Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 337–346
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 337–346 · Bl. 167r–171v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 337
Bl. 167rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)laßenn, vnnd mir beuehlenn, wie es Itzo darumb gethan sey, euch zuberichtenn, also woll ich euch nicht verhaltenn, das wir die nehist vergangenn woche die neue faßung, souiel in virtell gehet, wie ihr in der abreißung sehet, gesezt habenn, vnnd reumenn nu darzu1, das die annder faßung den neuenn gefundenn Saltzadernn daran auch gesezt werdenn sollenn, habenn auch vergangen Sambstags, wiewohl mit großer mühe, vnnd annhaltenn der vnsernn einmutig geschloßenn, das das faß am altenn Saltzbronn, gantz vnnd gar hinwegk gethann vnnd alle Saltzadernn neue gefast werdenn sollenn, Dann Got [gestrichen:
lassen und mir befohlen, Euch zu berichten, wie es jetzt darum steht. So will ich Euch nicht verhalten, dass wir in der vergangenen Woche die neue Fassung gesetzt haben, soweit sie ins Viertel geht, wie Ihr auf dem Riss seht; und wir räumen nun dazu, dass die andere Fassung wegen der neu gefundenen Salzadern daran ebenfalls gesetzt werden soll. Auch haben wir vergangenen Samstag, wiewohl mit großer Mühe und auf Drängen der Unsrigen, einmütig beschlossen, dass das Fass am alten Salzbrunnen ganz und gar weggenommen und alle Salzadern neu gefasst werden sollen. Denn Gott sei Lob wird jetzt eine Pfanne Salz, wie uns etliche glaubwürdige Sieder eingeräumt haben, gemeinhin in 12
[?]] lob Itzo ein Pfann saltzes, wie vnns etliche glaubhafftige Söder bekenndt, gemeinlich in 12.
und 13 Stunden gesotten und bereitet, wo die Sieder zuvor 30 und mehr Stunden haben sieden müssen.
vnnd 13. stundenn gesottenn vnnd bereit, da die Söder zuuor 30. vnnd mehr stunde habenn siedenn müssenn, So sehenn wir auch, das viel holtzes allbereit gespart wirdt, vnnd gebenn die Söder auch Itzo sehr gute ladung vnnd recht mas, das das saltz wohl abgehet, Dann die nehist vergangenn wochenn seindt — 110 Pfannenn saltz gesottenn, vnnd wiewohl die führe vnnd annder leute mit dem haus zuschaffenn gehabt, So ists doch alles
So sehen wir auch, dass bereits viel Holz gespart wird; und die Sieder geben jetzt auch sehr gute Ladung und rechtes Maß, so dass das Salz gut abgeht. Denn in der vergangenen Woche sind 110 Pfannen Salz gesotten worden, und obwohl die Fuhrleute und andere Leute mit dem Haus zu tun gehabt haben, so ist es doch alles
Unsichere Lesungen
- darzu — letztes Wort undeutlich (Z. 5)
- [gestrichen: [?]] — kurzes gestrichenes Wort (Z. 12) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
S. 338
Bl. 167vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)bis vf — 12. Pfannenn abgefurt, Wolt Gott das wirs also fassenn vnnd erhaltenn könnenn, aber wir wissenn nu den grundt vnnd alle gelegennheit, Solchs wolt ich euch auch guter meinung nit verhaltenn, dasselbe furter hochgedachtenn meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn anzuzeigenn habenn, Damit was euch lieb vnnd dienst, Datum Cassell den 14.
bis auf 12 Pfannen abgefahren worden. Wollte Gott, dass wir es so fassen und erhalten könnten; aber wir kennen nun den Grund und alle Umstände. Das wollte ich Euch in guter Meinung nicht verhalten, damit Ihr es weiter meinem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn anzeigen könnt. Womit ich Euch lieb und dienlich bin. Gegeben zu Kassel, den 14.
Julij Anno 50. Jobst Berber vom Hambergk mit Saltzgreue zun Sodenn, Vonn Reinhardt Abelnn Pfennigmeisternn Samtags den 27.
