Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 751–760
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 751–760 · Bl. 374r–378v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 751
Bl. 374rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
hero, schlegt aber so hoch, legt wiederumb eins vmb, das thut er also offt, bis solanngs das er — 12 banndt vmbgelegt hat, schlegt dann weitters darauf, machts hindenn — 1½ spannenn, vnnd vornn — ½ hoch, vber dem letztenn bannde streichts als dann obenn gladt, vnnd breit vonn sich vf zu, vnnd ist also das stucke welches — 9 Northausische mas, vnnd gleich vnnser mas — 6 machent, verfertiget, Wenn solchs beschehenn, so macht er vf der annder seittenn das annder stucke, vnnd also Iederzeit eins vmbs annder, bis solanng das er vier aus der Pfannenn oder wercke bereitet hat, derenn stucke giltet eins — 7½ gh.1[?] Nachvolgennde werckzeuge, so zum Saltzwergk gebraucht werdenn, findet mann in allenn bothenn, Funff Sohlfaßte in einem Iedenn bothe oder Sollenn, — 1 Rennenn darin die sohlenn außem Sohlfasse Inn die Pfannenn leufft. — 1 klein feßlein, darin die Saltzkruckenn vnnd schauffelnn gelegt, vnnd von saltz gereinigt werdenn. — 4 fegfaße, Horde, darauf die stucke gemacht, vnnd geschlagenn werden, — 1 feur hacken,
Der Vierte Appendix. herum, schlägt wieder ebenso hoch, legt wiederum eines um; das tut er so oft, bis er 12 Bänder umgelegt hat. Dann schlägt er weiter darauf, macht es hinten 1½ Spannen und vorn ½ Spanne hoch, streicht es über dem letzten Band oben glatt und breit von sich weg — und so ist das Stück fertig, das 9 Nordhäuser Maß und, unserem Maß gleich, 6 ausmacht.
Wenn das geschehen ist, so macht er auf der anderen Seite das andere Stück, und so jeweils eines ums andere, bis er vier aus der Pfanne oder dem Werk bereitet hat. Von diesen Stücken gilt eines 7½ Groschen.
Folgendes Werkzeug, das zum Salzwerk gebraucht wird, findet man in allen Bothen: fünf Solfässer in jedem Bothe oder Sollen; 1 Renne, in der die Sole aus dem Solfass in die Pfanne läuft; 1 kleines Fässlein, in das die Salzkrücke und die Schaufel gelegt und vom Salz gereinigt werden; 4 Fegfässer; Horden, auf denen die Stücke gemacht und geschlagen werden; 1 Feuerhaken.
Unsichere Lesungen
- gh. — Währungskürzel, gl. möglich (Z. 12)
S. 752
Bl. 374vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Gleicher massenn werdenn die arbeiter belohnet Wie volgt, Der Wircker empfenngt vonn Iedem stucke — 3 dh.1 vnnd ist des knechts oder Pflegers belohnung auch sovil, Holtzaufbinder, oder vnterstorernn2[?] vonn einem wercke — 5½ dh. geburenndt, Mann gibt auch vonn Iedem stucke — 1 dh. bezahlet der Tadegast3[?], vnnd kann also der Pfleger einenn tagk mit arbeitenn vnnd Saltzvftragenn — 4 groschenn verdienenn, Den Grauenn4[?] gibt mann Itzo vonn einem Iedenn stuck Innsonnderheit — 2 gh.5 hebet der zolner vff, hat dennselbigenn zoll zu mehrenn vnnd zu mindernn, Das Regiment vnnd den ganntzenn hanndell im Saltzwergk, verwaltenn der zolner, zwenn Saltzgrevenn, zwenn Bronnenmeister, Ein kunstmeister, Ein Saltzschreiber, vier geschwornne, Sonnstenn mit dem holtzhanndell hats keine sonndere gewisse ordenung, sonndernn wer eigenn geholtze hat, oder den holtzhanndell fursichtiglich
Der Vierte Appendix. Gleichermaßen werden die Arbeiter belohnt, wie folgt: Der Wirker empfängt von jedem Stück 3 Pfennig, und ebenso viel ist die Belohnung des Knechts oder Pflegers. Dem Holzaufbinder oder Unterschürer gebühren von einem Werk 5½ Pfennig. Man gibt auch von jedem Stück 1 Pfennig, das der Ladegast bezahlt; und so kann der Pfleger an einem Tag mit Arbeiten und Salzauftragen 4 Groschen verdienen.
