Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 319–328
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 319–328 · Bl. 158r–162v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 319
Bl. 158rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)die Sohl zum siedenn zulanngenn, Will sich dann darzu das Itzige fas des Saltzbronns vf das kuben zusetzenn schickenn, So hat mann das zugebrauche, vnnd darauf zusetzenn, wo nit, so soll mann das vom neuenn nach notturfft machenn, vnnd setzenn lassenn, damit der neue Saltzbronn aller dinge zugebauet, wohl verwart, vnnd vnbeschwert bleibenn könne, Diese wochenn seindt gesottenn ————— 110 werck Sonntags den 13.
ist die Sole zum Sieden zu holen. Lässt sich dann das jetzige Fass des Salzbrunnens dazu auf die Kufe setzen, so hat man es zu gebrauchen und darauf zu setzen; wenn nicht, so soll man das Fass neu nach Bedarf anfertigen und setzen lassen, damit der neue Salzbrunnen in jeder Hinsicht ausgebaut, wohl verwahrt und unbeschwert bleiben kann.
Diese Woche sind gesotten worden ————— 110 Werk. Sonntag, den 13.
Julij zu morgenns die wochenrechnung gehört, vnnd vnterschriebenn, Montags den 14. Dinstags den 15.
Juli, morgens die Wochenrechnung angehört und unterschrieben. Montag, den 14., Dienstag, den 15.,
Mitwochenn 16. } Julij Donnerstags den 17. Freytags den 18. Sambstags den 19. Julij Ist die abzucht aller ausgefurt, bis vf den gries, vnnd hat der Zimmermann die eußerste alte fassung in den viertenn Schuch abge
Mittwoch, den 16., Donnerstag, den 17., Freitag, den 18. Juli. Samstag, den 19. Juli, ist die Abzucht ganz ausgefahren worden bis auf den Gries, und der Zimmermann hat die äußerste alte Fassung im vierten Schuh abge-
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Bl. 158vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)schnittenn, vnnd gerings vmbhero, obenn mit neuen Pinstenn1[?] Inngezapfft, vnnd auch wo vonnötenn, mit bretternn gebessert, vnnd wohl verfast, darnach die schwelnn ann der neuenn fassung so sich strebenn, bis die helfft ann die abzucht, vnnter den vmbganng zu grunde gleich nach der wegenn gelegt, die Riegell vnnd bretter Inn Jedes feldt, zwischenn zweienn seuhlenn Inngeschlossenn, vnnd obenn versimpst, das also dieselbe neue fassung Inn Zirckell, vnnd was in die abzucht reicht, diese wochenn gefertigt ist, Vnnd ist der neuen gefundenn Saltzadernn halbenn, so sich hart ann der altenn fassung ereugt, nach der kirchenn vnnd dem Berge zu, damit die auch in rechtenn Saltzbronn kommenn, mitgefast werden, diese fassung nit ganntz in Zirckell, sonndernn gestrebt, hinter die alte fassung bis in den vmbganngk der abzucht gesetzt wordenn, Hat zusammenn — 24.
schnitten und ringsherum oben mit neuen Pfosten eingezapft und auch, wo nötig, mit Brettern ausgebessert und gut verfasst. Danach sind die Schwellen an der neuen Fassung, soweit sie sich verstreben, bis zur Hälfte an die Abzucht, unter dem Umgang zu Grund nach der Waage gleich gelegt, die Riegel und Bretter in jedem Feld zwischen zwei Säulen eingeschlossen und oben mit einem Gesims versehen worden — so dass diese neue Fassung im Rund und was in die Abzucht reicht in dieser Woche fertiggestellt ist.
