Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 395–404
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 395–404 · Bl. 196r–200v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
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Bl. 196rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)oberstenn vnnd vnderstenn kastenn gesetzt, mit Bretternn außgefuhrt, vnnd danebenn vf dem grunde Jegenn dem Berge zu, doppell rennenn, die da gesturtzt vf dem gries liegenn, vf den seittenn vnnd obenn mit löchernn verwart, das sich das wilde wasser vom grunde vntenn herauff vf den seittenn, vnnd auch obenn herab Inn die Renne ziehenn, vnnd dadurch Inn den vnderstenn kastenn lauffenn kann, darin soll es vier schue hoch steigenn vnnd durch das gewelbe fur sich selbst steigenn vnnd abfliessenn, damit mann das Ösegezeug, vnnd der Pompenn lennger nit halttenn dörffe, wie solch werck sein soll nach dem Maßstabe abgerissenn, vnnd ein sonnder muster dauonn gemacht werdenn, vnnd als der Bergk wohl verstrebt, hatt mann im grunde zwischenn den dielenn vnd Rennen, grosse wackenn, oder kalcksteine gelegt, vnnd vber die zwo Rennenn eichenn bretter ann einannder, vnnd darnach den Rennenn gleich im grunde mitt grobenn kieß oder gries vf die steine, außgefult, damit die Renne nit verschlempt, vnnd das wilde wasser
obersten und untersten Kasten gesetzt und mit Brettern ausgeführt. Und daneben auf dem Grund zum Berg hin doppelte Rennen, die gestürzt auf dem Gries liegen, an den Seiten und oben mit Löchern versehen, so dass sich das wilde Wasser vom Grund unten herauf an den Seiten und auch von oben herab in die Renne ziehen und dadurch in den untersten Kasten laufen kann. Darin soll es vier Schuh hoch steigen und durch das Gewölbe von selbst abfließen, damit man das Schöpfzeug und die Pumpen nicht länger halten muss — wie dieses Werk nach dem Maßstab gezeichnet und wie ein besonderes Muster davon gemacht werden soll.
Und als der Berg gut verstrebt war, hat man im Grund zwischen den Dielen und Rennen große Wacken oder Kalksteine gelegt und über die zwei Rennen eichene Bretter aneinander, und danach den Rennen gleich im Grund mit grobem Kies oder Gries auf die Steine ausgefüllt, damit die Renne nicht verschlammt und das wilde Wasser
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Bl. 196vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)sich dadurch Inn die Renne ziehenn könne, dann die gestopfftenn Rennenn vntenn offenn sein, vnnd ist in der zeit schönn gut wetter gewest, das wir derwegenn vngehindert gewest sein, Ist auch keinem mennschenn der gebew halbenn, kein schade geschehenn, wiewohl mann allermenniglich sonnder schew, Innsonnderheit die Söder alle hat abe vnnd zu gehenn, vnnd alles besichtigenn lassenn, auch etlich der Eltestenn Söder Ir bedenckenn annzuzeigenn, vnnd mit anrathenn zuhelffenn gebettenn, Hats aber keiner getaddelt, noch zuuerbessernn gewust, Vm Walpurgis seindt die Bodenn, als noch vier Boden zu den vorigenn vier Bodenn abgebrochenn, der raum gemacht, vnnd zu grunde gearbeit, bis vf den gries, vnnd ist der Bergk wohl verstrebt, mit starckenn eichn1[?] balckenn, vnnd starckenn eichenn dielenn darhinder, welch strebenn also im grunde stehenn bleiben sollen, Vnd des ist der Thon gegrabenn, vnnd bereit worden zum demmenn, Das Ösegezeugk zum außösenn des wilden wassers
sich dadurch in die Renne ziehen kann, denn die verstopften Rennen sind unten offen.
