Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 771–780
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 771–780 · Bl. 384r–388v · Band 2
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Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
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Bl. 384rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Sie zeigenn auch weitters ann, das es ein zeit bey wohlgedachtem Grauenn ein Kunstler sich so hoch anngebenn, als wolte er die Sohlenn allein dermassenn fassenn, vnnd das wilde wasser im berge verdempffen vnnd verstopffenn, das ann einem anndernn ort ausbrechenn, vnnd dem Bronnen keinenn schadenn mehr zufugenn, Sonndernn die Sohlenn alleine bleibenn solte, Solchs habe also gedachter Kunstler Inns werck gesezt, vnnd drey tage, bis ann den viertenn es erhaltenn, bis solanng das die gewalt im berge zu gros wordenn, mit vngestumm durch die klufte getrungenn, den Bronnen vnnd das gannze thal dermassenn verwustet, vnnd zurissenn, das mann seithero die Sohlenn nicht wie zuuor that zusammen bringenn konnenn, wie dann solchs der augenschein noch heutiges tags außweiset, Vnnd dieweil wie obenngedacht die Sohle sich in grosser mennge sehenn lest, vnnd vber dreißigk Jar verwuste gut liegenn bliebenn, berichtenn sie weitters, das sie sich vom neuwem durch Ire gnedige Herrnn
Der Vierte Appendix. Sie zeigen auch weiter an, dass sich zu einer Zeit bei dem genannten Grafen ein Künstler so hoch angeboten habe, er wolle die Sole allein dermaßen fassen und das wilde Wasser im Berg verdämmen und verstopfen, dass es an einem anderen Ort ausbräche und dem Brunnen keinen Schaden mehr zufügte, sondern die Sole allein bliebe.
Dieser Künstler hat das so ins Werk gesetzt und drei Tage, bis an den vierten, gehalten — so lange, bis die Gewalt im Berg zu groß wurde, mit Ungestüm durch die Klüfte drang und den Brunnen und das ganze Tal dermaßen verwüstete und zerriss, dass man seither die Sole nicht mehr wie zuvor hat zusammenbringen können, wie das der Augenschein noch heutigen Tages ausweist.
Und weil, wie oben gesagt, sich die Sole in großer Menge zeigt und über dreißig Jahre wüstes Gut liegengeblieben ist, berichten sie weiter, dass sie sich von neuem durch ihre gnädigen Herren,
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die vonn Mannsfeldt damit habenn belehnenn lassenn, vnnd vonn der zeit hero in einem oder zweyenn Bothenn gesottenn, vnnd dieweil das holz bey Ihnenn zimblich zubekommenn, am siedenn noch keinenn schadenn gehabt, auch sehr trucken vnnd gut Salz gemacht habenn, doch sein sie durch Ire Salzknechte, derenn etliche vonn Hall, vonn Franckennhausenn, vnnd auch vonn Sodenn gewesenn, vielmahls geteuscht, vervortheilt, vnnd dieweil sie einfeltige leute, sagenn sie das sie es bey Ihnenn nicht enndernn konnenn, Enndtlich habenn sie mich auch berichtet, das sie sich vngeuerlich vor drey virtell Jars mit den Kunstlernn, dauonn drobenn meldung geschehenn, haben eingelassenn, vnnd dermassenn Contrahiret, das sie demselbigenn das gannze Salzwergk einreumen woltenn, Wann sie nur Irer Jegenn1[?] verpflichtung nach den Bronnenn wohl fassenn, vnnd das halbe holz im siedenn ersparenn konnte, Nun sein die Kunstler ein zeitlanng da gelegenn, ein ver=
Der Vierte Appendix. die von Mansfeld, damit haben belehnen lassen und seit der Zeit in einem oder zwei Bothen gesotten haben. Und weil das Holz bei ihnen ziemlich gut zu bekommen ist, haben sie am Sieden noch keinen Schaden gehabt und auch sehr trockenes und gutes Salz gemacht. Doch seien sie durch ihre Salzknechte — von denen etliche von Halle, von Frankenhausen und auch von Sooden gewesen sind — vielfach getäuscht und übervorteilt worden; und weil sie einfältige Leute seien, sagen sie, dass sie es bei ihnen nicht ändern könnten.
