Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 753–762
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 753–762 · Bl. 375r–379v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
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Bl. 375rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
treibet, der kann durch seine saltzknechte desto mehr saltz machenn lassenn, doch berichtenn sie, das vf ein kodt1[?] sie Ierlich achte schock schemckell2[?] habenn müssenn, derenn ein schock gelte bisweilenn — 30, bisweilenn — 35, vnnd auch wohl 40. mehr, oder minder guldenn, Ein Schemckell3[?] helt — 60. wellenn, Weitters hab ich nichts erfahren könnenn, Das Pfann eysenn bekommenn sie vonn einem Edelman Fuchs genanndt, einenn Centner vmb — 5 fl. Schneberger, Iedenn güldenn zu 21 gh. gerechnet, vnnd wirdt kein Pfann ausgethann, sie habe dann vber dreÿ Iar gestanndenn, wann mann aber feget, so pflegt mann die Pfann vfzuhebenn vber den Herdt, also das sie noch auff dem herde auf einer seittenn bleibet liegenn, vnnd geschicht solchs darumb, damit mann die negell desto besser nietenn vnnd schlagenn möge, Ausser dem allenn, befinde ich kein besonnder vortheil in einigerleÿ zu Franckennhausenn, denn dieweil die Pfenner allenn kostenn, schadenn vnnd frommen,
treibt, der kann durch seine Salzknechte desto mehr Salz machen lassen. Doch berichten sie, dass sie auf eine Kothe jährlich acht Schock Schemkel haben müssen; davon gilt ein Schock bisweilen 30, bisweilen 35 und auch wohl 40 Gulden, mehr oder weniger. Ein Schemkel hält 60 Wellen. Weiter habe ich nichts erfahren können.
Das Pfanneneisen bekommen sie von einem Edelmann namens Fuchs, den Zentner um 5 Gulden Schneeberger, jeden Gulden zu 21 Groschen gerechnet. Und es wird keine Pfanne ausgetan, sie habe denn über drei Jahre gestanden. Wenn man aber fegt, so pflegt man die Pfanne über den Herd zu heben, so dass sie noch auf einer Seite auf dem Herd liegen bleibt; und das geschieht deshalb, damit man die Nägel desto besser nieten und schlagen kann.
Außer dem allen finde ich zu Frankenhausen in keinerlei Hinsicht einen besonderen Vorteil. Denn weil die Pfänner alle Kosten, Schaden und Nutzen
Unsichere Lesungen
- kodt — bodt möglich (Z. 3)
- schemckell — Holzmaß, Lesung unsicher (Z. 3)
- Schemckell — wie Zeile 3 (Z. 6)
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Bl. 375vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
fur sich vfwendenn, tragenn vnnd erfahrenn müssen, fragenn die knechte desto weniger darnach, es gerathe gleich wie es wolle, Vnnd obwohl ein kodt, wenns einer kaufft oder ererbet, — 2000 fl. gilt, vnnd darauf anngeschlagenn wirdt, so berichtenn doch etliche, das sie nicht gleich gewinst darauf einnehmenn, vnnd bisweilenn kaum einer vf ein kodt Iars — 50 thaler erobere, Den Grauenn gebueret vonn Iedem stuck zu zoll — 2 gh. Wenn nun wie gedacht der zolnner eine[übergeschrieben: nn]1 tagk erleubt, so werdenn gesottenn — 234 werck, helt Iedes werck vier stucke, thut — 936. stucke. Mann erleubet aber die wochenn eine in die anndere gerechnet nur funff tage, wann das Saltz wohl abgehet, tregt die wochenn — 4680 stucke. solchs mit — 48 multipliciret, dieweil sie auch die vier heuptkaldtleger2[?] halttenn, facit — 224640 stucke, vf Iedes stucke — 2 gh. gerechnet — 449 280, Reducirt mitt 21
Der Vierte Appendix. für sich aufwenden, tragen und erfahren müssen, fragen die Knechte desto weniger danach, es gerate, wie es wolle.