Juli Anno 50. Jobst Becker vom Homberg, Mitsalzgraf zu Sooden. An Reinhard Abel, Pfennigmeister.
Samstag, den 27.
Julij geschloßenn, das die Innerste neue fassung zum Saltzbronn — 20 werckschue lang, vnnd — 8 schue weit, die alte gute Saltzadernn begreifft, gemacht werdenn soll, allermassenn wie das muster dauonn abgerissenn ist, vnnd hat mann heut als aus einer Pfutschenn1 anngefanngenn zusieden, vnnd seindt die verordennte bauherrnn, heut aus furgefallenn ehesachenn, abgerittenn, Wollenn
Juli, beschlossen, dass die innerste neue Fassung zum Salzbrunnen 20 Werkschuh lang und 8 Schuh weit gemacht werden soll, so dass sie die alten guten Salzadern umfasst, ganz so, wie das Muster davon gezeichnet ist. Und man hat heute wie aus einer Pfütze zu sieden angefangen. Und die verordneten Bauherren sind heute wegen vorgefallener Ehesachen abgeritten; sie wollen,
Unsichere Lesungen
- Pfutschenn — Lesung unsicher (Z. 17)
S. 339
Bl. 168rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)wann sie beschriebenn werdenn, wieder kommenn, vnnd zun Sodenn sein, doch ist diese nachuolgennde schrifft mir Jostenn zukommenn, Vnnser gantzwillig diennst zuuor Erbarer vnnd achtbarer besonnder guter freundt, Wir wollenn euch nit verhaltenn, als wir gesternn, wie ihr gesehenn, das gefier im Saltzbronn gelegt, vnnd auch die Wilde adernn in der Rörn steigenn laßenn, vnnd nunmehr steth, wie mann daraus siedenn soll, bis das das faß gesezt wirdt, So habenn wir sampt dem Renndtmeister Christoffernn, Meister Hannsenn vnnd anndernn, das gefier des neuenn fasses eigenntlich nach gelegennheit der wildenn vnnd gutenn adernn abgezogenn, vnnd findenn das die weite am neuenn fasse im lichtenn, nicht weitter dann — 8.
wenn sie beschieden werden, wiederkommen und zu Sooden sein. Doch ist mir, Jost, dieses nachfolgende Schreiben zugekommen:
Unsere ganz willigen Dienste zuvor, ehrbarer und achtbarer, besonders guter Freund. Wir wollen Euch nicht verhalten, dass wir gestern, wie Ihr gesehen habt, das Geviert im Salzbrunnen gelegt und auch die wilden Adern in der Röhre steigen lassen haben, und dass es nun so steht, wie man daraus sieden soll, bis das Fass gesetzt wird. So haben wir samt dem Rentmeister Christoffer, Meister Hans und anderen das Geviert des neuen Fasses genau nach der Lage der wilden und der guten Adern abgezogen und finden, dass die Weite am neuen Fass im Lichten nicht weiter als 8
werckschue, vnnd 20 schuelanng, zumachenn sein will, vnnd kommenn also alle adernn so gut vnnd nötigk sein, darin, dann wie solchs siedenn sich wie der meister sagt, vnnd wir selber sehenn vnd achtten, am allerbequemlichstenn schickenn wirdt, vnnd also mit meister Hannsenn, sein werck furderlich zumache[?]1, bescheidenn, dann mit der höhe vnnd art des fasses, habt
Werkschuh und 20 Schuh lang zu machen sein wird; und so kommen alle Adern, die gut und nötig sind, darin zu liegen. Denn wie sich das Sieden, wie der Meister sagt und wir selbst sehen und meinen, am allerbequemsten schicken wird, so ist es auch mit Meister Hans verabredet worden, sein Werk förderlich zu machen. Denn über die Höhe und Art des Fasses habt
Unsichere Lesungen
- zumache[?] — Endung mit Kürzungsstrich (Z. 20)
S. 340
Bl. 168vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)ihr bereit bericht, habenn wir euch also des wissenns zuhabenn, vnnd den anndernn bauherrnn Hermann vonn Hundelshausenn vnnd Johann Nordeckenn anntzeigenn vnnd zuberichtenn, guter meinung nit wollen verhaltenn, Da ihr aber ein annder bedenckenn oder meinung habenn wollet, des mustet ihr vnns alhie vfm augennschein selber zum allereilestenn berichtenn, Sonnst konntenn wir nit annders schliessenn, wie ihr nunmehr vfm augennschein sehenn werdett, vnnd seindt euch zudienenn willigk, Datum Sodenn, in eyle dinstags nach Jacobi Anno 50.
