Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 763–772
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 763–772 · Bl. 380r–384v · Band 2
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Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 763
Bl. 380rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Fragstuck vff welche Meister Hannes1[?] Wetzell verordenter Bauwmeister zu Aulebenn des Saltzwergks halben daselbst befragt wordenn, vnnd auf ein Jedes Jtztgedachts Bauwmeisters anntwort, Erstlichenn Ob der Saltzbronnen bestenndig gefast sey, Sagtt Nein, Er habe nit könnenn bisdahero darzu kommenn vmb der vielfeltigenn Schluttenn willenn, so im gebirge befundenn werdenn, Ob er denselbigenn zufassenn bedacht, Hieruonn ist manncherley zu disputiren, dann ob wohl der Bauwmeister die fassung vorzunehmenn, genntzlich bedacht ist, mus mann doch darauf vornemblichenn sehenn, ob es mit frommenn oder nachteil geschehenn könnte, vnnd stehet vf weitterm bericht. Welcher massenn die fassung muge vorgenommenn werdenn, Darauf anntwort er, Er wolle den Heuptquelle, in dem Schachte da er Jtzundt ist, vierkandig fassen, in einen verkarrestenn2[?] Bodenn,
Der Vierte Appendix. Fragestücke, auf die Meister Hans Wetzel, verordneter Baumeister zu Auleben, wegen des dortigen Salzwerks befragt worden ist, und auf jedes die Antwort des genannten Baumeisters.
Erstens: ob der Salzbrunnen beständig gefasst sei. Er sagt: nein; er habe wegen der vielfältigen Schlotten, die im Gebirge gefunden werden, bisher nicht dazu kommen können.
Ob er ihn zu fassen gedenke. Hierüber ist mancherlei zu erörtern; denn obwohl der Baumeister die Fassung vorzunehmen gänzlich gedenkt, muss man doch vor allem darauf sehen, ob es mit Nutzen oder Nachteil geschehen könnte; und das steht auf weiteren Bericht.
Auf welche Weise die Fassung vorgenommen werden könne. Darauf antwortet er, er wolle die Hauptquelle in dem Schacht, wo sie jetzt ist, viereckig fassen, in einem verkarrten Boden.
Unsichere Lesungen
- Hannes — oder Hanns (Z. 1)
- verkarrestenn — Wort unklar (Z. 20)
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Bl. 380vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Was der Bauw zur selbigenn fassung kostenn wurde, Sagtt, Er könne darauff nichts gewisses anntworten, Wieuiel Sohle der heuptquelle alle stunde gebe, Saget alle stunde — 133½1 Eymer Sanngerheusisch Eich Jtzo. Nun aber fur achtwochenn hat er — 150 eymer gebenn, wisse nit wie der zugang herkomme, doch gehe vfs siedenn mehr holtz vnnd zeitt dann zuuor, Wie reich die Sohl am halt sey, Ein quart Allenndorffische Eiche, darauf er sein Probier zeugk anngericht, helt Jtzundt — 4 Lot, habe vor — 8. wochenn2[?] — 5. Lot gehaltenn, hat den 21. Nouembris in einer schrifft sich erkleret, das die Sohle noch geringer, vnnd ferner gebettenn, Nota. Sechtzigk quart ist ein Eimer oder zober Allenndorfs vnnd Wormbser Eiche, Ob die Sohle auch besser könne werdenn, Sagett Wann die wildenn wasser dauonn gebracht wurdenn, wie er in guter hoffnung stehe, so werde sie ohn allen zweiuell besser.
Der Vierte Appendix. Was der Bau für diese Fassung kosten würde. Er sagt, er könne darauf nichts Gewisses antworten.
Wie viel Sole die Hauptquelle in jeder Stunde gebe. Er sagt: jetzt jede Stunde 133½ Eimer Sangerhäuser Eich. Nun aber hat sie vor acht Wochen 150 Eimer gegeben; er wisse nicht, woher der Zugang komme, doch gehe auf das Sieden mehr Holz und Zeit auf als zuvor.
