Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 325–334
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 325–334 · Bl. 161r–165v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 325
Bl. 161rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)die die höhe habenn, vnnd das alwege die dritte seuhlenn in der mitte halb so hoch sey, vnnd so ganntz aus die neue fassung, vnnd sollenn zwischenn den beiden hohenn seuhlenn, so vngefehrlich drey schue weit von einannder sein, vnnd dann darzwischenn die halbe seuhle Inn die lennge, wie ann der Itzigenn erstenn neuenn fassung, die Bretter wohl vfeinannder verfuget werdenn, Darnach dieselbe fassung ebenn wol vnnd vfs vleissigst zufastenn, vnnd mit starckenn Rimbsenn vnnterlegenn1[?], Vnnd zusolcher arbeit sollenn die dielennschneider, so wir vom Eichsfelde habenn hier holenn lassenn, sauiel eichenn höltzer schneidenn, wie Meister Hanns der zimmermann Ihnenn anngibt, vnnd von nötenn sein, So habenn die Herrnn mit denselben Schnitternn gedingt, das mann Ihnenn alwege von vier ehlenn eins schnidts einenn Margenn grosch zuschneidenn gebenn soll, So sollenn die zwo neben adernn ausserhalb, vnnd ann dem Itzigenn altenn Saltzbronn Jede insonnderheit mit Holtzwerck gefast
die die volle Höhe haben — und so, dass stets die dritte Säule in der Mitte halb so hoch ist, und so durchgehend die ganze neue Fassung. Und zwischen den beiden hohen Säulen, die ungefähr drei Schuh weit voneinander stehen, und der halben Säule dazwischen in der Länge, wie an der jetzigen ersten neuen Fassung, sollen die Bretter gut aufeinander gefügt werden. Danach ist diese Fassung ebenso gut und aufs sorgfältigste zu fassen und mit starken Rähmen zu unterlegen.
Und zu dieser Arbeit sollen die Dielenschneider, die wir vom Eichsfeld haben herholen lassen, so viel eichene Hölzer schneiden, wie Meister Hans, der Zimmermann, ihnen angibt und wie es nötig sein wird. So haben die Herren mit diesen Schneidern verdungen, dass man ihnen stets für vier Ellen eines Schnitts einen Mariengroschen zum Schneiden geben soll.
So sollen die zwei Nebenadern außerhalb und an dem jetzigen alten Salzbrunnen jede für sich mit Holzwerk gefasst
Unsichere Lesungen
- vnnterlegenn — Anfangsbuchstabe unklar (Z. 10)
S. 326
Bl. 161vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)werdenn, also das die in die höhe steigenn, vnnd Ihrenn ausflus habenn könnenn, So mann dann der bedarff, oder notturfftigk were, kömt man die brauchenn, So nit, so möcht mann dieselben Inns gewelbe weisenn, vnnd hinlauffenn lassenn, vnd zu solcher fassung der zweyer nebenn adernn, wollen die beide Burgermeister Wiedennstein, vnnd Gerrÿ1[?] Heut dem zimmermann aus der Stadt Allenndorf gehöltze.
werden, so dass sie in die Höhe steigen und ihren Abfluss haben können. Wenn man ihrer dann bedarf oder sie nötig wären, so kann man sie gebrauchen; wenn nicht, so möchte man sie ins Gewölbe weisen und hinlaufen lassen. Und zu dieser Fassung der zwei Nebenadern wollen die beiden Bürgermeister Wiedenstein und Gerry heute dem Zimmermann aus dem Gehölz der Stadt Allendorf
ein gros stück eichenn holtz, wie der zimmermann das darzu bedarff verschaffenn, Donnerstags den 24.
ein großes Stück Eichenholz, wie es der Zimmermann dazu braucht, verschaffen.
Donnerstag, den 24.
Julij hat der zimmermann den stuel vnnd gerüste zu ausbringung der sohl verruckt, vnnd dermassenn gefast, das mann das fas des altenn Saltzbronns könnt heraus lanngenn, Freytags den 25 Julij, vnnd Sambstags den 26.
