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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 307–316

Das Bautagebuch 1550/51 · S. 307–316 · Bl. 152r–156v · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Das Bautagebuch 1550/51

S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 307

Bl. 152rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

vonn kein mennsch gewust, auch der Pfenner Buch davonn nichts meldet, das mann Itzo bessern grunde im Saltzbronn, vnnd darumb hero, dieweil wir solchs mit Pompenn haltenn vnnd ausösenn könnenn, trockenn gehenn könnenn, vnnd ist so gros siedenn Itzo in zeit des Baues als vor nie gewest, gemeinlich die wochenn Hundert vnnd etlich Pfannenn saltzes werdenn gesottenn, also das kein werck des Baues halben verseumpt wordenn, vnnd dieweil diese newe fassung nun vonn wegenn Sfgl.

kein Mensch gewusst hat und von der auch das Buch der Pfänner nichts meldet — so dass man jetzt besseren Grund im Salzbrunnen und ringsherum hat und, weil wir das mit Pumpen halten und ausschöpfen können, trocken gehen kann. Und es ist jetzt zur Zeit des Baus ein so großes Sieden wie nie zuvor: gemeinhin werden in der Woche hundert und etliche Pfannen Salz gesotten, so dass kein Werk des Baus wegen versäumt worden ist. Und weil diese neue Fassung nun von wegen Seiner Fürstlichen Gnaden

2

erbawet, vnnd besser dann zuvor gemacht wirdt, So könnenn nunmehr die Pfenner vnnd Ire nachkommenn, Sfgl.

errichtet und besser gemacht wird als zuvor, so können nunmehr die Pfänner und ihre Nachkommen desto weniger von Seiner Fürstlichen Gnaden

3

vnnd derselbenn Erbenn desto weniger heraus bringenn, Solches wolt ich euch vor ein gute botschafft, meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn annzuzeigenn, guter meinung nit verhaltenn, vnnd wolt Gott der almechtigk, das ihr mir wiederumb die erledigung Sfgl.

und deren Erben herausbringen. Dies wollte ich Euch als eine gute Botschaft, um sie meinem gnädigen Fürsten und Herrn anzuzeigen, in guter Meinung nicht verhalten; und wollte Gott der Allmächtige, dass Ihr mir wiederum auch von der Erledigung Seiner Fürstlichen Gnaden

4

auch schreibenn könttet, Will damit Sfgl. vnnd euch Gott dem almechtigenn bevohlenn habenn, mit wünschung aller glückseligen

schreiben könntet. Will damit Seine Fürstlichen Gnaden und Euch Gott dem Allmächtigen befohlen haben, mit Wünschung aller glückseligen

S. 308

Bl. 152vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

wolfart, vnnd womit ich euch viel freundtschafft erzeigenn könnte, thart ihr mich geneigt vnnd gantz willigk, Datum Cassell den 1.1

Wohlfahrt; und worin ich Euch viel Freundschaft erweisen könnte, dazu findet Ihr mich geneigt und ganz willig. Gegeben zu Kassel, den 1.

2

Julij Anno 50. E. W.2 Jobst Berber3[?] vom Hombergk Saltzgreue zum Bodenn, An Reinhardt Abeln Pfennigmeisternn, Sonntags den Sechstenn Julij darauff nachvolgende anntwort Innkommenn, ann Johann Nordecken4[?], vnnd Jost Berbernn5[?], beide Saltzgreuenn zum Boden, Mein ganntz geflissenn, willig diennste, vnnd alles guts zuvornn, Hochachtparnn, Gunstige liebe Hern, Was ihr beide des Saltzbronns halbenn zu Allenndorff im Bodenn, mir geschriebenn, Hab Ich zu hanndenn bekommenn, vnnd alles meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn anngezeigt, darab dann Sfgl.

Juli Anno 50. Euer Würden Jobst Becker vom Homberg, Salzgraf zu Sooden. An Reinhard Abel, Pfennigmeister.

