Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 401–410
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 401–410 · Bl. 199r–203v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 401
Bl. 199rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)den Mittagk, da Ist feucht wetter vnnd regen Inngefallenn, das mann den halbenn tagk damit hat mussenn still haltenn, vnnd ist im Mittag Nordeck vonn Cassell auch alhie annkommenn, Dinstags den 14.
den Mittag; da ist feuchtes Wetter und Regen eingefallen, so dass man den halben Tag damit hat stillhalten müssen. Und am Mittag ist Nordeck von Kassel ebenfalls hier eingetroffen. Dienstag, den 14.
Julij zu morgenn wieder anngefanngenn zu tennenn1[?], vnnd dieweil die dreij mittelstenn Kastenn, darin die duppell gelegtenn Rennenn gehenn, ann der neuenn wanndt, außwendig vmbher mit erdenn vber der Rennenn, mans hoch beschuet, hart ann einannder gefugt, daraufe Moß vnnd aschenn gelegt, vnnd darnach dieselben mittelstenn dreij Kastenn, seindt bis obenn aus dem werck gleich in die höhe, mit starckenn Bretternn in einannder geschnittenn, vier Zoll dick gefugt, habenn vnndenn vffm grunde keinenn Bodenn, stehen — 15.
Juli, am Morgen wieder angefangen zu dämmen. Und weil die drei mittleren Kasten, in denen die doppelt gelegten Rennen verlaufen, an der neuen Wand außen ringsherum mit Erde über der Renne mannshoch beschüttet und hart aneinander gefügt sind, ist darauf Moos und Asche gelegt worden. Und danach sind diese mittleren drei Kasten bis oben aus dem Werk gleich in die Höhe mit starken Brettern, ineinander geschnitten, vier Zoll dick, gefügt; sie haben unten auf dem Grund keinen Boden und stehen 15
schue weit vonn einannder, vnnd hat mann erst gesehenn, das das wilde wasser sich sehr wohl durch die Rennenn, vnnd aus einem Kastenn in den anndernn, bis in den letztenn vnderstenn Kastenn vorm gewelbe, darin das wilde wasser vier schue hoch
Schuh weit voneinander. Und man hat sogleich gesehen, dass sich das wilde Wasser sehr gut durch die Rennen und aus einem Kasten in den anderen bis in den letzten untersten Kasten vor dem Gewölbe gezogen und geflossen ist, in dem das wilde Wasser vier Schuh hoch
Unsichere Lesungen
- zu tennenn — evtl. rennenn (Z. 6)
S. 402
Bl. 199vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Inns gewelbe steigenn soll, gezogenn vnnd geflossen hatt, derselbe vnderste Kaste ist außwendigk vmbhero mit thonn allennthalbenn wohl vertembt, höcher dann das wasser darin steigenn soll, daruber mit guter erdenn zugefult wordenn, Darnebenn hat mann mit dem tennenn1[?] also fur vnnd fur fort gefahrenn, Darnebenn hat mann die vierdte Vberste Bruck vber den Sohlgrabenn, so holtzernn gewesenn, vnnter der Schwannflugels2[?] wiesenn, vonn neuem aus dem grunde mit steinenn gefurt, vnnd gewelbt, Darann anngefanngenn, den Sohlgrabenn vonn derselben Brucke biß fur das gewelbe mit steinenn zufutternn, Ist vier schue weit, vnnd vf Ieder seittenn dreij schue hoch, vnnd vnntenn mit eychenn Bretternn vffm bodenn beschossenn, habenn fur der Maurereij vf beidenn seittenn liestenn, das die Maure nitt weichenn, oder der Bergk die maure zusammenn schiebenn oder trucknenn kann, Darzu soll man die gebrochenn steine vber der Stadt, vnd an der
ins Gewölbe steigen soll. Dieser unterste Kasten ist außen ringsherum mit Ton allenthalben gut verdämmt, höher, als das Wasser darin steigen soll, und darüber mit guter Erde zugefüllt worden. Daneben hat man mit dem Dämmen so fort und fort fortgefahren.
