraucht, und darüber mit den Pfännern beratschlagt, ob die Kunst dem Salzbrunnen Schaden zufügen könnte oder nicht.
Habenn die werckleute geschlossenn, das die Last nit sonnderlich schadenn thun könndt,
Die Werkleute sind zu dem Schluss gekommen, dass die Last keinen besonderen Schaden anrichten könnte.
Dieweil aber die Last vfm Tamme des Salzbronns gestanndenn, So hat mann Ime zugelassenn, etlich strebenn zumachenn, die so lang werenn, das sie vber den Tham reichenn, vnd denn last vfm Bornn gebenn2, Welche sein kunst tragenn solte,
Weil aber die Last auf dem Damm des Salzbrunnens stand, hat man ihm gestattet, etliche Streben anzufertigen, die so lang sein sollten, dass sie über den Damm reichen und die Last auf den Born abgeben; diese sollten seine Kunst tragen.
Vnnd das er solchs vor Michaelis, da das siedenn nit strennge were, vfrichtenn solt, damit er sich dann geseumpt, vnnd solches erst Martini, da das siedenn am strenngstenn war, vfrichtenn wolt,
Und er sollte dies vor Michaelis (29. September), wenn das Sieden nicht intensiv wäre, aufrichten; damit hat er sich jedoch gesäumt und wollte es erst zu Martini (11. November) aufrichten, als das Sieden am intensivsten war.
Unsichere Lesungen
- Kaldtleger — Lesung unsicher (Kaldtleger/Kaldtfeger); erster Buchstabe K oder B, gemeint wohl das Kaltliegen der Pfannen
- vnd denn last vfm Bornn gebenn — 'gebenn' Lesung wahrscheinlich, syntaktisch hart (die Last auf den Born abgeben)
S. 143
Bl. 70rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitehett, vnnd auch das solchs alsbalde der Salzbronn gebauwet, wieder must abgethann werdenn, So haben wir Ime das dieser Zeit vfzurichtenn nit gestattenn wollenn,
(…) hatte, und auch, weil solches, sobald der Salzbrunnen gebaut würde, wieder abgetan werden müsste, haben wir ihm nicht gestatten wollen, es zu dieser Zeit aufzurichten –
Innsonnderheit darumb wann der Bornn rechtschaffenn gebauwet ist, So kann mann dann auch allerley kunst ohnn allen nachteil, darauff gebrauchenn,
insbesondere deshalb, weil man, wenn der Born erst ordentlich ausgebaut ist, darauf auch allerlei Pumpwerke ohne allen Nachteil gebrauchen kann.
Solchs wolttenn E. fgl. wir auch in vnnderthenigkeit nit verhaltenn,
Dies wollten wir Euren Fürstlichen Gnaden in Untertänigkeit ebenfalls nicht vorenthalten.
Auch gnediger fürst vnnd Herr, E. fgl. habenn auch den gewesenn Pfarher zum Sodenn verordent, das vierdt Wardt Register1 gegenn den Renndtmeister zuhaltenn,
Auch, gnädiger Fürst und Herr: Eure Fürstlichen Gnaden haben den bisherigen Pfarrer zum Sooden dazu verordnet, das vierte Wart-Register als Gegenkontrolle zum Rentmeister zu führen.
Nun ist berurter Pfarher newlicher tage plözlich verstorbenn,
Nun ist der besagte Pfarrer dieser Tage plötzlich verstorben.
Dieweil dann die Pfar zimblich gut Innkommenns hat, So vernehmenn wir das viel darnach stehenn,
Weil die Pfarre ein ziemlich gutes Einkommen hat, vernehmen wir, dass sich viele darum bemühen.
Vnnd ist darumb vonnötenn, das E. fgl. vf eine Personn trachtenn, der E. fgl. gleubenn, vnd der ann den ort bey die Söder2 diene, dieweil sie teglich vom laster des sauffenns gestrafft vnnd abgehalttenn wollenn sein,
Und darum ist es vonnöten, dass Eure Fürstlichen Gnaden auf eine Person bedacht sind, der Eure Fürstlichen Gnaden vertrauen und die an diesem Ort bei den Södern (Salzsiedern) dient, weil diese täglich wegen des Lasters des Saufens gestraft und davon abgehalten werden müssen.
wollenn E. fgl. wir auch nit bergen,
Das wollten wir Euren Fürstlichen Gnaden ebenfalls nicht verbergen.
