Zum Inhalt
salzbibel.deForschungsprojekt
Darstellung
Darstellung
Schriftgröße
Zeilenabstand
Farben
Kontrast
Bewegung
Schriftart

Alle Einstellungen mit Erläuterung

Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 335–344

Das Bautagebuch 1550/51 · S. 335–344 · Bl. 166r–170v · Band 2

Ansicht
Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Das Bautagebuch 1550/51

S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 335

Bl. 166rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Will mann dann anndere neue Ordenung machenn, vnd das mann solchs auch zuthun hat, kann mann nach fertigung Itziger gebeue, mit E.

Will man dann eine andere neue Ordnung machen — und dass man auch das zu tun hat —, so kann man das nach Fertigstellung der jetzigen Bauten mit Euer

2

G. vnnd E. Rath vnnd bedenckenn, zum bestenn vnnd nutzlichstenn auszurichten wohl furnehmenn, Innsonnderheit, wo das siedenn mitt Gottes gnadenn vnnd habenn, wie wir genntzlich verhoffen, also reichlich bleibenn, vnnd mann nun vfs kunfftige Jar das vor ausganngenn vnnd bestehenn gebot, kein frembt saltz Inns Lanndt zufuhrenn erneuernn, es trage am Lanndt Zoll viel oder wenig abe, dauonn mit dem Cammerschreiber als dem Zollschliesser zurathschlagl1[?] vnnd zuredenn, Solchs woltenn E.

Gnaden und Ehren Rat und Bedenken zum Besten und Nützlichsten wohl vornehmen. Insbesondere wenn das Sieden mit Gottes Gnade, wie wir gänzlich hoffen, so reichlich bleibt und man nun aufs kommende Jahr das früher ergangene und bestehende Gebot, kein fremdes Salz ins Land zu führen, erneuert — es trage am Landzoll viel oder wenig ein —, worüber mit dem Kammerschreiber als dem Zollschließer zu beratschlagen und zu reden ist. Das wollten wir Euer

3

G. vnnd E. wir hinwieder zu bericht, wo vonnötenn dessenn hochgedachtenn vnsernn G. F. vnnd herrnn, wissenns dauonn zuhabenn zuuerstenndigenn, diennstlich guter meinung nit verhaltenn, denselbigenn vnsers bestenn muegenns vnnd vndrossenn wilfertig diennste zuertzeigenn seindt wir vrbuetigk vnd gantz willig, Datum Sodenn fur Allenndorff an der Werra den 5.

Gnaden und Ehren hinwiederum zum Bericht und, wo nötig, um es unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn zur Kenntnis zu bringen, dienstlich in guter Meinung nicht verhalten. Denselben unsere besten Kräfte und unverdrossen willfährige Dienste zu erweisen sind wir erbötig und ganz willig. Gegeben zu Sooden vor Allendorf an der Werra, den 5.

4

Augusti Anno 50 E. G. vnd E. willige Johann Vorderck2[?] vnd Jost Bercker.

August Anno 50. Euer Gnaden und Ehren Willige Johann Vorderck und Jost Becker.

Unsichere Lesungen

  1. zurathschlagl — Wortende unklar (Z. 11)
  2. Vorderck — Name, V/N unklar (Z. 23)

S. 336

Bl. 166vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Ann Stadthalter, Cantzlar vnnd verordennte Rethe zu Cassell, vnsernn gunstigenn herrnn vnd furderern, Zu Weitterm Bericht.

An Statthalter, Kanzler und verordnete Räte zu Kassel, unsere günstigen Herren und Förderer.

Zu weiterem Bericht:

2

Wann in — 80 Bodenn in Jeglichenn die wochenn zwo Pfannenn saltz gesottenn werdenn, ist eine wochenn ———— 160.

Wenn in 80 Bothen in jedem in der Woche zwei Pfannen Salz gesotten werden, so ist das in einer Woche ———— 160

3

Wercke, thun Inn einem Jare, als in — 48. wochenn, dann die vbrigenn vier wochenn helt mann kaldtlager — 7680.

Werk; das macht in einem Jahr, also in 48 Wochen — denn die übrigen vier Wochen hält man Kaltlager — 7680

4

Pfann Saltz, Jede Pfann acht achteil, macht — 61440 achteil, Ist das achteil mehr dann ein Casselsch virttell, das ist ein gros saltz, vnnd speiset mann dieser Lannde zwey damit.

