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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 365–374

Das Bautagebuch 1550/51 · S. 365–374 · Bl. 181r–185v · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Das Bautagebuch 1550/51

S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 365

Bl. 181rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

darin gehenn könne, darin verstopfft vnnd aber auch verrigelt, darauff der starckenn Bretter zur strebe eins anns annder gelegt, vnnd zwey oder drey lichtlöcher darin zumachenn, wie die vorigenn altenn gewesenn, vnnd dann bis obenn aus den gebewenn gleich mit guter erdenn zufüllenn, vnnd wann das geschehenn, so soll dann vmb den newe vnnd zwischl1[?] den beidenn newenn fassenn, vf den Thonn noch weitter getemmet2[?] werdenn, soviel thons vbrigk, Darnach dieselbe gebeude, auch mit erdenn darauff gleich ausgefült, vnnd dann gerings obenn vmbher mit eichenn dielenn, in einannder gespont, beschlossenn, wie vf dem altenn Bornn solchs zuvor auch gewesen, Vnnd wann das geschehenn, soll der Baw vnnd das Haus auf den Newenn Saltzbronn vfgeschlagenn vnnd vffgerichtt, vnnd mit Bretternn gedeckt, auch darauf zwene vergulte kupfferne knöpffe, so zu Cassell zu machenn, vnnd zuvergüldenn bestelt werdenn sollen, Montags den 22 Septembris hat der zimmerman das Haus vf den Saltzbronn zu zimmern fürgelegt,

darin gehen kann; darin ist zu verstopfen und auch zu verriegeln, und darauf sind die starken Bretter zur Strebe eins ans andere zu legen und zwei oder drei Lichtlöcher darin zu machen, wie die vorigen alten gewesen sind. Und dann ist bis oben hin den Bauten gleich mit guter Erde zu füllen. Und wenn das geschehen ist, so soll dann um das neue und zwischen den beiden neuen Fässern auf den Ton noch weiter verdämmt werden, soviel Ton übrig ist. Danach sind diese Bauten auch mit Erde darauf gleich ausgefüllt und dann ringsum oben mit eichenen Dielen, ineinander gespundet, verschlossen werden, wie es auf dem alten Born zuvor auch gewesen ist.

Und wenn das geschehen ist, soll der Bau und das Haus auf dem neuen Salzbrunnen aufgeschlagen und aufgerichtet und mit Brettern gedeckt werden; auch sollen zwei vergoldete kupferne Knöpfe darauf, die zu Kassel zu machen und zu vergolden bestellt werden sollen.

Montag, den 22. September, hat der Zimmermann das Haus auf den Salzbrunnen zu zimmern vorgelegt

Unsichere Lesungen

  1. zwischl — Kürzung, wohl zwischen (Z. 7)
  2. getemmet — n/m unklar (Z. 9)

S. 366

Bl. 181vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

vnnd hauwenn anngefanngenn, So habenn die Fuder1[?] soviel thons bey das fas zum auspompenn gefurt, das es soweit not damit vertemmet wurde, vnnd soll dann bis obenn den gebewenn gleich mit erdenn ausgefült werdenn, Dinstags den 23.

und zu hauen angefangen. So haben die Fuhrleute so viel Ton zu dem Fass zum Auspumpen gefahren, dass es, soweit nötig, damit verdämmt wurde; und es soll dann bis oben den Bauten gleich mit Erde ausgefüllt werden. Dienstag, den 23.

2

Septembris vier kSal2[?] knechtte vonn Cassell gein Sodenn geschickt, sollenn daselbst noch vier knechte zu sich nehmenn, vnnd den Sohlgrabenn, dieweil der durch die gewesse diesenn Sommer beschlembt, vnnd viel kodts darin geflossenn ist, saubernn vnnd rein machenn, vnnd vntenn herauf bis furs gewelbe, soll der Junge Henrich Müldener darauf sehenn, das sie treulich vnnd vleissigk arbeitenn, So soll der Steinbrecher zur oberstenn brucken, die Gewelbe vnnd annder steine brechenn, Ob man dieselbige Brucke fur wintter noch fertigenn könne, soll mit einer schleussenn gemacht werdenn, das man die in den wasserfludenn fürschiessenn könne, Damit die nit ann die gebeude des Saltzbronns kommen könnenn, Sonnder soll die zeit der flude der Sohlgrabe

September, vier Salzknechte von Kassel nach Sooden geschickt; die sollen dort noch vier Knechte zu sich nehmen und den Solgraben — weil er durch das Hochwasser diesen Sommer verschlammt ist und viel Unrat hineingeflossen ist — säubern und rein machen, und zwar von unten herauf bis vor das Gewölbe. Der junge Heinrich Muldener soll darauf sehen, dass sie treu und fleißig arbeiten.

