Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 421–430
Das Bautagebuch 1550/51 · S. 421–430 · Bl. 209r–213v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Das Bautagebuch 1550/51
S. 278–439 · Bl. 138r–218r · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 421
Bl. 209rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. Darzu ist vor gut anngesehenn wordenn, das mann zu außösung der flut wasser, noch ein Renne obenn ans gewelbe lege, dieselbe zur zeit der fludt zugebrauch habenn, damit mann gleichwohl siedenn können, Darauff dann die Herrnn beiderseits solchs dem zimmermann als baldt muglich zufertigenn bevohlen, vnnd sollenn die Beamptenn zum Bodenn, vnd der Pfenner verordenntenn dabeÿ sein, vnnd vleißigk mit zusehenn, das solchs furderlich gefertiget werde Verabschiedt zum Bodenn den 20 Julij Ao.
Das Fünfte Buch. Dazu ist für gut befunden worden, dass man zum Ausschöpfen des Flutwassers noch eine Renne oben ans Gewölbe lege und diese zur Zeit der Flut gebrauche, damit man gleichwohl sieden kann.
Darauf haben dann die Herren beiderseits dem Zimmermann befohlen, dies so bald wie möglich fertigzustellen; und die Beamten zu Sooden und die Verordneten der Pfänner sollen dabei sein und sorgfältig mit zusehen, dass es förderlich fertiggestellt werde.
Verabschiedet zu Sooden, den 20. Juli Anno
51 Sigmundt vonn Boÿneburgk Lanndtvogt, Hermann vonn Hundelshausenn, Johann Nordeck. Justus Pistoris Valtin Schuldt.
51. Sigmund von Boyneburg, Landvogt. Hermann von Hundelshausen. Johann Nordeck. Justus Pistoris. Valtin Schuldt.
Johann Schaffnit der Elter Thias Thoreÿ, Johann Schaffnit der Junger. Mitwochens den 22. Julij hat meister Hanns im oberstenn facht gegenn den adernn zum Barnn zu außgehauen,
Johann Schaffnit der Ältere. Thias Thorey. Johann Schaffnit der Jüngere.
Mittwoch, den 22. Juli, hat Meister Hans im obersten Fach gegen die Adern zum Born hin ausgehauen
S. 422
Bl. 209vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. vnnd ein thuer oder gang aus dem kastenn durch die alte wanndt fur die stöcke, so durch das mittelste faß geht, gemacht, dadurch mann Jederzeit zu den dreÿenn adernn vnnd stöckenn, kommenn vnnd mit zusehenn kann, Darnach die faßung zwerch vber, gegenn die dreÿ stocke Inngesatzt, hat acht Deuchlenn, vnntenn mit schwelenn, vnnd obenn mit Rinckhstenn1[?], vnd in der mitte vf beidenn seittenn verriegelt, oben vnd vnntenn mit starckenn Bolenn aus dem grunde so hoch solcher kast, oder kammer ist, vfeinannder zugesatzt, vnnd obenn im grunde mit groben steinen vnnd Kiesell vor den Bretternn beschut, darnach obenn zwerch vber mit starckenn holtzernn zugelegt, mit Moß verstopfft, vnnd darnach mit thonn vertempt, So hat der Meurer das gewelbe obenn beÿ dem vnnderstenn kastenn zugemauret, vnnd das Lichtloch dardurch obenaus mit steinenn gefurt, vnd seindt die zwo Rennenn eine vf den Bodenn des gewelbs
Das Fünfte Buch. und eine Tür oder einen Gang aus dem Kasten durch die alte Wand vor die Stöcke, die durch das mittlere Fass geht, gemacht, wodurch man jederzeit zu den drei Adern und Stöcken kommen und nachsehen kann.
Danach ist die Fassung quer hinüber gegenüber den drei Stöcken eingesetzt worden; sie hat acht Deicheln, unten mit Schwellen und oben mit Ringstücken, und ist in der Mitte auf beiden Seiten verriegelt, oben und unten mit starken Bohlen aus dem Grund so hoch, wie dieser Kasten oder diese Kammer ist, aufeinander zugesetzt und oben im Grund mit groben Steinen und Kiesel vor den Brettern beschüttet, danach oben quer hinüber mit starken Hölzern zugelegt, mit Moos verstopft und danach mit Ton verdämmt.