Daneben hat man die vierte, oberste Brücke über den Solgraben, die hölzern gewesen ist, unterhalb der Schwanflügelswiese von neuem aus dem Grund mit Steinen hochgeführt und gewölbt. Damit hat man angefangen, den Solgraben von dieser Brücke bis vor das Gewölbe mit Steinen auszufüttern. Er ist vier Schuh weit und auf jeder Seite drei Schuh hoch und unten mit eichenen Brettern auf dem Boden beschossen; sie haben vor dem Mauerwerk auf beiden Seiten Leisten, damit die Mauer nicht weiche oder der Berg die Mauer zusammenschieben oder drücken kann. Dazu soll man die gebrochenen Steine oberhalb der Stadt und an der
Unsichere Lesungen
- tennenn — evtl. rennenn (Z. 6)
- Schwannflugels — Flurname, Lesung unsicher (Z. 10)
S. 403
Bl. 200rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Pfort gebrochenn, so hat mann einenn gebranndtenn Kalck auch im vorrath, Ist im Fruheling gesetzt wordenn, zu dem seindt viel steine vnterm Kunsthause, soll mann dasselbe haus verkauffenn, das geldt vnd steine hierzu gebrauchenn, vnnd den Sohlgraben wieder starck machenn, das der wie zuuor ann Schwanflugels wiesenn heraus gehe, vnnd nit wie Itzo das haus halber vmbher gefurt ist, Will der meurer dauonn biß furs gewelbe zwanntzigk guldenn muntz nehmenn, doch das wir Ime Stein vnnd Kalck, die Anndeloger1[?] vnnd was Schmidtwerck vonnötenn, verschaffenn zuspitzenn, Mittwochenn den 5.2[?] Julij vor mittage, Ist der Tham im grunde zwischenn der mittelstenn vnnd der Itzigenn neuenn gemachtenn wanndt, ganntz zusammenn gefurt, vnnd also im grunde die Runde geschlossenn, bis ann die vnderstenn Riegelnn vngefehrlich vier schue hoch, vnnd da das geschehen, da ist das wilde wasser Inn der Rörtenn3[?] im vndersten Kastenn gestiegenn in einer Renne die meisterhans
Pforte gebrochenen nehmen. So hat man auch einen gebrannten Kalk auf Vorrat; der ist im Frühling angesetzt worden. Dazu sind viele Steine unter dem Kunsthaus; man soll dieses Haus verkaufen und das Geld und die Steine hierzu gebrauchen und den Solgraben wieder stark machen, damit er wie zuvor an der Schwanflügelswiese heraustritt und nicht wie jetzt des Hauses wegen halb herumgeführt ist. Der Maurer will davon bis vor das Gewölbe zwanzig Gulden Münze nehmen, doch so, dass wir ihm Stein und Kalk, die Handlanger und was an Schmiedewerk nötig ist, zu schärfen verschaffen.
Mittwoch, den 15. Juli, vor Mittag ist der Damm im Grund zwischen der mittleren und der jetzigen neu gemachten Wand ganz zusammengeführt und so im Grund die Runde geschlossen worden, bis an die untersten Riegel, ungefähr vier Schuh hoch. Und als das geschehen war, da ist das wilde Wasser in der Röhre im untersten Kasten gestiegen und in einer Renne, die Meister Hans
Unsichere Lesungen
- Anndeloger — Wort unklar (Z. 11)
- 5. — wohl 15., Ziffer 1 fehlt (Z. 13)
- Rörtenn — wohl Röhren (Z. 19)
S. 404
Bl. 200vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)vier Zoll niedriger dann zuuor Inns Gewelbe gelegt, geflossenn, da die Herrnn das gesehenn, seindt der Lanndtvogt, Johann Nordeck, vnnd Valtin Schuldt abgerittenn, vnnd ist mann mit dem tennenn1[?] also fur vnnd fur fort gefahrenn, Wie dan solches dem Herrnn Stadthalter zugeschriebenn wordenn ist, Wie volgt, Mein ganntz bleitwillig diennst alzeit zuuor Edtler vnnd Ernuester lieber Herr Stadthalter, d.
vier Zoll niedriger als zuvor ins Gewölbe gelegt hat, geflossen. Als die Herren das gesehen hatten, sind der Landvogt, Johann Nordeck und Valtin Schuldt abgeritten, und man ist mit dem Dämmen so fort und fort fortgefahren. Wie das denn dem Herrn Statthalter geschrieben worden ist, wie folgt:
Meine ganz bereitwilligen Dienste allzeit zuvor, edler und ehrenfester lieber Herr Statthalter.
