Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 417–426
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 417–426 · Bl. 207r–211v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 417
Bl. 207rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. anngezeigt, vnnd scheinnt vor viel nutzlicher ann, dann das wasser zu steigenn zu zwingenn, dann zu besorgenn, dieweil sich die adernn verendert, das das wilde wasser sich darin vermischt, das es dann nit gethann, weil das wilde wasser gröst wordenn ist, Darauf die Herrnn Meister Hannsenn solchs zufertigenn befohlenn, vnnd sollenn die beamptenn, vnnd der pfenner verordenntenn dabeÿ sein, vnnd zum vleißigsten zusehenn, vermugs vnnd Innhalts volgents abschiedts.
Das Fünfte Buch. es angezeigt haben; und es scheint viel nützlicher, als das Wasser zum Steigen zu zwingen. Denn es ist zu besorgen — weil sich die Adern verändert haben —, dass sich das wilde Wasser darin vermischt, was es dann nicht getan hat, solange das wilde Wasser geschöpft wurde.
Darauf haben die Herren Meister Hans befohlen, dies auszuführen; und die Beamten und die Verordneten der Pfänner sollen dabei sein und aufs sorgfältigste zusehen, gemäß dem Inhalt des folgenden Abschieds.
Als vnnser Junger Herr, Lanndtgrave Wilhelm zu Hessenn, Grave zu Catzennelnbogenn, auch der Stadthalter zu Cassell Rudolff Schennck zu Schweinsburgk, gestrigs tags befohlenn, vor nutzlich vnd gut anngesehenn, dieweil das wilde waßer vmb denn Saltzbronn zum Bodenn, fur sich selbst mit so starck in die höhe steigenn will, als es die Pompenn außösen, vnnd das der vncost solchs zuerhaltenn, allein vff die Böder geth, das dann dasselbe, wie bisher mit den Pompenn außgeöst, vnnd mitler zeit vf anndere1[?] treglicher leichtfertiger Kunste, zu außbringung desselbenn ge
Als unser junger Herr, Landgraf Wilhelm zu Hessen, Graf zu Katzenelnbogen, und auch der Statthalter zu Kassel, Rudolf Schenck zu Schweinsberg, gestern befohlen und für nützlich und gut befunden haben — weil das wilde Wasser um den Salzbrunnen zu Sooden von selbst nicht so stark in die Höhe steigen will, wie es die Pumpen ausschöpfen, und weil die Unkosten, dies zu unterhalten, allein auf die Boder gehen —, dass dieses wie bisher mit den Pumpen ausgeschöpft und inzwischen auf andere, zuträglichere und leichtere Künste zu dessen Ausbringen ge-
Unsichere Lesungen
- vf anndere — Wortfuge unklar (Z. 20)
S. 418
Bl. 207vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. tracht werdenn solt, Solches vnnd annders zuberathschlagenn, seindt vonn wegenn vnnsers gnedigl.
