Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 767–776
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 767–776 · Bl. 382r–386v · Band 2
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Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
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Bl. 382rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
vnnd Herbkholtz1[?] annlanngt :| besser auch in geringem werth zegenn2[?] Aulebenn gebracht werdenn, Ob auch vf ein gewis Stambgeldt, vnnd vf wieder lauffennde Jar, mann sich holtzes könnte gnugsamb erholenn, anntwort, Was vnnser G. Churfurst vnnd herr, ann sich erkauffenn wurde, könnte also wohl geordenet werdenn, vf das annder wuste er nichts zuberichtenn Welche gehöltze diesem Saltzwergk am bestenn gelegenn sagt das muste mann sich bey den forsternn erkundigenn, vnnd aller gelegennheit bericht einnehmenn, dann er mit solchem nit vmbganngk, Ob das Saltz tuchtig, Legerhafftigk, vnnd gut sey, Sagt, Ja, Beruefft sich vf alle die Jenigenn so solch saltz habenn abgefurt, Ob auch das Saltz seinenn Schlis habe, Sagt es gehe nach Jtziger gelegennheit als baldt abe, zweiuelt nicht darann, es werde kunfftiglich wohl abgehl3[?]
Der Vierte Appendix. und Herbholz betrifft — besser und zu geringerem Wert nach Auleben gebracht werden könne.
Ob man sich auch gegen ein festes Stammgeld und auf wiederkehrende Jahre hinreichend mit Holz versorgen könne. Antwort: Was unser gnädigster Kurfürst und Herr an sich kaufen würde, könnte wohl so geordnet werden; zum anderen wisse er nichts zu berichten.
Welche Gehölze diesem Salzwerk am besten gelegen seien. Er sagt: das müsse man sich bei den Förstern erkundigen und über alle Umstände Bericht einnehmen, denn er habe damit nicht umgegangen.
Ob das Salz tauglich, lagerhaft und gut sei. Er sagt: ja; er beruft sich auf alle diejenigen, die solches Salz abgeführt haben.
Ob auch das Salz seinen Absatz habe. Er sagt: es gehe nach jetziger Lage sogleich ab; er zweifle nicht daran, es werde künftig wohl abgehen.
Unsichere Lesungen
- Herbkholtz — Wortmitte unklar (Z. 1)
- zegenn — wohl gegenn (Z. 2)
- abgehl — Kürzung, wohl abgehen (Z. 18)
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Bl. 382vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Arttern Vonn Aulebenn bin ich nach Arttern verreiset, vnd erstlich bey den Saltzbronnenn ganngen, vnnd die vorgenommene gebeuw, desgleichenn die zwey Bothe, so daselbst etliche zeit gestanndenn, besichtiget, Jnn das dritte aber hab ich nit gelassenn könne werdenn, aus vhrsachenn, das dasselbige etliche vom Nurmbergk, sonnderlich derenn einer Schelhamer heist, derzeitt Jnne hattenn, vnnd durch ein besonndere Kunst in furhabenns warenn, |: Wie sie sich dann mit den Pfennernn deshalb daselbst vmb die helffte des ganntzenn Saltzwergks eingelassenn :| den halben theil des holtzes zuersparenn, Der Bronn kömpt auch aus einem weissenn Saltz gebürge, gibt eine grosse mennge sohlenn, vnnd mehr dann duppell souiele als im Saltzwerge Sodenn furhandenn, ist noch nit gewis gefast, ohn allein das ein besonnder kumpff, annderhalb ehlenn hoch mitt bretternn vmbfanngenn, vnnd mit erdenn verlemmet ist, hat viele wiltwasser, welchs durch beson=
Der Vierte Appendix. Artern. Von Auleben bin ich nach Artern gereist und zuerst bei den Salzbrunnen gewesen und habe die vorgenommenen Bauten sowie die zwei Bothe, die dort etliche Zeit gestanden hatten, besichtigt. In das dritte aber habe ich nicht gelassen werden können, aus dem Grund, dass dieses etliche von Nürnberg — besonders einer, der Schelhammer heißt — derzeit innehatten und durch eine besondere Kunst vorhatten, die Hälfte des ganzen Holzes zu ersparen; wie sie sich denn mit den Pfännern deshalb dort um die Hälfte des ganzen Salzwerks eingelassen haben.