Und es ist in dieser Zeit schönes gutes Wetter gewesen, so dass wir deshalb ungehindert waren. Es ist auch keinem Menschen der Bauten wegen ein Schaden geschehen, obwohl man jedermann ohne Scheu, insbesondere alle Sieder, hat ab- und zugehen und alles besichtigen lassen; auch hat man etliche der ältesten Sieder gebeten, ihr Bedenken anzuzeigen und mit Rat zu helfen. Es hat aber keiner etwas getadelt noch etwas zu verbessern gewusst.
Um Walpurgis sind die Bothe — nämlich noch vier Bothe zu den vorigen vier Bothen — abgebrochen, der Raum geschaffen und bis auf den Gries zum Grund gearbeitet worden. Und der Berg ist gut verstrebt mit starken eichenen Balken und starken eichenen Dielen dahinter; diese Streben sollen so im Grund stehen bleiben. Und inzwischen ist der Ton gegraben und zum Dämmen bereitet worden. Das Schöpfzeug zum Ausschöpfen des wilden Wassers
Unsichere Lesungen
- eichn — Kürzungsstrich, eichenn (Z. 15)
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Bl. 197rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)gefertigt, vnnd ist alles fliessenndt wasser damit dermassenn gehaltenn, das mann vf dem grunde trocken, vnnd sonnder alle verhinderung des wassers handeln könne, vnnd kömpt das wilde wasser gemeinlich vom Berge her, vnnd nit starck aus dem grunde, Als die Saltzadernn, die kommenn alle vonn vntenn heruf, aus dem grunde des kieses1[?], Vnd als in Furstlichenn furgefallenn geschefftenn, Juncker Hermann vonn Hundelßhausenn vnnd Nordeck, verreitenn mussenn, So ist der herr Lanndtvogt, Juncker Sigmundt vonn Boynebergk, ann Irt2[?]stadt, durch vnnsernn gnedigenn Jungenn Herrnn Lanndtgrauen Wilhelmen, zu volnführung solcher gebewe, vnnd bey der temmung zusein, her beschriebenn, heut den 11 Julij alhie annzukommenn, Innhalt nachuolgennder schrifft.
ist fertiggestellt, und alles fließende Wasser ist damit dermaßen gehalten, dass man auf dem Grund trocken und ohne jede Behinderung durch das Wasser hantieren kann. Und das wilde Wasser kommt gemeinhin vom Berg her und nicht stark aus dem Grund; die Salzadern dagegen kommen alle von unten herauf aus dem Grund des Kieses.
Und weil Junker Hermann von Hundelshausen und Nordeck wegen vorgefallener fürstlicher Geschäfte wegreiten mussten, ist der Herr Landvogt, Junker Sigmund von Boyneburg, an ihrer Statt durch unseren gnädigen jungen Herrn Landgraf Wilhelm herbeschieden worden, zur Vollendung dieser Bauten und beim Dämmen zugegen zu sein, und zwar heute, den 11. Juli, hier einzutreffen, nach dem Inhalt des nachfolgenden Schreibens:
Wilhelm vonn Gotts gnaden Landtgraue zu Hessenn, Graff zu Catzennelnbogen Rath vnnd lieber Getrewer, Nach dem vnnsere
Wilhelm von Gottes Gnaden, Landgraf zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen. Rat und lieber Getreuer! Nachdem unsere
Unsichere Lesungen
- kieses — oder kreses (Z. 7)
- Irt — an Ihrer statt? (Z. 11)
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Bl. 197vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)verordenntenn des Baues vber den Saltzbronn zu Allendorff in Sodenn bey vnns annsuchung gethann, das wir vnns eigener Personn, mit etlichenn vnnsernn Rethen, gein Allenndorff verfugenn, vnnd des Saltzbronns gelegennheit, wie es vmb die gethane gebewe, vnnd das wilde wasser ein gestalt, vnnd gelegennheitt hette, zubesichtigenn, vnnd vnnser bedenncken, vnd gut meinunge zu enntlicher volnziehung desselbigenn baues zu eroffnenn, Dieweil wir nu Itzt mit den Rethenn so hie sein solche besichtigung annderer obliegennden vnnd geschefft halbenn, nit thun könnenn, So ist vnnser gnedigst begerenn ann euch, Ir wollet vf der verordenntten annsinnenn euch zu thuenn am furderlichstenn verfugenn, alle gelegennheit eigenntlich besichtigen, vnd mit zu rathenn helffenn, ob vnnd wie die verdemmung des wildenn wassers am nutzlichstenn vnd zutreglichstenn furzunehmenn sey, vnnd ob die dinge mit besserer bequemheit, als der vnnsernn vnnd der Pfenner verordennten zum Baw, verabschiedt
