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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 391–400

Das Bautagebuch 1550/51 · S. 391–400 · Bl. 194r–198v · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Das Bautagebuch 1550/51

S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 391

Bl. 194rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

fassung zweyer werckschue niedriger sein, dann die fassung des rechtenn newenn Saltzbronns, Darnach sich der Zimmermann zurichttenn hat, vnnd damit mann das wilde wasser im vmbgannge, so Itzo mitt Pompenn erhalttenn, vnnd außgeöst wirdt, sonnder schwerenn vncostenn in das gewelbe bringenn könne, So hat mann vor gut anngesehenn, vnnd sich enndtschlossenn, das mann vf den grundt im vmbgange nebenn dem Bornne, ann den enndenn, da die wildenn quellenn seindt, vnnd zutags fliessenn, starcke rennen, mit vfgesetztenn Rörenn legenn, vnnd machenn soll, das die Rörenn solch wilt wasser, Inn die höhe tragen, vnnd dann durch nebenn Rörenn bis Inns gewelbe fliessenn, damit mann die Pompenn zum außösenn nit lennger haltenn dorffe, Wie dann dauonn der Zimmermann sonndernn bescheidt vnnd vnderricht hat, vnnd sonnst der ganntze grundt des vmbgangs, da keine wasser quellenn seindt, allerdinge vnnd ganntz wohl verdemmet werdenn, vnnd soll vor dem gewelbe, ein Kast vonn steinenn oder holtzwergk gemacht werden, darin das wasser aus den Rennenn felt, darin solches stiegk

Fassung soll zwei Werkschuh niedriger sein als die Fassung des rechten neuen Salzbrunnens; danach hat sich der Zimmermann zu richten.

Und damit man das wilde Wasser im Umgang, das jetzt mit Pumpen bewältigt und ausgeschöpft wird, ohne schwere Unkosten ins Gewölbe bringen kann, hat man es für gut befunden und sich entschlossen, dass man auf den Grund im Umgang neben dem Born an den Stellen, wo die wilden Quellen sind und zutage fließen, starke Rennen mit aufgesetzten Röhren legen und machen soll, damit die Röhren dieses wilde Wasser in die Höhe tragen und es dann durch Nebenröhren bis ins Gewölbe fließt, so dass man die Pumpen zum Ausschöpfen nicht länger halten muss — wie der Zimmermann darüber besonderen Bescheid und Unterricht hat.

Und sonst soll der ganze Grund des Umgangs, wo keine Wasserquellen sind, in jeder Hinsicht und ganz gut verdämmt werden. Und vor dem Gewölbe soll ein Kasten aus Steinen oder Holzwerk gemacht werden, in den das Wasser aus den Rennen fällt, damit es darin steige

S. 392

Bl. 194vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

vnnd furter durch das gewelbe abfliessenn könne, da man auch Jederzeit sehenn kann, ob manngell da sey oder nit, vnnd muß zu solchem Kastenn, ein Windeltrappen gemacht werdenn, Ob nun solches holtz oder steine sein soll, hat mann sich nach eröffnung des grundts zuuergleichenn, darnach wann die fassung geschehenn, die Renne gelegt, verdeckt, vnnd die störcke1[?] oder Rörenn gesatzt seindt, So soll mann gerings vmbhero alles wohl vnnd vfs beste, mit thon vnnd guter erdenn, wie zuuor geschehenn ist, verdemmenn, vnnd obenn dem gebawe gleich fullenn, vnnd furter mit steinenn Plasternn, oder mit dielenn beschiessenn vnnd verspundenn, das alles Regenn vnnd annder wasser, in das gewelbe gefurt werde, vnnd fur sich selbst darin fliesse, vnnd dieweil solcher baw, vonn beider vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn, vnnd gemeiner Pfenner wegenn volnfuhrt werdenn muß, so sollenn vnnd wollenn die verordenntenn der Pfenner, einer vmb den anndernn, selbst nebenn vnnsers gl.

und weiter durch das Gewölbe abfließen könne, wo man auch jederzeit sehen kann, ob dort ein Mangel ist oder nicht. Und zu diesem Kasten muss eine Wendeltreppe gemacht werden. Ob dieser nun aus Holz oder Stein sein soll, hat man sich nach Öffnung des Grundes zu vergleichen.

