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Salzbibel · Lesetext · 5. Buch

Das fünfte Buch · S. 411–420

Das Bautagebuch 1550/51 · S. 411–420 · Bl. 204r–208v · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Das Bautagebuch 1550/51

S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch

S. 411

Bl. 204rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Ist durch Christoff Hombergk den Bornmeister probirt. Den 9. Julij Anno 51. ehr dann das wilde wasser vertembt, hab ich die Sohl probirt, gehort vff ein Pfann — 7 fuder 3 ohme 61.

Geprobt durch Christoff Homberg, den Bornmeister. Den 9. Juli Anno 51, ehe das wilde Wasser verdämmt war, habe ich die Sole geprobt; es gehörten auf eine Pfanne 7 Fuder 3 Ohm 61

2

quart. Den 15. Julij als das wilde wasser gestiegenn, vnnd der Tam allennthalbenn gemacht, hab ich die Sohl probirt, helt sie vf eine Pfann — 9 fuder 73 quart.

Quart. Den 15. Juli, als das wilde Wasser gestiegen und der Damm allenthalben gemacht war, habe ich die Sole geprobt; sie hält auf eine Pfanne 9 Fuder 73 Quart.

3

Den 18. Julij, hab ich die Sohle aber probirt, als mann das wiltwasser wieder gehabtenn1, vnnd die Stocke geoffnet, helts vf eine Pfanne — 8 fuder 2 ohm 68 quart.

Den 18. Juli habe ich die Sole abermals geprobt, als man das wilde Wasser wieder gehalten und die Stöcke geöffnet hatte; sie hält auf eine Pfanne 8 Fuder 2 Ohm 68 Quart.

4

Gegenn der erstenn Probe verglichenn, Ist die Sohl vf eine Pfann noch — 5. ohm — 7 quart zugeringe.

Mit der ersten Probe verglichen, ist die Sole auf eine Pfanne noch 5 Ohm 7 Quart zu gering.

5

Sonntags den 19. Julij dauonn zu Cassell, vnserm gnedigenn Jungenn Herrnn, vnnd dem Stadthalter mundtlichenn bericht gethann, Hab ich zuuor solchs dem Stadthalter schrifftlich anngezeigt, wie obge

Sonntag, den 19. Juli, davon zu Kassel unserem gnädigen jungen Herrn und dem Statthalter mündlich Bericht getan. Zuvor habe ich dies dem Statthalter schriftlich angezeigt, wie oben ge-

Unsichere Lesungen

  1. gehabtenn — so geschrieben, wohl gehaltenn (Z. 10)

S. 412

Bl. 204vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

schriebenn, darauff beide Ffgl.1 vnnd der Stadthalter beuohlenn, vnnd vor gut anngesehenn, die Öse Pompenn zubrauchenn, Montags den 20.

schrieben. Darauf haben beide, Seine Fürstlichen Gnaden und der Statthalter, befohlen und für gut befunden, die Schöpfpumpen zu gebrauchen. Montag, den 20.

2

Julij zu mittage zun Sodenn wieder annkommenn, Hab da fundenn den Landtvogt, Hundelshausenn, Nordeck, Valtin Schuldt, denenn ich solchenn bescheidt anngezeigt, die habenn nach besichtigung der gebeue, der Pfenner verordenntenn zu sich gefordert, sich notturfftigk vnderredt, vnnd nach vfrichtung einer abrede, wie vnnd was zubauenn notturfftigk sein wolte, wieder vonn einannder gescheidenn, vnnd volgt der Abscheidt, Den 20.

Juli, zu Mittag wieder zu Sooden eingetroffen. Dort habe ich den Landvogt, Hundelshausen, Nordeck und Valtin Schuldt vorgefunden, denen ich diesen Bescheid angezeigt habe. Die haben nach Besichtigung der Bauten die Verordneten der Pfänner zu sich gefordert, sich nach Bedarf besprochen und sich nach Aufrichtung einer Abrede, wie und was zu bauen nötig sein würde, wieder voneinander geschieden. Und es folgt der Abschied. Den 20.

