Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 295–304
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 295–304 · Bl. 146r–150v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 295
Bl. 146rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)gearbeit, So ist zu der mittelst1 brunnenn vber den Sohlgrabenn der grundt gemacht, vnnd zu maurenn anngefanngenn, Mittwochenn den 11.
gearbeitet worden. So ist zu den mittleren Brunnen über dem Solgraben der Grund gelegt und zu mauern angefangen worden. Mittwoch, den 11.
Junij hat mann mehr körenn2 vnd Haspelnn vnnd Kübelnn zum ausösenn zurichtenn lassenn, vnnd wirdt fur vnnd fur mehr thon zugefürt, vnnd recht wohl mit fleis gearbeit vnnd bereit, so ist auch nunmehr ein gute noturfft Moß im vorrath.
Juni, hat man mehr Körbe, Haspeln und Kübel zum Ausschöpfen herrichten lassen; und es wird fort und fort mehr Ton zugefahren und recht gut mit Fleiß bearbeitet und bereitet. So ist nun auch eine gute Notdurft Moos auf Vorrat da.
Donnerstagk den 12 Junij, ist der Tam aller bis vf den kieß mit kübelnn ausgezogenn, vnnd was hart gewesenn, ausgeworffenn, hat mann vf dem kies, einenn grossenn lanngenn vnnd dickenn Baum mit seinenn Estenn, ann der eusserstenn alten fassung vf einer seittenn, vnnd einenn grossenn warkenn3 kalckstein vf der annder seittenn des bornns im kieß fundenn, Darnach hat mann ein gewierckts4 mit bretternn vmb den Saltzbronn, vnnd hart darann mit Thon vertemmet fundenn, Ist heut aller heraus bracht, das mann hat vf dem gries vmb den Saltzbronn gerings hero trockenn gehenn könnenn, vnnd ist das gewierckts
Donnerstag, den 12. Juni, ist der Damm ganz bis auf den Kies mit Kübeln ausgezogen und, was hart gewesen ist, ausgeworfen worden. Man hat auf dem Kies einen großen, langen und dicken Baum mit seinen Ästen an der äußersten alten Fassung auf der einen Seite und einen großen mächtigen Kalkstein auf der anderen Seite des Borns im Kies gefunden. Danach hat man ein Gewerk aus Brettern um den Salzbrunnen und hart daran mit Ton verdämmt gefunden. Es ist heute alles herausgebracht worden, so dass man auf dem Gries um den Salzbrunnen ringsherum trocken gehen konnte. Und das Gewerk ist
Unsichere Lesungen
- mittelst — Wortende unklar (Z. 1)
- körenn — vielleicht körbenn (Z. 4)
- warkenn — Lesung unsicher (Z. 14)
- gewierckts — Endung unklar (Z. 17)
S. 296
Bl. 146vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)ganntz fleissigk, mit Moß vnnd thonn durcheinander gemischt, darunter aschenn vnnd erdenn gewesenn, vertembt, bis vf den Grieß, vnnd seindt heut Johann Nordeck, Schultheis vonn Ziegennhain vnnd Scheltpach1 alhie annkommenn, Zwischenn der altenn fassung vnnd dem Saltzbronn, an vnnd bey dem stein, hat mann acht vnnd mehr starck Saltzadernn vfquellenn fundenn, die gut ann Irer substantz, sein probirt vnnd haltenn wie volgtt, habenn nit in Saltzbronn kommenn könnenn, dieweil das fas zu ennge, vnnd nit weit gnug gemacht gewest, Ein ader ann den Bretternn der vierecktenn fassung bey dem grossenn steine im gries, helt ein quart — 6.
ganz sorgfältig mit Moos und Ton, durcheinandergemischt, worunter Asche und Erde gewesen ist, bis auf den Gries verdämmt gewesen. Und heute sind Johann Nordeck, der Schultheiß von Ziegenhain und Scheltpach hier eingetroffen.
Zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen, an und bei dem Stein, hat man acht und mehr starke Salzadern aufquellen gefunden, die an ihrer Substanz gut sind. Sie sind geprobt worden und halten wie folgt; sie haben nicht in den Salzbrunnen kommen können, weil das Fass zu eng und nicht weit genug gemacht gewesen ist.