Endlich haben sie mich auch berichtet, dass sie sich ungefähr vor dreiviertel Jahren mit den Künstlern, von denen oben die Rede war, eingelassen und dermaßen kontrahiert hätten, dass sie ihnen das ganze Salzwerk einräumen wollten, wenn sie nur ihrer Verpflichtung nach den Brunnen gut fassen und das halbe Holz beim Sieden ersparen könnten. Nun sind die Künstler eine Zeitlang dort gelegen, haben ein ver-
Unsichere Lesungen
- Jegenn — Lesung unsicher, wohl gegen (Z. 17)
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schlossenn bodt aufgericht, daselbst ein1[?] niemannds, dann allein die Kunstler dem Contract nach, durffen kommenn, mancherley beu vnnd verenderung derselbigenn furgenommenn, aber noch zur zeitt nichts fruchtbarlichs Inns werck gesezt, vnnangesehenn, das sie zu mehrmahlenn darumb anngesucht Als ich aber vnnter solchem gesprech weitters fragete, ob sie mit hiebey wissenn konntenn, mit was geschicklichkeit die vorstehende Kunst anngestellet werde, Habenn sie mich nichts berichtenn konnenn, ohne das sie annzeigenn, sie habenn vff ein zeit ein besonndernn große kupffern Blasenn gesehenn, was sie aber damit außrichtenn, konntenn sie nit wissenn, Der Wirdt aber im hause, welcher beide geselschafftenn der Kunstler kennet, hat im vnndtfahrenn2[?] lassenn, das er vngefehr vernommenn, das gleich wie ein Weinbrenner3[?] zeug der gannze hanndell sey anngestellet. Sonnstenn habenn diese leut aller, Nemblich beide
Der Vierte Appendix. schlossenes Bothe errichtet, wo nach dem Vertrag niemand außer den Künstlern hinzukommen darf, und mancherlei Bauten und Veränderungen daran vorgenommen — aber zur Zeit noch nichts Fruchtbares ins Werk gesetzt, ungeachtet dessen, dass sie mehrmals darum angegangen worden sind.
Als ich aber unter diesem Gespräch weiter fragte, ob sie dabei wüssten, mit welcher Geschicklichkeit die betreffende Kunst eingerichtet werde, haben sie mir nichts berichten können, außer dass sie anzeigen, sie hätten einmal eine besonders große kupferne Blase gesehen; was sie aber damit ausrichten, konnten sie nicht wissen. Der Wirt im Haus aber, der beide Gesellschaften der Künstler kennt, hat durchblicken lassen, dass er ungefähr vernommen habe, der ganze Handel sei wie ein Branntweinzeug eingerichtet.