Der Brunnen kommt auch aus einem weißen Salzgebirge, gibt eine große Menge Sole und mehr als doppelt so viel, wie im Salzwerk Sooden vorhanden ist. Er ist noch nicht sicher gefasst, außer dass ein besonderer Kumpf, anderthalb Ellen hoch, mit Brettern umfangen und mit Erde verlehmt ist. Er hat viel wildes Wasser, das durch beson-
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Bl. 383rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
dere Kunstenn abgefurt ist wordenn, vnnd seindt viel Schachtenn allennthalb vmb den Bronnenn her eingesennckt, also das der ganntze Bergk ann allenn orten dermassenn erhölet, vnnd durchlöchert ist, das er dem Bronnenn nit viel nutzenn kann, Ich habe auch die Sohlenn geschepfft, hat rohe am gewichte gehaltenn die quart — 98½ loth, vnnd an Saltz — 8 lot minus1[?] ¼ qt.2[?] Vnnter des hab ich mich bey den Saltzgreuenn vnnd gewerckenn, annzeigenn lassenn, die seindt als baldt zusammenn kommenn, meine werbung benebenn der Credenntz anngenommenn vnnd anngehört, vnd sich alsbaldt auf alle frage ganntz gutwilligk vnnd freundtlich erklerett, Jnnsonnderheit aber, habenn sie anngezeigt, das sie vonn erster erfindung des Bronnenns kein gewisse gründtliche annzeigung habenn, Ohne das in einem altenn Meßbuch sie geschriebenn befundenn, das die Sohle Anno 1450. befundenn sey wordenn, Wie dann auch sonnstenn die altenn auch gleicher massenn berichtenn,
Der Vierte Appendix. dere Künste abgeführt worden ist. Und es sind viele Schächte allenthalben um den Brunnen herum eingesenkt, so dass der ganze Berg an allen Orten dermaßen ausgehöhlt und durchlöchert ist, dass er dem Brunnen nicht viel nützen kann.
Ich habe auch die Sole geschöpft; das Quart hat roh am Gewicht 98½ Lot gehalten und an Salz 8 Lot weniger ¼ Quentchen.
Unterdessen habe ich mich bei den Salzgrafen und Gewerken anmelden lassen; die sind sogleich zusammengekommen, haben meine Werbung neben dem Beglaubigungsschreiben angenommen und angehört und sich sogleich auf alle Fragen ganz gutwillig und freundlich erklärt.
Insbesondere aber haben sie angezeigt, dass sie über die erste Entdeckung des Brunnens keine sichere gründliche Nachricht hätten, außer dass sie in einem alten Messbuch geschrieben gefunden hätten, die Sole sei Anno 1450 gefunden worden; wie denn auch sonst die Alten gleichermaßen berichten.
Unsichere Lesungen
- minus — gekürzt ming (Z. 8)
- qt. — Maßkürzel unklar (Z. 8)
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Bl. 383vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Nach der hanndt aber habenn sich Jre1[?] gnedige Herrnn die Grauenn vonn Mannsfeldt, das Saltzwerck zuerbauwenn, mit hoher muhe vnnd grossem kostenn, vnnternommenn, also das gewislich vber 40 oder 50000 fl.2 darauff ganngenn sein, bißolanng das sie enndtlich dauonn abgelassenn, vnnd es fur wuste gut liegenn lassenn, Mit dem bauwenn aber sey es wunderlich vnnd seltzam zuganngenn, denn ob schonn vf ein zeit sich die Sohlen sehr reichlich ereugt gehabt, also das die Grauenn dauonn ein zimblichenn stadtlichenn gewin, hetten habenn könnenn, Habenn doch sie Jhnenn damit nicht genugenn wollenn lassenn, Sonndernn seindt weitters beredet wordenn, das sie wunschelruten habenn vmbhergehenn lassenn, Christallenn gesichte anngestellet, vnnd sonnst mit annderer zauberey bessere Sohlenn suchenn wollenn, daher dann eruolget sey, das allennthalb souiel Schachtenn eingesenckt, vnnd der Bergk ann allenn ortenn durchgrabenn sey wordenn,
Der Vierte Appendix. Danach aber haben ihre gnädigen Herren, die Grafen von Mansfeld, es unternommen, das Salzwerk zu erbauen, mit großer Mühe und großen Kosten, so dass gewiss über 40 000 oder 50 000 Gulden darauf gegangen sind — bis sie endlich davon abgelassen und es als wüstes Gut liegen gelassen haben.