Juli, hat der Zimmermann den Stuhl und das Gerüst zum Ausbringen der Sole verrückt und so gefasst, dass man das Fass des alten Salzbrunnens herauslangen konnte. Freitag, den 25. Juli, und Samstag, den 26.,
das alte fas mit seulenn vnnd schwellenn ganntz heraus gelanngt, Darnach vier Pompenn zum Ösen, nebenn die zwo Rörenn, damit mann sohle zum siedenn lanngt, gesetzt vf die mitte der Saltzadern
das alte Fass mit Säulen und Schwellen ganz herausgeholt. Danach vier Pumpen zum Schöpfen neben die zwei Röhren, mit denen man Sole zum Sieden holt, auf die Mitte der Salzadern gesetzt
Unsichere Lesungen
- Gerrÿ — Name, Anfangsbuchstabe G/H unklar (Z. 7)
S. 327
Bl. 162rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vnnd dieselbenn aller Jegenn2 abendt geöst, hat mann Jede ader Innsonnderheit geschmackt, vnnd nachmals die wilde ader oder quelle, so sich nebenn dem altenn fasse zuuor erzeugt, auch allein geschmackt, Ist noch wie lautter wilt wasser gewesenn, darauf der zimmermann beuohlenn, die allein zufassenn, vnnd ist vns den Saltzgreuenn, heut volgennde schrifft vonn den Rethenn zukommenn, Dem Erbarnn vnsernn Besonndernn gutenn freundenn, Johann Vorderkenn1[?] vnd Josten Berkernn Saltzgreuenn, Vnser freundtlich dienst zuuor Erbarnn besonndere gute freunde, Es ist vnsernn gnedigenn furstenn vnd herrnn Lanndtgraff Philipsenn zu Hessenn anngelanngt wordenn, Es solle die Sohl des Saltzbronns zu Allenndorff etwas reicher wordenn sein, also das mann nue furter wiederumb sfgl.
und diese alle gegen Abend leergeschöpft. Man hat jede Ader für sich geschmeckt und danach auch die wilde Ader oder Quelle, die sich zuvor neben dem alten Fass gezeigt hatte, für sich allein geschmeckt; sie war noch wie lauteres wildes Wasser. Darauf ist dem Zimmermann befohlen worden, sie für sich allein zu fassen.
Und uns, den Salzgrafen, ist heute folgendes Schreiben von den Räten zugekommen:
Den ehrbaren, unseren besonders guten Freunden Johann Vorderken und Jobst Becker, Salzgrafen. Unseren freundlichen Dienst zuvor, ehrbare, besonders gute Freunde. Es ist unserem gnädigen Fürsten und Herrn, Landgraf Philipp zu Hessen, zu Ohren gekommen, die Sole des Salzbrunnens zu Allendorf solle etwas reicher geworden sein, so dass man nun künftig wieder Seiner Fürstlichen Gnaden
Pfannenn daselbst alle viertzigk siedenn lassenn könnt, Darauff vnns dann sfgl geschriebenn, euch furter zubefehlen,
Pfannen dort alle vierzig sieden lassen könnte. Darauf haben Seine Fürstlichen Gnaden uns geschrieben, euch weiter zu befehlen,
Unsichere Lesungen
- Vorderkenn — Name, Anfangsbuchstabe V/N unklar (Z. 10)
- Jegenn — Lesung unsicher (Z. 1)
S. 328
Bl. 162vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)wie ihr ab Innliegennder Copey, die ihr bey euch in vertrauenn bleibenn lassenn wollet, zusehenn habt, Welchs wir euch also vf beuelch hochgedachts vnsers G.
wie ihr aus der beiliegenden Abschrift, die ihr im Vertrauen bei euch behalten wollet, zu ersehen habt. Das wollten wir euch also auf Befehl unseres hochgenannten gnädigen
F. vnnd Herrnn nicht wollenn verhaltenn das dermassenn wie sfgl. begerenn zuuerordenen, vnnd ihr thut hierann sfgl meynung, vnnd wir seindt euch freundtlichenn zuertzeigenn geneigt, Datum Cassell am 24.
