Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 287–296
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 287–296 · Bl. 142r–146v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 287
Bl. 142rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vnnd Jegenn die alte fassung gefertigt, Das ampt Wannfriedt, hat heut das zweite mahl thon vom Grebenndorff brachtt.
und gegen die alte Fassung fertiggestellt. Das Amt Wanfried hat heute zum zweiten Mal Ton von Grebendorf gebracht.
Dinstags den 13. Maij Ist der Saltzbronn zum zweitenn mahl ganntz vnnd gar ausgezogenn vnnd geöst, Inn beijsein vonn wegenn vnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn, Valtin Schülde, mein Jost Berckernn1[?], Renndtmeister, Saltzwardt vnnd Hanns Scheltpach, vnnd vonn der Pfenner wegenn, Johann Niedennstein, Thias Thorey, vnnd sonnst viel gemeiner Pfenner, vnnd hat mann klar vnnd eigenntlich fundenn vnnd gesehenn, das die quell wiltwassers, darvonn in der Pfenner Buch anntzeigung vnnd meldung geschicht, so beij der drittenn abzucht, in vorzeitenn gewesenn, vnnd in dem vmbgannge nach dem gewelbe sich gezogenn, sieder der zeit vnnter sich gefallenn, vnnd leufft nun gleich vber derselbenn drittenn abezucht starck Inn den Saltzbronn vnnder dem fasse her, vnnd vermischt sich aber also baldt mit der Sohl, aber die anndernn adern im Saltzbronn, so vonn vnntenn herauff durch den gries
Dienstag, den 13. Mai, ist der Salzbrunnen zum zweiten Mal ganz und gar ausgezogen und leergeschöpft worden, in Beisein — von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn — Valtin Schüldes, meiner, Jost Beckers, des Rentmeisters, des Salzwarts und Hans Scheltpachs, und von wegen der Pfänner Johann Niedensteins, Thias Thoreys und sonst vieler gemeiner Pfänner. Und man hat klar und deutlich gefunden und gesehen, dass die Quelle wilden Wassers, von der im Buch der Pfänner Anzeige und Meldung geschieht und die vorzeiten bei der dritten Abzucht war und sich im Umgang zum Gewölbe hin zog, seither nach unten gesunken ist und nun gerade über derselben dritten Abzucht stark in den Salzbrunnen unter dem Fass hereinläuft und sich sogleich mit der Sole vermischt. Die anderen Adern im Salzbrunnen aber, die von unten herauf durch den Gries
Unsichere Lesungen
- Berckernn — Name, Lesung unsicher (Z. 7)
S. 288
Bl. 142vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vnnd kießling kommenn, die seindt ann Irer substantz der sohlenn stercker vnnd besser, Vnnd will demselbigenn mit zeitigem Rath nu wohl stadt zuvorkommenn sein, Vnnd ist der Saltzbronn gesaubert vnnd alle Inngefallenn holtz vnnd annders ausgezogenn, Heut Jegenn abenndt seindt die herrnn Stadthalter Rudolff Schennck, Hermann vonn Hundelshausenn, Johann Nordeck, der Schultheis vonn ziegennhain, Meister Mertin der Buchssenngießer alhie annkommenn, Mitwochenn den 14 Maij Ist der Saltzbronn in aller herrnn beijsein abermahls ausgezogenn, vnnd geöset, vnnd habenn die werckmeister, als der Schultheis zu ziegennhain, M.
und Kiesel kommen, die sind an ihrer Substanz der Sole stärker und besser. Und dem wird sich mit rechtzeitigem Rat nun wohl beizeiten vorbeugen lassen. Und der Salzbrunnen ist gesäubert und alles hineingefallene Holz und anderes herausgezogen worden.
Heute gegen Abend sind die Herren Statthalter Rudolf Schenck, Hermann von Hundelshausen, Johann Nordeck, der Schultheiß von Ziegenhain und Meister Merten, der Büchsengießer, hier eingetroffen.