Verordneten des Baus über den Salzbrunnen zu Allendorf in Sooden bei uns angesucht haben, dass wir uns in eigener Person mit etlichen unserer Räte nach Allendorf begeben und den Stand des Salzbrunnens — wie es um die ausgeführten Bauten und das wilde Wasser bestellt ist — besichtigen und unser Bedenken und unsere gute Meinung zur endgültigen Vollziehung dieses Baus eröffnen möchten: Weil wir nun jetzt mit den Räten, die hier sind, diese Besichtigung anderer Obliegenheiten und Geschäfte wegen nicht vornehmen können, so ist unser gnädigstes Begehren an Euch, Ihr wollet Euch auf das Ansinnen der Verordneten hin aufs förderlichste dorthin begeben, alle Umstände genau besichtigen und mit beraten helfen, ob und wie die Verdämmung des wilden Wassers am nützlichsten und zuträglichsten vorzunehmen sei und ob die Dinge mit besserer Bequemlichkeit anzustellen wären, als es die Verordneten der Unsrigen und der Pfänner zum Bau verabschiedet
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Bl. 198rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)habenn, annzustellenn sein möchtenn, Euch also hierein gutwilligk erzeigenn, Das reicht vns vonn euch zu sonndernn gefallenn, vnnd seindt euch mit gnadenn geneigt, Datum Cassell am 9 Julij Anno 51.
haben. Erzeigt Euch also hierin gutwillig; das gereicht uns von Euch zu besonderem Gefallen, und wir sind Euch mit Gnaden geneigt. Gegeben zu Kassel am 9. Juli Anno 51.
Vnnsernn Lanndtvogt ann der Werra vnnd liebenn Getrewenn Sigmunden vonn Boynebergk, Vff solche schrifft vnnd Furstlichenn beuelch, Ist der Lanndtvogt heut den 11.
An unseren Landvogt an der Werra und lieben Getreuen Sigmund von Boyneburg.
Auf dieses Schreiben und diesen fürstlichen Befehl hin ist der Landvogt heute, den 11.
Julij zu morgenn alhie zum Sodenn ankommenn vnnd erschienenn, die dinge aller notturfftig besichtiget, vnnser bedenckenn vnnd furhabenns, anngehört, das Ime dann also wolgefallenn, vnnd solchs zuuerbessernn nit gewust, darumb wir mit der verdemmung also angefanngenn, vnnd fortgefahrenn sein, Erstlich im grunde nebenn vnnd zwischenn den doppell Rennenn, mit grossenn hartzeln kalckstein, vnnd darnach mit grobem kieß, außwenndig der newenn wanndt, ann der altenn eußerstenn fassunge, vnd
Juli, am Morgen hier zu Sooden eingetroffen und erschienen, hat alle Dinge nach Bedarf besichtigt und unser Bedenken und Vorhaben angehört; das hat ihm dann so wohlgefallen, dass er nichts daran zu verbessern wusste. Darum haben wir mit der Verdämmung so angefangen und sind fortgefahren:
Zuerst im Grund neben und zwischen den doppelten Rennen mit großen harten Kalksteinen und danach mit grobem Kies, außerhalb der neuen Wand, an der alten äußersten Fassung und
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Bl. 198vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)zwischenn der gefastenn strebung fur dem Berge her vber die Rennenn, vnnd den darauf gelegten Brettternn, eines schuch hoch, wie obstehet, außgefult, Darauf mit der außgefuhrtenn erdenn annzufahenn zutemmenn, damit sich das wilde wasser darin vertheilenn, vnnd Inn die gelegtenn Rennenn vnngehindert fliessenn könne, Sonntags den 12.
zwischen der gefassten Verstrebung vor dem Berg her, über die Rennen und die darauf gelegten Bretter, einen Schuh hoch, wie oben steht, ausgefüllt. Darauf mit der ausgefahrenen Erde anzufangen zu dämmen, damit sich das wilde Wasser darin verteilen und in die gelegten Rennen ungehindert fließen kann. Sonntag, den 12.
