Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 305–314
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 305–314 · Bl. 151r–155v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 305
Bl. 151rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)seligenn stadt, aber Itzo erst in acht tagenn, vf mein stetigs annhaltenn, vf ewer schrifft verordenet, wirdt vnnbeschwert sein, allenn muglichenn vleis annzukerenn, Vnnd damit Mein gnediger furst vnnd herr wiße, wie es Itzo mit dem Baw am Saltzbronn stehe, So will Ich Euch nit verhaltenn, das vonn wegenn Sfgl.
seligen Stelle gesetzt worden, aber erst jetzt vor acht Tagen, auf mein beständiges Drängen und auf Euer Schreiben hin; er wird unbeschwert allen möglichen Fleiß aufwenden.
Und damit mein gnädiger Fürst und Herr wisse, wie es jetzt mit dem Bau am Salzbrunnen steht, will ich Euch nicht verhalten, dass von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden
Zu solchenn Baw Hermann vonn Hundelshausenn, Johan Nordeck1[?] vnnd Valtin Schuldt, nebenn mir, vnnd dan etliche vonn der Pfenner wegenn verordennt sein, Habenn nun darann Inn die zehennde wochenn arbeiten lassenn, vnnd Gott lob den schadenn fundenn, das ein starcke quell vnnd wilde wasser ader vnnder dem Sam2[?] Inn Saltzbronn gebrochenn, die habenn wir abgesondert, Vnnd da die Böder vormahls dreyssigk stunde ann einer Pfann Saltz gesottenn, da siedenn sie Itzo nit lennger denn Sechzehenn stundt, vnnd hoffen noch mehr besserung, Wirdt ein mercklichs ann holtz erspartenn, vnnd Zutragenn, zu dem habenn wir noch zehenn oder zwölff guter Saltzadernn im
zu diesem Bau Hermann von Hundelshausen, Johann Nordeck und Valtin Schuldt neben mir und dann etliche von wegen der Pfänner verordnet sind. Wir haben nun in die zehnte Woche daran arbeiten lassen und, Gott sei Lob, den Schaden gefunden: dass eine starke Quelle und wilde Wasserader unter dem Sammler in den Salzbrunnen gebrochen war; die haben wir abgesondert. Und wo die Boder vormals dreißig Stunden an einer Pfanne Salz gesotten haben, da sieden sie jetzt nicht länger als sechzehn Stunden, und wir hoffen noch auf weitere Besserung. Das wird eine merkliche Ersparnis an Holz eintragen. Dazu haben wir noch zehn oder zwölf gute Salzadern im
Unsichere Lesungen
- Nordeck — Name unsicher (Z. 9)
- Sam — Wort unklar (Z. 14)
S. 306
Bl. 151vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Sam1[?] fundenn, die vormahls im Saltzbronn nit gewesen sein, Vnnd werdenn die Zimmerleut, der wir Itzo achtzehenn ann der arbeit habenn, diese wochen fertigk, das wir alle gute Saltzadernn fassenn, vnnd die wilden quell davonn bringenn wöllenn, das Gott lob, nunmehr kein zweiuell oder gefahr darbey ist, dann wir wollenn mit Gottes hulff, Erger, besser, vnd nit vbell erger machenn, damit ihr auch Hochgedachtenn mein gnedigenn furstenn vnnd Hernn, dester besser berichtenn könnt, So schick ich euch Innliegennde abgerissenn, Wie die newe fassung gemacht, vnnd das alte fas ganntz hinwegk gethann werdenn soll, dann vnter den schwellenn des alten fasses quellenn die bestenn Saltzadernn, Vnnd habenn in vorigenn Zeitenn die altenn das Itzige fass darumb so enge gemacht, das vielleicht sie nitt mehr Sohl habenn wollenn, Was vhrsach ist leichtlich zuerachtenn, aber wir habenn im Erdreich, ein alte fassung, funffzehenn schue weidt, gerings vmb den Itzigenn Saltzbronn fundenn, da
Sammler gefunden, die vormals nicht im Salzbrunnen gewesen sind. Und die Zimmerleute, von denen wir jetzt achtzehn an der Arbeit haben, werden diese Woche fertig, so dass wir alle guten Salzadern fassen und die wilde Quelle davon abbringen wollen. Es ist, Gott sei Lob, nunmehr kein Zweifel oder Gefahr dabei, denn wir wollen mit Gottes Hilfe eher bessern und nicht verschlimmern.