Sonntag, den siebten Juli, ist darauf die nachfolgende Antwort eingekommen, an Johann Nordeck und Jobst Becker, beide Salzgrafen zu Sooden:

Meine ganz geflissenen, willigen Dienste und alles Gute zuvor. Hochachtbare, günstige liebe Herren, was Ihr beide mir wegen des Salzbrunnens zu Allendorf in Sooden geschrieben habt, habe ich zu Händen bekommen und alles meinem gnädigen Fürsten und Herrn angezeigt; darüber sind Seine Fürstlichen Gnaden

3

nit wenig erfrewet wordenn, vnnd ist Sfgl. gnedigs begerenn, ihr wollet nachmahls gutenn vleis darbey annwenndenn, wie auch Sfgl.

nicht wenig erfreut worden. Und es ist Seiner Fürstlichen Gnaden gnädiges Begehren, Ihr wollet auch weiterhin guten Fleiß darauf verwenden, wie Seine Fürstlichen Gnaden

Unsichere Lesungen

  1. 1. — Tageszahl unsicher (Z. 3)
  2. E. W. — Initialen unsicher (Z. 5)
  3. Berber — Name, B/V unsicher (Z. 6)
  4. Nordecken — Name unsicher (Z. 10)
  5. Berbernn — Name, B/V unsicher (Z. 11)

S. 309

Bl. 153rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

euch vertrawenn, Wo auch muglich sollet ihr darann sein, dieweil die sohl gebessert, vnnd mehr dann zuvor vor augenn, auch die Böder Itzo ein werck in — 16.

Euch auch vertrauen. Wo es möglich ist, sollt Ihr darauf hinwirken — weil die Sole gebessert und mehr als zuvor vorhanden ist und auch die Boder jetzt ein Werk in 16

2

stundenn, da sie zuvor — 30 gehabt, ab siedenn könntenn, das noch ein Pfann Itzo mehr dann zuvor gesottenn, vnnd aus bereitet werdenn müge, Welches Ich euch zur wideranntwort eröffnenn sollen, denenn ich mit meinem geringenn vermügenn alzeit zudienenn gutwilligk, Datum Mecheln denn 10.

Stunden ablassen können, wo sie zuvor 30 gebraucht haben —, dass jetzt noch eine Pfanne mehr als zuvor gesotten und ausbereitet werden möge. Das sollte ich Euch zur Antwort eröffnen; dem ich mit meinem geringen Vermögen allzeit zu dienen gutwillig bin. Gegeben zu Mecheln, den 10.

3

Julij Anno 50. E. A. W.1 Reinhardt Abell Pfst2[?] Montags den 7 Julij seindt die verordenntenn Bawherrnn zum Bodenn aller beyeinannder wiederumb annkommenn, annzufahenn das new werck zusetzenn, dinstags den 8 Julij hat mann den gries vnnd den Saltzbronn hero verglichenn, vnnd ausgezogenn, vnd habenn hart am Saltzbronn, noch ein starcke quell wilt wassers fundenn, die auch vnnter den schwellen

Juli Anno 50. Euer Achtbaren Würden Reinhard Abel, Pfennigmeister.

Montag, den 7. Juli, sind die verordneten Bauherren zu Sooden alle wieder beisammen eingetroffen, um anzufangen, das neue Werk zu setzen. Dienstag, den 8. Juli, hat man den Gries und den Salzbrunnen ringsum eingeebnet und ausgezogen, und man hat hart am Salzbrunnen noch eine starke Quelle wilden Wassers gefunden, die auch unter den Schwellen

Unsichere Lesungen

  1. E. A. W. — Initialen unsicher (Z. 11)
  2. Pfst — Abkürzung, wohl Pfennigmeister (Z. 12)

S. 310

Bl. 153vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

des altenn fasses in Saltzbronn geflossenn, Hatt mann das alte fas daselbst verstopfft, den Saltzbron ganntz trockenn geöst, vnnd fundenn, das der erste Innflus ganntz gering wordenn, Mus dieselbe quell auch gefast, vnnd vom Saltzbronn bracht werdenn, Vnnd habenn etlich beglaubte Böder bekenndt, das sie Itzo vber — 14 stunde nit siedenn, so siht man auch Itzo augennscheinlich am siedenn, am zulassenn, vnnd das viel holtz ersparet wirdt, Darumb haben wir heut die Sohl im saltzbronn probirt, vnnd helt zu einer Pfann Neun fuder, vnnd ist die Sohl in hundert vnnd mehr Jarenn nie so gut vnnd gesundert gewest, wie Itzo Gotlob, Es ist auch heut das newe werck vf den Saltzbronn gefurt, der grundt zur schwellenn zugerichtt, vnnd anngefangenn wordenn, die fassung zusetzenn, vnnd geschlossenn, das die newenn schwelnn, eins schuchs tieffer in gries gesenckt, dann die schwellen am fas des Itzigenn Borns liegenn, Mitwochenn den 9.