Ihr bereits Bericht. Das haben wir Euch, damit Ihr es wisst und es den anderen Bauherren Hermann von Hundelshausen und Johann Nordeck anzeigen und berichten könnt, in guter Meinung nicht verhalten wollen. Wolltet Ihr aber ein anderes Bedenken oder eine andere Meinung haben, so müsstet Ihr uns hier im Augenschein selbst aufs allereiligste berichten. Sonst könnten wir nicht anders beschließen, wie Ihr nunmehr im Augenschein sehen werdet. Und wir sind Euch zu dienen willig. Gegeben zu Sooden, in Eile, Dienstag nach Jacobi Anno 50.
Valtin Schuldt, } sst.1 Johann Riedenstein Montags den 28 Julij, habenn die zimmerleute an der neuenn fassung zum Saltzbronn anngefanngenn zu arbeitenn, So hat der Meister vonn vier eichenn starckenn dielenn, ein fassung zum Saltzbronn gemacht vnnd vertennet2, daraus zusiedenn, bis die neue fassung gefertiget, darnach hat er die nebenn Wilde ader
Valtin Schuldt, selbst. Johann Riedenstein.
Montag, den 28. Juli, haben die Zimmerleute an der neuen Fassung zum Salzbrunnen zu arbeiten angefangen. So hat der Meister aus vier starken eichenen Dielen eine Fassung zum Salzbrunnen gemacht und abgedämmt, um daraus zu sieden, bis die neue Fassung fertiggestellt ist. Danach hat er die wilde Nebenader
Unsichere Lesungen
- sst. — Kürzel neben Klammer (Z. 12)
- vertennet — Lesung unsicher (Z. 18)
S. 341
Bl. 169rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)gefast, vnnd versucht, das die in die höhe gestiegenn in einer höltzernn Rörenn, wohl mit Thonn vertennett1, desgleichenn die Saltzadernn darann, vnnd ist Jede insonnderheit wohl allein zufassenn, stehet zuberathschlagenn, ob die mit holtz oder steine sollenn gefast werden, Die anndernn tage dieser wochenn hat der zimmerman selb 12.
gefasst und erprobt, dass sie in einer hölzernen Röhre in die Höhe steigt, gut mit Ton abgedämmt; desgleichen die Salzadern daran. Und jede ist für sich allein gut zu fassen; es steht zu beratschlagen, ob sie mit Holz oder mit Stein gefasst werden sollen. An den anderen Tagen dieser Woche hat der Zimmermann selbzwölft
ann der fassung gearbeit, Diese wochenn seindt gesottenn ——— 119 werck. Sonntags Vincula Petri den 3.
an der Fassung gearbeitet. Diese Woche sind gesotten worden ——— 119 Werk.
Sonntag Vincula Petri, den 3.
Augusti die herrn beschriebenn, alhie widerumb annzukommenn, Diese Wochenn hat der Zimmermann mit seinenn knechtenn die fassung gefertigt, vnnd seindt Valtin Schuldt vnnd Ich Jost hie zun Sodenn dabey gewesenn, Inn dieser wochenn seindt gesottenn — 125 werck, Sonntags Laurentij den 10 Augusti.
August, die Herren beschieden, hier wieder einzutreffen. Diese Woche hat der Zimmermann mit seinen Knechten die Fassung fertiggestellt, und Valtin Schuldt und ich, Jost, sind hier zu Sooden dabei gewesen. In dieser Woche sind gesotten worden 125 Werk.
Sonntag Laurentii, den 10. August.
