Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 145–154
Berkers Baubericht von 1550 · S. 145–154 · Bl. 71r–75v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Berkers Baubericht von 1550
S. 103–277 · Bl. 50r–137v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 145
Bl. 71rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seiterechtschaffenn wohl gefast vnnd gebawet werdenn,
… rechtschaffen wohl gefasst und gebaut werden.
Vnnd wem sie solchs nebenn der Pfenner darzu verordenntenn, da sie zubawenn willigenn werdenn, vertrawenn vnnd beuehlenn wollenn, wohl nachzudenckenn,
Und [es ist] wohl nachzudenken, wem sie solches neben den Pfennern dazu verordnen, anvertrauen und befehlen wollen, sodass diese zu bauen willig werden.
Dann warlich, wie E. fgl. zurathenn, derselbenn vnnd dem gantzenn Lannde viel vnnd mercklich daran gelegenn sein will, Innsonderheit dieweil die Altenn solchenn Saltzbronn nie recht zugrunde gefast habenn,
Denn wahrlich, wie Euren Fürstlichen Gnaden zu raten ist, wird denselben und dem ganzen Lande viel und merklich daran gelegen sein, insbesondere weil die Alten solchen Salzbrunnen nie recht bis auf den Grund gefasst haben,
Wie mann dann im Bericht1 der letztenn bawung des Borns so vor Vertzigk2 Jarenn vngefehrde geschehenn ist, zusehenn hatt,
wie man das im Bericht über den letzten Ausbau des Brunnens, der vor ungefähr vierzig Jahren geschehen ist, sehen kann.
So weis Gott das wir beide vnns solcher sorglicher schwerenn grundt bewe, nit verstehenn, So seindt auch in diesenn E. f. gl. Lanndenn dergleichenn gebewenn nit furhanndenn gewesenn,
So weiß Gott, dass wir beide uns auf solche heiklen, schweren Grundbauten nicht verstehen; auch sind in diesen Landen Eurer Fürstlichen Gnaden dergleichen Bauwerke bisher nicht vorhanden gewesen.
Vnnd kompt ebenn dieser gebreche, vnnd manngell zu anndernn vnnfall, vnd vngelegener zeit, damit Je ein vngluck nit allein sey,
Und eben dieses Gebrechen und dieser Mangel kommen zu anderem Unglück und zu ungelegener Zeit hinzu, damit ja ein Unglück nicht allein bleibe.
Gott der almechtige wolle gnedige mittell zugluckseliger furderlicher E. fgl. erledigung vnnd enndtschafft, gnediglich verleyhenn,
Gott der Allmächtige wolle gnädige Mittel zu einer glückseligen, förderlichen Erledigung und Beendigung [der Sache] für Eure Fürstlichen Gnaden gnädiglich verleihen;
alsdann konttenn E. fgl. selbst nebenn den Pfennernn im augennschein mittLäuft auf der nächsten Seite weiter
alsdann könnten Eure Fürstlichen Gnaden selbst neben den Pfennern in Augenschein …
Unsichere Lesungen
- Bericht — Wort stark abgekürzt/verschliffen, Lesung ‚Bericht‘ aus dem Kontext; auch ‚Bucht‘ denkbar
- Vertzigk — Zahlwort mit Zierstrich; Lesung ‚vierzig‘
S. 146
Bl. 71vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seiteanrathenn, vnnd den Baw dermassenn verordenen, das er rechtschaffenn, stadtlich, vnnd bestenndigk furgenommenn, vnnd außgefurt wurde, dann wir vnns bisdahero beholffenn habenn, wie wir gekont habenn,
… mit anraten und den Bau dermaßen anordnen, dass er rechtschaffen, stattlich und beständig vorgenommen und ausgeführt würde; denn wir haben uns bis hierher beholfen, wie wir konnten.