Mit dem Bauen aber sei es wunderlich und seltsam zugegangen. Denn obwohl sich zu einer Zeit die Sole sehr reichlich gezeigt hatte, so dass die Grafen davon einen ziemlich stattlichen Gewinn hätten haben können, so haben sie sich doch damit nicht genügen lassen wollen, sondern sind weiter beredet worden, Wünschelruten umhergehen zu lassen, Kristallschauen anzustellen und sonst mit anderer Zauberei bessere Sole zu suchen. Daher ist dann erfolgt, dass allenthalben so viele Schächte eingesenkt und der Berg an allen Orten durchgraben worden ist.
Unsichere Lesungen
- Jre — Wortform unklar (Z. 1)
- fl. — Gulden-Zeichen (Z. 5)
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Bl. 384rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Sie zeigenn auch weitters ann, das es ein zeit bey wohlgedachtem Grauenn ein Kunstler sich so hoch anngebenn, als wolte er die Sohlenn allein dermassenn fassenn, vnnd das wilde wasser im berge verdempffen vnnd verstopffenn, das ann einem anndernn ort ausbrechenn, vnnd dem Bronnen keinenn schadenn mehr zufugenn, Sonndernn die Sohlenn alleine bleibenn solte, Solchs habe also gedachter Kunstler Inns werck gesezt, vnnd drey tage, bis ann den viertenn es erhaltenn, bis solanng das die gewalt im berge zu gros wordenn, mit vngestumm durch die klufte getrungenn, den Bronnen vnnd das gannze thal dermassenn verwustet, vnnd zurissenn, das mann seithero die Sohlenn nicht wie zuuor that zusammen bringenn konnenn, wie dann solchs der augenschein noch heutiges tags außweiset, Vnnd dieweil wie obenngedacht die Sohle sich in grosser mennge sehenn lest, vnnd vber dreißigk Jar verwuste gut liegenn bliebenn, berichtenn sie weitters, das sie sich vom neuwem durch Ire gnedige Herrnn
Der Vierte Appendix. Sie zeigen auch weiter an, dass sich zu einer Zeit bei dem genannten Grafen ein Künstler so hoch angeboten habe, er wolle die Sole allein dermaßen fassen und das wilde Wasser im Berg verdämmen und verstopfen, dass es an einem anderen Ort ausbräche und dem Brunnen keinen Schaden mehr zufügte, sondern die Sole allein bliebe.
Dieser Künstler hat das so ins Werk gesetzt und drei Tage, bis an den vierten, gehalten — so lange, bis die Gewalt im Berg zu groß wurde, mit Ungestüm durch die Klüfte drang und den Brunnen und das ganze Tal dermaßen verwüstete und zerriss, dass man seither die Sole nicht mehr wie zuvor hat zusammenbringen können, wie das der Augenschein noch heutigen Tages ausweist.