Montags, Dinstags, vnnd Mitwochenn, hat der zimmerman ann der neuenn faßung, vnnd auch dernebenn, die Rörenn, zu den zweyenn nebenn adernn, dero eine gut, vnnd die annder Wilde ist, in die höhe zusteigen
Montag, Dienstag und Mittwoch hat der Zimmermann an der neuen Fassung und auch daneben an den Röhren zu den zwei Nebenadern — deren eine gut und die andere wild ist — gearbeitet, damit sie in die Höhe steigen
Unsichere Lesungen
- vertennett — Lesung unsicher (Z. 2)
S. 342
Bl. 169vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)gearbeit, vnnd dreißigk stucke holtzes so die Stadt Allenndorff in Irenn geholtzenn gebenn, gefelt, Mitwochenn den 13 Augusti gegenn abendt seindt zun Sodenn annkommenn, Valtin Schuldt, vnnd Ich Jost Berber, Donnerstags den 14 Augusti die neue faßung vf vnnd bey den Saltzbronn führenn laßenn, seindt Junckher Hermann vonn Hundelshausenn, vnnd Johann Nordeck auch alhie annkommenn, Freytags den 15.
können, und dreißig Stücke Holz, die die Stadt Allendorf aus ihren Gehölzen gibt, gefällt. Mittwoch, den 13. August, gegen Abend sind zu Sooden eingetroffen Valtin Schuldt und ich, Jost Becker. Donnerstag, den 14. August, die neue Fassung auf und an den Salzbrunnen führen lassen; auch Junker Hermann von Hundelshausen und Johann Nordeck sind hier eingetroffen. Freitag, den 15.
Augusti, hat meister Hanns der zimmermann die schwellenn, der neuenn Innersten faßung zum Saltzbronn gelegt, vf den altenn grundt des vorigenn Rundenn Saltzbronns, vnnd nach dem der grundt nach der Stadt zu etwas tieffer, dannebenn nach dem berge zu, da die neuenn Saltzadernn fundenn, gewesen, hat er drey stucke holtzes Creutzweis in einannder geschnittenn, Inngelegt, seindt zuuor mit Moß, vnd aschenn ausgefult, vnnd verstopfft, darauf die rechttenn schwellenn gelegt, vnnd dieselbe vnderste
August, hat Meister Hans, der Zimmermann, die Schwellen der neuen innersten Fassung zum Salzbrunnen auf den alten Grund des vorigen runden Salzbrunnens gelegt. Und weil der Grund zur Stadt hin etwas tiefer war als daneben zum Berg hin, wo die neuen Salzadern gefunden wurden, hat er drei Stücke Holz kreuzweise ineinander geschnitten und eingelegt; sie sind zuvor mit Moos und Asche ausgefüllt und verstopft worden, und darauf sind die rechten Schwellen gelegt worden. Und diese unterste
S. 343
Bl. 170rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)schwelle nach dem berge, seindt vntenn die helfft abgehauenn, vnnd gelufft, Dieweil etliche gutte Saltzadernn sich darunter erzeugenn, das die vnuerhindert in Saltzbronn fliessenn könnenn, vnnd ist den tag aus durch die Söder die eine stunde vmb die annder gewechselt, die quellenn vnnd adernn gantz ausgeröst1, das mann mit ausgeschnittenn schuen trucken vff dem grunde vmb den Bodenn des Bornns allennthalben hat gehenn vnnd stehenn könnenn, Das der grundt des Bornns gleich wie der grundt in der Werra, vom Sanndt vnnd Kiesselstein ist, dadurch tringt sich die Sohl wie durch ein sieb hie vnnd dort allennthalbenn, vnd ein ader stercker dann die anndernn, darnach seindt die schwellenn gesezt, der ist — 26.
Schwelle zum Berg hin ist unten zur Hälfte abgehauen und gelüftet worden, weil sich etliche gute Salzadern darunter zeigen, damit diese ungehindert in den Salzbrunnen fließen können.