3

Julij Anno 51. seindt zun Sodenn erschienen die nachbenenten, vnnd habenn allerley beratsschlagt, vnnd beschlossen wie volgt Vonn wegenn vnsers gnedigenn furstenn vnd hern, der Lanndtvogt Sigmundt vonn Boyneburgk, Her

Juli Anno 51 sind zu Sooden die Nachbenannten erschienen und haben allerlei beratschlagt und beschlossen wie folgt. Von wegen unseres gnädigen Fürsten und Herrn: der Landvogt Sigmund von Boyneburg, Her-

Unsichere Lesungen

  1. Ffgl. — Abkürzung (Z. 1)

S. 413

Bl. 205rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

mann vonn Hundelshausenn, Johann Nordeck, Jost Berker1[?], Renndtmeister, Saltzwardt, vnnd Meister Hanns Weyell der Zimmermann, Vonn der Pfenner wegenn Johann Schaffnit, der Elter, Johann Niedennstein, Thias Chorey2, vnnd Johann Schaffnit der Junger.

mann von Hundelshausen, Johann Nordeck, Jost Becker, der Rentmeister, der Salzwart und Meister Hans Wetzel, der Zimmermann. Von wegen der Pfänner: Johann Schaffnit der Ältere, Johann Niedenstein, Thias Thorey und Johann Schaffnit der Jüngere.

2

Ist ertzehlt, Dieweil der Saltzbronn zugenommenn, vnnd das wilde waszser abgenommenn hat, wie der sach zu rathenn sein wolte.

Es ist vorgetragen worden: Weil der Salzbrunnen zugenommen und das wilde Wasser abgenommen hat, wie der Sache zu raten wäre.

3

Lanndtvogt schleust, das mann die gabe Gottes nitt vbernötigenn, sondernn die Öse Pompenn gebrauche, das dem hauptwerck ohn schadenn sey, kann mann dermassenn zurichtenn, das es nit so viel als Itzo kostet.

Der Landvogt schließt, dass man die Gabe Gottes nicht übernötigen, sondern die Schöpfpumpen gebrauchen solle, was dem Hauptwerk ohne Schaden sei; man könne es so einrichten, dass es nicht so viel wie jetzt kostet.

4

Hundelshausenn sagt dergleichenn, das mann die adern in stockenn dermassenn verbaue, das die werck kein schadenn thun Valtin Schuldt, Nordeck, vnnd die anndernn seindt auch der meinung.

Hundelshausen sagt dasselbe: dass man die Adern in Stöcken dermaßen verbaue, dass die Werke keinen Schaden nehmen. Valtin Schuldt, Nordeck und die anderen sind ebenfalls dieser Meinung.

Unsichere Lesungen

  1. Berker — evtl. Becker (Z. 2)
  2. Thias Chorey — T/C-Initialen gleichförmig (Z. 5)

S. 414

Bl. 205vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Die verordenntenn der Pfenner habenn bedencken genommenn vnnd gesagt, durch Niedennstein, das sie der herrnn bedennckenn anngehört, vnd darauf ertzehlt, dieweil die herrnn aller gelegenheit gut wissenns habenn, das sie Ir bedennckenn anzeigenn, wollenn sie Ir gut meinung auch darsagenn, Die Herrnn sagtenn darauff, sie hettenn albereitt Ire meinung gehort, vnnd sey die frage, wie im zuthun sey, das der schade nit grosser werde, Darauf geschlossenn, das Jeder theil sich einer meinung enntschliesse, die wir dann zusammen trage, vnd sich dann darnach enndtlich einer meinung vergleiche, Meister Hanns vnnd Christoffers bedennckenn ist, vnd schliessenn, das mann die adernn in stockenn wieder vertenne, vnnd die ann der mittelstenn wanndt fasse, vnnd in den Vberstenn kastenn fure, doch das mann den Thamb noch drey schue vffreume, vnnd mach ein Beulein dahin, das mann Jederzeit