Unsichere Lesungen
- das vierdt Wardt Register — 'Wardt' (Wart-/Wachregister) Lesung wahrscheinlich, Wortbedeutung nicht ganz sicher
- Söder — Lesung mit ö; gemeint die Salzsieder zum Sooden
S. 144
Bl. 70vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Es sagt auch des mahls Heinz vonn Lutter, das er in Lothringenn gesehenn, das sorglicher1 Salzbronn als dieser gefast seyenn,
Es sagte damals auch Heinz von Lutter, dass er in Lothringen gesehen habe, dass noch schwierigere Salzbrunnen als dieser gefasst worden seien.
vnnd wardt auch vonn beidenn theilenn geredt, das da mann den Salzbronn bauwenn wolte, solt nüzlich vnnd gut sein, das mann vmb den Salzbron hero, funf oder sechs Bodt2, dieweil mann doch dero die mennge hette, abthun vnnd raum machenn solt,
Und es wurde auch von beiden Seiten besprochen: Wenn man den Salzbrunnen bauen wolle, wäre es nützlich und gut, rings um den Salzbrunnen fünf oder sechs Siedehäuser (Boden) – da man von diesen ohnehin eine Menge habe – abzubrechen und Raum zu schaffen.
als dan könnt mann den Salzbronn, wie er Jzo ist, stehen lassenn, vnnd alles wildt wasser, was darumb her Jnnfelt, Jnn den Solhegrabenn sonnder alle beschwerung abführenn,
Alsdann könnte man den Salzbrunnen, so wie er jetzt ist, stehen lassen und alles wilde Wasser, das rings umher einfällt, ohne alle Beschwernis in den Sohlgraben abführen.
So war auch ezlicher Rath vnnd meinung, das der Salzbronn vnnd der Tam bis vf den vmbganng, da E. fgl. mehr dann einmahl Inn gestigenn gewesenn,
Es war auch etlicher Rat und Meinung, dass der Salzbrunnen und der Damm bis auf den Umgang – in den Eure Fürstlichen Gnaden mehr als einmal hinabgestiegen sind –
weidt gnug vom Bornn vnnd Tamme gerings vmbhero, solt vmfahenn3, vnnd mit gehauwenn quadranten steinenn gefast werden,
weit genug vom Born und Damm ringsumher umfangen und mit behauenen Quadersteinen gefasst werden sollten.
Da sich dann einich wilt wasser ereugt, das könntt mann alles in Solhgrabenn weisenn, dieweyl mann den abfall wie obsteht erlanngt hatt,
Wo sich dann irgendein wildes Wasser zeigt, könnte man das alles in den Sohlgraben leiten, weil man das Gefälle, wie oben steht, gewonnen hat.
Darumb habenn E. fgl. dem auch, wie vnnd welcher gestalt der Salzbronn einmahl solt vnnd möchtLäuft auf der nächsten Seite weiter
Darum haben Eure Fürstliche Gnaden dem auch – wie und auf welche Weise der Salzbrunnen dereinst gebaut werden sollte und könnte – (…)
Unsichere Lesungen
- sorglicher — Wohl komparativisch: 'sorglichere' (bedenklichere, schwieriger zu fassende) Salzbrunnen
- Bodt — Boden/Bothen = Siedehäuser; Schreibung der Endung nicht ganz sicher
- vmfahenn — = umfahen/umfangen; Lesung ohne r geprüft (Zoom)
S. 145
Bl. 71rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seiterechtschaffenn wohl gefast vnnd gebawet werdenn,
… rechtschaffen wohl gefasst und gebaut werden.
