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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 275–284

Berkers Baubericht von 1550 · S. 275–284 · Bl. 136r–140v · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Berkers Baubericht von 1550

S. 103–277 · Bl. 50r–137v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 275

Bl. 136rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

keiner befahrt zubesorgenn, wie dann der zimmermann Itzo notturfftig bericht ist, Darnach soll die Decke geoffnet vnnd der Tham stuckweis, vnnd nit ganntz vf einmahl ausgefuhrt werdenn, wie solchs die gelegennheit gebenn wirdt, Des Raums halbenn vmb den Saltzbronn, ist Itzo noturfftige besichtigung geschehenn, vnnd soll also bey dem furgenommenn Raum bleibenn, bis zu weitter noturfft, als dann hat mann sich weitter derwegen zuvergleichenn, Vnnd ist hieruf vonn allem notwenndigenn vorrath geredt vnnd befundenn, das albereit im vorrath eichenn holtz, Eichenn dielenn, Krömblinge, Schupffenn, karren, Spadenn, Strennge, Seyle vnnd Thon gefurt, vnnd vor augenn ist, vnnd soll noch Itzo zum furderlichstenn mehr Thon gegrabenn vnnd gefurt werden, Desgleichenn ein gute notturfft arm Mose1[?] zun vorrath als balde holenn zulassenn, vnnd sollenn etlich Leinenn Beuttell, klein vnnd groß Itzo auch darzu gemacht werdenn,

ist keine Gefahr zu befürchten, wie denn der Zimmermann jetzt hinreichend unterrichtet ist. Danach soll die Decke geöffnet und der Damm stückweise und nicht ganz auf einmal ausgefahren werden, wie es die Umstände ergeben. Wegen des Raums um den Salzbrunnen ist jetzt die nötige Besichtigung erfolgt, und es soll bei dem vorgesehenen Raum bleiben bis zu weiterem Bedarf; alsdann hat man sich deswegen weiter zu vergleichen.

Und hierauf ist über allen notwendigen Vorrat gesprochen und befunden worden, dass bereits an Vorrat Eichenholz, Eichendielen, Krümmlinge, Schupfen, Karren, Spaten, Stränge, Seile und Ton herbeigefahren und vorhanden ist; und es soll jetzt aufs förderlichste noch mehr Ton gegraben und gefahren werden. Desgleichen soll eine gute Notdurft Moos sogleich auf Vorrat holen lassen, und es sollen jetzt auch etliche leinene Beutel, klein und groß, dazu gefertigt werden.

Unsichere Lesungen

  1. arm Mose — Lesung unsicher (Z. 17)

S. 276

Bl. 136vBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

Der forsthaffer1[?] zu Roßbach muß herauff verschafft, dann zu Eschwege vnnd Wannfriedt kein Haffer mehr sein will, wie die amptknechte berichtenn, darumb mann sich erkundenn, Haw vnnd stro muß auch anhero verordent sein, darumb vonnötenn, das die Vchsenn zu Eschwege abgeschafft werdenn, kann mann daselbst haw vnd stro enndtrathenn, muß dem kuchenmeister anngezeigtt werdenn, Es soll auch aller vnnkost, beide das Bawgeldt, zerung vnnd annders, alles was sich in diesem Baw auszugebenn notturfftig zutregt, klar vnnd eigentlich vonn Ih[?] zu Ihu[?] verzeichnet, vnnd alwege wochenntlich den Sambstage Jeder wochenn, vor vns verordenntenn etlichenn, vonn wegenn vnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn, damit in dem rechtschaffene vfrichtige vnnd gleiche ordenung gehaltenn, die verrechennt, vnnd Jede wochenn Rechnung vonn vns etlichenn anngehört, vnnd als balde dieselben wochenrechnung vnnterschriebenn werdenn, Das

Der Forsthafer zu Roßbach muss heraufgeschafft werden, denn zu Eschwege und Wanfried will kein Hafer mehr vorhanden sein, wie die Amtsknechte berichten; darum soll man sich erkundigen. Heu und Stroh müssen ebenfalls hierher verordnet werden; deshalb ist es nötig, dass die Ochsen zu Eschwege abgeschafft werden. Kann man dort Heu und Stroh entbehren, muss es dem Küchenmeister angezeigt werden.