Damit Ihr auch meinem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn desto besser berichten könnt, schicke ich Euch beiliegend den Riss, wie die neue Fassung gemacht und das alte Fass ganz weggenommen werden soll; denn unter den Schwellen des alten Fasses quellen die besten Salzadern. Und in vorigen Zeiten haben die Alten das jetzige Fass deshalb so eng gemacht, weil sie vielleicht nicht mehr Sole haben wollten — aus welchem Grund, ist leicht zu erraten. Wir haben aber im Erdreich eine alte Fassung, fünfzehn Schuh weit, ringsum den jetzigen Salzbrunnen gefunden, von der
Unsichere Lesungen
- Sam — Wort unklar (Z. 1)
S. 307
Bl. 152rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vonn kein mennsch gewust, auch der Pfenner Buch davonn nichts meldet, das mann Itzo bessern grunde im Saltzbronn, vnnd darumb hero, dieweil wir solchs mit Pompenn haltenn vnnd ausösenn könnenn, trockenn gehenn könnenn, vnnd ist so gros siedenn Itzo in zeit des Baues als vor nie gewest, gemeinlich die wochenn Hundert vnnd etlich Pfannenn saltzes werdenn gesottenn, also das kein werck des Baues halben verseumpt wordenn, vnnd dieweil diese newe fassung nun vonn wegenn Sfgl.
kein Mensch gewusst hat und von der auch das Buch der Pfänner nichts meldet — so dass man jetzt besseren Grund im Salzbrunnen und ringsherum hat und, weil wir das mit Pumpen halten und ausschöpfen können, trocken gehen kann. Und es ist jetzt zur Zeit des Baus ein so großes Sieden wie nie zuvor: gemeinhin werden in der Woche hundert und etliche Pfannen Salz gesotten, so dass kein Werk des Baus wegen versäumt worden ist. Und weil diese neue Fassung nun von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden
erbawet, vnnd besser dann zuvor gemacht wirdt, So könnenn nunmehr die Pfenner vnnd Ire nachkommenn, Sfgl.
errichtet und besser gemacht wird als zuvor, so können nunmehr die Pfänner und ihre Nachkommen desto weniger von Seiner Fürstlichen Gnaden
vnnd derselbenn Erbenn desto weniger heraus bringenn, Solches wolt ich euch vor ein gute botschafft, meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn annzuzeigenn, guter meinung nit verhaltenn, vnnd wolt Gott der almechtigk, das ihr mir wiederumb die erledigung Sfgl.
und deren Erben herausbringen. Dies wollte ich Euch als eine gute Botschaft, um sie meinem gnädigen Fürsten und Herrn anzuzeigen, in guter Meinung nicht verhalten; und wollte Gott der Allmächtige, dass Ihr mir wiederum auch von der Erledigung Seiner Fürstlichen Gnaden
auch schreibenn könttet, Will damit Sfgl. vnnd euch Gott dem almechtigenn bevohlenn habenn, mit wünschung aller glückseligen
schreiben könntet. Will damit Seine Fürstlichen Gnaden und Euch Gott dem Allmächtigen befohlen haben, mit Wünschung aller glückseligen
S. 308
Bl. 152vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)wolfart, vnnd womit ich euch viel freundtschafft erzeigenn könnte, thart ihr mich geneigt vnnd gantz willigk, Datum Cassell den 1.1
Wohlfahrt; und worin ich Euch viel Freundschaft erweisen könnte, dazu findet Ihr mich geneigt und ganz willig. Gegeben zu Kassel, den 1.
Julij Anno 50. E. W.2 Jobst Berber3[?] vom Hombergk Saltzgreue zum Bodenn, An Reinhardt Abeln Pfennigmeisternn, Sonntags den Sechstenn Julij darauff nachvolgende anntwort Innkommenn, ann Johann Nordecken4[?], vnnd Jost Berbernn5[?], beide Saltzgreuenn zum Boden, Mein ganntz geflissenn, willig diennste, vnnd alles guts zuvornn, Hochachtparnn, Gunstige liebe Hern, Was ihr beide des Saltzbronns halbenn zu Allenndorff im Bodenn, mir geschriebenn, Hab Ich zu hanndenn bekommenn, vnnd alles meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn anngezeigt, darab dann Sfgl.
