Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 741–750
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 741–750 · Bl. 369r–373v · Band 2
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Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
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Bl. 369rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
vnnlanngst beschehenn, das der Schacht einer daselbst, vom schnee eingangenn vnnd mann den ganntzenn wintter hat still halttenn mussenn, Als aber wir in die Stadt kommenn, ist der Baumeister im Schlos eingezogenn, meine Jegennwertigkeit den Beuelchabernn vermeldet, welche dann in einer stunde zusammenn kommenn, mich zu sich erfordert, Credenntz vnnd werbung anngenommenn vnnd gehöret, vnnd darauf sich mit aller gutwilligkeit ganntz freundtlich vernehmenn lassenn, sich auch genntzlich erbottenn, das mir im geringstenn, auf mein fragenn vnnd begerenn, nichts verhalten werdenn solte, mit vnderthenniger erbietung, das nit allein in solchemm, sonndernn nach Irem mehrem Ires vermugenns sie geneigt wehrenn Meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn zu wilfahrenn, darauf ich wie geburlich gedannckt, Als baldt hab ich meinem einem diener den Probirdeuchte1[?] lassenn zustellenn, die Sohlenn holenn, nach essenn probiren, vnnd hundert zwey lot am gewicht
es unlängst geschehen ist, dass einer der Schächte dort vom Schnee verschüttet wurde und man den ganzen Winter hat stillhalten müssen.
Als wir aber in die Stadt kamen, ist der Baumeister ins Schloss gegangen und hat meine Anwesenheit den Befehlshabern vermeldet. Diese sind dann innerhalb einer Stunde zusammengekommen, haben mich zu sich gefordert, das Beglaubigungsschreiben und die Werbung angenommen und angehört und haben sich darauf mit aller Gutwilligkeit ganz freundlich vernehmen lassen. Sie haben sich auch gänzlich erboten, dass mir auf mein Fragen und Begehren nicht das Geringste vorenthalten werden solle, mit untertäniger Erbietung, dass sie nicht allein hierin, sondern nach ihrem ganzen Vermögen geneigt wären, meinem gnädigen Fürsten und Herrn zu willfahren; worauf ich gebührend gedankt habe.
Sogleich habe ich einem meiner Diener das Probiergerät zustellen, die Sole holen und nach dem Essen proben lassen und hundertzwei Lot am Gewicht
Unsichere Lesungen
- deuchte — Wortende des Probiergeraets unklar (Z. 19)
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Bl. 369vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
der rohenn Sohlenn, Sechtzehenn Loth aber am gehalt, grundtlich rein geleuttert Saltz befunden, vnnd dieweil ebenn als baldt Sohlenn vom Auleben auch bey der hanndt gewesenn, Habe dieselbige Ich auch probirt, vnnd nicht mehr als zwey loth annderthalbe quenten, wie dann auch fur dieser zeit befundenn, Nach beschener Proba hab ich begeret, das mann mich zum Bronnenn vnnd Kunstenn, wolte kommenn lassenn, seindt die Beuelch haber wohl zu friedenn gewesenn, vnnd seindt mit mir vf den Brunnen ganngenn, der Schwartzburgische Baumeister vnd Kunstmeister, welcher sampt den beidenn Saltzgreuen mich aller gelegennheit nach, alles besehenn lassen, vnnd darbenebenn notturfftiglich berichttet, Der Bronnen kömpt aus weissem Gibsgrundt, wie auch der zu Sodenn, ist gefasset in einem mit Holtz ausgefurtenn Schacht — 25 ehlenn hoch, ohnne was noch bis ad superficiem færam1[?] terræ, darzu zu nehmenn, ist noch sehr frisch holtz, wiewohl mich
Der Vierte Appendix. der rohen Sole, sechzehn Lot aber am Gehalt an gründlich rein geläutertem Salz befunden. Und weil eben zugleich auch Sole von Auleben zur Hand gewesen ist, habe ich diese auch geprobt und nicht mehr als zwei Lot anderthalb Quentchen gefunden, wie ich es auch schon früher befunden hatte.