Es sollen auch alle Unkosten — sowohl das Baugeld als auch Zehrung und anderes, alles, was in diesem Bau auszugeben nötig wird — klar und genau von Mal zu Mal verzeichnet und stets wöchentlich am Samstag jeder Woche vor uns, etlichen Verordneten, von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn verrechnet werden, damit darin eine rechtschaffene, aufrichtige und gleichmäßige Ordnung gehalten wird; und jede Woche soll die Rechnung von uns etlichen angehört und dieselbe Wochenrechnung sogleich unterschrieben werden. Das

Unsichere Lesungen

  1. forsthaffer — Lesung unsicher (Z. 1)
  2. Ih zu Ihu — Abkürzungen unklar (Z. 13) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)

S. 277

Bl. 137rBd. 25. Buch · Berkers Baubericht von 1550Faksimile (ORKA)
1

habenn wir hieruntenn benenntenn zu Vrkunde vns hieruntenn namhafftigk gezeichnet, Geschehenn zu Allenndorff ann der Werra, den 12 Aprilis Ao 50.

haben wir hierunten Genannten zur Urkunde hierunter namentlich gezeichnet. Geschehen zu Allendorf an der Werra, den 12. April Anno 50.

2

Hermann vonn Hundelshausenn Johann Nordeck. Valtin Schuldt1[?]. sst2[?]. Johann Niedenstein sst[?].

Hermann von Hundelshausen. Johann Nordeck. Valtin Schuldt, selbst. Johann Niedenstein, selbst.

3

Justus Pistoris Memorial in erbawung vnnd besserung des Saltzbronns zun Sodenn Anno 50. verzeichnet.

Justus Pistoris' Denkschrift über die Erbauung und Besserung des Salzbrunnens zu Sooden, verzeichnet im Jahr 50.

4

Anno 50. Dinstags nach Jubilate den 29 Aprilis habenn vonn gedachts vnnsers gnedigenn furstenn vnd herrnn zu Hessenn etc wir ffgl.

Anno 50, Dienstag nach Jubilate, den 29. April, haben von wegen unseres genannten gnädigen Fürsten und Herrn zu Hessen usw. wir, die fürstlichen

5

Saltzgreuenn, Renndtmeister vnnd Saltzwardt zun Sodenn, Jost Becker von Hombergk, Johann Bartholmes vnnd Christoffer Homberg, vnnd vonn Gemeiner Pfenner wegenn, die Saltzgreuenn vnnd Burgermeister, Johann Niedennstein, Johann Schaffnit vnnd Thias Thorey, vermöge vnnd Innhalt der wegenn vfgerichts abschiedts, heut vor mittage, die vier reiffe vonn Krömblingen

Salzgrafen, der Rentmeister und der Salzwart zu Sooden, Jost Becker von Homberg, Johann Bartholomäus und Christoffer Homberg, und von wegen der gemeinen Pfänner die Salzgrafen und Bürgermeister Johann Niedenstein, Johann Schaffnit und Thias Thorey, gemäß dem darüber aufgerichteten Abschied heute vormittag die vier Reifen aus Krümmling

Unsichere Lesungen

  1. Schuldt — oder Thuldt (Z. 6)
  2. sst — Unterschriftskürzel, zweimal (Z. 6)

Das Bautagebuch 1550/51

S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 278

Bl. 137vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

wohlgemacht, Innwenndige Inn den Saltzbronn zun Sodenn, durch meister Hannsenn Wetzelnn zimmermann, vfs aller scherffste gnaw vnnd wohl anngerissenn, Innsennckenn vnnd anntreibenn, vnnd vernegelnn lassenn, wie mann Itzo im augennschein zusehe hat.

wohlgefertigt, innen in den Salzbrunnen zu Sooden durch Meister Hans Wetzel, Zimmermann, aufs schärfste genau und gut angerissen, einsenken, antreiben und vernageln lassen, wie man es jetzt in Augenschein nehmen kann.