Wie reich die Sole am Gehalt sei. Ein Quart Allendorfer Eich, worauf er sein Probiergerät eingerichtet hat, hält jetzt 4 Lot; vor 8 Wochen hat es 5 Lot gehalten. Er hat am 21. November in einem Schreiben erklärt, dass die Sole noch geringer sei, und ferner gebeten. Anmerkung: Sechzig Quart sind ein Eimer oder Zuber Allendorfer und Wormser Eich.
Ob die Sole auch besser werden könne. Er sagt: wenn die wilden Wasser davon gebracht würden, wie er in guter Hoffnung stehe, so werde sie ohne allen Zweifel besser.
Unsichere Lesungen
- 133½ — Zahl, Bruch unsicher (Z. 4)
- wochenn — gekürzt geschrieben (Z. 11)
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Bl. 381rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Was er fur ein art brauchenn wolle, die wildenn wasser abzufuhrenn, vnnd durch was mittell solchs geschehenn könne, Darauff anntwort, Durch dieses mittell könne es geschehenn, Weil die wasserschechte, als der Sohlquelle, vnnd die wildenn quell höher als der Saltzquelle, das die strassenn so fernn hernach geritzt, damit allein die sussenn quellenn abgefurt mugenn werdenn, vnnd ist nit bedachtt tieffer zusenckenn, Wieuiel Bodt vnnd Pfannenn der Jtzige Sohlquelle, fort vnnd fort gebenn könne, anntwort — 40. Both könne er gewislichenn, mit stetigem siedenn versorgenn, Wie es mit den Pfannenn solle gehaltenn werdenn, wie hoch, lanng, tieff die Pfannenn sein sollenn, Saget — 11 schue die lennge, — 10 schue die Breite — ½ schuch die hohe, solche Pfannenn habe er bisdahero am bestenn fundenn, Jtzundt aber habe er eine grosse machenn lassenn, Wieuiel scheffell er vf eine Pfanne getraw anzu1[?]=
Was für ein Verfahren er anwenden wolle, die wilden Wasser abzuführen, und durch welche Mittel das geschehen könne. Darauf antwortet er: Durch dieses Mittel könne es geschehen — weil die Wasserschächte, ebenso die Solquelle, und die wilden Quellen höher liegen als die Salzquelle, dass man die Strecken so weit nachreißt, damit allein die süßen Quellen abgeführt werden können; und er gedenke nicht, tiefer zu senken.
Wie viele Bothe und Pfannen die jetzige Solquelle fort und fort versorgen könne. Antwort: 40 Bothe könne er gewiss mit stetigem Sieden versorgen.
Wie es mit den Pfannen gehalten werden solle, wie hoch, lang und tief die Pfannen sein sollen. Er sagt: 11 Schuh die Länge, 10 Schuh die Breite, ½ Schuh die Höhe; solche Pfannen habe er bisher am besten befunden. Jetzt aber habe er eine große machen lassen.
Wie viele Scheffel er sich auf eine Pfanne zu ge-
Unsichere Lesungen
- anzu — Zeilenende verschliffen (Z. 20)
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Bl. 381vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
bringenn, Sagt vf ein Pfanne vier Scheffell Northeusisch maß, stellet es aber vf ein Proba, Was er vor feuerwerck brauchenn wolle, Sagett, Holtz, Stro, vnnd Schilff, Wieuiel holtz er auf ein Pann zum siedenn bedarff, saget, Er habe Jtzundt vier vnnd — 5 schock holtz habenn mussenn, da hiebeuor mit — 2 oder 3. schockenn er eine Pfann habe abgesottenn, Darumb er auch bißolanng die wildenn wasser abgefuhret, das siedenn eingestelt, Jnn was kauf Jtzundt ein schock holtz, saget — 5 gk1[?] durchaus, Ob mann solchs auch indem kauff behaltenn muge, anntwort, Solchs werde sich mit der zeit wohlausweisenn Ob auch holtz gnug furhanndenn, anntwort er wolle sich aller gelegennheit erkundigenn, doch sey er genntzlicher vermutung, dieweil der Hartz neher Aulebenn dann Franckennhausenn gelegenn, es könne dasselbige gehöltze |: souiel das Well2[?]