Und obwohl eine Kothe, wenn einer sie kauft oder erbt, 2000 Gulden gilt und darauf veranschlagt wird, so berichten doch etliche, dass sie keinen entsprechenden Gewinn daraus einnehmen und dass bisweilen einer kaum 50 Taler im Jahr auf eine Kothe erübrigt.
Den Grafen gebühren von jedem Stück 2 Groschen Zoll. Wenn nun, wie gesagt, der Zöllner einen Tag erlaubt, so werden 234 Werke gesotten; jedes Werk hält vier Stücke, macht 936 Stücke. Man erlaubt aber, eine Woche in die andere gerechnet, nur fünf Tage; wenn das Salz gut abgeht, trägt die Woche 4680 Stücke. Das mit 48 multipliziert — weil sie auch die vier Hauptkaltlager halten — ergibt 224 640 Stücke; auf jedes Stück 2 Groschen gerechnet, macht 449 280; auf 21 reduziert,
Unsichere Lesungen
- eine[übergeschrieben: nn] — Einfügung über der Zeile unsicher (Z. 10)
- heuptkaldtleger — Lesung unsicher (Z. 17)
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Bl. 376rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
facit — 21394 fl. 6 grosch. Hierzu wirdt den Grauenn ein kodt freÿ gebauett vnnd erhaltenn, also das die beamptenn berichtenn, das der zoll, holtzhanndell, vnnd das Itztgemelte kodt, den Grauenn zu Gemeinenn Iarenn Inn die 17000 oder 18000 güldenn ertragenn, So berichtet auch der zolnner besonnders, das der anschlagk des Holtzes, so Ierlich aufgehet, auf die — 50000 fl. lauffe, soltenn meinem annschlag nach — 43154. sein, Enndtlich vnnd zum beschlus habenn sich auf mein weitters begerenn, die beuelchaber sampt vnnd besonnders erbottenn, sie wollenn mir Ire ordenung, welche sie mich durchaus habenn lesenn lassenn, rein abgeschriebenn zuschickenn, mit weitterm vleißigenn begerenn, das Meinem gnedigen furstenn vnnd herrenn, Ire ganntze gehorsame dienste in allem vnderthenigklich ich erbietenn wolte,
Der Vierte Appendix. macht 21 394 Gulden 6 Groschen. Hierzu wird den Grafen eine Kothe frei gebaut und erhalten, so dass die Beamten berichten, der Zoll, der Holzhandel und diese Kothe trügen den Grafen in gewöhnlichen Jahren gegen 17 000 oder 18 000 Gulden ein. So berichtet auch der Zöllner besonders, dass der Anschlag des Holzes, das jährlich aufgeht, auf 50 000 Gulden laufe; nach meinem Anschlag müssten es 43 154 sein.
Endlich und zum Beschluss haben sich auf mein weiteres Begehren die Befehlshaber sämtlich und einzeln erboten, sie wollten mir ihre Ordnung — die sie mich ganz durchlesen ließen — sauber abgeschrieben zuschicken, mit dem weiteren fleißigen Begehren, dass ich meinem gnädigen Fürsten und Herrn ihre ganzen gehorsamen Dienste in allem untertänig erbieten wolle.