Mittwoch, den 14. Mai, ist der Salzbrunnen in Beisein aller Herren abermals ausgezogen und leergeschöpft worden, und die Werkmeister — nämlich der Schultheiß zu Ziegenhain, Meister
Mertin Bette1[?], Scheltpach der zimmermann vonn der Lichtenaw, Jacob vnnd Gall Richtter, vnnd der zimmermann Hanns Weyell2 den schadenn vnnd Innfluß Im Saltzbronn eigentlich besichtiget, darnach hatt mann Rath gehaltenn, vnnd vff den vorgefallenn streit, Ob mann einenn rechtenn gutenn grundt suchenn, oder ob mann vf dem
Merten Bette, Scheltpach, der Zimmermann von der Lichtenau, Jakob und Gall Richter und der Zimmermann Hans Wetzel — haben den Schaden und Zufluss im Salzbrunnen genau besichtigt. Danach hat man Rat gehalten und über den entstandenen Streit, ob man einen rechten guten Grund suchen oder ob man auf dem
Unsichere Lesungen
- Bette — Name, tt/th unsicher (Z. 14)
- Weyell — Name, vgl. S. 280 (Z. 16)
S. 289
Bl. 143rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Gries, wie die altenn gethann bleibenn soll, aus allerleij bedennckenn geschlossenn, das mann mit dem Itzigenn Baw nit tieffer dann die altenn senncken vnnd ausfuerenn, sonndernn vf dem kies oder gries bleibenn, vnnd sollenn dem schadenn vnnd Innfluß auswenndigk dem Saltzbronn im Tham nachsuchenn vnd vleisthun1[?], das mann denselbenn Innfluß Innsonnderheit fassenn könne, dann das alte der Pfenner Buch sagt eigenntlich, das des orts vor Sechtzigk Jarenn ein Saltzader, vnnd darnebenn ein quelle wiltwassers eins arms dick gewesenn sein, die habenn sich durch Flotz2[?] schlagenn im vmbgannge gemindert, die sein ohnn zweiuel vnnter sich gefallenn, vnnd fliessenn nun mit einannder zugleich in Saltzbronn, Der zimmermann Hanns Wetzell soll annfahenn, vnnd die neue fassung vf acht eckenn zurichtenn, soll mittenn in den Tham sechs schue weit vom Saltzbron gesetzt werdenn, das mann dazwischenn mit Thonn wohl vertemmenn könne, vnnd sollenn die Bretter vf einannder wohl gefugt, Inngeschlossenn, vnnd mit dielenge gesetzt werdenn,
Gries bleiben soll, wie es die Alten getan haben, nach allerlei Erwägung beschlossen, dass man mit dem jetzigen Bau nicht tiefer als die Alten senken und ausfahren, sondern auf dem Kies oder Gries bleiben soll. Und man soll dem Schaden und Zufluss außerhalb des Salzbrunnens im Damm nachgehen und sich bemühen, dass man diesen Zufluss gesondert fassen könne. Denn das alte Buch der Pfänner sagt ausdrücklich, dass an dieser Stelle vor sechzig Jahren eine Salzader und daneben eine Quelle wilden Wassers von der Dicke eines Arms gewesen sind; die haben sich durch das Flözschlagen im Umgang vermindert und sind ohne Zweifel nach unten gesunken und fließen nun miteinander zugleich in den Salzbrunnen.
Der Zimmermann Hans Wetzel soll anfangen und die neue Fassung achteckig herrichten; sie soll mitten in den Damm sechs Schuh weit vom Salzbrunnen gesetzt werden, damit man dazwischen mit Ton gut verdämmen könne. Und die Bretter sollen gut aufeinander gefügt, eingeschlossen und mit Dielen gesetzt werden.
Unsichere Lesungen
- vleisthun — Wort unsicher (Z. 7)
- Flotz — Wort unsicher (Z. 12)
S. 290
Bl. 143vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Donnerstags Ascensionis Domini den 15. Maij Ist der herr Stadthalter wieder nach Cassell gerittenn, vnnd beuohlenn, was sich am Baw, Innsonnderheitt in fassung des zuflus beij der adernn zutragenn wirdet, Ihnenn furderlich zuuerstenndigenn, So hatt mann heut des fests, vnnd auch des Regenns vnnd nassenn wetters halbenn gefeijret, Freitags den 16.