So hat der Maurer das Gewölbe oben bei dem untersten Kasten zugemauert und das Lichtloch dadurch nach oben hinaus mit Steinen geführt. Und die zwei Rennen sind, die eine auf den Boden des Gewölbes
Unsichere Lesungen
- Rinckhstenn — Wort unklar (Z. 9)
S. 423
Bl. 210rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. vnnd die annder Inn die höhe im gewelbe, durch das Maurenwergk gelegt vnnd verdeckt, Donnerstagk den 23.
Das Fünfte Buch. und die andere in die Höhe im Gewölbe, durch das Mauerwerk gelegt und abgedeckt worden. Donnerstag, den 23.
Julij zum sieg die Rennenn verdeckt, Inns gewelbe gelegt, vnnd zugemauret, Darnach zwischenn dem vnnterstenn kastenn vnd dem gewelbe, mit thon so hoch das gewelbe ist, wohl vertempt, darnebenn Inn den mittell neuenn kastenn oder kammernn fur den Röhrenn, so aus den dreÿenn stockenn gehenn, aus dem grunde mit grobenn Kies, bis ann die Rör gefult, darin vier kurtze Rörlein gesetzt, darin in Jeglicher ein Pflock gesteckt, das die Rörenn steiff stehenn bleibenn, darin das wasser aus dem grunde in die höhe steige, vnnd in den vndersten kastenn abfließe, obs nit gnug durch den grobenn Kies steigenn wolt, Nota:1[?] Der Rörenn zum abgannge des Saltzbrons.
Juli, die Rennen für das Sickerwasser abgedeckt, ins Gewölbe gelegt und zugemauert. Danach ist zwischen dem untersten Kasten und dem Gewölbe mit Ton so hoch, wie das Gewölbe ist, gut verdämmt worden. Daneben ist in dem mittleren neuen Kasten oder in der Kammer vor den Röhren, die aus den drei Stöcken gehen, aus dem Grund mit grobem Kies bis an die Röhre gefüllt worden; darin sind vier kurze Röhrchen gesetzt und in jedes ein Pflock gesteckt, damit die Röhren steif stehen bleiben und das Wasser aus dem Grund darin in die Höhe steige und in den untersten Kasten abfließe, falls es nicht genug durch den groben Kies steigen wollte.
Anmerkung zu den Röhren für den Abgang des Salzbrunnens:
Dieweil es aus dem grunde biß Inn die mitte der höhe gerings vmb den Saltzbronn mit thonn vertemmett, seindt die strebenn am alten eusserstenn fasse, abgethan vnnd heraus gezogenn,
Weil es aus dem Grund bis in die Mitte der Höhe ringsum den Salzbrunnen mit Ton verdämmt ist, sind die Streben am alten äußersten Fass abgetan und herausgezogen worden.
Unsichere Lesungen
- Nota: — Abkürzung, Lesung unsicher (Z. 17)
S. 424
Bl. 210vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. Das Bleÿer Pfannenn soltenn zur Proba zugericht werdenn wie zu Lunenburgk, Ist berathschlagt, das noch zur zeit darin zusiedenn nit muglich, darumb, das der etlicher zur Proba soltenn zugericht werdenn, vergeblich, vnnd dieweil vlgemts1[?] Hochgedachter vnnser gnediger Junger Herr darauf verharrett, ist solchs annzurichtenn bevohlenn, aber die Beamptenn zum Boden, habenn der halbenn schrifftlich bericht gethann, wie volgt, Dem Erbarnn vnnd achtparnn Jost Beckernn Saltzgrevenn zum Bodenn, vnnserm gutenn freunde, Mein gantz willig diennst zuuor, Besonnder guter freundt, Euer schreibenn, betreffenn die zurüstung der Bleÿernn Pfannenn zum Saltzsiedenn vf die Luneburger art, hab ich enndtpfanngenn, vnnd darauff nit vnnderlassenn, daruonn mit dem Renndtmeister vnnd Saltzwartenn alhier allerleÿ vnnderrede vnnd bedennckenn gehabt, vnnd nach dem wir alle dreÿ vnnsers gnedigenn furstenn vnnd herrnn bestes zuwerbenn, vnnd zuthun vnns pflichtigk vnnd
Das Fünfte Buch. Die bleiernen Pfannen sollten zur Probe hergerichtet werden wie zu Lüneburg. Es ist beratschlagt worden, dass es zur Zeit noch nicht möglich sei, darin zu sieden, und dass es vergeblich wäre, etliche davon zur Probe herrichten zu lassen. Und weil unser hochgenannter gnädiger junger Herr darauf beharrt, ist befohlen worden, es einzurichten; die Beamten zu Sooden aber haben deshalb schriftlich Bericht getan, wie folgt:
Dem ehrbaren und achtbaren Jost Becker, Salzgrafen zu Sooden, unserem guten Freund.