Fürsten und Herrn nicht verhalten, damit ihr es so anordnet, wie Seine Fürstlichen Gnaden es begehren; und ihr tut daran Seiner Fürstlichen Gnaden Meinung, und wir sind geneigt, euch Freundschaft zu erweisen. Gegeben zu Kassel am 24.
July Anno 50 Verordennte Rethe zu Cassell. Extract ex fabula Principis de dato den 8. Julÿ Anno 50.
Juli Anno 50. Verordnete Räte zu Kassel.
Auszug aus dem Schreiben des Fürsten, datiert den 8. Juli Anno 50:
Das der Saltzbronn wohlgebauet höre Ich gernne, Wollet vf solch Saltzwergk gut vfsehenn haben, das recht mit gehanndelt vnnd vmbgangen werde, vnnd gut rechnung haltenn lassenn, vnnd dieweil die sohl so gut, so laht die vorigenn Bothe vnnd SaltzPfannenn auch siedenn, das meiner Pfannen wieder
Dass der Salzbrunnen gut gebaut ist, höre ich gern. Wollet auf dieses Salzwerk gut achtgeben, dass recht damit gehandelt und umgegangen und gute Rechnung geführt werde. Und weil die Sole so gut ist, so lasst die früheren Bothe und Salzpfannen auch sieden, damit von meinen Pfannen wieder
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Bl. 163rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)viertzigk siedenn, dann ihr seindt etlich abgestelt, vmb der geringer sohl willenn, Dieweil sich die nun bessert, laht sie wieder aufrichtenn, Solt in alwege die — 40.
vierzig sieden; denn es sind etliche abgestellt worden wegen der geringen Sole. Weil sich diese nun bessert, lasst sie wieder aufrichten. Ihr sollt jedenfalls die 40
Pfannenn zu Allenndorff wieder siedenn lassenn, könnenn es nun wol thun, Diese wochenn seindt gesottenn ———— 116 werck.
Pfannen zu Allendorf wieder sieden lassen; ihr könnt es nun wohl tun.
Diese Woche sind gesotten worden ———— 116 Werk.
Darauf dieser Bericht den Furstlichenn Rethenn vnd auch Reinhardt Abelnn geschriebenn ist.
Darauf ist dieser Bericht an die fürstlichen Räte und auch an Reinhard Abel geschrieben worden:
Vnser gutewilligk diennste bestes vleiss alzeit zuuor Edlenn, Hochgelertenn Ernuestenn vnnd Erbarnn gunstige herrnn, Vff E.
Unsere gutwilligen Dienste und besten Fleiß allzeit zuvor, edle, hochgelehrte, ehrenfeste und ehrbare, günstige Herren. Auf Euer
G. vnnd E. ann vnns Jungst gethann schreibenn, mit Inngeschlossener Copien vnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn meinung, die dinge dermassenn vffm Saltzwercke, wie Irf.
Gnaden und Ehren jüngst an uns ergangenes Schreiben mit der eingeschlossenen Abschrift der Meinung unseres gnädigen Fürsten und Herrn, die Dinge am Salzwerk so anzuordnen, wie Ihre Fürstlichen
G. begerenn zuuerordenenn, Wollenn dennselbenn wir diennstlich nit verhaltenn, das vom annfang bis daher sieder Irfgl.
Gnaden es begehren, wollen wir denselben dienstlich nicht verhalten, dass von Anfang bis hierher, seit Ihre Fürstlichen Gnaden
vffm Saltzwergk alhie mit zuthun gehabt, alwege vierzigk Boden vnnd
am Salzwerk hier mit zu tun gehabt haben, stets vierzig Bothe und
S. 330
Bl. 163vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Pfannenn vf Irer fgl theil im Saltzsiedenn gewest, vnnd noch seindt, auch dauonn vnnd ann der zale vmb der geringenn sohlnn2, noch annder vrsach willenn keine abgestelt, sonnst seindt etliche gebeue zu annder notwendigenn vnnd nutzlichenn geschefftenn vfgericht vnnd gebraucht wordenn, die noch furhanndenn, vnnd wo vonn nötenn, vber die 40 Bodenn auch darin Saltz zusiedenn, in kurtzer vnd mit weniger muhe anngericht werdenn könnenn, vnnd mugenn, aber sieder der zwischenn sfgl.