Sonst haben diese Leute alle, nämlich beide
Unsichere Lesungen
- ein — oder hin (Z. 1)
- vnndtfahrenn — wohl vnnderfahrenn (Z. 16)
- Weinbrenner — i ohne Punkt (Z. 18)
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Salzgreuenn, vnnd die anndernn gewerckenn, gannz gehorsamb gutwillig vnnd freundtlich sich erzeiget, Mit anngehenngter vnnderthenniger vleissiger bitt, das ich Irer im bestenn bey meinem gnedigenn fursten vnnd herrnn gedenckenn wolte, mit der verpflichtung, so baldt die Kunstler Ire Kunst offenntlich Inns werck seztenn, vnnd die nuzenn bringenn wurde, das sie solchs alsbaldt meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn eröffnenn woltenn, Vnnd als ich vngefehr der Prob, wie obenngemelt, gedacht, habenn sie auch der Kunstler Proba, wie es darumb geschaffenn, meldung gethann, vnnd souiel zuuerstehenn gebenn, das derselbigenn Proba auff ein Centner nasser Sohlenn, vnnd nicht vfs nasse mas gerichtet sey, Darauff Ich zur anntwort gebenn, das solche Proba muste falsch vnnd vngewiß sein, In annsehung, das das nasse mas sohlenn, ann einem ennde mehr wiege, denn am anndernn, seindt sie mer1[?] |: als sonnderlich ein Alchimist vnnder Ihnenn war :| zugetrettenn, vnnd bericht vnnser Proba
Der Vierte Appendix. Salzgrafen und die anderen Gewerken, sich ganz gehorsam, gutwillig und freundlich erzeigt, mit angehängter untertäniger fleißiger Bitte, dass ich ihrer im Besten bei meinem gnädigen Fürsten und Herrn gedenken wolle — mit der Zusage, dass sie es meinem gnädigen Fürsten und Herrn sogleich eröffnen wollten, sobald die Künstler ihre Kunst öffentlich ins Werk setzten und diese Nutzen brächte.
Und als ich beiläufig der Probe, wie oben gesagt, gedachte, haben sie auch der Probe der Künstler Erwähnung getan, wie es damit beschaffen sei, und so viel zu verstehen gegeben, dass deren Probe auf einen Zentner nasser Sole und nicht auf das nasse Maß gerichtet sei. Darauf habe ich zur Antwort gegeben, dass eine solche Probe falsch und ungewiss sein müsse, in Anbetracht dessen, dass das nasse Maß Sole an einem Ende mehr wiegt als am anderen. Da sind sie — besonders ein Alchimist unter ihnen — beigetreten und haben um Bericht über unsere Probe
Unsichere Lesungen
- mer — oder mir (Z. 19)
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gebettenn, welche Ich Iztgedachtem Alchimisten abzuschlagenn nit gewust, vnnd dieselbige etlicher massen vertrauwter weise eroffnet habe, Der zuuersicht, |: wie dann auch beschehenn :| er wurde mich darJegenn auch etlicher geheimnus theilhafftigk machenn, Ob nun wohl ich keinen beuelch gehabt, auff Sulza oder Kosernn, derenn dieses dem Churfurstenn, Jenes dem Herzogenn zu Sachssenn, zustenndigk zuziehenn, So hat mich doch meine reise dahin zuwendenn bewegt, dieweil ich vnnter anndernn verstannden, das ann den beidenn ortenn, die Kunstler Irenn vnnderschlief habenn soltenn, vnnd deshalb mich alsbaldt nach essens vfgemacht, vnnd nach Sulza gezogenn, vnnd Jegenn abenndt daselbst einkommenn, do hat mich auch der eine Salzgreue zu Artern eine forderungs schrifft an des einenn Kunstlers diener mitgetheilt, das er mich zur besichtigung Irer Kunstirung wolte zulassenn, wie dann vielleicht auch beschehenn were, wo ich nicht ebenn den Kunstirer selbst alda zur stedte in der Herberge, darin ich gekeret antroffenn hette,
Der Vierte Appendix. gebeten, die ich dem genannten Alchimisten nicht abzuschlagen wusste und die ich ihm einigermaßen vertraulich eröffnet habe — in der Zuversicht, wie es denn auch geschehen ist, er werde mich dagegen auch etlicher Geheimnisse teilhaftig machen.
Obwohl ich nun keinen Befehl hatte, nach Sulza oder Kösen zu ziehen — deren dieses dem Kurfürsten, jenes dem Herzog zu Sachsen zusteht —, so hat mich doch meine Reise bewogen, mich dorthin zu wenden, weil ich unter anderem verstanden hatte, dass die Künstler an diesen beiden Orten ihren Unterschlupf haben sollten. Deshalb habe ich mich sogleich nach dem Essen aufgemacht und bin nach Sulza gezogen und gegen Abend dort eingetroffen. Da hat mir auch der eine Salzgraf zu Artern ein Empfehlungsschreiben an den Diener des einen Künstlers mitgeteilt, dass er mich zur Besichtigung ihrer Kunst zulassen solle; wie es denn vielleicht auch geschehen wäre, wenn ich nicht eben den Künstler selbst dort zur Stelle in der Herberge, in der ich eingekehrt war, angetroffen hätte.