Nach vollzogener Probe habe ich begehrt, dass man mich zum Brunnen und zu den Künsten kommen lasse; damit sind die Befehlshaber wohl zufrieden gewesen, und mit mir sind der Schwarzburger Baumeister und der Kunstmeister auf den Brunnen gegangen, die mich samt den beiden Salzgrafen alles nach allen Umständen haben besehen lassen und daneben hinreichend berichtet haben.
Der Brunnen kommt aus weißem Gipsgrund, wie auch der zu Sooden. Er ist in einem mit Holz ausgeführten Schacht gefasst, 25 Ellen hoch, ohne das, was noch bis zur Erdoberfläche hinzuzunehmen ist; das Holz ist noch sehr frisch, wiewohl mir
Unsichere Lesungen
- færam — lateinisches Wort unklar (Z. 19)
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niemanndt bescheidenn kunte, wie lanng derselbige bau gestanndenn, Die Sohlenn steiget im Schacht — 5 ehlenn, vnnd als ein kleine zeit still gehaltenn wardt, wuchs vnnd nam das aufsteigenn vier ehlen hoch, Benebenn dem reichenn Bronnenn, ist ein gar wilde ader besonnders besturzt, laufft durch ein niedrigenn Stollenn, zum grossenn wasser Schacht, Sonnst ist das wilde wasser in einem besonndernn Stollenn vmb den Bronnenn hero abgeleitet, vnnd ist der Tam zwischenn dem Wildenn wasser vnnd Bronnenn zwanntzigk ehlenn dick, stehet das wilde wasser funff ehlenn höher dann die Sohlenn, denn die wildenn wasser scheichte derenn drey seindt, habenn nur zwanntzigk ehlenn Inn die tieffe, Die kunste damit Sohl vnnd wiltwasser gelanngtt wirdt, seindt mit Schleuchenn zubereit, vnnd ist am der wasserkunst das wasser radt — 27 schue hoch, vnnd das kunstradt —— 20 schue, hat — 216 kammenn, die furlege oder drilintz
Der Vierte Appendix. niemand Bescheid geben konnte, wie lange dieser Bau gestanden hat. Die Sole steigt im Schacht 5 Ellen, und als eine kleine Zeit stillgehalten wurde, wuchs das Aufsteigen und nahm auf vier Ellen Höhe zu.
Neben dem reichen Brunnen ist eine ganz wilde Ader gesondert abgefasst; sie läuft durch einen niedrigen Stollen zum großen Wasserschacht. Sonst ist das wilde Wasser in einem besonderen Stollen um den Brunnen herum abgeleitet, und der Damm zwischen dem wilden Wasser und dem Brunnen ist zwanzig Ellen dick. Das wilde Wasser steht fünf Ellen höher als die Sole, denn die Wildwasserschächte — deren drei sind — haben nur zwanzig Ellen in die Tiefe.
Die Künste, mit denen Sole und wildes Wasser geholt werden, sind mit Schläuchen eingerichtet. An der Wasserkunst ist das Wasserrad 27 Schuh hoch und das Kunstrad 20 Schuh; es hat 216 Kämme, das Vorgelege oder der Drilling
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— 24. — 25. Schleuche ann der kettenn, vnd seindt alwegen ein schlauch vonn dem anndernn — 3 ½ schuch, vnnd wirdt mit dieser kunst das wilde wasser, bis vf ein ehlenn hoch stets zu sumpffe gehaltenn, Die Sohlenn kunst aber ist anngestelt — 36 schue hoch ist das wasser radt, das kampffradt — 10. ehlenn, hat — 216 kammenn, vnnd ist der Drilintz gleich wie obenn beim Wildenn wasser geredt ist wordenn, hat gehenn — 36 schleuche ann der kettenn, damit die Sohlenn aus dem Bronnenn schacht gereicht wirdet, welche darnach als baldt in einenn besonndernn deuchell oder kumpff geleitet ist, da mann sie vf ein newes hebet, Inn gleicher höhe vnnd massenn, wie Izundt vom rechtenn Bronnenn gesagt ist wordenn, Dannenn wirdt die Sohle in alle Bothenn geleitet, also das in denselbigenn Bothenn |: welches sie Soellen nennenn :| ein Jeder gnugsamb Sohlenn bekommen kann, vnnd ist zwar sehr viel vnnd reiche Sohlenn furhanndenn, denn sie im gerin vnnd lauffenn — 3.