Danach, wenn die Fassung geschehen, die Renne gelegt und abgedeckt und die Stöcke oder Röhren gesetzt sind, so soll man ringsherum alles gut und aufs beste mit Ton und guter Erde verdämmen, wie es zuvor geschehen ist, und oben dem Bau gleich füllen und weiter mit Steinen pflastern oder mit Dielen beschießen und verspunden, so dass alles Regen- und andere Wasser ins Gewölbe geführt wird und von selbst darin abfließt.

Und weil dieser Bau von wegen sowohl unseres gnädigen Fürsten und Herrn als auch der gemeinen Pfänner vollendet werden muss, so sollen und wollen die Verordneten der Pfänner, einer um den anderen, selbst neben den Dienern unseres gnädigen

2

f. vnnd herrnn, dieners darbey sein, vnnd zusehenn, das vleissigk gearbeit, vnd auch die gebew vfs nutzlichst gemacht werdenn, Sollen vnd

Fürsten und Herrn dabei sein und darauf sehen, dass fleißig gearbeitet und auch die Bauten aufs nützlichste gemacht werden. Sie sollen und

Unsichere Lesungen

  1. störcke — oder stöcke (Z. 7)

S. 393

Bl. 195rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

wollenn auch Jede wochenn bey abzahlung sein, die wochenrechnung mit vnderschreibenn, vnnd darnach sich mit hochgedachtem vnnserm gnedigenn furstenn vnnd herrnn, wie obstehet, des verlegs halbenn vergleichenn, vnnd da furter einich manngell vorfiele, Hat mann Jederzeit beide vonn wegenn vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn, der Rethe, vnnd etliche der elttestenn der Pfenner, nebenn Irenn verordenten, darzu zubeschreibenn vnnd zufordernn, Irenn Rath darin zugebrauchenn, alles ohnn geuerde, Inn vrkundt, vnter vnnser aller hierbey gewesenn Handtschrifft, Gebenn vnnd geschehenn zum Sodenn den 5 Maij Anno 51.

wollen auch jede Woche bei der Abzahlung zugegen sein, die Wochenrechnung mit unterschreiben und sich danach mit unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn, wie oben steht, wegen der Auslage vergleichen. Und wenn künftig ein Mangel vorfiele, so hat man jederzeit sowohl von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn die Räte als auch etliche der Ältesten der Pfänner neben ihren Verordneten dazu zu bescheiden und zu fordern und ihren Rat darin zu gebrauchen, alles ohne Gefährde. Zur Urkunde unter der Handschrift aller von uns, die dabei gewesen sind. Gegeben und geschehen zu Sooden, den 5. Mai Anno 51.

2

Mitt Rath vnnd beysein Sigmundt vonn Boynebergk Lanndtvogt ann der Werra, Johann Nordeck, vnd vnnser vndenn benenntten, abgeredt vnd vfgericht, Jobst Becker Johann Bartholmes Rent.1

Mit Rat und in Beisein Sigmunds von Boyneburg, Landvogt an der Werra, Johann Nordecks und von uns unten Benannten verabredet und aufgerichtet. Jobst Becker. Johann Bartholomäus, Rentmeister.

3

Christoff Hombergk Saltzwardt. Johan Schaffnit senior Johan Niedennstein Curt Nulandt2 Henrich Iring Bastiann Thuldt, Bernt Waldis Johan Nidenstein

Christoff Homberg, Salzwart. Johann Schaffnit senior. Johann Niedenstein. Curt Nuland. Heinrich Iring. Bastian Thuldt. Bernd Waldis. Johann Niedenstein.

Unsichere Lesungen

  1. Rent. — Kürzel Rentmeister (Z. 18)
  2. Nulandt — Neulandt? u mit Haken (Z. 23)

S. 394

Bl. 195vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Der abredt nach, wie vnnd welcher gestalt Meister Hanns der Zimmermann den Baw der eußersten wandt vmb den Saltzbronn Jegenn dem Berge machenn, vnnd fertigenn soll, Hat er solches also vollenndet, vnnd fertig gemacht.