Das Fünfte Buch. dacht werden solle: um dies und anderes zu beratschlagen, sind von wegen unseres gnädigen
furstenn vnnd herrnn Lanndtgravenn Philipsenn zu Hessenn, Gravenn zu Catzennelnbogenn, S.f.gl.1[?] Lanndtvogt, Sigmundt vonn Boÿneburgk, Hermann vonn Hundelshausenn amptmann, Johann Nordeck, Valtin Schuldt, Jost Becker, vnnd die Beamptenn zum Bodenn, vnnd dann der Pfenner verordenntenn, Johann Schaffnit der Elter, Johann Niedenstein, Thias Thoreÿ, vnnd Johann Schaffnit der Junger, darzu vonn beider herschafft wegenn, Meister Hans Wetzell der zimmermann, heut dato beÿeinander zum Bodenn im augennschein erschienenn, vnd allesampt solchenn furstlichenn bevelch vnd bedencken fur nutzlich vnnd gut anngesehenn, sich auch darauf weitter notturfftig vnnderredt, verglichenn vnd verabschiedt, das die gefastenn dreÿ nebenn adernn in den stöckenn widerumb mit thonn getemmett werdenn, vnnd soll dagegenn zwischenn der mittelstenn fassung gegenn dem oberstenn neuenn kasten
Fürsten und Herrn Landgraf Philipp zu Hessen, Grafen zu Katzenelnbogen, Seiner Fürstlichen Gnaden Landvogt Sigmund von Boyneburg, Hermann von Hundelshausen, Amtmann, Johann Nordeck, Valtin Schuldt, Jost Becker und die Beamten zu Sooden und dann die Verordneten der Pfänner, Johann Schaffnit der Ältere, Johann Niedenstein, Thias Thorey und Johann Schaffnit der Jüngere, dazu von wegen beider Herrschaften Meister Hans Wetzel, der Zimmermann, heute beisammen zu Sooden im Augenschein erschienen. Und sie haben alle diesen fürstlichen Befehl und dieses Bedenken für nützlich und gut befunden, sich auch darauf weiter nach Bedarf besprochen, verglichen und verabschiedet, dass die gefassten drei Nebenadern in den Stöcken wiederum mit Ton verdämmt werden, und dass dagegen zwischen der mittleren Fassung gegen den obersten neuen Kasten
Unsichere Lesungen
- S.f.gl. — Abkürzung, Ligatur (Z. 5)
S. 419
Bl. 208rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. zwerch vber wohl zugebauet werdenn, dadurch dieselbenn adernn, Inn dennselbenn öberstenn kastenn gefurt fliessenn, dann mann vnuerhindert darzu kommenn, vnnd darnach sehenn könne, So kann mann auch Jederzeit dieselbe drit ader, da sich die verwandelnn wurde, Inn oder aus dem Saltzbronn führenn vnnd abweisenn, wie dann die vff beide wege albereit gefast ist.
Das Fünfte Buch. quer hinüber gut zugebaut werden soll, wodurch diese Adern in denselben obersten Kasten geführt fließen, so dass man ungehindert dazu kommen und danach sehen kann. So kann man auch jederzeit diese dritte Ader, falls sie sich verändern würde, in den Salzbrunnen hinein oder aus ihm heraus führen und abweisen, wie sie denn bereits auf beide Wege gefasst ist.
Furter soll der zimmermann zustundt ann in dender kastenn, daraus Itzo das wilde wasser gepompt wirdet, einenn holtzernn trogk, gehebe Innsenckenn, darin die Pompenn tieffer, dann Itzo stehenn, vnnd das wilde wasser dester tieffer geöst werdenn könne, vnd das solchs bequemlich geschehe, So kann im nechstenn kastenn daruber mitler zeit darann gearbeit wirdet, das wilde waßer außgeöst werdenn, Zu dem Gewelbe soll es auch wohl vertembt, vnd vfs Gewelbe, gleich vornn am haupte, ein Lichtloch bis zutage vonn holtz oder steine gefurt werdenn, damit mann Jederzeit daselbst in Bodenn, aus vnd ein Inns
Ferner soll der Zimmermann sogleich in den Kasten, aus dem jetzt das wilde Wasser gepumpt wird, einen hölzernen Trog dicht einsenken, damit die Pumpen darin tiefer als jetzt stehen und das wilde Wasser desto tiefer geschöpft werden kann. Und damit das bequem geschieht, kann im nächsten Kasten darüber, während daran gearbeitet wird, das wilde Wasser ausgeschöpft werden.
Zum Gewölbe hin soll es ebenfalls gut verdämmt und auf das Gewölbe, gerade vorn am Haupt, ein Lichtloch bis zutage aus Holz oder Stein geführt werden, damit man jederzeit dort in Sooden aus und ein ins
S. 420
Bl. 208vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. gewelbe kommenn könne, doch das solchs obenn verschlossenn seÿ, Darnach die quelle vnnd den siegk, so sich Itzo vnnter dem Bode, nach der kirchen zu aus dem Berge ereuget, Inn Rennenn zufassenn, dieselbenn verdeckt Inns gewelbe zum ausfluß zufuhren, Volgenndts die Gebeue aller wohl zufüllenn, vnnd mit guter erdenn zuuertemmenn1[?], vnnd den Bau vber den Saltzbronn vfzurichtenn, Aber vf der seittenn nach der Werra vnnd der Stadt zu vnnter dem tam, auch Rennenn zum wilden wasser gleich wie vor dem Berge her geschehenn ist, zulegenn, acht mann vonn vnnötenn, dann da kein sonnder wilt wasser oder annder gewesser sich ereuget that, Vnnd soll das tag wasser vmb den Saltzbronn her vf den gebeuenn gefast, vnnd in der zweÿergrabenn einenn, so durch die Bodenn gehenn, gefurt werdenn, Ob nun die gebeue, vf vnnd vmb den Saltzbronn mit steinenn geplastert, oder mit dielen beschossen werden sollenn, Des that man sich hernach zuuergleichen.
