Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 157
Berkers Baubericht von 1550 · S. 157 · Bl. 77r · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Berkers Baubericht von 1550
S. 103–277 · Bl. 50r–137v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 157
Bl. 77rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Vnnd wollenn demnach Euer gunstenn trewer meinunge nicht verhaltenn, das wir im annfannge, als vnnser gnediger furst vnnd herre Jnns1 Salzwergk nebenn vns gebawet, der sorglichenn geferlichenn gebewe vf den Salzbronn mit pompenn vnnd anndernn kunstenn vfzurichtenn, Jederzeit hertzlichs mißfallenns gehapt,
Und wir wollen demnach Euer Gunsten in treuer Meinung nicht verhehlen, dass wir von Anfang an, als unser gnädiger Fürst und Herr in das Salzwerk neben uns gebaut hat, an den besorglichen, gefährlichen Bauwerken, die mit Pumpen und anderen Künsten auf dem Salzbrunnen errichtet werden sollten, jederzeit herzliches Missfallen gehabt haben,
auch vnnsers höchstenn vleisses darvor gebettenn, vnnd gewerth, Wie ihr euch des bey euch selbst wohl zuerJnnernn wisset,
auch mit unserem höchsten Fleiß dagegen gebeten und uns gewehrt haben, wie ihr euch dessen bei euch selbst wohl zu erinnern wisst,
vnnd auch zum vnnderthenigstenn gebettenn, das der gebrauch des Sohlenn ziehenns mit den Eimernn, wie vonn alters herkommenn, bleiben möchte, auf das der Bronn durch anndere geferliche kunste vnnd gebewe, nicht vberlestiget, noch verderbt würde.
und auch untertänigst gebeten haben, dass der Brauch, die Sole mit den Eimern zu ziehen, wie von alters herkommen, bleiben möge, damit der Brunnen durch andere gefährliche Künste und Bauwerke nicht überlastet noch verdorben würde.
Hette mann nun annfennglich, vnnd der Zeit vnnserm getrewenn vorsorgenn, vnnd vnnderthenigenn flehlichenn bittenn stadt gebenn,
Hätte man nun anfänglich und seinerzeit unserer getreuen Vorsorge und unserem untertänigen, flehentlichen Bitten stattgegeben,
Wollenn wir zweiuels ohnn sein, Es solte der Bronn in solchen abbruch, wie er Jzo durch vervhrsachenn2[?] der geferlichenn gebew, so vf vnnd Jnn den Bronn gesezt, nimmer gerathenn oder kommenn sein,
so wollen wir ohne Zweifel sein, dass der Brunnen niemals in solchen Verfall geraten oder gekommen wäre, wie er es jetzt durch das Verursachen der gefährlichen Bauwerke ist, die auf und in den Brunnen gesetzt wurden.
Unsichere Lesungen
- Jnns — Lesung „Jnns“ (= ins) am Zeilenanfang nicht ganz sicher, könnte auch „dis“ sein
- vervhrsachenn — Wort schwer lesbar; dem Sinn nach „Verursachen“
- trewes — letztes Wort der Seite in blasserer Tinte