Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 405–414
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 405–414 · Bl. 201r–205v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 405
Bl. 201rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)nerinn zum Baw verordentenn, die gebeuer vnnd furhabennde tennung, mit allenn vmbstenndenn, notturfftig vnnd gnugsamb, anngezeigt, das er Ime alles hat lassenn wohl gefallenn, vnnd solches nit zuuerbessernn gewust, Also hat mann den Sambstags alle bereitschafft zugericht, vnnd vff den Sonntage zu zwelff vhrenn, dieweil mann gutts wetters vnnd annder vrsach halber eilenn mus, zutennenn anngefanngenn, vnnd ist den Montags zu mittage Nordeck auch alhie annkommenn, In des ist der tham im grunde gerings vmb den Saltzbronn hero, vier schue hoch gefurt, vnnd der grundt vertennbt, also das gesternn Mitwochenn zu mittage das wilde wasser, durch die Ef1 den grundt gelegtenn Rennenn, Inn einenn Kastenn vber dem Gewelbe, fur dem Saltzbronn geflossenn, vnnd darin durch ein Ror oder stock, vier schue hoch Inn die höhe gestiegenn, vnnd durch das gewelbe fur sich selbst abgeflossenn, darauff dann die obgenanttenn drey abgerittenn, der zuuersicht der sachenn solt damit nunmehr geholffenn vnnd gerathenn sein, aber wir
nern zum Bau Verordneten — die Bauten und die vorhabende Dämmung mit allen Umständen hinreichend und genügend angezeigt, so dass er sich alles hat wohlgefallen lassen und nichts daran zu verbessern gewusst hat.
So hat man am Samstag alles Gerät hergerichtet und am Sonntag um zwölf Uhr — weil man des guten Wetters und anderer Ursachen wegen eilen muss — zu dämmen angefangen; und am Montag zu Mittag ist Nordeck ebenfalls hier eingetroffen. Inzwischen ist der Damm im Grund ringsum den Salzbrunnen vier Schuh hoch geführt und der Grund verdämmt worden, so dass gestern, Mittwoch zu Mittag, das wilde Wasser durch die auf den Grund gelegten Rennen in einen Kasten über dem Gewölbe vor dem Salzbrunnen geflossen und darin durch eine Röhre oder einen Stock vier Schuh hoch in die Höhe gestiegen und durch das Gewölbe von selbst abgeflossen ist. Darauf sind die drei Obengenannten abgeritten, in der Zuversicht, der Sache sollte damit nunmehr geholfen und geraten sein. Aber wir
Unsichere Lesungen
- Ef — Abkürzung, evtl. Ek (Z. 14)
S. 406
Bl. 201vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)die Beamptenn alhie, vnnd der Pfenner verordentenn habenn gesehenn, das der Saltzbronn zugenommenn, vnnd des wildenn wassers nit also viel abgeflossenn, als es zuuor mit den Pompenn geöst wordenn, darumb wir die Sohl aus dem Saltzbron Inn geheim probirt, vnnd fundenn, das die etwas geringer dann fur zweyenn tagenn gewest, wordenn ist, Derwegenn, damit kein1 rucht daraus gemacht, vnnd auch das wilde wasser nit ander ausgennge suchte, die Öse pompenn widergesetzt, vnnd wirdt das wilde wasser wie zuuor, ausgezogenn, So steget auch der Saltzbronn nit höher denn zuuor, guter tröstlichen hoffnung, die Sohl werde also gut bleibenn, wie bisher, Wie wir dann nechst Sonntags im siedenn finden werden, Dieweil dann der Vncost, so darauf geht, vf beide Herschafft nit kompt, Sonnder die Soder mussenn den tragenn, So kann2 manns noch ein zeit Jar also halttenn, bis Gott der almechtig vnsernn gnedigenn furstenn vnnd herrnn erlediget, oder
die Beamten hier und die Verordneten der Pfänner haben gesehen, dass der Salzbrunnen zugenommen hat und nicht so viel wildes Wasser abgeflossen ist, wie es zuvor mit den Pumpen geschöpft wurde. Darum haben wir die Sole aus dem Salzbrunnen insgeheim geprobt und gefunden, dass sie etwas geringer geworden ist als vor zwei Tagen. Deshalb haben wir — damit kein Gerücht daraus werde und auch damit das wilde Wasser nicht andere Ausgänge suche — die Schöpfpumpen wieder gesetzt, und das wilde Wasser wird wie zuvor ausgezogen. So steigt auch der Salzbrunnen nicht höher als zuvor, in guter tröstlicher Hoffnung, die Sole werde so gut bleiben wie bisher, wie wir es dann am nächsten Sonntag beim Sieden finden werden.