Juli Anno 50. Euer Würden Jobst Becker vom Homberg, Salzgraf zu Sooden. An Reinhard Abel, Pfennigmeister.
Sonntag, den siebten Juli, ist darauf die nachfolgende Antwort eingekommen, an Johann Nordeck und Jobst Becker, beide Salzgrafen zu Sooden:
Meine ganz geflissenen, willigen Dienste und alles Gute zuvor. Hochachtbare, günstige liebe Herren, was Ihr beide mir wegen des Salzbrunnens zu Allendorf in Sooden geschrieben habt, habe ich zu Händen bekommen und alles meinem gnädigen Fürsten und Herrn angezeigt; darüber sind Seine Fürstlichen Gnaden
nit wenig erfrewet wordenn, vnnd ist Sfgl. gnedigs begerenn, ihr wollet nachmahls gutenn vleis darbey annwenndenn, wie auch Sfgl.
nicht wenig erfreut worden. Und es ist Seiner Fürstlichen Gnaden gnädiges Begehren, Ihr wollet auch weiterhin guten Fleiß darauf verwenden, wie Seine Fürstlichen Gnaden
Unsichere Lesungen
- 1. — Tageszahl unsicher (Z. 3)
- E. W. — Initialen unsicher (Z. 5)
- Berber — Name, B/V unsicher (Z. 6)
- Nordecken — Name unsicher (Z. 10)
- Berbernn — Name, B/V unsicher (Z. 11)
S. 309
Bl. 153rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)euch vertrawenn, Wo auch muglich sollet ihr darann sein, dieweil die sohl gebessert, vnnd mehr dann zuvor vor augenn, auch die Böder Itzo ein werck in — 16.
Euch auch vertrauen. Wo es möglich ist, sollt Ihr darauf hinwirken — weil die Sole gebessert und mehr als zuvor vorhanden ist und auch die Boder jetzt ein Werk in 16
stundenn, da sie zuvor — 30 gehabt, ab siedenn könntenn, das noch ein Pfann Itzo mehr dann zuvor gesottenn, vnnd aus bereitet werdenn müge, Welches Ich euch zur wideranntwort eröffnenn sollen, denenn ich mit meinem geringenn vermügenn alzeit zudienenn gutwilligk, Datum Mecheln denn 10.
Stunden ablassen können, wo sie zuvor 30 gebraucht haben —, dass jetzt noch eine Pfanne mehr als zuvor gesotten und ausbereitet werden möge. Das sollte ich Euch zur Antwort eröffnen; dem ich mit meinem geringen Vermögen allzeit zu dienen gutwillig bin. Gegeben zu Mecheln, den 10.
Julij Anno 50. E. A. W.1 Reinhardt Abell Pfst2[?] Montags den 7 Julij seindt die verordenntenn Bawherrnn zum Bodenn aller beyeinannder wiederumb annkommenn, annzufahenn das new werck zusetzenn, dinstags den 8 Julij hat mann den gries vnnd den Saltzbronn hero verglichenn, vnnd ausgezogenn, vnd habenn hart am Saltzbronn, noch ein starcke quell wilt wassers fundenn, die auch vnnter den schwellen
Juli Anno 50. Euer Achtbaren Würden Reinhard Abel, Pfennigmeister.