Der Verabredung nach, wie und auf welche Weise Meister Hans, der Zimmermann, den Bau der äußersten Wand um den Salzbrunnen gegen den Berg machen und fertigstellen soll, hat er dies vollendet und fertiggemacht.

2

Seindt darauff die verordenntenn Bawherrnn, Juncker Hermann vonn Hundelßhausenn, Johann Nordeck, Valtin Thuldt, vnnd wir die Beamptenn zum Soden, vonn wegenn vnsers gl.

Darauf sind die verordneten Bauherren, Junker Hermann von Hundelshausen, Johann Nordeck, Valtin Thuldt und wir, die Beamten zu Sooden, von wegen unseres gnädigen

3

f. vnnd herrnn, vnnd von der Pfenner wegenn Johann Schaffnit der elter, Thias Thorey, vnnd Johann Schaffnit der Junger, dieweil Johann Niedennstein verrittenn gewest ist heut den 6.

Fürsten und Herrn, und von wegen der Pfänner Johann Schaffnit der Ältere, Thias Thorey und Johann Schaffnit der Jüngere — weil Johann Niedenstein weggeritten war — heute, den 6.

4

Julij zum Sodenn erschienenn, vnnd ist der Raum des grundts vmb den Bornn gefertigt, vnd bis vf den gries außgefuert, vnnd rein gemacht also hat der Zimmermann die schwellenn derselbenn wanndt, vf den grieß vnnd nit so tieff als die schwellenn der mittelstenn wanndt, die liegt tieffer, vnnd Inn den gries gelegt, darnach die Wanndt vnnd funff Kasten vonn — 25 seulenn ann der wanndt, vnnd den

Juli, zu Sooden erschienen. Und der Raum des Grundes um den Born ist hergerichtet, bis auf den Gries ausgefahren und rein gemacht worden. So hat der Zimmermann die Schwellen dieser Wand auf den Gries gelegt, und nicht so tief wie die Schwellen der mittleren Wand, die tiefer und in den Gries gelegt sind. Danach die Wand und fünf Kasten aus 25 Säulen an der Wand und den

S. 395

Bl. 196rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

oberstenn vnnd vnderstenn kastenn gesetzt, mit Bretternn außgefuhrt, vnnd danebenn vf dem grunde Jegenn dem Berge zu, doppell rennenn, die da gesturtzt vf dem gries liegenn, vf den seittenn vnnd obenn mit löchernn verwart, das sich das wilde wasser vom grunde vntenn herauff vf den seittenn, vnnd auch obenn herab Inn die Renne ziehenn, vnnd dadurch Inn den vnderstenn kastenn lauffenn kann, darin soll es vier schue hoch steigenn vnnd durch das gewelbe fur sich selbst steigenn vnnd abfliessenn, damit mann das Ösegezeug, vnnd der Pompenn lennger nit halttenn dörffe, wie solch werck sein soll nach dem Maßstabe abgerissenn, vnnd ein sonnder muster dauonn gemacht werdenn, vnnd als der Bergk wohl verstrebt, hatt mann im grunde zwischenn den dielenn vnd Rennen, grosse wackenn, oder kalcksteine gelegt, vnnd vber die zwo Rennenn eichenn bretter ann einannder, vnnd darnach den Rennenn gleich im grunde mitt grobenn kieß oder gries vf die steine, außgefult, damit die Renne nit verschlempt, vnnd das wilde wasser

obersten und untersten Kasten gesetzt und mit Brettern ausgeführt. Und daneben auf dem Grund zum Berg hin doppelte Rennen, die gestürzt auf dem Gries liegen, an den Seiten und oben mit Löchern versehen, so dass sich das wilde Wasser vom Grund unten herauf an den Seiten und auch von oben herab in die Renne ziehen und dadurch in den untersten Kasten laufen kann. Darin soll es vier Schuh hoch steigen und durch das Gewölbe von selbst abfließen, damit man das Schöpfzeug und die Pumpen nicht länger halten muss — wie dieses Werk nach dem Maßstab gezeichnet und wie ein besonderes Muster davon gemacht werden soll.