Der Vierte Appendix. 24 bis 25. Schläuche sind an der Kette, und es ist stets ein Schlauch vom anderen 3½ Schuh entfernt; und mit dieser Kunst wird das wilde Wasser ständig bis auf eine Elle Höhe zu Sumpf gehalten.
Die Solekunst aber ist so eingerichtet: das Wasserrad ist 36 Schuh hoch, das Kammrad 10 Ellen, es hat 216 Kämme, und der Drilling ist so, wie eben beim wilden Wasser gesagt worden ist. Es laufen 36 Schläuche an der Kette, womit die Sole aus dem Brunnenschacht geholt wird; diese wird danach sogleich in einen besonderen Deichel oder Kumpf geleitet, wo man sie von neuem hebt, in gleicher Höhe und Weise, wie eben vom rechten Brunnen gesagt worden ist.
Von dort wird die Sole in alle Bothe geleitet, so dass in diesen Bothen — die sie Sollen nennen — ein jeder genug Sole bekommen kann. Und es ist zwar sehr viel und reiche Sole vorhanden, denn sie füllen das Gerinne im Lauf ständig 3
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Zoll in die höhe, vnnd — 6 in die breite, stetigs erfullet, Benebenn denn wildenn wasser kunstenn, derenn zwo seindt, wirdt noch eine besonndere kunst gehaltenn, welche sie die Baukunst nennenn, dieselbige wirdt gebraucht, wann mann bauet, vnnd wan sonnst das wilde wasser zustarck ist, Stehet vf dem drittenn wildenn wasser schacht, ist gleicher massen anngestelt, wie vonn den anndernn anngezeigt ist wordenn, Souiel vom Bronnenn vnnd kunstenn, Vnnder des Ich nun vf dem Bronnen war, habe ich mancherley gefragt, vnnd vnnder anndernn mich zu berichtenn begeret, ob auch die sohle ein zeit besser dann die annder were, Darauf ich vonn beidenn Saltzgreuenn zur anntwort bekommenn, vnnd enndtpfanngenn, das zu nasser zeit, vnnd wanns im Winter viel schne vnnd regenn gebe, sie gar nit siedenn köntenn, Sonndernn still mustenn haltenn, bis so lannge das nach Irer altenn gewönlichen Proba
Zoll in der Höhe und 6 in der Breite aus.
Neben den Wildwasserkünsten, deren zwei sind, wird noch eine besondere Kunst gehalten, die sie die Baukunst nennen; die wird gebraucht, wenn man baut und wenn sonst das wilde Wasser zu stark ist. Sie steht auf dem dritten Wildwasserschacht und ist auf gleiche Weise eingerichtet wie die anderen, wie angezeigt worden ist. So viel vom Brunnen und den Künsten.