So soll der Steinbrecher für die oberste Brücke die Gewölbe- und anderen Steine brechen. Ob man diese Brücke vor dem Winter noch fertigstellen kann: sie soll mit einer Schleuse gemacht werden, damit man sie bei Wasserfluten vorschieben kann, damit diese nicht an die Bauten des Salzbrunnens kommen können. Vielmehr soll zur Zeit der Flut der Solgraben

Unsichere Lesungen

  1. Fuder — Wort unklar (Z. 1)
  2. kSal — Zeichen vor Sal unklar (Z. 6)

S. 367

Bl. 182rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

vber derselbtenn Oberstenn Bruckenn, mit Pompenn geöst1 vnnd gehaltenn werdenn, Die volgennde tage dieser wochenn ann solcher arbeit gemacht vnnd bliebenn, vnnd seindt diese wochenn ann saltz gesotten – 119 werck, Sonntags den 28.

oberhalb dieser obersten Brücke mit Pumpen geschöpft und gehalten werden. Die folgenden Tage dieser Woche an dieser Arbeit gemacht und geblieben; und es sind diese Woche an Salz gesotten worden 119 Werk. Sonntag, den 28.

2

Septembris habenn die zimmerleute am Baw gearbeit, darnebenn mehr thon getretenn vnnd zugericht, vnnd ist der Sohlgrabe vonn der vnterstenn Bruckenn herann anngefanngenn zu saubernn, vnnd zu reinigenn, vnnd steine zur Oberstenn Bruckenn vber den Sohlgrabenn brechenn lassenn, Diese wochenn ann saltz gesottenn ——— 124 werck, Sonntags nach Michaelis den 5.

September, haben die Zimmerleute am Bau gearbeitet, daneben mehr Ton getreten und hergerichtet. Und der Solgraben ist von der untersten Brücke an zu säubern und zu reinigen angefangen worden, und man hat Steine für die oberste Brücke über den Solgraben brechen lassen. Diese Woche an Salz gesotten ——— 124 Werk. Sonntag nach Michaelis, den 5.

3

Octobris ann solcher arbeit bliebenn, vnnd ist der Baw vollendt gefertiget, hat aber der Pompenn halbenn als balde nit konnenn gehabenn, noch gesatzt werdenn, Darumb mann hat darmit verziehenn müssenn, vnnd nach dem verabschiedt, das mann nach Michaelis ein Probewerck siedenn solt, So hat doch der Saltzwardt solchs abgeschrieben, wie volgt.

Oktober, an dieser Arbeit geblieben; und der Bau ist vollends fertiggestellt worden. Der Pumpen wegen hat er aber nicht sogleich aufgesetzt und gesetzt werden können, darum hat man damit warten müssen. Und obwohl man verabschiedet hatte, dass man nach Michaelis ein Probewerk sieden solle, so hat doch der Salzwart das abgeschrieben, wie folgt:

Unsichere Lesungen

  1. geöst — Endung unklar (Z. 1)