Pfannen Salz; jede Pfanne acht Achtel, macht 61 440 Achtel. Und das Achtel ist mehr als ein Kasseler Viertel; das ist ein großes Salz, und man speist zwei dieser Lande damit.

5

Besonnder guter freundt, Wiewohl ich euch Jungst den erstenn dis Monats Julij des Saltzwercks vnnd Itzo des furgenommenen Baues halben geschriebenn, vnd gelegennheit desselbenn, allerley bericht gethann habe, der zuuersicht, solchs sey euch nunmehr zukommenn, So hat doch der Stadthalter alhie mich heut einer schrifft vnnder annderm das Saltzwergk annregenndt lesenn

Besonders guter Freund, wiewohl ich Euch jüngst am ersten dieses Monats Juli wegen des Salzwerks und des jetzt vorgenommenen Baus geschrieben und über dessen Stand allerlei Bericht getan habe — in der Zuversicht, dies sei Euch nunmehr zugekommen —, so hat mir doch der Statthalter hier heute ein Schreiben, das unter anderem das Salzwerk betrifft, lesen

S. 337

Bl. 167rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

laßenn, vnnd mir beuehlenn, wie es Itzo darumb gethan sey, euch zuberichtenn, also woll ich euch nicht verhaltenn, das wir die nehist vergangenn woche die neue faßung, souiel in virtell gehet, wie ihr in der abreißung sehet, gesezt habenn, vnnd reumenn nu darzu1, das die annder faßung den neuenn gefundenn Saltzadernn daran auch gesezt werdenn sollenn, habenn auch vergangen Sambstags, wiewohl mit großer mühe, vnnd annhaltenn der vnsernn einmutig geschloßenn, das das faß am altenn Saltzbronn, gantz vnnd gar hinwegk gethann vnnd alle Saltzadernn neue gefast werdenn sollenn, Dann Got [gestrichen:

lassen und mir befohlen, Euch zu berichten, wie es jetzt darum steht. So will ich Euch nicht verhalten, dass wir in der vergangenen Woche die neue Fassung gesetzt haben, soweit sie ins Viertel geht, wie Ihr auf dem Riss seht; und wir räumen nun dazu, dass die andere Fassung wegen der neu gefundenen Salzadern daran ebenfalls gesetzt werden soll. Auch haben wir vergangenen Samstag, wiewohl mit großer Mühe und auf Drängen der Unsrigen, einmütig beschlossen, dass das Fass am alten Salzbrunnen ganz und gar weggenommen und alle Salzadern neu gefasst werden sollen. Denn Gott sei Lob wird jetzt eine Pfanne Salz, wie uns etliche glaubwürdige Sieder eingeräumt haben, gemeinhin in 12

2

[?]] lob Itzo ein Pfann saltzes, wie vnns etliche glaubhafftige Söder bekenndt, gemeinlich in 12.

und 13 Stunden gesotten und bereitet, wo die Sieder zuvor 30 und mehr Stunden haben sieden müssen.

3

vnnd 13. stundenn gesottenn vnnd bereit, da die Söder zuuor 30. vnnd mehr stunde habenn siedenn müssenn, So sehenn wir auch, das viel holtzes allbereit gespart wirdt, vnnd gebenn die Söder auch Itzo sehr gute ladung vnnd recht mas, das das saltz wohl abgehet, Dann die nehist vergangenn wochenn seindt — 110 Pfannenn saltz gesottenn, vnnd wiewohl die führe vnnd annder leute mit dem haus zuschaffenn gehabt, So ists doch alles

So sehen wir auch, dass bereits viel Holz gespart wird; und die Sieder geben jetzt auch sehr gute Ladung und rechtes Maß, so dass das Salz gut abgeht. Denn in der vergangenen Woche sind 110 Pfannen Salz gesotten worden, und obwohl die Fuhrleute und andere Leute mit dem Haus zu tun gehabt haben, so ist es doch alles

Unsichere Lesungen

  1. darzu — letztes Wort undeutlich (Z. 5)
  2. [gestrichen: [?]] — kurzes gestrichenes Wort (Z. 12) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)