Donnerstag Ascensionis Domini, den 15. Mai, ist der Herr Statthalter wieder nach Kassel geritten und hat befohlen, ihm förderlich Bericht zu geben, was sich am Bau, insbesondere beim Fassen des Zuflusses bei der Ader, zutragen wird. So hat man heute des Festes und auch des Regens und nassen Wetters wegen gefeiert. Freitag, den 16.
Maij hat mann vnnter sich gesennckt, nach dem Innfluß der zweijer adernn, vber vnnd an dem drittenn Lichtloche, Sambstags den 17.
Mai, hat man nach unten gesenkt, dem Zufluss der zwei Adern nach, über und an dem dritten Lichtloch. Samstag, den 17.,
dergleichenn, vnnd hat mann auswenndigk am fasse des Saltzbronns, vber dem Innfluß beij dem drittenn Reiffe, ein tieff gros loch fundenn, hat influß daselbst mit der zeit den Tam vnnd die erdenn in den Saltzbronn gefurt, vnnd seindt die strebenn daselbst vollennt herumb gefurt.
desgleichen. Und man hat außen am Fass des Salzbrunnens über dem Zufluss beim dritten Reifen ein tiefes großes Loch gefunden; der Zufluss hat dort mit der Zeit den Damm und das Erdreich in den Salzbrunnen geführt. Und die Streben sind dort vollends herumgeführt worden.
Ann dieser wochenn gesottenn 119 werck. Sonntags Exaudi den 18 Maij gefeijret, Monntags den 19.
In dieser Woche gesotten: 119 Werk. Sonntag Exaudi, den 18. Mai, gefeiert. Montag, den 19.,
S. 291
Bl. 144rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Dinstags den 20. den Tam weitter vnnd nach dem grunde ausgefuhrt, so macht der zimmermann an der newen fassung, Mitwochenn den 21.
Dienstag, den 20., den Damm weiter und zum Grund hin ausgefahren; so arbeitet der Zimmermann an der neuen Fassung. Mittwoch, den 21.
Maij vber vnnd vf dem Innflus vf den gries kommenn, Donnerstags, Freitags vnnd Sambstags den Malknechtenn den Tam vollennt vmb das fas hero heraus zubringenn, zum feijrabenndt1[?] gebenn, die tags seindt Hermann vonn Hundelshausenn Valtin Schüldt, vnnd Ich Jobst alhier gewesenn, Diese wochenn seindt gesottenn 147 werck.
Mai, über und auf dem Zufluss auf den Gries gekommen. Donnerstag, Freitag und Samstag den Mahlknechten aufgegeben, den Damm vollends um das Fass herum bis zum Feierabend herauszubringen. An diesen Tagen sind Hermann von Hundelshausen, Valtin Schülde und ich, Jobst, hier gewesen. Diese Woche sind gesotten worden 147 Werk.
vber den abzucht am gewelbe in der mitte nach der zweitenn abzucht, hat mann ann der eussersten fassung im Tam, da die nedern ader sein soll, ein fassung eins stich weits vonn Betternn gemacht fundenn, Was das bedeut wirdt mann im grunde findenn, Hat mann im grunde fundenn, das solche fassung für nichts gewesenn, dann die ader darunder hin nach dem fasse des Bornns geflossenn ist, mag aber vor zeitenn im grunde mit thonn vertemmet sein, das sie in solcher fassung bis in den
Über der Abzucht am Gewölbe, in der Mitte zur zweiten Abzucht hin, hat man an der äußersten Fassung im Damm, wo die untere Ader sein soll, eine Fassung von einer Stichweite aus Brettern gemacht gefunden. Was das bedeutet, wird man im Grund erkennen. Man hat im Grund gefunden, dass diese Fassung nichts genützt hat, denn die Ader ist darunter hin zum Fass des Borns geflossen; sie mag aber vorzeiten im Grund mit Ton verdämmt worden sein, so dass sie in dieser Fassung bis in den
Unsichere Lesungen
- feijrabenndt — durchstrichen oder Zierstrich (Z. 8)
S. 292
Bl. 144vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vmbgang vier oder funff schue hoch gestiegenn ist, Sambstagk nach Exaudi den 24. Maij habenn beiderseits verordenntenn zum baw sampt den Saltzgreuen vnnd dienernn des bawes halbenn Rath gehaltenn, vnnd geschlossenn, Dieweil der Zimmermann zu fertigung der neuwenn fassung vierzehenn tage zeit habenn mus, In dem auch aller thon vnnd anndere bereitschafft gefertigt werdenn kann, das der born mit dielenn1 gantz zugelegt werdenn soll, desgleichenn der geraumpte Tam, vnnd darauff magk Jeder zu haus ziehenn, doch das nacht vnnd tagk der born vnnd darumbher bewart werde, vnnd sollenn die verordenntenn vf Sonntagk Medardi den 8.
