Zum Inhalt
salzbibel.deForschungsprojekt
Darstellung
Darstellung
Schriftgröße
Zeilenabstand
Farben
Kontrast
Bewegung
Schriftart

Alle Einstellungen mit Erläuterung

Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix

Der vierte Appendix · S. 731–740

Vorrede und Instruktion vom 28. Juni 1568 · S. 731–740 · Bl. 364r–368v · Band 2

Ansicht
Seiten am Stück

Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Vorrede und Instruktion vom 28. Juni 1568

S. 727–732 · Bl. 362r–364v · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix

S. 731

Bl. 364rBd. 24. Appendix · Vorrede und Instruktion vom 28. Juni 1568Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix.

1

Der Vierdt Appendix. wie die Sohle gefast sey, desgleichenn wie mann an einem Jedenn ort seudet, vnnd was sie für vortheil, das saltz außzubringenn habenn, vnnd wie sie es allennthalbenn mit Irem Saltzwerck halttenn, auch was Jedes orts für künste vnnd vortheil vfgericht, damit mann die Sohle lanngt, vnd das wilde wasser abweiset, Ferner soll er sonnderlich bey gutenn leütenn erforschenn, mit was vortheil annfengklich die Bronnenn seindt erbauet wordenn, vnnd wie sichs im selbenn bauenn allennthalbenn hab anngelassenn, Vnnd was sonnstenn dieser vnnd dergleichenn dinge mehr, so zuerkündigenn vnnd zumerckenn von notenn, vnnd würdigk sein werdenn, denselbigen bestes vleißes nachforschenn, vnnd vns vonn dem allenn zu seiner wiederkunfft Relation thun, Signatum Cassell den 28. Junij Anno Domini 1568. Wilhelm L. zu Hessenn. Es soll sich auch Rhenanus genn Bremenn verfügen,

Der Vierte Appendix. wie die Sole gefasst ist, desgleichen wie man an jedem Ort siedet und welche Vorteile sie haben, das Salz auszubringen, und wie sie es allenthalben mit ihrem Salzwerk halten, auch was an jedem Ort für Künste und Vorrichtungen errichtet sind, mit denen man die Sole holt und das wilde Wasser abweist.

Ferner soll er besonders bei guten Leuten erforschen, mit welchen Mitteln anfänglich die Brunnen erbaut worden sind und wie es sich bei diesem Bauen allenthalben angelassen hat. Und was sonst dieser und dergleichen Dinge mehr zu erkunden und zu merken nötig und würdig sein werden, dem soll er mit bestem Fleiß nachforschen und uns von allem bei seiner Rückkehr Bericht erstatten.

Unterzeichnet zu Kassel, den 28. Juni Anno Domini 1568. Wilhelm, Landgraf zu Hessen.

Es soll sich Rhenanus auch nach Bremen verfügen

S. 732

Bl. 364vBd. 24. Appendix · Vorrede und Instruktion vom 28. Juni 1568Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

Der Vierdt Appendix vnnd sich aller gelegennheit des Poys1 erkündigen, ob derselbige in der grosse mennge zubekommenn, vnnd wie theur vngeuerlichenn ein Tonna, auch mit was vortheil derselbige heraüff zubringenn, Heinrich Hesbergk sst.2

Der Vierte Appendix. und sich über alle Umstände des Bois erkundigen, ob dieser in großer Menge zu bekommen ist und wie teuer ungefähr eine Tonne, auch mit welchen Mitteln er heraufzubringen wäre. Heinrich Hesberg, selbst.

Unsichere Lesungen

  1. Poys — Salzsorte, Lesung unsicher (Z. 1)
  2. Hesbergk sst. — Unterschrift mit Paraphe (Z. 6)

Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen

S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix

S. 733

Bl. 365rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

Der Vierdt Appendix Sunderßhausenn Nach empfahung Itzt gedachter Credentz Hab mich vfgemacht, bin nach Sunderßhausenn gezogenn, vnnd daselbst in die Sunderßhausische Canntzley ein werbenn vnnd annzeigenn lassenn, auch als baldt zur anntwort bekommenn, das der Secretarius meine Jegennwertigkeit, seinen gnedigenn herrenn, derenn nur Graff Hanns Günter vnnd Graf Albrecht, so zur stette warenn, vermeldenn wolte, vnnd mich weitters beanttworttenn. Kurtzlich darnach, bin ich vf die Canntzley gefordert wordenn, vnnd habe mich nach anweisung meyner Instruction vnderthenigklich verhaltenn, nach beschehener vnnd gethaner werbunge habenn mir die Rethe durch den Secretarium als baldt in Jegennwertigkeit zur anntwort gebenn, Sie woltenn die versiegeltenn Credentz Irenn gnedigen Herrenn zubringenn, Mein werbung eroffnenn, vnd