Und wegen der neu gefundenen Salzadern, die sich hart an der alten Fassung zeigen, zur Kirche und zum Berg hin, ist diese Fassung — damit auch sie in den rechten Salzbrunnen kommen und mitgefasst werden — nicht ganz im Rund, sondern verstrebt hinter die alte Fassung bis in den Umgang der Abzucht gesetzt worden. Sie hat zusammen 24
Seuhlnn, vnnd ist der Berck darwieder in der abzucht ganntz wohl verstrebt, darnach wie zuuor im grunde gedemet vnnd gefult.
Säulen, und der Berg ist dagegen in der Abzucht ganz gut verstrebt und danach wie zuvor im Grund gedämmt und gefüllt.
Unsichere Lesungen
- Pinstenn — Wort unklar (Z. 2)
S. 321
Bl. 159rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Diese wochenn seindt gesottenn ————— 134 werck Sonntags den 20 Julij gefeyrt, vnnd habenn die Hern die Wochenn vnnd amptsrechnung vom Bau vnnd Saltzwerck gehört, vnnd vnterschriebenn, vnnd nach dem die Renne vnnter dem Tam im Sohlgrabenn, da die oberste brucke sein soll, verstopfft vnnd verschlempt, das sich das wasser gestauet, vnnd kein Sohl vorm Gewelbe gehabt hat, Ist dieselbe Renn vfgeraumbt, vnnd der fall vorm Gewelbe wieder erlanngt.
Diese Woche sind gesotten worden ————— 134 Werk.
Sonntag, den 20. Juli, gefeiert; und die Herren haben die Wochen- und Amtsrechnung vom Bau und Salzwerk angehört und unterschrieben. Und nachdem die Renne unter dem Damm im Solgraben, wo die oberste Brücke sein soll, verstopft und verschlammt war, so dass sich das Wasser gestaut und keine Sole vor dem Gewölbe gestanden hat, ist diese Renne aufgeräumt und das Gefälle vor dem Gewölbe wiederhergestellt worden.
Darumb notwenndigk vnnd fur gut anngesehenn, das als balde muglich, daselbst hin die vierte steinenn bruckenn vber den Sohlgrabenn also gemacht werdenn soll, das mann in Zeit der fludt, eine Schleuße oder Schosgatternn, wie ann einem tische dauonn zuschiessenn, vnnd das wasser was durchs gewelbe kömpt, die zeit der fludt mit pompenn haltenn könne, Damit die Werra oder wilt wasser sich nit in Saltzbronn staue, noch denn neuenn Beuenn schadenn thue, vnnd sollenn die fuhrleute in der Stadt, steine darzu zu
Darum ist es für notwendig und gut befunden worden, dass sobald wie möglich dorthin die vierte steinerne Brücke über den Solgraben so gebaut werden soll, dass man zur Zeit der Flut eine Schleuse oder ein Schützgatter wie an einem Tisch davorschieben und das Wasser, das durchs Gewölbe kommt, zur Zeit der Flut mit Pumpen halten kann, damit die Werra oder das wilde Wasser sich nicht im Salzbrunnen staue und den neuen Bauten Schaden tue. Und die Fuhrleute in der Stadt sollen angesprochen werden, Steine dazu zu
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Bl. 159vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)führenn, anngesprochenn werdenn, Montags den 21. Julij zu morgenn ist Valtin Schuldt wieder alhie ankommenn, hat meister hanns der Zimmermann die neue fassung wohl vernagelnn lassenn, vnnd den letztenn Rinck vf den seuhlenn in der abzucht auch Innbracht, vnnd habenn etliche Söderknechte gesagt, wo das siedenn vnnd sonnst die Winnung1[?], wie Itzo also bleibenn, woltenn sie keine Goltschmidde daruor sein, dann etliche bekenndt, das sie in 11.
fahren.