Pfannen auf Ihrer Fürstlichen Gnaden Anteil im Salzsieden gewesen und noch sind, und dass davon und von der Zahl weder wegen der geringen Sole noch aus anderem Grund welche abgestellt worden sind. Sonst sind etliche Gebäude zu anderen notwendigen und nützlichen Geschäften errichtet und gebraucht worden; die sind noch vorhanden und können, wo nötig, über die 40 Bothe hinaus in kurzer Zeit und mit wenig Mühe eingerichtet werden, um auch darin Salz zu sieden.
Seit der zwischen Seiner Fürstlichen Gnaden
vnd den Pfennernn vfgerichtenn Location, hat mann vonn wegenn Irer f. gl. achtzigk vier Bodenn, in verwaltung vnnd Regirung gehabt, der seindt Itzo des Baues halbenn am Saltzbronn, vermuge der abschiede, vier abgebrochenn, das also Itzo noch fur vnnd fur achtzigk Bodenn im gannge seindt vnnd Irer Rinnung1[?] wochenntlich vnndrichtenn, Der aber wohl vonn nötenn, das noch zwey oder drey Bodenn, die den gebeuenn des Saltzbronns zu nahe stehenn, vmb der schwerenn last willenn, bey vnnd
und den Pfännern aufgerichteten Location hat man von wegen Ihrer Fürstlichen Gnaden vierundachtzig Bothe in Verwaltung und Regierung gehabt; davon sind jetzt des Baus am Salzbrunnen wegen gemäß den Abschieden vier abgebrochen worden, so dass jetzt noch fort und fort achtzig Bothe im Gang sind und ihre Winnung wöchentlich entrichten. Es wäre aber wohl nötig, dass noch zwei oder drei Bothe, die den Bauten des Salzbrunnens der schweren Last wegen zu nahe stehen, ebenfalls
Unsichere Lesungen
- Rinnung — Wort unklar (Z. 17)
- sohlnn — Endung unklar (Z. 3)
S. 331
Bl. 164rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)abgethann wurdenn, habenns aber Itzo vmb des vnnkostenns vnnd verseumung des nutzens willenn, souiel muglich gewesenn, verschonenn vnnd annstellen mussen, aber nach fertigung Itziger gebeue, wollenn vnnd mussenn wir, die vier abgebrochenn Bodenn furderlich wiederumb vfrichtenn, vnnd in ganng bringenn, dan dieselbenn gehörenn den Pfennernn, die werdenn vns nit viel zeit darzu lassenn, haltenn albereit darumb ann, vnnd wollenn die eilenndt wiederumb erbauet habenn, wie dann geschehenn mus, kompt die zeitt der Location sfgl zum bestenn, Dergleichenn vnnd darbenebenn hat vnns auch Reinhardt Abell geschriebenn, Innsonnderheit also, So muglich, das noch ein Pfann Saltz oder mehr dann zuuor Jede wochenn gesottenn vnnd ausbereitet werdenn soll, Nun möcht es Itzo holtzes halbenn, wo die sohl also gut, wie Itzo zuerhaltenn, vnnd der sohl gnug sein wolte, weyl die sussenn quellenn dauonn gesonndert, ein zeitlanng durch etliche Söder geschehenn, dann gemeinlich lassenn sie Itzo in 13 vnnd 14 stundenn zu,
abgetan würden. Wir haben sie aber jetzt der Unkosten und des entgehenden Nutzens wegen, soweit es möglich war, verschonen und zurückstellen müssen. Nach Fertigstellung der jetzigen Bauten aber wollen und müssen wir die vier abgebrochenen Bothe förderlich wieder aufrichten und in Gang bringen, denn sie gehören den Pfännern; die werden uns dazu nicht viel Zeit lassen, halten schon jetzt darum an und wollen sie eilends wieder erbaut haben, wie es denn geschehen muss. Zur Zeit der Location kommt das Seiner Fürstlichen Gnaden zum Besten.