Während ich nun auf dem Brunnen war, habe ich mancherlei gefragt und unter anderem Bericht darüber begehrt, ob auch die Sole zu der einen Zeit besser sei als zur anderen. Darauf habe ich von beiden Salzgrafen zur Antwort empfangen, dass sie zu nasser Zeit und wenn es im Winter viel Schnee und Regen gebe, gar nicht sieden könnten, sondern stillhalten müssten so lange, bis nach ihrer alten gewöhnlichen Probe
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die Sohlenn ein frisch Ey wiederumb ertragenn, vnd empor hebenn könnte, vnnd als ich sie gefragt, Ob sie sonnst vonn keiner Prob, als vonn der Iztgemelten wissennschafft hettenn, habenn sie zur anntwort gebenn, Nein, vnnd darbenebenn anngezeigt, das sie nie vonn keinenn Sohlenn probiren gehört habenn, da sie doch nunmehr alte verlebte menner werenn, bis solanng die neuenn Kunstler Inns Lanndt kommen werenn, welche sich bey Ihnenn fur etlicher zeitt anngebenn, damahls verachtet wordenn, vnnd sich Iziger zeit, zu Artternn vnnd Sultza verhieltenn Es seindt zu Franckhausenn — 117 Kothe, oder Sollenn, wie sie es nennenn, darinnenn könnenn teglich, wenns durch den Zöller, der Rendtmeister ist, vonn der Grauenn wegenn erlaubt wirdt — 944 stucke, derenn Jedes vnnser Justirten metzl — 6 helt, gesottenn werdenn. Wurdt aber vom Zolner nicht ehr erleubt zusiedenn, es seyenn dann gnugsame kaufleut [übergeschrieben: vnd fuhrleut] welche das Saltz hinwegk fuhrenn, furhanndenn, aus vhrsachenn, das sie
Der Vierte Appendix. die Sole ein frisches Ei wieder tragen und emporheben könne. Und als ich sie fragte, ob sie sonst von keiner anderen Probe als der eben genannten Kenntnis hätten, haben sie zur Antwort gegeben: nein, und daneben angezeigt, dass sie nie von einem Probieren der Sole gehört hätten — obwohl sie doch nunmehr alte, betagte Männer seien —, bis die neuen Künstler ins Land gekommen seien, die sich vor etlicher Zeit bei ihnen angeboten hätten, damals aber verachtet worden seien und sich jetzt zu Artern und Sulza aufhielten.
Es sind zu Frankenhausen 117 Kothen oder Sollen, wie sie es nennen. Darin können täglich, wenn es durch den Zöllner, der Rentmeister ist, von wegen der Grafen erlaubt wird, 944 Stücke gesotten werden, deren jedes 6 unserer geeichten Metzen hält. Es wird aber vom Zöllner nicht eher zu sieden erlaubt, als bis genügend Kaufleute und Fuhrleute vorhanden sind, die das Salz wegführen — aus dem Grund, dass sie
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annzeigenn, wann das saltz nit frisch, vnnd noch trieffendt vonn Ihnenn genommenn werde, vnnd etwo ein tagk stehenn vnnd trockenn werdenn müsse, do kontenn sie des Saltzes nit ohnn werdenn, Benebenn vnnd vnnder vnnderrichtunge dieser dinge, habe ich meinenn diener abgefertiget, sich in den bothenn aller gelegennheit zuerlernenn, derselbe hat nachvolgenndenn bericht vfs Papier bracht, wie hernach anngezeigt, Die Sollenn |: wie die bothe des orts genennt werdenn :| liegenn in der Erdenn, vnnd das fundament ist mit steinenn maurenn der erdenn gleich erbauet, Darnach ist ein Schindel Tach obenn vber hero gedeckt, Der herdt darauf die Pfannenn stehet vnnd gesetzt, ist mittenn auf beidenn seittenn ausgefult, mit schloter, aufgefuhrt zwenn schue, oder einer ehlen hoch, aber mittenn ein grabenn, ist — 1½ schuch weit, gehet halb wegs also durch, Die hinderste helffte aber, ist gar gleich mit tieffe, vber vorgedachtenn grabenn liegenn funff eysernne stebe, als für Röste
Der Vierte Appendix. angeben, wenn das Salz nicht frisch und noch triefend von ihnen genommen werde und etwa einen Tag stehen und trocken werden müsse, so könnten sie das Salz nicht loswerden.
Neben und während der Unterrichtung über diese Dinge habe ich meinen Diener ausgeschickt, sich in den Bothen über alle Umstände zu unterrichten; der hat den nachfolgenden Bericht zu Papier gebracht, wie hernach angezeigt.