Den Grafen gibt man jetzt von jedem einzelnen Stück 2 Groschen; das erhebt der Zöllner, der diesen Zoll zu erhöhen und zu ermäßigen hat.
Die Verwaltung und den ganzen Handel im Salzwerk führen der Zöllner, zwei Salzgrafen, zwei Bornmeister, ein Kunstmeister, ein Salzschreiber und vier Geschworene. Sonst hat es mit dem Holzhandel keine besondere feste Ordnung, sondern wer eigenes Gehölz hat oder den Holzhandel umsichtig
Unsichere Lesungen
- dh. — Münzkürzel, dl. möglich (Z. 3)
- vnterstorernn — Endung unsicher (Z. 5)
- Tadegast — Lesung unsicher (Z. 7)
- Grauenn — Initiale, Brauenn möglich (Z. 10)
- gh. — Münzkürzel, gl. möglich (Z. 11)
S. 753
Bl. 375rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
treibet, der kann durch seine saltzknechte desto mehr saltz machenn lassenn, doch berichtenn sie, das vf ein kodt1[?] sie Ierlich achte schock schemckell2[?] habenn müssenn, derenn ein schock gelte bisweilenn — 30, bisweilenn — 35, vnnd auch wohl 40. mehr, oder minder guldenn, Ein Schemckell3[?] helt — 60. wellenn, Weitters hab ich nichts erfahren könnenn, Das Pfann eysenn bekommenn sie vonn einem Edelman Fuchs genanndt, einenn Centner vmb — 5 fl. Schneberger, Iedenn güldenn zu 21 gh. gerechnet, vnnd wirdt kein Pfann ausgethann, sie habe dann vber dreÿ Iar gestanndenn, wann mann aber feget, so pflegt mann die Pfann vfzuhebenn vber den Herdt, also das sie noch auff dem herde auf einer seittenn bleibet liegenn, vnnd geschicht solchs darumb, damit mann die negell desto besser nietenn vnnd schlagenn möge, Ausser dem allenn, befinde ich kein besonnder vortheil in einigerleÿ zu Franckennhausenn, denn dieweil die Pfenner allenn kostenn, schadenn vnnd frommen,
treibt, der kann durch seine Salzknechte desto mehr Salz machen lassen. Doch berichten sie, dass sie auf eine Kothe jährlich acht Schock Schemkel haben müssen; davon gilt ein Schock bisweilen 30, bisweilen 35 und auch wohl 40 Gulden, mehr oder weniger. Ein Schemkel hält 60 Wellen. Weiter habe ich nichts erfahren können.
Das Pfanneneisen bekommen sie von einem Edelmann namens Fuchs, den Zentner um 5 Gulden Schneeberger, jeden Gulden zu 21 Groschen gerechnet. Und es wird keine Pfanne ausgetan, sie habe denn über drei Jahre gestanden. Wenn man aber fegt, so pflegt man die Pfanne über den Herd zu heben, so dass sie noch auf einer Seite auf dem Herd liegen bleibt; und das geschieht deshalb, damit man die Nägel desto besser nieten und schlagen kann.