Der Vierte Appendix. winnen getraue. Er sagt: auf eine Pfanne vier Scheffel Nordhäuser Maß; stellt es aber auf eine Probe.
Was er für Feuerwerk gebrauchen wolle. Er sagt: Holz, Stroh und Schilf.
Wie viel Holz er auf eine Pfanne zum Sieden brauche. Er sagt: er habe jetzt vier und 5 Schock Holz haben müssen, wo er zuvor mit 2 oder 3 Schock eine Pfanne abgesotten habe. Darum habe er auch, bis die wilden Wasser abgeführt sind, das Sieden eingestellt.
In welchem Preis jetzt ein Schock Holz stehe. Er sagt: durchweg 5 Groschen.
Ob man es auch in diesem Preis halten könne. Antwort: das werde sich mit der Zeit wohl erweisen.
Ob auch Holz genug vorhanden sei. Antwort: er wolle sich über alle Umstände erkundigen; doch sei er ganz der Vermutung, weil der Harz näher bei Auleben liegt als bei Frankenhausen, dass dieses Gehölz — soweit es das Wellen-
Unsichere Lesungen
- gk — Münzkürzel unklar (Z. 11)
- Well — Wort am Zeilenende unklar (Z. 20)
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Bl. 382rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
vnnd Herbkholtz1[?] annlanngt :| besser auch in geringem werth zegenn2[?] Aulebenn gebracht werdenn, Ob auch vf ein gewis Stambgeldt, vnnd vf wieder lauffennde Jar, mann sich holtzes könnte gnugsamb erholenn, anntwort, Was vnnser G. Churfurst vnnd herr, ann sich erkauffenn wurde, könnte also wohl geordenet werdenn, vf das annder wuste er nichts zuberichtenn Welche gehöltze diesem Saltzwergk am bestenn gelegenn sagt das muste mann sich bey den forsternn erkundigenn, vnnd aller gelegennheit bericht einnehmenn, dann er mit solchem nit vmbganngk, Ob das Saltz tuchtig, Legerhafftigk, vnnd gut sey, Sagt, Ja, Beruefft sich vf alle die Jenigenn so solch saltz habenn abgefurt, Ob auch das Saltz seinenn Schlis habe, Sagt es gehe nach Jtziger gelegennheit als baldt abe, zweiuelt nicht darann, es werde kunfftiglich wohl abgehl3[?]
Der Vierte Appendix. und Herbholz betrifft — besser und zu geringerem Wert nach Auleben gebracht werden könne.
Ob man sich auch gegen ein festes Stammgeld und auf wiederkehrende Jahre hinreichend mit Holz versorgen könne. Antwort: Was unser gnädigster Kurfürst und Herr an sich kaufen würde, könnte wohl so geordnet werden; zum anderen wisse er nichts zu berichten.
Welche Gehölze diesem Salzwerk am besten gelegen seien. Er sagt: das müsse man sich bei den Förstern erkundigen und über alle Umstände Bericht einnehmen, denn er habe damit nicht umgegangen.
Ob das Salz tauglich, lagerhaft und gut sei. Er sagt: ja; er beruft sich auf alle diejenigen, die solches Salz abgeführt haben.
Ob auch das Salz seinen Absatz habe. Er sagt: es gehe nach jetziger Lage sogleich ab; er zweifle nicht daran, es werde künftig wohl abgehen.
