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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 297–306

Das Bautagebuch 1550/51 · S. 297–306 · Bl. 147r–151v · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Das Bautagebuch 1550/51

S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 297

Bl. 147rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Freitagk den 13. Junij die Bretter der vierecktigenn1 fassung gerings vmb den Saltzbronn aller bis eines fus hoch vber dem gries abhauwenn, vnnd zwey bretter dauonn aus dem gries ziehenn lassenn, zusehenn wie tieff die im grunde stundenn, hat mann funden, das die eines gutenn werckschuchs tieffer, dann die schwellenn am Saltzbronn liegenn, stehenn, Soll mann also stehenn, vnnd den Tam am Saltzbronn vffm kies liegenn lassenn, bis der grundt zur neuenn fassung gemacht ist, Zwischenn dem Saltzbronn vnnd der altenn fassung nach der stadt zu, hat mann kein sonnder Saltz adern oder vfquellenn fundenn, dann ein starck quell von vnntenn vf, ist eyttell wildt wasser, Da aber der Zinnflus2 Inn dem Saltzbronn ist, hat man zwischenn zweyenn kalcksteinenn ein grosse starcke quelle fundenn, Ist vermennget mit sohle, Da aber der Saltzbronn geöst, wardt die lautter wildt wasser, vnnd thut dem Saltzbronn den schadenn, der soll furter nach gehaltenem Rath nachgesucht werden,

Freitag, den 13. Juni, die Bretter der viereckigen Fassung ringsum den Salzbrunnen alle bis auf einen Fuß Höhe über dem Gries abhauen und zwei Bretter davon aus dem Gries ziehen lassen, um zu sehen, wie tief sie im Grund stünden. Man hat gefunden, dass sie einen guten Werkschuh tiefer stehen, als die Schwellen am Salzbrunnen liegen. So soll man es stehen und den Damm am Salzbrunnen auf dem Kies liegen lassen, bis der Grund für die neue Fassung gelegt ist.

Zwischen dem Salzbrunnen und der alten Fassung zur Stadt hin hat man keine besondere Salzader oder Aufquellung gefunden, nur eine starke Quelle von unten auf; die ist lauter wildes Wasser. Wo aber der Zufluss in den Salzbrunnen ist, hat man zwischen zwei Kalksteinen eine große starke Quelle gefunden; die ist mit Sole vermengt. Wenn aber der Salzbrunnen leergeschöpft wird, so ist es lauteres wildes Wasser, und das tut dem Salzbrunnen den Schaden; dem soll nach gehaltenem Rat weiter nachgegangen werden.

Unsichere Lesungen

  1. vierecktigenn — Wortmitte unklar (Z. 1)
  2. Zinnflus — Name unsicher (Z. 15)

S. 298

Bl. 147vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Sambstagk den 14. Junij seindt die Pfenner in grosser anntzahl morgenns zu 6. vhrnn bey den Saltzbron ganngenn, vf den grundt gestiegenn, vnnd mit vnns einmutigk geschlossenn, das das viereckigk1 getemme, vnnd die stumpffe vonn den Bretternn vollenn2 sollenn ausbracht werdenn, das ist also geschehenn, darnach der bornn geöst, da hat mann eigenntlich geschmackt, das der Zinnflus eytell lauter wilt wasser, dann wann der Saltzbronn gestiegenn, so hat sich der Zinnflus als baldt mit der sohl vermischt, [gestrichen:

Samstag, den 14. Juni, sind die Pfänner in großer Zahl morgens um 6 Uhr zum Salzbrunnen gegangen, auf den Grund gestiegen und haben mit uns einmütig beschlossen, dass das viereckige Gedämme und die Stümpfe der Bretter vollends herausgebracht werden sollen. Das ist so geschehen; danach ist der Born leergeschöpft worden. Da hat man deutlich geschmeckt, dass der Zufluss lauteres wildes Wasser ist; denn wenn der Salzbrunnen gestiegen war, hat sich der Zufluss sogleich mit der Sole vermischt.