Ewer f. gl. wollenn wir auch in vnderthenigkeit darnebenn nit verhaltenn, das wir dis Jars soviel muglich gewesenn, mit dem siedenn anngehaltenn habenn,
Euren Fürstlichen Gnaden wollen wir daneben in Untertänigkeit auch nicht verhehlen, dass wir dieses Jahr, soviel möglich gewesen ist, mit dem Sieden fortgefahren sind,
das dennoch, wiewogl in diesem Lanndenn kein mast1 gewesenn, vnnd auch der manngell des Saltzbronns furgestanndenn, E. f. gl. einenn zimblichenn gutenn gewinst habenn werdenn,
sodass Eure Fürstlichen Gnaden dennoch einen ziemlich guten Gewinn haben werden, obwohl es in diesem Lande keine Mast gegeben hat und auch der Mangel des Salzbrunnens eingetreten ist.
Wolt Gott, das wir dann teglich bittenn2, das E. fgl. zu anngestelter Rechnung, dauonn alhie selbst relation hörenn möchttenn,
Wollte Gott — worum wir denn täglich bitten —, dass Eure Fürstlichen Gnaden bei der angesetzten Rechnungslegung davon hier selbst Bericht hören möchten.
Wollenn E. fgl. damit Got dem almechtigenn in seinen schutz vnnd schirm, vnnd vnns dero in aller vnderthenigkeit zu gnadenn beuohlenn habenn,
Hiermit wollen wir Eure Fürstlichen Gnaden Gott dem Allmächtigen in seinen Schutz und Schirm und uns derselben in aller Untertänigkeit zu Gnaden befohlen haben.
vnnd kontenn solchs E. fgl. vnnserenn Pflichtenn nach, wiewohl wir E. fgl. in diesenn Itzigenn Ihrenn hochwichtigenn beschwerungenn gernn woltenn verschonet habenn, vnnangezeigt nit lassenn,
Und wir konnten solches Euren Fürstlichen Gnaden unseren Pflichten gemäß nicht unangezeigt lassen, wiewohl wir Eure Fürstlichen Gnaden in diesen ihren jetzigen hochwichtigen Beschwernissen gern damit verschont hätten.
Unsichere Lesungen
- mast — Lesung sicher, Bedeutung unklar: wohl (Eichel-)Mast als Einnahmequelle des Landes
- Wolt Gott, das wir dann teglich bittenn — Syntax der Vorlage unklar verschränkt; Übersetzung sinngemäß
S. 147
Bl. 72rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitemit vnnd nebenn den Pfennernn zuschliessenn haben,
… [worüber Eure Fürstlichen Gnaden dann] mit und neben den Pfennern zu beschließen haben.
Das wir auch diese schrifft ann E. fgl. habenn lassenn ausgehenn, habenn wir zuvor E. f. gl. Stadthalternn alhie bericht vnnd anngezeigt,
Dass wir auch dieses Schreiben an Eure Fürstlichen Gnaden haben ausgehen lassen, haben wir zuvor dem Statthalter Eurer Fürstlichen Gnaden hier berichtet und angezeigt.
Woltenn E. f. gl. wir auch in vnderthenigkeit nit verhaltenn,
Das wollten wir Euren Fürstlichen Gnaden in Untertänigkeit ebenfalls nicht verhehlen.
E. F. G.1 vnnderthenigste, schuldige vnd gantz bleibwillige2 diener,
Eurer Fürstlichen Gnaden untertänigste, schuldige und ganz bereitwillige Diener,
Darnebenn hab sich Jorg Behem auch etlicher Rede hörenn lassenn, darumb Valtenn Schuldenn, sich dero zuerkundigenn geschriebenn,
Daneben hat Jörg Böhm auch etliche Reden hören lassen; darum wurde Valentin Schulde geschrieben, sich danach zu erkundigen.
Dem Erbarnn vnnd achtbarnn Valten Schulden Vogt zu Wannfriedenn, vnnserm freundtlichenn liebenn Schwager vnnd besonndernn gutenn freundt,
Dem ehrbaren und achtbaren Valentin Schulde, Vogt zu Wanfried, unserem freundlichen lieben Schwager und besonders guten Freund.