Die Sollen — wie die Bothe an diesem Ort genannt werden — liegen in der Erde, und das Fundament ist mit Steinmauern der Erde gleich erbaut; danach ist oben ein Schindeldach darüber gedeckt. Der Herd, auf dem die Pfanne steht und gesetzt ist, ist in der Mitte auf beiden Seiten mit Schlotter ausgefüllt und zwei Schuh oder eine Elle hoch aufgeführt; in der Mitte aber ist ein Graben, 1½ Schuh weit, der halbwegs hindurchgeht. Die hintere Hälfte aber ist gleichmäßig tief. Über den genannten Graben liegen fünf eiserne Stäbe als Rost,
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darauff das feurwergk gelegt wirdt, Sonnst ist der herdt allennthalbenn zu, ohnn allein fornn ist ein loch schuchs weit vonn der Erdenn, bis zu der Pfannenn hinauf, dornan1[?] das holtz vnndersteckt, offenn, Die Pfann ist gesetzt, also das sie eines Ehlennbogenn höher stehet, als das feurwerck vnnd der herdt anngelegt ist, Die Pfannenn seindt — 14 schue lanng, 10. schue breidt, 7 zoll dieff, Auff Ieder seittenn der Pfannenn seindt nebenn einannder zwenn dicke Plocke einer spannenn weit vonn einannder eingeschlagenn, auf dieselbigenn sein gelegt, zwenn grosse Behrstebe2[?], oder Pfannennbeume, vber die Pfanne gehenndt, auf welchenn dann liegenn, vier anndere Pfannennbeume, welche herbscheiter3[?] genenndt werdenn, ann denselbigenn seindt vornenn — 8. vnnd hindenn — 8 Pfannen harkenn, So liegenn auch darzwischenn dreÿ
Der Vierte Appendix. auf den das Feuerwerk gelegt wird. Sonst ist der Herd allenthalben geschlossen; nur vorn ist ein Loch, einen Schuh weit von der Erde bis zur Pfanne hinauf, wo man das Holz untersteckt, offen. Die Pfanne ist so gesetzt, dass sie eine Ellenbogenlänge höher steht, als das Feuerwerk und der Herd angelegt sind.
Die Pfannen sind 14 Schuh lang, 10 Schuh breit und 7 Zoll tief. Auf jeder Seite der Pfanne sind nebeneinander zwei dicke Pflöcke eine Spanne weit voneinander eingeschlagen; auf diese sind zwei große Bärstäbe oder Pfannenbäume gelegt, die über die Pfanne gehen. Auf diesen liegen dann vier andere Pfannenbäume, die Herbscheite genannt werden; an ihnen sind vorn 8 und hinten 8 Pfannenhaken. So liegen auch dazwischen drei
Unsichere Lesungen
- dornan — Lesung unsicher, dorinn möglich (Z. 4)
- Behrstebe — B/V unsicher (Z. 14)
- herbscheiter — b/d unsicher (Z. 17)
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kurtze beume, darann henckenn1[?] — 4. harkenn, also das ihr all zusammenn in einer Pfannenn — 20. seindt, welche die Pfannenn haltenn, Das Saltz wirdt nachvolgennder massenn bereitet, Inn der Pfannenn beheltet mann vom vorigenn siedenn Iederzeit sovil im vorrath, das mann vier stucke Saltz machenn kann, darzu lest mann aus dem Sohlfasse, welcher — 5. in Iedem bothe sein, — 1½ schock vierthel, daraus macht mann — 4 stucke, vnnd bleibenn alwege — 4 stucke im vorrath, zu einem volkommenn wercke werdenn gebraucht — 3 schock guter bunde, welcher dreÿ beÿ vnns ein wellenn machenn, kost derselbigenn ein schock, ist Stam holtz — 8 gh.2[?] oder aber die gemeinenn gattung nims3[?] mann — 3½ schock, kost ein schock — 5 gl. lieffernn, wirdt ein werck in — 3 stundenn bereittet, Man4[?] heltet das feuer vnnter der Pfannenn ein virtell stunde, darin es vfwellet, vnnd wenns seudt, Iagt
Der Vierte Appendix. kurze Bäume, an denen 4 Haken hängen, so dass ihrer alle zusammen in einer Pfanne 20 sind, die die Pfanne halten.