Vnnd wem sie solchs nebenn der Pfenner darzu verordenntenn, da sie zubawenn willigenn werdenn, vertrawenn vnnd beuehlenn wollenn, wohl nachzudenckenn,
Und [es ist] wohl nachzudenken, wem sie solches neben den Pfennern dazu verordnen, anvertrauen und befehlen wollen, sodass diese zu bauen willig werden.
Dann warlich, wie E. fgl. zurathenn, derselbenn vnnd dem gantzenn Lannde viel vnnd mercklich daran gelegenn sein will, Innsonderheit dieweil die Altenn solchenn Saltzbronn nie recht zugrunde gefast habenn,
Denn wahrlich, wie Euren Fürstlichen Gnaden zu raten ist, wird denselben und dem ganzen Lande viel und merklich daran gelegen sein, insbesondere weil die Alten solchen Salzbrunnen nie recht bis auf den Grund gefasst haben,
Wie mann dann im Bericht1 der letztenn bawung des Borns so vor Vertzigk2 Jarenn vngefehrde geschehenn ist, zusehenn hatt,
wie man das im Bericht über den letzten Ausbau des Brunnens, der vor ungefähr vierzig Jahren geschehen ist, sehen kann.
So weis Gott das wir beide vnns solcher sorglicher schwerenn grundt bewe, nit verstehenn, So seindt auch in diesenn E. f. gl. Lanndenn dergleichenn gebewenn nit furhanndenn gewesenn,
So weiß Gott, dass wir beide uns auf solche heiklen, schweren Grundbauten nicht verstehen; auch sind in diesen Landen Eurer Fürstlichen Gnaden dergleichen Bauwerke bisher nicht vorhanden gewesen.
Vnnd kompt ebenn dieser gebreche, vnnd manngell zu anndernn vnnfall, vnd vngelegener zeit, damit Je ein vngluck nit allein sey,
Und eben dieses Gebrechen und dieser Mangel kommen zu anderem Unglück und zu ungelegener Zeit hinzu, damit ja ein Unglück nicht allein bleibe.
Gott der almechtige wolle gnedige mittell zugluckseliger furderlicher E. fgl. erledigung vnnd enndtschafft, gnediglich verleyhenn,
Gott der Allmächtige wolle gnädige Mittel zu einer glückseligen, förderlichen Erledigung und Beendigung [der Sache] für Eure Fürstlichen Gnaden gnädiglich verleihen;
alsdann konttenn E. fgl. selbst nebenn den Pfennernn im augennschein mittLäuft auf der nächsten Seite weiter
alsdann könnten Eure Fürstlichen Gnaden selbst neben den Pfennern in Augenschein …
Unsichere Lesungen
- Bericht — Wort stark abgekürzt/verschliffen, Lesung ‚Bericht‘ aus dem Kontext; auch ‚Bucht‘ denkbar
- Vertzigk — Zahlwort mit Zierstrich; Lesung ‚vierzig‘
S. 146
Bl. 71vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seiteanrathenn, vnnd den Baw dermassenn verordenen, das er rechtschaffenn, stadtlich, vnnd bestenndigk furgenommenn, vnnd außgefurt wurde, dann wir vnns bisdahero beholffenn habenn, wie wir gekont habenn,
… mit anraten und den Bau dermaßen anordnen, dass er rechtschaffen, stattlich und beständig vorgenommen und ausgeführt würde; denn wir haben uns bis hierher beholfen, wie wir konnten.
Ewer f. gl. wollenn wir auch in vnderthenigkeit darnebenn nit verhaltenn, das wir dis Jars soviel muglich gewesenn, mit dem siedenn anngehaltenn habenn,
Euren Fürstlichen Gnaden wollen wir daneben in Untertänigkeit auch nicht verhehlen, dass wir dieses Jahr, soviel möglich gewesen ist, mit dem Sieden fortgefahren sind,
das dennoch, wiewogl in diesem Lanndenn kein mast1 gewesenn, vnnd auch der manngell des Saltzbronns furgestanndenn, E. f. gl. einenn zimblichenn gutenn gewinst habenn werdenn,
sodass Eure Fürstlichen Gnaden dennoch einen ziemlich guten Gewinn haben werden, obwohl es in diesem Lande keine Mast gegeben hat und auch der Mangel des Salzbrunnens eingetreten ist.