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Anno 69. Im Nouembri, bin ich sampt anndernn zu Arternn gewesenn, vnnd nachuolgenndts den Churfurstenn zu Sachssenn berichttet, Durchleuchtigster Hochgeborner Churfurst gnediger Herr, auf enndtpfanngenenn Euer Churfurstl. G. gnedigsten beuelch, seindt wir zu Arternn den 18 huius zusammenn kommenn, Doctorem Landelernn zu vnns beruffenn, vnnserm habenndenn beuelch, doch nach anweisung des Memorials in gewissenn fragstuckenn eroffnet, vnnd sonnstenn aller gelegennheit des Bronnenns, vnnd die alten gewerckschafft erkundiget, vnnd mit vleis besichtiget, Was nun Doctor Landeler auf die fragstucke, so Ime furgehaltenn worden seindt, sich hat erkleret vnnd außgesagt, habenn E. Churf. gl. beyliegenndts gnedigst weitter zusehenn, Dieweil aber wir vor vnnser Personn, vnns vnnderthenigst schuldigk erkennenn, vff E. Churf. gl. gnedigsten beuelch vnnser einfaltigs rathsames Bedennckenn zu eröffnenn, So ist es ann dem, Dieweil mehrgemelter Doctor Lanndeler auf die furnembstenn frag=
Der Vierte Appendix. Anno 69 im November bin ich samt anderen zu Artern gewesen und habe sodann dem Kurfürsten zu Sachsen berichtet:
Durchlauchtigster, hochgeborener Kurfürst, gnädiger Herr! Auf den empfangenen gnädigsten Befehl Euer Kurfürstlichen Gnaden sind wir zu Artern am 18. dieses zusammengekommen, haben Doktor Landeler zu uns berufen, ihm unseren Befehl — doch nach Anweisung des Memorials in bestimmten Fragestücken — eröffnet und uns sonst über alle Umstände des Brunnens und der alten Gewerkschaft erkundigt und ihn mit Fleiß besichtigt.
Was nun Doktor Landeler auf die Fragestücke, die ihm vorgehalten worden sind, erklärt und ausgesagt hat, haben Euer Kurfürstlichen Gnaden aus der Beilage gnädigst weiter zu ersehen.
Weil wir uns aber für unsere Person untertänigst schuldig erkennen, auf Euer Kurfürstlichen Gnaden gnädigsten Befehl unser einfältiges ratsames Bedenken zu eröffnen, so ist es dies: Weil der oftgenannte Doktor Landeler auf die vornehmsten Frage-
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stucke, nit hat anntwortenn wollenn1, vnnd dann ann dennselbigenn, am meinstenn gelegenn, E. Churf. gl. liessenn sich nach Iziger zeit, vnnd aller vmbstennde gelegennheit, nit weitter Jegenn Ihnenn den Doctor in dieser sachenn ein, bis solanng er vff dieselbigenn fragstucke E. Churf. gl. richtigenn vnnd grundtlichen bescheidt gebenn, Dann ob schonn Sohle gnug furhanndenn, Er der Doctor auch sich ruemet, vnnd hören lest, er wolle mit einem drittentheil holzes, so viel als ein annder mit 3/3 außrichtenn, So hat er im doch das lassenn enndtfallenn, das er vnter anndernn hat außgesagt, er muste zu absiedung — 5. fuder wassers — 7. schock wollenn[?] holz habenn, aus welchem, vnnserm verstanndt nach, nit grosse abkurzung des vnncostenns am holz kann abgenommen werdenn, vnnd were demnach vnnser einfeltigs bedennckenn, Wo mann Je disfals etwas vornemen wolte, das erstlichenn — 2. Probwerck gesotten werdenn, Inn welchenn mann, auf seine art, vnd denn auf meine des Salzgreuenn, die feurherde
stücke nicht hat antworten wollen, und weil an diesen am meisten gelegen ist, so mögen Euer Kurfürstlichen Gnaden sich nach jetziger Zeit und aller Umstände Lage nicht weiter mit ihm, dem Doktor, in dieser Sache einlassen, bis er auf diese Fragestücke Euer Kurfürstlichen Gnaden richtigen und gründlichen Bescheid gibt.