Vnnser freundtlich diennst vnnd alles guts zuvor, Erbar vnnd achtpar freundtlicher lieber Schwager vnd besonLäuft auf der nächsten Seite weiter
Unseren freundlichen Dienst und alles Gute zuvor! Ehrbarer und achtbarer, freundlicher, lieber Schwager und beson…
Unsichere Lesungen
- E. F. G. — Drei stark verschnörkelte Initialen über der Unterschriftsformel; Auflösung ‚Ewer Fürstlichen Gnaden' aus dem Formelkontext
- bleibwillige — Lesung unsicher; auch ‚vleiswillige' denkbar; übersetzt als ‚bereitwillige'
- Muldener — Lesung durch die Wiederholung des Namens auf Blatt 73v (‚Henrich Muldener … Beuelchhaber zun Soden') gesichert
- Berber — Auch ‚Verber/Ferber' lesbar; ebenso auf Blatt 73v
S. 148
Bl. 72vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Wir gebenn euch gutter meinung zuerkennenn, Das wir gesternn in erfahrung kommenn sein, wie der Meister vom Creutzbergk1, so ihr Jüngst mit euch zu Allenndorff gehapt,
Wir geben euch in guter Absicht zu erkennen, dass wir gestern in Erfahrung gebracht haben, dass der Meister vom Kreuzberg, den ihr jüngst bei euch in Allendorf hattet,
mit Jörgenn Behmenn im abschiede rede gehapt vnnd gesagt haben soll, das sein Jörgenn kunst dem Saltzbronn beschwerlich vnnd schedtlich sey,
beim Abschied mit Jörg Böhm gesprochen und gesagt haben soll, dass dessen — Jörgs — Kunst (Pumpwerk) dem Salzbrunnen beschwerlich und schädlich sei.
Darauff er Jörge geantwort, er wiste selbst wohl, das sein Itzige kunst dem Saltzwerck schedtlich sey, er wolle es aber darumb nit anntzeigenn, damit die Herrnn dester ehr den Saltzbronn vfbrechenn, vnnd denselbenn bauen mustenn,
Darauf habe er, Jörg, geantwortet, er wisse selbst wohl, dass seine jetzige Kunst dem Salzwerk schädlich sei; er wolle es aber deshalb nicht anzeigen, damit die Herren desto eher den Salzbrunnen aufbrechen und ihn ausbauen müssten.
Als dann wurdt er Bawmeister sein, vnnd versehe sich er wolte auch zum Pfenner werdenn, das er ein gantze Pfanne, oder Je zum wenigstenn ein halbe Pfanne zum Bodenn dauonn bekommenn wolle,
Alsdann würde er Baumeister sein; auch rechne er damit, Pfenner zu werden, sodass er eine ganze Pfanne oder wenigstens eine halbe Pfanne am Siedehaus davon bekommen wolle.
Dieweil er Jorge nun bis daher fur vnnserm gnedigenn Herrnn eigner Person, Stadthalter, Rethenn, den Pfennern, vnns vnnd anndern, alwege gesagt, die kunst sey dem Saltzbronn nit schedtlich, aber nunmehr das wiederwertige, vnnd vnnser klage selbst bekanndt habenLäuft auf der nächsten Seite weiter
Weil er, Jörg, nun bisher vor unserem gnädigen Herrn in eigener Person, vor Statthalter, Räten, den Pfennern, uns und anderen stets gesagt hat, die Kunst sei dem Salzbrunnen nicht schädlich, nunmehr aber das Gegenteil — und damit unsere Klage — selbst eingestanden haben [soll] …
Unsichere Lesungen
- Creutzbergk — Ortsname unsicher; wohl Kreuzberg (an der Werra), auch ‚Crentzbergk' lesbar
S. 149
Bl. 73rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitesoll, Damit wir dann allenntheilenn zu gut die warheit erfahrenn, So ist vnnser freundtlich bitt, Ihr wöllet zu stundt ann berurtenn Meister vonn Crentzburgk2 zu euch fordernn,
… soll. Damit wir dann, allen Teilen zugute, die Wahrheit erfahren, ist unsere freundliche Bitte: Ihr wollet sogleich den besagten Meister vom Kreuzberg zu euch fordern
vnnd euch ann Ime eigentlich erkundenn, wie die rede gelaut habenn, vnnd ob es also ergangenn oder nit,
und euch bei ihm genau erkundigen, wie die Reden gelautet haben und ob es sich so zugetragen hat oder nicht.