Unsichere Lesungen
- Herbkholtz — Wortmitte unklar (Z. 1)
- zegenn — wohl gegenn (Z. 2)
- abgehl — Kürzung, wohl abgehen (Z. 18)
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Bl. 382vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Arttern Vonn Aulebenn bin ich nach Arttern verreiset, vnd erstlich bey den Saltzbronnenn ganngen, vnnd die vorgenommene gebeuw, desgleichenn die zwey Bothe, so daselbst etliche zeit gestanndenn, besichtiget, Jnn das dritte aber hab ich nit gelassenn könne werdenn, aus vhrsachenn, das dasselbige etliche vom Nurmbergk, sonnderlich derenn einer Schelhamer heist, derzeitt Jnne hattenn, vnnd durch ein besonndere Kunst in furhabenns warenn, |: Wie sie sich dann mit den Pfennernn deshalb daselbst vmb die helffte des ganntzenn Saltzwergks eingelassenn :| den halben theil des holtzes zuersparenn, Der Bronn kömpt auch aus einem weissenn Saltz gebürge, gibt eine grosse mennge sohlenn, vnnd mehr dann duppell souiele als im Saltzwerge Sodenn furhandenn, ist noch nit gewis gefast, ohn allein das ein besonnder kumpff, annderhalb ehlenn hoch mitt bretternn vmbfanngenn, vnnd mit erdenn verlemmet ist, hat viele wiltwasser, welchs durch beson=
Der Vierte Appendix. Artern. Von Auleben bin ich nach Artern gereist und zuerst bei den Salzbrunnen gewesen und habe die vorgenommenen Bauten sowie die zwei Bothe, die dort etliche Zeit gestanden hatten, besichtigt. In das dritte aber habe ich nicht gelassen werden können, aus dem Grund, dass dieses etliche von Nürnberg — besonders einer, der Schelhammer heißt — derzeit innehatten und durch eine besondere Kunst vorhatten, die Hälfte des ganzen Holzes zu ersparen; wie sie sich denn mit den Pfännern deshalb dort um die Hälfte des ganzen Salzwerks eingelassen haben.
Der Brunnen kommt auch aus einem weißen Salzgebirge, gibt eine große Menge Sole und mehr als doppelt so viel, wie im Salzwerk Sooden vorhanden ist. Er ist noch nicht sicher gefasst, außer dass ein besonderer Kumpf, anderthalb Ellen hoch, mit Brettern umfangen und mit Erde verlehmt ist. Er hat viel wildes Wasser, das durch beson-
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Bl. 383rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
dere Kunstenn abgefurt ist wordenn, vnnd seindt viel Schachtenn allennthalb vmb den Bronnenn her eingesennckt, also das der ganntze Bergk ann allenn orten dermassenn erhölet, vnnd durchlöchert ist, das er dem Bronnenn nit viel nutzenn kann, Ich habe auch die Sohlenn geschepfft, hat rohe am gewichte gehaltenn die quart — 98½ loth, vnnd an Saltz — 8 lot minus1[?] ¼ qt.2[?] Vnnter des hab ich mich bey den Saltzgreuenn vnnd gewerckenn, annzeigenn lassenn, die seindt als baldt zusammenn kommenn, meine werbung benebenn der Credenntz anngenommenn vnnd anngehört, vnd sich alsbaldt auf alle frage ganntz gutwilligk vnnd freundtlich erklerett, Jnnsonnderheit aber, habenn sie anngezeigt, das sie vonn erster erfindung des Bronnenns kein gewisse gründtliche annzeigung habenn, Ohne das in einem altenn Meßbuch sie geschriebenn befundenn, das die Sohle Anno 1450. befundenn sey wordenn, Wie dann auch sonnstenn die altenn auch gleicher massenn berichtenn,
Der Vierte Appendix. dere Künste abgeführt worden ist. Und es sind viele Schächte allenthalben um den Brunnen herum eingesenkt, so dass der ganze Berg an allen Orten dermaßen ausgehöhlt und durchlöchert ist, dass er dem Brunnen nicht viel nützen kann.
Ich habe auch die Sole geschöpft; das Quart hat roh am Gewicht 98½ Lot gehalten und an Salz 8 Lot weniger ¼ Quentchen.