Und weil, wie oben gesagt, sich die Sole in großer Menge zeigt und über dreißig Jahre wüstes Gut liegengeblieben ist, berichten sie weiter, dass sie sich von neuem durch ihre gnädigen Herren,
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Bl. 384vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
die vonn Mannsfeldt damit habenn belehnenn lassenn, vnnd vonn der zeit hero in einem oder zweyenn Bothenn gesottenn, vnnd dieweil das holz bey Ihnenn zimblich zubekommenn, am siedenn noch keinenn schadenn gehabt, auch sehr trucken vnnd gut Salz gemacht habenn, doch sein sie durch Ire Salzknechte, derenn etliche vonn Hall, vonn Franckennhausenn, vnnd auch vonn Sodenn gewesenn, vielmahls geteuscht, vervortheilt, vnnd dieweil sie einfeltige leute, sagenn sie das sie es bey Ihnenn nicht enndernn konnenn, Enndtlich habenn sie mich auch berichtet, das sie sich vngeuerlich vor drey virtell Jars mit den Kunstlernn, dauonn drobenn meldung geschehenn, haben eingelassenn, vnnd dermassenn Contrahiret, das sie demselbigenn das gannze Salzwergk einreumen woltenn, Wann sie nur Irer Jegenn1[?] verpflichtung nach den Bronnenn wohl fassenn, vnnd das halbe holz im siedenn ersparenn konnte, Nun sein die Kunstler ein zeitlanng da gelegenn, ein ver=
Der Vierte Appendix. die von Mansfeld, damit haben belehnen lassen und seit der Zeit in einem oder zwei Bothen gesotten haben. Und weil das Holz bei ihnen ziemlich gut zu bekommen ist, haben sie am Sieden noch keinen Schaden gehabt und auch sehr trockenes und gutes Salz gemacht. Doch seien sie durch ihre Salzknechte — von denen etliche von Halle, von Frankenhausen und auch von Sooden gewesen sind — vielfach getäuscht und übervorteilt worden; und weil sie einfältige Leute seien, sagen sie, dass sie es bei ihnen nicht ändern könnten.
Endlich haben sie mich auch berichtet, dass sie sich ungefähr vor dreiviertel Jahren mit den Künstlern, von denen oben die Rede war, eingelassen und dermaßen kontrahiert hätten, dass sie ihnen das ganze Salzwerk einräumen wollten, wenn sie nur ihrer Verpflichtung nach den Brunnen gut fassen und das halbe Holz beim Sieden ersparen könnten. Nun sind die Künstler eine Zeitlang dort gelegen, haben ein ver-
Unsichere Lesungen
- Jegenn — Lesung unsicher, wohl gegen (Z. 17)
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Bl. 385rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
schlossenn bodt aufgericht, daselbst ein1[?] niemannds, dann allein die Kunstler dem Contract nach, durffen kommenn, mancherley beu vnnd verenderung derselbigenn furgenommenn, aber noch zur zeitt nichts fruchtbarlichs Inns werck gesezt, vnnangesehenn, das sie zu mehrmahlenn darumb anngesucht Als ich aber vnnter solchem gesprech weitters fragete, ob sie mit hiebey wissenn konntenn, mit was geschicklichkeit die vorstehende Kunst anngestellet werde, Habenn sie mich nichts berichtenn konnenn, ohne das sie annzeigenn, sie habenn vff ein zeit ein besonndernn große kupffern Blasenn gesehenn, was sie aber damit außrichtenn, konntenn sie nit wissenn, Der Wirdt aber im hause, welcher beide geselschafftenn der Kunstler kennet, hat im vnndtfahrenn2[?] lassenn, das er vngefehr vernommenn, das gleich wie ein Weinbrenner3[?] zeug der gannze hanndell sey anngestellet. Sonnstenn habenn diese leut aller, Nemblich beide
Der Vierte Appendix. schlossenes Bothe errichtet, wo nach dem Vertrag niemand außer den Künstlern hinzukommen darf, und mancherlei Bauten und Veränderungen daran vorgenommen — aber zur Zeit noch nichts Fruchtbares ins Werk gesetzt, ungeachtet dessen, dass sie mehrmals darum angegangen worden sind.
Als ich aber unter diesem Gespräch weiter fragte, ob sie dabei wüssten, mit welcher Geschicklichkeit die betreffende Kunst eingerichtet werde, haben sie mir nichts berichten können, außer dass sie anzeigen, sie hätten einmal eine besonders große kupferne Blase gesehen; was sie aber damit ausrichten, konnten sie nicht wissen. Der Wirt im Haus aber, der beide Gesellschaften der Künstler kennt, hat durchblicken lassen, dass er ungefähr vernommen habe, der ganze Handel sei wie ein Branntweinzeug eingerichtet.