dann wo dem also, habt ihr zuerachtenn, wie er Jörge seinenn gethanenn eydenn vnnd pflichtenn nachkommenn, vnd was im furtter zuvertrawenn ist,
Denn wenn dem so ist, habt ihr zu ermessen, wie er, Jörg, seinen geleisteten Eiden und Pflichten nachgekommen ist und was ihm künftig noch zu vertrauen ist.
Wir seindt auch glaublich bericht, das er die Meister1 wie die kunst vfs newe gehanngenn werdenn soll, nit aus seinem kopff oder kunst,
Wir sind auch glaubhaft berichtet worden, dass er das Muster, wie die Kunst (das Pumpwerk) aufs Neue aufgehängt werden soll, nicht aus seinem eigenen Kopf oder Können hat,
Sonndernn vom Zimmermann vonn Ziegennhain Meister Lenhartenn alhie zu Cassell, newlich gelernnt hat, wie wir euch wogl berichtenn wollenn,
sondern es neulich vom Zimmermann von Ziegenhain, Meister Lenhart, hier in Kassel gelernt hat, wie wir euch wohl berichten wollen.
Vnnd was ihr hierin vom obberurtem Meister vom Creutzburgk bericht werdet, das wollet vnns bey eigner botschafft vfs eylenndts alhier in schrifftenn verstenndigenn, vnns darnach Jegenn Ime Jorgenn zuhaltenn wissenn,
Und was ihr hierin von dem oben genannten Meister vom Kreuzberg berichtet bekommt, das wollet uns durch eigenen Boten aufs Eiligste hierher schriftlich mitteilen, damit wir uns danach gegenüber ihm, Jörg, zu verhalten wissen.
wollenn wir hinwieder freundtlich zuverdienennLäuft auf der nächsten Seite weiter
wir wollen es hinwiederum freundlich verdienen …
Unsichere Lesungen
- Meister — Wortlaut der Vorlage; dem Sinn nach ist wohl ‚Muster/Manier' (die Bauweise) gemeint, Lesung des Wortes unsicher
- Crentzburgk — Ortsname; auf derselben Seite auch ‚Creutzburgk' geschrieben, gemeint wohl Kreuzberg/Creuzburg
S. 150
Bl. 73vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitegeneigt sein, vnnd woltenn euch solchs nit verhaltenn,
… [dazu] geneigt sein; und wir wollten euch dies nicht vorenthalten.
Henrich Muldener vnd Jost Berber2 Beuelchhaber zun Soden,
Heinrich Muldener und Jost Berber, Befehlshaber zu Sooden.
Folgenntts habenn wir die Saltzgreuenn vom wegenn vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn mitt der Pfenner Saltzgreuenn, vnns vom erbawung des Saltzbronns allerley vnnd notturfftige3 vnnderredt, vnd Ir bedenncken auch schrifftlich gebettenn,
Folgends haben wir, die Salzgräfen von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn, uns mit den Salzgräfen der Pfenner über den Ausbau des Salzbrunnens allerlei und notdürftig unterredet und auch ihr Bedenken schriftlich erbeten.
