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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 355–364

Das Bautagebuch 1550/51 · S. 355–364 · Bl. 176r–180v · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Das Bautagebuch 1550/51

S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 355

Bl. 176rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

der Zimmermann die kunfftige wochenn die fassung daraus die Sohl gelanngt werdenn soll zufertigenn annfahenn, wie zuuor dauonn geredt, damit der Salzbronn frey stehe, vnnd darauf gannz nichtts zuthun sey, vnnd soll solch fassung achterkig sein darin ein starck eichenn Kübenn, so der Böttener Meister Jacob zu allenndorff fertigt sechs schue weit, vnnd sechs schue hoch, vnnd da es nit hoch gnug, soll der Böttener noch ein Rumpff ohne Bodenn vonn dreyenn schuen hoch, darauff machenn, vnnd soll dann zwischenn der achterkigenn fassung vnnd dem Kübenn, auch bis obenn aus wohl mit gutem thon, zweyer schue weit vertemmet werdenn, bis obenn dem Erdtreich gleich, vnnd dann dasselbe mit eichenn dielen zuuerdeckenn, vnnd so baldt der thon aller Inngefürt, soll das loch zu solcher fassun gegrabenn werdenn, Darauff alle verordennte Herrnn abgerittenn, bis sie wieder beschriebenn werdenn, vnnd Vnrfftigl1 vncostenn vnnd zehrung zuuermeidenn, Sonntagk den 23 Augusti vollendt den Thonn

der Zimmermann, in der kommenden Woche anfangen soll, die Fassung fertigzustellen, aus der die Sole geholt werden soll, wie zuvor davon gesprochen worden ist, damit der Salzbrunnen frei steht und daran gar nichts zu schaffen ist. Und diese Fassung soll achteckig sein; darin soll eine starke eichene Kufe stehen, die der Böttcher Meister Jakob zu Allendorf fertigt, sechs Schuh weit und sechs Schuh hoch. Und wenn es nicht hoch genug ist, soll der Böttcher noch einen Rumpf ohne Boden von drei Schuh Höhe darauf setzen. Und dann soll zwischen der achteckigen Fassung und der Kufe auch bis oben hin mit gutem Ton zwei Schuh weit verdämmt werden, bis oben dem Erdreich gleich, und dann ist das mit eichenen Dielen abzudecken. Und sobald aller Ton eingefahren ist, soll das Loch für diese Fassung gegraben werden.

Darauf sind alle verordneten Herren abgeritten, bis sie wieder beschieden werden, um unnötige Unkosten und Zehrung zu vermeiden.

Sonntag, den 23. August, vollends den Ton

Unsichere Lesungen

  1. Vnrfftigl — gekürzt, wohl Vnnötig (Z. 18)

S. 356

Bl. 176vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Inngefürt vnnd getemmett, vnnd habenn die Zimmerleute, die — 30 stucke holzes so die Stadt geben, im walde beschlagenn, sollenn zu wasser herab fur die Stadt geflöst werdenn, Diese wochenn seindt gesottenn ———— 101 werck.

eingefahren und gedämmt. Und die Zimmerleute haben die 30 Stücke Holz, die die Stadt gibt, im Wald beschlagen; sie sollen zu Wasser herab vor die Stadt geflößt werden. Diese Woche sind gesotten worden ———— 101 Werk.

2

Sonntags bartholomæi den 24 Augusti, vnnd die volgende wochenn, habenn die Zimmerleute an den strebenn, Inn den newenn Salzbronn, vnnd dem fas, das mann Pompenn, vnnd die Sohl lanngen soll, gearbeit, vnnd die strebenn den Sambstagk Innzubringenn anngefanngenn, hat sich aber damit verzöglet, bis vf volgenndenn Sambstagk, aus Vhrsachenn, das sich das new fas zwene finger breit vonn dem gewaltigenn temmenn zusammenn getruckt, Diese wochenn ann salz gesottenn ———— 89 werck.