S. 338

Bl. 167vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

bis vf — 12. Pfannenn abgefurt, Wolt Gott das wirs also fassenn vnnd erhaltenn könnenn, aber wir wissenn nu den grundt vnnd alle gelegennheit, Solchs wolt ich euch auch guter meinung nit verhaltenn, dasselbe furter hochgedachtenn meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn anzuzeigenn habenn, Damit was euch lieb vnnd dienst, Datum Cassell den 14.

bis auf 12 Pfannen abgefahren worden. Wollte Gott, dass wir es so fassen und erhalten könnten; aber wir kennen nun den Grund und alle Umstände. Das wollte ich Euch in guter Meinung nicht verhalten, damit Ihr es weiter meinem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn anzeigen könnt. Womit ich Euch lieb und dienlich bin. Gegeben zu Kassel, den 14.

2

Julij Anno 50. Jobst Berber vom Hambergk mit Saltzgreue zun Sodenn, Vonn Reinhardt Abelnn Pfennigmeisternn Samtags den 27.

Juli Anno 50. Jobst Becker vom Homberg, Mitsalzgraf zu Sooden. An Reinhard Abel, Pfennigmeister.

Samstag, den 27.

3

Julij geschloßenn, das die Innerste neue fassung zum Saltzbronn — 20 werckschue lang, vnnd — 8 schue weit, die alte gute Saltzadernn begreifft, gemacht werdenn soll, allermassenn wie das muster dauonn abgerissenn ist, vnnd hat mann heut als aus einer Pfutschenn1 anngefanngenn zusieden, vnnd seindt die verordennte bauherrnn, heut aus furgefallenn ehesachenn, abgerittenn, Wollenn

Juli, beschlossen, dass die innerste neue Fassung zum Salzbrunnen 20 Werkschuh lang und 8 Schuh weit gemacht werden soll, so dass sie die alten guten Salzadern umfasst, ganz so, wie das Muster davon gezeichnet ist. Und man hat heute wie aus einer Pfütze zu sieden angefangen. Und die verordneten Bauherren sind heute wegen vorgefallener Ehesachen abgeritten; sie wollen,

Unsichere Lesungen

  1. Pfutschenn — Lesung unsicher (Z. 17)

S. 339

Bl. 168rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

wann sie beschriebenn werdenn, wieder kommenn, vnnd zun Sodenn sein, doch ist diese nachuolgennde schrifft mir Jostenn zukommenn, Vnnser gantzwillig diennst zuuor Erbarer vnnd achtbarer besonnder guter freundt, Wir wollenn euch nit verhaltenn, als wir gesternn, wie ihr gesehenn, das gefier im Saltzbronn gelegt, vnnd auch die Wilde adernn in der Rörn steigenn laßenn, vnnd nunmehr steth, wie mann daraus siedenn soll, bis das das faß gesezt wirdt, So habenn wir sampt dem Renndtmeister Christoffernn, Meister Hannsenn vnnd anndernn, das gefier des neuenn fasses eigenntlich nach gelegennheit der wildenn vnnd gutenn adernn abgezogenn, vnnd findenn das die weite am neuenn fasse im lichtenn, nicht weitter dann — 8.

wenn sie beschieden werden, wiederkommen und zu Sooden sein. Doch ist mir, Jost, dieses nachfolgende Schreiben zugekommen:

Unsere ganz willigen Dienste zuvor, ehrbarer und achtbarer, besonders guter Freund. Wir wollen Euch nicht verhalten, dass wir gestern, wie Ihr gesehen habt, das Geviert im Salzbrunnen gelegt und auch die wilden Adern in der Röhre steigen lassen haben, und dass es nun so steht, wie man daraus sieden soll, bis das Fass gesetzt wird. So haben wir samt dem Rentmeister Christoffer, Meister Hans und anderen das Geviert des neuen Fasses genau nach der Lage der wilden und der guten Adern abgezogen und finden, dass die Weite am neuen Fass im Lichten nicht weiter als 8

2

werckschue, vnnd 20 schuelanng, zumachenn sein will, vnnd kommenn also alle adernn so gut vnnd nötigk sein, darin, dann wie solchs siedenn sich wie der meister sagt, vnnd wir selber sehenn vnd achtten, am allerbequemlichstenn schickenn wirdt, vnnd also mit meister Hannsenn, sein werck furderlich zumache[?]1, bescheidenn, dann mit der höhe vnnd art des fasses, habt