Und als der Berg gut verstrebt war, hat man im Grund zwischen den Dielen und Rennen große Wacken oder Kalksteine gelegt und über die zwei Rennen eichene Bretter aneinander, und danach den Rennen gleich im Grund mit grobem Kies oder Gries auf die Steine ausgefüllt, damit die Renne nicht verschlammt und das wilde Wasser

S. 396

Bl. 196vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

sich dadurch Inn die Renne ziehenn könne, dann die gestopfftenn Rennenn vntenn offenn sein, vnnd ist in der zeit schönn gut wetter gewest, das wir derwegenn vngehindert gewest sein, Ist auch keinem mennschenn der gebew halbenn, kein schade geschehenn, wiewohl mann allermenniglich sonnder schew, Innsonnderheit die Söder alle hat abe vnnd zu gehenn, vnnd alles besichtigenn lassenn, auch etlich der Eltestenn Söder Ir bedenckenn annzuzeigenn, vnnd mit anrathenn zuhelffenn gebettenn, Hats aber keiner getaddelt, noch zuuerbessernn gewust, Vm Walpurgis seindt die Bodenn, als noch vier Boden zu den vorigenn vier Bodenn abgebrochenn, der raum gemacht, vnnd zu grunde gearbeit, bis vf den gries, vnnd ist der Bergk wohl verstrebt, mit starckenn eichn1[?] balckenn, vnnd starckenn eichenn dielenn darhinder, welch strebenn also im grunde stehenn bleiben sollen, Vnd des ist der Thon gegrabenn, vnnd bereit worden zum demmenn, Das Ösegezeugk zum außösenn des wilden wassers

sich dadurch in die Renne ziehen kann, denn die verstopften Rennen sind unten offen.

Und es ist in dieser Zeit schönes gutes Wetter gewesen, so dass wir deshalb ungehindert waren. Es ist auch keinem Menschen der Bauten wegen ein Schaden geschehen, obwohl man jedermann ohne Scheu, insbesondere alle Sieder, hat ab- und zugehen und alles besichtigen lassen; auch hat man etliche der ältesten Sieder gebeten, ihr Bedenken anzuzeigen und mit Rat zu helfen. Es hat aber keiner etwas getadelt noch etwas zu verbessern gewusst.

Um Walpurgis sind die Bothe — nämlich noch vier Bothe zu den vorigen vier Bothen — abgebrochen, der Raum geschaffen und bis auf den Gries zum Grund gearbeitet worden. Und der Berg ist gut verstrebt mit starken eichenen Balken und starken eichenen Dielen dahinter; diese Streben sollen so im Grund stehen bleiben. Und inzwischen ist der Ton gegraben und zum Dämmen bereitet worden. Das Schöpfzeug zum Ausschöpfen des wilden Wassers

Unsichere Lesungen

  1. eichn — Kürzungsstrich, eichenn (Z. 15)

S. 397

Bl. 197rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

gefertigt, vnnd ist alles fliessenndt wasser damit dermassenn gehaltenn, das mann vf dem grunde trocken, vnnd sonnder alle verhinderung des wassers handeln könne, vnnd kömpt das wilde wasser gemeinlich vom Berge her, vnnd nit starck aus dem grunde, Als die Saltzadernn, die kommenn alle vonn vntenn heruf, aus dem grunde des kieses1[?], Vnd als in Furstlichenn furgefallenn geschefftenn, Juncker Hermann vonn Hundelßhausenn vnnd Nordeck, verreitenn mussenn, So ist der herr Lanndtvogt, Juncker Sigmundt vonn Boynebergk, ann Irt2[?]stadt, durch vnnsernn gnedigenn Jungenn Herrnn Lanndtgrauen Wilhelmen, zu volnführung solcher gebewe, vnnd bey der temmung zusein, her beschriebenn, heut den 11 Julij alhie annzukommenn, Innhalt nachuolgennder schrifft.

ist fertiggestellt, und alles fließende Wasser ist damit dermaßen gehalten, dass man auf dem Grund trocken und ohne jede Behinderung durch das Wasser hantieren kann. Und das wilde Wasser kommt gemeinhin vom Berg her und nicht stark aus dem Grund; die Salzadern dagegen kommen alle von unten herauf aus dem Grund des Kieses.

