Salzbibel · Lesetext · 5. Buch
Das fünfte Buch · S. 66
Geyselers Denkschrift von 1489 · S. 66 · Bl. 31v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Geyselers Denkschrift von 1489
S. 49–102 · Bl. 23r–49v · Bd. 2 · Zeitleiste: 5. Buch
S. 66
Bl. 31vBd. 25. Buch · Geyselers Denkschrift von 1489Faksimile (ORKA)Das fünffte Buch
Fortsetzung von der vorigen Seiteetlichenn enndenn zu grunde vf den gries, vnnd man fanndt Moß gelegt zwischenn dem thon vnnd griesse /
… an etlichen Enden bis auf den Grund, auf den Kies, und man fand Moos gelegt zwischen dem Ton und dem Kies;
vnnd die anndernn mochtenn wohl leidenn, das man die last der sohle abermals ausösete.
und die anderen hätten es wohl leiden mögen, dass man die Last der Sole abermals ausöste.
So aber die Söder das bier ausgetrunckenn verschleich sich einer nach dem anndernn vonn der arbeit zu den Badestubenn / vnnd also nam der Born wieder den Oberhanndt,
Als aber die Sieder das Bier ausgetrunken hatten, verschlich sich einer nach dem anderen von der Arbeit zu den Badestuben, und so gewann der Brunnen wieder die Oberhand,
vnd was da vom volcke ann der arbeit bliebe, wardt auch baldt müde vnnd verlassenn, so das nach Mittage kein vleis1 mehr gethann wardt, mit Ösenn oder saubernn,
und was vom Volk noch bei der Arbeit blieb, wurde auch bald müde und ließ ab, so dass nach Mittag kein Fleiß mehr auf das Ösen oder Säubern verwendet wurde.
Es mocht wohl die sache sein, das niemanndt vonn den öberstenn Pfennernn, da zur Zeit ein vffsehenn hatt, der das volck hett anngesprochenn / vnnd Ösenn vermanet,
Es mochte wohl daran liegen, dass niemand von den obersten Pfännern da war, der zu der Zeit ein Aufsehen [die Aufsicht] hatte, der das Volk angesprochen und zum Ösen ermahnt hätte.
Demnach geschach des Mittages ein nuzliche arbeit, das der Meister die newenn annfing, mit den vierzehen Eymern /
Demnach geschah am Mittag doch eine nützliche Arbeit, indem der Meister die neuen [Gezeuge] anfing, mit den vierzehn Eimern.
Darnach vf Sonntage omnes gentes, war Sanct Jacobs tage, wardt geordnet vnnd bestalt, das die Söder siedenn soltenn, vnnd in derselbenn wochennLäuft auf der nächsten Seite weiter
Danach, am Sonntag ‚Omnes gentes‘, der der Sankt-Jakobs-Tag war [25. Juli], wurde angeordnet und bestellt, dass die Sieder sieden sollten, und in derselben Woche
Unsichere Lesungen
- kein vleis — 'vleis' (Fleiß) nicht ganz sicher; erster Buchstabe des Zeilenanfangs 'kein' mit Strich, wohl Zierstrich
- [gestrichen: bothenn] — Das gestrichene Wort ist unsicher zu lesen (bothenn/bethenn); Strich könnte auch Zierstrich durch th sein, dann wäre 'die newenn bothenn' (die neuen Bütten/Böden) zu halten (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)