Umgang vier oder fünf Schuh hoch gestiegen ist.
Samstag nach Exaudi, den 24. Mai, haben die beiderseitigen Verordneten zum Bau samt den Salzgrafen und Dienern wegen des Baus Rat gehalten und beschlossen: Weil der Zimmermann zur Fertigstellung der neuen Fassung vierzehn Tage Zeit haben muss, in denen auch aller Ton und sonstiges Gerät hergerichtet werden kann, soll der Born mit Dielen ganz zugelegt werden, desgleichen der geräumte Damm; und darauf mag jeder nach Hause ziehen, doch so, dass Tag und Nacht der Born und seine Umgebung bewacht werde. Und die Verordneten sollen am Sonntag Medardi, den 8.
Junij Jegenn abenndt wiederumb zun bodenn sein Dieweil dann nachmahls nit verglichenn, wie tieff mann mit dem grunde suchenn vnnd fahrenn soll, So ist abgeredt, das vonn wegenn vnsers gnedigenn fürsten vnnd herrnn etlich verstenndige vom Rethenn, desgleichenn anndere mehr Pfenner, vf Donnerstagk den 12.
Juni, gegen Abend wieder zu Sooden sein.
Weil man sich sodann nicht verglichen hat, wie tief man mit dem Grund suchen und fahren soll, ist verabredet worden, dass von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn etliche Verständige aus den Räten, desgleichen weitere Pfänner, am Donnerstag, den 12.
Unsichere Lesungen
- dielenn — Wortmitte unklar (Z. 9)
S. 293
Bl. 145rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Allenndorff annkommenn, vnnd sich derwegenn endtlich zu enndtschliessenn, wie vnnd welcher gestalt der grundt gesucht, vnnd die neu fassung gesetzt werden soll, Mitler zeit soll der born geöst2, vnnd alles zufliessenndt wasser mit den sompenn gehaltenn werdenn, das derwegenn kein schade geschehe, aber nicht desto weniger sollenn die Söder nechst Mitwochenn, vmb des Ofenns willenn, wiederumb ansiedenn, Die adernn in vnnd vmb den Saltzbronn sein heut probirt, vnnd habenn sich in der proba fundenn also, Die ader des Zinnflus1 mussenn zu einer Pfann Saltz —— 11½ fuder sohlenn gehörenn, Die Gemein sohl im Saltzbronn ——— 11 fuder, die gute ader im Saltzbronn hinder dem stuel — 9 fuder zu einer Pfann saltzs, Vnnd hat mann erfundenn, das alle adernn, so in vnnd vmb den Saltzbronn vonn vnntenn herauff durch den gries vfquellenn, rechte gute saltzadernn sein, was aber vmbher zufleust, sein gemeinlich wilde quellen,
Allendorf eintreffen und sich deshalb endgültig entschließen sollen, wie und auf welche Weise der Grund gesucht und die neue Fassung gesetzt werden soll. In der Zwischenzeit soll der Born leergeschöpft und alles zufließende Wasser mit den Sumpfrinnen gehalten werden, damit deshalb kein Schaden geschehe. Nichtsdestoweniger sollen die Sieder am nächsten Mittwoch um des Ofens willen wieder ansieden.
Die Adern in und um den Salzbrunnen sind heute geprobt worden, und in der Probe hat sich folgendes gefunden: Zur Ader des Zuflusses müssen für eine Pfanne Salz ——— 11½ Fuder Sole gerechnet werden. Die gemeine Sole im Salzbrunnen ——— 11 Fuder. Die gute Ader im Salzbrunnen hinter dem Stuhl ——— 9 Fuder auf eine Pfanne Salz.