Außer dem allen finde ich zu Frankenhausen in keinerlei Hinsicht einen besonderen Vorteil. Denn weil die Pfänner alle Kosten, Schaden und Nutzen
Unsichere Lesungen
- kodt — bodt möglich (Z. 3)
- schemckell — Holzmaß, Lesung unsicher (Z. 3)
- Schemckell — wie Zeile 3 (Z. 6)
S. 754
Bl. 375vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
fur sich vfwendenn, tragenn vnnd erfahrenn müssen, fragenn die knechte desto weniger darnach, es gerathe gleich wie es wolle, Vnnd obwohl ein kodt, wenns einer kaufft oder ererbet, — 2000 fl. gilt, vnnd darauf anngeschlagenn wirdt, so berichtenn doch etliche, das sie nicht gleich gewinst darauf einnehmenn, vnnd bisweilenn kaum einer vf ein kodt Iars — 50 thaler erobere, Den Grauenn gebueret vonn Iedem stuck zu zoll — 2 gh. Wenn nun wie gedacht der zolnner eine[übergeschrieben: nn]1 tagk erleubt, so werdenn gesottenn — 234 werck, helt Iedes werck vier stucke, thut — 936. stucke. Mann erleubet aber die wochenn eine in die anndere gerechnet nur funff tage, wann das Saltz wohl abgehet, tregt die wochenn — 4680 stucke. solchs mit — 48 multipliciret, dieweil sie auch die vier heuptkaldtleger2[?] halttenn, facit — 224640 stucke, vf Iedes stucke — 2 gh. gerechnet — 449 280, Reducirt mitt 21
Der Vierte Appendix. für sich aufwenden, tragen und erfahren müssen, fragen die Knechte desto weniger danach, es gerate, wie es wolle.
Und obwohl eine Kothe, wenn einer sie kauft oder erbt, 2000 Gulden gilt und darauf veranschlagt wird, so berichten doch etliche, dass sie keinen entsprechenden Gewinn daraus einnehmen und dass bisweilen einer kaum 50 Taler im Jahr auf eine Kothe erübrigt.
Den Grafen gebühren von jedem Stück 2 Groschen Zoll. Wenn nun, wie gesagt, der Zöllner einen Tag erlaubt, so werden 234 Werke gesotten; jedes Werk hält vier Stücke, macht 936 Stücke. Man erlaubt aber, eine Woche in die andere gerechnet, nur fünf Tage; wenn das Salz gut abgeht, trägt die Woche 4680 Stücke. Das mit 48 multipliziert — weil sie auch die vier Hauptkaltlager halten — ergibt 224 640 Stücke; auf jedes Stück 2 Groschen gerechnet, macht 449 280; auf 21 reduziert,
Unsichere Lesungen
- eine[übergeschrieben: nn] — Einfügung über der Zeile unsicher (Z. 10)
- heuptkaldtleger — Lesung unsicher (Z. 17)
S. 755
Bl. 376rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
facit — 21394 fl. 6 grosch. Hierzu wirdt den Grauenn ein kodt freÿ gebauett vnnd erhaltenn, also das die beamptenn berichtenn, das der zoll, holtzhanndell, vnnd das Itztgemelte kodt, den Grauenn zu Gemeinenn Iarenn Inn die 17000 oder 18000 güldenn ertragenn, So berichtet auch der zolnner besonnders, das der anschlagk des Holtzes, so Ierlich aufgehet, auf die — 50000 fl. lauffe, soltenn meinem annschlag nach — 43154. sein, Enndtlich vnnd zum beschlus habenn sich auf mein weitters begerenn, die beuelchaber sampt vnnd besonnders erbottenn, sie wollenn mir Ire ordenung, welche sie mich durchaus habenn lesenn lassenn, rein abgeschriebenn zuschickenn, mit weitterm vleißigenn begerenn, das Meinem gnedigen furstenn vnnd herrenn, Ire ganntze gehorsame dienste in allem vnderthenigklich ich erbietenn wolte,
Der Vierte Appendix. macht 21 394 Gulden 6 Groschen. Hierzu wird den Grafen eine Kothe frei gebaut und erhalten, so dass die Beamten berichten, der Zoll, der Holzhandel und diese Kothe trügen den Grafen in gewöhnlichen Jahren gegen 17 000 oder 18 000 Gulden ein. So berichtet auch der Zöllner besonders, dass der Anschlag des Holzes, das jährlich aufgeht, auf 50 000 Gulden laufe; nach meinem Anschlag müssten es 43 154 sein.