Julij wetters halbenn, dieweil es hell vnnd schönn war, zu mittage anngefangen zutemmenn zwischenn der mittelstenn zu Jar newgesetztenn faß, vnnd der altenn fassung, auch Itziger new darann gezapfftenn wanndt, vnnd ist erstlich der schlam vffm grunde aller sauber außgezogenn, Darnach vffm grunde ein gute notturfft Moß zertheilt gelegt, darin viel aschenn eintzell gestrawet, darauf den gutenn bereittenn thon vonn obenn herab darin hart in einannder geworffenn, vnnd also angefanngenn, zwischenn der newenn mittelstenn vnnd der eußerstenn fassung vmbher zuuertemmen, Montags den 13. Julij auch also getembt, bis vff
Juli, des Wetters wegen — weil es hell und schön war — zu Mittag angefangen zu dämmen zwischen dem mittleren, im vorigen Jahr neu gesetzten Fass und der alten Fassung sowie der jetzt neu daran gezapften Wand. Und zuerst ist der Schlamm auf dem Grund ganz sauber herausgezogen worden; danach ist auf dem Grund eine gute Notdurft Moos verteilt gelegt, darin viel Asche einzeln gestreut und darauf der gute bereitete Ton von oben herab hart ineinander geworfen worden. Und so hat man angefangen, zwischen der neuen mittleren und der äußersten Fassung ringsherum zu verdämmen. Montag, den 13. Juli, ebenso gedämmt bis auf
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Bl. 199rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)den Mittagk, da Ist feucht wetter vnnd regen Inngefallenn, das mann den halbenn tagk damit hat mussenn still haltenn, vnnd ist im Mittag Nordeck vonn Cassell auch alhie annkommenn, Dinstags den 14.
den Mittag; da ist feuchtes Wetter und Regen eingefallen, so dass man den halben Tag damit hat stillhalten müssen. Und am Mittag ist Nordeck von Kassel ebenfalls hier eingetroffen. Dienstag, den 14.
Julij zu morgenn wieder anngefanngenn zu tennenn1[?], vnnd dieweil die dreij mittelstenn Kastenn, darin die duppell gelegtenn Rennenn gehenn, ann der neuenn wanndt, außwendig vmbher mit erdenn vber der Rennenn, mans hoch beschuet, hart ann einannder gefugt, daraufe Moß vnnd aschenn gelegt, vnnd darnach dieselben mittelstenn dreij Kastenn, seindt bis obenn aus dem werck gleich in die höhe, mit starckenn Bretternn in einannder geschnittenn, vier Zoll dick gefugt, habenn vnndenn vffm grunde keinenn Bodenn, stehen — 15.