Und weil Junker Hermann von Hundelshausen und Nordeck wegen vorgefallener fürstlicher Geschäfte wegreiten mussten, ist der Herr Landvogt, Junker Sigmund von Boyneburg, an ihrer Statt durch unseren gnädigen jungen Herrn Landgraf Wilhelm herbeschieden worden, zur Vollendung dieser Bauten und beim Dämmen zugegen zu sein, und zwar heute, den 11. Juli, hier einzutreffen, nach dem Inhalt des nachfolgenden Schreibens:

2

Wilhelm vonn Gotts gnaden Landtgraue zu Hessenn, Graff zu Catzennelnbogen Rath vnnd lieber Getrewer, Nach dem vnnsere

Wilhelm von Gottes Gnaden, Landgraf zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen. Rat und lieber Getreuer! Nachdem unsere

Unsichere Lesungen

  1. kieses — oder kreses (Z. 7)
  2. Irt — an Ihrer statt? (Z. 11)

S. 398

Bl. 197vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

verordenntenn des Baues vber den Saltzbronn zu Allendorff in Sodenn bey vnns annsuchung gethann, das wir vnns eigener Personn, mit etlichenn vnnsernn Rethen, gein Allenndorff verfugenn, vnnd des Saltzbronns gelegennheit, wie es vmb die gethane gebewe, vnnd das wilde wasser ein gestalt, vnnd gelegennheitt hette, zubesichtigenn, vnnd vnnser bedenncken, vnd gut meinunge zu enntlicher volnziehung desselbigenn baues zu eroffnenn, Dieweil wir nu Itzt mit den Rethenn so hie sein solche besichtigung annderer obliegennden vnnd geschefft halbenn, nit thun könnenn, So ist vnnser gnedigst begerenn ann euch, Ir wollet vf der verordenntten annsinnenn euch zu thuenn am furderlichstenn verfugenn, alle gelegennheit eigenntlich besichtigen, vnd mit zu rathenn helffenn, ob vnnd wie die verdemmung des wildenn wassers am nutzlichstenn vnd zutreglichstenn furzunehmenn sey, vnnd ob die dinge mit besserer bequemheit, als der vnnsernn vnnd der Pfenner verordennten zum Baw, verabschiedt

Verordneten des Baus über den Salzbrunnen zu Allendorf in Sooden bei uns angesucht haben, dass wir uns in eigener Person mit etlichen unserer Räte nach Allendorf begeben und den Stand des Salzbrunnens — wie es um die ausgeführten Bauten und das wilde Wasser bestellt ist — besichtigen und unser Bedenken und unsere gute Meinung zur endgültigen Vollziehung dieses Baus eröffnen möchten: Weil wir nun jetzt mit den Räten, die hier sind, diese Besichtigung anderer Obliegenheiten und Geschäfte wegen nicht vornehmen können, so ist unser gnädigstes Begehren an Euch, Ihr wollet Euch auf das Ansinnen der Verordneten hin aufs förderlichste dorthin begeben, alle Umstände genau besichtigen und mit beraten helfen, ob und wie die Verdämmung des wilden Wassers am nützlichsten und zuträglichsten vorzunehmen sei und ob die Dinge mit besserer Bequemlichkeit anzustellen wären, als es die Verordneten der Unsrigen und der Pfänner zum Bau verabschiedet

S. 399

Bl. 198rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

habenn, annzustellenn sein möchtenn, Euch also hierein gutwilligk erzeigenn, Das reicht vns vonn euch zu sonndernn gefallenn, vnnd seindt euch mit gnadenn geneigt, Datum Cassell am 9 Julij Anno 51.

haben. Erzeigt Euch also hierin gutwillig; das gereicht uns von Euch zu besonderem Gefallen, und wir sind Euch mit Gnaden geneigt. Gegeben zu Kassel am 9. Juli Anno 51.