des alten Fasses in den Salzbrunnen geflossen ist. Man hat das alte Fass dort verstopft, den Salzbrunnen ganz trocken geschöpft und gefunden, dass der erste Zufluss ganz gering geworden ist. Auch diese Quelle muss gefasst und vom Salzbrunnen weggebracht werden. Und etliche glaubwürdige Boder haben eingeräumt, dass sie jetzt nicht über 14 Stunden sieden; so sieht man auch jetzt augenscheinlich am Sieden und am Ablassen, dass viel Holz erspart wird.

Darum haben wir heute die Sole im Salzbrunnen geprobt, und sie hält auf eine Pfanne neun Fuder; und die Sole ist in hundert und mehr Jahren nie so gut und rein gewesen wie jetzt, Gott sei Lob. Es ist auch heute das neue Werk auf den Salzbrunnen gefahren, der Grund für die Schwellen hergerichtet und angefangen worden, die Fassung zu setzen; und es ist beschlossen worden, dass die neuen Schwellen einen Schuh tiefer in den Gries gesenkt werden als die Schwellen am Fass des jetzigen Borns liegen. Mittwoch, den 9.

2

Julij hat mann ann der alten fassung Jegenn der wildenn quell sechs schue lanng vnnd drey

Juli, hat man an der alten Fassung gegenüber der wilden Quelle sechs Schuh lang und drei

S. 311

Bl. 154rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

schue weit Pfele vnnd Bolenn Inngeschlagenn, zusehenn wie tieff die alte fassung gesetzt sey, Hat man funden, das die alte fassung vier schue tieffer im gries stehett, dann der Itzige alte Saltzbronn, Es ist aber das wilde wasser so gewaltig vnnd starck kommenn, das das loch vnterm vffm1 gries, da die alte fassung wendet, mit Thonn verrennet, vnnd darauf wieder zu stundt mit Gries zugefult wordenn, Heut ist der Lanndtvogt zum Bodenn annkommenn, vnnd die nacht alda verharret, Hat den Baw vnnd alle ding besichtiget, vnnd gerathenn, mit tieffer zusenckenn, noch zusuchenn, Inn zwölff vnnd dreyzehenn stundenn, habenn die Böder diese nacht gemeinlich zugelassenn, wie Hans Kremer der Sohlmeister offenntlich bekanndt.

Schuh weit Pfähle und Bohlen eingeschlagen, um zu sehen, wie tief die alte Fassung gesetzt ist. Man hat gefunden, dass die alte Fassung vier Schuh tiefer im Gries steht als der jetzige alte Salzbrunnen. Es ist aber das wilde Wasser so gewaltig und stark hereingekommen, dass das Loch unten auf dem Gries, wo die alte Fassung wendet, mit Ton verrannt und darauf sogleich wieder mit Gries zugefüllt worden ist.

Heute ist der Landvogt zu Sooden eingetroffen und die Nacht dort geblieben; er hat den Bau und alle Dinge besichtigt und geraten, mit tieferem Senken noch weiter zu suchen. In zwölf und dreizehn Stunden haben die Boder diese Nacht gemeinhin abgelassen, wie Hans Kremer, der Solmeister, offen eingeräumt hat.