Wolt Gott, das wir dann teglich bittenn2, das E. fgl. zu anngestelter Rechnung, dauonn alhie selbst relation hörenn möchttenn,
Wollte Gott — worum wir denn täglich bitten —, dass Eure Fürstlichen Gnaden bei der angesetzten Rechnungslegung davon hier selbst Bericht hören möchten.
Wollenn E. fgl. damit Got dem almechtigenn in seinen schutz vnnd schirm, vnnd vnns dero in aller vnderthenigkeit zu gnadenn beuohlenn habenn,
Hiermit wollen wir Eure Fürstlichen Gnaden Gott dem Allmächtigen in seinen Schutz und Schirm und uns derselben in aller Untertänigkeit zu Gnaden befohlen haben.
vnnd kontenn solchs E. fgl. vnnserenn Pflichtenn nach, wiewohl wir E. fgl. in diesenn Itzigenn Ihrenn hochwichtigenn beschwerungenn gernn woltenn verschonet habenn, vnnangezeigt nit lassenn,
Und wir konnten solches Euren Fürstlichen Gnaden unseren Pflichten gemäß nicht unangezeigt lassen, wiewohl wir Eure Fürstlichen Gnaden in diesen ihren jetzigen hochwichtigen Beschwernissen gern damit verschont hätten.
Unsichere Lesungen
- mast — Lesung sicher, Bedeutung unklar: wohl (Eichel-)Mast als Einnahmequelle des Landes
- Wolt Gott, das wir dann teglich bittenn — Syntax der Vorlage unklar verschränkt; Übersetzung sinngemäß
S. 147
Bl. 72rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitemit vnnd nebenn den Pfennernn zuschliessenn haben,
… [worüber Eure Fürstlichen Gnaden dann] mit und neben den Pfennern zu beschließen haben.
Das wir auch diese schrifft ann E. fgl. habenn lassenn ausgehenn, habenn wir zuvor E. f. gl. Stadthalternn alhie bericht vnnd anngezeigt,
Dass wir auch dieses Schreiben an Eure Fürstlichen Gnaden haben ausgehen lassen, haben wir zuvor dem Statthalter Eurer Fürstlichen Gnaden hier berichtet und angezeigt.
Woltenn E. f. gl. wir auch in vnderthenigkeit nit verhaltenn,
Das wollten wir Euren Fürstlichen Gnaden in Untertänigkeit ebenfalls nicht verhehlen.
E. F. G.1 vnnderthenigste, schuldige vnd gantz bleibwillige2 diener,
Eurer Fürstlichen Gnaden untertänigste, schuldige und ganz bereitwillige Diener,
Darnebenn hab sich Jorg Behem auch etlicher Rede hörenn lassenn, darumb Valtenn Schuldenn, sich dero zuerkundigenn geschriebenn,
Daneben hat Jörg Böhm auch etliche Reden hören lassen; darum wurde Valentin Schulde geschrieben, sich danach zu erkundigen.
Dem Erbarnn vnnd achtbarnn Valten Schulden Vogt zu Wannfriedenn, vnnserm freundtlichenn liebenn Schwager vnnd besonndernn gutenn freundt,
Dem ehrbaren und achtbaren Valentin Schulde, Vogt zu Wanfried, unserem freundlichen lieben Schwager und besonders guten Freund.