Montag, den 7. Juli, sind die verordneten Bauherren zu Sooden alle wieder beisammen eingetroffen, um anzufangen, das neue Werk zu setzen. Dienstag, den 8. Juli, hat man den Gries und den Salzbrunnen ringsum eingeebnet und ausgezogen, und man hat hart am Salzbrunnen noch eine starke Quelle wilden Wassers gefunden, die auch unter den Schwellen
Unsichere Lesungen
- E. A. W. — Initialen unsicher (Z. 11)
- Pfst — Abkürzung, wohl Pfennigmeister (Z. 12)
S. 310
Bl. 153vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)des altenn fasses in Saltzbronn geflossenn, Hatt mann das alte fas daselbst verstopfft, den Saltzbron ganntz trockenn geöst, vnnd fundenn, das der erste Innflus ganntz gering wordenn, Mus dieselbe quell auch gefast, vnnd vom Saltzbronn bracht werdenn, Vnnd habenn etlich beglaubte Böder bekenndt, das sie Itzo vber — 14 stunde nit siedenn, so siht man auch Itzo augennscheinlich am siedenn, am zulassenn, vnnd das viel holtz ersparet wirdt, Darumb haben wir heut die Sohl im saltzbronn probirt, vnnd helt zu einer Pfann Neun fuder, vnnd ist die Sohl in hundert vnnd mehr Jarenn nie so gut vnnd gesundert gewest, wie Itzo Gotlob, Es ist auch heut das newe werck vf den Saltzbronn gefurt, der grundt zur schwellenn zugerichtt, vnnd anngefangenn wordenn, die fassung zusetzenn, vnnd geschlossenn, das die newenn schwelnn, eins schuchs tieffer in gries gesenckt, dann die schwellen am fas des Itzigenn Borns liegenn, Mitwochenn den 9.
des alten Fasses in den Salzbrunnen geflossen ist. Man hat das alte Fass dort verstopft, den Salzbrunnen ganz trocken geschöpft und gefunden, dass der erste Zufluss ganz gering geworden ist. Auch diese Quelle muss gefasst und vom Salzbrunnen weggebracht werden. Und etliche glaubwürdige Boder haben eingeräumt, dass sie jetzt nicht über 14 Stunden sieden; so sieht man auch jetzt augenscheinlich am Sieden und am Ablassen, dass viel Holz erspart wird.
Darum haben wir heute die Sole im Salzbrunnen geprobt, und sie hält auf eine Pfanne neun Fuder; und die Sole ist in hundert und mehr Jahren nie so gut und rein gewesen wie jetzt, Gott sei Lob. Es ist auch heute das neue Werk auf den Salzbrunnen gefahren, der Grund für die Schwellen hergerichtet und angefangen worden, die Fassung zu setzen; und es ist beschlossen worden, dass die neuen Schwellen einen Schuh tiefer in den Gries gesenkt werden als die Schwellen am Fass des jetzigen Borns liegen. Mittwoch, den 9.
Julij hat mann ann der alten fassung Jegenn der wildenn quell sechs schue lanng vnnd drey
Juli, hat man an der alten Fassung gegenüber der wilden Quelle sechs Schuh lang und drei
S. 311
Bl. 154rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)schue weit Pfele vnnd Bolenn Inngeschlagenn, zusehenn wie tieff die alte fassung gesetzt sey, Hat man funden, das die alte fassung vier schue tieffer im gries stehett, dann der Itzige alte Saltzbronn, Es ist aber das wilde wasser so gewaltig vnnd starck kommenn, das das loch vnterm vffm1 gries, da die alte fassung wendet, mit Thonn verrennet, vnnd darauf wieder zu stundt mit Gries zugefult wordenn, Heut ist der Lanndtvogt zum Bodenn annkommenn, vnnd die nacht alda verharret, Hat den Baw vnnd alle ding besichtiget, vnnd gerathenn, mit tieffer zusenckenn, noch zusuchenn, Inn zwölff vnnd dreyzehenn stundenn, habenn die Böder diese nacht gemeinlich zugelassenn, wie Hans Kremer der Sohlmeister offenntlich bekanndt.
Schuh weit Pfähle und Bohlen eingeschlagen, um zu sehen, wie tief die alte Fassung gesetzt ist. Man hat gefunden, dass die alte Fassung vier Schuh tiefer im Gries steht als der jetzige alte Salzbrunnen. Es ist aber das wilde Wasser so gewaltig und stark hereingekommen, dass das Loch unten auf dem Gries, wo die alte Fassung wendet, mit Ton verrannt und darauf sogleich wieder mit Gries zugefüllt worden ist.