Sonst haben diese Leute alle, nämlich beide
Unsichere Lesungen
- ein — oder hin (Z. 1)
- vnndtfahrenn — wohl vnnderfahrenn (Z. 16)
- Weinbrenner — i ohne Punkt (Z. 18)
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Bl. 385vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Salzgreuenn, vnnd die anndernn gewerckenn, gannz gehorsamb gutwillig vnnd freundtlich sich erzeiget, Mit anngehenngter vnnderthenniger vleissiger bitt, das ich Irer im bestenn bey meinem gnedigenn fursten vnnd herrnn gedenckenn wolte, mit der verpflichtung, so baldt die Kunstler Ire Kunst offenntlich Inns werck seztenn, vnnd die nuzenn bringenn wurde, das sie solchs alsbaldt meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn eröffnenn woltenn, Vnnd als ich vngefehr der Prob, wie obenngemelt, gedacht, habenn sie auch der Kunstler Proba, wie es darumb geschaffenn, meldung gethann, vnnd souiel zuuerstehenn gebenn, das derselbigenn Proba auff ein Centner nasser Sohlenn, vnnd nicht vfs nasse mas gerichtet sey, Darauff Ich zur anntwort gebenn, das solche Proba muste falsch vnnd vngewiß sein, In annsehung, das das nasse mas sohlenn, ann einem ennde mehr wiege, denn am anndernn, seindt sie mer1[?] |: als sonnderlich ein Alchimist vnnder Ihnenn war :| zugetrettenn, vnnd bericht vnnser Proba
Der Vierte Appendix. Salzgrafen und die anderen Gewerken, sich ganz gehorsam, gutwillig und freundlich erzeigt, mit angehängter untertäniger fleißiger Bitte, dass ich ihrer im Besten bei meinem gnädigen Fürsten und Herrn gedenken wolle — mit der Zusage, dass sie es meinem gnädigen Fürsten und Herrn sogleich eröffnen wollten, sobald die Künstler ihre Kunst öffentlich ins Werk setzten und diese Nutzen brächte.
Und als ich beiläufig der Probe, wie oben gesagt, gedachte, haben sie auch der Probe der Künstler Erwähnung getan, wie es damit beschaffen sei, und so viel zu verstehen gegeben, dass deren Probe auf einen Zentner nasser Sole und nicht auf das nasse Maß gerichtet sei. Darauf habe ich zur Antwort gegeben, dass eine solche Probe falsch und ungewiss sein müsse, in Anbetracht dessen, dass das nasse Maß Sole an einem Ende mehr wiegt als am anderen. Da sind sie — besonders ein Alchimist unter ihnen — beigetreten und haben um Bericht über unsere Probe
Unsichere Lesungen
- mer — oder mir (Z. 19)
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Bl. 386rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
gebettenn, welche Ich Iztgedachtem Alchimisten abzuschlagenn nit gewust, vnnd dieselbige etlicher massen vertrauwter weise eroffnet habe, Der zuuersicht, |: wie dann auch beschehenn :| er wurde mich darJegenn auch etlicher geheimnus theilhafftigk machenn, Ob nun wohl ich keinen beuelch gehabt, auff Sulza oder Kosernn, derenn dieses dem Churfurstenn, Jenes dem Herzogenn zu Sachssenn, zustenndigk zuziehenn, So hat mich doch meine reise dahin zuwendenn bewegt, dieweil ich vnnter anndernn verstannden, das ann den beidenn ortenn, die Kunstler Irenn vnnderschlief habenn soltenn, vnnd deshalb mich alsbaldt nach essens vfgemacht, vnnd nach Sulza gezogenn, vnnd Jegenn abenndt daselbst einkommenn, do hat mich auch der eine Salzgreue zu Artern eine forderungs schrifft an des einenn Kunstlers diener mitgetheilt, das er mich zur besichtigung Irer Kunstirung wolte zulassenn, wie dann vielleicht auch beschehenn were, wo ich nicht ebenn den Kunstirer selbst alda zur stedte in der Herberge, darin ich gekeret antroffenn hette,
Der Vierte Appendix. gebeten, die ich dem genannten Alchimisten nicht abzuschlagen wusste und die ich ihm einigermaßen vertraulich eröffnet habe — in der Zuversicht, wie es denn auch geschehen ist, er werde mich dagegen auch etlicher Geheimnisse teilhaftig machen.