S. 368

Bl. 182vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Mein ganntzwillig dienst zuvor Lieber Schwager Jost, Ich will euch nit verhaltenn, das ich befinde im Sohlziehenn, das der Bornn nit soviel gibt, als er vor vier oder funff wochenn gethann, dann er wirdt stets ausgezogenn, Dieweil ich demselbenn nu nachdennck, So hab ich altzeit hörenn davonn disputiren, das die Sohl oder der Saltzbronn in der Laubrosse1[?], am schwechstenn sey, Vber das hab ich auch nach dem quellbornne, wie sich der Itzo halte achtung gethann, So befindet sich das derselbe auch wieder aussenn bleibt, Ist gar vngeschafftenn Itzo, Derhalbenn wer gewis, wo der Saltzbronn nitt erbauwet vnnd gefast were, das er dann Itzo ebenn den manngell habenn wurde, wie vorhin, Nach dem ich aber vonn den Bawherrnn vnnd euch verstandenn, diese wochenn die Probwercke zu siedenn, So hab ich derhalbenn mit dem Bornndtmeister davonn geredt, vnnd allerlei bedenckenn gehabt, vnnd woltenn, das solchs lennger nachbliebe, vnnd besser bedacht wurde, damit wir solchs nit zu mercklichem

Meine ganz willigen Dienste zuvor, lieber Schwager Jost. Ich will Euch nicht verhalten, dass ich beim Solziehen finde, dass der Born nicht mehr so viel gibt, wie er es vor vier oder fünf Wochen getan hat; denn er wird ständig ausgezogen. Wenn ich dem nun nachdenke, so habe ich stets darüber disputieren hören, dass die Sole oder der Salzbrunnen zur Zeit des Laubfalls am schwächsten sei.

Darüber hinaus habe ich auch achtgegeben, wie sich der Quellborn jetzt verhält; da findet sich, dass auch dieser wieder ausbleibt und jetzt ganz unbeschaffen ist. Deshalb wäre es gewiss, dass der Salzbrunnen, wenn er nicht erbaut und gefasst worden wäre, jetzt eben denselben Mangel haben würde wie zuvor.

Nachdem ich aber von den Bauherren und von Euch verstanden habe, diese Woche die Probewerke zu sieden, so habe ich deshalb mit dem Brunnenmeister davon gesprochen und allerlei Bedenken gehabt; und wir wollten, dass dies noch länger unterbliebe und besser bedacht würde, damit wir es nicht zu merklichem

Unsichere Lesungen

  1. Laubrosse — Wort unklar (Z. 8)

S. 369

Bl. 183rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

schadenn vornehmenn, könnenn wir doch sonnst wohl wissenn, wie es darumb stehet, wie ich euch zu ewer annkunfft weitter berichtenn will, Will auch meinem gnedigenn furstenn vnnd Herrnn zum bestenn, vor mich damit lennger zuberuhenn, gebettenn haben, Hab ich euch als dem der dieser zeit die gelegennheit am bestenn weis, vnnangezeigt nit wollenn lassenn, Ir könnt wohl darauf weitter bedacht sein, vnnd in anndere wege abschaffenn, damit annder nit sonnst ein geschwetz davonn hettenn Ich bitt auch Ir wollet Schneide wintten1 einenn Botten schickenn, vnnd euch berichtenn lassenn, wie die arbeit vonn stadt gehe, vnnd mir zuerkennenn gebenn, Euch wieder zu dienenn bin ich altzeit geflissenn vnd willigk, Datum Sodenn Montags Michaelis anno 50 E.

Schaden vornehmen. Wir können ja auch sonst wohl wissen, wie es darum steht, wie ich Euch bei Eurer Ankunft weiter berichten will. Ich will auch meinem gnädigen Fürsten und Herrn zum Besten für meine Person gebeten haben, damit noch länger zu warten. Das wollte ich Euch als demjenigen, der zu dieser Zeit die Lage am besten kennt, nicht unangezeigt lassen. Ihr könnt wohl weiter darauf bedacht sein und es auf andere Weise abstellen, damit andere nicht ein Gerede davon haben.

Ich bitte auch, Ihr wollet nach Schneidewinden einen Boten schicken und Euch berichten lassen, wie die Arbeit vonstatten geht, und es mir zu erkennen geben. Euch wieder zu dienen bin ich allzeit geflissen und willig. Gegeben zu Sooden, Montag Michaelis Anno 50. Euer

2

W. Christoffer Hombergk sst2[?] Des wildenn wassers im vmbgannge Ist auch nit soviel Itzo als vor —— 5 wochenn, derhalbenn Ich achte,

Würden Christoffer Homberg, selbst.