Die Verordneten der Pfänner haben Bedenken genommen und durch Niedenstein gesagt, sie hätten das Bedenken der Herren angehört, und dann vorgetragen: weil die Herren von allen Umständen gute Kenntnis hätten, sollten sie ihr Bedenken anzeigen; dann wollten sie ihre gute Meinung auch dazu sagen. Die Herren sagten darauf, sie hätten bereits ihre Meinung gehört, und die Frage sei, wie zu handeln sei, damit der Schaden nicht größer werde. Darauf ist beschlossen worden, dass jeder Teil sich auf eine Meinung festlege, die wir dann zusammentragen, und dass man sich danach endgültig auf eine Meinung vergleiche.

Meister Hans' und Christoffers Bedenken ist und sie schließen, dass man die Adern in Stöcken wieder verdämme und die an der mittleren Wand fasse und in den obersten Kasten führe — doch so, dass man den Damm noch drei Schuh aufräume und eine kleine Öffnung dorthin mache, damit man jederzeit

S. 415

Bl. 206rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

darzu sehenn könne, so hat mann auch, wann der Bornn abnimpt oder zugeht, die gute ader, Inn oder aus dem Bornn zuweisenn, Zu dem will meister Hanns im vnderstenn kastenn vffm Bodenn, einenn kleinenn trogk Innsenckenn, darin die Pompenn stehenn, vnnd dester tieffer ösen könnenn, vnnd damit solchs desto besser geschehenn kann, so sollenn die öse Pompenn im nechsten kasten daruber gehaltenn, vnnd die Rennenn im vnderstenn kastenn verstopfft werdenn, Fur dem Gewelbe ist geschlossenn, das vffs gewelbe ein Lichtloch gemacht werdenn soll, damit mann Jederzeit darin aus vnnd einsteigenn, vnnd zusehen könne, Der verordenntenn der Pfenner bedennckenn ist, dieweil sich das wilde wasser nit will zwingenn lassen, das es steyge, Begerenn sie der Herrnn bedenncken, dann der grundt hab sich verendert, Hundelshausenn, Dieweil mann sicht, das das wilde wasser nit steigenn will, so mus dem gerathen sein,

danach sehen kann. So hat man auch, wenn der Born abnimmt oder zugeht, die gute Ader in den Born hinein oder aus ihm heraus zu weisen. Dazu will Meister Hans im untersten Kasten auf dem Boden einen kleinen Trog einsenken, in dem die Pumpen stehen und desto tiefer schöpfen können. Und damit das desto besser geschehen kann, sollen die Schöpfpumpen im nächsten Kasten darüber gehalten und die Rennen im untersten Kasten verstopft werden.

Vor dem Gewölbe ist beschlossen worden, dass auf das Gewölbe ein Lichtloch gemacht werden soll, damit man jederzeit darin aus- und einsteigen und nachsehen kann.

Das Bedenken der Verordneten der Pfänner ist: weil sich das wilde Wasser nicht zwingen lassen will zu steigen, begehren sie das Bedenken der Herren, denn der Grund habe sich verändert.

Hundelshausen: Weil man sieht, dass das wilde Wasser nicht steigen will, so muss dem geraten sein,