2

Donnerstags den 10. Julij hat Meister Hanns der Zimmermann, die schwellenn zur newenn fassung gelegt, vier schue weit, vonn der eussersten altenn fassung, vnnd so tieff wie Itzo der Bodenn vnnd grundt im altenn Saltzbronn ist nach der schradt2[?] wegenn, vnnd nach der Wasser wegenn, Inn der Runde ganntz

Donnerstag, den 10. Juli, hat Meister Hans, der Zimmermann, die Schwellen zur neuen Fassung gelegt, vier Schuh weit von der äußersten alten Fassung entfernt und so tief, wie jetzt der Boden und Grund im alten Salzbrunnen ist, nach der Waage und nach dem Wasser in der Runde ganz

Unsichere Lesungen

  1. vnterm vffm — Lesung unsicher (Z. 6)
  2. schradt — Wort unklar (Z. 20)

S. 312

Bl. 154vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

gleich gelegt, bis ann die newenn gefundenenn Saltzädernn, Vnnd vnter den schwellenn hatt mann zu erst Moß1[?], darin aschen vnnd sanndt geschut, darauf aus vnnd Innwenndigk ann den schwellenn grobenn Kies gethann, vnnd den grabenn darin die schwellenn gelegt, damit wieder zugefult, vnnd hat mann mit den Pompenn die Sohl aus dem Saltzbronn, vnnd alles wasser was auswenndigk vmb den Saltzbronn, vnnd durch die altte fassung oder sonnst kommenn ist, alles ausgeöst, das mann trockenn hat hanndelnn, vnnd darin gehenn könnenn, Ist auch mit hartenn Kies wiederumb gefult vnnd verglichenn, Mann hat auch in ausösung des Lochs ann der altenn fassung fundenn, das vnter dem hartenn gries ein kleiner schwartzer triebsanndt gewesenn, Dadurch wir den grundt zuerfahrenn, mit einem langenn Eisernn Börer, Inn die funff schue tieff vnter das loch geboret, aber nichts dann sanndt vnd viel waßers gespüert, das keins wegs zurathenn,

gleich gelegt, bis an die neu gefundenen Salzadern. Und unter die Schwellen hat man zuerst Moos gelegt, darin Asche und Sand geschüttet, darauf außen und innen an den Schwellen groben Kies aufgebracht und den Graben, in den die Schwellen gelegt wurden, damit wieder zugefüllt.

Und man hat mit den Pumpen die Sole aus dem Salzbrunnen und alles Wasser, das außen um den Salzbrunnen und durch die alte Fassung oder sonstwie hereingekommen ist, ganz ausgeschöpft, so dass man trocken hantieren und darin gehen konnte. Es ist auch mit hartem Kies wieder gefüllt und eingeebnet worden.

Man hat auch beim Ausschöpfen des Lochs an der alten Fassung gefunden, dass unter dem harten Gries ein feiner schwarzer Triebsand liegt. Um den Grund zu erkunden, haben wir mit einem langen eisernen Bohrer gegen fünf Schuh tief unter das Loch gebohrt, aber nichts als Sand und viel Wasser angetroffen, so dass keineswegs zu raten ist,

Unsichere Lesungen

  1. Moß — Wort unklar (Z. 3)

S. 313

Bl. 155rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

tieffer zusuchenn, das mann aus erfahrung gehabt, das annder gute Saltzwercke dadurch ganntz verderbt, vnd zu nicht gemacht seindt wordenn.

tiefer zu suchen — zumal man aus Erfahrung weiß, dass andere gute Salzwerke dadurch ganz verdorben und zunichte gemacht worden sind.

2

Freytags den 11. Julij seindt dreyzehenn lannger seulenn Inn die Schwellenn, der seindt auch dreyzehenn stucke wohl in einannder vernagelt vnnd Inngeraumbt1[?] gesetzt, darin die Riegell vnnd bretter Inngeschnittenn, also das Jedes breth Inn beide seulenn Inngesenncket vnnd wohl vernagelt wordenn, vnd ist Jede sauhl achtzehenn schue lanng, stehenn vnnten Inn den Schwellenn Inngezapfft, vernagelt, habenn obenn in die mures2[?] verbundenn vnnd vernagelt, vnnd darzwischenn zwene Riegell gleich darin getheilt, vnnd dann die bretter zwischenn den Riegell wohl vf einannder gefugt.