Das Fünfte Buch. Gewölbe kommen kann — doch so, dass es oben verschlossen sei.
Danach sind die Quelle und das Sickerwasser, die sich jetzt unter dem Bothe zur Kirche hin aus dem Berg zeigen, in Rennen zu fassen und diese abgedeckt ins Gewölbe zum Ausfluss zu führen. Sodann sind die Bauten alle gut zu füllen und mit guter Erde zu verdämmen und der Bau über dem Salzbrunnen aufzurichten.
Aber auf der Seite zur Werra und zur Stadt hin unter dem Damm ebenfalls Rennen für das wilde Wasser zu legen, wie es vor dem Berg her geschehen ist, hält man für unnötig, weil sich dort kein besonderes wildes Wasser oder anderes Gewässer gezeigt hat.
Und das Tagwasser soll um den Salzbrunnen her auf den Bauten gefasst und in einen der zwei Gräben, die durch die Bothe gehen, geführt werden. Ob nun die Bauten auf und um den Salzbrunnen mit Steinen gepflastert oder mit Dielen beschossen werden sollen, darüber hat man sich hernach zu vergleichen.
Unsichere Lesungen
- zuuertemmenn — m/nn unklar (Z. 8)
S. 421
Bl. 209rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. Darzu ist vor gut anngesehenn wordenn, das mann zu außösung der flut wasser, noch ein Renne obenn ans gewelbe lege, dieselbe zur zeit der fludt zugebrauch habenn, damit mann gleichwohl siedenn können, Darauff dann die Herrnn beiderseits solchs dem zimmermann als baldt muglich zufertigenn bevohlen, vnnd sollenn die Beamptenn zum Bodenn, vnd der Pfenner verordenntenn dabeÿ sein, vnnd vleißigk mit zusehenn, das solchs furderlich gefertiget werde Verabschiedt zum Bodenn den 20 Julij Ao.
Das Fünfte Buch. Dazu ist für gut befunden worden, dass man zum Ausschöpfen des Flutwassers noch eine Renne oben ans Gewölbe lege und diese zur Zeit der Flut gebrauche, damit man gleichwohl sieden kann.
Darauf haben dann die Herren beiderseits dem Zimmermann befohlen, dies so bald wie möglich fertigzustellen; und die Beamten zu Sooden und die Verordneten der Pfänner sollen dabei sein und sorgfältig mit zusehen, dass es förderlich fertiggestellt werde.
Verabschiedet zu Sooden, den 20. Juli Anno
51 Sigmundt vonn Boÿneburgk Lanndtvogt, Hermann vonn Hundelshausenn, Johann Nordeck. Justus Pistoris Valtin Schuldt.
51. Sigmund von Boyneburg, Landvogt. Hermann von Hundelshausen. Johann Nordeck. Justus Pistoris. Valtin Schuldt.
Johann Schaffnit der Elter Thias Thoreÿ, Johann Schaffnit der Junger. Mitwochens den 22. Julij hat meister Hanns im oberstenn facht gegenn den adernn zum Barnn zu außgehauen,
Johann Schaffnit der Ältere. Thias Thorey. Johann Schaffnit der Jüngere.
