Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 153
Berkers Baubericht von 1550 · S. 153 · Bl. 75r · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Berkers Baubericht von 1550
S. 103–277 · Bl. 50r–137v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 153
Bl. 75rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seitenicht vnnbilliche vhrsachenn habenn mögenn,
nicht unbillige Ursachen haben mögen.
Dann es steige die Sohl im Bronnenn nicht so hoch als sie zuuor gethann, Zu dem befindenn sich im grunde des Bornns etliche löcher vnnter dem fasse, Zwischenn den Bolen vnnd dem getenne1,
Denn die Sole steige im Brunnen nicht so hoch, wie sie es zuvor getan hat; zudem befinden sich im Grund des Borns etliche Löcher unter dem Fass, zwischen den Bohlen und der Bodenverschalung,
das zubesorgenn, die sohle habe zwischenn dem fasse, vnnd dem grunde des Bornns einen ausflos, vnnd wiederumb das Wilde wasser einen einflus Jnn denn Bronn gewonnenn,
so dass zu besorgen ist, die Sole habe zwischen dem Fass und dem Grund des Borns einen Ausfluss und umgekehrt das wilde Wasser einen Einfluss in den Brunnen gewonnen.
Soltenn nun die knechte derwegenn vnnd aus billich2 vhrsachenn, manngels der Sohle halbenn, die Bothe stehenn lassenn, vnnd nicht saltz siedenn,
Sollten nun die Knechte deswegen und aus billigen Ursachen, wegen des Mangels der Sole, die Siedehäuser stillstehen lassen und kein Salz sieden,
Wurde es nicht alleine vnnserm gnedigenn furstenn vnnd hern zu Hessenn, Sonndernn auch gemeinenn Pfennernn vnnd der ganntzenn Lanndtschafft, mergklichen schadenn vnnd nachteil geberenn,
so würde das nicht allein unserem gnädigen Fürsten und Herrn zu Hessen, sondern auch der Gemeinschaft der Pfenner und der ganzen Landschaft merklichen Schaden und Nachteil bringen.
Vnnd wiewohl nun Meister Jörge Behm mangell auch der knechte klagenn, vnnd annder zukommender fare, des Bornns, zuuorkommenn, einenn anndernn Baw vber den Bronn vfzurichtenn, anngegebenn vnnd zugerichttet,
Und wiewohl nun Meister Jörge Behm, um dem Mangel, auch den Klagen der Knechte und weiterer künftiger Gefahr für den Born zuvorzukommen, angegeben und vorbereitet hat, einen anderen Bau über dem Brunnen aufzurichten,
So sey doch damit den gebrechenn, so albereit am tage, gar nichts beholffenn,
so sei doch damit den Gebrechen, die bereits zutage liegen, gar nicht abgeholfen.
Unsichere Lesungen
- getenne — Wort nicht sicher gelesen (getenne/getemme); gemeint wohl die hölzerne Bodenverschalung/Tenne des Brunnengrundes
- billich — Endung am Zeilenende durch Zierstrich verdeckt, evtl. 'billichenn'