S. 416

Bl. 206vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Innsonderheit mit den Pompenn, aber vmb die stocke solt meister Hanns einenn Baw setzenn, das mann Jederzeit darzu kömt sehenn, vnnd dann den trogk zu den vnderstenn kastenn zusenncken, daraus die Pompenn ösenn, darnach zufuln, vnnd wieder zuzufullenn, Sey nit vonn notenn vf der seittenn nach der Stadt zu Rennenn zulegenn, dieweil mann kein wasser da gespurt, Vnnd dieweil mann die Pompenn ohnn schadenn beider Herschafft erhaltenn, vnnd die hernach mit geringem kostenn verendernn kann, So lest manns darbey bleibenn, Das tagwasser soll durch den grabenn zwischenn dem kunsthause vnnd den Bodenn abfliessenn, Die abzucht durch Rennenn Inns gewelbe zufliessen, Pfenner hettenn sich versehenn, das wilde wasser solt selbst gestiegenn habenn, dieweil es aber das nit thun, noch sich zwingenn lassenn will, So seindt sie der meinung mit den Herrnn einest wie sie

insbesondere mit den Pumpen. Aber um die Stöcke solle Meister Hans einen Bau setzen, damit man jederzeit dazu kommen und nachsehen kann, und dann den Trog zum untersten Kasten einsenken, aus dem die Pumpen schöpfen, danach füllen und wieder zufüllen. Es sei nicht nötig, auf der Seite zur Stadt hin Rennen zu legen, weil man dort kein Wasser gespürt hat.

Und weil man die Pumpen ohne Schaden für beide Herrschaften unterhalten und sie hernach mit geringen Kosten verändern kann, so lässt man es dabei bleiben.

Das Tagwasser soll durch den Graben zwischen dem Kunsthaus und den Bothen abfließen; die Abzucht soll durch Rennen ins Gewölbe fließen.

Die Pfänner hätten erwartet, das wilde Wasser hätte von selbst steigen sollen; weil es das aber nicht tut und sich nicht zwingen lassen will, so sind sie mit den Herren derselben Meinung, wie sie

S. 417

Bl. 207rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Das fünffte Buch. anngezeigt, vnnd scheinnt vor viel nutzlicher ann, dann das wasser zu steigenn zu zwingenn, dann zu besorgenn, dieweil sich die adernn verendert, das das wilde wasser sich darin vermischt, das es dann nit gethann, weil das wilde wasser gröst wordenn ist, Darauf die Herrnn Meister Hannsenn solchs zufertigenn befohlenn, vnnd sollenn die beamptenn, vnnd der pfenner verordenntenn dabeÿ sein, vnnd zum vleißigsten zusehenn, vermugs vnnd Innhalts volgents abschiedts.

Das Fünfte Buch. es angezeigt haben; und es scheint viel nützlicher, als das Wasser zum Steigen zu zwingen. Denn es ist zu besorgen — weil sich die Adern verändert haben —, dass sich das wilde Wasser darin vermischt, was es dann nicht getan hat, solange das wilde Wasser geschöpft wurde.

Darauf haben die Herren Meister Hans befohlen, dies auszuführen; und die Beamten und die Verordneten der Pfänner sollen dabei sein und aufs sorgfältigste zusehen, gemäß dem Inhalt des folgenden Abschieds.

2

Als vnnser Junger Herr, Lanndtgrave Wilhelm zu Hessenn, Grave zu Catzennelnbogenn, auch der Stadthalter zu Cassell Rudolff Schennck zu Schweinsburgk, gestrigs tags befohlenn, vor nutzlich vnd gut anngesehenn, dieweil das wilde waßer vmb denn Saltzbronn zum Bodenn, fur sich selbst mit so starck in die höhe steigenn will, als es die Pompenn außösen, vnnd das der vncost solchs zuerhaltenn, allein vff die Böder geth, das dann dasselbe, wie bisher mit den Pompenn außgeöst, vnnd mitler zeit vf anndere1[?] treglicher leichtfertiger Kunste, zu außbringung desselbenn ge

Als unser junger Herr, Landgraf Wilhelm zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen, und auch der Statthalter zu Kassel, Rudolf Schenck zu Schweinsberg, gestern befohlen und für nützlich und gut befunden haben — weil das wilde Wasser um den Salzbrunnen zu Sooden von selbst nicht so stark in die Höhe steigen will, wie es die Pumpen ausschöpfen, und weil die Unkosten, dies zu unterhalten, allein auf die Boder gehen —, dass dieses wie bisher mit den Pumpen ausgeschöpft und inzwischen auf andere, zuträglichere und leichtere Künste zu dessen Ausbringen ge-

Unsichere Lesungen

  1. vf anndere — Wortfuge unklar (Z. 20)

S. 418

Bl. 207vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Das fünffte Buch. tracht werdenn solt, Solches vnnd annders zuberathschlagenn, seindt vonn wegenn vnnsers gnedigl.