Meine ganz willigen Dienste zuvor, besonders guter Freund. Euer Schreiben, die Zurüstung der bleiernen Pfannen zum Salzsieden auf Lüneburger Art betreffend, habe ich empfangen und darauf nicht unterlassen, davon mit dem Rentmeister und dem Salzwart hier allerlei Unterredung und Bedenken zu haben. Und nachdem wir alle drei uns verpflichtet und
Unsichere Lesungen
- vlgemts — Abkürzung, wohl vielgemelts (Z. 6)
S. 425
Bl. 211rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. schuldigk erkennenn, Gebenn wir euch darauff vnnser einfeltigs bedennckenn, vnnd Rath, wie hernach volgtt.
Das Fünfte Buch. schuldig erkennen, unseres gnädigen Fürsten und Herrn Bestes zu werben und zu tun, geben wir Euch darauf unser einfältiges Bedenken und unseren Rat, wie hernach folgt.
Zum erstenn ist euch ohnn zweiuell wohl wissentlich, dieweil die Saltzsohle zu Lunebürgk, da die Bleÿer Pfannenn gebraucht werdenn, die aller reicheste Sohle ist, so mann hierumb weis, nicht viel oder lanng siedenns bedarff, vnnd wann sie gar gesotten, nicht sonnderlich grossenn abganng hat, so bleibenn die Pfannenn beÿnahe voll, helt vnnd erleidett das Bleÿ die hitze desto bas, Wann aber Saltz sohle in Bleÿernn Pfannenn lannge gesottenn werdenn soll, vnnd wann sie gar wordenn, kaum das achte oder neundte theil |:
Zum ersten ist Euch ohne Zweifel wohl bekannt: Weil die Salzsole zu Lüneburg, wo die bleiernen Pfannen gebraucht werden, die allerreichste Sole ist, die man hierum kennt, bedarf sie nicht vielen oder langen Siedens; und wenn sie ganz gesotten ist, hat sie keinen sonderlich großen Abgang, so dass die Pfannen beinahe voll bleiben und das Blei die Hitze desto besser hält und erträgt. Wenn aber Salzsole in bleiernen Pfannen lange gesotten werden soll und, wenn sie gar geworden ist, kaum das achte oder neunte Teil bleibt —
wie diese sohl alhie thut :| bleibt, Ist zubesorgenn, das Bleÿ könne die hitze, wann es vonn der feuchtung der Sohl enndtblosset, nit leidenn, vnnd werde verbrennenn, vnnd ob es gleich die hitze ertruege, wurde doch vonn der grosse solcher Pfannenn, gar ein klein theil, Jegenn der Luneberger Saltzmachung alhie vonn dieser Sohle, an Saltz gefallen, vonn einer Ingiessung oder vollen Pfannen,
wie diese Sole hier es tut —, so ist zu besorgen, dass das Blei die Hitze, wenn es der Feuchtigkeit der Sole entblößt ist, nicht ertragen kann und verbrennen wird. Und selbst wenn es die Hitze ertrüge, würde bei der Größe solcher Pfannen doch nur ein ganz kleiner Teil an Salz hier aus dieser Sole fallen, verglichen mit der Lüneburger Salzgewinnung, von einer Eingießung oder vollen Pfanne.