Eine Ader an den Brettern der viereckigen Fassung bei dem großen Stein im Gries hält ein Quart — 6
lot 3 q̄z.2 thut zu einer Pfann —— 8 fuder 2 ohme 10 virtell, Die Saltzader Jegenn dem Berge, nach Hanns Mertins koth3 ist sehre starck, helt ein quart — 5½ lot, thut zu einer Pfann —— 10 fuder 2 Ohm 7 quart.
Lot 3 Quentchen; das macht auf eine Pfanne ——— 8 Fuder 2 Ohm 10 Viertel. Die Salzader gegen den Berg, nach Hans Mertens Kote hin, ist sehr stark, hält ein Quart — 5½ Lot; das macht auf eine Pfanne ——— 10 Fuder 2 Ohm 7 Quart.
Darjegenn die Sohl im Saltzbronn in gemein probirt, helt ein quart — 5½ lot, thut zu einer Pfann — 10 fuder 2 ohm 7 quart.
Dagegen die Sole im Salzbrunnen, im allgemeinen geprobt, hält ein Quart — 5½ Lot; das macht auf eine Pfanne — 10 Fuder 2 Ohm 7 Quart.
Unsichere Lesungen
- Scheltpach — Name unsicher (Z. 4)
- q̄z. — Kürzel für Quentchen (Z. 14)
- koth — Lesung unsicher (Z. 17)
S. 297
Bl. 147rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Freitagk den 13. Junij die Bretter der vierecktigenn1 fassung gerings vmb den Saltzbronn aller bis eines fus hoch vber dem gries abhauwenn, vnnd zwey bretter dauonn aus dem gries ziehenn lassenn, zusehenn wie tieff die im grunde stundenn, hat mann funden, das die eines gutenn werckschuchs tieffer, dann die schwellenn am Saltzbronn liegenn, stehenn, Soll mann also stehenn, vnnd den Tam am Saltzbronn vffm kies liegenn lassenn, bis der grundt zur neuenn fassung gemacht ist, Zwischenn dem Saltzbronn vnnd der altenn fassung nach der stadt zu, hat mann kein sonnder Saltz adern oder vfquellenn fundenn, dann ein starck quell von vnntenn vf, ist eyttell wildt wasser, Da aber der Zinnflus2 Inn dem Saltzbronn ist, hat man zwischenn zweyenn kalcksteinenn ein grosse starcke quelle fundenn, Ist vermennget mit sohle, Da aber der Saltzbronn geöst, wardt die lautter wildt wasser, vnnd thut dem Saltzbronn den schadenn, der soll furter nach gehaltenem Rath nachgesucht werden,
Freitag, den 13. Juni, die Bretter der viereckigen Fassung ringsum den Salzbrunnen alle bis auf einen Fuß Höhe über dem Gries abhauen und zwei Bretter davon aus dem Gries ziehen lassen, um zu sehen, wie tief sie im Grund stünden. Man hat gefunden, dass sie einen guten Werkschuh tiefer stehen, als die Schwellen am Salzbrunnen liegen. So soll man es stehen und den Damm am Salzbrunnen auf dem Kies liegen lassen, bis der Grund für die neue Fassung gelegt ist.
Zwischen dem Salzbrunnen und der alten Fassung zur Stadt hin hat man keine besondere Salzader oder Aufquellung gefunden, nur eine starke Quelle von unten auf; die ist lauter wildes Wasser. Wo aber der Zufluss in den Salzbrunnen ist, hat man zwischen zwei Kalksteinen eine große starke Quelle gefunden; die ist mit Sole vermengt. Wenn aber der Salzbrunnen leergeschöpft wird, so ist es lauteres wildes Wasser, und das tut dem Salzbrunnen den Schaden; dem soll nach gehaltenem Rat weiter nachgegangen werden.