Obwohl ich nun keinen Befehl hatte, nach Sulza oder Kösen zu ziehen — deren dieses dem Kurfürsten, jenes dem Herzog zu Sachsen zusteht —, so hat mich doch meine Reise bewogen, mich dorthin zu wenden, weil ich unter anderem verstanden hatte, dass die Künstler an diesen beiden Orten ihren Unterschlupf haben sollten. Deshalb habe ich mich sogleich nach dem Essen aufgemacht und bin nach Sulza gezogen und gegen Abend dort eingetroffen. Da hat mir auch der eine Salzgraf zu Artern ein Empfehlungsschreiben an den Diener des einen Künstlers mitgeteilt, dass er mich zur Besichtigung ihrer Kunst zulassen solle; wie es denn vielleicht auch geschehen wäre, wenn ich nicht eben den Künstler selbst dort zur Stelle in der Herberge, in der ich eingekehrt war, angetroffen hätte.
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Bl. 386vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Anno 69. Im Nouembri, bin ich sampt anndernn zu Arternn gewesenn, vnnd nachuolgenndts den Churfurstenn zu Sachssenn berichttet, Durchleuchtigster Hochgeborner Churfurst gnediger Herr, auf enndtpfanngenenn Euer Churfurstl. G. gnedigsten beuelch, seindt wir zu Arternn den 18 huius zusammenn kommenn, Doctorem Landelernn zu vnns beruffenn, vnnserm habenndenn beuelch, doch nach anweisung des Memorials in gewissenn fragstuckenn eroffnet, vnnd sonnstenn aller gelegennheit des Bronnenns, vnnd die alten gewerckschafft erkundiget, vnnd mit vleis besichtiget, Was nun Doctor Landeler auf die fragstucke, so Ime furgehaltenn worden seindt, sich hat erkleret vnnd außgesagt, habenn E. Churf. gl. beyliegenndts gnedigst weitter zusehenn, Dieweil aber wir vor vnnser Personn, vnns vnnderthenigst schuldigk erkennenn, vff E. Churf. gl. gnedigsten beuelch vnnser einfaltigs rathsames Bedennckenn zu eröffnenn, So ist es ann dem, Dieweil mehrgemelter Doctor Lanndeler auf die furnembstenn frag=
Der Vierte Appendix. Anno 69 im November bin ich samt anderen zu Artern gewesen und habe sodann dem Kurfürsten zu Sachsen berichtet:
Durchlauchtigster, hochgeborener Kurfürst, gnädiger Herr! Auf den empfangenen gnädigsten Befehl Euer Kurfürstlichen Gnaden sind wir zu Artern am 18. dieses zusammengekommen, haben Doktor Landeler zu uns berufen, ihm unseren Befehl — doch nach Anweisung des Memorials in bestimmten Fragestücken — eröffnet und uns sonst über alle Umstände des Brunnens und der alten Gewerkschaft erkundigt und ihn mit Fleiß besichtigt.
Was nun Doktor Landeler auf die Fragestücke, die ihm vorgehalten worden sind, erklärt und ausgesagt hat, haben Euer Kurfürstlichen Gnaden aus der Beilage gnädigst weiter zu ersehen.
Weil wir uns aber für unsere Person untertänigst schuldig erkennen, auf Euer Kurfürstlichen Gnaden gnädigsten Befehl unser einfältiges ratsames Bedenken zu eröffnen, so ist es dies: Weil der oftgenannte Doktor Landeler auf die vornehmsten Frage-