Vnnser freundtlich diennst vnnd alles guts zuvor, Erbar vnnd achtpar freundtlicher lieber Schwager vnd besonLäuft auf der nächsten Seite weiter
Unseren freundlichen Dienst und alles Gute zuvor! Ehrbarer und achtbarer, freundlicher, lieber Schwager und beson…
Unsichere Lesungen
- E. F. G. — Drei stark verschnörkelte Initialen über der Unterschriftsformel; Auflösung ‚Ewer Fürstlichen Gnaden' aus dem Formelkontext
- bleibwillige — Lesung unsicher; auch ‚vleiswillige' denkbar; übersetzt als ‚bereitwillige'
- Muldener — Lesung durch die Wiederholung des Namens auf Blatt 73v (‚Henrich Muldener … Beuelchhaber zun Soden') gesichert
- Berber — Auch ‚Verber/Ferber' lesbar; ebenso auf Blatt 73v
S. 148
Bl. 72vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Wir gebenn euch gutter meinung zuerkennenn, Das wir gesternn in erfahrung kommenn sein, wie der Meister vom Creutzbergk1, so ihr Jüngst mit euch zu Allenndorff gehapt,
Wir geben euch in guter Absicht zu erkennen, dass wir gestern in Erfahrung gebracht haben, dass der Meister vom Kreuzberg, den ihr jüngst bei euch in Allendorf hattet,
mit Jörgenn Behmenn im abschiede rede gehapt vnnd gesagt haben soll, das sein Jörgenn kunst dem Saltzbronn beschwerlich vnnd schedtlich sey,
beim Abschied mit Jörg Böhm gesprochen und gesagt haben soll, dass dessen — Jörgs — Kunst (Pumpwerk) dem Salzbrunnen beschwerlich und schädlich sei.
Darauff er Jörge geantwort, er wiste selbst wohl, das sein Itzige kunst dem Saltzwerck schedtlich sey, er wolle es aber darumb nit anntzeigenn, damit die Herrnn dester ehr den Saltzbronn vfbrechenn, vnnd denselbenn bauen mustenn,
Darauf habe er, Jörg, geantwortet, er wisse selbst wohl, dass seine jetzige Kunst dem Salzwerk schädlich sei; er wolle es aber deshalb nicht anzeigen, damit die Herren desto eher den Salzbrunnen aufbrechen und ihn ausbauen müssten.
Als dann wurdt er Bawmeister sein, vnnd versehe sich er wolte auch zum Pfenner werdenn, das er ein gantze Pfanne, oder Je zum wenigstenn ein halbe Pfanne zum Bodenn dauonn bekommenn wolle,
Alsdann würde er Baumeister sein; auch rechne er damit, Pfenner zu werden, sodass er eine ganze Pfanne oder wenigstens eine halbe Pfanne am Siedehaus davon bekommen wolle.
Dieweil er Jorge nun bis daher fur vnnserm gnedigenn Herrnn eigner Person, Stadthalter, Rethenn, den Pfennern, vnns vnnd anndern, alwege gesagt, die kunst sey dem Saltzbronn nit schedtlich, aber nunmehr das wiederwertige, vnnd vnnser klage selbst bekanndt habenLäuft auf der nächsten Seite weiter
Weil er, Jörg, nun bisher vor unserem gnädigen Herrn in eigener Person, vor Statthalter, Räten, den Pfennern, uns und anderen stets gesagt hat, die Kunst sei dem Salzbrunnen nicht schädlich, nunmehr aber das Gegenteil — und damit unsere Klage — selbst eingestanden haben [soll] …
Unsichere Lesungen
- Creutzbergk — Ortsname unsicher; wohl Kreuzberg (an der Werra), auch ‚Crentzbergk' lesbar
S. 149
Bl. 73rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitesoll, Damit wir dann allenntheilenn zu gut die warheit erfahrenn, So ist vnnser freundtlich bitt, Ihr wöllet zu stundt ann berurtenn Meister vonn Crentzburgk2 zu euch fordernn,
… soll. Damit wir dann, allen Teilen zugute, die Wahrheit erfahren, ist unsere freundliche Bitte: Ihr wollet sogleich den besagten Meister vom Kreuzberg zu euch fordern
vnnd euch ann Ime eigentlich erkundenn, wie die rede gelaut habenn, vnnd ob es also ergangenn oder nit,
und euch bei ihm genau erkundigen, wie die Reden gelautet haben und ob es sich so zugetragen hat oder nicht.
dann wo dem also, habt ihr zuerachtenn, wie er Jörge seinenn gethanenn eydenn vnnd pflichtenn nachkommenn, vnd was im furtter zuvertrawenn ist,
Denn wenn dem so ist, habt ihr zu ermessen, wie er, Jörg, seinen geleisteten Eiden und Pflichten nachgekommen ist und was ihm künftig noch zu vertrauen ist.