Unsichere Lesungen
- vierecktigenn — Wortmitte unklar (Z. 1)
- Zinnflus — Name unsicher (Z. 15)
S. 298
Bl. 147vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Sambstagk den 14. Junij seindt die Pfenner in grosser anntzahl morgenns zu 6. vhrnn bey den Saltzbron ganngenn, vf den grundt gestiegenn, vnnd mit vnns einmutigk geschlossenn, das das viereckigk1 getemme, vnnd die stumpffe vonn den Bretternn vollenn2 sollenn ausbracht werdenn, das ist also geschehenn, darnach der bornn geöst, da hat mann eigenntlich geschmackt, das der Zinnflus eytell lauter wilt wasser, dann wann der Saltzbronn gestiegenn, so hat sich der Zinnflus als baldt mit der sohl vermischt, [gestrichen:
Samstag, den 14. Juni, sind die Pfänner in großer Zahl morgens um 6 Uhr zum Salzbrunnen gegangen, auf den Grund gestiegen und haben mit uns einmütig beschlossen, dass das viereckige Gedämme und die Stümpfe der Bretter vollends herausgebracht werden sollen. Das ist so geschehen; danach ist der Born leergeschöpft worden. Da hat man deutlich geschmeckt, dass der Zufluss lauteres wildes Wasser ist; denn wenn der Salzbrunnen gestiegen war, hat sich der Zufluss sogleich mit der Sole vermischt.
d] Wann aber der Saltz bronn vf den gries ausgezogenn wirdt, so hat der Zinnflus eittell wilt wasser geschmackt, vnnd dieweil die Pfenner starck da gewest, hat mann sich verglichen das sie ein ausschos aus Ihnenn machenn, wolten wir vnns als morgenn mit Ihnenn vnterredenn, vnnd samptlich rathschlagenn, wie dem werck geholffenn werdenn möchte, Ist also geschlossenn, vnd das wir morgenn Sonntags frue zu funff vhrenn im augennschein, wieder beysammen sein woltenn,
Wenn aber der Salzbrunnen bis auf den Gries ausgezogen wird, so hat der Zufluss nach lauterem wildem Wasser geschmeckt. Und weil die Pfänner zahlreich zugegen waren, hat man sich verglichen, dass sie einen Ausschuss aus ihrer Mitte bilden; dann wollten wir uns am morgigen Tag mit ihnen besprechen und gemeinsam beratschlagen, wie dem Werk geholfen werden könnte. So ist beschlossen worden, dass wir morgen, Sonntag, früh um fünf Uhr im Augenschein wieder beisammen sein wollten.
Unsichere Lesungen
- viereckigk — Tintenklecks im Wort (Z. 4)
- vollenn — Endung unklar (Z. 5)
S. 299
Bl. 148rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Diese wochenn seindt gesottenn ——— 115 werck, Sonntags den 15. Junij Morgenns zu funff vhrenn ist der Pfenner ausschos beim Saltzbronn erschienenn, Nemblich her Wilhelm Prediger Dechannt1 zu Heiligennstadt, Johann Schaffnit der Elter, Johann Wiedennstein3, Thias Thorey2, Johann Schaffnit der Junger, Bernnhardt vnnd Hanns v Wallis4, Vnndt vonn Werckleutenn, vnnd Werckverstenndigenn der Baumeister vonn Ziegennhain, Hanns Scheltpach, Jacob vnnd Gall Richter, zwene Zimmerman, Meister Hanns v Wetzell5, vnnd Meister Hans Lichtenaw, Habenn vnns vnterredt, das werck besichtigt, vnnd berathschlagt, Wie vnnd durch was mittell könnte oder möchte der Zinnflus der Wildenn quell, gefast, vom Saltzbronn bracht, vnnd in die abzucht gefurt werdenn, Vnnd ist nach gehabtter vmbfrage, vnd der werckleute genommen bedacht, geschlossen, vnd einmutig beiderseits bewilligt,
Diese Woche sind gesotten worden ——— 115 Werk.