Sonntag Bartholomäi, den 24. August, und in der folgenden Woche haben die Zimmerleute an den Streben im neuen Salzbrunnen und an dem Fass gearbeitet, aus dem man pumpen und die Sole holen soll; und sie haben am Samstag angefangen, die Streben einzubringen. Es hat sich damit aber bis zum folgenden Samstag verzögert, weil sich das neue Fass vom gewaltigen Dämmen zwei Finger breit zusammengedrückt hatte. Diese Woche an Salz gesotten ———— 89 Werk.

3

Vnnd ist abermahls Reinhardt abelnn berichtt geschriebenn, Vnserm gnedigenn furstenn vnnd Hern annzuzeigenn, also.

Und es ist abermals ein Bericht an Reinhard Abel geschrieben worden, um ihn unserem gnädigen Fürsten und Herrn anzuzeigen, nämlich:

4

Mein freundtlich dienst zuuor, Erbar Besonnder guter

Meinen freundlichen Dienst zuvor, ehrbarer, besonders guter

S. 357

Bl. 177rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

freundt, Vff ewer Jungst Johann Nordeckenn vnnd mir, des Saltzwercks halbenn gethann schreibenn, habenn wir den Herrnn Stadthalter vnnd Rethenn zu Cassell schrifftlich anntwort vnnd bericht gebenn, wie sie euch ohnne zweiuel dieselbe vnnser schrifft werdenn vberschickt habenn, Daraus Jr Jtzige des Saltzwercks gelegennheit zuuernehmenn.

Freund. Auf Euer jüngst an Johann Nordeck und mich wegen des Salzwerks ergangenes Schreiben haben wir den Herren Statthalter und Räten zu Kassel schriftlich Antwort und Bericht gegeben, wie sie Euch ohne Zweifel dieses unser Schreiben übersandt haben werden; daraus ist der jetzige Stand des Salzwerks zu ersehen.

2

Dieweil aber nunmehr Gott lob die grundtbeuw des Saltzbronns, nehist verschienenn Freitags gefertigt vnnd die fassung des neween Saltzbronns, des mannß hoch vmbher wohl vnnd rechtschaffenn, mit nicht geringer muhe, sorge vnnd arbeit, verkommet vnnd gefurt wordenn, So ist nunmehr kein gefahr, oder sorglicheit mehr darann, dann mann gleichwohl fur vnnd fur die zeit des bawenns im siedenn bliebenn, vnnd keynenn Kaldtlager gemacht, vnnd werdenn wir nu1[?] die Beuw vber erdenn dermassenn vnnter dache bringenn, vnnd sonnst zu vnnsers gnedigenn Fursten vnnd Herrnn vnnd gemeiner Pfenner nutzenn, also

Weil aber nunmehr, Gott sei Lob, die Grundbauten des Salzbrunnens am vergangenen Freitag fertiggestellt und die Fassung des neuen Salzbrunnens mannshoch ringsherum gut und rechtschaffen, mit nicht geringer Mühe, Sorge und Arbeit hochgeführt worden ist, so ist nunmehr keine Gefahr oder Besorgnis mehr dabei — zumal man gleichwohl fort und fort während der Zeit des Bauens im Sieden geblieben ist und kein Kaltlager gemacht hat. Und wir werden nun die Bauten über der Erde dermaßen unter Dach bringen und sonst zum Nutzen unseres gnädigen Fürsten und Herrn und der gemeinen Pfänner so

Unsichere Lesungen

  1. nu — Kürzel, wohl nun (Z. 17)

S. 358

Bl. 177vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

fassenn, vnnd verbawenn, das solchs alles wohl vnd zum bestenn verwart sey. So habenn wir auch Got lob zu solchem Baw zimblich gut wetter gehabt, vnd ist bey denselbenn sorglichenn schwerenn gebewen, keinem mennschenn sonnderlicher schade geschehen, Gott der almechtig der verleyhe vnns fortann gnade, Dann nunmehr vnnser gnediger furst vnnd Herr vnd derselbenn Erbenn des orts wohl bleibenn werdenn, wo sie selbst wollenn, So ist es auch also gemacht, das mann Jederzeit sonnder grossenn kostenn, oder einich gefahr zum grunde wohl sehenn kann, wie dann will Gott sfgl.1[?] vnnd Jr sehenn solt, Solchs wolt ich euch guter meinung nit verhalten, daßelbe hochgedachtem vnnserm gnedigenn Fursten vnnd Herrnn annzuzeigenn habenn, vnnd euch freundtlich dienst zuerzeigenn, Habt ihr mich gantz willigk vnnd geneigt, Datum Cassell den 25.