Montag, den 21. Juli, am Morgen ist Valtin Schuldt wieder hier eingetroffen. Meister Hans, der Zimmermann, hat die neue Fassung gut vernageln lassen und den letzten Ring auf den Säulen in der Abzucht ebenfalls eingebracht. Und etliche Siederknechte haben gesagt, wenn das Sieden und sonst die Winnung so bliebe wie jetzt, wollten sie keine Goldschmiede dafür sein; denn etliche haben eingeräumt, dass sie in 11
stundenn zugelassenn habenn, Die vier pompenn, damit mann den Saltzbronn hatt Jederzeit ösenn könnenn, seindt heut wiederumb aus dem Saltzbronn gethann, darnach die vier alte seulenn, ann der altenn fassung, so der neuenn Saltzadernn halbenn, Itzo in die neue fassung bracht, vber den neuenn strebenn, Inn der mitte vom grunde in die höhe abgehauenn, vnnd daselbst mit neuenn Pinstenn2[?] gefast, dann dieselbenn seulen
Stunden abgelassen haben.
Die vier Pumpen, mit denen man den Salzbrunnen jederzeit hat schöpfen können, sind heute wieder aus dem Salzbrunnen genommen worden. Danach sind die vier alten Säulen an der alten Fassung, die der neuen Salzadern wegen jetzt in die neue Fassung einbezogen sind, über den neuen Streben in der Mitte vom Grund in die Höhe abgehauen und dort mit neuen Pfosten gefasst worden; denn diese Säulen
Unsichere Lesungen
- Winnung — Lesung unsicher (Z. 8)
- Pinstenn — Wort unklar (Z. 19)
S. 323
Bl. 160rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)obenn aus ganntz Morß vnnd baufelligk gewesenn, seindt aber vnntenn der neuenn strebenn halben stehenn bliebenn, So ist obenn die neue fassung auch Jegenn dem Berge gestrebt, Damit dieselbe fassung dem Berge dester besser halte, vnnd auch die strebenn dem Simbs1[?] vf der altenn fassung gleichformig werde, aber die altenn dielenn ann derselbenn eußersten fassung, zwischenn dennselbenn vier seuhlenn, seindt vffm gries abgehauenn, vnnd im grunde stehenn sie noch in den funfftenn schuch Inngeraumbt, Dinstagk den 22.
waren oben heraus ganz morsch und baufällig, sind aber unten der neuen Streben wegen stehengeblieben. So ist oben die neue Fassung auch gegen den Berg verstrebt worden, damit diese Fassung dem Berg desto besser standhalte und auch die Streben dem Gesims auf der alten Fassung gleichförmig werden. Die alten Dielen an dieser äußersten Fassung zwischen denselben vier Säulen aber sind auf dem Gries abgehauen worden, und im Grund stehen sie noch im fünften Schuh eingeräumt.
Dienstag, den 22.
Julij ann der altenn fassung vollennt obenn gesimbst, vnnd ist die alte fassung abzucht hinder der neuenn fassung Jegenn dem Berge, vnntenn vfm gries mit aschenn zimblich tieff vnnd vnnder der Schwellenn mit Moß gefult, Darnach vf die aschenn ein Tam vonn gutem wohlgemachtenn vnnd bereitetenn Thonn, sechs schue hoch hart vf einannder geschlagenn, dauonn das wilde wasser, vnnd alles Innfallenndt wasser, Inn das gewelbe fliessenn könne.
Juli, an der alten Fassung vollends oben das Gesims angebracht. Und die Abzucht der alten Fassung hinter der neuen Fassung gegen den Berg ist unten auf dem Gries mit Asche ziemlich tief und unter den Schwellen mit Moos gefüllt worden. Danach ist auf die Asche ein Damm aus gutem, wohl gemachtem und bereitetem Ton sechs Schuh hoch hart aufeinander geschlagen worden, damit das wilde Wasser und alles einfallende Wasser ins Gewölbe fließen kann.
Unsichere Lesungen
- Simbs — Lesung unsicher (Z. 6)
S. 324
Bl. 160vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Mitwochenn den 23 Julij ein neues Osegezeugk1[?] vonn dreyenn köpffernn Rörenn gesetzt, zum weildenn wasser dasselbe zeucht vnnd helt solchs alles wohl, das mann allennthalbenn truckenn handeln vnnd wanndernn kann.