Eh.[?] als dem der vnsers gl. f. vnnd Herrnn sachenn treulich vnnd gut meinen, vnnd insonderheitt des Saltzwergks gelegennheit dieser Zeitt am besten wissenn, kann ich nit verhaltenn, das vff vnsers gnedigenn Jungenn Herrnn Lanndtgraff Wilhelm schrifftlichenn beuelch der Lanndtvogtt Jungkher Sigmundt vonn Beijneburgk, verschienenn Sambstags morgenn, alhier zun Bodenn ankommenn ist, habenn Ime vonn wegenn hochgedachts vnsers gnedigenn Herrnn, Valtin Schuldt, die Beamptenn zun Bodenn vnnd Ich, neben der Pfen
Euer Ehren als demjenigen, der die Sachen unseres gnädigen Fürsten und Herrn treu und gut meint und insbesondere den Stand des Salzwerks zu dieser Zeit am besten kennt, kann ich nicht verhalten, dass auf schriftlichen Befehl unseres gnädigen jungen Herrn Landgraf Wilhelm der Landvogt Junker Sigmund von Boyneburg vergangenen Samstag am Morgen hier zu Sooden eingetroffen ist. Wir haben ihm von wegen unseres hochgenannten gnädigen Herrn — Valtin Schuldt, die Beamten zu Sooden und ich, neben den von den Pfän-
Unsichere Lesungen
- tennenn — evtl. rennenn (Z. 5)
- d. Eh. — Abkürzung unklar (Z. 9) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
S. 405
Bl. 201rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)nerinn zum Baw verordentenn, die gebeuer vnnd furhabennde tennung, mit allenn vmbstenndenn, notturfftig vnnd gnugsamb, anngezeigt, das er Ime alles hat lassenn wohl gefallenn, vnnd solches nit zuuerbessernn gewust, Also hat mann den Sambstags alle bereitschafft zugericht, vnnd vff den Sonntage zu zwelff vhrenn, dieweil mann gutts wetters vnnd annder vrsach halber eilenn mus, zutennenn anngefanngenn, vnnd ist den Montags zu mittage Nordeck auch alhie annkommenn, In des ist der tham im grunde gerings vmb den Saltzbronn hero, vier schue hoch gefurt, vnnd der grundt vertennbt, also das gesternn Mitwochenn zu mittage das wilde wasser, durch die Ef1 den grundt gelegtenn Rennenn, Inn einenn Kastenn vber dem Gewelbe, fur dem Saltzbronn geflossenn, vnnd darin durch ein Ror oder stock, vier schue hoch Inn die höhe gestiegenn, vnnd durch das gewelbe fur sich selbst abgeflossenn, darauff dann die obgenanttenn drey abgerittenn, der zuuersicht der sachenn solt damit nunmehr geholffenn vnnd gerathenn sein, aber wir
nern zum Bau Verordneten — die Bauten und die vorhabende Dämmung mit allen Umständen hinreichend und genügend angezeigt, so dass er sich alles hat wohlgefallen lassen und nichts daran zu verbessern gewusst hat.