Sonntag, den 15. Juni, morgens um fünf Uhr, ist der Ausschuss der Pfänner beim Salzbrunnen erschienen, nämlich Herr Wilhelm Prediger, Dechant zu Heiligenstadt, Johann Schaffnit der Ältere, Johann Wiedenstein, Thias Thorey, Johann Schaffnit der Jüngere, Bernhard und Hans von Wallis; und an Werkleuten und Werkverständigen der Baumeister von Ziegenhain, Hans Scheltpach, Jakob und Gall Richter sowie zwei Zimmerleute, Meister Hans Wetzel und Meister Hans Lichtenau.
Sie haben sich mit uns besprochen, das Werk besichtigt und beratschlagt, wie und durch welche Mittel der Zufluss der wilden Quelle gefasst, vom Salzbrunnen weggebracht und in die Abzucht geführt werden könnte. Und nach gehaltener Umfrage und nach dem Bedenken der Werkleute ist beschlossen und beiderseits einmütig bewilligt worden,
Unsichere Lesungen
- Dechannt — Lesung unsicher (Z. 4)
- Thias Thorey — Name unsicher (Z. 6)
- Wiedennstein — Name unsicher (Z. 6)
- v Wallis — v = von, Name unsicher (Z. 7)
- v Wetzell — v = von, Name unsicher (Z. 11)
S. 300
Bl. 148vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das in der abzucht ann der altenn fassung, gleich Jegen der Wildenn quell, da mann anngefanngenn zu senken, vollennt zu stundt Ingesennkenn soll, so tieff die noturfft erfordert, damit mann sehenn könne, ob sich der Wilde quell daselbst ereugenn1, vnnd auch wie tieff die alte fassung im grunde des gries Ingesenckt vnnd gesetzt sey, darnach mann sich mit der neuen fassung, vnnd sonnst mit verordenung der wildenn quell zurichtenn hatt.
dass in der Abzucht an der alten Fassung, gerade gegenüber der wilden Quelle, wo man zu senken angefangen hat, sogleich vollends eingesenkt werden soll, so tief es die Notdurft erfordert, damit man sehen könne, ob sich die wilde Quelle dort zeigt und auch wie tief die alte Fassung im Grund des Gries eingesenkt und gesetzt ist. Danach hat man sich mit der neuen Fassung und sonst mit der Verordnung wegen der wilden Quelle zu richten.
Vnnd dieweil es heut Sonntagk vnnd die sennker zu Apteroda2 sein, So soll Gall Richtter die zwene sennker so mehermahls alhier gewesenn, morgenn frue hier bringenn, vnnd gleich vnter sich sennkenn lassenn so tieff vnnd weidt, wie das vonnötenn sein will Vnnd da mann daselbst den Zinnflus wildt wassers findet, vnnd der nit selbst in der abzucht Inns gewelbe fliessenn wolt, So were besser vnnd nutzlicher, den vier oder funff schue mit sompenn zuhebenn, dann souiel holtz zuuersiedenn,
Und weil heute Sonntag ist und die Senker zu Abterode sind, soll Gall Richter die zwei Senker, die mehrmals hier gewesen sind, morgen früh herbringen und gleich nach unten senken lassen, so tief und weit, wie es nötig sein wird. Und wenn man dort den Zufluss wilden Wassers findet und dieser nicht von selbst in der Abzucht ins Gewölbe fließen wollte, so wäre es besser und nützlicher, ihn vier oder fünf Schuh mit Sumpfrinnen zu heben, als so viel Holz zu versieden.
Unsichere Lesungen
- ereugenn — Lesung unsicher (Z. 5)
- Apteroda — Ortsname, Lesung unsicher (Z. 11)
S. 301
Bl. 149rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Vnnd soll das Senncken zwischenn hie vnnd Donnerstags geschehenn, dabey sollenn sein Johann Nordeck1[?], Valtin Schuldt, Scheltpach, Wiedennstein2[?], Thias Thorey, vnnd Gall Richtter, Vnnd sollenn die verordenntenn nehist Donnerstags aller wieder zum Bodenn bey einannder sein, Montags den 16.