S. 426
Bl. 211vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. Zum anndernn, solt mann dann alle mahl mit der Rohenn Saltzsohl Innzugiessenn nachvolgenn, so lannge bis die Pfann garer sohl voll wurde vnn1[?] Saltzmachenn, so wurde abermahls die zeit vnnd hitze der Bleÿernn Pfannenn zu lanng vnnd schwere, vnnd wurde fast den gebrauch vnnd vncostenn, so wir alhie albereit habenn gewerenn2[?], mit siedenn, Saltzmachenn, vnnd anndernn, wo es nit schwerer wurde.
Das Fünfte Buch. Zum anderen: Sollte man dann jedesmal mit der rohen Salzsole nachgießen, so lange, bis die Pfanne voll garer Sole würde und Salz machte, so würden abermals die Zeit und die Hitze für die bleiernen Pfannen zu lang und zu schwer, und es würde den Aufwand und die Unkosten, die wir hier bereits mit Sieden, Salzmachen und anderem haben, fast erreichen, wo es nicht schwerer würde.
Zum drittenn, vnnd ob mann es damit alhie versuchen vnnd probiren wolte, so ist doch alhie vnnsers erachtenns kein Bodermeister oder sonnst der eigenntlich die tieffe, weite vnnd art der Luneburger Bleÿernn Pfannenn gesöde, ofenn, vnnd vffsetzung, weis annzustellenn, viel weniger wie mann die Pfannen geusset vnnd macht.
Zum dritten: Und selbst wenn man es hier versuchen und erproben wollte, so ist doch hier unseres Erachtens kein Bodemeister oder sonst jemand, der die Tiefe, Weite und Art der Lüneburger bleiernen Pfannen, der Gesöde, Öfen und Aufsetzung genau anzustellen wüsste, viel weniger, wie man die Pfannen gießt und macht.
Zum vierdtenn Will auch vonn nötenn sein zuwissen, ob mann auch einenn sonnderlichenn zusatz In die Bleÿernn Pfannenn brauche, das es wohl zu saltze gehe, dann mann zu den Eÿsernn Pfannenn, das
Zum vierten wird es auch nötig sein zu wissen, ob man auch einen besonderen Zusatz in den bleiernen Pfannen gebraucht, damit es gut zu Salz geht; denn bei den eisernen Pfannen wird das
Unsichere Lesungen
- vnn — Kürzel, wohl vnnd/zum (Z. 4)
- gewerenn — Lesung unsicher (Z. 8)
S. 427
Bl. 212rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. gebraucht, vnnd mannchmahl allerleÿ mittell braucht, wann es nit wohl soichenn1[?], vnnd sein saltz gebenn will.
Das Fünfte Buch. gebraucht, und man wendet manchmal allerlei Mittel an, wenn es nicht gut sieden und sein Salz geben will.
Vnnd wir achtenn es dauor, Wer es weitter dann zu Lunebürgk mit Bleÿernn Pfannenn zusiedenn, nützlichenn oder dienlichenn, Es wurdenns die vonn Hall vnnd Franckennhausen, die alle viell reicher Sohl habenn dann wir alhie zu Allenndorff, auch lanngst versucht vnnd gebraucht habenn, vnnd nicht die Eiserne Pfannenn wie Itzo habenn.
Und wir halten dafür: Wäre es weiter als zu Lüneburg nützlich oder dienlich, mit bleiernen Pfannen zu sieden, so hätten es die von Halle und Frankenhausen, die alle viel reichere Sole haben als wir hier zu Allendorf, längst versucht und gebraucht und hätten nicht die eisernen Pfannen wie jetzt.