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Bl. 376vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Arulebenn1[?], Volgennts bin ich nach Arulebenn2[?] verreiset, daselbst Meister Hannsenn benebenn dem hüttennschreiber, welche ebenn zu der stundt vonn aussenn herkommenn, anntroffenn, vnnd als damahls die Sohlenn nit zu dumpffe gehaltenn gewesenn, hab ich aus dem einen kothe |: derenn nur zweÿ gebauet gewesenn :| sovil ich bedurfftigk, genommenn, hat die quart ann Rother3[?] sohlenn — 90 lot vnnd 2 qr gehaltenn, daraus seindt wordenn — 3 lot 3 qr Saltz, Sonnstenn hab ich die kunst allennthalbenn besehenn, welche vfs aller vleißigst vnnd beste anngestellett seindt, das meister Hannsenn fursichtige geschicklichkeit in dem nicht gnugsamb gerhumet kann werdenn, Vnnd were wohl zu wünschenn, das nicht allein die kunst zum Sodenn fur allenndorff nach derselbigk art anngestellet wurdenn, Sonndernn das auch zu abschaffung der Pferde ein besonder wasser
Der Vierte Appendix. Auleben. Sodann bin ich nach Auleben gereist und habe dort Meister Hans neben dem Hüttenschreiber angetroffen, die eben zu dieser Stunde von auswärts hergekommen waren. Und weil damals die Sole nicht zu Sumpf gehalten war, habe ich aus der einen Kothe — deren nur zwei gebaut waren — so viel genommen, wie ich brauchte. Das Quart hat an roher Sole 90 Lot und 2 Quentchen gehalten; daraus sind 3 Lot 3 Quentchen Salz geworden.
Sonst habe ich die Künste allenthalben besehen, die aufs allersorgfältigste und beste eingerichtet sind, so dass Meister Hans' umsichtige Geschicklichkeit darin nicht genug gerühmt werden kann. Und es wäre wohl zu wünschen, dass nicht allein die Künste zu Sooden vor Allendorf auf dieselbe Art eingerichtet würden, sondern dass auch zur Abschaffung der Pferde ein besonderes Wasser
Unsichere Lesungen
- Arulebenn — Ortsname, Arw-/Artlebenn möglich (Z. 1)
- Arulebenn — wie Zeile 1 (Z. 2)
- Rother — Lesung unsicher (Z. 9)
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Bl. 377rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
hinzu geleitet wurde, welches die Sohlenn vnnd waßer kunste treibenn möchte, Es ist aber die Sohlenn nicht in dem rechtenn Bronnen Schacht, welcher — 25 ehlenn tieff ist, Sonndernn durch die klüffte, derenn das annliegennde Gibs gebirge voll ist, abgewichenn, Inn den niedrigstenn Wildenn waßer schacht, da sie dann meister Hanns damahls besonnders gefast vnnd besturtzt gehabt, derenn meinung, sie daselbst zu behaltenn, vnnd in den anndernn Wildenn wasserschacht, welcher vngenehrlich — 30 ehln weit, Iegenn vber vf der annder seittenn des rechtenn Brunnen schachts ligt, durch ein Stollenn das wilde wasser aller zusammenn bringenn, Dieweil aber dis ding damahls alles vngewis, vnnd manncherleÿ sich vnnter der hanndt im bauenn kan zutragenn, kann ich weitters davonn nichts gewißers schreibenn, Doch kann ich dieses orts nicht vnterlassenn weitters
Der Vierte Appendix. hinzugeleitet würde, das die Sole- und Wasserkünste treiben könnte.
Es ist aber die Sole nicht im rechten Brunnenschacht, der 25 Ellen tief ist, sondern durch die Klüfte, deren das angrenzende Gipsgebirge voll ist, in den niedrigsten Wildwasserschacht abgewichen. Dort hat sie Meister Hans damals gesondert gefasst und abgestürzt, mit der Absicht, sie dort zu behalten und in den anderen Wildwasserschacht — der ungefähr 30 Ellen weit gegenüber auf der anderen Seite des rechten Brunnenschachts liegt — durch einen Stollen das wilde Wasser alles zusammenzubringen.