Unterdessen habe ich mich bei den Salzgrafen und Gewerken anmelden lassen; die sind sogleich zusammengekommen, haben meine Werbung neben dem Beglaubigungsschreiben angenommen und angehört und sich sogleich auf alle Fragen ganz gutwillig und freundlich erklärt.
Insbesondere aber haben sie angezeigt, dass sie über die erste Entdeckung des Brunnens keine sichere gründliche Nachricht hätten, außer dass sie in einem alten Messbuch geschrieben gefunden hätten, die Sole sei Anno 1450 gefunden worden; wie denn auch sonst die Alten gleichermaßen berichten.
Unsichere Lesungen
- minus — gekürzt ming (Z. 8)
- qt. — Maßkürzel unklar (Z. 8)
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Bl. 383vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Nach der hanndt aber habenn sich Jre1[?] gnedige Herrnn die Grauenn vonn Mannsfeldt, das Saltzwerck zuerbauwenn, mit hoher muhe vnnd grossem kostenn, vnnternommenn, also das gewislich vber 40 oder 50000 fl.2 darauff ganngenn sein, bißolanng das sie enndtlich dauonn abgelassenn, vnnd es fur wuste gut liegenn lassenn, Mit dem bauwenn aber sey es wunderlich vnnd seltzam zuganngenn, denn ob schonn vf ein zeit sich die Sohlen sehr reichlich ereugt gehabt, also das die Grauenn dauonn ein zimblichenn stadtlichenn gewin, hetten habenn könnenn, Habenn doch sie Jhnenn damit nicht genugenn wollenn lassenn, Sonndernn seindt weitters beredet wordenn, das sie wunschelruten habenn vmbhergehenn lassenn, Christallenn gesichte anngestellet, vnnd sonnst mit annderer zauberey bessere Sohlenn suchenn wollenn, daher dann eruolget sey, das allennthalb souiel Schachtenn eingesenckt, vnnd der Bergk ann allenn ortenn durchgrabenn sey wordenn,
Der Vierte Appendix. Danach aber haben ihre gnädigen Herren, die Grafen von Mansfeld, es unternommen, das Salzwerk zu erbauen, mit großer Mühe und großen Kosten, so dass gewiss über 40 000 oder 50 000 Gulden darauf gegangen sind — bis sie endlich davon abgelassen und es als wüstes Gut liegen gelassen haben.
Mit dem Bauen aber sei es wunderlich und seltsam zugegangen. Denn obwohl sich zu einer Zeit die Sole sehr reichlich gezeigt hatte, so dass die Grafen davon einen ziemlich stattlichen Gewinn hätten haben können, so haben sie sich doch damit nicht genügen lassen wollen, sondern sind weiter beredet worden, Wünschelruten umhergehen zu lassen, Kristallschauen anzustellen und sonst mit anderer Zauberei bessere Sole zu suchen. Daher ist dann erfolgt, dass allenthalben so viele Schächte eingesenkt und der Berg an allen Orten durchgraben worden ist.
Unsichere Lesungen
- Jre — Wortform unklar (Z. 1)
- fl. — Gulden-Zeichen (Z. 5)
S. 771
Bl. 384rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Sie zeigenn auch weitters ann, das es ein zeit bey wohlgedachtem Grauenn ein Kunstler sich so hoch anngebenn, als wolte er die Sohlenn allein dermassenn fassenn, vnnd das wilde wasser im berge verdempffen vnnd verstopffenn, das ann einem anndernn ort ausbrechenn, vnnd dem Bronnen keinenn schadenn mehr zufugenn, Sonndernn die Sohlenn alleine bleibenn solte, Solchs habe also gedachter Kunstler Inns werck gesezt, vnnd drey tage, bis ann den viertenn es erhaltenn, bis solanng das die gewalt im berge zu gros wordenn, mit vngestumm durch die klufte getrungenn, den Bronnen vnnd das gannze thal dermassenn verwustet, vnnd zurissenn, das mann seithero die Sohlenn nicht wie zuuor that zusammen bringenn konnenn, wie dann solchs der augenschein noch heutiges tags außweiset, Vnnd dieweil wie obenngedacht die Sohle sich in grosser mennge sehenn lest, vnnd vber dreißigk Jar verwuste gut liegenn bliebenn, berichtenn sie weitters, das sie sich vom neuwem durch Ire gnedige Herrnn
Der Vierte Appendix. Sie zeigen auch weiter an, dass sich zu einer Zeit bei dem genannten Grafen ein Künstler so hoch angeboten habe, er wolle die Sole allein dermaßen fassen und das wilde Wasser im Berg verdämmen und verstopfen, dass es an einem anderen Ort ausbräche und dem Brunnen keinen Schaden mehr zufügte, sondern die Sole allein bliebe.