Werkschuh und 20 Schuh lang zu machen sein wird; und so kommen alle Adern, die gut und nötig sind, darin zu liegen. Denn wie sich das Sieden, wie der Meister sagt und wir selbst sehen und meinen, am allerbequemsten schicken wird, so ist es auch mit Meister Hans verabredet worden, sein Werk förderlich zu machen. Denn über die Höhe und Art des Fasses habt

Unsichere Lesungen

  1. zumache[?] — Endung mit Kürzungsstrich (Z. 20)

S. 340

Bl. 168vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

ihr bereit bericht, habenn wir euch also des wissenns zuhabenn, vnnd den anndernn bauherrnn Hermann vonn Hundelshausenn vnnd Johann Nordeckenn anntzeigenn vnnd zuberichtenn, guter meinung nit wollen verhaltenn, Da ihr aber ein annder bedenckenn oder meinung habenn wollet, des mustet ihr vnns alhie vfm augennschein selber zum allereilestenn berichtenn, Sonnst konntenn wir nit annders schliessenn, wie ihr nunmehr vfm augennschein sehenn werdett, vnnd seindt euch zudienenn willigk, Datum Sodenn, in eyle dinstags nach Jacobi Anno 50.

Ihr bereits Bericht. Das haben wir Euch, damit Ihr es wisst und es den anderen Bauherren Hermann von Hundelshausen und Johann Nordeck anzeigen und berichten könnt, in guter Meinung nicht verhalten wollen. Wolltet Ihr aber ein anderes Bedenken oder eine andere Meinung haben, so müsstet Ihr uns hier im Augenschein selbst aufs allereiligste berichten. Sonst könnten wir nicht anders beschließen, wie Ihr nunmehr im Augenschein sehen werdet. Und wir sind Euch zu dienen willig. Gegeben zu Sooden, in Eile, Dienstag nach Jacobi Anno 50.

2

Valtin Schuldt, } sst.1 Johann Riedenstein Montags den 28 Julij, habenn die zimmerleute an der neuenn fassung zum Saltzbronn anngefanngenn zu arbeitenn, So hat der Meister vonn vier eichenn starckenn dielenn, ein fassung zum Saltzbronn gemacht vnnd vertennet2, daraus zusiedenn, bis die neue fassung gefertiget, darnach hat er die nebenn Wilde ader

Valtin Schuldt, selbst. Johann Riedenstein.

Montag, den 28. Juli, haben die Zimmerleute an der neuen Fassung zum Salzbrunnen zu arbeiten angefangen. So hat der Meister aus vier starken eichenen Dielen eine Fassung zum Salzbrunnen gemacht und abgedämmt, um daraus zu sieden, bis die neue Fassung fertiggestellt ist. Danach hat er die wilde Nebenader

Unsichere Lesungen

  1. sst. — Kürzel neben Klammer (Z. 12)
  2. vertennet — Lesung unsicher (Z. 18)

S. 341

Bl. 169rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

gefast, vnnd versucht, das die in die höhe gestiegenn in einer höltzernn Rörenn, wohl mit Thonn vertennett1, desgleichenn die Saltzadernn darann, vnnd ist Jede insonnderheit wohl allein zufassenn, stehet zuberathschlagenn, ob die mit holtz oder steine sollenn gefast werden, Die anndernn tage dieser wochenn hat der zimmerman selb 12.

gefasst und erprobt, dass sie in einer hölzernen Röhre in die Höhe steigt, gut mit Ton abgedämmt; desgleichen die Salzadern daran. Und jede ist für sich allein gut zu fassen; es steht zu beratschlagen, ob sie mit Holz oder mit Stein gefasst werden sollen. An den anderen Tagen dieser Woche hat der Zimmermann selbzwölft

2

ann der fassung gearbeit, Diese wochenn seindt gesottenn ——— 119 werck. Sonntags Vincula Petri den 3.

an der Fassung gearbeitet. Diese Woche sind gesotten worden ——— 119 Werk.

Sonntag Vincula Petri, den 3.

3

Augusti die herrn beschriebenn, alhie widerumb annzukommenn, Diese Wochenn hat der Zimmermann mit seinenn knechtenn die fassung gefertigt, vnnd seindt Valtin Schuldt vnnd Ich Jost hie zun Sodenn dabey gewesenn, Inn dieser wochenn seindt gesottenn — 125 werck, Sonntags Laurentij den 10 Augusti.