Weil aber dies damals alles ungewiss war und sich beim Bauen mancherlei zutragen kann, kann ich weiter nichts Gewisseres darüber schreiben. Doch kann ich an dieser Stelle nicht unterlassen, weiter
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Bl. 377vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Virdt Appendix.
zuberichtenn, vnnd zuerzehlenn, was Anno etc.1 69. den 23. Nouembris, auf gnedigstenn des durchleuchtigenn Hochgebornnenn Churfurstenn zu Sachssen, beuelch, ich obgemelter Rhenanus benebenn anndernn S. Churf. gl. dienernn zu Arulebenn2[?], ausgerichttet, Wie dessenn grundtliche erzehlung volgt, Nach dem der durchleuchtigst vnnd Hochgebornne furst vnnd herr Her augustus Churfurst zu Sachssenn, vnnd Burggraff zu Magdeburgk, vnnser gnediger herr, vnns vndenn benanten gnedigst beuohlenn, vnnd abgefertiget, S. Churf. gl. zu Arulebenn3[?], nach allenn vmbstenndenn mit vleis zubesichtigenn, vnnd allerleÿ gelegennheit zubefragenn, vnnd ob dasselb mit nutz oder schadenn hinfurter zuerhaltenn seÿ, gentzlichenn zuerkundigenn, So habenn wir dennach zu vnderthenigster volge S. Churf. gl. gnedigstenn beuelch vnns dahin verfugt, den Bronnenn vnnd alle gebeu mit vleis be=
Der Vierte Appendix. zu berichten und zu erzählen, was ich, der genannte Rhenanus, Anno 69 den 23. November auf gnädigsten Befehl des durchlauchtigen, hochgeborenen Kurfürsten zu Sachsen neben anderen Dienern Seiner Kurfürstlichen Gnaden zu Auleben ausgerichtet habe; wie dessen gründliche Erzählung folgt.
Nachdem der durchlauchtigste und hochgeborene Fürst und Herr, Herr August, Kurfürst zu Sachsen und Burggraf zu Magdeburg, unser gnädiger Herr, uns Untenbenannten gnädigst befohlen und abgefertigt hat, Seiner Kurfürstlichen Gnaden Werk zu Auleben nach allen Umständen mit Fleiß zu besichtigen, allerlei Umstände zu erfragen und gänzlich zu erkunden, ob dieses künftig mit Nutzen oder Schaden zu erhalten sei, so haben wir demnach zu untertänigster Folge des gnädigsten Befehls Seiner Kurfürstlichen Gnaden uns dorthin verfügt, den Brunnen und alle Bauten mit Fleiß be-
Unsichere Lesungen
- etc. — Kürzelzeichen ꝛc. aufgelöst (Z. 1)
- Arulebenn — Ortsname, Arw-/Artlebenn möglich (Z. 5)
- Arulebenn — wie Zeile 5 (Z. 12)
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Bl. 378rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
sichtiget, den Bauwmeister vmb alle vmbstenndt vnd gelegennheit zum weitleufftigstenn, gefragt, vnnd sein anntwort eingenommenn, wie aus beyliegenden fragstuckenn, vnnd seiner anntwort, hochgedachter vnnser gnedigster Churfurst vnnd herr, gnedigst hat zuersehenn Dieweil aber sein Churf. G. vnns gnedigst vfferlegt vnnd beuohlenn, das wir vnnser rathsame bedennckenn, es hernachmahls vnnd in kunfftige zeit, mit demselbigenn Saltzwerck, gehaltenn könne werdenn, sollenn eröffnenn, So habenn wir den sachenn, mit vnderthenigstem vleis nachgedacht, vnns allerley vnderredt, vnnd ausfuhrlich befundenn, das der gantze hanndell vf zweyenn fragstuckenn beruhenn will. Erstlich wann mann weitters bauwenn solte, vf welche maß die gebeuwe am nutzlichstenn vnnd bequemblichsten, möchtenn vorgenommenn werdenn, Hieraus achtenn wir darfur, das fur allenn dingenn dahin mit
Der Vierte Appendix. sichtigt, den Baumeister über alle Umstände und Verhältnisse aufs ausführlichste befragt und seine Antwort aufgenommen, wie unser hochgenannter gnädigster Kurfürst und Herr aus den beiliegenden Fragestücken und seiner Antwort gnädigst zu ersehen hat.