Dieser Künstler hat das so ins Werk gesetzt und drei Tage, bis an den vierten, gehalten — so lange, bis die Gewalt im Berg zu groß wurde, mit Ungestüm durch die Klüfte drang und den Brunnen und das ganze Tal dermaßen verwüstete und zerriss, dass man seither die Sole nicht mehr wie zuvor hat zusammenbringen können, wie das der Augenschein noch heutigen Tages ausweist.
Und weil, wie oben gesagt, sich die Sole in großer Menge zeigt und über dreißig Jahre wüstes Gut liegengeblieben ist, berichten sie weiter, dass sie sich von neuem durch ihre gnädigen Herren,
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Bl. 384vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
die vonn Mannsfeldt damit habenn belehnenn lassenn, vnnd vonn der zeit hero in einem oder zweyenn Bothenn gesottenn, vnnd dieweil das holz bey Ihnenn zimblich zubekommenn, am siedenn noch keinenn schadenn gehabt, auch sehr trucken vnnd gut Salz gemacht habenn, doch sein sie durch Ire Salzknechte, derenn etliche vonn Hall, vonn Franckennhausenn, vnnd auch vonn Sodenn gewesenn, vielmahls geteuscht, vervortheilt, vnnd dieweil sie einfeltige leute, sagenn sie das sie es bey Ihnenn nicht enndernn konnenn, Enndtlich habenn sie mich auch berichtet, das sie sich vngeuerlich vor drey virtell Jars mit den Kunstlernn, dauonn drobenn meldung geschehenn, haben eingelassenn, vnnd dermassenn Contrahiret, das sie demselbigenn das gannze Salzwergk einreumen woltenn, Wann sie nur Irer Jegenn1[?] verpflichtung nach den Bronnenn wohl fassenn, vnnd das halbe holz im siedenn ersparenn konnte, Nun sein die Kunstler ein zeitlanng da gelegenn, ein ver=
Der Vierte Appendix. die von Mansfeld, damit haben belehnen lassen und seit der Zeit in einem oder zwei Bothen gesotten haben. Und weil das Holz bei ihnen ziemlich gut zu bekommen ist, haben sie am Sieden noch keinen Schaden gehabt und auch sehr trockenes und gutes Salz gemacht. Doch seien sie durch ihre Salzknechte — von denen etliche von Halle, von Frankenhausen und auch von Sooden gewesen sind — vielfach getäuscht und übervorteilt worden; und weil sie einfältige Leute seien, sagen sie, dass sie es bei ihnen nicht ändern könnten.
Endlich haben sie mich auch berichtet, dass sie sich ungefähr vor dreiviertel Jahren mit den Künstlern, von denen oben die Rede war, eingelassen und dermaßen kontrahiert hätten, dass sie ihnen das ganze Salzwerk einräumen wollten, wenn sie nur ihrer Verpflichtung nach den Brunnen gut fassen und das halbe Holz beim Sieden ersparen könnten. Nun sind die Künstler eine Zeitlang dort gelegen, haben ein ver-
Unsichere Lesungen
- Jegenn — Lesung unsicher, wohl gegen (Z. 17)