Wir seindt auch glaublich bericht, das er die Meister1 wie die kunst vfs newe gehanngenn werdenn soll, nit aus seinem kopff oder kunst,
Wir sind auch glaubhaft berichtet worden, dass er das Muster, wie die Kunst (das Pumpwerk) aufs Neue aufgehängt werden soll, nicht aus seinem eigenen Kopf oder Können hat,
Sonndernn vom Zimmermann vonn Ziegennhain Meister Lenhartenn alhie zu Cassell, newlich gelernnt hat, wie wir euch wogl berichtenn wollenn,
sondern es neulich vom Zimmermann von Ziegenhain, Meister Lenhart, hier in Kassel gelernt hat, wie wir euch wohl berichten wollen.
Vnnd was ihr hierin vom obberurtem Meister vom Creutzburgk bericht werdet, das wollet vnns bey eigner botschafft vfs eylenndts alhier in schrifftenn verstenndigenn, vnns darnach Jegenn Ime Jorgenn zuhaltenn wissenn,
Und was ihr hierin von dem oben genannten Meister vom Kreuzberg berichtet bekommt, das wollet uns durch eigenen Boten aufs Eiligste hierher schriftlich mitteilen, damit wir uns danach gegenüber ihm, Jörg, zu verhalten wissen.
wollenn wir hinwieder freundtlich zuverdienennLäuft auf der nächsten Seite weiter
wir wollen es hinwiederum freundlich verdienen …
Unsichere Lesungen
- Meister — Wortlaut der Vorlage; dem Sinn nach ist wohl ‚Muster/Manier' (die Bauweise) gemeint, Lesung des Wortes unsicher
- Crentzburgk — Ortsname; auf derselben Seite auch ‚Creutzburgk' geschrieben, gemeint wohl Kreuzberg/Creuzburg
S. 150
Bl. 73vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitegeneigt sein, vnnd woltenn euch solchs nit verhaltenn,
… [dazu] geneigt sein; und wir wollten euch dies nicht vorenthalten.
Henrich Muldener vnd Jost Berber2 Beuelchhaber zun Soden,
Heinrich Muldener und Jost Berber, Befehlshaber zu Sooden.
Folgenntts habenn wir die Saltzgreuenn vom wegenn vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn mitt der Pfenner Saltzgreuenn, vnns vom erbawung des Saltzbronns allerley vnnd notturfftige3 vnnderredt, vnd Ir bedenncken auch schrifftlich gebettenn,
Folgends haben wir, die Salzgräfen von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn, uns mit den Salzgräfen der Pfenner über den Ausbau des Salzbrunnens allerlei und notdürftig unterredet und auch ihr Bedenken schriftlich erbeten.
Darauf vnns gemeine Pfenner Ir bedenncken vnndt Rathschlagk, wie der Saltzbronn zuernewernn sein solt, schrifftlich zugeschickt, also lautennde,
Darauf haben uns die gemeinen Pfenner ihr Bedenken und ihren Ratschlag, wie der Salzbrunnen zu erneuern sein sollte, schriftlich zugeschickt, folgendermaßen lautend:
Den Erbarnn vnnd fürnehmen Henrich Muldenern vnnd Jostenn Berbernn Saltzgreuenn des Saltzwergks, vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn, vor Allenndorff ann der Werra, vnnserm gutenn Gönnernn,
Den ehrbaren und vornehmen Heinrich Muldener und Jost Berber, Salzgräfen des Salzwerks unseres gnädigen Fürsten und Herrn vor Allendorf an der Werra, unseren guten Gönnern.
Unsichere Lesungen
- Pntatt — Stark abgekürztes Wort am Zeilenanfang; wohl ‚Presentatum' (Präsentationsvermerk), Lesung unsicher
- Berber — Nachname; auch ‚Verber/Ferber' lesbar, auf Blatt 72r derselbe Name
- notturfftige — Endung unsicher (notturfftigk/notturfftige)