Endlich und zum Beschluss haben sich auf mein weiteres Begehren die Befehlshaber sämtlich und einzeln erboten, sie wollten mir ihre Ordnung — die sie mich ganz durchlesen ließen — sauber abgeschrieben zuschicken, mit dem weiteren fleißigen Begehren, dass ich meinem gnädigen Fürsten und Herrn ihre ganzen gehorsamen Dienste in allem untertänig erbieten wolle.
S. 756
Bl. 376vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Arulebenn1[?], Volgennts bin ich nach Arulebenn2[?] verreiset, daselbst Meister Hannsenn benebenn dem hüttennschreiber, welche ebenn zu der stundt vonn aussenn herkommenn, anntroffenn, vnnd als damahls die Sohlenn nit zu dumpffe gehaltenn gewesenn, hab ich aus dem einen kothe |: derenn nur zweÿ gebauet gewesenn :| sovil ich bedurfftigk, genommenn, hat die quart ann Rother3[?] sohlenn — 90 lot vnnd 2 qr gehaltenn, daraus seindt wordenn — 3 lot 3 qr Saltz, Sonnstenn hab ich die kunst allennthalbenn besehenn, welche vfs aller vleißigst vnnd beste anngestellett seindt, das meister Hannsenn fursichtige geschicklichkeit in dem nicht gnugsamb gerhumet kann werdenn, Vnnd were wohl zu wünschenn, das nicht allein die kunst zum Sodenn fur allenndorff nach derselbigk art anngestellet wurdenn, Sonndernn das auch zu abschaffung der Pferde ein besonder wasser
Der Vierte Appendix. Auleben. Sodann bin ich nach Auleben gereist und habe dort Meister Hans neben dem Hüttenschreiber angetroffen, die eben zu dieser Stunde von auswärts hergekommen waren. Und weil damals die Sole nicht zu Sumpf gehalten war, habe ich aus der einen Kothe — deren nur zwei gebaut waren — so viel genommen, wie ich brauchte. Das Quart hat an roher Sole 90 Lot und 2 Quentchen gehalten; daraus sind 3 Lot 3 Quentchen Salz geworden.
Sonst habe ich die Künste allenthalben besehen, die aufs allersorgfältigste und beste eingerichtet sind, so dass Meister Hans' umsichtige Geschicklichkeit darin nicht genug gerühmt werden kann. Und es wäre wohl zu wünschen, dass nicht allein die Künste zu Sooden vor Allendorf auf dieselbe Art eingerichtet würden, sondern dass auch zur Abschaffung der Pferde ein besonderes Wasser
Unsichere Lesungen
- Arulebenn — Ortsname, Arw-/Artlebenn möglich (Z. 1)
- Arulebenn — wie Zeile 1 (Z. 2)
- Rother — Lesung unsicher (Z. 9)
S. 757
Bl. 377rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
hinzu geleitet wurde, welches die Sohlenn vnnd waßer kunste treibenn möchte, Es ist aber die Sohlenn nicht in dem rechtenn Bronnen Schacht, welcher — 25 ehlenn tieff ist, Sonndernn durch die klüffte, derenn das annliegennde Gibs gebirge voll ist, abgewichenn, Inn den niedrigstenn Wildenn waßer schacht, da sie dann meister Hanns damahls besonnders gefast vnnd besturtzt gehabt, derenn meinung, sie daselbst zu behaltenn, vnnd in den anndernn Wildenn wasserschacht, welcher vngenehrlich — 30 ehln weit, Iegenn vber vf der annder seittenn des rechtenn Brunnen schachts ligt, durch ein Stollenn das wilde wasser aller zusammenn bringenn, Dieweil aber dis ding damahls alles vngewis, vnnd manncherleÿ sich vnnter der hanndt im bauenn kan zutragenn, kann ich weitters davonn nichts gewißers schreibenn, Doch kann ich dieses orts nicht vnterlassenn weitters
Der Vierte Appendix. hinzugeleitet würde, das die Sole- und Wasserkünste treiben könnte.