Mittwoch, den 23. Juli, ein neues Schöpfzeug aus drei kupfernen Röhren gesetzt; das zieht das wilde Wasser und hält alles so gut, dass man überall trocken hantieren und gehen kann.
Denselbenn morgenn berathschlagt, vnnd einmutigk geschlossenn, das die Innerste neue fassung, so der rechte Saltzbronn sein soll, vfs aller furderlichst, wie mann sich verglichenn, vnnd das muster dauonn ausweiset, viereckig zugericht, vnnd gefertigt werdenn, also das die seuhlenn der Itzigenn erstenn neuenn fassung, oben in der höhe gleich, vnnd drey schue weit, vonn einannder, vnnd vonn vnntenn heran, darzwischenn halb lannge seuhlenn, darin derselbenn lennge gleich der geschnittenn eichenn dielenn Inn drey Zolle dick, Inn die höhe vom grunde des kies zwelff schue hoch herauff in beide seuhlenn, Jeder zweyer finger breit, Inngesenfft, darauff wohl verriegelt, vnnd dann vonn obenn herab zwerch vber dielenn vnnd bretter Inngeschlossenn Inn zwo seuhlenn,
Am selben Morgen beratschlagt und einmütig beschlossen, dass die innerste neue Fassung, die der rechte Salzbrunnen sein soll, aufs allerförderlichste, wie man sich verglichen hat und wie es das Muster ausweist, viereckig hergerichtet und gefertigt werden soll: nämlich so, dass die Säulen der jetzigen ersten neuen Fassung oben in der Höhe gleich und drei Schuh weit voneinander stehen und von unten herauf dazwischen halblange Säulen; darin sollen in derselben Länge geschnittene eichene Dielen von drei Zoll Dicke in die Höhe vom Grund des Kieses zwölf Schuh hoch herauf in beide Säulen, jeweils zwei Finger breit, eingesenkt, darauf gut verriegelt und dann von oben herab quer über Dielen und Bretter in zwei Säulen eingeschlossen werden,
Unsichere Lesungen
- Osegezeugk — Wort unklar (Z. 1)
S. 325
Bl. 161rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)die die höhe habenn, vnnd das alwege die dritte seuhlenn in der mitte halb so hoch sey, vnnd so ganntz aus die neue fassung, vnnd sollenn zwischenn den beiden hohenn seuhlenn, so vngefehrlich drey schue weit von einannder sein, vnnd dann darzwischenn die halbe seuhle Inn die lennge, wie ann der Itzigenn erstenn neuenn fassung, die Bretter wohl vfeinannder verfuget werdenn, Darnach dieselbe fassung ebenn wol vnnd vfs vleissigst zufastenn, vnnd mit starckenn Rimbsenn vnnterlegenn1[?], Vnnd zusolcher arbeit sollenn die dielennschneider, so wir vom Eichsfelde habenn hier holenn lassenn, sauiel eichenn höltzer schneidenn, wie Meister Hanns der zimmermann Ihnenn anngibt, vnnd von nötenn sein, So habenn die Herrnn mit denselben Schnitternn gedingt, das mann Ihnenn alwege von vier ehlenn eins schnidts einenn Margenn grosch zuschneidenn gebenn soll, So sollenn die zwo neben adernn ausserhalb, vnnd ann dem Itzigenn altenn Saltzbronn Jede insonnderheit mit Holtzwerck gefast
die die volle Höhe haben — und so, dass stets die dritte Säule in der Mitte halb so hoch ist, und so durchgehend die ganze neue Fassung. Und zwischen den beiden hohen Säulen, die ungefähr drei Schuh weit voneinander stehen, und der halben Säule dazwischen in der Länge, wie an der jetzigen ersten neuen Fassung, sollen die Bretter gut aufeinander gefügt werden. Danach ist diese Fassung ebenso gut und aufs sorgfältigste zu fassen und mit starken Rähmen zu unterlegen.