Und es ist den Tag über durch die Sieder, eine Stunde um die andere abwechselnd, alles Quellwasser und alle Adern ganz ausgeschöpft worden, so dass man mit ausgeschnittenen Schuhen trocken auf dem Grund um den Boden des Borns überall hat gehen und stehen können. Der Grund des Borns besteht ebenso wie der Grund in der Werra aus Sand und Kieselstein; dadurch dringt sich die Sole wie durch ein Sieb hier und dort allenthalben herauf, und eine Ader stärker als die anderen.
Danach sind die Schwellen gesetzt worden; die sind 26
schue lanng, vnnd 12. halbe seulenn, gleich bretter die lenngst Inngetriebenn, Darauff dann starcke Riegell, vnd daruber eichenn Bretter Inn die zwerch vom obenn herab Inngeschlossenn, wohl vernagelt, Vnnd hat Juncker Hermann vom Hundelshausenn den erstenn nagell Inngeschlagenn, vnnd ist solchs alles Innt
Schuh lang, und 12 halbe Säulen, gleich den Brettern, sind der Länge nach eingetrieben. Darauf dann starke Riegel und darüber eichene Bretter quer von oben herab eingeschlossen und gut vernagelt. Und Junker Hermann von Hundelshausen hat den ersten Nagel eingeschlagen. Und das alles ist im
Unsichere Lesungen
- ausgeröst — Umlaut unsicher (Z. 6)
S. 344
Bl. 170vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)gefierdte, vnnd in 24 schue vonn herab Inn die tieffe gesezt vnnd wohl vernagelt, Sambstages den 16.
Geviert und 24 Schuh von oben herab in die Tiefe gesetzt und gut vernagelt worden. Samstag, den 16.
Augusti, solch arbeit vollent gesazt, vnnd obenn mit seinenn Vmbsenn[?]1 verschlossen, vnnd vernagelt, seindt Creutzweis In einannder geschnittenn, vnnd mitgewalt zusammenn geschlagenn, Darnach ist ein starck geborte Eichenn Rör, dadurch die Sohle Inn die fassung, daraus mann siedenn, vnnd die Sohl kommenn soll, durch beide neue fassung Innge schnittenn, vnnd gelegt, vf beider fassung schwellen, wirdt vngeuerde die Sohl Inn die höhe drey schue steigenn, dann die Sohl treibt sich in die weitte vnd lennge, vnnd hat nu kein last Ist auch nu hinfurter mit den Eimernn nit zulanngenn, Dann durch die Rör soll die Sohl in ein annder faß lauffenn, daraus die zum siedenn gelanngt werdenn, soll etwas tieffer, dann diese fassung gesezt werdenn, vnnd ist der stein dauonn hieuor bey den neuenn Saltzadernn meldung geschehenn, einstheils abgeschlagenn, vnd das annder in der neue fassung liegenn bliebenn, aus
August, ist diese Arbeit vollends gesetzt und oben mit ihren Rähmen verschlossen und vernagelt worden; die sind kreuzweise ineinander geschnitten und mit Gewalt zusammengeschlagen.
Danach ist eine starke gebohrte eichene Röhre, durch die die Sole in die Fassung kommen soll, aus der man sieden will, durch beide neue Fassungen eingeschnitten und auf die Schwellen beider Fassungen gelegt worden. Die Sole wird ungefähr drei Schuh in die Höhe steigen, denn die Sole treibt sich in die Weite und Länge und hat nun keine Last. Auch ist sie nun künftig nicht mehr mit den Eimern zu holen, denn durch die Röhre soll die Sole in ein anderes Fass laufen, aus dem sie zum Sieden geholt wird; das soll etwas tiefer als diese Fassung gesetzt werden.