Des wilden Wassers im Umgang ist jetzt auch nicht mehr so viel wie vor 5 Wochen; deshalb meine ich,

Unsichere Lesungen

  1. Schneide wintten — Name, wohl Schneidewind (Z. 11)
  2. sst — Unterschriftskürzel (Z. 18)

S. 370

Bl. 183vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

dieser zeit alle quellenn schwach sein. Diese wochenn ann saltz gesottenn ——— 140 werck. Sonntags nach Dionisy den 12.

dass zu dieser Zeit alle Quellen schwach sind. Diese Woche an Salz gesotten ——— 140 Werk. Sonntag nach Dionysii, den 12.

2

Octobris diese woch — 10 stemme holtzes gefelt, vnnd beschlagenn, den Sohlgrabenn vnnd das gewelbe vollendt rein gemacht, vnnd gesaubert, vnnd habenn die zimmerleute zwischl1[?] dem eussersten altenn vnnd dem mittelstenn newenn fas die strebenn gemacht, Diese wochenn ann saltz gesottenn ——— 132 werck Vnnd seindt diese wochenn Donnerstags Galli zehenn newe schetzer vnnd Saltzmesser, die mann die geschwornenn nennenn soll geordennt, der Jedem ein new Saltzmas, vnnd ein Rost darauff zugestelt, darauf sich Innhalt der ordenung, vnnd diese nachvolgende artickull einenn leiblichenn eidt zu Gott gelobtt vnnd geschworenn habenn, deswegenn seindt Jedem Saltzmesser oder geschwornenn, acht Söder oder Bodenn, dieselbigenn in seiner verwaltung zuhabenn zugeordenet.

Oktober: diese Woche 10 Stämme Holz gefällt und beschlagen, den Solgraben und das Gewölbe vollends rein gemacht und gesäubert; und die Zimmerleute haben zwischen dem äußersten alten und dem mittleren neuen Fass die Streben gemacht. Diese Woche an Salz gesotten ——— 132 Werk.

Und es sind diese Woche am Donnerstag Galli zehn neue Schätzer und Salzmesser, die man die Geschworenen nennen soll, bestellt worden. Jedem von ihnen ist ein neues Salzmaß und ein Rost darauf zugestellt worden, worauf sie nach dem Inhalt der Ordnung und der nachfolgenden Artikel einen leiblichen Eid zu Gott gelobt und geschworen haben. Deshalb sind jedem Salzmesser oder Geschworenen acht Sieder oder Bothe zugeordnet worden, die er in seiner Verwaltung haben soll.

Unsichere Lesungen

  1. zwischl — Kürzung, wohl zwischen (Z. 6)

S. 371

Bl. 184rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Darauf habenn auch die furstlichenn Herrnn Stadthalter vnnd Rethe mit volgennder offener schrifft in allen Stedtenn vnnd amptenn, des Saltzwergks gelegenheit bericht thun lassenn, damit menniglich des wissenns habenn, vnnd sich darnach richten können, also Wir Stadthalter vnnd Rethe zu Cassell, Entbietenn allenn vnnd Jedenn des durchleuchtigenn vnnsers gnedigenn furstenn vnnd Herrnn amptleuthenn, amptverwalternn Bevelchhabernn, vnnd dienernn, auch Burgermeister vnnd Schepffenn, vnnd Rath Jeder Stadt, fleckenn vnnd gemeinenn des Furstenthumbs Hessen, vnnd denn darzu vnnd Ingehörigenn Graueschafftenn, auch allenn vnnd Jedenn zölnernn, zolschebernn1[?], vnderthanenn vnnd verwanttenn derselbenn, nach geburnus eines Jedenn Standts, Vnnser freundtlich diennst, gunstigenn grus, vnnd geneigtenn willenn, vnnd fügenn euch semptlich vnnd einem Jedenn in sonnderheit zuwissenn, Das nach dem ein zeit Jar hero durch lennge der zeit, vnnd viel verflosse

Darauf haben auch die fürstlichen Herren Statthalter und Räte mit folgendem offenen Schreiben in allen Städten und Ämtern über den Stand des Salzwerks Bericht geben lassen, damit jedermann davon Kenntnis habe und sich danach richten könne, nämlich:

Wir, Statthalter und Räte zu Kassel, entbieten allen und jeden Amtleuten, Amtsverwaltern, Befehlshabern und Dienern des durchlauchtigen, unseres gnädigen Fürsten und Herrn, auch den Bürgermeistern, Schöffen und Räten jeder Stadt, jedes Fleckens und jeder Gemeinde des Fürstentums Hessen und der dazu und dahin gehörigen Grafschaften, auch allen und jeden Zöllnern, Zollschreibern, Untertanen und Verwandten derselben, nach Gebühr eines jeden Standes, unseren freundlichen Dienst, günstigen Gruß und geneigten Willen. Und fügen euch sämtlich und einem jeden insbesondere zu wissen, dass, nachdem seit geraumer Zeit durch die Länge der Zeit und die vielen verflossenen

Unsichere Lesungen

  1. zolschebernn — wohl zolschreibernn (Z. 14)

S. 372

Bl. 184vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

nenn Jarenn, die altenn gebeude am Saltzbronn zum Sodenn, welchenn Got der almechtigk aus sonnderlicher gnediger vnnd gute miltte, diesem Furstennthumb, Lannden vnnd Leutenn, vnnd vnns allenn gnediglich verliehenn, darumb wir billich danckbar sein sollenn, etwas manngelhafftigk vnnd Baufelligk ist wordenn, Derwegenn dann hochgedachter vnnser gnediger furst vnnd herr aus derselbenn schwerenn Custodien, vnns mehr dann zu einem mahle beuolenn, demselbenn schadenn statlich zuvorkommen, doch das nit vbell erger gemacht wurde, Also habenn wir verschienenn Osternn etlich aus vns den Rethenn, nebenn den verordentenn Saltzgreuen vnnd dienernn zum Sodenn, nebenn der gemeinen Pfennern darzu gemachten volmechtigenn dahin geschickt, vnnd solche alte gebeu eröffnenn, vnnd nach dem manngell vnnd schadenn suchenn lassenn, Dieselbenn habenn den schadenn, vnnd eigenntlich befundenn, das etlich wilt wasser sich in den Saltzbron vf dem grunde, daraus die Saltzadernn enndtspringen,

Jahre die alten Bauten am Salzbrunnen zu Sooden — den Gott der Allmächtige aus besonderer gnädiger Güte und Milde diesem Fürstentum, Land und Leuten und uns allen gnädig verliehen hat, wofür wir billig dankbar sein sollen — etwas mangelhaft und baufällig geworden sind, unser hochgenannter gnädiger Fürst und Herr uns aus seiner schweren Obhut mehr als einmal befohlen hat, diesem Schaden stattlich vorzukommen, doch so, dass nichts verschlimmert würde.

So haben wir vergangenes Ostern etliche aus unserer Mitte, den Räten, neben den verordneten Salzgrafen und Dienern zu Sooden und neben den von den gemeinen Pfännern dazu Bevollmächtigten dorthin geschickt und diese alten Bauten öffnen und dem Mangel und Schaden nachsuchen lassen. Diese haben den Schaden gefunden und genau erkannt, dass sich etliches wildes Wasser in den Salzbrunnen auf dem Grund, aus dem die Salzadern entspringen,

S. 373

Bl. 185rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

mit Ingemischt, vnnd Ingelauffenn ist, Welchenn schadenn sie nu mit vnnserm Rath vnnd mit wissenn wiewohl mit grossem darlegenn vnnd vncostenn, stadtlich vorkommenn, vnnd alle Gebeude so notwendigk vom newenn aus dem grunde gefurt vnnd gemacht habenn, vnnd ist auch sieder der zeit, des Saltzladenns vnnd Maß halber daselbst keine klage noch manngell gewest.

hineingemischt und hineingelaufen ist. Diesem Schaden sind sie nun mit unserem Rat und Wissen, wiewohl mit großer Auslage und Unkosten, stattlich vorgekommen und haben alle Bauten, soweit nötig, von neuem aus dem Grund hochgeführt und gemacht. Und es hat seither wegen des Salzladens und des Maßes dort keine Klage und keinen Mangel gegeben.