So hat man am Samstag alles Gerät hergerichtet und am Sonntag um zwölf Uhr — weil man des guten Wetters und anderer Ursachen wegen eilen muss — zu dämmen angefangen; und am Montag zu Mittag ist Nordeck ebenfalls hier eingetroffen. Inzwischen ist der Damm im Grund ringsum den Salzbrunnen vier Schuh hoch geführt und der Grund verdämmt worden, so dass gestern, Mittwoch zu Mittag, das wilde Wasser durch die auf den Grund gelegten Rennen in einen Kasten über dem Gewölbe vor dem Salzbrunnen geflossen und darin durch eine Röhre oder einen Stock vier Schuh hoch in die Höhe gestiegen und durch das Gewölbe von selbst abgeflossen ist. Darauf sind die drei Obengenannten abgeritten, in der Zuversicht, der Sache sollte damit nunmehr geholfen und geraten sein. Aber wir
Unsichere Lesungen
- Ef — Abkürzung, evtl. Ek (Z. 14)
S. 406
Bl. 201vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)die Beamptenn alhie, vnnd der Pfenner verordentenn habenn gesehenn, das der Saltzbronn zugenommenn, vnnd des wildenn wassers nit also viel abgeflossenn, als es zuuor mit den Pompenn geöst wordenn, darumb wir die Sohl aus dem Saltzbron Inn geheim probirt, vnnd fundenn, das die etwas geringer dann fur zweyenn tagenn gewest, wordenn ist, Derwegenn, damit kein1 rucht daraus gemacht, vnnd auch das wilde wasser nit ander ausgennge suchte, die Öse pompenn widergesetzt, vnnd wirdt das wilde wasser wie zuuor, ausgezogenn, So steget auch der Saltzbronn nit höher denn zuuor, guter tröstlichen hoffnung, die Sohl werde also gut bleibenn, wie bisher, Wie wir dann nechst Sonntags im siedenn finden werden, Dieweil dann der Vncost, so darauf geht, vf beide Herschafft nit kompt, Sonnder die Soder mussenn den tragenn, So kann2 manns noch ein zeit Jar also halttenn, bis Gott der almechtig vnsernn gnedigenn furstenn vnnd herrnn erlediget, oder
die Beamten hier und die Verordneten der Pfänner haben gesehen, dass der Salzbrunnen zugenommen hat und nicht so viel wildes Wasser abgeflossen ist, wie es zuvor mit den Pumpen geschöpft wurde. Darum haben wir die Sole aus dem Salzbrunnen insgeheim geprobt und gefunden, dass sie etwas geringer geworden ist als vor zwei Tagen. Deshalb haben wir — damit kein Gerücht daraus werde und auch damit das wilde Wasser nicht andere Ausgänge suche — die Schöpfpumpen wieder gesetzt, und das wilde Wasser wird wie zuvor ausgezogen. So steigt auch der Salzbrunnen nicht höher als zuvor, in guter tröstlicher Hoffnung, die Sole werde so gut bleiben wie bisher, wie wir es dann am nächsten Sonntag beim Sieden finden werden.
Weil dann die Unkosten, die darauf gehen, nicht auf beide Herrschaften kommen, sondern die Sieder sie tragen müssen, so kann man es noch eine Zeitlang so halten, bis Gott der Allmächtige unseren gnädigen Fürsten und Herrn erlöst oder
Unsichere Lesungen
- kein — evtl. gestrichen (Z. 8)
- kann — evtl. gestrichen (Z. 18)
S. 407
Bl. 202rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)annder rath darzu könnt fundenn werdenn, Sonst ist alles ding wohl vnnd rechtschaffenn erbauet, Solches wolt E.
anderer Rat dazu gefunden werden kann. Sonst ist alles gut und rechtschaffen erbaut. Das wollte ich Euer
G. des verstenns zuhabenn, Ich dinstlicher guter meinung, vnangezeigt nit lassenn, derselbenn alles vermugenns, behegliche diennste zuerzeigenn bin ich ganntz willigk, Datum Sodenn den 161.
Gnaden, damit Ihr es wisst, in dienstlicher guter Meinung nicht unangezeigt lassen; derselben nach allem Vermögen gefällige Dienste zu erweisen bin ich ganz willig. Gegeben zu Sooden, den 16.