2

d] Wann aber der Saltz bronn vf den gries ausgezogenn wirdt, so hat der Zinnflus eittell wilt wasser geschmackt, vnnd dieweil die Pfenner starck da gewest, hat mann sich verglichen das sie ein ausschos aus Ihnenn machenn, wolten wir vnns als morgenn mit Ihnenn vnterredenn, vnnd samptlich rathschlagenn, wie dem werck geholffenn werdenn möchte, Ist also geschlossenn, vnd das wir morgenn Sonntags frue zu funff vhrenn im augennschein, wieder beysammen sein woltenn,

Wenn aber der Salzbrunnen bis auf den Gries ausgezogen wird, so hat der Zufluss nach lauterem wildem Wasser geschmeckt. Und weil die Pfänner zahlreich zugegen waren, hat man sich verglichen, dass sie einen Ausschuss aus ihrer Mitte bilden; dann wollten wir uns am morgigen Tag mit ihnen besprechen und gemeinsam beratschlagen, wie dem Werk geholfen werden könnte. So ist beschlossen worden, dass wir morgen, Sonntag, früh um fünf Uhr im Augenschein wieder beisammen sein wollten.

Unsichere Lesungen

  1. viereckigk — Tintenklecks im Wort (Z. 4)
  2. vollenn — Endung unklar (Z. 5)

S. 299

Bl. 148rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Diese wochenn seindt gesottenn ——— 115 werck, Sonntags den 15. Junij Morgenns zu funff vhrenn ist der Pfenner ausschos beim Saltzbronn erschienenn, Nemblich her Wilhelm Prediger Dechannt1 zu Heiligennstadt, Johann Schaffnit der Elter, Johann Wiedennstein3, Thias Thorey2, Johann Schaffnit der Junger, Bernnhardt vnnd Hanns v Wallis4, Vnndt vonn Werckleutenn, vnnd Werckverstenndigenn der Baumeister vonn Ziegennhain, Hanns Scheltpach, Jacob vnnd Gall Richter, zwene Zimmerman, Meister Hanns v Wetzell5, vnnd Meister Hans Lichtenaw, Habenn vnns vnterredt, das werck besichtigt, vnnd berathschlagt, Wie vnnd durch was mittell könnte oder möchte der Zinnflus der Wildenn quell, gefast, vom Saltzbronn bracht, vnnd in die abzucht gefurt werdenn, Vnnd ist nach gehabtter vmbfrage, vnd der werckleute genommen bedacht, geschlossen, vnd einmutig beiderseits bewilligt,

Diese Woche sind gesotten worden ——— 115 Werk.

Sonntag, den 15. Juni, morgens um fünf Uhr, ist der Ausschuss der Pfänner beim Salzbrunnen erschienen, nämlich Herr Wilhelm Prediger, Dechant zu Heiligenstadt, Johann Schaffnit der Ältere, Johann Wiedenstein, Thias Thorey, Johann Schaffnit der Jüngere, Bernhard und Hans von Wallis; und an Werkleuten und Werkverständigen der Baumeister von Ziegenhain, Hans Scheltpach, Jakob und Gall Richter sowie zwei Zimmerleute, Meister Hans Wetzel und Meister Hans Lichtenau.

Sie haben sich mit uns besprochen, das Werk besichtigt und beratschlagt, wie und durch welche Mittel der Zufluss der wilden Quelle gefasst, vom Salzbrunnen weggebracht und in die Abzucht geführt werden könnte. Und nach gehaltener Umfrage und nach dem Bedenken der Werkleute ist beschlossen und beiderseits einmütig bewilligt worden,

Unsichere Lesungen

  1. Dechannt — Lesung unsicher (Z. 4)
  2. Thias Thorey — Name unsicher (Z. 6)
  3. Wiedennstein — Name unsicher (Z. 6)
  4. v Wallis — v = von, Name unsicher (Z. 7)
  5. v Wetzell — v = von, Name unsicher (Z. 11)