Denn obwohl Sole genug vorhanden ist und der Doktor sich auch rühmt und hören lässt, er wolle mit einem Drittel Holz so viel ausrichten wie ein anderer mit dem Ganzen, so hat er sich doch das entfallen lassen, dass er unter anderem ausgesagt hat, er müsse zum Absieden von 5 Fudern Wasser 7 Schock Wellenholz haben; woraus nach unserem Verstand keine große Verringerung der Unkosten am Holz abzunehmen ist.
Und es wäre demnach unser einfältiges Bedenken: Wo man in diesem Fall etwas vornehmen wollte, dass zunächst 2 Probewerke gesotten würden, in denen man die Feuerherde einmal auf seine Art und dann auf meine, des Salzgrafen, Art
Unsichere Lesungen
- wollenn — oder wellenn (Z. 13)
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Bl. 387vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
annstellete, mit dem holz sparenn oder nicht, Sonsten ohnne das wissenn wir weitters desfals nicht zu rathenn, Solches habenn Euer Churf. gl. wir vnnderthenigst nicht verhaltenn sollenn, vnnd seindt derselbigen zudienenn verpflicht, schuldig vnnd gannz geflissen willigk, Datum Anno Domini 69. den 25. Nouembris Michell vonn Ebelebenn Haubtmann zu Sanngerhausenn Johann Rhenanus Hessischer Salzgreue Christoff Schornlebenn1[?], Ober Huttenverwalter des Bergkwergks Freyburgk, Mathias Flicke2[?], Bergkvogtt zu Sanngerhausenn
Der Vierte Appendix. anstellte, um zu sehen, ob es am Holz spart oder nicht. Sonst wissen wir dazu weiter nichts zu raten.
Das haben wir Euer Kurfürstlichen Gnaden untertänigst nicht verhalten sollen; und wir sind derselben zu dienen verpflichtet, schuldig und ganz geflissen willig. Gegeben Anno Domini 69 den 25. November.
Michel von Ebeleben, Hauptmann zu Sangerhausen; Johann Rhenanus, hessischer Salzgraf; Christoff Schornleben, Oberhüttenverwalter des Bergwerks Freiberg; Matthias Flicke, Bergvogt zu Sangerhausen.
Unsichere Lesungen
- Schornlebenn — Name, o/e unsicher (Z. 13)
- Flicke — Name, oder Flirke (Z. 16)
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Bl. 388rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Fragstuck so dem Herrnn Doctori Landeler vonn Nurmbergk, nach außweisung des Churfl. Sechssischenn beuelchs des Saltzwercks Artern wegen seindt vorgehaltenn wordenn, vnnd was er darauff geanntwort. Ob der Saltzbronn bestenndiglich gefast sey, anntwort, Er sey nit gefast, vnnd wann er schonn nicht gefast werdenn solte, konne er doch mit bestenndigem nuzenn bey Iziger gelegennheit des Bronnenns bleibenn, Er verhoffe aber Ihnenn nachmahls mit Göttlicher verleyhung dermassenn zuerbauenn, vnnd in besserung zubringenn, das 100 oder 1000 Pfannenn gesezt werdenn konttenn, So wolle auch er aus dem abflus, also viel Salzes als aus dem Bronnenn machenn, vnnd sey die Izige fassung nur ein absonnderunge, vnd steygerung, Damit nit die vnreine Sohle, Inn die Pfannenn komme, sey gennzlich bedacht, den Bronnenn zufassenn, so baldt er nur durch hulff vnsers gnedigstenn Churfurstenn vnnd herrnn konne befordert werdenn, Vff welche mas vnnd weise er dieselbige fassung wolle
Der Vierte Appendix. Fragestücke, die dem Herrn Doktor Landeler von Nürnberg nach dem Wortlaut des kurfürstlich sächsischen Befehls wegen des Salzwerks Artern vorgehalten worden sind, und was er darauf geantwortet hat.