Darauf vnns gemeine Pfenner Ir bedenncken vnndt Rathschlagk, wie der Saltzbronn zuernewernn sein solt, schrifftlich zugeschickt, also lautennde,
Darauf haben uns die gemeinen Pfenner ihr Bedenken und ihren Ratschlag, wie der Salzbrunnen zu erneuern sein sollte, schriftlich zugeschickt, folgendermaßen lautend:
Den Erbarnn vnnd fürnehmen Henrich Muldenern vnnd Jostenn Berbernn Saltzgreuenn des Saltzwergks, vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn, vor Allenndorff ann der Werra, vnnserm gutenn Gönnernn,
Den ehrbaren und vornehmen Heinrich Muldener und Jost Berber, Salzgräfen des Salzwerks unseres gnädigen Fürsten und Herrn vor Allendorf an der Werra, unseren guten Gönnern.
Unsichere Lesungen
- Pntatt — Stark abgekürztes Wort am Zeilenanfang; wohl ‚Presentatum' (Präsentationsvermerk), Lesung unsicher
- Berber — Nachname; auch ‚Verber/Ferber' lesbar, auf Blatt 72r derselbe Name
- notturfftige — Endung unsicher (notturfftigk/notturfftige)
S. 151
Bl. 74rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Diese der Pfenner schrifft, Ist durch vnns beide obgenantenn zu stundt an den Herrnn Stadthalter, Lanndtvogt, Doctor Walthernn3, vnnd Doctori Günterodenn Cantzlar anngezeigt vnnd furgelesenn wordenn,
Diese Schrift der Pfenner ist durch uns beide Obgenannte sogleich dem Herrn Statthalter, dem Landvogt, Doktor Walther und Doktor Günterode, dem Kanzler, angezeigt und vorgelesen worden,
vnd daruf nach gehaptem bedacht fur gut anngesehenn, vnnd den bescheidt gebenn, das der Lanndtvogtt vnnd wir beide nechst donnerstags den 19 Januarij gegen abenndt zu Allenndorff Jnnkommenn,
und darauf wurde nach gehaltener Beratung für gut befunden und der Bescheid gegeben, dass der Landvogt und wir beide am nächsten Donnerstag, dem 19. Januar, gegen Abend in Allendorf eintreffen
vnd volgents Freitags mit den Pfennernn hieruff fernner vnnd endtlich hanndelnn sollenn, Wie vnnd welcher gestaltt, dem furstehenndenn manngell des Saltzbronns nutzlich vnnd sonnder gefahr kömt1[?] vnnd möcht es beidenn theilenn2 darlegenn vnnd Kostenn, geholffenn werdenn,
und am folgenden Freitag mit den Pfennern hierüber weiter und abschließend verhandeln sollen, wie und auf welche Weise dem bevorstehenden Mangel des Salzbrunnens nützlich und ohne Gefahr begegnet und ihm mit beider Seiten Aufwand und Kosten geholfen werden könnte,
Das auch vfs furderlichst, was darzu am Thonn, Holtz, vnnd anndernn vonnötenn sein will, Jn vorrath vnnd bey die hanndt bestelt vnnd verschafft werde,
und dass auch aufs Förderlichste, was dazu an Ton, Holz und anderem vonnöten sein wird, auf Vorrat bestellt und zur Hand geschafft werde.
Vnd was darin beschlieslich gehanndelt, soll furter Stadthalternn vnnd Räthenn, des wissenns zuhabenn, fürbracht vnnd anngezeigt werdenn,
Und was darin abschließend verhandelt wird, soll sodann dem Statthalter und den Räten, damit sie davon Kenntnis haben, vorgebracht und angezeigt werden.
Unsichere Lesungen
- kömt — Wort mit langem Querstrich (Zierstrich oder Streichung?); Lesung und Konstruktion unsicher, evtl. 'fürkömt' (vorgebeugt werde)
- beidenn theilenn — Endungen am Zeilenumbruch nicht ganz eindeutig (beidem/beidenn, thei=/thä=)
- Walthernn — Endung -m/-nn nicht eindeutig
S. 152
Bl. 74vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Vnnsere willige diennste zuuor Erbare, Wohlachtparnn, gunstige Herrnn gutenn freunde,
Unsere willigen Dienste zuvor, ehrbare, wohlachtbare, günstige Herren und gute Freunde!