S. 300

Bl. 148vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Das in der abzucht ann der altenn fassung, gleich Jegen der Wildenn quell, da mann anngefanngenn zu senken, vollennt zu stundt Ingesennkenn soll, so tieff die noturfft erfordert, damit mann sehenn könne, ob sich der Wilde quell daselbst ereugenn1, vnnd auch wie tieff die alte fassung im grunde des gries Ingesenckt vnnd gesetzt sey, darnach mann sich mit der neuen fassung, vnnd sonnst mit verordenung der wildenn quell zurichtenn hatt.

dass in der Abzucht an der alten Fassung, gerade gegenüber der wilden Quelle, wo man zu senken angefangen hat, sogleich vollends eingesenkt werden soll, so tief es die Notdurft erfordert, damit man sehen könne, ob sich die wilde Quelle dort zeigt und auch wie tief die alte Fassung im Grund des Gries eingesenkt und gesetzt ist. Danach hat man sich mit der neuen Fassung und sonst mit der Verordnung wegen der wilden Quelle zu richten.

2

Vnnd dieweil es heut Sonntagk vnnd die sennker zu Apteroda2 sein, So soll Gall Richtter die zwene sennker so mehermahls alhier gewesenn, morgenn frue hier bringenn, vnnd gleich vnter sich sennkenn lassenn so tieff vnnd weidt, wie das vonnötenn sein will Vnnd da mann daselbst den Zinnflus wildt wassers findet, vnnd der nit selbst in der abzucht Inns gewelbe fliessenn wolt, So were besser vnnd nutzlicher, den vier oder funff schue mit sompenn zuhebenn, dann souiel holtz zuuersiedenn,

Und weil heute Sonntag ist und die Senker zu Abterode sind, soll Gall Richter die zwei Senker, die mehrmals hier gewesen sind, morgen früh herbringen und gleich nach unten senken lassen, so tief und weit, wie es nötig sein wird. Und wenn man dort den Zufluss wilden Wassers findet und dieser nicht von selbst in der Abzucht ins Gewölbe fließen wollte, so wäre es besser und nützlicher, ihn vier oder fünf Schuh mit Sumpfrinnen zu heben, als so viel Holz zu versieden.

Unsichere Lesungen

  1. ereugenn — Lesung unsicher (Z. 5)
  2. Apteroda — Ortsname, Lesung unsicher (Z. 11)

S. 301

Bl. 149rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Vnnd soll das Senncken zwischenn hie vnnd Donnerstags geschehenn, dabey sollenn sein Johann Nordeck1[?], Valtin Schuldt, Scheltpach, Wiedennstein2[?], Thias Thorey, vnnd Gall Richtter, Vnnd sollenn die verordenntenn nehist Donnerstags aller wieder zum Bodenn bey einannder sein, Montags den 16.

Und das Senken soll zwischen heute und Donnerstag geschehen; dabei sollen sein: Johann Nordeck, Valtin Schuldt, Scheltpach, Wiedenstein, Thias Thorey und Gall Richter. Und die Verordneten sollen am nächsten Donnerstag alle wieder zu Sooden beisammen sein. Montag, den 16.,

2

dinstags den 17. } Junij Mitwochenn den 18. Habenn die Senncker vom Bergkwergk, auswenndig der altenn fassung in der abzucht, vnter dem drittenn Lichtloch zugesenckt, vnnd stehet die alte fassung sehr tieff, Habenn aber des Verrwassers3[?] halbenn nit vnter sich kommenn könnenn, Darumb ist solcher Schacht wieder zugefult, darnach habenn sie allenn Schlam vf den Kreß oder gries vmb den Saltzbronn zwischenn der altenn fassung vnnd dem Saltzbronn ausgehaspelt.

Dienstag, den 17., Mittwoch, den 18. Juni haben die Senker vom Bergwerk außerhalb der alten Fassung in der Abzucht unter dem dritten Lichtloch eingesenkt, und die alte Fassung steht sehr tief. Sie haben aber des Zuwassers wegen nicht nach unten kommen können; darum ist dieser Schacht wieder zugefüllt worden. Danach haben sie allen Schlamm auf dem Kies oder Gries um den Salzbrunnen zwischen der alten Fassung und dem Salzbrunnen ausgehaspelt.