Und zu dieser Arbeit sollen die Dielenschneider, die wir vom Eichsfeld haben herholen lassen, so viel eichene Hölzer schneiden, wie Meister Hans, der Zimmermann, ihnen angibt und wie es nötig sein wird. So haben die Herren mit diesen Schneidern verdungen, dass man ihnen stets für vier Ellen eines Schnitts einen Mariengroschen zum Schneiden geben soll.
So sollen die zwei Nebenadern außerhalb und an dem jetzigen alten Salzbrunnen jede für sich mit Holzwerk gefasst
Unsichere Lesungen
- vnnterlegenn — Anfangsbuchstabe unklar (Z. 10)
S. 326
Bl. 161vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)werdenn, also das die in die höhe steigenn, vnnd Ihrenn ausflus habenn könnenn, So mann dann der bedarff, oder notturfftigk were, kömt man die brauchenn, So nit, so möcht mann dieselben Inns gewelbe weisenn, vnnd hinlauffenn lassenn, vnd zu solcher fassung der zweyer nebenn adernn, wollen die beide Burgermeister Wiedennstein, vnnd Gerrÿ1[?] Heut dem zimmermann aus der Stadt Allenndorf gehöltze.
werden, so dass sie in die Höhe steigen und ihren Abfluss haben können. Wenn man ihrer dann bedarf oder sie nötig wären, so kann man sie gebrauchen; wenn nicht, so möchte man sie ins Gewölbe weisen und hinlaufen lassen. Und zu dieser Fassung der zwei Nebenadern wollen die beiden Bürgermeister Wiedenstein und Gerry heute dem Zimmermann aus dem Gehölz der Stadt Allendorf
ein gros stück eichenn holtz, wie der zimmermann das darzu bedarff verschaffenn, Donnerstags den 24.
ein großes Stück Eichenholz, wie es der Zimmermann dazu braucht, verschaffen.
Donnerstag, den 24.
Julij hat der zimmermann den stuel vnnd gerüste zu ausbringung der sohl verruckt, vnnd dermassenn gefast, das mann das fas des altenn Saltzbronns könnt heraus lanngenn, Freytags den 25 Julij, vnnd Sambstags den 26.
Juli, hat der Zimmermann den Stuhl und das Gerüst zum Ausbringen der Sole verrückt und so gefasst, dass man das Fass des alten Salzbrunnens herauslangen konnte. Freitag, den 25. Juli, und Samstag, den 26.,
das alte fas mit seulenn vnnd schwellenn ganntz heraus gelanngt, Darnach vier Pompenn zum Ösen, nebenn die zwo Rörenn, damit mann sohle zum siedenn lanngt, gesetzt vf die mitte der Saltzadern
das alte Fass mit Säulen und Schwellen ganz herausgeholt. Danach vier Pumpen zum Schöpfen neben die zwei Röhren, mit denen man Sole zum Sieden holt, auf die Mitte der Salzadern gesetzt
Unsichere Lesungen
- Gerrÿ — Name, Anfangsbuchstabe G/H unklar (Z. 7)
S. 327
Bl. 162rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vnnd dieselbenn aller Jegenn2 abendt geöst, hat mann Jede ader Innsonnderheit geschmackt, vnnd nachmals die wilde ader oder quelle, so sich nebenn dem altenn fasse zuuor erzeugt, auch allein geschmackt, Ist noch wie lautter wilt wasser gewesenn, darauf der zimmermann beuohlenn, die allein zufassenn, vnnd ist vns den Saltzgreuenn, heut volgennde schrifft vonn den Rethenn zukommenn, Dem Erbarnn vnsernn Besonndernn gutenn freundenn, Johann Vorderkenn1[?] vnd Josten Berkernn Saltzgreuenn, Vnser freundtlich dienst zuuor Erbarnn besonndere gute freunde, Es ist vnsernn gnedigenn furstenn vnd herrnn Lanndtgraff Philipsenn zu Hessenn anngelanngt wordenn, Es solle die Sohl des Saltzbronns zu Allenndorff etwas reicher wordenn sein, also das mann nue furter wiederumb sfgl.