Weil aber Seine Kurfürstlichen Gnaden uns gnädigst auferlegt und befohlen haben, unser ratsames Bedenken zu eröffnen, wie es hernach und in künftiger Zeit mit diesem Salzwerk gehalten werden könne, so haben wir der Sache mit untertänigstem Fleiß nachgedacht, uns allerlei besprochen und ausführlich befunden, dass der ganze Handel auf zwei Fragen beruht.
Erstens: wenn man weiter bauen sollte, auf welche Weise die Bauten am nützlichsten und bequemsten vorgenommen werden könnten. Hierzu meinen wir, dass vor allen Dingen dahin mit
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Bl. 378vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
vleis getrachtet wurde, das das wilde wasser ein gute weite vonn dem Saltzquelle wurde abgeschrotenn, vnnd dieweil mann befindt, das ein Bronnen so bey 800 Lachter vonn der Saltzquelle vor dieser zeit gewesenn, vnnd vonn Kelbern1[?] hero nach der Sohlenn streicht, sich augennscheinlich verlohrenn, vnnd mit grosser mennge susses wassers |: wo mann Je weitter bauwenn solt :| das mann ann dem ortt, der Bronnenn gewesenn, dauor2[?] nachsinckenn, bißsolange mann Ihn wieder finde, vnnd darnach durch kunste, das wilde wasser daselbstenn wieder abfuerete, dann es vermutlich, weil der ort etwas hoher, vnnd mann im feldt eigenntlich sehenn kann, das durch seinenn zuflus zun Saltzquelle etliche erdtfelle enndtstanndenn, das manns leichtlich könnte zuwegenn bringenn, Nach solchem were3[?] gut, so mann fort fahrenn solte, das mann vf der Jtzigenn heuptquell |. welches nach aussage des Marscheiders, eine ehlenn tieffer
Der Vierte Appendix. Fleiß zu trachten wäre, dass das wilde Wasser eine gute Weite von der Salzquelle abgeschroten würde. Und weil man findet, dass ein Brunnen, der vor dieser Zeit gegen 800 Lachter von der Salzquelle entfernt war und von Kelbra her zur Sole hin streicht, sich augenscheinlich verloren hat und mit großer Menge süßen Wassers — falls man je weiter bauen sollte —, so möge man an dem Ort, wo der Brunnen gewesen ist, nachsinken, bis man ihn wiederfindet, und danach durch Künste das wilde Wasser dort wieder abführen. Denn es ist zu vermuten, weil der Ort etwas höher liegt und man im Feld deutlich sehen kann, dass durch seinen Zufluss zur Salzquelle etliche Erdfälle entstanden sind, dass man es leicht zuwege bringen könnte.
Danach wäre es gut, wenn man fortfahren sollte, dass man auf der jetzigen Hauptquelle — die nach Aussage des Markscheiders eine Elle tiefer liegt
Unsichere Lesungen
- Kelbern — Ortsname, Lesung unsicher (Z. 5)
- dauor — Buchstaben u/n unklar (Z. 9)
- were — oder wert (Z. 17)
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Bl. 379rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
denn das wilde wasser ist :| ein Lanngort vort triebe, bißolanng mann dem wildenn wasser gleich keme, Wurde sichals dann befindenn, das die Sohl besser dann Jtzt were, vnnd ob sie vom obern oder vnnten aufkeme, könnte mann solche gelegennheit kunlich annehmenn, vnnd sich gründtlich ferners darnach richtenn fur eins, Zum anndernn, Obs Rathsamb sey, das mann weitters furt fahrenn solle, vnnd ob das Saltzwerck mitt nutz oder schadenn erbauwet werdenn könnte, Darauf ist vnnser einfeltiges bedennckenn, doch vnabbruchlich, annderer Bergk vnnd Saltzwerge, vorstenndiger Rath, weyl Jtzo die Sohl gering, vnnd vor dieser zeit mit viel besser gewesenn, auch viel holtz zum siedenn gebraucht werdenn muß, das mit keinem nutz dis orts, bißolanng mann ein funff oder sechs lötige Sohl findet, gesottenn werdenn könne, Es wer dann das Höchstgedachter vnnser gl.1[?] Churfurst vnnd herr, die gehöltze so darumb gelegen2[?], in solchem geringem kauffe ann sich brechte, das
Der Vierte Appendix. als das wilde Wasser — ein Längenort vortriebe, so lange, bis man dem wilden Wasser gleichkäme. Würde sich alsdann finden, dass die Sole besser als jetzt wäre und ob sie von oben oder von unten aufkommt, so könnte man diese Gelegenheit kühn annehmen und sich gründlich danach richten. So viel zum ersten.