Und der Stein, von dem zuvor bei den neuen Salzadern die Rede war, ist zum Teil abgeschlagen worden, und das andere ist in der neuen Fassung liegengeblieben, aus
Unsichere Lesungen
- Vmbsenn[?] — Wort unklar (Z. 4)
S. 345
Bl. 171rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Vhrsachenn, das viell guter Salzadernn darumb her quellenn, vnnd wiewohl er sich bewegt, vnnd wohl heraus zuthun gewesenn were, hat man doch die sorge gehabt, das vielleicht darunter sich auch wilde quellen ereugenn möchtenn, darumb ist er liegenn bliebenn, vnnd ist die eine schwelle gleich darann, vnnd darneben Inngelegt, vnnd sendt die newenn Salzadernn in der mitte der newenn fassung, mit einem starckenn eichenn brete, da das alte fab[?]1 gewendt hat, vnnderschiedenn, fleust darüber alles zusammenn, dann man Jederzeit, wann der Born gelöst wirdt vnnderschiedtlich sehenn, Darumb soll der Vfgezeugk, wann man des nit mehr bedarff, verwarlich vfgehabenn werdenn, Jederzeit den zugebrauchenn habenn, Diese wochenn seindt ann salz gesottenn, vnnd ist kein Saldt2 lager dieser Zeit des Baues Vfrichtung halben gemacht, Ann Salz ———— 126 werck.
dem Grund, dass viele gute Salzadern rings darum quellen. Und obwohl er sich bewegte und wohl herauszuschaffen gewesen wäre, hat man doch die Sorge gehabt, dass sich darunter vielleicht auch wilde Quellen zeigen könnten; darum ist er liegengeblieben, und die eine Schwelle ist gleich daran und danebengelegt worden.
Und die neuen Salzadern sind in der Mitte der neuen Fassung mit einem starken eichenen Brett, wo das alte Fass gewendet hat, abgeteilt; es fließt darüber alles zusammen, so dass man es jederzeit, wenn der Born geschöpft wird, gesondert sehen kann. Darum soll das Schöpfzeug, wenn man es nicht mehr braucht, sicher aufgehoben werden, damit man es jederzeit zu gebrauchen hat.
Diese Woche sind an Salz gesotten worden — und es ist zur Zeit der Errichtung des Baus kein Salzlager gemacht worden — an Salz ———— 126 Werk.
Unsichere Lesungen
- fab[?] — fab oder fas (Z. 9)
- Saldt — so, wohl Saltz (Z. 17)
S. 346
Bl. 171vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Augusti gefeyret vnnd wochenn rechnung gehalten, darnach gerathschlagt wie furter mit der temmung vnnd der fassung der newenn Adernn soll furtgefahren werdenn, Montags den 18.
August, gefeiert und Wochenrechnung gehalten; danach beratschlagt, wie weiter mit der Dämmung und der Fassung der neuen Adern fortgefahren werden soll. Montag, den 18.
Augusti Ist der grundt vmb den newenn Salzbronn, zwischenn beydenn newenn fassenn, gannz gesaubert vnnd gereiniget, vnnd alles was nit darann notwendigk zubleibenn heraus gezogenn, Damit der grundt vnnd kies desto besser zuuertemmen, vnnd hat der Zimmermann die gelegte Rore in der new fassung des newenn Salzbronns Inngeschnittenn, gannz gehebe, darnach das Vfgezeugk zugericht, vnnd eine starcke eichenn Renne, ann die mittelste new fassung gemacht, damit der Tam trocken im grunde könnt gelegt werdenn, vnnd soll solche Renne fur vnnd fur bleibenn, dadurch Jederzeit der Salzbronn geöst werdenn, vnnd kein abgang habenn könne, Mann hat auch vmb die newe fassung hero allenthalbenn viel quellenn durch einander gut vnnd böße fündenn, die dann mit dem Tam beschwert
August, ist der Grund um den neuen Salzbrunnen zwischen beiden neuen Fassungen ganz gesäubert und gereinigt und alles, was nicht notwendig darin zu bleiben hatte, herausgezogen worden, damit der Grund und Kies desto besser zu verdämmen sei.
Und der Zimmermann hat die gelegte Röhre in der neuen Fassung des neuen Salzbrunnens ganz dicht eingeschnitten, danach das Schöpfzeug hergerichtet und eine starke eichene Renne an die mittlere neue Fassung gemacht, damit der Damm trocken im Grund gelegt werden konnte. Und diese Renne soll fort und fort bleiben, damit der Salzbrunnen jederzeit geschöpft werden kann und keinen Abgang habe.
Man hat auch um die neue Fassung herum allenthalben viele Quellen durcheinander gefunden, gute und schlechte; die sollen mit dem Damm beschwert