2

Dieweil aber nunmehr die Schlacht zeit anngehet, vnnd ein Jeder vnderthann vnnd Hausmann sich gernn mit saltz vber winter versorgenn vnnd versehen wolt, vnnd die Jenen so bey euch Saltz zu feylem kauff bringenn, vorigs manngels halben keinen behelff oder vorteil suchenn, noch sich einigs betrugs zum Sodenn zuberlagenn1[?], So habenn die verordenntenn Saltzgreuenn Johann Nordeck vnnd Jost Berber2[?] daselbst zum Sodenn die furnembstenn vonn den eltestenn, vermuglichstenn vnnd Gotfurchtigstenn — 10 menner vnnb einenn Jerlichenn soldt bestelt vnnd verordnet, dero Jedem acht Bodenn zuverwaltenn beuohlenn,

Weil aber nunmehr die Schlachtzeit angeht und ein jeder Untertan und Hausvater sich gern mit Salz über den Winter versorgen und versehen möchte, und damit diejenigen, die bei euch Salz zum Verkauf bringen, wegen des früheren Mangels keinen Vorwand oder Vorteil suchen und sich nicht mit einem Betrug zu Sooden herausreden, so haben die verordneten Salzgrafen Johann Nordeck und Jost Becker dort zu Sooden die vornehmsten unter den ältesten, vermögendsten und gottesfürchtigsten — 10 Männer — gegen einen jährlichen Sold bestellt und verordnet; jedem von ihnen ist befohlen, acht Bothe zu verwalten,

Unsichere Lesungen

  1. zuberlagenn — Wort unklar (Z. 15)
  2. Berber — Name, r/ck unklar (Z. 16)

S. 374

Bl. 185vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

alles saltz Inns Lanndt, Jedermann vns gleich geldt eine zeit wie die annder zumessenn, Jederm gleich vnnd recht zuthun, darauf Jedem ein rechtt gleich mas, vnnd ein Rost darauf, dadurch alles saltz gemessenn werdenn soll, vnnd nus1[?] zugestelt, vnnd sie darauf einenn leiblichenn gestabtenn eidt, zu Gott vnnd seinem Göttlichenn worte, habenn schwerenn lassenn, vnnd kann menniglich Jederzeitt des orts vmb sein geldts Saltz gnug bekommenn, So kann mann dadurch, da ein oder mehr Söder vortheil gebrauchenn, denselbenn erkundenn vnnd furkommenn, ob nu die Saltz verkeuffer oder körner anders zu Irem vorteil sagenn, oder das saltz zutheur gebenn wurdenn, wie sie dann hievor mehr gethan, So habt ihr Jederzeit, nach gelegennheit der zeit, ferre des wegs, theurung des Habbernn, vnd der zehrung, auch des vngewitters, darin zusehenn, vnnd dermassenn zuordenenn, das das armut vnbillicher weise nit vbernommenn, noch beschwert werde, wie Ir dann vom Jegennwertigenn dem Saltzschrey

alles Salz ins Land jedermann für gleiches Geld zu einer Zeit wie zur anderen zuzumessen und jedem gleich und recht zu tun. Dazu ist jedem ein rechtes gleiches Maß und ein Rost darauf zugestellt worden, mit dem alles Salz gemessen werden soll, und man hat sie darauf einen leiblichen gestabten Eid zu Gott und seinem göttlichen Wort schwören lassen. Und jedermann kann jederzeit an diesem Ort für sein Geld Salz genug bekommen.

So kann man dadurch auch, wenn ein oder mehrere Sieder sich Vorteil verschaffen, das erkunden und ihm vorkommen. Ob nun die Salzverkäufer oder Körner anderes zu ihrem Vorteil sagen oder das Salz zu teuer geben würden, wie sie es zuvor öfter getan haben, so habt ihr jederzeit nach Lage der Zeit, der Weite des Wegs, der Teuerung des Hafers und der Zehrung, auch des Unwetters, darauf zu sehen und dermaßen zu ordnen, dass die Armut nicht unbilligerweise übervorteilt oder beschwert wird — wie ihr denn vom Überbringer, dem Salzschrei-

Unsichere Lesungen

  1. nus — wohl vnns (Z. 5)

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