Weil dann die Unkosten, die darauf gehen, nicht auf beide Herrschaften kommen, sondern die Sieder sie tragen müssen, so kann man es noch eine Zeitlang so halten, bis Gott der Allmächtige unseren gnädigen Fürsten und Herrn erlöst oder
Unsichere Lesungen
- kein — evtl. gestrichen (Z. 8)
- kann — evtl. gestrichen (Z. 18)
S. 407
Bl. 202rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)annder rath darzu könnt fundenn werdenn, Sonst ist alles ding wohl vnnd rechtschaffenn erbauet, Solches wolt E.
anderer Rat dazu gefunden werden kann. Sonst ist alles gut und rechtschaffen erbaut. Das wollte ich Euer
G. des verstenns zuhabenn, Ich dinstlicher guter meinung, vnangezeigt nit lassenn, derselbenn alles vermugenns, behegliche diennste zuerzeigenn bin ich ganntz willigk, Datum Sodenn den 161.
Gnaden, damit Ihr es wisst, in dienstlicher guter Meinung nicht unangezeigt lassen; derselben nach allem Vermögen gefällige Dienste zu erweisen bin ich ganz willig. Gegeben zu Sooden, den 16.
Julij Anno 51. E. G. W. Justus Pistoris. Ann Stadthalter zu Cassell. Donnerstags den 16 Julij Ist Johann Niedenstein2[?] zu morgenn frue vf den Bronn kommenn, vnnd alle ding besichtiget, vnnd berathschlagenn helffenn, vnnd hat sich die eine, oder im drittenn stock, so vor zweyenn tagenn ganntz starck vnnd gut gewest ist, ganntz verendert, vnnd ist eyttell sus wildt wasser gewesenn, wie zuuor, Dieweil wir aber augennscheinlich befundenn, das die Sohl im
Juli Anno 51. Euer Gnaden Würden Justus Pistoris. An den Statthalter zu Kassel.
Donnerstag, den 16. Juli, ist Johann Niedenstein am frühen Morgen auf den Born gekommen, hat alle Dinge besichtigt und beratschlagen helfen. Und die eine — im dritten Stock —, die vor zwei Tagen ganz stark und gut gewesen ist, hat sich ganz verändert und ist lauteres süßes wildes Wasser gewesen wie zuvor. Weil wir aber augenscheinlich befunden haben, dass die Sole im
Unsichere Lesungen
- 16 — Zeichen nach 16 unklar (Z. 11)
- Niedenstein — evtl. Nidenstein (Z. 11)
S. 408
Bl. 202vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Bornn gestiegenn, aber am Saltzschmack nit starcker wordenn ist, vnnd sich gemert hat, aber des wildenn wassers weniger abganngenn, vnnd wordenn ist, dann da manns mit den Pompenn geöst hatt, darzu Christoffer Hombergk die Sohl probirt, vnnd fundenn, das die Söder zu einer Pfann Saltz zusiedenn, annderthalb fuder Sohl mehr, dann da mann das wilde wasser mit den Pompenn geöst, vnnd gehaltenn hat, habenn vnnd versieden mussen, das dann mehr holz, dann das vorige Jar habenn wolt, So habenn wir die Beamptenn zun Sodenn, Thias[?] Chorey vnnd der Zimmermann vor nutzlich vnd gutt anngesehenn, das wir den thon aus dem vnderstenn Kastenn vorm gewelbe zustundt wieder ausgenommenn, vnnd die Öse Pompenn darin setzenn lassen, zuuersuchenn vnnd zusehenn, wieuiel mehr wildt wasser die austragenn, dann durch die Rörenn fliege, vnnd soll darnach wiederumb ein Prob gemacht werdenn, welches dann am nutzlichstenn, darnach hat mann sich zurichtenn, Es ist auch im
Born gestiegen, am Salzgeschmack aber nicht stärker geworden ist und sich vermehrt hat, dass aber weniger wildes Wasser abgegangen ist als damals, wo man es mit den Pumpen geschöpft hat, und weil dazu Christoffer Homberg die Sole geprobt und gefunden hat, dass die Sieder zum Sieden einer Pfanne Salz anderthalb Fuder Sole mehr haben und versieden müssen als damals, wo man das wilde Wasser mit den Pumpen geschöpft und gehalten hat — was dann mehr Holz erfordern würde als im vorigen Jahr —, so haben wir, die Beamten zu Sooden, Thias Thorey und der Zimmermann, es für nützlich und gut befunden, dass wir den Ton aus dem untersten Kasten vor dem Gewölbe sogleich wieder herausgenommen und die Schöpfpumpen darin setzen lassen, um zu versuchen und zu sehen, wieviel mehr wildes Wasser diese austragen, als durch die Röhren fließt. Und danach soll wiederum eine Probe gemacht werden, und was dann am nützlichsten ist, danach hat man sich zu richten.