fassen und verbauen, dass alles gut und aufs Beste verwahrt ist. So haben wir auch, Gott sei Lob, zu diesem Bau ziemlich gutes Wetter gehabt, und es ist bei diesen gefährlichen schweren Bauten keinem Menschen ein besonderer Schaden geschehen; Gott der Allmächtige verleihe uns fortan Gnade. Denn nunmehr werden unser gnädiger Fürst und Herr und deren Erben an diesem Ort wohl bleiben können, wenn sie selbst wollen. So ist es auch so gemacht, dass man jederzeit ohne große Kosten oder jede Gefahr wohl bis auf den Grund sehen kann, wie das, will Gott, Seine Fürstlichen Gnaden und Ihr sehen sollt. Das wollte ich Euch in guter Meinung nicht verhalten, damit Ihr es unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn anzeigen könnt; und Euch freundlichen Dienst zu erweisen, findet Ihr mich ganz willig und geneigt. Gegeben zu Kassel, den 25.

2

Augusti Anno 50. Jobst Becker2[?] vonn Hombergk mitverwalter zum Sodenn,

August Anno 50. Jobst Becker von Homberg, Mitverwalter zu Sooden.

Unsichere Lesungen

  1. sfgl. — Kürzel S. F. G. (Z. 12)
  2. Becker — ck oder rk (Z. 19)

S. 359

Bl. 178rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Sonntags den letzten1n augusti, vnnd die wochenn Egidij ist der dreck vmb den Saltzbronn abgefurt, vnnd raum gemacht, das loch zu der nebenn fassung zugrabenn, hat der zimmermann ann derselbenn fassung gearbeit, Vnndt seindt diese wochenn gesottenn ——— 99 werck Sonntags den 7.

Sonntag, den letzten August, und in der Woche Egidii ist der Dreck um den Salzbrunnen abgefahren und Raum geschaffen worden, um das Loch für die Nebenfassung zu graben; der Zimmermann hat an dieser Fassung gearbeitet. Und diese Woche sind gesotten worden ——— 99 Werk. Sonntag, den 7.

2

Septembris, vnnd die volgennde wocheten[?] das loch grabenn lassenn, hat der zimmermann den Kerck2[?] vmbher zufassenn, das gefierdts zufassenn, das gefierdts gemacht, vnnd gefertigt, zu achtecken3[?] zugericht, Dieselbe wochenn sein ann Saltz gesottenn.

September, und in der folgenden Woche das Loch graben lassen. Der Zimmermann hat, um den Kranz ringsherum zu fassen, das Geviert gemacht und fertiggestellt und achteckig hergerichtet. In derselben Woche sind an Salz gesotten worden

3

——— 107 Werck Sonntags Exaltat: Crucis Mitwochenn den 17. Septembris, vnnd donnerstags zu morgenn, seindt die verordenntenn semptlich alhie zum Sodenn, beyeinannder wiederumb annkommenn, vnnd habenn nach gehabtem Rathe vnd bedenckenn geschlossenn, das der grundt zu dem faße,

——— 107 Werk. Sonntag Exaltatio Crucis. Mittwoch, den 17. September, und Donnerstag am Morgen sind die Verordneten sämtlich hier zu Sooden wieder beisammen eingetroffen und haben nach gehaltenem Rat und Bedenken beschlossen, dass der Grund zu dem Fass,

Unsichere Lesungen

  1. ten — Zeilenanfang unklar (Z. 8)
  2. Kerck — Anfangsbuchstabe K oder B (Z. 9)
  3. achtecken — ck-Ligatur, evtl. achterben (Z. 10)