Und das Senken soll zwischen heute und Donnerstag geschehen; dabei sollen sein: Johann Nordeck, Valtin Schuldt, Scheltpach, Wiedenstein, Thias Thorey und Gall Richter. Und die Verordneten sollen am nächsten Donnerstag alle wieder zu Sooden beisammen sein. Montag, den 16.,
dinstags den 17. } Junij Mitwochenn den 18. Habenn die Senncker vom Bergkwergk, auswenndig der altenn fassung in der abzucht, vnter dem drittenn Lichtloch zugesenckt, vnnd stehet die alte fassung sehr tieff, Habenn aber des Verrwassers3[?] halbenn nit vnter sich kommenn könnenn, Darumb ist solcher Schacht wieder zugefult, darnach habenn sie allenn Schlam vf den Kreß oder gries vmb den Saltzbronn zwischenn der altenn fassung vnnd dem Saltzbronn ausgehaspelt.
Dienstag, den 17., Mittwoch, den 18. Juni haben die Senker vom Bergwerk außerhalb der alten Fassung in der Abzucht unter dem dritten Lichtloch eingesenkt, und die alte Fassung steht sehr tief. Sie haben aber des Zuwassers wegen nicht nach unten kommen können; darum ist dieser Schacht wieder zugefüllt worden. Danach haben sie allen Schlamm auf dem Kies oder Gries um den Salzbrunnen zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen ausgehaspelt.
Unsichere Lesungen
- Nordeck — Name, Anfangsbuchstabe unsicher (Z. 2)
- Wiedennstein — Anfangsbuchstabe W/R unsicher (Z. 3)
- Verrwassers — Wort unklar (Z. 13)
S. 302
Bl. 149vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Da hat mann die Wilde Wasserquell oder ader benebenn dem Saltzbronn gegenn dem drittenn Lichtloch starck fundenn, Vnnd damit die vom Saltzbronn bracht vnnd abgesondert wurde, Hat mann ann der Wilden quell her starck Bolenn in einannder gespundt funff schue tieff Inrammenn lassenn, also das dieselbe quelle allein fleust, wirdt mann furter besser fassenn, das die mit zu den gutenn adernn in Saltzbronn kommen kann, Donnerstags den 19.
Da hat man die wilde Wasserquelle oder -ader neben dem Salzbrunnen gegen das dritte Lichtloch stark vorgefunden. Und damit sie vom Salzbrunnen weggebracht und abgesondert würde, hat man an der wilden Quelle entlang starke Bohlen ineinander gespundet fünf Schuh tief einrammen lassen, so dass diese Quelle für sich allein fließt. Man wird sie weiterhin besser fassen, damit sie mit zu den guten Adern in den Salzbrunnen kommen kann. Donnerstag, den 19.
Junij Ist der Saltzbronn geöst1, vnd hat mann gesehenn, dieweil die wilde quell gesondert das der Zuflus im fasse des Saltzbronns nit so starck wie zuvor gewesenn, Vnnd seindt die verordenten heut wieder beyeinander annkommenn zum Bodenn, Freytags den 20.
Juni, ist der Salzbrunnen leergeschöpft worden, und man hat gesehen: weil die wilde Quelle abgesondert ist, war der Zufluss im Fass des Salzbrunnens nicht mehr so stark wie zuvor. Und die Verordneten sind heute wieder zu Sooden beisammen eingetroffen. Freitag, den 20.
Junij ist geschlossenn, das der Zimmermann die neue fassung weitter machenn, vnd noch vier Seulenn, zu den sechzehenn seuln Inschiessen soll, also reicht dieselbige fassung vf vier schue nahe ann die alte fassung, vnnd soll die abezucht
Juni, ist beschlossen worden, dass der Zimmermann die neue Fassung weiter machen und noch vier Säulen zu den sechzehn Säulen einschießen soll; so reicht diese Fassung bis auf vier Schuh nahe an die alte Fassung heran. Und die Abzucht soll
Unsichere Lesungen
- geöst — Lesung unsicher (Z. 10)
S. 303
Bl. 150rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)darzwischenn Inn den vier schuenn weit gerings Innwenndigk vmbher gehenn, Sambstags den 21 Junij hat der Zimmermann die abreissung gemacht, wie das werck gefast werdenn soll, das er dann also fertigenn soll, Vnnd mögenn die verordenntenn zu Hause ziehenn, bis das sie wieder beschriebenn werdenn, Vnnd soll Lichtenaw Sechzigk wagenn holtz, Vnnd Beylstein1 vierzigk Krombling2[?] furenn, Diese wochenn seindt gesottenn ——— 122 werck Vnnd habenn die Böder bekanndt, das sie in sechzehen stundenn zulassenn vnnd Saltz machenn, Wie wir das warhafftig fundenn habenn, Sonntags den 22 Montags den 23.