August, die Herren beschieden, hier wieder einzutreffen. Diese Woche hat der Zimmermann mit seinen Knechten die Fassung fertiggestellt, und Valtin Schuldt und ich, Jost, sind hier zu Sooden dabei gewesen. In dieser Woche sind gesotten worden 125 Werk.

Sonntag Laurentii, den 10. August.

4

Montags, Dinstags, vnnd Mitwochenn, hat der zimmerman ann der neuenn faßung, vnnd auch dernebenn, die Rörenn, zu den zweyenn nebenn adernn, dero eine gut, vnnd die annder Wilde ist, in die höhe zusteigen

Montag, Dienstag und Mittwoch hat der Zimmermann an der neuen Fassung und auch daneben an den Röhren zu den zwei Nebenadern — deren eine gut und die andere wild ist — gearbeitet, damit sie in die Höhe steigen

Unsichere Lesungen

  1. vertennett — Lesung unsicher (Z. 2)

S. 342

Bl. 169vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

gearbeit, vnnd dreißigk stucke holtzes so die Stadt Allenndorff in Irenn geholtzenn gebenn, gefelt, Mitwochenn den 13 Augusti gegenn abendt seindt zun Sodenn annkommenn, Valtin Schuldt, vnnd Ich Jost Berber, Donnerstags den 14 Augusti die neue faßung vf vnnd bey den Saltzbronn führenn laßenn, seindt Junckher Hermann vonn Hundelshausenn, vnnd Johann Nordeck auch alhie annkommenn, Freytags den 15.

können, und dreißig Stücke Holz, die die Stadt Allendorf aus ihren Gehölzen gibt, gefällt. Mittwoch, den 13. August, gegen Abend sind zu Sooden eingetroffen Valtin Schuldt und ich, Jost Becker. Donnerstag, den 14. August, die neue Fassung auf und an den Salzbrunnen führen lassen; auch Junker Hermann von Hundelshausen und Johann Nordeck sind hier eingetroffen. Freitag, den 15.

2

Augusti, hat meister Hanns der zimmermann die schwellenn, der neuenn Innersten faßung zum Saltzbronn gelegt, vf den altenn grundt des vorigenn Rundenn Saltzbronns, vnnd nach dem der grundt nach der Stadt zu etwas tieffer, dannebenn nach dem berge zu, da die neuenn Saltzadernn fundenn, gewesen, hat er drey stucke holtzes Creutzweis in einannder geschnittenn, Inngelegt, seindt zuuor mit Moß, vnd aschenn ausgefult, vnnd verstopfft, darauf die rechttenn schwellenn gelegt, vnnd dieselbe vnderste

August, hat Meister Hans, der Zimmermann, die Schwellen der neuen innersten Fassung zum Salzbrunnen auf den alten Grund des vorigen runden Salzbrunnens gelegt. Und weil der Grund zur Stadt hin etwas tiefer war als daneben zum Berg hin, wo die neuen Salzadern gefunden wurden, hat er drei Stücke Holz kreuzweise ineinander geschnitten und eingelegt; sie sind zuvor mit Moos und Asche ausgefüllt und verstopft worden, und darauf sind die rechten Schwellen gelegt worden. Und diese unterste

S. 343

Bl. 170rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

schwelle nach dem berge, seindt vntenn die helfft abgehauenn, vnnd gelufft, Dieweil etliche gutte Saltzadernn sich darunter erzeugenn, das die vnuerhindert in Saltzbronn fliessenn könnenn, vnnd ist den tag aus durch die Söder die eine stunde vmb die annder gewechselt, die quellenn vnnd adernn gantz ausgeröst1, das mann mit ausgeschnittenn schuen trucken vff dem grunde vmb den Bodenn des Bornns allennthalben hat gehenn vnnd stehenn könnenn, Das der grundt des Bornns gleich wie der grundt in der Werra, vom Sanndt vnnd Kiesselstein ist, dadurch tringt sich die Sohl wie durch ein sieb hie vnnd dort allennthalbenn, vnd ein ader stercker dann die anndernn, darnach seindt die schwellenn gesezt, der ist — 26.

Schwelle zum Berg hin ist unten zur Hälfte abgehauen und gelüftet worden, weil sich etliche gute Salzadern darunter zeigen, damit diese ungehindert in den Salzbrunnen fließen können.