Mittwoch, den 22. Juli, hat Meister Hans im obersten Fach gegen die Adern zum Born hin ausgehauen
S. 422
Bl. 209vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. vnnd ein thuer oder gang aus dem kastenn durch die alte wanndt fur die stöcke, so durch das mittelste faß geht, gemacht, dadurch mann Jederzeit zu den dreÿenn adernn vnnd stöckenn, kommenn vnnd mit zusehenn kann, Darnach die faßung zwerch vber, gegenn die dreÿ stocke Inngesatzt, hat acht Deuchlenn, vnntenn mit schwelenn, vnnd obenn mit Rinckhstenn1[?], vnd in der mitte vf beidenn seittenn verriegelt, oben vnd vnntenn mit starckenn Bolenn aus dem grunde so hoch solcher kast, oder kammer ist, vfeinannder zugesatzt, vnnd obenn im grunde mit groben steinen vnnd Kiesell vor den Bretternn beschut, darnach obenn zwerch vber mit starckenn holtzernn zugelegt, mit Moß verstopfft, vnnd darnach mit thonn vertempt, So hat der Meurer das gewelbe obenn beÿ dem vnnderstenn kastenn zugemauret, vnnd das Lichtloch dardurch obenaus mit steinenn gefurt, vnd seindt die zwo Rennenn eine vf den Bodenn des gewelbs
Das Fünfte Buch. und eine Tür oder einen Gang aus dem Kasten durch die alte Wand vor die Stöcke, die durch das mittlere Fass geht, gemacht, wodurch man jederzeit zu den drei Adern und Stöcken kommen und nachsehen kann.
Danach ist die Fassung quer hinüber gegenüber den drei Stöcken eingesetzt worden; sie hat acht Deicheln, unten mit Schwellen und oben mit Ringstücken, und ist in der Mitte auf beiden Seiten verriegelt, oben und unten mit starken Bohlen aus dem Grund so hoch, wie dieser Kasten oder diese Kammer ist, aufeinander zugesetzt und oben im Grund mit groben Steinen und Kiesel vor den Brettern beschüttet, danach oben quer hinüber mit starken Hölzern zugelegt, mit Moos verstopft und danach mit Ton verdämmt.
So hat der Maurer das Gewölbe oben bei dem untersten Kasten zugemauert und das Lichtloch dadurch nach oben hinaus mit Steinen geführt. Und die zwei Rennen sind, die eine auf den Boden des Gewölbes
Unsichere Lesungen
- Rinckhstenn — Wort unklar (Z. 9)
S. 423
Bl. 210rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. vnnd die annder Inn die höhe im gewelbe, durch das Maurenwergk gelegt vnnd verdeckt, Donnerstagk den 23.
Das Fünfte Buch. und die andere in die Höhe im Gewölbe, durch das Mauerwerk gelegt und abgedeckt worden. Donnerstag, den 23.
Julij zum sieg die Rennenn verdeckt, Inns gewelbe gelegt, vnnd zugemauret, Darnach zwischenn dem vnnterstenn kastenn vnd dem gewelbe, mit thon so hoch das gewelbe ist, wohl vertempt, darnebenn Inn den mittell neuenn kastenn oder kammernn fur den Röhrenn, so aus den dreÿenn stockenn gehenn, aus dem grunde mit grobenn Kies, bis ann die Rör gefult, darin vier kurtze Rörlein gesetzt, darin in Jeglicher ein Pflock gesteckt, das die Rörenn steiff stehenn bleibenn, darin das wasser aus dem grunde in die höhe steige, vnnd in den vndersten kastenn abfließe, obs nit gnug durch den grobenn Kies steigenn wolt, Nota:1[?] Der Rörenn zum abgannge des Saltzbrons.
Juli, die Rennen für das Sickerwasser abgedeckt, ins Gewölbe gelegt und zugemauert. Danach ist zwischen dem untersten Kasten und dem Gewölbe mit Ton so hoch, wie das Gewölbe ist, gut verdämmt worden. Daneben ist in dem mittleren neuen Kasten oder in der Kammer vor den Röhren, die aus den drei Stöcken gehen, aus dem Grund mit grobem Kies bis an die Röhre gefüllt worden; darin sind vier kurze Röhrchen gesetzt und in jedes ein Pflock gesteckt, damit die Röhren steif stehen bleiben und das Wasser aus dem Grund darin in die Höhe steige und in den untersten Kasten abfließe, falls es nicht genug durch den groben Kies steigen wollte.