Damit aber vnnser gnediger furst vnnd herr nit[?] meine mann wolle gutenn rath nit volgenn, so wollenn wir gernn als viel wir verstehenn vnnd können darzu helffenn vnnd dienenn, vnnd achtenn vor das beste, das solch versuchenn oder Probewergk der Bleÿernn Pfannenn, durch einenn verstenndigenn der gelegennheit der Pfannenn, gesöde vnnd anders zu Lunebürgk weiste, vnnd könnte mann darzu einenn Luneburger Saltzknecht habenn, Wer vnsers erachtenns der beste, dennselbigenn herzubringenn, Wustenn wir dieser zeit her Johann
Damit aber unser gnädiger Fürst und Herr nicht meine, man wolle gutem Rat nicht folgen, so wollen wir gern, soviel wir verstehen und können, dazu helfen und dienen. Und wir halten es für das Beste, dass ein solcher Versuch oder ein Probewerk mit den bleiernen Pfannen durch einen Verständigen geschehe, der die Beschaffenheit der Pfannen, der Gesöde und anderes zu Lüneburg kennt. Und könnte man dazu einen Lüneburger Salzknecht haben, so wäre das unseres Erachtens das Beste, ihn herzubringen. Wir wüssten, dass zu dieser Zeit Herr Johann
Unsichere Lesungen
- soichenn — Lesung unsicher (Z. 3)
- nit meine — mit/nit, Satzbau unklar (Z. 12) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
S. 428
Bl. 212vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. Norderkenn1[?], welcher auch dieses Saltzwercks gelegenheit weis, vnnd solchs beÿ dem Luneburgischenn Cantzlar oder anndernn freundenn am bestenn erlanngenn, vnnd zuwegenn bringenn, vnnd wan mann dann den habenn könte, das dann solch Probwerck zu Cassell oder sonnst an einem gelegenen orte, ausserhalb Allenndorff, anngestalt vnnd gemacht wurde, Konnte mann aber der Luneburgischenn Saltzknechte keinen bekommenn |:
Das Fünfte Buch. Nordeck, der auch die Beschaffenheit dieses Salzwerks kennt, dies beim Lüneburger Kanzler oder anderen Freunden am besten erlangen und zuwege bringen könnte. Und wenn man den dann haben könnte, dass dann ein solches Probewerk zu Kassel oder sonst an einem gelegenen Ort außerhalb Allendorfs angestellt und gemacht würde. Könnte man aber keinen der Lüneburger Salzknechte bekommen —
dann mann lesset sie nit baldt anders wohin ziehenn :| So könnte doch der Norderk2[?] wohl bericht geben, vnd wir anndernn auch, als viel wir verstehen, darzu helffenn, vnnd solchs werck zu Cassell oder sonnst in einem gelegenenn hause, annzustellenn, vnnd wann es fertigk, vonn hie dann die Sohl zuwasser oder wagenn, als viel vonnötenn, dahin zuuerschaffen, vnnd zuuersuchenn, Ist es dann dienlich vnd Rathsamb, dieser Bodermeister einenn darzu zugebrauche, so woltenn wir mitler zeit, nach einem der verschwügenn wer, trachten.
denn man lässt sie nicht leicht anderswohin ziehen —, so könnte doch Nordeck wohl Bericht geben, und wir anderen könnten auch, soviel wir verstehen, dazu helfen, dieses Werk zu Kassel oder sonst in einem gelegenen Haus anzustellen; und wenn es fertig ist, die Sole von hier zu Wasser oder mit Wagen, soviel nötig, dorthin zu schaffen und es zu versuchen. Ist es dann dienlich und ratsam, einen dieser Bodemeister dazu zu gebrauchen, so wollten wir inzwischen nach einem trachten, der verschwiegen wäre.
Unsichere Lesungen
- Norderkenn — Name, oder Vorderkenn (Z. 2)
- Norderk — Name, oder Vorderk (Z. 12)
S. 429
Bl. 213rBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. dann mann diese sachenn der Bleÿernn Pfannenn anfiennge, das mann zuuor der Luneburger Saltzsohl, ein halbe mas alhier durch einenn geschicktenn Boder holenn liessenn, der alhanndt absehe vnnd achtung hette, wie sie das saltz daselbst machenn, vnd wie die Pfannenn, vnnd gesöde gemacht werenn, So könnte mann damit probiren, wie gut die Luneburger Sohl Jegenn der vnnsernn ist, vnnd das werck nach bericht des hingeschicktenn, desto bas annstellenn, dann so mann nicht ebenn die grösse vnd artt Jener Pfannenn vnnd siedenns weiß, So ist doch der vnkostenn Jenem nachzurechenn falsch, Das habenn wir also alle dreÿ vf euer schreibenn, für vnnser einfeltigs bedennckenn vnnd gut meinunge, weitter dasselbig wann es vonnötenn, vnnsern gnedigenn herrnn besser vnnd verstenndtlichen daruon zuberichtenn, dann wie es geschriebenn, zur wieder antwort nicht wollen verhalten, vnd seindt euch sonnst freundtlich zudienenn ganntz willigk, Datum Soden den 23 Februarij Anno 52.