Das Fünfte Buch. dacht werden solle: um dies und anderes zu beratschlagen, sind von wegen unseres gnädigen

2

furstenn vnnd herrnn Lanndtgravenn Philipsenn zu Hessenn, Gravenn zu Catzennelnbogenn, S.f.gl.1[?] Lanndtvogt, Sigmundt vonn Boÿneburgk, Hermann vonn Hundelshausenn amptmann, Johann Nordeck, Valtin Schuldt, Jost Becker, vnnd die Beamptenn zum Bodenn, vnnd dann der Pfenner verordenntenn, Johann Schaffnit der Elter, Johann Niedenstein, Thias Thoreÿ, vnnd Johann Schaffnit der Junger, darzu vonn beider herschafft wegenn, Meister Hans Wetzell der zimmermann, heut dato beÿeinander zum Bodenn im augennschein erschienenn, vnd allesampt solchenn furstlichenn bevelch vnd bedencken fur nutzlich vnnd gut anngesehenn, sich auch darauf weitter notturfftig vnnderredt, verglichenn vnd verabschiedt, das die gefastenn dreÿ nebenn adernn in den stöckenn widerumb mit thonn getemmett werdenn, vnnd soll dagegenn zwischenn der mittelstenn fassung gegenn dem oberstenn neuenn kasten

Fürsten und Herrn Landgraf Philipp zu Hessen, Grafen zu Katzenelnbogen, Seiner Fürstlichen Gnaden Landvogt Sigmund von Boyneburg, Hermann von Hundelshausen, Amtmann, Johann Nordeck, Valtin Schuldt, Jost Becker und die Beamten zu Sooden und dann die Verordneten der Pfänner, Johann Schaffnit der Ältere, Johann Niedenstein, Thias Thorey und Johann Schaffnit der Jüngere, dazu von wegen beider Herrschaften Meister Hans Wetzel, der Zimmermann, heute beisammen zu Sooden im Augenschein erschienen. Und sie haben alle diesen fürstlichen Befehl und dieses Bedenken für nützlich und gut befunden, sich auch darauf weiter nach Bedarf besprochen, verglichen und verabschiedet, dass die gefassten drei Nebenadern in den Stöcken wiederum mit Ton verdämmt werden, und dass dagegen zwischen der mittleren Fassung gegen den obersten neuen Kasten

Unsichere Lesungen

  1. S.f.gl. — Abkürzung, Ligatur (Z. 5)

S. 419

Bl. 208rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Das fünffte Buch. zwerch vber wohl zugebauet werdenn, dadurch dieselbenn adernn, Inn dennselbenn öberstenn kastenn gefurt fliessenn, dann mann vnuerhindert darzu kommenn, vnnd darnach sehenn könne, So kann mann auch Jederzeit dieselbe drit ader, da sich die verwandelnn wurde, Inn oder aus dem Saltzbronn führenn vnnd abweisenn, wie dann die vff beide wege albereit gefast ist.

Das Fünfte Buch. quer hinüber gut zugebaut werden soll, wodurch diese Adern in denselben obersten Kasten geführt fließen, so dass man ungehindert dazu kommen und danach sehen kann. So kann man auch jederzeit diese dritte Ader, falls sie sich verändern würde, in den Salzbrunnen hinein oder aus ihm heraus führen und abweisen, wie sie denn bereits auf beide Wege gefasst ist.