2

Darnach ist die decke des Lams am Saltzbronn abgethann vnnd geoffnet, vnnd vonn der abezucht am gewelbe der drittentheil des Saltzbrons, da der Berck wieder ligt, nach der Stadt zu, da Itzo kein vmbgang ist, anngefanngenn auszufuhrenn, vnnd hat sich im ausfuhrenn des Lams vmb den Saltzbronn fundenn, wie volgt, Dinstags vnnd Mitwochenn am Lam ausgefurt, vnd allerley Holtzwerck, Erdenn, steine vnnd dreck im Lam mit Ingefult fundenn, Heintz vonn Luttern geschriebenn, das der Schultheis vonn Ziegennhain, nechst dinstags gewißlich hie sey, das er auch Scheltparchenn, vf mein ann Ihnen Scheltparchenn gethann schrifft beuehge1[?] vfs furderlichste herzukommenn, vnnd mit annrathenn zuhelffen

Danach ist die Decke des Lehms am Salzbrunnen abgetan und geöffnet worden, und man hat von der Abzucht am Gewölbe her begonnen, das Drittel des Salzbrunnens, wo der Berg dagegen liegt, zur Stadt hin, wo jetzt kein Umgang ist, auszufahren. Und beim Ausfahren des Lehms um den Salzbrunnen hat sich folgendes gefunden: Dienstag und Mittwoch am Lehm ausgefahren, und allerlei Holzwerk, Erde, Steine und Dreck im Lehm mit eingefüllt gefunden. An Heintz von Luttern geschrieben, dass der Schultheiß von Ziegenhain nächsten Dienstag gewiss hier sei, und dass auch Scheltparch auf mein an ihn ergangenes Schreiben hin aufs förderlichste herzukommen und mit Rat zu helfen habe,

Unsichere Lesungen

  1. beuehge — Lesung unsicher (Z. 19)

S. 279

Bl. 138rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

das der Thon rechschaffenn vnnd wohl gearbeit, vnnd zugericht werde, Das Nordeck die Gröper vonn Cassell morgenn mit her bringe, erinnerung gethann, Dem Renndtmeister zu Hombergk geschriebenn, das er die wochenn Cantate den Steinmetzenn Meister Hannsenn vonn Franckfurt hier bescheide, Michell Horchbergk1[?] soll den Steinbrechernn Hansen selb dritte zustundt her bescheidenn, Wo er nitt her wolte, Soll der Steinbrecher vonn Wolffsannger herkommenn.

damit der Ton rechtschaffen und gut bearbeitet und zugerichtet werde. Nordeck erinnert, dass er die Gröper von Kassel morgen mitbringe. Dem Rentmeister zu Homberg geschrieben, dass er in der Woche Cantate den Steinmetzen Meister Hans von Frankfurt hierher bescheide. Michel Horchberg soll den Steinbrecher Hans selbdritt sogleich herbescheiden; wollte er nicht herkommen, so soll der Steinbrecher von Wolfsanger herkommen.

2

Dieweil die arbeiter vnnd taglohner Inn Sodenn, den zeiger oder Vhr in der Stadt nit wohl hörenn können, damit sie dann Ire volle stunde arbeitenn, Soll der Opfermann Inn Sodenn, die zeit dieser Baw wert, eins Jedenn tags Morgenns zu vier vhrenn, zu mittage zu Elff vhrenn, darnach zu einer vhrenn, vnnd abendt zu Sechs vhren, einenn gutenn Puls leutenn, das die arbeiter wieder ann vnd abzugehenn wissenn, Donnerstags nach Jubilate den Erstenn Maij zu morgen

Weil die Arbeiter und Tagelöhner in Sooden den Zeiger oder die Uhr in der Stadt nicht gut hören können, damit sie aber ihre vollen Stunden arbeiten, soll der Opfermann in Sooden, solange dieser Bau währt, jeden Tag morgens um vier Uhr, mittags um elf Uhr, danach um ein Uhr und abends um sechs Uhr einen guten Puls läuten, damit die Arbeiter wissen, wann sie an- und abzugehen haben. Donnerstag nach Jubilate, den ersten Mai, am Morgen