Und man hat befunden, dass alle Adern, die in und um den Salzbrunnen von unten herauf durch den Gries aufquellen, rechte gute Salzadern sind; was aber ringsherum zufließt, sind gemeinhin wilde Quellen.
Unsichere Lesungen
- Zinnflus — Name unsicher (Z. 12)
- geöst — Lesung unsicher (Z. 5)
S. 294
Bl. 145vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Die Pfingst heiligenn tage gefeyret, aber den Mitwoch vnnd die anndernn drey tage, hat meister Hanns der Zimmermann ann der neuwenn fassung, vnnd Dochappell mit seinenn knechtenn, am Thom2 gearbeit, Mitwochenn vmb des Ofenns willenn wieder ansieden lassenn, vnnd seindt diese halbe wochenn gesottenn, ———————— 42 werk, Die Wochenn Trinitatis hat der Zimmermann sein arbeit fertigk gemacht, vnnd sein den [gestrichen:
Die heiligen Pfingsttage gefeiert; aber am Mittwoch und den anderen drei Tagen hat Meister Hans, der Zimmermann, an der neuen Fassung und Horchappel mit seinen Knechten am Ton gearbeitet. Mittwoch um des Ofens willen wieder ansieden lassen; und es sind in dieser halben Woche gesotten worden ———————— 42 Werk.
In der Woche Trinitatis hat der Zimmermann seine Arbeit fertiggestellt, und gegen Abend sind hier eingetroffen unser gnädiger Landgraf Wilhelm, der Statthalter, der Kanzler und die Räte, die zu Sulza in Thüringen gewesen sind; und sie haben den Salzbrunnen und alle Arbeit besichtigt.
Freytag] Jegenn abendt alhie annkommenn, vnnser gnediger Lanndtgraf Wilhelm, Stadthalter, Canntzlar vnnd Räthe, so zu Sultza Inn Duringenn gewesenn sein, vnnd habenn den Saltzbronn vnnd alle arbeit besichtiget, Diese wochenn seindt gesottenn ————— 141 werk, Sonntags Medardi den 8.
Diese Woche sind gesotten worden ————— 141 Werk. Sonntag Medardi, den 8.
Junij die Teichknechte wieder hero bescheidenn, Montags anngefanngenn vollennt den Tam anzuwerffenn, Dinstags den 10 zu Morgenn, sein Hermann von Hundelshausenn vnnd Valtin Schilde3 auch wiederumb hie annkommenn, vnnd ist am Tam anzubringen
Juni, die Teichknechte wieder herbeschieden. Montag angefangen, den Damm vollends anzuwerfen. Dienstag, den 10., am Morgen sind Hermann von Hundelshausen und Valtin Schülde ebenfalls wieder hier eingetroffen, und es ist am Damm anzubringen
Unsichere Lesungen
- Doch=appell — Name, Lesung unsicher (Z. 3) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Thom — o/a unklar (Z. 4)
- Schilde — Name unsicher (Z. 19)
S. 295
Bl. 146rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)gearbeit, So ist zu der mittelst1 brunnenn vber den Sohlgrabenn der grundt gemacht, vnnd zu maurenn anngefanngenn, Mittwochenn den 11.
gearbeitet worden. So ist zu den mittleren Brunnen über dem Solgraben der Grund gelegt und zu mauern angefangen worden. Mittwoch, den 11.
Junij hat mann mehr körenn2 vnd Haspelnn vnnd Kübelnn zum ausösenn zurichtenn lassenn, vnnd wirdt fur vnnd fur mehr thon zugefürt, vnnd recht wohl mit fleis gearbeit vnnd bereit, so ist auch nunmehr ein gute noturfft Moß im vorrath.
Juni, hat man mehr Körbe, Haspeln und Kübel zum Ausschöpfen herrichten lassen; und es wird fort und fort mehr Ton zugefahren und recht gut mit Fleiß bearbeitet und bereitet. So ist nun auch eine gute Notdurft Moos auf Vorrat da.