Freitag, den 11. Juli, sind dreizehn lange Säulen in die Schwellen gesetzt worden; deren sind ebenfalls dreizehn Stücke gut ineinander vernagelt und eingeräumt, darin die Riegel und Bretter eingeschnitten, so dass jedes Brett in beide Säulen eingesenkt und gut vernagelt worden ist. Und jede Säule ist achtzehn Schuh lang, steht unten in die Schwellen eingezapft und vernagelt und ist oben in die Mauerlatten verbunden und vernagelt; und dazwischen sind zwei Riegel gleichmäßig eingeteilt, und dann sind die Bretter zwischen den Riegeln gut aufeinander gefügt.

3

Vnnd ist heut das alte eußerste fas vom neuen gestrebt, wie dieselbenn strebenn ganntz Innwenndigk daran gespont vnnd vernagelt, sollenn fur vnnd fur bleiben, vnnd Itzo die erstenn strebenn wederumb abgethan wordenn, damit die neue fassung vngehindert derselben könnt gefertigt werdenn.

Und heute ist das alte äußerste Fass von neuem verstrebt worden; diese Streben sind ganz innen daran gespundet und vernagelt und sollen fort und fort bleiben, und jetzt sind die ersten Streben wieder abgenommen worden, damit die neue Fassung ungehindert von ihnen gefertigt werden kann.

Unsichere Lesungen

  1. Inngeraumbt — Lesung unsicher (Z. 7)
  2. mures — Wort unklar (Z. 12)

S. 314

Bl. 155vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Sambstags den 12 Julij hat Meister hanns der Zimmermann die neuenn strebenn vollennt aller gefertiget, vnnd mit Irenn tragenndenn kropffenn, an des altenn eußerstenn fasses seuhlen genagelt, darnach in die seuhlenn der neuenn fassung die bretter vnnd Riegell vonn obenn herab zwerch vber mehrertheils Innbracht, Vnnd habenn heut die Herrnn abermahls den Saltzbronn ganntz truckenn ausösenn lassenn, das man mit hohenn schuenn truckenn darin ganngenn, vnd die Saltzadernn darin Jede in sonnderheit schmacken könnenn, darnach die zwo wildenn quellenn, so sich mit sohl vermischt, vnnd zuuor ganntz wild wasser warenn, außerhalb vnnd hart am Itzigenn Saltzbronn nebenn adernn, nach dem ort zu, da hieuor die schwenngell gestanndenn habenn auch ausgeschöpfft vnnd noch fundenn, das sie vermengt vnnd nit so gut als die im Saltzbronn.

Samstag, den 12. Juli, hat Meister Hans, der Zimmermann, die neuen Streben vollends alle fertiggestellt und mit ihren tragenden Kröpfen an die Säulen des alten äußersten Fasses genagelt; danach hat er in die Säulen der neuen Fassung die Bretter und Riegel von oben herab quer über den größten Teil eingebracht.

Und die Herren haben heute abermals den Salzbrunnen ganz trocken ausschöpfen lassen, so dass man mit hohen Schuhen trocken darin gehen und die Salzadern darin jede für sich schmecken konnte. Danach haben sie die zwei wilden Quellen, die sich mit Sole vermischt hatten und zuvor ganz wildes Wasser waren, außerhalb und hart am jetzigen Salzbrunnen neben den Adern, zu der Stelle hin, wo vorher die Schwengel gestanden haben, ebenfalls ausgeschöpft und nochmals gefunden, dass sie vermengt und nicht so gut sind wie die im Salzbrunnen.

2

Darumb einmutig geschlossenn, das das neue Innerste fas zum neuenn Saltzbronn, also zugericht vnnd

Darum ist einmütig beschlossen worden, dass das neue innerste Fass zum neuen Salzbrunnen so hergerichtet und