Der Vierte Appendix. Sondershausen. Nach Empfang des eben genannten Beglaubigungsschreibens habe ich mich aufgemacht und bin nach Sondershausen gezogen und habe dort in der Sondershäuser Kanzlei mein Anliegen vorbringen und anzeigen lassen. Ich bekam auch sogleich zur Antwort, der Sekretär wolle meine Anwesenheit seinen gnädigen Herren — deren nur Graf Hans Günther und Graf Albrecht zur Stelle waren — vermelden und mir weiter Bescheid geben.

Kurz darauf bin ich in die Kanzlei gefordert worden und habe mich nach Anweisung meiner Instruktion untertänig verhalten. Nach vollzogener Werbung haben mir die Räte durch den Sekretär sogleich in Gegenwart zur Antwort gegeben, sie wollten das versiegelte Beglaubigungsschreiben ihren gnädigen Herren bringen, mein Anliegen eröffnen und

S. 734

Bl. 365vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix.

1

Der Vierdt Appendix. was sich wohlgedachte Ire gnedige Herrenn daraüf erkleretenn, mich nach kurtzer weile in die Herbrige weisenn lassenn, vnnd seindt als baldt die Rethe aus der Canntzley zu wohlgedachtenn Grafenn Irenn gnedigenn Herrenn ganngenn, Esselbigenn1 abendts hat mir der Secretarius der Canntzleyschreiber einenn zugeschickt, vnnd das ich in das Schlos zu den Rethenn vnnd Ime kommenn wolte begeret, als ich aber Ins Schlos kommenn Hat der Secretarius mir vonn wegenn ser2 gnedigenn Herrenn, in beysein der Rethe endtdeckt, das Ire gnedige Herrenn, die Credentz vnnd werbüng enndtpfanngenn, anngenommenn vnd selbst verlesenn. Vnnd ob schonn bedennklich were, einem Jedenn bey die geheimnus Ires Saltzwercks zulassenn, So sein sie doch nit allein in dem, Sonndernn auch in einem mehrenn vnnd grösserm Irenn gnedigenn Herrnn, dem Lanndtgrauenn zu Hessenn, zu wilfahrenn geneigt. Mit dem weitternn annhanngk, das auch als

Der Vierte Appendix. mich nach kurzer Weile in die Herberge weisen lassen, was ihre wohlgenannten gnädigen Herren sich daraufhin erklärten. Und die Räte sind sogleich aus der Kanzlei zu den genannten Grafen, ihren gnädigen Herren, gegangen.

Desselben Abends hat mir der Sekretär einen der Kanzleischreiber geschickt und begehrt, dass ich ins Schloss zu den Räten und zu ihm kommen wolle. Als ich aber ins Schloss kam, hat mir der Sekretär von wegen seiner gnädigen Herren in Beisein der Räte eröffnet, dass ihre gnädigen Herren das Beglaubigungsschreiben und die Werbung empfangen, angenommen und selbst gelesen hätten. Und obwohl es bedenklich wäre, einen jeden in das Geheimnis ihres Salzwerks zu lassen, so seien sie doch nicht allein hierin, sondern auch in Größerem geneigt, ihrem gnädigen Herrn, dem Landgrafen zu Hessen, zu willfahren — mit dem weiteren Zusatz, dass sie auch so-

Unsichere Lesungen

  1. Esselbigenn — wohl Desselbigenn, Initiale (Z. 6)
  2. ser — vielleicht Irer, Anfang undeutlich (Z. 11)

S. 735

Bl. 366rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix.

1

baldt die Grauenn ann Ire Beamptenn geschriebenn vnnd beuohlenn, das mich dieselbigenn aller gelegennheit, vnnd wie es im grundt, vnnd alle sachenn Ires Saltzwergks gelegenn, gruntlich vf mein weitters begerenn in allenn Punctenn berichtenn soltenn, Vff solche anntwort hab ich geburlich gedannckt, vnd mich erbottenn, das ich derenn bey Meinem gl. f. vnnd herrnn, mit ruhm wolte eindenck sein, ohnn allenn zweiuell glaubenndt, es werdenn solchs Ifgl. auch mit sonndernn gnadenn vfnehmen/ Als ich nun den schrifftlichenn Beuelch ann die Beamptenn zu Franckennhausenn zu mir genommenn, habenn die Rethe mir anngezeigt, das Ire gnedige Herrenn beuohlenn, das ich zu Hoff bleibenn, vnnd mit Inenn den Herrnn Rethenn zu nacht essenn solte. Wie denn auch beschehenn, vnnd dieweil ebenn dar selbenn stundt einer aus Graff Gunthers Rethenn Doctor Johann Bayr1[?] ein gebornner Francke, welcher auch Pfenner