2

Furter soll der zimmermann zustundt ann in dender kastenn, daraus Itzo das wilde wasser gepompt wirdet, einenn holtzernn trogk, gehebe Innsenckenn, darin die Pompenn tieffer, dann Itzo stehenn, vnnd das wilde wasser dester tieffer geöst werdenn könne, vnd das solchs bequemlich geschehe, So kann im nechstenn kastenn daruber mitler zeit darann gearbeit wirdet, das wilde waßer außgeöst werdenn, Zu dem Gewelbe soll es auch wohl vertembt, vnd vfs Gewelbe, gleich vornn am haupte, ein Lichtloch bis zutage vonn holtz oder steine gefurt werdenn, damit mann Jederzeit daselbst in Bodenn, aus vnd ein Inns

Ferner soll der Zimmermann sogleich in den Kasten, aus dem jetzt das wilde Wasser gepumpt wird, einen hölzernen Trog dicht einsenken, damit die Pumpen darin tiefer als jetzt stehen und das wilde Wasser desto tiefer geschöpft werden kann. Und damit das bequem geschieht, kann im nächsten Kasten darüber, während daran gearbeitet wird, das wilde Wasser ausgeschöpft werden.

Zum Gewölbe hin soll es ebenfalls gut verdämmt und auf das Gewölbe, gerade vorn am Haupt, ein Lichtloch bis zutage aus Holz oder Stein geführt werden, damit man jederzeit dort in Sooden aus und ein ins

S. 420

Bl. 208vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)
1

Das fünffte Buch. gewelbe kommenn könne, doch das solchs obenn verschlossenn seÿ, Darnach die quelle vnnd den siegk, so sich Itzo vnnter dem Bode, nach der kirchen zu aus dem Berge ereuget, Inn Rennenn zufassenn, dieselbenn verdeckt Inns gewelbe zum ausfluß zufuhren, Volgenndts die Gebeue aller wohl zufüllenn, vnnd mit guter erdenn zuuertemmenn1[?], vnnd den Bau vber den Saltzbronn vfzurichtenn, Aber vf der seittenn nach der Werra vnnd der Stadt zu vnnter dem tam, auch Rennenn zum wilden wasser gleich wie vor dem Berge her geschehenn ist, zulegenn, acht mann vonn vnnötenn, dann da kein sonnder wilt wasser oder annder gewesser sich ereuget that, Vnnd soll das tag wasser vmb den Saltzbronn her vf den gebeuenn gefast, vnnd in der zweÿergrabenn einenn, so durch die Bodenn gehenn, gefurt werdenn, Ob nun die gebeue, vf vnnd vmb den Saltzbronn mit steinenn geplastert, oder mit dielen beschossen werden sollenn, Des that man sich hernach zuuergleichen.

Das Fünfte Buch. Gewölbe kommen kann — doch so, dass es oben verschlossen sei.

Danach sind die Quelle und das Sickerwasser, die sich jetzt unter dem Bothe zur Kirche hin aus dem Berg zeigen, in Rennen zu fassen und diese abgedeckt ins Gewölbe zum Ausfluss zu führen. Sodann sind die Bauten alle gut zu füllen und mit guter Erde zu verdämmen und der Bau über dem Salzbrunnen aufzurichten.

Aber auf der Seite zur Werra und zur Stadt hin unter dem Damm ebenfalls Rennen für das wilde Wasser zu legen, wie es vor dem Berg her geschehen ist, hält man für unnötig, weil sich dort kein besonderes wildes Wasser oder anderes Gewässer gezeigt hat.

Und das Tagwasser soll um den Salzbrunnen her auf den Bauten gefasst und in einen der zwei Gräben, die durch die Bothe gehen, geführt werden. Ob nun die Bauten auf und um den Salzbrunnen mit Steinen gepflastert oder mit Dielen beschossen werden sollen, darüber hat man sich hernach zu vergleichen.

Unsichere Lesungen

  1. zuuertemmenn — m/nn unklar (Z. 8)

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