Zum anderen: ob es ratsam sei, dass man weiter fortfahre, und ob das Salzwerk mit Nutzen oder Schaden erbaut werden könne. Darauf ist unser einfältiges Bedenken — doch unbeschadet des Rats anderer, in Berg- und Salzwerken verständiger Leute —: Weil jetzt die Sole gering und vor dieser Zeit viel besser gewesen ist und auch viel Holz zum Sieden gebraucht werden muss, kann an diesem Ort ohne Nutzen gesotten werden, bis man eine fünf- oder sechslötige Sole findet. Es sei denn, dass unser hochgenannter gnädigster Kurfürst und Herr die umliegenden Gehölze so billig an sich brächte, dass
Unsichere Lesungen
- gl. — Kürzung unklar (Z. 19)
- gelegen — Kürzungszeichen am Wortende (Z. 19)
S. 762
Bl. 379vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
mann ein Jedes schock wollenn bestenndigk vmb zwen oder 3 gst.1[?] Jns Saltzwerck bringenn könnte, oder aber das nach obenngesetztem vorschlage die Sole sich im fortbauwenn besser befunde, Sonnstenn ausser dem befindenn wir aus bericht vnnd aus den beschehen Probewerckenn, das mit keinem nutz dis Saltzwerck könne erbauwet werdenn, Vnnd ist dis also vf hochgedachts vnnsers gnedigstenn Churfurstenn vnnd herrnn, gnedigstenn beuelch, vnnser vnderthenigst einfaltigk bedennckenn, Wollenn auch solchs hiemit Jrenn Churfurstl. gl. gnedigst Jrem hohenn verstanndt nach weitters zubedennckenn, vnderthenigst vbergebenn, Signatum den 23. Nouembris Anno 69. Michell vonn Ebelebenn Hauptman zu Sanngerhausenn, Johann Rhenanus Hessischer Saltzgreue, Christoff Schonlebenn Oberhüttenmeister des Bergkwergks Freybergk Mathias Flicke2[?] Bergkvogt zu Sangerhausen.
Der Vierte Appendix. man jedes Schock Wellen beständig um zwei oder 3 Groschen ins Salzwerk bringen könnte, oder aber dass sich nach dem oben gemachten Vorschlag die Sole beim Weiterbauen als besser erwiese. Sonst finden wir aus dem Bericht und aus den vorgenommenen Probewerken, dass dieses Salzwerk ohne Nutzen nicht erbaut werden kann.
Und dies ist also auf den gnädigsten Befehl unseres hochgenannten gnädigsten Kurfürsten und Herrn unser untertänigstes einfältiges Bedenken. Wir wollen es hiermit Ihren Kurfürstlichen Gnaden untertänigst übergeben, es nach ihrem hohen Verstand weiter gnädigst zu bedenken. Unterzeichnet den 23. November Anno 69.
Michel von Ebeleben, Hauptmann zu Sangerhausen; Johann Rhenanus, hessischer Salzgraf; Christoff Schönleben, Oberhüttenmeister des Bergwerks Freiberg; Matthias Flicke, Bergvogt zu Sangerhausen.
Unsichere Lesungen
- gst. — Münzkürzel unklar (Z. 2)
- Flicke — Personenname, Anfangsbuchstabe unsicher (Z. 20)