Anmerkung zu den Röhren für den Abgang des Salzbrunnens:
Dieweil es aus dem grunde biß Inn die mitte der höhe gerings vmb den Saltzbronn mit thonn vertemmett, seindt die strebenn am alten eusserstenn fasse, abgethan vnnd heraus gezogenn,
Weil es aus dem Grund bis in die Mitte der Höhe ringsum den Salzbrunnen mit Ton verdämmt ist, sind die Streben am alten äußersten Fass abgetan und herausgezogen worden.
Unsichere Lesungen
- Nota: — Abkürzung, Lesung unsicher (Z. 17)
S. 424
Bl. 210vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. Das Bleÿer Pfannenn soltenn zur Proba zugericht werdenn wie zu Lunenburgk, Ist berathschlagt, das noch zur zeit darin zusiedenn nit muglich, darumb, das der etlicher zur Proba soltenn zugericht werdenn, vergeblich, vnnd dieweil vlgemts1[?] Hochgedachter vnnser gnediger Junger Herr darauf verharrett, ist solchs annzurichtenn bevohlenn, aber die Beamptenn zum Boden, habenn der halbenn schrifftlich bericht gethann, wie volgt, Dem Erbarnn vnnd achtparnn Jost Beckernn Saltzgrevenn zum Bodenn, vnnserm gutenn freunde, Mein gantz willig diennst zuuor, Besonnder guter freundt, Euer schreibenn, betreffenn die zurüstung der Bleÿernn Pfannenn zum Saltzsiedenn vf die Luneburger art, hab ich enndtpfanngenn, vnnd darauff nit vnnderlassenn, daruonn mit dem Renndtmeister vnnd Saltzwartenn alhier allerleÿ vnnderrede vnnd bedennckenn gehabt, vnnd nach dem wir alle dreÿ vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn bestes zuwerbenn, vnnd zuthun vnns pflichtigk vnnd
Das Fünfte Buch. Die bleiernen Pfannen sollten zur Probe hergerichtet werden wie zu Lüneburg. Es ist beratschlagt worden, dass es zur Zeit noch nicht möglich sei, darin zu sieden, und dass es vergeblich wäre, etliche davon zur Probe herrichten zu lassen. Und weil unser hochgenannter gnädiger junger Herr darauf beharrt, ist befohlen worden, es einzurichten; die Beamten zu Sooden aber haben deshalb schriftlich Bericht getan, wie folgt:
Dem ehrbaren und achtbaren Jost Becker, Salzgrafen zu Sooden, unserem guten Freund.
Meine ganz willigen Dienste zuvor, besonders guter Freund. Euer Schreiben, die Zurüstung der bleiernen Pfannen zum Salzsieden auf Lüneburger Art betreffend, habe ich empfangen und darauf nicht unterlassen, davon mit dem Rentmeister und dem Salzwart hier allerlei Unterredung und Bedenken zu haben. Und nachdem wir alle drei uns verpflichtet und
Unsichere Lesungen
- vlgemts — Abkürzung, wohl vielgemelts (Z. 6)
S. 425
Bl. 211rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. schuldigk erkennenn, Gebenn wir euch darauff vnnser einfeltigs bedennckenn, vnnd Rath, wie hernach volgtt.
Das Fünfte Buch. schuldig erkennen, unseres gnädigen Fürsten und Herrn Bestes zu werben und zu tun, geben wir Euch darauf unser einfältiges Bedenken und unseren Rat, wie hernach folgt.