S. 360

Bl. 178vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

daraus mann die sohl zum siedenn, Pompenn vnnd langenn soll, nit tieffer dann der grundt des newen Saltzbronns, ist gesucht vnnd genommenn wordenn, vnnd soll dasselbe faß vnntenn ein Bretternn Bodenn habenn, darauff die beidenn aderkubenn1[?] gesetzt soll werdenn, vnnd ist der grundt also tieff gesucht worden, vnnd dieweil mann vff ein schuch nahe die tieff erlangt, hatt sich viel wildt waßer ereugt, das mann durch die alte fassung vnnd die newe abzucht abgewiesenn, vnnd lest das mit den Pompenn vff dem wilden waßer halttenn, Mann hat auch vnttenn vff demselbenn grunde Taub oder bletter fundenn, das vor vielenn langenn Jarenn darin kommenn, vnnd ist das Erdtreich allennthalbenn annzusehenn, als sey es vor zeittenn dahin geschut, darumb ist der Bergk wohl gefast in acht Erbenn, mit dielenn gerings vmbher Jngeramet2[?].

aus dem man die Sole zum Sieden pumpen und holen soll, nicht tiefer als der Grund des neuen Salzbrunnens gesucht und genommen worden ist. Und dieses Fass soll unten einen Bretterboden haben, auf den die beiden Aderkufen gesetzt werden sollen. Und der Grund ist so tief gesucht worden; und weil man bis auf einen Schuh nahe an die Tiefe kam, hat sich viel wildes Wasser gezeigt, das man durch die alte Fassung und die neue Abzucht abgewiesen hat; und man lässt es mit den Pumpen auf dem wilden Wasser halten. Man hat auch unten auf diesem Grund Laub oder Blätter gefunden, die vor vielen langen Jahren hineingekommen sind; und das Erdreich ist allenthalben so anzusehen, als sei es vorzeiten dorthin geschüttet worden. Darum ist der Berg gut gefasst in acht Erben, mit Dielen ringsherum eingeräumt.

2

Freytags den 19. Septembris Ist der grundt so tieff als der grundt des Bornns gefertigt, vnnd ist von der

Freitag, den 19. September, ist der Grund so tief wie der Grund des Borns hergerichtet worden. Und es ist von der

Unsichere Lesungen

  1. aderkubenn — Lesung unsicher (Z. 5)
  2. Jngeramet — Jn oder Jm (Z. 17)

S. 361

Bl. 179rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Stadt herzu durch den gries im grunde sehr viel waßer zur seittenn herkommenn, seindt auch etlich viel adernn aus dem grunde vonn vnttenn herauff gequollenn, Ist aber alles wilt waßer gewesenn, vnnd seindt gantz vnnd gar kein Saltzadern funden, noch sich ereugt, darumb gewißlich die Saltzadernn vom dem gebirge, vnnd das wilt waßer aus dem grunde der Werra durch den Kieß herzu tringt, vnnd solch wildt waßer zuerhalttenn, hat mann zwo Pompenn zugericht, mitt denselben, vnnd auch darzu mit schopffenn hat mann den grundt trockenn geöst, Sambstags den 20.

Stadt her durch den Gries im Grund sehr viel Wasser von der Seite hergekommen; auch sind etliche viele Adern aus dem Grund von unten heraufgequollen. Es war aber alles wildes Wasser, und es sind ganz und gar keine Salzadern gefunden worden noch haben sich welche gezeigt. Darum dringen die Salzadern gewiss vom Gebirge her und das wilde Wasser aus dem Grund der Werra durch den Kies herzu. Und um dieses wilde Wasser zu halten, hat man zwei Pumpen hergerichtet; mit diesen und dazu mit Schöpfen hat man den Grund trocken geschöpft. Samstag, den 20.