und diese alle gegen Abend leergeschöpft. Man hat jede Ader für sich geschmeckt und danach auch die wilde Ader oder Quelle, die sich zuvor neben dem alten Fass gezeigt hatte, für sich allein geschmeckt; sie war noch wie lauteres wildes Wasser. Darauf ist dem Zimmermann befohlen worden, sie für sich allein zu fassen.
Und uns, den Salzgrafen, ist heute folgendes Schreiben von den Räten zugekommen:
Den ehrbaren, unseren besonders guten Freunden Johann Vorderken und Jobst Becker, Salzgrafen. Unseren freundlichen Dienst zuvor, ehrbare, besonders gute Freunde. Es ist unserem gnädigen Fürsten und Herrn, Landgraf Philipp zu Hessen, zu Ohren gekommen, die Sole des Salzbrunnens zu Allendorf solle etwas reicher geworden sein, so dass man nun künftig wieder Seiner Fürstlichen Gnaden
Pfannenn daselbst alle viertzigk siedenn lassenn könnt, Darauff vnns dann sfgl geschriebenn, euch furter zubefehlen,
Pfannen dort alle vierzig sieden lassen könnte. Darauf haben Seine Fürstlichen Gnaden uns geschrieben, euch weiter zu befehlen,
Unsichere Lesungen
- Vorderkenn — Name, Anfangsbuchstabe V/N unklar (Z. 10)
- Jegenn — Lesung unsicher (Z. 1)
S. 328
Bl. 162vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)wie ihr ab Innliegennder Copey, die ihr bey euch in vertrauenn bleibenn lassenn wollet, zusehenn habt, Welchs wir euch also vf beuelch hochgedachts vnsers G.
wie ihr aus der beiliegenden Abschrift, die ihr im Vertrauen bei euch behalten wollet, zu ersehen habt. Das wollten wir euch also auf Befehl unseres hochgenannten gnädigen
F. vnnd Herrnn nicht wollenn verhaltenn das dermassenn wie sfgl. begerenn zuuerordenen, vnnd ihr thut hierann sfgl meynung, vnnd wir seindt euch freundtlichenn zuertzeigenn geneigt, Datum Cassell am 24.
Fürsten und Herrn nicht verhalten, damit ihr es so anordnet, wie Seine Fürstlichen Gnaden es begehren; und ihr tut daran Seiner Fürstlichen Gnaden Meinung, und wir sind geneigt, euch Freundschaft zu erweisen. Gegeben zu Kassel am 24.
July Anno 50 Verordennte Rethe zu Cassell. Extract ex fabula Principis de dato den 8. Julÿ Anno 50.
Juli Anno 50. Verordnete Räte zu Kassel.
Auszug aus dem Schreiben des Fürsten, datiert den 8. Juli Anno 50:
Das der Saltzbronn wohlgebauet höre Ich gernne, Wollet vf solch Saltzwergk gut vfsehenn haben, das recht mit gehanndelt vnnd vmbgangen werde, vnnd gut rechnung haltenn lassenn, vnnd dieweil die sohl so gut, so laht die vorigenn Bothe vnnd SaltzPfannenn auch siedenn, das meiner Pfannen wieder
Dass der Salzbrunnen gut gebaut ist, höre ich gern. Wollet auf dieses Salzwerk gut achtgeben, dass recht damit gehandelt und umgegangen und gute Rechnung geführt werde. Und weil die Sole so gut ist, so lasst die früheren Bothe und Salzpfannen auch sieden, damit von meinen Pfannen wieder