Es ist auch im
Unsichere Lesungen
- Thias Cho=rey — vgl. S. 413, evtl. Chias (Z. 11) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
S. 409
Bl. 203rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Sohlgrabenn, wie mann ann der newenn gemachtenn maurenn gesehenn, das wasser nit so hoch gestiegenn, als vor zweyenn tagenn, Darumb zubesorgenn, das sich im grunde vnter dem Tam, des wildenn wassers eins theils durch den gries Inn Saltzbronn gezogenn, Freitags den 17.
Solgraben, wie man an der neu gemachten Mauer gesehen hat, das Wasser nicht so hoch gestiegen wie vor zwei Tagen. Darum ist zu besorgen, dass sich im Grund unter dem Damm ein Teil des wilden Wassers durch den Gries in den Salzbrunnen gezogen hat. Freitag, den 17.
Julij Ist der vnderste kaste gar ausgeraumbt, vnnd die Öse Pompenn vf den Bodenn darin gesetzt, vnnd das wilde wasser damit geöst, also ist das wasser im Sohlgrabenn, wieder also hoch, wie zuuor am Mitwochenn gestanndenn, Inn seinenn altenn stanndt kommenn, vnnd der Saltzbronn niedriger wordenn, vnnd gestanndenn, vnnd hatt meister Hanns der Zimmermann in des die neben adernn, dauonn hieuor meldung geschehenn, wiederumb vfraumenn lassenn, die sollenn, was wilt wasser ist, Inn den Vberstenn kastenn gefurt werdenn, Darnebenn hat sich vonn dem berge her vnter einem Bode, vonn der kirchgassenn runder,
Juli, ist der unterste Kasten ganz ausgeräumt und die Schöpfpumpe auf den Boden darin gesetzt und das wilde Wasser damit geschöpft worden. So ist das Wasser im Solgraben wieder so hoch, wie es zuvor am Mittwoch gestanden hat, in seinen alten Stand gekommen, und der Salzbrunnen ist niedriger geworden und gestanden.
Und Meister Hans, der Zimmermann, hat inzwischen die Nebenadern, von denen zuvor die Rede war, wieder aufräumen lassen; was davon wildes Wasser ist, soll in den obersten Kasten geführt werden. Daneben hat sich vom Berg her unter einem Bothe, von der Kirchgasse herunter,
S. 410
Bl. 203vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)ein alt abezucht ereugt, darnach hat mann auch geraumbt, zusehenn, wohin das wasser daraus zubringenn sey, vnnd ist heut mit der Erdenn ann der eußerstenn stelbenn1[?] getembt wordenn, Sambstags den 18.
eine alte Abzucht gezeigt; die hat man ebenfalls geräumt, um zu sehen, wohin das Wasser daraus zu bringen sei. Und es ist heute mit der Erde an der äußersten Wand gedämmt worden. Samstag, den 18.
Julij, Ist die Sohl aus dem Bronnenn abermahls probirt, vnnd wieder zuuor sehr gut fundenn, vnnd ist die Sohl in den dreyenn stockenn, auch aller wieder gut wordenn, aus vhrsachenn, das das wilde wasser wieder aus geöst, vnd gepompet wordenn, doch ist die Sohl noch etwas geringer dann vor der tennung, vnnd mustenn funff Ohme 7.
Juli, ist die Sole aus dem Brunnen abermals geprobt und wieder wie zuvor sehr gut befunden worden; und die Sole in den drei Stöcken ist auch alle wieder gut geworden, aus dem Grund, dass das wilde Wasser wieder ausgeschöpft und gepumpt worden ist. Doch ist die Sole noch etwas geringer als vor der Dämmung, und es mussten fünf Ohm 7
quart zu einer Pfannenn mehr versottenn werdenn, dann die annder wochenn, Laut Christoffers Probirung.
Quart auf eine Pfanne mehr versotten werden als in der anderen Woche, laut Christoffers Probe.
Probirung der Sohl im Saltzbronn die wochenn, als das wilde wasser vns2[?] den Saltzbron selber zusteigenn vertembt wordenn, was die Sohl vor dem steigenn, im steigenn, vnnd wieder nach der haltung vnnd erösung des Wassers gehaltenn.