gleich an ihre Beamten geschrieben und befohlen hätten, dass diese mich über alle Umstände und darüber, wie es im Grunde und mit allen Sachen ihres Salzwerks bestellt sei, auf mein weiteres Begehren in allen Punkten gründlich berichten sollten.

Auf diese Antwort habe ich gebührend gedankt und mich erboten, dessen bei meinem gnädigen Fürsten und Herrn rühmend eingedenk zu sein, ohne allen Zweifel glaubend, Seine Fürstlichen Gnaden würden dies auch mit besonderen Gnaden aufnehmen.

Als ich nun den schriftlichen Befehl an die Beamten zu Frankenhausen zu mir genommen hatte, haben mir die Räte angezeigt, dass ihre gnädigen Herren befohlen hätten, ich solle bei Hofe bleiben und mit ihnen, den Herren Räten, zu Nacht essen; wie es denn auch geschehen ist. Und weil eben zu dieser Stunde einer aus Graf Günthers Räten, Doktor Johann Bayr, ein geborener Franke, der auch Pfänner

Unsichere Lesungen

  1. Bayr — Familienname, Lesung unsicher (Z. 19)

S. 736

Bl. 366vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

in Franckennhausenn ist, zu hof annkommenn, ist derselbige gleicher gestalt auch zutisch gefordert wordenn, vnnd hat sich derselbige sehr freundtlich, gleich wie die anndernn Rethe aller, Iegenn mir mit gutem gescherze eingelassenn, vnnd zwar in allem sich sehr gutwilligk erzeigt, Innsonderheit hat der Doctor, als ich denn vmb die annkunfft des Saltzwergks gefragt, anngezeigtt, das vom eltister annkunfft desselbigenn mann in keiner archiuen etwas fundt, da doch allenthalb erschiene, das es ein sehr alt Saltzwergk sein muste, aber zur zeit Henrici quarti des Kaisers sey eine donation ann das Kloster Rotherbach1[?], welchs Izt den vom Northausenn zustenndigk, darin das datum stehe, mit diesenn Wortenn, datum N. in monte Confusionis, Volgennts sey das Saltzwergk, Stadt vnnd ampt Franckenhausenn der Grauenn zu Bichlingenn, bis so lange die Schwartzburgk dieselbigenn ann sich erkaufft, gewesenn, So finde mann auch ein Vertragk

Der Vierte Appendix. in Frankenhausen ist, bei Hofe eingetroffen war, ist dieser gleichermaßen auch zu Tisch gefordert worden. Und er hat sich, wie die anderen Räte alle, sehr freundlich und mit gutem Scherz mit mir eingelassen und sich in allem sehr gutwillig erzeigt.

Insbesondere hat der Doktor, als ich nach der Entstehung des Salzwerks fragte, angezeigt, dass man über dessen älteste Entstehung in keinem Archiv etwas finde, obwohl doch überall erscheine, dass es ein sehr altes Salzwerk sein müsse. Aber zur Zeit Kaiser Heinrichs IV. sei eine Schenkung an das Kloster Rotherbach — das jetzt denen von Nordhausen zusteht — ergangen, worin das Datum mit diesen Worten stehe: „gegeben zu N. auf dem Berg der Verwirrung“.

Sodann sei das Salzwerk, die Stadt und das Amt Frankenhausen der Grafen zu Beichlingen gewesen, bis die Schwarzburger sie an sich gekauft haben. So finde man auch einen Vertrag

Unsichere Lesungen

  1. Rotherbach — Klostername, Lesung unsicher (Z. 13)

S. 737

Bl. 367rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix.