S. 315

Bl. 156rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

gemacht werdenn soll, das solche beiden quelnn daraus kömenn gelassenn, vnnd sonnderlich allein gefast, vnnd vertennet werdenn, Darumb müssenn die Solenn1[?], so darnebenn Inngeraumbt, ganntz tieff Inngetriebenn, oder abgehauenn werdenn, das sie ann solcher fassung nit hindernn, kan mann die nach gehalter proba nutzlich brauchenn, oder da mann der noturfftigk, so that mann die, Will mann aber die nit brauchenn, so magk mann die stiegenn, vnnd Inns gewelbe fliessenn lassenn, Bedennkenn2[?] der Verordentenn ist in Rath beschlossenn, das mann aus allerley vhrsachenn halbenn bey diesen Itzigenn arbeiternn bleibenn, vnnd keine vonn Cassell weitter hier fordernn soll, Da es aber ann Person, oder arbeiternn manngell wurde, So soll mann die Söder, dieweil die in keine frembde gehenn durffenn, vmb einannder, vnnd wer sonnst ankömpt, aus diesem Lannde, vmb den taglohnn wie der Itzo gegeben wirdt, arbeitenn lassenn, Mitt zurichtung des Osegezeugs3[?] der pompenn, ventil,

gemacht werden soll, dass diese beiden Quellen daraus herausgelassen und besonders für sich gefasst und abgedämmt werden. Darum müssen die Schwellen, die daneben eingeräumt sind, ganz tief eingetrieben oder abgehauen werden, damit sie an dieser Fassung nicht hinderlich sind. Kann man sie nach gehaltener Probe nützlich gebrauchen, oder wenn man ihrer bedarf, so tut man das; will man sie aber nicht gebrauchen, so mag man sie steigen und ins Gewölbe fließen lassen.

Nach dem Bedenken der Verordneten ist im Rat beschlossen worden, dass man aus allerlei Gründen bei den jetzigen Arbeitern bleiben und keine weiteren von Kassel hierher fordern soll. Sollte es aber an Personen oder Arbeitern fehlen, so soll man die Sieder — weil diese in keine Fremde gehen dürfen — abwechselnd, und wer sonst aus diesem Lande hinzukommt, für den Tagelohn, wie er jetzt gegeben wird, arbeiten lassen.

Zur Herrichtung des Schöpfzeugs, der Pumpen, Ventile,

Unsichere Lesungen

  1. Solenn — Anfangsbuchstabe unklar (Z. 4)
  2. Bedennkenn — Initiale unklar (Z. 11)
  3. Osegezeugs — Wort unklar (Z. 20)

S. 316

Bl. 156vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

stanngenn vnnd annders, habenn die Herrnn beuolenn, dasselbe alles duppell zuzurichtenn, vnnd sollenn zustunde zum ösenn vier neue Rörenn gesetzt werdenn, wie Christoffernn dem Saltzwartenn, vnnd dem Zimmermann anngezeigtt, vnnd sie vnterricht sein, vnnd sollenn daran nichts manngelnn lassenn, damit wann das alte Saltzbronn fas abgebrochenn wurdet, das mann als dan alle Sohl vnnd wasser, ganntz vnnd gar ausösenn könne, Weitter Vertagung vnnd Abschiedt.

Stangen und anderem haben die Herren befohlen, das alles doppelt herzurichten. Und es sollen sogleich zum Schöpfen vier neue Röhren gesetzt werden, wie es Christoffer, dem Salzwart, und dem Zimmermann angezeigt und wie sie unterrichtet sind; und sie sollen es daran nicht fehlen lassen, damit man, wenn das alte Salzbrunnenfass abgebrochen wird, alsdann alle Sole und alles Wasser ganz und gar ausschöpfen kann.

Weitere Vertagung und Abschied.

2

Vff schierstenn donnerstagk den 17. Julij sollenn vnnd wollenn die Herrnn wiederumb bey einannder zum Bodenn ankommenn, außerhalb Valtin Schuldt, dieweil der zu Saltza sein mus, vnnd mitler zeit soll der Zimmermann das Itzige neue faß im Zirckell vollennt fertigenn, so soll die abzucht Innwenndigk vnnd auswenndigk so weit die strebenn des neuenn fasses darin reichen werdenn, genntzlich bis vf den gries ausgefurt werden.

Am nächsten Donnerstag, den 17. Juli, sollen und wollen die Herren wieder zu Sooden beisammen eintreffen, außer Valtin Schuldt, weil dieser zu Salza sein muss. Und in der Zwischenzeit soll der Zimmermann das jetzige neue Fass im Rund vollends fertigstellen; und die Abzucht soll innen und außen, soweit die Streben des neuen Fasses hineinreichen werden, gänzlich bis auf den Gries ausgefahren werden,

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