Probe der Sole im Salzbrunnen in der Woche, als das wilde Wasser verdämmt worden war, damit es im Salzbrunnen selbst steige: was die Sole vor dem Steigen, im Steigen und wieder nach dem Halten und Ausschöpfen des Wassers gehalten hat.
Unsichere Lesungen
- stelbenn — unklar (Z. 4)
- vns — evtl. vnd (Z. 16)
S. 411
Bl. 204rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Ist durch Christoff Hombergk den Bornmeister probirt. Den 9. Julij Anno 51. ehr dann das wilde wasser vertembt, hab ich die Sohl probirt, gehort vff ein Pfann — 7 fuder 3 ohme 61.
Geprobt durch Christoff Homberg, den Bornmeister. Den 9. Juli Anno 51, ehe das wilde Wasser verdämmt war, habe ich die Sole geprobt; es gehörten auf eine Pfanne 7 Fuder 3 Ohm 61
quart. Den 15. Julij als das wilde wasser gestiegenn, vnnd der Tam allennthalbenn gemacht, hab ich die Sohl probirt, helt sie vf eine Pfann — 9 fuder 73 quart.
Quart. Den 15. Juli, als das wilde Wasser gestiegen und der Damm allenthalben gemacht war, habe ich die Sole geprobt; sie hält auf eine Pfanne 9 Fuder 73 Quart.
Den 18. Julij, hab ich die Sohle aber probirt, als mann das wiltwasser wieder gehabtenn1, vnnd die Stocke geoffnet, helts vf eine Pfanne — 8 fuder 2 ohm 68 quart.
Den 18. Juli habe ich die Sole abermals geprobt, als man das wilde Wasser wieder gehalten und die Stöcke geöffnet hatte; sie hält auf eine Pfanne 8 Fuder 2 Ohm 68 Quart.
Gegenn der erstenn Probe verglichenn, Ist die Sohl vf eine Pfann noch — 5. ohm — 7 quart zugeringe.
Mit der ersten Probe verglichen, ist die Sole auf eine Pfanne noch 5 Ohm 7 Quart zu gering.
Sonntags den 19. Julij dauonn zu Cassell, vnserm gnedigenn Jungenn Herrnn, vnnd dem Stadthalter mundtlichenn bericht gethann, Hab ich zuuor solchs dem Stadthalter schrifftlich anngezeigt, wie obge
Sonntag, den 19. Juli, davon zu Kassel unserem gnädigen jungen Herrn und dem Statthalter mündlich Bericht getan. Zuvor habe ich dies dem Statthalter schriftlich angezeigt, wie oben ge-
Unsichere Lesungen
- gehabtenn — so geschrieben, wohl gehaltenn (Z. 10)
S. 412
Bl. 204vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)schriebenn, darauff beide Ffgl.1 vnnd der Stadthalter beuohlenn, vnnd vor gut anngesehenn, die Öse Pompenn zubrauchenn, Montags den 20.
schrieben. Darauf haben beide, Seine Fürstlichen Gnaden und der Statthalter, befohlen und für gut befunden, die Schöpfpumpen zu gebrauchen. Montag, den 20.
Julij zu mittage zun Sodenn wieder annkommenn, Hab da fundenn den Landtvogt, Hundelshausenn, Nordeck, Valtin Schuldt, denenn ich solchenn bescheidt anngezeigt, die habenn nach besichtigung der gebeue, der Pfenner verordenntenn zu sich gefordert, sich notturfftigk vnderredt, vnnd nach vfrichtung einer abrede, wie vnnd was zubauenn notturfftigk sein wolte, wieder vonn einannder gescheidenn, vnnd volgt der Abscheidt, Den 20.
Juli, zu Mittag wieder zu Sooden eingetroffen. Dort habe ich den Landvogt, Hundelshausen, Nordeck und Valtin Schuldt vorgefunden, denen ich diesen Bescheid angezeigt habe. Die haben nach Besichtigung der Bauten die Verordneten der Pfänner zu sich gefordert, sich nach Bedarf besprochen und sich nach Aufrichtung einer Abrede, wie und was zu bauen nötig sein würde, wieder voneinander geschieden. Und es folgt der Abschied. Den 20.