Ob der Salzbrunnen beständig gefasst sei. Antwort: Er sei nicht gefasst; und selbst wenn er nicht gefasst werden sollte, könne er doch bei jetziger Lage des Brunnens mit beständigem Nutzen bleiben. Er hoffe aber, ihn sodann mit göttlicher Verleihung dermaßen zu erbauen und in Besserung zu bringen, dass 100 oder 1000 Pfannen gesetzt werden könnten. So wolle er auch aus dem Abfluss ebenso viel Salz machen wie aus dem Brunnen; und die jetzige Fassung sei nur eine Absonderung und Steigerung, damit nicht die unreine Sole in die Pfanne komme. Er sei gänzlich bedacht, den Brunnen zu fassen, sobald er nur durch Hilfe unseres gnädigsten Kurfürsten und Herrn gefördert werden könne.
Auf welche Art und Weise er diese Fassung
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furnehmenn, anntwort, Darzu bedarf er verstenndiger vnnd erfahrner leute Rath, verhoffe leutt zuwegenn zubringenn, die Ime darzu tuchtigk sein konnenn, Doch wolle er nit tieffer senncken, Sonndernn vielmehr, da er Ja bauenn wolte, wolte er eine gute weite vom Bronnenn ein Stollenn vom Bergk herausfuhrenn, damit er also die wildenn wasser verschrotenn, abfuhrenn, vnnd die Sohlen allein behaltenn muge, Was solcher Baw kostenn werde, Sagt solches könne er nit eigenntlich wissenn, so sey es auch ann dem, das sich der Baw selbst könne verlegenn, so er im stetigenn siedenn bleibt, Doch könnt mann mitt — 1000 fl. in solchem baw viel außrichtenn, Ob er die Sohle vor rein vnnd gut achte, anntwort, die sey gemischt, wie dann alle Sohlenn bis vf — 33. lötige, Wieuiel Sohlenn der quell alle stunde, vnnd ob er dieselbigenn alle versiedenn wolle, berichttet, Er sey so reich vom Quallenn1[?] ann der meinge, das er
Der Vierte Appendix. vornehmen wolle. Antwort: Dazu bedürfe er des Rates verständiger und erfahrener Leute; er hoffe Leute zuwege zu bringen, die ihm dazu tauglich sein können. Doch wolle er nicht tiefer senken, sondern vielmehr, wenn er denn bauen wollte, in guter Weite vom Brunnen einen Stollen aus dem Berg herausführen, damit er so die wilden Wasser abschroten, abführen und die Sole allein behalten könne.
Was dieser Bau kosten werde. Er sagt: das könne er nicht genau wissen; auch sei es so, dass sich der Bau selbst tragen könne, wenn er im stetigen Sieden bleibt. Doch könnte man mit 1000 Gulden in diesem Bau viel ausrichten.
Ob er die Sole für rein und gut halte. Antwort: sie sei gemischt, wie denn alle Sole bis auf 33-lötige.
Wie viel Sole die Quelle in jeder Stunde gebe und ob er sie ganz versieden wolle. Er berichtet: sie sei an der Menge so reich, dass er
Unsichere Lesungen
- Quallenn — wohl Quellenn (Z. 20)