1

zwischenn den Lanndtgrauenn zu Duringenn vnnd Grauenn zu Schwartzburgk datiret Anno 1312. darinnenn allerley anngezeigt, wie es darmitt gehaltenn solle werdenn, tractiret seyenn, aber nicht gehaltenn wordenn, Vber das so sey das eltiste Monument, damit zubescheinenn, das Franckenhausenn ein sehr alt Saltzwerck sein muste, dieweil die vonn Franckennhausenn ein Innsiegell gehabt, damit sie wohl fur funffhundert Jaren gesiegelt, darein Saltzknecht |: welchenn sie einen Nappenn1[?] knecht nennenn :| stehe, welcher zwen eimer mit Sohlenn trage, Es hat mich auch Iztgedachter Doctor berichttet, das er in seiner peregrination sey zu Salin, Dauonn sich der Königk vonn Hispanienn pflegt ein Grauenn zu nennen, gewesenn, da sey der Saltzbronn in ein gros gewaltiges rundes gewelb, vnnter welchem gewelb wol das gantze Schlos Sundershausenn sich verbergenn möchte, gebauenn, sey sehr tieff im grunde, vnnd steige mann vmb vnnd vmb, bis

Der Vierte Appendix. zwischen den Landgrafen zu Thüringen und den Grafen zu Schwarzburg, datiert Anno 1312, worin allerlei angezeigt und verhandelt ist, wie es damit gehalten werden solle; das sei aber nicht eingehalten worden.

Darüber hinaus sei das älteste Denkmal, mit dem zu belegen ist, dass Frankenhausen ein sehr altes Salzwerk sein muss, dies: dass die von Frankenhausen ein Siegel gehabt haben, mit dem sie wohl vor fünfhundert Jahren gesiegelt haben, worin ein Salzknecht — den sie einen Nappenknecht nennen — steht, der zwei Eimer mit Sole trägt.

Es hat mich auch der genannte Doktor berichtet, dass er auf seiner Reise zu Salins gewesen sei, wovon sich der König von Spanien einen Grafen zu nennen pflegt. Da sei der Salzbrunnen in ein großes gewaltiges rundes Gewölbe gebaut, unter dem sich wohl das ganze Schloss Sondershausen verbergen könnte; er sei sehr tief im Grund, und man steige ringsherum bis

Unsichere Lesungen

  1. Nappenn — Anfangsbuchstabe N oder R (Z. 11)

S. 738

Bl. 367vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

hinunter auff zum grunde, auf treppenn, Welche anngelegt sein, gleich wie vor zeit Amphiteatra gewesenn, im grundt vnd auf den vndersten Basenn, aber sey die Sohlenn vnnd wiltwasser dermassenn mit geschickligkeit vnnd Kunst ein Jede ader besonnders gefasset, das mann eigenntlich die sehenn konne, wie sie bis Inn Ire besonndere deuchell fliessenn vnnd geschepfft werden, Es habenn auch die anndernn Rethe, ein Jeder das seine darzugeredt, seindt dem doctori in erzelung der annkunfft des Franckennheusisch Saltzwergks zugetrettenn, vnnd habenn also dieses abenndts vber tische zwo stunden hiermit zubracht, Franckennhausenn. Volgennts Morgenns frue, Bin ich vffgewesenn, vnnd den Schwartzburgischenn Baumeister Bernt Pfeyfer, welcher vergangenes abendts

Der Vierte Appendix. hinunter auf den Grund, und zwar auf Treppen, die so angelegt sind, wie vorzeiten die Amphitheater gewesen sind. Im Grund und auf den untersten Stufen aber seien die Sole und das wilde Wasser dermaßen geschickt und kunstvoll — jede Ader für sich — gefasst, dass man genau sehen könne, wie sie bis in ihre besonderen Deicheln fließen und geschöpft werden.

Es haben auch die anderen Räte, ein jeder das Seine dazu gesagt und sind dem Doktor in der Erzählung von der Entstehung des Frankenhäuser Salzwerks beigetreten; und so haben wir an diesem Abend zwei Stunden bei Tisch damit zugebracht.

Frankenhausen. Sodann bin ich morgens früh aufgestanden und habe den Schwarzburger Baumeister Bernt Pfeifer, der am vergangenen Abend

S. 739

Bl. 368rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

vber disch beuelch enndtpfingk1[?], mit mir furt zureisenn, aufwarthenn lassenn, vnnd habenn wir beide furt geeylet, also das wir zeitlich frue zu Franckennhausenn einkommenn, Vnnter wegenn hat gedachter Baumeister, welcher mit mir vf dem wagenn gesessenn, mancherley rede gehapt, vonn Saltzwerckenn, Bergkwergken, vnnd Bausachenn, Sonnderlich vom Saltzwergk zu Aulebenn, vnnd meister Hannsenn Wetzelnn, Habe aber annderst nicht gespuret, denn das er vnnd meniglich Meister Hannsenn noch wohl gewogen, vnnd dem aufkommenn gedachts Saltzwergks nit viel zuschreibenn, Solchs geschwetze hat geweret, bis wir zum Kloster Gellingenn so des Abts zu Hirsfeldt ist, kommenn seindt. Daselbst habenn die Grauenn vonn Schwartzburgk ein grossenn deich, stet voller Rors, hat mir der Baumeister anngezeigt, das aus den Ror, so in demselbigenn deich vnnd anndern wechst, seine Gnedige Herrenn die Grauenn zu Schwartzburgk, Jerlich