Heute ist der Landvogt zu Sooden eingetroffen und die Nacht dort geblieben; er hat den Bau und alle Dinge besichtigt und geraten, mit tieferem Senken noch weiter zu suchen. In zwölf und dreizehn Stunden haben die Boder diese Nacht gemeinhin abgelassen, wie Hans Kremer, der Solmeister, offen eingeräumt hat.
Donnerstags den 10. Julij hat Meister Hanns der Zimmermann, die schwellenn zur newenn fassung gelegt, vier schue weit, vonn der eussersten altenn fassung, vnnd so tieff wie Itzo der Bodenn vnnd grundt im altenn Saltzbronn ist nach der schradt2[?] wegenn, vnnd nach der Wasser wegenn, Inn der Runde ganntz
Donnerstag, den 10. Juli, hat Meister Hans, der Zimmermann, die Schwellen zur neuen Fassung gelegt, vier Schuh weit von der äußersten alten Fassung entfernt und so tief, wie jetzt der Boden und Grund im alten Salzbrunnen ist, nach der Waage und nach dem Wasser in der Runde ganz
Unsichere Lesungen
- vnterm vffm — Lesung unsicher (Z. 6)
- schradt — Wort unklar (Z. 20)
S. 312
Bl. 154vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)gleich gelegt, bis ann die newenn gefundenenn Saltzädernn, Vnnd vnter den schwellenn hatt mann zu erst Moß1[?], darin aschen vnnd sanndt geschut, darauf aus vnnd Innwenndigk ann den schwellenn grobenn Kies gethann, vnnd den grabenn darin die schwellenn gelegt, damit wieder zugefult, vnnd hat mann mit den Pompenn die Sohl aus dem Saltzbronn, vnnd alles wasser was auswenndigk vmb den Saltzbronn, vnnd durch die altte fassung oder sonnst kommenn ist, alles ausgeöst, das mann trockenn hat hanndelnn, vnnd darin gehenn könnenn, Ist auch mit hartenn Kies wiederumb gefult vnnd verglichenn, Mann hat auch in ausösung des Lochs ann der altenn fassung fundenn, das vnter dem hartenn gries ein kleiner schwartzer triebsanndt gewesenn, Dadurch wir den grundt zuerfahrenn, mit einem langenn Eisernn Börer, Inn die funff schue tieff vnter das loch geboret, aber nichts dann sanndt vnd viel waßers gespüert, das keins wegs zurathenn,
gleich gelegt, bis an die neu gefundenen Salzadern. Und unter die Schwellen hat man zuerst Moos gelegt, darin Asche und Sand geschüttet, darauf außen und innen an den Schwellen groben Kies aufgebracht und den Graben, in den die Schwellen gelegt wurden, damit wieder zugefüllt.
Und man hat mit den Pumpen die Sole aus dem Salzbrunnen und alles Wasser, das außen um den Salzbrunnen und durch die alte Fassung oder sonstwie hereingekommen ist, ganz ausgeschöpft, so dass man trocken hantieren und darin gehen konnte. Es ist auch mit hartem Kies wieder gefüllt und eingeebnet worden.
Man hat auch beim Ausschöpfen des Lochs an der alten Fassung gefunden, dass unter dem harten Gries ein feiner schwarzer Triebsand liegt. Um den Grund zu erkunden, haben wir mit einem langen eisernen Bohrer gegen fünf Schuh tief unter das Loch gebohrt, aber nichts als Sand und viel Wasser angetroffen, so dass keineswegs zu raten ist,
Unsichere Lesungen
- Moß — Wort unklar (Z. 3)
S. 313
Bl. 155rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)tieffer zusuchenn, das mann aus erfahrung gehabt, das annder gute Saltzwercke dadurch ganntz verderbt, vnd zu nicht gemacht seindt wordenn.
tiefer zu suchen — zumal man aus Erfahrung weiß, dass andere gute Salzwerke dadurch ganz verdorben und zunichte gemacht worden sind.