2

Septembris seindt vf solchen grundt die schwellenn des achteckigenn fasses gelegt, darnach das Kuebenn so darin gemachtt vonn funff schue hoch vnnd sechs schue weit, darin gelassenn, vnnd ist der grundt zuuor sehr wohl mit aschenn beschut, darauf ein gute notturfft Moß gestrauwet, vnnd wieder mitt aschenn gefult,

September, sind auf diesen Grund die Schwellen des achteckigen Fasses gelegt worden; danach ist die Kufe, die dafür gemacht war, fünf Schuh hoch und sechs Schuh weit, hineingelassen worden. Und der Grund ist zuvor sehr gut mit Asche beschüttet, darauf eine gute Notdurft Moos gestreut und wieder mit Asche gefüllt worden.

S. 362

Bl. 179vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

darauff ist das Kuebenn gesatzt, vnnd wohl verstopfft, vnnd gehet die Rör1 aus dem newenn Saltzbronn in solch Kuebenn, daraus mann die Sohl zum siedenn langenn vnnd Pompenn soll, Dieselb Rörenn wechsel in der mitte, habenn daselbst ein starckenn Mißingenn Rost, Ist allennthalbenn mit keilenn wohl verplockt, vnnd verstopfft, vnnd kann mann durch die new abzucht ann den Saltzbronn vf der Rör[?] bis ann die achteckig klein fassung kommenn, vnnd Jederzeit zusehenn, Doch vmb der sorg willenn, soll aus dem grunde vmb die Rörenn, ann dem alten faße auch bis obenn aus, ein guter thon geschlagenn werden, damit mann, wo es von nötenn, Jederzeit vffreumenn, volgennts ist zwischenn dem Kubenn, vnd den achteckigenn schwelnn der grundt vf die Aschenn vnnd das Moß, mit gutem zubereytem thonn, der schwellenn gleich zuuertennen2[?], anngefangenn vnnd habenn die Söder das Ösenn an den Pompenn thun helffenn, vnnd den Thon vf den Saltzbron getrieben,

Darauf ist die Kufe gesetzt und gut verstopft worden. Und die Röhre geht aus dem neuen Salzbrunnen in diese Kufe, aus der man die Sole zum Sieden holen und pumpen soll. Dieselben Röhren wechseln in der Mitte und haben dort einen starken messingenen Rost; sie sind allenthalben mit Keilen gut verpflockt und verstopft. Und man kann durch die neue Abzucht an den Salzbrunnen auf der Röhre bis an die achteckige kleine Fassung kommen und jederzeit nachsehen. Doch soll der Sorge wegen aus dem Grund um die Röhren an dem alten Fass auch bis oben hin ein guter Ton geschlagen werden, damit man, wo es nötig ist, jederzeit aufräumen kann.

Sodann ist zwischen der Kufe und den achteckigen Schwellen angefangen worden, den Grund auf die Asche und das Moos mit gutem zubereitetem Ton den Schwellen gleich zu verdämmen. Und die Sieder haben beim Schöpfen an den Pumpen geholfen und den Ton auf den Salzbrunnen gefahren.

Unsichere Lesungen

  1. Rör — Wortende abgekürzt (Z. 8)
  2. zuuertennen — nn oder mm (Z. 17)

S. 363

Bl. 180rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Darnach hat mann die acht seulnn Jnn die schwelnn gesetzt, seindt zwey verriegelt, vnnd2 mit Jngeschlossen bretternn vonn vnttenn vonn denn schwelnn an bis obenn aus, wie das erste newe mittelste faß gewesenn, vff einannder ausgefurt, vnnd oben mit steinen Dinchßenn1[?] wohl verwart, Jnn einannder geschlossenn vnnd vernagelt, Vnnd nach dem der abendt vnnd die nacht vnnd[?] vbereylet, hat mann volgennds Sonntags die Söder vnd alle Jnnwöner zum Sodenn anngesprochenn, die habenn gutwillig des morgenns fur der Predigt souiel thon vff den Bornn gefurt, vnnd auch damit in der eyle mit kleis3[?] getemmet, souiel es die notturfft erfordert, Derwegenn vf Jr bitlichs ansuchenn die Herrnn Jnen zwene guldenn fur ein faß biers, vnnd ein gulden fur brodt vnnd Keße zugebenn gewilligt vnnd verordenet, damit auch alle aschenn so sie zu solchem Baw gethann, bezahlt sein soll, Diese wochenn gesottenn ann saltz ——— 128 werck.