Donnerstagk den 12 Junij, ist der Tam aller bis vf den kieß mit kübelnn ausgezogenn, vnnd was hart gewesenn, ausgeworffenn, hat mann vf dem kies, einenn grossenn lanngenn vnnd dickenn Baum mit seinenn Estenn, ann der eusserstenn alten fassung vf einer seittenn, vnnd einenn grossenn warkenn3 kalckstein vf der annder seittenn des bornns im kieß fundenn, Darnach hat mann ein gewierckts4 mit bretternn vmb den Saltzbronn, vnnd hart darann mit Thon vertemmet fundenn, Ist heut aller heraus bracht, das mann hat vf dem gries vmb den Saltzbronn gerings hero trockenn gehenn könnenn, vnnd ist das gewierckts
Donnerstag, den 12. Juni, ist der Damm ganz bis auf den Kies mit Kübeln ausgezogen und, was hart gewesen ist, ausgeworfen worden. Man hat auf dem Kies einen großen, langen und dicken Baum mit seinen Ästen an der äußersten alten Fassung auf der einen Seite und einen großen mächtigen Kalkstein auf der anderen Seite des Borns im Kies gefunden. Danach hat man ein Gewerk aus Brettern um den Salzbrunnen und hart daran mit Ton verdämmt gefunden. Es ist heute alles herausgebracht worden, so dass man auf dem Gries um den Salzbrunnen ringsherum trocken gehen konnte. Und das Gewerk ist
Unsichere Lesungen
- mittelst — Wortende unklar (Z. 1)
- körenn — vielleicht körbenn (Z. 4)
- warkenn — Lesung unsicher (Z. 14)
- gewierckts — Endung unklar (Z. 17)
S. 296
Bl. 146vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)ganntz fleissigk, mit Moß vnnd thonn durcheinander gemischt, darunter aschenn vnnd erdenn gewesenn, vertembt, bis vf den Grieß, vnnd seindt heut Johann Nordeck, Schultheis vonn Ziegennhain vnnd Scheltpach1 alhie annkommenn, Zwischenn der altenn fassung vnnd dem Saltzbronn, an vnnd bey dem stein, hat mann acht vnnd mehr starck Saltzadernn vfquellenn fundenn, die gut ann Irer substantz, sein probirt vnnd haltenn wie volgtt, habenn nit in Saltzbronn kommenn könnenn, dieweil das fas zu ennge, vnnd nit weit gnug gemacht gewest, Ein ader ann den Bretternn der vierecktenn fassung bey dem grossenn steine im gries, helt ein quart — 6.
ganz sorgfältig mit Moos und Ton, durcheinandergemischt, worunter Asche und Erde gewesen ist, bis auf den Gries verdämmt gewesen. Und heute sind Johann Nordeck, der Schultheiß von Ziegenhain und Scheltpach hier eingetroffen.
Zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen, an und bei dem Stein, hat man acht und mehr starke Salzadern aufquellen gefunden, die an ihrer Substanz gut sind. Sie sind geprobt worden und halten wie folgt; sie haben nicht in den Salzbrunnen kommen können, weil das Fass zu eng und nicht weit genug gemacht gewesen ist.
Eine Ader an den Brettern der viereckigen Fassung bei dem großen Stein im Gries hält ein Quart — 6
lot 3 q̄z.2 thut zu einer Pfann —— 8 fuder 2 ohme 10 virtell, Die Saltzader Jegenn dem Berge, nach Hanns Mertins koth3 ist sehre starck, helt ein quart — 5½ lot, thut zu einer Pfann —— 10 fuder 2 Ohm 7 quart.
Lot 3 Quentchen; das macht auf eine Pfanne ——— 8 Fuder 2 Ohm 10 Viertel. Die Salzader gegen den Berg, nach Hans Mertens Kote hin, ist sehr stark, hält ein Quart — 5½ Lot; das macht auf eine Pfanne ——— 10 Fuder 2 Ohm 7 Quart.
Darjegenn die Sohl im Saltzbronn in gemein probirt, helt ein quart — 5½ lot, thut zu einer Pfann — 10 fuder 2 ohm 7 quart.
Dagegen die Sole im Salzbrunnen, im allgemeinen geprobt, hält ein Quart — 5½ Lot; das macht auf eine Pfanne — 10 Fuder 2 Ohm 7 Quart.
Unsichere Lesungen
- Scheltpach — Name unsicher (Z. 4)
- q̄z. — Kürzel für Quentchen (Z. 14)
- koth — Lesung unsicher (Z. 17)