Der Vierte Appendix. bei Tisch Befehl empfangen hatte, mit mir weiterzureisen, aufwarten lassen; und wir beide haben geeilt, so dass wir zeitig früh in Frankenhausen eintrafen.

Unterwegs hat der genannte Baumeister, der mit mir auf dem Wagen saß, mancherlei Reden über Salzwerke, Bergwerke und Bausachen geführt, besonders über das Salzwerk zu Auleben und Meister Hans Wetzel. Ich habe aber nichts anderes gespürt, als dass er und jedermann Meister Hans noch wohlgesinnt sind und dem Aufkommen dieses Salzwerks nicht viel zuschreiben.

Dieses Gespräch hat gewährt, bis wir zum Kloster Göllingen gekommen sind, das dem Abt zu Hersfeld gehört. Dort haben die Grafen von Schwarzburg einen großen Teich, ganz voller Rohr; der Baumeister hat mir angezeigt, dass seine gnädigen Herren, die Grafen zu Schwarzburg, aus dem Rohr, das in diesem und in anderen Teichen wächst, jährlich

Unsichere Lesungen

  1. enndtpfingk — Buchstabenfolge unklar, wohl entpfing (Z. 1)

S. 740

Bl. 368vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

zu gemeinenn Jarenn, vber siebenn hundert gulden lösenn konnenn, So habenn auch sonnst seine gnedige herrenn die Grauenn zu Schwartzburgk stetigs funff wagenn geschir, welche nichts dann holtz in seulenn kaufft zu Marckt fuhrenn, dauonn sie dann ein zimblichenn stattlichenn gewinst einnehmen, Vnnder des sein wir zum Stollenn kommenn, dadurch vonn alters die Wipper, welche die Kunst zu Franckennhausenn treibt, mit grossenn vncostenn geleitet wordenn, seindt abgestiegenn, vnnd hat mir der Baumeister alle gelegennheit gezeigt, vnnd berichttet das der Stollenn vonn einem mundtloch zum andern sey lanng — Ein hundert zwanntzigk rutenn, vnd am hochstenn ort tieff zwanntzigk vier Ehlenn, sonst ist die art des bergs eyttell leymenn, ist sehr vnformlich gebauet, hat viel leuchtschachtenn, derenn einer oder zwenn dem Berge gleich obenn ausgefurt, also das leichtlich in vnstetiger Winter zeit dem Saltzwergk durch eingang des Stollenn, grosser schadenn begegenenn kann, Wie dann auch

Der Vierte Appendix. in gewöhnlichen Jahren über siebenhundert Gulden lösen können. So haben auch sonst seine gnädigen Herren, die Grafen zu Schwarzburg, ständig fünf Wagengespanne, die nichts als Holz in Säulen gekauft zu Markte fahren; davon nehmen sie dann einen ziemlich stattlichen Gewinn ein.

Unterdessen sind wir zum Stollen gekommen, durch den von alters her die Wipper, die die Kunst zu Frankenhausen treibt, mit großen Unkosten geleitet worden ist. Wir sind abgestiegen, und der Baumeister hat mir alle Umstände gezeigt und berichtet, dass der Stollen von einem Mundloch zum anderen 120 Ruten lang und am höchsten Ort 24 Ellen tief sei. Sonst ist die Art des Berges lauter Lehm; er ist sehr unförmlich gebaut und hat viele Lichtschächte, deren einer oder zwei dem Berg gleich oben ausgeführt sind, so dass in unbeständiger Winterzeit dem Salzwerk durch den Eingang des Stollens leicht großer Schaden entstehen kann, wie denn auch

Einstellungen auf diesem Gerät speichern?

Damit die gewählte Darstellung beim nächsten Besuch erhalten bleibt, würde ein einzelner Eintrag im lokalen Speicher des Browsers (localStorage) abgelegt. Das ist kein Cookie, und der Eintrag verlässt das Gerät nicht.