Dergleichen und daneben hat uns auch Reinhard Abel geschrieben, insbesondere: es solle, wenn möglich, jede Woche noch eine Pfanne Salz oder mehr als zuvor gesotten und ausbereitet werden. Nun könnte das jetzt des Holzes wegen — wenn die Sole so gut wie jetzt zu erhalten und Sole genug vorhanden wäre, weil die süßen Quellen davon abgesondert sind — eine Zeitlang durch etliche Sieder geschehen; denn gemeinhin lassen sie jetzt in 13 und 14 Stunden ab.
S. 332
Bl. 164vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)mussenn auch etliche vmb der kolenn willenn, dieweil sie so kurtz wenig vnnd mit souiel holtz wie zuuor versiedenn, vnnd nit viel kolenn machenn, das sie kein die Saltzgennße fachenn, vnnd ausbringenn könnenn, etwo zwo stunde lennger siedenn, dann sie sonnst, wo sie kolenn gnug hettenn, bedorfftenn, aber die Söder mussen gleichwohl zum sochenn, ausbringenn des saltzs, vnd das saltz zutrocknenn, vnnd den Sambstagk wieder zuzurichttenn, Ire zeit bey nahe solannge wie zuuor habenn, hat auch sonnst vielerley vhrsach vnnd bedenncken, das die Söder nit wohl mehr, dann die wochenn zwey wercke saltz zusiedenn erschwindenn1[?] könnenn, Darumb so mann ennderung vnnd neue Ordenung furnehmenn, vnnd die woche mehr wercke dann zuuor Inn der Bodenn siedenn solt, must solchs mit stadtlichem gutenn Rath geschehenn, dann die Location stehet vnnd weret noch funff Jar, darin schwerlich ennderung vorzunehmenn, vnnd wolte eins guten schlichts auch viel fasse vnnd Tonnenn, mehr dann mann Itzt habenn kann, vonnötenn thun.
Etliche müssen auch der Kohlen wegen — weil sie so kurz, so wenig und nicht mit so viel Holz wie zuvor versieden und nicht viel Kohlen machen, so dass sie die Salzgänse nicht fassen und ausbringen können — etwa zwei Stunden länger sieden, als sie sonst, wenn sie Kohlen genug hätten, nötig hätten. Aber die Sieder müssen gleichwohl zum Schöpfen, zum Ausbringen des Salzes, zum Trocknen des Salzes und um samstags wieder herzurichten ihre Zeit beinahe so lang wie zuvor haben.
Es hat auch sonst vielerlei Gründe und Bedenken, dass die Sieder nicht wohl mehr als zwei Werk Salz in der Woche zu sieden vermögen. Wenn man darum Änderung und eine neue Ordnung vornehmen und in der Woche mehr Werk als zuvor in den Bothen sieden lassen wollte, müsste das mit stattlichem gutem Rat geschehen; denn die Location steht und währt noch fünf Jahre, und darin ist schwerlich eine Änderung vorzunehmen. Auch würde es bei gutem Schlicht viel mehr Fässer und Tonnen erfordern, als man jetzt haben kann.
Unsichere Lesungen
- erschwindenn — Wort unklar, evtl. erschwingenn (Z. 12)
S. 333
Bl. 165rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Vnnd will also in einem Jare das Saltz mit Rathe vnndt nutzenn gesottenn vnnd verschliessenn sein, das die anndern volgennde Jare, auch gleichenn nutzenn, tragenn könnenn, Dann diß Itzige Jar aus sonnderlicher Gottes begnadigung, dem sonnderlich kaldt lager gemacht, sonnder alle wochenn, die zeit des bauens her, ein mergklich gros saltz gesottenn, auch zuuor nie kein Jar, dieweil auch das saltzwerck gestanndenn geschehenn ist, hat auch Gott lob einenn zimblichenn abgang, Darumb habenn wir Itzo albereit Inn die zwey hundertt Pfannenn saltzs vonn wegenn hochgedachts vnsers G.