Julij Anno 51. seindt zun Sodenn erschienen die nachbenenten, vnnd habenn allerley beratsschlagt, vnnd beschlossen wie volgt Vonn wegenn vnsers gnedigenn furstenn vnd hern, der Lanndtvogt Sigmundt vonn Boyneburgk, Her
Juli Anno 51 sind zu Sooden die Nachbenannten erschienen und haben allerlei beratschlagt und beschlossen wie folgt. Von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn: der Landvogt Sigmund von Boyneburg, Her-
Unsichere Lesungen
- Ffgl. — Abkürzung (Z. 1)
S. 413
Bl. 205rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)mann vonn Hundelshausenn, Johann Nordeck, Jost Berker1[?], Renndtmeister, Saltzwardt, vnnd Meister Hanns Weyell der Zimmermann, Vonn der Pfenner wegenn Johann Schaffnit, der Elter, Johann Niedennstein, Thias Chorey2, vnnd Johann Schaffnit der Junger.
mann von Hundelshausen, Johann Nordeck, Jost Becker, der Rentmeister, der Salzwart und Meister Hans Wetzel, der Zimmermann. Von wegen der Pfänner: Johann Schaffnit der Ältere, Johann Niedenstein, Thias Thorey und Johann Schaffnit der Jüngere.
Ist ertzehlt, Dieweil der Saltzbronn zugenommenn, vnnd das wilde waszser abgenommenn hat, wie der sach zu rathenn sein wolte.
Es ist vorgetragen worden: Weil der Salzbrunnen zugenommen und das wilde Wasser abgenommen hat, wie der Sache zu raten wäre.
Lanndtvogt schleust, das mann die gabe Gottes nitt vbernötigenn, sondernn die Öse Pompenn gebrauche, das dem hauptwerck ohn schadenn sey, kann mann dermassenn zurichtenn, das es nit so viel als Itzo kostet.
Der Landvogt schließt, dass man die Gabe Gottes nicht übernötigen, sondern die Schöpfpumpen gebrauchen solle, was dem Hauptwerk ohne Schaden sei; man könne es so einrichten, dass es nicht so viel wie jetzt kostet.
Hundelshausenn sagt dergleichenn, das mann die adern in stockenn dermassenn verbaue, das die werck kein schadenn thun Valtin Schuldt, Nordeck, vnnd die anndernn seindt auch der meinung.
Hundelshausen sagt dasselbe: dass man die Adern in Stöcken dermaßen verbaue, dass die Werke keinen Schaden nehmen. Valtin Schuldt, Nordeck und die anderen sind ebenfalls dieser Meinung.
Unsichere Lesungen
- Berker — evtl. Becker (Z. 2)
- Thias Chorey — T/C-Initialen gleichförmig (Z. 5)
S. 414
Bl. 205vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Die verordenntenn der Pfenner habenn bedencken genommenn vnnd gesagt, durch Niedennstein, das sie der herrnn bedennckenn anngehört, vnd darauf ertzehlt, dieweil die herrnn aller gelegenheit gut wissenns habenn, das sie Ir bedennckenn anzeigenn, wollenn sie Ir gut meinung auch darsagenn, Die Herrnn sagtenn darauff, sie hettenn albereitt Ire meinung gehort, vnnd sey die frage, wie im zuthun sey, das der schade nit grosser werde, Darauf geschlossenn, das Jeder theil sich einer meinung enntschliesse, die wir dann zusammen trage, vnd sich dann darnach enndtlich einer meinung vergleiche, Meister Hanns vnnd Christoffers bedennckenn ist, vnd schliessenn, das mann die adernn in stockenn wieder vertenne, vnnd die ann der mittelstenn wanndt fasse, vnnd in den Vberstenn kastenn fure, doch das mann den Thamb noch drey schue vffreume, vnnd mach ein Beulein dahin, das mann Jederzeit
Die Verordneten der Pfänner haben Bedenken genommen und durch Niedenstein gesagt, sie hätten das Bedenken der Herren angehört, und dann vorgetragen: weil die Herren von allen Umständen gute Kenntnis hätten, sollten sie ihr Bedenken anzeigen; dann wollten sie ihre gute Meinung auch dazu sagen. Die Herren sagten darauf, sie hätten bereits ihre Meinung gehört, und die Frage sei, wie zu handeln sei, damit der Schaden nicht größer werde. Darauf ist beschlossen worden, dass jeder Teil sich auf eine Meinung festlege, die wir dann zusammentragen, und dass man sich danach endgültig auf eine Meinung vergleiche.
Meister Hans' und Christoffers Bedenken ist und sie schließen, dass man die Adern in Stöcken wieder verdämme und die an der mittleren Wand fasse und in den obersten Kasten führe — doch so, dass man den Damm noch drei Schuh aufräume und eine kleine Öffnung dorthin mache, damit man jederzeit