Juli, am Morgen wieder angefangen zu dämmen. Und weil die drei mittleren Kasten, in denen die doppelt gelegten Rennen verlaufen, an der neuen Wand außen ringsherum mit Erde über der Renne mannshoch beschüttet und hart aneinander gefügt sind, ist darauf Moos und Asche gelegt worden. Und danach sind diese mittleren drei Kasten bis oben aus dem Werk gleich in die Höhe mit starken Brettern, ineinander geschnitten, vier Zoll dick, gefügt; sie haben unten auf dem Grund keinen Boden und stehen 15
schue weit vonn einannder, vnnd hat mann erst gesehenn, das das wilde wasser sich sehr wohl durch die Rennenn, vnnd aus einem Kastenn in den anndernn, bis in den letztenn vnderstenn Kastenn vorm gewelbe, darin das wilde wasser vier schue hoch
Schuh weit voneinander. Und man hat sogleich gesehen, dass sich das wilde Wasser sehr gut durch die Rennen und aus einem Kasten in den anderen bis in den letzten untersten Kasten vor dem Gewölbe gezogen und geflossen ist, in dem das wilde Wasser vier Schuh hoch
Unsichere Lesungen
- zu tennenn — evtl. rennenn (Z. 6)
S. 402
Bl. 199vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Inns gewelbe steigenn soll, gezogenn vnnd geflossen hatt, derselbe vnderste Kaste ist außwendigk vmbhero mit thonn allennthalbenn wohl vertembt, höcher dann das wasser darin steigenn soll, daruber mit guter erdenn zugefult wordenn, Darnebenn hat mann mit dem tennenn1[?] also fur vnnd fur fort gefahrenn, Darnebenn hat mann die vierdte Vberste Bruck vber den Sohlgrabenn, so holtzernn gewesenn, vnnter der Schwannflugels2[?] wiesenn, vonn neuem aus dem grunde mit steinenn gefurt, vnnd gewelbt, Darann anngefanngenn, den Sohlgrabenn vonn derselben Brucke biß fur das gewelbe mit steinenn zufutternn, Ist vier schue weit, vnnd vf Ieder seittenn dreij schue hoch, vnnd vnntenn mit eychenn Bretternn vffm bodenn beschossenn, habenn fur der Maurereij vf beidenn seittenn liestenn, das die Maure nitt weichenn, oder der Bergk die maure zusammenn schiebenn oder trucknenn kann, Darzu soll man die gebrochenn steine vber der Stadt, vnd an der
ins Gewölbe steigen soll. Dieser unterste Kasten ist außen ringsherum mit Ton allenthalben gut verdämmt, höher, als das Wasser darin steigen soll, und darüber mit guter Erde zugefüllt worden. Daneben hat man mit dem Dämmen so fort und fort fortgefahren.
Daneben hat man die vierte, oberste Brücke über den Solgraben, die hölzern gewesen ist, unterhalb der Schwanflügelswiese von neuem aus dem Grund mit Steinen hochgeführt und gewölbt. Damit hat man angefangen, den Solgraben von dieser Brücke bis vor das Gewölbe mit Steinen auszufüttern. Er ist vier Schuh weit und auf jeder Seite drei Schuh hoch und unten mit eichenen Brettern auf dem Boden beschossen; sie haben vor dem Mauerwerk auf beiden Seiten Leisten, damit die Mauer nicht weiche oder der Berg die Mauer zusammenschieben oder drücken kann. Dazu soll man die gebrochenen Steine oberhalb der Stadt und an der
Unsichere Lesungen
- tennenn — evtl. rennenn (Z. 6)
- Schwannflugels — Flurname, Lesung unsicher (Z. 10)
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Bl. 200rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Pfort gebrochenn, so hat mann einenn gebranndtenn Kalck auch im vorrath, Ist im Fruheling gesetzt wordenn, zu dem seindt viel steine vnterm Kunsthause, soll mann dasselbe haus verkauffenn, das geldt vnd steine hierzu gebrauchenn, vnnd den Sohlgraben wieder starck machenn, das der wie zuuor ann Schwanflugels wiesenn heraus gehe, vnnd nit wie Itzo das haus halber vmbher gefurt ist, Will der meurer dauonn biß furs gewelbe zwanntzigk guldenn muntz nehmenn, doch das wir Ime Stein vnnd Kalck, die Anndeloger1[?] vnnd was Schmidtwerck vonnötenn, verschaffenn zuspitzenn, Mittwochenn den 5.2[?] Julij vor mittage, Ist der Tham im grunde zwischenn der mittelstenn vnnd der Itzigenn neuenn gemachtenn wanndt, ganntz zusammenn gefurt, vnnd also im grunde die Runde geschlossenn, bis ann die vnderstenn Riegelnn vngefehrlich vier schue hoch, vnnd da das geschehen, da ist das wilde wasser Inn der Rörtenn3[?] im vndersten Kastenn gestiegenn in einer Renne die meisterhans
Pforte gebrochenen nehmen. So hat man auch einen gebrannten Kalk auf Vorrat; der ist im Frühling angesetzt worden. Dazu sind viele Steine unter dem Kunsthaus; man soll dieses Haus verkaufen und das Geld und die Steine hierzu gebrauchen und den Solgraben wieder stark machen, damit er wie zuvor an der Schwanflügelswiese heraustritt und nicht wie jetzt des Hauses wegen halb herumgeführt ist. Der Maurer will davon bis vor das Gewölbe zwanzig Gulden Münze nehmen, doch so, dass wir ihm Stein und Kalk, die Handlanger und was an Schmiedewerk nötig ist, zu schärfen verschaffen.