Nach dem ihr des Saltzbronns halbenn mit vnnserm Saltzgreuen hiebeuor allerley vnnderredung gehapt, vnnd fürnemlichenn anngezeigt, Wie derselbige ein zeitlanng mergklichenn abgenommenn,
Nachdem ihr wegen des Salzbrunnens mit unserem Salzgrafen zuvor allerlei Unterredung gehabt und vor allem angezeigt habt, wie derselbe seit einiger Zeit merklich abgenommen hat,
vnnd das sich die Meisterknechte zun Sodenn1 derwegenn beklagenn, die sohle sey nitt so gut, als sie zuuor gewesenn, vnnd so ganntz geringe, das sie ann Jr enndtlichs verderbenn lennger nitt siedenn köntenn noch mögenn,
und dass sich die Meisterknechte in Sooden deswegen beklagen, die Sole sei nicht so gut, wie sie zuvor gewesen, und so ganz gering, dass sie ohne ihr endgültiges Verderben nicht länger sieden könnten noch möchten,
Dann sie müstenn zu einem wercke oder Pfannenn Saltzes bey nahe souiel holtzes verbrennenn, als sie zuuor gethann habenn, vnnd wann sie gleich allenn vleis im siedenn anngewenndet, konnenn sie mit aller mühe, kaum drey virtell Saltzes ausbringenn,
denn sie müssten für ein Werk oder eine Pfanne Salz beinahe so viel Holz verbrennen, wie sie es zuvor getan haben, und wenn sie auch allen Fleiß auf das Sieden verwenden, können sie mit aller Mühe kaum drei Viertel Salz herausbringen.
Vnnd ob nun wohl die knechte hiebeuor zu mehrmahlenn, des siedenns halbenn ohne grundt geclagt, vnnd das Jhnenn derwegenn Jres anngebenns zu Jederzeit nicht wohl gleubenn2,
Und obwohl die Knechte schon früher mehrmals wegen des Siedens ohne Grund geklagt haben und ihren Angaben deswegen jederzeit nicht recht zu glauben ist,
Unsichere Lesungen
- zun Sodenn — Lesung des ersten Wortes (zun/dun) nicht ganz sicher; gemeint sind wohl die Soden (Siedestätten) bzw. Sooden
- gleubenn — Konstruktion am Zeilenumbruch unklar; wohl 'nicht wohl zu glauben'
- sie — letztes Wort der Seite klein und flüchtig, Lesung unsicher; Satz läuft auf die Folgeseite
S. 153
Bl. 75rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitenicht vnnbilliche vhrsachenn habenn mögenn,
nicht unbillige Ursachen haben mögen.
Dann es steige die Sohl im Bronnenn nicht so hoch als sie zuuor gethann, Zu dem befindenn sich im grunde des Bornns etliche löcher vnnter dem fasse, Zwischenn den Bolen vnnd dem getenne1,
Denn die Sole steige im Brunnen nicht so hoch, wie sie es zuvor getan hat; zudem befinden sich im Grund des Borns etliche Löcher unter dem Fass, zwischen den Bohlen und der Bodenverschalung,
das zubesorgenn, die sohle habe zwischenn dem fasse, vnnd dem grunde des Bornns einen ausflos, vnnd wiederumb das Wilde wasser einen einflus Jnn denn Bronn gewonnenn,
so dass zu besorgen ist, die Sole habe zwischen dem Fass und dem Grund des Borns einen Ausfluss und umgekehrt das wilde Wasser einen Einfluss in den Brunnen gewonnen.
Soltenn nun die knechte derwegenn vnnd aus billich2 vhrsachenn, manngels der Sohle halbenn, die Bothe stehenn lassenn, vnnd nicht saltz siedenn,
Sollten nun die Knechte deswegen und aus billigen Ursachen, wegen des Mangels der Sole, die Siedehäuser stillstehen lassen und kein Salz sieden,
Wurde es nicht alleine vnnserm gnedigenn furstenn vnnd hern zu Hessenn, Sonndernn auch gemeinenn Pfennernn vnnd der ganntzenn Lanndtschafft, mergklichen schadenn vnnd nachteil geberenn,
so würde das nicht allein unserem gnädigen Fürsten und Herrn zu Hessen, sondern auch der Gemeinschaft der Pfenner und der ganzen Landschaft merklichen Schaden und Nachteil bringen.