Unsichere Lesungen

  1. Nordeck — Name, Anfangsbuchstabe unsicher (Z. 2)
  2. Wiedennstein — Anfangsbuchstabe W/R unsicher (Z. 3)
  3. Verrwassers — Wort unklar (Z. 13)

S. 302

Bl. 149vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Da hat mann die Wilde Wasserquell oder ader benebenn dem Saltzbronn gegenn dem drittenn Lichtloch starck fundenn, Vnnd damit die vom Saltzbronn bracht vnnd abgesondert wurde, Hat mann ann der Wilden quell her starck Bolenn in einannder gespundt funff schue tieff Inrammenn lassenn, also das dieselbe quelle allein fleust, wirdt mann furter besser fassenn, das die mit zu den gutenn adernn in Saltzbronn kommen kann, Donnerstags den 19.

Da hat man die wilde Wasserquelle oder -ader neben dem Salzbrunnen gegen das dritte Lichtloch stark vorgefunden. Und damit sie vom Salzbrunnen weggebracht und abgesondert würde, hat man an der wilden Quelle entlang starke Bohlen ineinander gespundet fünf Schuh tief einrammen lassen, so dass diese Quelle für sich allein fließt. Man wird sie weiterhin besser fassen, damit sie mit zu den guten Adern in den Salzbrunnen kommen kann. Donnerstag, den 19.

2

Junij Ist der Saltzbronn geöst1, vnd hat mann gesehenn, dieweil die wilde quell gesondert das der Zuflus im fasse des Saltzbronns nit so starck wie zuvor gewesenn, Vnnd seindt die verordenten heut wieder beyeinander annkommenn zum Bodenn, Freytags den 20.

Juni, ist der Salzbrunnen leergeschöpft worden, und man hat gesehen: weil die wilde Quelle abgesondert ist, war der Zufluss im Fass des Salzbrunnens nicht mehr so stark wie zuvor. Und die Verordneten sind heute wieder zu Sooden beisammen eingetroffen. Freitag, den 20.

3

Junij ist geschlossenn, das der Zimmermann die neue fassung weitter machenn, vnd noch vier Seulenn, zu den sechzehenn seuln Inschiessen soll, also reicht dieselbige fassung vf vier schue nahe ann die alte fassung, vnnd soll die abezucht

Juni, ist beschlossen worden, dass der Zimmermann die neue Fassung weiter machen und noch vier Säulen zu den sechzehn Säulen einschießen soll; so reicht diese Fassung bis auf vier Schuh nahe an die alte Fassung heran. Und die Abzucht soll

Unsichere Lesungen

  1. geöst — Lesung unsicher (Z. 10)

S. 303

Bl. 150rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

darzwischenn Inn den vier schuenn weit gerings Innwenndigk vmbher gehenn, Sambstags den 21 Junij hat der Zimmermann die abreissung gemacht, wie das werck gefast werdenn soll, das er dann also fertigenn soll, Vnnd mögenn die verordenntenn zu Hause ziehenn, bis das sie wieder beschriebenn werdenn, Vnnd soll Lichtenaw Sechzigk wagenn holtz, Vnnd Beylstein1 vierzigk Krombling2[?] furenn, Diese wochenn seindt gesottenn ——— 122 werck Vnnd habenn die Böder bekanndt, das sie in sechzehen stundenn zulassenn vnnd Saltz machenn, Wie wir das warhafftig fundenn habenn, Sonntags den 22 Montags den 23.

dazwischen in den vier Schuh Breite ringsum innen herumgehen. Samstag, den 21. Juni, hat der Zimmermann den Riss angefertigt, wie das Werk gefasst werden soll; das soll er dann so ausführen. Und die Verordneten mögen nach Hause ziehen, bis sie wieder beschieden werden. Und Lichtenau soll sechzig Wagen Holz und Beilstein vierzig Krümmlinge fahren.

Diese Woche sind gesotten worden ——— 122 Werk. Und die Boder haben eingeräumt, dass sie in sechzehn Stunden ablassen und Salz machen, wie wir das wahrhaftig befunden haben.