Es ist aber die Sole nicht im rechten Brunnenschacht, der 25 Ellen tief ist, sondern durch die Klüfte, deren das angrenzende Gipsgebirge voll ist, in den niedrigsten Wildwasserschacht abgewichen. Dort hat sie Meister Hans damals gesondert gefasst und abgestürzt, mit der Absicht, sie dort zu behalten und in den anderen Wildwasserschacht — der ungefähr 30 Ellen weit gegenüber auf der anderen Seite des rechten Brunnenschachts liegt — durch einen Stollen das wilde Wasser alles zusammenzubringen.
Weil aber dies damals alles ungewiss war und sich beim Bauen mancherlei zutragen kann, kann ich weiter nichts Gewisseres darüber schreiben. Doch kann ich an dieser Stelle nicht unterlassen, weiter
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Bl. 377vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Virdt Appendix.
zuberichtenn, vnnd zuerzehlenn, was Anno etc.1 69. den 23. Nouembris, auf gnedigstenn des durchleuchtigenn Hochgebornnenn Churfurstenn zu Sachssen, beuelch, ich obgemelter Rhenanus benebenn anndernn S. Churf. gl. dienernn zu Arulebenn2[?], ausgerichttet, Wie dessenn grundtliche erzehlung volgt, Nach dem der durchleuchtigst vnnd Hochgebornne furst vnnd herr Her augustus Churfurst zu Sachssenn, vnnd Burggraff zu Magdeburgk, vnnser gnediger herr, vnns vndenn benanten gnedigst beuohlenn, vnnd abgefertiget, S. Churf. gl. zu Arulebenn3[?], nach allenn vmbstenndenn mit vleis zubesichtigenn, vnnd allerleÿ gelegennheit zubefragenn, vnnd ob dasselb mit nutz oder schadenn hinfurter zuerhaltenn seÿ, gentzlichenn zuerkundigenn, So habenn wir dennach zu vnderthenigster volge S. Churf. gl. gnedigstenn beuelch vnns dahin verfugt, den Bronnenn vnnd alle gebeu mit vleis be=
Der Vierte Appendix. zu berichten und zu erzählen, was ich, der genannte Rhenanus, Anno 69 den 23. November auf gnädigsten Befehl des durchlauchtigen, hochgeborenen Kurfürsten zu Sachsen neben anderen Dienern Seiner Kurfürstlichen Gnaden zu Auleben ausgerichtet habe; wie dessen gründliche Erzählung folgt.
Nachdem der durchlauchtigste und hochgeborene Fürst und Herr, Herr August, Kurfürst zu Sachsen und Burggraf zu Magdeburg, unser gnädiger Herr, uns Untenbenannten gnädigst befohlen und abgefertigt hat, Seiner Kurfürstlichen Gnaden Werk zu Auleben nach allen Umständen mit Fleiß zu besichtigen, allerlei Umstände zu erfragen und gänzlich zu erkunden, ob dieses künftig mit Nutzen oder Schaden zu erhalten sei, so haben wir demnach zu untertänigster Folge des gnädigsten Befehls Seiner Kurfürstlichen Gnaden uns dorthin verfügt, den Brunnen und alle Bauten mit Fleiß be-
Unsichere Lesungen
- etc. — Kürzelzeichen ꝛc. aufgelöst (Z. 1)
- Arulebenn — Ortsname, Arw-/Artlebenn möglich (Z. 5)
- Arulebenn — wie Zeile 5 (Z. 12)
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Bl. 378rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
sichtiget, den Bauwmeister vmb alle vmbstenndt vnd gelegennheit zum weitleufftigstenn, gefragt, vnnd sein anntwort eingenommenn, wie aus beyliegenden fragstuckenn, vnnd seiner anntwort, hochgedachter vnnser gnedigster Churfurst vnnd herr, gnedigst hat zuersehenn Dieweil aber sein Churf. G. vnns gnedigst vfferlegt vnnd beuohlenn, das wir vnnser rathsame bedennckenn, es hernachmahls vnnd in kunfftige zeit, mit demselbigenn Saltzwerck, gehaltenn könne werdenn, sollenn eröffnenn, So habenn wir den sachenn, mit vnderthenigstem vleis nachgedacht, vnns allerley vnderredt, vnnd ausfuhrlich befundenn, das der gantze hanndell vf zweyenn fragstuckenn beruhenn will. Erstlich wann mann weitters bauwenn solte, vf welche maß die gebeuwe am nutzlichstenn vnnd bequemblichsten, möchtenn vorgenommenn werdenn, Hieraus achtenn wir darfur, das fur allenn dingenn dahin mit
Der Vierte Appendix. sichtigt, den Baumeister über alle Umstände und Verhältnisse aufs ausführlichste befragt und seine Antwort aufgenommen, wie unser hochgenannter gnädigster Kurfürst und Herr aus den beiliegenden Fragestücken und seiner Antwort gnädigst zu ersehen hat.