Unsichere Lesungen

  1. Horchbergk — Name, Lesung unsicher (Z. 8)

S. 280

Bl. 138vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

ist Valtin Schülde Vogt zu Wanfriedenn1[?] alhie annkommenn, vnnd mit zugesehenn, hat mann verordennt, das der zimmermann Meister Hanns Wezell2 das alte gebew vom holtzwergk hinder dem Tam, so etwas Bawfelligk gestalt, vnnd mitt stendelnn ann dem Oberstenn Reiffe am Saltzbron, Jegenn das alte gebeuwe gefast, vnnd ist der Tam darnach weitter vnnter sich ausgefurt, Dem Vogte zu Friedewaldt geschriebenn, zwene Wagenn mit haffernn hier zuschickenn, sollenn wieder vmb mit Saltz dahin zufuhrenn, alhie geladen werdenn, Renndtmeister zu Schmalkaldenn soll die Flösdielen3 vnnd bestelte negell vfs furderlichst herschickenn, vnnd darnebenn schrifftlich anzeigenn, wie die Mergenngroschenn beij Ihnenn genommen vnnd gegebenn werdenn, Milcher Straus der Hamerschmidt zum Schwein4[?], soll vmb den Mitwochenn nach Cantate hie sein, des Pfann eijsenns halbenn, wo er manngell am gedinge hette,

ist Valtin Schülde, Vogt zu Wanfried, hier eingetroffen und hat mit zugesehen. Man hat angeordnet, dass der Zimmermann Meister Hans Wetzel das alte Holzgebäude hinter dem Damm, das etwas baufällig war, mit Ständern am obersten Reifen des Salzbrunnens gegen das alte Gebäude verstrebt. Und danach ist der Damm weiter nach unten ausgefahren worden.

Dem Vogt zu Friedewald geschrieben, zwei Wagen mit Hafer hierherzuschicken; sie sollen, um wieder mit Salz dorthin zu fahren, hier beladen werden. Der Rentmeister zu Schmalkalden soll die Flößdielen und die bestellten Nägel aufs förderlichste herschicken und daneben schriftlich anzeigen, wie die Mariengroschen bei ihnen genommen und gegeben werden. Melchior Straus, der Hammerschmied zum Schwein, soll um den Mittwoch nach Cantate hier sein wegen des Pfanneneisens, falls er am Verding etwas auszusetzen hätte.

Unsichere Lesungen

  1. Wanfriedenn — Ortsname, Lesung unsicher (Z. 1)
  2. Wezell — Name (Z. 4)
  3. Flösdielen — Flös/Flöt unsicher (Z. 13)
  4. Schwein — Ortsname, Endung unsicher (Z. 18)

S. 281

Bl. 139rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Jegenn abenndt seindt Hermann vonn Hundelshausenn Amptmann zu Reichennbach, vnnd Johann Nordeck, als verordennte des Baws alhie annkommenn, Freijtags nach Jubilate den 2n1[?] Maij am Tamme ausgefurt, vnnd die schar2 zum raum weitter furgenommenn, das die Last vom Tamme komme, Sambstags weitter vnnter sich vnnd vmbher gegraben, den Saltzbronn vnnd das alte gebeuwe mit strebenn gefast vnnd verschlagenn, vnnd das tag wasser Inn die abzucht bracht vnnd gewiesenn, Vnnd seindt diese wochenn gesottenn, Ann Saltz, 126 Pfann, Die vierdte abzucht hat mann heute außerhalb dem altenn gebeuwe, vermuge der Pfenner Bawbuch, zugetennet fundenn, vnnd wieder aufgeraumbt, wirdt mann im grunde findenn, ob die einenn abgang haben könne Vonn wegenn vnsers gnedigenn furstenn vnnd herrn seindt die fuhrleute in der Stadt Allendorff anngesprochenn, Morgenn ein Jeder wie er gespannt ist

Gegen Abend sind Hermann von Hundelshausen, Amtmann zu Reichenbach, und Johann Nordeck als Verordnete des Baus hier eingetroffen.