Sonntag, den 22., Montag, den 23.,

2

dinstags den 24 Mitwochenn 25 } Junij Zimmerleut vnd thonDonnerstags 26 greber habenn Ire arbeit Freytags 27 zufertigen fortgefahren, Sambstags 28

Dienstag, den 24., Mittwoch, den 25., Donnerstag, den 26., Freitag, den 27., Samstag, den 28. Juni: Zimmerleute und Tongräber haben mit ihrer Arbeit fortgefahren.

Unsichere Lesungen

  1. Beylstein — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 8)
  2. Krombling — Wort unklar (Z. 9)

S. 304

Bl. 150vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Diese wochenn seindt gesottenn ——— 124 werck, Sonntags den 29 } Junij Montags den 30. dinstags den 1 Mitwochenn den 2 } Julij Zimmerleut vnd thonDonnerstags den 3 greber gearbeit vnnd Freytags den 4.

Diese Woche sind gesotten worden ——— 124 Werk. Sonntag, den 29., Montag, den 30. Juni, Dienstag, den 1., Mittwoch, den 2., Donnerstag, den 3., Freitag, den 4.

2

Ire arbeit alle fertig geSambstags den 5 macht, Diese wochenn seindt gesottenn ——— 128 werck, Vnnd ist den erstenn Julij gelegennheit des Saltzwercks vnnserm gnedigenn furstenn vnd herrnn annzutragenn1, Reinhardt Abeln2 Pfennigmeisternn Bericht geschehenn, also.

und Samstag, den 5. Juli haben Zimmerleute und Tongräber gearbeitet und ihre Arbeit ganz fertiggestellt. Diese Woche sind gesotten worden ——— 128 Werk.

Und am ersten Juli ist an Reinhard Abel, den Pfennigmeister, folgendermaßen berichtet worden, um unserem gnädigen Fürsten und Herrn den Stand des Salzwerks vorzutragen:

3

Mein freundtlich dienst, vnnd alles guts zuvor Erbar vnnd achtpar besonnders guter freundt, Euer mir Jungst gethann schreibenn, am dato den 143 Aprilis des Jars haltenndt, das Saltzwerck betreffenndt, Hab ich alles Innhalts verlesenn, vnnd ist vermöge derselbigenn Johann Nordeck4[?] am Mülewerck

Meinen freundlichen Dienst und alles Gute zuvor, ehrbarer und achtbarer, besonders guter Freund. Euer mir jüngst zugegangenes Schreiben vom 14. April dieses Jahres, das Salzwerk betreffend, habe ich seinem ganzen Inhalt nach gelesen. Und ihm gemäß ist Johann Nordeck an des Mühlenwerks

Unsichere Lesungen

  1. annzutragenn — Endung abgekürzt (Z. 11)
  2. Abeln — Name unsicher (Z. 12)
  3. 14 — Zahl unsicher (Z. 16)
  4. Nordeck — Name unsicher (Z. 19)

S. 305

Bl. 151rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

seligenn stadt, aber Itzo erst in acht tagenn, vf mein stetigs annhaltenn, vf ewer schrifft verordenet, wirdt vnnbeschwert sein, allenn muglichenn vleis annzukerenn, Vnnd damit Mein gnediger furst vnnd herr wiße, wie es Itzo mit dem Baw am Saltzbronn stehe, So will Ich Euch nit verhaltenn, das vonn wegenn Sfgl.

seligen Stelle gesetzt worden, aber erst jetzt vor acht Tagen, auf mein beständiges Drängen und auf Euer Schreiben hin; er wird unbeschwert allen möglichen Fleiß aufwenden.