Und so soll in einem Jahr das Salz mit Bedacht und Nutzen gesotten und veräußert werden, damit die anderen folgenden Jahre gleichen Nutzen tragen können. Denn dieses jetzige Jahr ist aus besonderer Gnade Gottes — dem besonders das Kaltlager gemacht ist — jede Woche seit der Zeit des Bauens ein merklich großes Salz gesotten worden, wie es zuvor nie in einem Jahr geschehen ist, solange das Salzwerk besteht; und es hat, Gott sei Lob, auch einen ordentlichen Absatz. Darum haben wir jetzt schon gegen zweihundert Pfannen Salz, die liegengeblieben und nicht abgegangen sind, von wegen unseres hochgenannten gnädigen
F. vnnd herrnn, so liegenn bliebenn, vnnd nit abgangen, durch sfgl. Renndtmeister zun Bodenn, keuffenn, vnnd vfzumessenn beuohlenn, mussenn kostenn Inn die ij M.
Fürsten und Herrn durch Seiner Fürstlichen Gnaden Rentmeister zu Sooden kaufen und aufmessen lassen; das muss gegen 2000
guldenn, So will hinfurter in zeit der Tenderey[?] ausstellung bis nach Michaelis, souiel mehr saltz, was nit abgehet, auch den Södernn abzukeuffen sein, Damit sie im siedenn bleibenn, vnnd saltz im vorrath sey, darzu auch noch gelt gehörenn will, vnd ist darnach im wieder ausmessenn, nit geringer abgang, dann das Saltz fellet zusammenn, vnnd lest sich nit wieder
Gulden kosten. So wird künftig zur Zeit der Handelsstockung bis nach Michaelis um so mehr Salz, das nicht abgeht, den Siedern abzukaufen sein, damit sie im Sieden bleiben und Salz auf Vorrat da ist; dazu wird auch noch Geld nötig sein. Und es gibt danach beim Wiederausmessen keinen geringen Abgang, denn das Salz sackt zusammen und lässt sich nicht wieder
Unsichere Lesungen
- Ten=derey — Wort unklar (Z. 16) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
S. 334
Bl. 165vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)messenn, wie kornn, vnnd annder harte fruchte, das mann nit mit geringem schadenn Innenn wordenn ist, vnnd erfahrenn hat, Darnebenn so mussenn wir den Itzigenn Bau durch den Renndtmeister in Bodenn sonnder zuthun der Pfenner auch alleine verlegenn lassenn.
messen wie Korn und andere harte Früchte — was man nicht ohne beträchtlichen Schaden erfahren und innegeworden ist. Daneben müssen wir den jetzigen Bau durch den Rentmeister in Sooden auch allein, ohne Zutun der Pfänner, vorstrecken lassen.
So will auch zum vorrath etlichs Pfanneysenns gedacht sein, dann vonn Jare zu Jare des geholtzs halbenn, dasselbe theurer wirdt, damit sfgl.
So wird auch an einen Vorrat an Pfanneneisen zu denken sein, denn von Jahr zu Jahr wird es des Gehölzes wegen teurer, damit Seine Fürstlichen Gnaden
die zeitt der Location das ganntz Saltzwerck, vnnd furter darnach Irer fgl. theil mit Saltzpfannenn nach notturfft versehen sein mugenn, Ohne anndernn teglichenn schlies, was mangelhafftigk vnnd baufellig wirdt, zubessernn vnnd zuerhaltenn, Das auch gute Rechnung dauonn geschehenn sein, vnnd hinfurter geschehenn muge, Werdenn Cammermeister vnnd die Jenigenn so darzu verordennt, nebenn vns treulich vnnd zum bestenn mit vfsehenn, so soll es will Gott ann vnsernn Pflichtenn vnnd geburlichenn vleis auch nit manngelnn,
zur Zeit der Location das ganze Salzwerk und danach Ihrer Fürstlichen Gnaden Anteil mit Salzpfannen nach Notdurft versehen sein mögen — abgesehen vom sonstigen täglichen Schluss, das Mangelhafte und Baufällige zu bessern und zu erhalten.
Dass darüber auch gute Rechnung geführt worden ist und künftig geführt werden möge — dabei werden der Kammermeister und diejenigen, die dazu verordnet sind, neben uns treulich und zum Besten mit aufsehen; so soll es, will Gott, an unseren Pflichten und gebührendem Fleiß auch nicht fehlen.