Freitag nach Jubilate, den 2. Mai, am Damm ausgefahren und die Böschung zum Raum hin weiter vorgenommen, damit die Last vom Damm komme. Samstag weiter nach unten und ringsherum gegraben, den Salzbrunnen und das alte Gebäude mit Streben gefasst und verschlagen und das Tagwasser in die Abzucht geleitet und gewiesen.

Und es sind diese Woche gesotten worden an Salz 126 Pfannen.

Die vierte Abzucht hat man heute außerhalb des alten Gebäudes, wie das Bauhbuch der Pfänner es angibt, zugedämmt gefunden und wieder aufgeräumt; man wird im Grund sehen, ob sie einen Abgang haben kann.

Von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn sind die Fuhrleute in der Stadt Allendorf angesprochen worden, morgen ein jeder, wie er angespannt ist,

Unsichere Lesungen

  1. 2n — Zeichen nach der 2 unklar (Z. 4)
  2. schar — Wort unsicher (Z. 5)

S. 282

Bl. 139vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

vom Eichennberge1[?] Thon zufuhrenn, Vnd will Itzo Jeder dreij fuder fuhrenn, vnnd darnach weitter willig sein, Sonntags Cantate den 4.

vom Eichenberg Ton zu fahren. Und jetzt will jeder drei Fuder fahren und danach weiter willig sein.

2

Maij in den dreijen Pfarkirchenn in der Stadt vnnd Inn Sodenn durch die Predicantenn das Volck erInnernn vnnd ermahnen lassenn, Gott den almechtigenn Innigklichenn zubittenn, dieweil der anngefanngenn Baw am Saltzwergk, Innsonderheit am Saltzbronn, vnserm gnedigenn furstenn vnnd herrnn, den Pfennernn, vnd der ganntzenn Lanndtschafft des Furstennthumbs hessen, vnnd der darann stossenndenn grenntzenn, vnnd auch allenn sich darann nehrenn müssenn, zu gutenn kömpt, das Gott der almechtige zu solchem Baw gnade, besterung vnnd wolfart, auch gnediges gut gewitter verleyhenn wolle, Damit solcher Baw gemeinem nutz zum bestenn könnt volnzogenn, vnnd dermassenn stadtlich gefast vnnd gemacht werdenn, das es künfftiglich hochgedachtenn vnserm gnedigenn fürsten vnnd herrnn, dem Furstennthumb hessenn, Se

Sonntag Cantate, den 4. Mai, in den drei Pfarrkirchen in der Stadt und in Sooden durch die Prediger das Volk erinnern und ermahnen lassen, Gott den Allmächtigen inständig zu bitten — weil der angefangene Bau am Salzwerk, insbesondere am Salzbrunnen, unserem gnädigen Fürsten und Herrn, den Pfännern und der ganzen Landschaft des Fürstentums Hessen und der angrenzenden Gebiete und auch allen, die sich davon nähren müssen, zugute kommt —, dass Gott der Allmächtige zu diesem Bau Gnade, Gedeihen und Wohlfahrt und auch gnädig gutes Wetter verleihen wolle, damit dieser Bau zum Besten des gemeinen Nutzens vollendet und so stattlich gefasst und gemacht werde, dass es künftig unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn, dem Fürstentum Hessen, der ge-

Unsichere Lesungen

  1. Eichennberge — Ortsname, Anfang unklar (Z. 1)

S. 283

Bl. 140rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

meiner Lanndtschafft, den Pfennernn vnnd allermandernn, so sich am Saltzwergk nehrenn, zu gut kommen könne, Monntags nach Cantate den 5n1[?] Maij vnnter sich am Tamme ausgefuhret, Dinstags vnnd Mitwochenn bis vf den 4.

meinen Landschaft, den Pfännern und allen anderen, die sich am Salzwerk nähren, zugute kommen könne.

Montag nach Cantate, den 5. Mai, unten am Damm ausgefahren. Dienstag und Mittwoch bis auf den 4.