Und damit mein gnädiger Fürst und Herr wisse, wie es jetzt mit dem Bau am Salzbrunnen steht, will ich Euch nicht verhalten, dass von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden

2

Zu solchenn Baw Hermann vonn Hundelshausenn, Johan Nordeck1[?] vnnd Valtin Schuldt, nebenn mir, vnnd dan etliche vonn der Pfenner wegenn verordennt sein, Habenn nun darann Inn die zehennde wochenn arbeiten lassenn, vnnd Gott lob den schadenn fundenn, das ein starcke quell vnnd wilde wasser ader vnnder dem Sam2[?] Inn Saltzbronn gebrochenn, die habenn wir abgesondert, Vnnd da die Böder vormahls dreyssigk stunde ann einer Pfann Saltz gesottenn, da siedenn sie Itzo nit lennger denn Sechzehenn stundt, vnnd hoffen noch mehr besserung, Wirdt ein mercklichs ann holtz erspartenn, vnnd Zutragenn, zu dem habenn wir noch zehenn oder zwölff guter Saltzadernn im

zu diesem Bau Hermann von Hundelshausen, Johann Nordeck und Valtin Schuldt neben mir und dann etliche von wegen der Pfänner verordnet sind. Wir haben nun in die zehnte Woche daran arbeiten lassen und, Gott sei Lob, den Schaden gefunden: dass eine starke Quelle und wilde Wasserader unter dem Sammler in den Salzbrunnen gebrochen war; die haben wir abgesondert. Und wo die Boder vormals dreißig Stunden an einer Pfanne Salz gesotten haben, da sieden sie jetzt nicht länger als sechzehn Stunden, und wir hoffen noch auf weitere Besserung. Das wird eine merkliche Ersparnis an Holz eintragen. Dazu haben wir noch zehn oder zwölf gute Salzadern im

Unsichere Lesungen

  1. Nordeck — Name unsicher (Z. 9)
  2. Sam — Wort unklar (Z. 14)

S. 306

Bl. 151vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Sam1[?] fundenn, die vormahls im Saltzbronn nit gewesen sein, Vnnd werdenn die Zimmerleut, der wir Itzo achtzehenn ann der arbeit habenn, diese wochen fertigk, das wir alle gute Saltzadernn fassenn, vnnd die wilden quell davonn bringenn wöllenn, das Gott lob, nunmehr kein zweiuell oder gefahr darbey ist, dann wir wollenn mit Gottes hulff, Erger, besser, vnd nit vbell erger machenn, damit ihr auch Hochgedachtenn mein gnedigenn furstenn vnnd Hernn, dester besser berichtenn könnt, So schick ich euch Innliegennde abgerissenn, Wie die newe fassung gemacht, vnnd das alte fas ganntz hinwegk gethann werdenn soll, dann vnter den schwellenn des alten fasses quellenn die bestenn Saltzadernn, Vnnd habenn in vorigenn Zeitenn die altenn das Itzige fass darumb so enge gemacht, das vielleicht sie nitt mehr Sohl habenn wollenn, Was vhrsach ist leichtlich zuerachtenn, aber wir habenn im Erdreich, ein alte fassung, funffzehenn schue weidt, gerings vmb den Itzigenn Saltzbronn fundenn, da

Sammler gefunden, die vormals nicht im Salzbrunnen gewesen sind. Und die Zimmerleute, von denen wir jetzt achtzehn an der Arbeit haben, werden diese Woche fertig, so dass wir alle guten Salzadern fassen und die wilde Quelle davon abbringen wollen. Es ist, Gott sei Lob, nunmehr kein Zweifel oder Gefahr dabei, denn wir wollen mit Gottes Hilfe eher bessern und nicht verschlimmern.

Damit Ihr auch meinem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn desto besser berichten könnt, schicke ich Euch beiliegend den Riss, wie die neue Fassung gemacht und das alte Fass ganz weggenommen werden soll; denn unter den Schwellen des alten Fasses quellen die besten Salzadern. Und in vorigen Zeiten haben die Alten das jetzige Fass deshalb so eng gemacht, weil sie vielleicht nicht mehr Sole haben wollten — aus welchem Grund, ist leicht zu erraten. Wir haben aber im Erdreich eine alte Fassung, fünfzehn Schuh weit, ringsum den jetzigen Salzbrunnen gefunden, von der

Unsichere Lesungen

  1. Sam — Wort unklar (Z. 1)

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