dazwischen in den vier Schuh Breite ringsum innen herumgehen. Samstag, den 21. Juni, hat der Zimmermann den Riss angefertigt, wie das Werk gefasst werden soll; das soll er dann so ausführen. Und die Verordneten mögen nach Hause ziehen, bis sie wieder beschieden werden. Und Lichtenau soll sechzig Wagen Holz und Beilstein vierzig Krümmlinge fahren.
Diese Woche sind gesotten worden ——— 122 Werk. Und die Boder haben eingeräumt, dass sie in sechzehn Stunden ablassen und Salz machen, wie wir das wahrhaftig befunden haben.
Sonntag, den 22., Montag, den 23.,
dinstags den 24 Mitwochenn 25 } Junij Zimmerleut vnd thonDonnerstags 26 greber habenn Ire arbeit Freytags 27 zufertigen fortgefahren, Sambstags 28
Dienstag, den 24., Mittwoch, den 25., Donnerstag, den 26., Freitag, den 27., Samstag, den 28. Juni: Zimmerleute und Tongräber haben mit ihrer Arbeit fortgefahren.
Unsichere Lesungen
- Beylstein — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 8)
- Krombling — Wort unklar (Z. 9)
S. 304
Bl. 150vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Diese wochenn seindt gesottenn ——— 124 werck, Sonntags den 29 } Junij Montags den 30. dinstags den 1 Mitwochenn den 2 } Julij Zimmerleut vnd thonDonnerstags den 3 greber gearbeit vnnd Freytags den 4.
Diese Woche sind gesotten worden ——— 124 Werk. Sonntag, den 29., Montag, den 30. Juni, Dienstag, den 1., Mittwoch, den 2., Donnerstag, den 3., Freitag, den 4.
Ire arbeit alle fertig geSambstags den 5 macht, Diese wochenn seindt gesottenn ——— 128 werck, Vnnd ist den erstenn Julij gelegennheit des Saltzwercks vnnserm gnedigenn furstenn vnd herrnn annzutragenn1, Reinhardt Abeln2 Pfennigmeisternn Bericht geschehenn, also.
und Samstag, den 5. Juli haben Zimmerleute und Tongräber gearbeitet und ihre Arbeit ganz fertiggestellt. Diese Woche sind gesotten worden ——— 128 Werk.
Und am ersten Juli ist an Reinhard Abel, den Pfennigmeister, folgendermaßen berichtet worden, um unserem gnädigen Fürsten und Herrn den Stand des Salzwerks vorzutragen:
Mein freundtlich dienst, vnnd alles guts zuvor Erbar vnnd achtpar besonnders guter freundt, Euer mir Jungst gethann schreibenn, am dato den 143 Aprilis des Jars haltenndt, das Saltzwerck betreffenndt, Hab ich alles Innhalts verlesenn, vnnd ist vermöge derselbigenn Johann Nordeck4[?] am Mülewerck
Meinen freundlichen Dienst und alles Gute zuvor, ehrbarer und achtbarer, besonders guter Freund. Euer mir jüngst zugegangenes Schreiben vom 14. April dieses Jahres, das Salzwerk betreffend, habe ich seinem ganzen Inhalt nach gelesen. Und ihm gemäß ist Johann Nordeck an des Mühlenwerks
Unsichere Lesungen
- annzutragenn — Endung abgekürzt (Z. 11)
- Abeln — Name unsicher (Z. 12)
- 14 — Zahl unsicher (Z. 16)
- Nordeck — Name unsicher (Z. 19)