Freytags den 11. Julij seindt dreyzehenn lannger seulenn Inn die Schwellenn, der seindt auch dreyzehenn stucke wohl in einannder vernagelt vnnd Inngeraumbt1[?] gesetzt, darin die Riegell vnnd bretter Inngeschnittenn, also das Jedes breth Inn beide seulenn Inngesenncket vnnd wohl vernagelt wordenn, vnd ist Jede sauhl achtzehenn schue lanng, stehenn vnnten Inn den Schwellenn Inngezapfft, vernagelt, habenn obenn in die mures2[?] verbundenn vnnd vernagelt, vnnd darzwischenn zwene Riegell gleich darin getheilt, vnnd dann die bretter zwischenn den Riegell wohl vf einannder gefugt.
Freitag, den 11. Juli, sind dreizehn lange Säulen in die Schwellen gesetzt worden; deren sind ebenfalls dreizehn Stücke gut ineinander vernagelt und eingeräumt, darin die Riegel und Bretter eingeschnitten, so dass jedes Brett in beide Säulen eingesenkt und gut vernagelt worden ist. Und jede Säule ist achtzehn Schuh lang, steht unten in die Schwellen eingezapft und vernagelt und ist oben in die Mauerlatten verbunden und vernagelt; und dazwischen sind zwei Riegel gleichmäßig eingeteilt, und dann sind die Bretter zwischen den Riegeln gut aufeinander gefügt.
Vnnd ist heut das alte eußerste fas vom neuen gestrebt, wie dieselbenn strebenn ganntz Innwenndigk daran gespont vnnd vernagelt, sollenn fur vnnd fur bleiben, vnnd Itzo die erstenn strebenn wederumb abgethan wordenn, damit die neue fassung vngehindert derselben könnt gefertigt werdenn.
Und heute ist das alte äußerste Fass von neuem verstrebt worden; diese Streben sind ganz innen daran gespundet und vernagelt und sollen fort und fort bleiben, und jetzt sind die ersten Streben wieder abgenommen worden, damit die neue Fassung ungehindert von ihnen gefertigt werden kann.
Unsichere Lesungen
- Inngeraumbt — Lesung unsicher (Z. 7)
- mures — Wort unklar (Z. 12)
S. 314
Bl. 155vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Sambstags den 12 Julij hat Meister hanns der Zimmermann die neuenn strebenn vollennt aller gefertiget, vnnd mit Irenn tragenndenn kropffenn, an des altenn eußerstenn fasses seuhlen genagelt, darnach in die seuhlenn der neuenn fassung die bretter vnnd Riegell vonn obenn herab zwerch vber mehrertheils Innbracht, Vnnd habenn heut die Herrnn abermahls den Saltzbronn ganntz truckenn ausösenn lassenn, das man mit hohenn schuenn truckenn darin ganngenn, vnd die Saltzadernn darin Jede in sonnderheit schmacken könnenn, darnach die zwo wildenn quellenn, so sich mit sohl vermischt, vnnd zuuor ganntz wild wasser warenn, außerhalb vnnd hart am Itzigenn Saltzbronn nebenn adernn, nach dem ort zu, da hieuor die schwenngell gestanndenn habenn auch ausgeschöpfft vnnd noch fundenn, das sie vermengt vnnd nit so gut als die im Saltzbronn.
Samstag, den 12. Juli, hat Meister Hans, der Zimmermann, die neuen Streben vollends alle fertiggestellt und mit ihren tragenden Kröpfen an die Säulen des alten äußersten Fasses genagelt; danach hat er in die Säulen der neuen Fassung die Bretter und Riegel von oben herab quer über den größten Teil eingebracht.
Und die Herren haben heute abermals den Salzbrunnen ganz trocken ausschöpfen lassen, so dass man mit hohen Schuhen trocken darin gehen und die Salzadern darin jede für sich schmecken konnte. Danach haben sie die zwei wilden Quellen, die sich mit Sole vermischt hatten und zuvor ganz wildes Wasser waren, außerhalb und hart am jetzigen Salzbrunnen neben den Adern, zu der Stelle hin, wo vorher die Schwengel gestanden haben, ebenfalls ausgeschöpft und nochmals gefunden, dass sie vermengt und nicht so gut sind wie die im Salzbrunnen.
Darumb einmutig geschlossenn, das das neue Innerste fas zum neuenn Saltzbronn, also zugericht vnnd
Darum ist einmütig beschlossen worden, dass das neue innerste Fass zum neuen Salzbrunnen so hergerichtet und