Zum erstenn ist euch ohnn zweiuell wohl wissentlich, dieweil die Saltzsohle zu Lunebürgk, da die Bleÿer Pfannenn gebraucht werdenn, die aller reicheste Sohle ist, so mann hierumb weis, nicht viel oder lanng siedenns bedarff, vnnd wann sie gar gesotten, nicht sonnderlich grossenn abganng hat, so bleibenn die Pfannenn beÿnahe voll, helt vnnd erleidett das Bleÿ die hitze desto bas, Wann aber Saltz sohle in Bleÿernn Pfannenn lannge gesottenn werdenn soll, vnnd wann sie gar wordenn, kaum das achte oder neundte theil |:
Zum ersten ist Euch ohne Zweifel wohl bekannt: Weil die Salzsole zu Lüneburg, wo die bleiernen Pfannen gebraucht werden, die allerreichste Sole ist, die man hierum kennt, bedarf sie nicht vielen oder langen Siedens; und wenn sie ganz gesotten ist, hat sie keinen sonderlich großen Abgang, so dass die Pfannen beinahe voll bleiben und das Blei die Hitze desto besser hält und erträgt. Wenn aber Salzsole in bleiernen Pfannen lange gesotten werden soll und, wenn sie gar geworden ist, kaum das achte oder neunte Teil bleibt —
wie diese sohl alhie thut :| bleibt, Ist zubesorgenn, das Bleÿ könne die hitze, wann es vonn der feuchtung der Sohl enndtblosset, nit leidenn, vnnd werde verbrennenn, vnnd ob es gleich die hitze ertruege, wurde doch vonn der grosse solcher Pfannenn, gar ein klein theil, Jegenn der Luneberger Saltzmachung alhie vonn dieser Sohle, an Saltz gefallen, vonn einer Ingiessung oder vollen Pfannen,
wie diese Sole hier es tut —, so ist zu besorgen, dass das Blei die Hitze, wenn es der Feuchtigkeit der Sole entblößt ist, nicht ertragen kann und verbrennen wird. Und selbst wenn es die Hitze ertrüge, würde bei der Größe solcher Pfannen doch nur ein ganz kleiner Teil an Salz hier aus dieser Sole fallen, verglichen mit der Lüneburger Salzgewinnung, von einer Eingießung oder vollen Pfanne.
S. 426
Bl. 211vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. Zum anndernn, solt mann dann alle mahl mit der Rohenn Saltzsohl Innzugiessenn nachvolgenn, so lannge bis die Pfann garer sohl voll wurde vnn1[?] Saltzmachenn, so wurde abermahls die zeit vnnd hitze der Bleÿernn Pfannenn zu lanng vnnd schwere, vnnd wurde fast den gebrauch vnnd vncostenn, so wir alhie albereit habenn gewerenn2[?], mit siedenn, Saltzmachenn, vnnd anndernn, wo es nit schwerer wurde.
Das Fünfte Buch. Zum anderen: Sollte man dann jedesmal mit der rohen Salzsole nachgießen, so lange, bis die Pfanne voll garer Sole würde und Salz machte, so würden abermals die Zeit und die Hitze für die bleiernen Pfannen zu lang und zu schwer, und es würde den Aufwand und die Unkosten, die wir hier bereits mit Sieden, Salzmachen und anderem haben, fast erreichen, wo es nicht schwerer würde.
Zum drittenn, vnnd ob mann es damit alhie versuchen vnnd probiren wolte, so ist doch alhie vnnsers erachtenns kein Bodermeister oder sonnst der eigenntlich die tieffe, weite vnnd art der Luneburger Bleÿernn Pfannenn gesöde, ofenn, vnnd vffsetzung, weis annzustellenn, viel weniger wie mann die Pfannen geusset vnnd macht.
Zum dritten: Und selbst wenn man es hier versuchen und erproben wollte, so ist doch hier unseres Erachtens kein Bodemeister oder sonst jemand, der die Tiefe, Weite und Art der Lüneburger bleiernen Pfannen, der Gesöde, Öfen und Aufsetzung genau anzustellen wüsste, viel weniger, wie man die Pfannen gießt und macht.
Zum vierdtenn Will auch vonn nötenn sein zuwissen, ob mann auch einenn sonnderlichenn zusatz In die Bleÿernn Pfannenn brauche, das es wohl zu saltze gehe, dann mann zu den Eÿsernn Pfannenn, das
Zum vierten wird es auch nötig sein zu wissen, ob man auch einen besonderen Zusatz in den bleiernen Pfannen gebraucht, damit es gut zu Salz geht; denn bei den eisernen Pfannen wird das
Unsichere Lesungen
- vnn — Kürzel, wohl vnnd/zum (Z. 4)
- gewerenn — Lesung unsicher (Z. 8)