Mittwoch, den 15. Juli, vor Mittag ist der Damm im Grund zwischen der mittleren und der jetzigen neu gemachten Wand ganz zusammengeführt und so im Grund die Runde geschlossen worden, bis an die untersten Riegel, ungefähr vier Schuh hoch. Und als das geschehen war, da ist das wilde Wasser in der Röhre im untersten Kasten gestiegen und in einer Renne, die Meister Hans
Unsichere Lesungen
- Anndeloger — Wort unklar (Z. 11)
- 5. — wohl 15., Ziffer 1 fehlt (Z. 13)
- Rörtenn — wohl Röhren (Z. 19)
S. 404
Bl. 200vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vier Zoll niedriger dann zuuor Inns Gewelbe gelegt, geflossenn, da die Herrnn das gesehenn, seindt der Lanndtvogt, Johann Nordeck, vnnd Valtin Schuldt abgerittenn, vnnd ist mann mit dem tennenn1[?] also fur vnnd fur fort gefahrenn, Wie dan solches dem Herrnn Stadthalter zugeschriebenn wordenn ist, Wie volgt, Mein ganntz bleitwillig diennst alzeit zuuor Edtler vnnd Ernuester lieber Herr Stadthalter, d.
vier Zoll niedriger als zuvor ins Gewölbe gelegt hat, geflossen. Als die Herren das gesehen hatten, sind der Landvogt, Johann Nordeck und Valtin Schuldt abgeritten, und man ist mit dem Dämmen so fort und fort fortgefahren. Wie das denn dem Herrn Statthalter geschrieben worden ist, wie folgt:
Meine ganz bereitwilligen Dienste allzeit zuvor, edler und ehrenfester lieber Herr Statthalter.
Eh.[?] als dem der vnsers gl. f. vnnd Herrnn sachenn treulich vnnd gut meinen, vnnd insonderheitt des Saltzwergks gelegennheit dieser Zeitt am besten wissenn, kann ich nit verhaltenn, das vff vnsers gnedigenn Jungenn Herrnn Lanndtgraff Wilhelm schrifftlichenn beuelch der Lanndtvogtt Jungkher Sigmundt vonn Beijneburgk, verschienenn Sambstags morgenn, alhier zun Bodenn ankommenn ist, habenn Ime vonn wegenn hochgedachts vnsers gnedigenn Herrnn, Valtin Schuldt, die Beamptenn zun Bodenn vnnd Ich, neben der Pfen
Euer Ehren als demjenigen, der die Sachen unseres gnädigen Fürsten und Herrn treu und gut meint und insbesondere den Stand des Salzwerks zu dieser Zeit am besten kennt, kann ich nicht verhalten, dass auf schriftlichen Befehl unseres gnädigen jungen Herrn Landgraf Wilhelm der Landvogt Junker Sigmund von Boyneburg vergangenen Samstag am Morgen hier zu Sooden eingetroffen ist. Wir haben ihm von wegen unseres hochgenannten gnädigen Herrn — Valtin Schuldt, die Beamten zu Sooden und ich, neben den von den Pfän-
Unsichere Lesungen
- tennenn — evtl. rennenn (Z. 5)
- d. Eh. — Abkürzung unklar (Z. 9) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)