Vnnd wiewohl nun Meister Jörge Behm mangell auch der knechte klagenn, vnnd annder zukommender fare, des Bornns, zuuorkommenn, einenn anndernn Baw vber den Bronn vfzurichtenn, anngegebenn vnnd zugerichttet,
Und wiewohl nun Meister Jörge Behm, um dem Mangel, auch den Klagen der Knechte und weiterer künftiger Gefahr für den Born zuvorzukommen, angegeben und vorbereitet hat, einen anderen Bau über dem Brunnen aufzurichten,
So sey doch damit den gebrechenn, so albereit am tage, gar nichts beholffenn,
so sei doch damit den Gebrechen, die bereits zutage liegen, gar nicht abgeholfen.
Unsichere Lesungen
- getenne — Wort nicht sicher gelesen (getenne/getemme); gemeint wohl die hölzerne Bodenverschalung/Tenne des Brunnengrundes
- billich — Endung am Zeilenende durch Zierstrich verdeckt, evtl. 'billichenn'
S. 154
Bl. 75vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seiteetliche mehr gebeue, sonnderlich die wasser kunst fur dem Gewelbe, mehr zu seinem vortheil, dann zu furderung des Saltzwercks vfgerichtet, alles mitt grossem vnnd ganntz vergeblichem vnnkostenn, vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn vnnd gemeiner Pfenner,
etliche weitere Gebäude, sonderlich die Wasserkunst vor dem Gewölbe, mehr zu seinem Vorteil als zur Förderung des Salzwerks errichtet hat, alles mit großen und ganz vergeblichen Unkosten unseres gnädigen Fürsten und Herrn und der gemeinen Pfenner,
So wolle Jme in diesem falle, souiel den Saltzbronn belanngt, keins wegs zu volgen sein,
so wolle ihm in diesem Fall, soviel den Salzbrunnen betrifft, keineswegs zu folgen sein.
Sonndernn es wolle auch euch vnd gemeinen Pfennernn gebürenn, das ihr anngeregtenn manngell des, Saltzbronns vnnd klagenn der knechte mit vleis nachdenncketenn1,
Vielmehr wolle es auch euch und den gemeinen Pfennern gebühren, dass ihr dem angeführten Mangel des Salzbrunnens und den Klagen der Knechte mit Fleiß nachdenkt,
Vnnd wie der knechtte klagenn vorkommenn, vnnd der Saltzbronn wiederumb in gute besserung bracht, vnnd behaltenn werdenn mochte, zuberathschlagenn,
und beratschlagt, wie den Klagen der Knechte vorgebeugt und der Salzbrunnen wiederum in gute Besserung gebracht und darin erhalten werden möchte,
vnnd hieruff vom gemeltenn vnnserm Saltzgreuenn, Wie das beschehen möchte, Jr bedennckenn annzuhörenn begert,
und hierauf von unserem genannten Salzgrafen sein Bedenken anzuhören begehrt, wie das geschehen könnte,
Damit Jr solches vnnserm gnedigenn furstenn vnnd herrnn, dem furderlichstenn hinzuschreibenn hettet2,
damit ihr solches unserem gnädigen Fürsten und Herrn aufs Förderlichste schreiben könnt.
dann es wolle sich keins wegs gebürenn noch geziemen, das ihr anngeregte menngell vnnd gebrechenn desLäuft auf der nächsten Seite weiter
Denn es wolle sich keineswegs gebühren noch geziemen, dass ihr die angeführten Mängel und Gebrechen des
Unsichere Lesungen
- nachdenncketenn — Wortende undeutlich, evtl. 'nachdennckenn'
- hettet — Wort mit langem Querstrich (Zierstrich, keine Tilgung angenommen)