2

Reiff den Tam ausgenommenn, Ist die Wenn2[?], so aus dem Bornn Inn die abzucht gelegt ledig gemachtt, vnnd geoffnet wordenn, da hat mann fundenn Inn der mitte des Tams starcke eichenn Bretter gestrebt stehenn, Inn dem grunde gescherpfft, vnnd geschlagenn, die sein heraus gelanngt, darnach ein gevierdts vonn starckenn Balckenn hinder denselben, vnnd zwischenn dem fasse des Bronns wieder ein gevierdts vonn Bretternn, vnnd ist als dartzwischll3 vertembt gewesenn, vnnd vf den mittelstenn Brettern hat der zaun gestanndenn, Ist aber verfault gewesenn, Donnerstags den 8 Maij Ist beij der abzucht am Gewelbe Inngesenncket, da hat das wilde wasser starck durch die eusserste fassung getrungenn, das mann solchs wiederumb vertemmenn müssenn, da ist mann vnnter das

Reifen den Damm ausgenommen. Die Wanne, die aus dem Born in die Abzucht gelegt ist, ist frei gemacht und geöffnet worden. Da hat man in der Mitte des Damms starke eichene Bretter verstrebt stehen gefunden, im Grund angespitzt und eingeschlagen; die sind herausgeholt worden. Dahinter ein Geviert aus starken Balken, und zwischen diesem und dem Fass des Brunnens wieder ein Geviert aus Brettern, und dazwischen war alles verdämmt; und auf den mittleren Brettern hat der Zaun gestanden, war aber verfault.

Donnerstag, den 8. Mai, ist bei der Abzucht am Gewölbe eingesenkt worden. Da hat das wilde Wasser stark durch die äußerste Fassung gedrungen, so dass man es wieder verdämmen musste. Da ist man unter das

Unsichere Lesungen

  1. 5n — Zeichen nach der 5 unklar (Z. 4)
  2. Wenn — Wort unsicher (Z. 7)
  3. dartzwischll — Wortende unklar (Z. 15)

S. 284

Bl. 140vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

getemme vf ein gries kommenn, hat der zimmermann eine Sompenn gesatzt, vnnd damit allenn zufloß durch eine Renne Inns gewelbe annderthalbenn schue dieffer dann die Renn aus dem Bornn gröst vnnd gehaltenn, Im Bornn ist die Sohl aber gleich hoch gestiegenn, Freijtags den 9.

Gedämme auf einen Gries gekommen; da hat der Zimmermann eine Sumpfrinne gesetzt und damit allen Zufluss durch eine Renne ins Gewölbe geleitet, anderthalb Schuh tiefer als die Renne aus dem Born, und so gehalten. Im Born ist die Sole aber gleich hoch gestiegen. Freitag, den 9.

2

Maij hat mann Jegenn dem Oberstenn vnnd vierdtenn Reiff strebenn gesetzt, vnnd der Tam in der mitte zwischenn der altenn fassung vnd dem Saltzbronn, bis vnnter das getemme vff den gries auswerffenn lassenn, Vnnd hat Hochappell diese wochenn selb zehenndt den Thon gemacht vnnd zubereit, desgleichenn ist der Raum im Steinbruch ober der Stadt geraumbt vnd zugericht, vnnd sollenn etlich hundert fuder steine in vorrath gebrochenn werdenn, So hat mann auch anngefanngenn den Sohlgrabenn reynenn zulassenn, Das gehöltze so geflöst ist, soll Ludwig stein1 ausbringen helffenn, oder sie darumb gepfenndt werdenn,

Mai, hat man gegen den obersten und den vierten Reifen Streben gesetzt und den Damm in der Mitte zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen bis unter das Gedämme auf den Gries auswerfen lassen. Und Horchappel hat diese Woche selbzehnt den Ton gemacht und zubereitet. Desgleichen ist der Raum im Steinbruch oberhalb der Stadt geräumt und hergerichtet, und es sollen etliche hundert Fuder Steine auf Vorrat gebrochen werden. So hat man auch angefangen, den Solgraben reinigen zu lassen. Das Gehölz, das geflößt ist, soll Ludwigstein ausbringen helfen, oder sie sollen deshalb gepfändet werden,

Unsichere Lesungen

  1. Ludwig stein — Name, Trennung unsicher (Z. 19)

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