Danach hat man die acht Säulen in die Schwellen gesetzt; je zwei sind verriegelt und mit eingeschlossenen Brettern von unten von den Schwellen an bis oben hinaus, wie es das erste neue mittlere Fass gewesen ist, aufeinander hochgeführt und oben mit steinernen Deckeln gut verwahrt, ineinander geschlossen und vernagelt.

Und weil der Abend und die Nacht hereinbrachen, hat man sodann am Sonntag die Sieder und alle Einwohner zu Sooden angesprochen; die haben gutwillig am Morgen vor der Predigt so viel Ton auf den Born gefahren und ihn auch in der Eile mit Fleiß verdämmt, soweit es die Notdurft erforderte. Deshalb haben die Herren ihnen auf ihr bittliches Ansuchen zwei Gulden für ein Fass Bier und einen Gulden für Brot und Käse zu geben bewilligt und angeordnet; damit soll auch alle Asche, die sie zu diesem Bau gegeben haben, bezahlt sein.

Diese Woche gesotten an Salz ——— 128 Werk.

Unsichere Lesungen

  1. Dinchßenn — Lesung unsicher (Z. 6)
  2. vnnd — evtl. vnns (Z. 8)
  3. kleis — Endung unklar (Z. 13)

S. 364

Bl. 180vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Sonntags den 21. Septembris alle Rechnungenn gehort, darnach gerathschlagt, was furter zu volnziehung der Bewe vorzunehmenn, vnnd geschlossenn wie volget, Der zimmermann soll zu stundt ann das Haus vnnd den Baw vf den newenn Saltzbronn, aller massenn wie das muster, so derwegenn abgerissenn, ausweist, vonn dem geschnittenn holtz furlegenn, vnnd vffs aller furderlichst fertigenn, sollenn die schweln vnd Rasen1[?] Jnn die leng — 28.

Sonntag, den 21. September, alle Rechnungen angehört, danach beratschlagt, was weiter zur Vollendung der Bauten vorzunehmen sei, und beschlossen wie folgt:

Der Zimmermann soll sogleich das Haus und den Bau auf dem neuen Salzbrunnen ganz so, wie das dafür gezeichnete Muster es ausweist, aus dem geschnittenen Holz vorlegen und aufs allerförderlichste fertigstellen. Die Schwellen und Rähme sollen in der Länge 28

2

schue, die seulenn 10. schue hoch, Jedes feldt drey schue weit, Jn den Gibkelnn Jeglicher funff seulenn habenn, vnnd alles vonn den Buchenn dielenn mit Bretternn Jngespont zugemacht werdenn, darnach mit thuer vnnd zweyen fennsternn verschlossenn werdenn Darnach die strebenn zwischenn dem altenn eußersten, vnnd dem newenn mittelstenn faß, das die new abzucht sein soll, vntenn vf im grunde, eins schuchs hoch mit gries ausgefult, darauff schweln gelegt, vnnd seulnn — 10 schue hoch, das mann vffricht

Schuh messen, die Säulen 10 Schuh hoch sein, jedes Feld drei Schuh weit; in den Giebeln soll jeder fünf Säulen haben, und alles soll mit buchenen Dielen und Brettern gespundet zugemacht und danach mit einer Tür und zwei Fenstern verschlossen werden.

Danach sollen die Streben zwischen dem alten äußersten und dem neuen mittleren Fass, das die neue Abzucht sein soll, unten im Grund einen Schuh hoch mit Gries ausgefüllt, darauf Schwellen gelegt und Säulen 10 Schuh hoch gesetzt werden, damit man aufrecht

Unsichere Lesungen

  1. Rasen — Anfangsbuchstabe unsicher (Z. 10)

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