2

Vnnsernn Lanndtvogt ann der Werra vnnd liebenn Getrewenn Sigmunden vonn Boynebergk, Vff solche schrifft vnnd Furstlichenn beuelch, Ist der Lanndtvogt heut den 11.

An unseren Landvogt an der Werra und lieben Getreuen Sigmund von Boyneburg.

Auf dieses Schreiben und diesen fürstlichen Befehl hin ist der Landvogt heute, den 11.

3

Julij zu morgenn alhie zum Sodenn ankommenn vnnd erschienenn, die dinge aller notturfftig besichtiget, vnnser bedenckenn vnnd furhabenns, anngehört, das Ime dann also wolgefallenn, vnnd solchs zuuerbessernn nit gewust, darumb wir mit der verdemmung also angefanngenn, vnnd fortgefahrenn sein, Erstlich im grunde nebenn vnnd zwischenn den doppell Rennenn, mit grossenn hartzeln kalckstein, vnnd darnach mit grobem kieß, außwenndig der newenn wanndt, ann der altenn eußerstenn fassunge, vnd

Juli, am Morgen hier zu Sooden eingetroffen und erschienen, hat alle Dinge nach Bedarf besichtigt und unser Bedenken und Vorhaben angehört; das hat ihm dann so wohlgefallen, dass er nichts daran zu verbessern wusste. Darum haben wir mit der Verdämmung so angefangen und sind fortgefahren:

Zuerst im Grund neben und zwischen den doppelten Rennen mit großen harten Kalksteinen und danach mit grobem Kies, außerhalb der neuen Wand, an der alten äußersten Fassung und

S. 400

Bl. 198vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

zwischenn der gefastenn strebung fur dem Berge her vber die Rennenn, vnnd den darauf gelegten Brettternn, eines schuch hoch, wie obstehet, außgefult, Darauf mit der außgefuhrtenn erdenn annzufahenn zutemmenn, damit sich das wilde wasser darin vertheilenn, vnnd Inn die gelegtenn Rennenn vnngehindert fliessenn könne, Sonntags den 12.

zwischen der gefassten Verstrebung vor dem Berg her, über die Rennen und die darauf gelegten Bretter, einen Schuh hoch, wie oben steht, ausgefüllt. Darauf mit der ausgefahrenen Erde anzufangen zu dämmen, damit sich das wilde Wasser darin verteilen und in die gelegten Rennen ungehindert fließen kann. Sonntag, den 12.

2

Julij wetters halbenn, dieweil es hell vnnd schönn war, zu mittage anngefangen zutemmenn zwischenn der mittelstenn zu Jar newgesetztenn faß, vnnd der altenn fassung, auch Itziger new darann gezapfftenn wanndt, vnnd ist erstlich der schlam vffm grunde aller sauber außgezogenn, Darnach vffm grunde ein gute notturfft Moß zertheilt gelegt, darin viel aschenn eintzell gestrawet, darauf den gutenn bereittenn thon vonn obenn herab darin hart in einannder geworffenn, vnnd also angefanngenn, zwischenn der newenn mittelstenn vnnd der eußerstenn fassung vmbher zuuertemmen, Montags den 13. Julij auch also getembt, bis vff

Juli, des Wetters wegen — weil es hell und schön war — zu Mittag angefangen zu dämmen zwischen dem mittleren, im vorigen Jahr neu gesetzten Fass und der alten Fassung sowie der jetzt neu daran gezapften Wand. Und zuerst ist der Schlamm auf dem Grund ganz sauber herausgezogen worden; danach ist auf dem Grund eine gute Notdurft Moos verteilt gelegt, darin viel Asche einzeln gestreut und darauf der gute bereitete Ton von oben herab hart ineinander geworfen worden. Und so hat man angefangen, zwischen der neuen mittleren und der äußersten Fassung ringsherum zu verdämmen. Montag, den 13. Juli, ebenso gedämmt bis auf

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