Julij Anno 51. E. G. W. Justus Pistoris. Ann Stadthalter zu Cassell. Donnerstags den 16 Julij Ist Johann Niedenstein2[?] zu morgenn frue vf den Bronn kommenn, vnnd alle ding besichtiget, vnnd berathschlagenn helffenn, vnnd hat sich die eine, oder im drittenn stock, so vor zweyenn tagenn ganntz starck vnnd gut gewest ist, ganntz verendert, vnnd ist eyttell sus wildt wasser gewesenn, wie zuuor, Dieweil wir aber augennscheinlich befundenn, das die Sohl im
Juli Anno 51. Euer Gnaden Würden Justus Pistoris. An den Statthalter zu Kassel.
Donnerstag, den 16. Juli, ist Johann Niedenstein am frühen Morgen auf den Born gekommen, hat alle Dinge besichtigt und beratschlagen helfen. Und die eine — im dritten Stock —, die vor zwei Tagen ganz stark und gut gewesen ist, hat sich ganz verändert und ist lauteres süßes wildes Wasser gewesen wie zuvor. Weil wir aber augenscheinlich befunden haben, dass die Sole im
Unsichere Lesungen
- 16 — Zeichen nach 16 unklar (Z. 11)
- Niedenstein — evtl. Nidenstein (Z. 11)
S. 408
Bl. 202vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Bornn gestiegenn, aber am Saltzschmack nit starcker wordenn ist, vnnd sich gemert hat, aber des wildenn wassers weniger abganngenn, vnnd wordenn ist, dann da manns mit den Pompenn geöst hatt, darzu Christoffer Hombergk die Sohl probirt, vnnd fundenn, das die Söder zu einer Pfann Saltz zusiedenn, annderthalb fuder Sohl mehr, dann da mann das wilde wasser mit den Pompenn geöst, vnnd gehaltenn hat, habenn vnnd versieden mussen, das dann mehr holz, dann das vorige Jar habenn wolt, So habenn wir die Beamptenn zun Sodenn, Thias[?] Chorey vnnd der Zimmermann vor nutzlich vnd gutt anngesehenn, das wir den thon aus dem vnderstenn Kastenn vorm gewelbe zustundt wieder ausgenommenn, vnnd die Öse Pompenn darin setzenn lassen, zuuersuchenn vnnd zusehenn, wieuiel mehr wildt wasser die austragenn, dann durch die Rörenn fliege, vnnd soll darnach wiederumb ein Prob gemacht werdenn, welches dann am nutzlichstenn, darnach hat mann sich zurichtenn, Es ist auch im
Born gestiegen, am Salzgeschmack aber nicht stärker geworden ist und sich vermehrt hat, dass aber weniger wildes Wasser abgegangen ist als damals, wo man es mit den Pumpen geschöpft hat, und weil dazu Christoffer Homberg die Sole geprobt und gefunden hat, dass die Sieder zum Sieden einer Pfanne Salz anderthalb Fuder Sole mehr haben und versieden müssen als damals, wo man das wilde Wasser mit den Pumpen geschöpft und gehalten hat — was dann mehr Holz erfordern würde als im vorigen Jahr —, so haben wir, die Beamten zu Sooden, Thias Thorey und der Zimmermann, es für nützlich und gut befunden, dass wir den Ton aus dem untersten Kasten vor dem Gewölbe sogleich wieder herausgenommen und die Schöpfpumpen darin setzen lassen, um zu versuchen und zu sehen, wieviel mehr wildes Wasser diese austragen, als durch die Röhren fließt. Und danach soll wiederum eine Probe gemacht werden, und was dann am nützlichsten ist, danach hat man sich zu richten.
Es ist auch im
Unsichere Lesungen
- Thias Cho=rey — vgl. S. 413, evtl. Chias (Z. 11) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
S. 409
Bl. 203rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Sohlgrabenn, wie mann ann der newenn gemachtenn maurenn gesehenn, das wasser nit so hoch gestiegenn, als vor zweyenn tagenn, Darumb zubesorgenn, das sich im grunde vnter dem Tam, des wildenn wassers eins theils durch den gries Inn Saltzbronn gezogenn, Freitags den 17.