Und es ist den Tag über durch die Sieder, eine Stunde um die andere abwechselnd, alles Quellwasser und alle Adern ganz ausgeschöpft worden, so dass man mit ausgeschnittenen Schuhen trocken auf dem Grund um den Boden des Borns überall hat gehen und stehen können. Der Grund des Borns besteht ebenso wie der Grund in der Werra aus Sand und Kieselstein; dadurch dringt sich die Sole wie durch ein Sieb hier und dort allenthalben herauf, und eine Ader stärker als die anderen.

Danach sind die Schwellen gesetzt worden; die sind 26

2

schue lanng, vnnd 12. halbe seulenn, gleich bretter die lenngst Inngetriebenn, Darauff dann starcke Riegell, vnd daruber eichenn Bretter Inn die zwerch vom obenn herab Inngeschlossenn, wohl vernagelt, Vnnd hat Juncker Hermann vom Hundelshausenn den erstenn nagell Inngeschlagenn, vnnd ist solchs alles Innt

Schuh lang, und 12 halbe Säulen, gleich den Brettern, sind der Länge nach eingetrieben. Darauf dann starke Riegel und darüber eichene Bretter quer von oben herab eingeschlossen und gut vernagelt. Und Junker Hermann von Hundelshausen hat den ersten Nagel eingeschlagen. Und das alles ist im

Unsichere Lesungen

  1. ausgeröst — Umlaut unsicher (Z. 6)

S. 344

Bl. 170vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

gefierdte, vnnd in 24 schue vonn herab Inn die tieffe gesezt vnnd wohl vernagelt, Sambstages den 16.

Geviert und 24 Schuh von oben herab in die Tiefe gesetzt und gut vernagelt worden. Samstag, den 16.

2

Augusti, solch arbeit vollent gesazt, vnnd obenn mit seinenn Vmbsenn[?]1 verschlossen, vnnd vernagelt, seindt Creutzweis In einannder geschnittenn, vnnd mitgewalt zusammenn geschlagenn, Darnach ist ein starck geborte Eichenn Rör, dadurch die Sohle Inn die fassung, daraus mann siedenn, vnnd die Sohl kommenn soll, durch beide neue fassung Innge schnittenn, vnnd gelegt, vf beider fassung schwellen, wirdt vngeuerde die Sohl Inn die höhe drey schue steigenn, dann die Sohl treibt sich in die weitte vnd lennge, vnnd hat nu kein last Ist auch nu hinfurter mit den Eimernn nit zulanngenn, Dann durch die Rör soll die Sohl in ein annder faß lauffenn, daraus die zum siedenn gelanngt werdenn, soll etwas tieffer, dann diese fassung gesezt werdenn, vnnd ist der stein dauonn hieuor bey den neuenn Saltzadernn meldung geschehenn, einstheils abgeschlagenn, vnd das annder in der neue fassung liegenn bliebenn, aus

August, ist diese Arbeit vollends gesetzt und oben mit ihren Rähmen verschlossen und vernagelt worden; die sind kreuzweise ineinander geschnitten und mit Gewalt zusammengeschlagen.

Danach ist eine starke gebohrte eichene Röhre, durch die die Sole in die Fassung kommen soll, aus der man sieden will, durch beide neue Fassungen eingeschnitten und auf die Schwellen beider Fassungen gelegt worden. Die Sole wird ungefähr drei Schuh in die Höhe steigen, denn die Sole treibt sich in die Weite und Länge und hat nun keine Last. Auch ist sie nun künftig nicht mehr mit den Eimern zu holen, denn durch die Röhre soll die Sole in ein anderes Fass laufen, aus dem sie zum Sieden geholt wird; das soll etwas tiefer als diese Fassung gesetzt werden.

Und der Stein, von dem zuvor bei den neuen Salzadern die Rede war, ist zum Teil abgeschlagen worden, und das andere ist in der neuen Fassung liegengeblieben, aus

Unsichere Lesungen

  1. Vmbsenn[?] — Wort unklar (Z. 4)

Einstellungen auf diesem Gerät speichern?

Damit die gewählte Darstellung beim nächsten Besuch erhalten bleibt, würde ein einzelner Eintrag im lokalen Speicher des Browsers (localStorage) abgelegt. Das ist kein Cookie, und der Eintrag verlässt das Gerät nicht.