Das Fünfte Buch. man diese Sache mit den bleiernen Pfannen anfinge, dass man zuvor von der Lüneburger Salzsole ein halbes Maß hierher durch einen geschickten Boder holen ließe, der alsbald darauf achtgäbe und sähe, wie sie das Salz dort machen und wie die Pfannen und Gesöde gemacht sind. So könnte man damit erproben, wie gut die Lüneburger Sole im Vergleich zu der unsrigen ist, und das Werk nach dem Bericht des Hingeschickten desto besser anstellen. Denn wenn man nicht genau die Größe und Art jener Pfannen und jenes Siedens kennt, so ist doch die Berechnung der Unkosten nach jenem Vorbild falsch.
Das haben wir alle drei auf Euer Schreiben hin als unser einfältiges Bedenken und unsere gute Meinung — mit dem Vorbehalt, unserem gnädigen Herrn, wenn es nötig ist, besser und verständlicher davon zu berichten, als es geschrieben ist — zur Antwort nicht verhalten wollen; und sind Euch sonst freundlich zu dienen ganz willig. Gegeben zu Sooden, den 23. Februar Anno 52.
Valtin Schuldt Saltzgreue, sampt dem Renndtmeister vnd Saltzwarten zum Soden,
Valtin Schuldt, Salzgraf, samt dem Rentmeister und Salzwart zu Sooden.
S. 430
Bl. 213vBd. 25. Buch · Das Bautagebuch 1550/51Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch. Diese wochenn Vincula Petri Inn der nebenn Renn, darin der siegk so vnnter Jorgenn Gilen Bodt herfleust Ins gewelbe, Ist ein ausganng gemacht, dem viertenn kastenn gleich vber dem vnnderstenn kastenn, also das mann im vierdtenn kastenn, alles was er1 Sÿhenn, vnnd durch solchenn abganng Ins gewelbe weisenn kann, Damit wann mann im vnnderstenn funfftenn kastenn etwas zubesehenn oder zumachenn hette, das mann solchs sonnder verhinderung des wassers trockenn thun möge, Aus dem Saltzbronn ist ein abganng in den vndersten kastenn mit einer Röhrenn gefurt, vnnd die Renne so zu Jart2[?] zum ausganngk in derselben höhe in anndernn fas gelegt, wieder beÿ gethann, vnnd das Loch am fasse darzu gemacht, verspondt.
Das Fünfte Buch. Diese Woche Vincula Petri ist in der Nebenrenne, in der das Sickerwasser, das unter Jörg Gilles Bothe herfließt, ins Gewölbe läuft, ein Ausgang gemacht worden, dem vierten Kasten gleich über dem untersten Kasten — so dass man im vierten Kasten alles, was er sammelt, durch diesen Abgang ins Gewölbe weisen kann. Damit man, wenn man im untersten, fünften Kasten etwas zu besehen oder zu machen hätte, dies ohne Behinderung durch das Wasser trocken tun kann.
Aus dem Salzbrunnen ist ein Abgang mit einer Röhre in den untersten Kasten geführt worden, und die Renne, die im vorigen Jahr zum Ausgang in derselben Höhe im anderen Fass gelegt worden war, ist wieder beseitigt und das Loch am Fass dafür verspundet worden.
Vorige vnnd Itzige wochenn, Ist zugestemmet vnd gefült, das Loch zum Innganngk des gewelbs vollenntt mit steinenn Inn die höhe gefurt.
Vorige und diese Woche ist zugedämmt und gefüllt und das Loch zum Eingang des Gewölbes vollends mit Steinen in die Höhe geführt worden.
So hat der zimmermann den Trogk in funfftenn kastenn tieffer zusenckenn gearbeit.
So hat der Zimmermann daran gearbeitet, den Trog im fünften Kasten tiefer einzusenken.
Unsichere Lesungen
- was er — wohl wasser (Z. 6)
- zu Jart — Lesung unsicher (Z. 14)