Das Salz wird auf folgende Weise bereitet: In der Pfanne behält man vom vorigen Sieden jeweils so viel auf Vorrat, dass man vier Stücke Salz machen kann; dazu lässt man aus dem Solfass — deren sind 5 in jedem Bothe — 1½ Schock Viertel ein. Daraus macht man 4 Stücke, und es bleiben stets 4 Stücke auf Vorrat.
Zu einem vollen Werk werden 3 Schock guter Bunde gebraucht, von denen drei bei uns eine Welle ausmachen; davon kostet ein Schock, wenn es Stammholz ist, 8 Groschen. Oder aber man nimmt von der gemeinen Sorte 3½ Schock; davon kostet ein Schock 5 Groschen geliefert. Ein Werk wird in 3 Stunden bereitet. Man hält das Feuer unter der Pfanne eine Viertelstunde, worin es aufwallt; und wenn es siedet, jagt
Unsichere Lesungen
- henckenn — hinnckenn möglich (Z. 1)
- gh. — Währungskürzel, gl. möglich (Z. 14)
- nims — nimbt möglich (Z. 14)
- Man — Initiale mit Federzug, Wann möglich (Z. 18)
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Bl. 373vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
mann mit einer schauffelenn, den schaum vnnd mergel treck allennthalbenn zusammenn, vnd reinigt also das saltz, als baldt darnach gehets so reinlich zu saltze, das mann kann die fege feßlein, darin sich der schaum vnnd mergell setzt, baldt aus der Pfannen ruckenn kann, vnnd sonnstenn die vnreinigkeit heraus fegenn, als das Saltz zum wirckenn fertigt wurdet, vnnd dieweil in derselbigenn vnreÿnigkeit noch viel Saltz bleibet, schlagenns die knechte hinder die Pfannenn, auffs gewelbe, brauchens wiederumb zur beiße, aber nicht mit grostem frommen, Darnach schüret mann noch ein kleine weile vnnter, vnnd fehet der Wircker ann zu Behrenn, oder wirckenn, |: wie sie es nennenn :| Nimpt Erstlich die Saltzkruckenn zeuhet allennthalbenn das saltz in der Pfannenn zusammenn ann das ennde, da er das erste stuck machenn will, legt darnach ein Hurde1[?] auf obgedachte zwenn Pfannennbeume, |: welche sie Behrstebe nennenn :| darauf schlegt er mit der Schauffelenn, das Saltz einenn spannenn hoch, legt ein Basternn2[?] darndt3[?] vmb=
Der Vierte Appendix. man mit einer Schaufel den Schaum und Mergelschmutz allenthalben zusammen und reinigt so das Salz. Sogleich danach geht es so rein zu Salz, dass man die Fegfässlein, in denen sich der Schaum und Mergel setzt, bald aus der Pfanne rücken und sonst die Unreinigkeit herausfegen kann, wenn das Salz zum Wirken fertig wird. Und weil in dieser Unreinigkeit noch viel Salz bleibt, schlagen es die Knechte hinter die Pfanne aufs Gewölbe und gebrauchen es wieder zur Beiße, aber nicht mit größtem Nutzen.
Danach schürt man noch eine kleine Weile unter, und der Wirker fängt an zu bären oder zu wirken — wie sie es nennen. Er nimmt zuerst die Salzkrücke und zieht das Salz in der Pfanne allenthalben an dem Ende zusammen, wo er das erste Stück machen will; danach legt er eine Horde auf die genannten zwei Pfannenbäume — die sie Bärstäbe nennen — und schlägt darauf mit der Schaufel das Salz eine Spanne hoch, legt ein Bastband darum
Unsichere Lesungen
- Hurde — Horde möglich (Z. 17)
- Basternn — Lesung unsicher (Z. 20)
- darndt — Lesung unsicher (Z. 20)