Weil aber Seine Kurfürstlichen Gnaden uns gnädigst auferlegt und befohlen haben, unser ratsames Bedenken zu eröffnen, wie es hernach und in künftiger Zeit mit diesem Salzwerk gehalten werden könne, so haben wir der Sache mit untertänigstem Fleiß nachgedacht, uns allerlei besprochen und ausführlich befunden, dass der ganze Handel auf zwei Fragen beruht.
Erstens: wenn man weiter bauen sollte, auf welche Weise die Bauten am nützlichsten und bequemsten vorgenommen werden könnten. Hierzu meinen wir, dass vor allen Dingen dahin mit
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Bl. 378vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
vleis getrachtet wurde, das das wilde wasser ein gute weite vonn dem Saltzquelle wurde abgeschrotenn, vnnd dieweil mann befindt, das ein Bronnen so bey 800 Lachter vonn der Saltzquelle vor dieser zeit gewesenn, vnnd vonn Kelbern1[?] hero nach der Sohlenn streicht, sich augennscheinlich verlohrenn, vnnd mit grosser mennge susses wassers |: wo mann Je weitter bauwenn solt :| das mann ann dem ortt, der Bronnenn gewesenn, dauor2[?] nachsinckenn, bißsolange mann Ihn wieder finde, vnnd darnach durch kunste, das wilde wasser daselbstenn wieder abfuerete, dann es vermutlich, weil der ort etwas hoher, vnnd mann im feldt eigenntlich sehenn kann, das durch seinenn zuflus zun Saltzquelle etliche erdtfelle enndtstanndenn, das manns leichtlich könnte zuwegenn bringenn, Nach solchem were3[?] gut, so mann fort fahrenn solte, das mann vf der Jtzigenn heuptquell |. welches nach aussage des Marscheiders, eine ehlenn tieffer
Der Vierte Appendix. Fleiß zu trachten wäre, dass das wilde Wasser eine gute Weite von der Salzquelle abgeschroten würde. Und weil man findet, dass ein Brunnen, der vor dieser Zeit gegen 800 Lachter von der Salzquelle entfernt war und von Kelbra her zur Sole hin streicht, sich augenscheinlich verloren hat und mit großer Menge süßen Wassers — falls man je weiter bauen sollte —, so möge man an dem Ort, wo der Brunnen gewesen ist, nachsinken, bis man ihn wiederfindet, und danach durch Künste das wilde Wasser dort wieder abführen. Denn es ist zu vermuten, weil der Ort etwas höher liegt und man im Feld deutlich sehen kann, dass durch seinen Zufluss zur Salzquelle etliche Erdfälle entstanden sind, dass man es leicht zuwege bringen könnte.
Danach wäre es gut, wenn man fortfahren sollte, dass man auf der jetzigen Hauptquelle — die nach Aussage des Markscheiders eine Elle tiefer liegt
Unsichere Lesungen
- Kelbern — Ortsname, Lesung unsicher (Z. 5)
- dauor — Buchstaben u/n unklar (Z. 9)
- were — oder wert (Z. 17)