Solgraben, wie man an der neu gemachten Mauer gesehen hat, das Wasser nicht so hoch gestiegen wie vor zwei Tagen. Darum ist zu besorgen, dass sich im Grund unter dem Damm ein Teil des wilden Wassers durch den Gries in den Salzbrunnen gezogen hat. Freitag, den 17.
Julij Ist der vnderste kaste gar ausgeraumbt, vnnd die Öse Pompenn vf den Bodenn darin gesetzt, vnnd das wilde wasser damit geöst, also ist das wasser im Sohlgrabenn, wieder also hoch, wie zuuor am Mitwochenn gestanndenn, Inn seinenn altenn stanndt kommenn, vnnd der Saltzbronn niedriger wordenn, vnnd gestanndenn, vnnd hatt meister Hanns der Zimmermann in des die neben adernn, dauonn hieuor meldung geschehenn, wiederumb vfraumenn lassenn, die sollenn, was wilt wasser ist, Inn den Vberstenn kastenn gefurt werdenn, Darnebenn hat sich vonn dem berge her vnter einem Bode, vonn der kirchgassenn runder,
Juli, ist der unterste Kasten ganz ausgeräumt und die Schöpfpumpe auf den Boden darin gesetzt und das wilde Wasser damit geschöpft worden. So ist das Wasser im Solgraben wieder so hoch, wie es zuvor am Mittwoch gestanden hat, in seinen alten Stand gekommen, und der Salzbrunnen ist niedriger geworden und gestanden.
Und Meister Hans, der Zimmermann, hat inzwischen die Nebenadern, von denen zuvor die Rede war, wieder aufräumen lassen; was davon wildes Wasser ist, soll in den obersten Kasten geführt werden. Daneben hat sich vom Berg her unter einem Bothe, von der Kirchgasse herunter,
S. 410
Bl. 203vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)ein alt abezucht ereugt, darnach hat mann auch geraumbt, zusehenn, wohin das wasser daraus zubringenn sey, vnnd ist heut mit der Erdenn ann der eußerstenn stelbenn1[?] getembt wordenn, Sambstags den 18.
eine alte Abzucht gezeigt; die hat man ebenfalls geräumt, um zu sehen, wohin das Wasser daraus zu bringen sei. Und es ist heute mit der Erde an der äußersten Wand gedämmt worden. Samstag, den 18.
Julij, Ist die Sohl aus dem Bronnenn abermahls probirt, vnnd wieder zuuor sehr gut fundenn, vnnd ist die Sohl in den dreyenn stockenn, auch aller wieder gut wordenn, aus vhrsachenn, das das wilde wasser wieder aus geöst, vnd gepompet wordenn, doch ist die Sohl noch etwas geringer dann vor der tennung, vnnd mustenn funff Ohme 7.
Juli, ist die Sole aus dem Brunnen abermals geprobt und wieder wie zuvor sehr gut befunden worden; und die Sole in den drei Stöcken ist auch alle wieder gut geworden, aus dem Grund, dass das wilde Wasser wieder ausgeschöpft und gepumpt worden ist. Doch ist die Sole noch etwas geringer als vor der Dämmung, und es mussten fünf Ohm 7
quart zu einer Pfannenn mehr versottenn werdenn, dann die annder wochenn, Laut Christoffers Probirung.
Quart auf eine Pfanne mehr versotten werden als in der anderen Woche, laut Christoffers Probe.
Probirung der Sohl im Saltzbronn die wochenn, als das wilde wasser vns2[?] den Saltzbron selber zusteigenn vertembt wordenn, was die Sohl vor dem steigenn, im steigenn, vnnd wieder nach der haltung vnnd erösung des Wassers gehaltenn.
Probe der Sole im Salzbrunnen in der Woche, als das wilde Wasser verdämmt worden war, damit es im Salzbrunnen selbst steige: was die Sole vor dem Steigen, im Steigen und wieder nach dem Halten und Ausschöpfen des Wassers gehalten hat.
Unsichere Lesungen
- stelbenn — unklar (Z. 4)
- vns — evtl. vnd (Z. 16)