Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 777–786
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 777–786 · Bl. 387r–391v · Band 2
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Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
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Bl. 387rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
stucke, nit hat anntwortenn wollenn1, vnnd dann ann dennselbigenn, am meinstenn gelegenn, E. Churf. gl. liessenn sich nach Iziger zeit, vnnd aller vmbstennde gelegennheit, nit weitter Jegenn Ihnenn den Doctor in dieser sachenn ein, bis solanng er vff dieselbigenn fragstucke E. Churf. gl. richtigenn vnnd grundtlichen bescheidt gebenn, Dann ob schonn Sohle gnug furhanndenn, Er der Doctor auch sich ruemet, vnnd hören lest, er wolle mit einem drittentheil holzes, so viel als ein annder mit 3/3 außrichtenn, So hat er im doch das lassenn enndtfallenn, das er vnter anndernn hat außgesagt, er muste zu absiedung — 5. fuder wassers — 7. schock wollenn[?] holz habenn, aus welchem, vnnserm verstanndt nach, nit grosse abkurzung des vnncostenns am holz kann abgenommen werdenn, vnnd were demnach vnnser einfeltigs bedennckenn, Wo mann Je disfals etwas vornemen wolte, das erstlichenn — 2. Probwerck gesotten werdenn, Inn welchenn mann, auf seine art, vnd denn auf meine des Salzgreuenn, die feurherde
stücke nicht hat antworten wollen, und weil an diesen am meisten gelegen ist, so mögen Euer Kurfürstlichen Gnaden sich nach jetziger Zeit und aller Umstände Lage nicht weiter mit ihm, dem Doktor, in dieser Sache einlassen, bis er auf diese Fragestücke Euer Kurfürstlichen Gnaden richtigen und gründlichen Bescheid gibt.
Denn obwohl Sole genug vorhanden ist und der Doktor sich auch rühmt und hören lässt, er wolle mit einem Drittel Holz so viel ausrichten wie ein anderer mit dem Ganzen, so hat er sich doch das entfallen lassen, dass er unter anderem ausgesagt hat, er müsse zum Absieden von 5 Fudern Wasser 7 Schock Wellenholz haben; woraus nach unserem Verstand keine große Verringerung der Unkosten am Holz abzunehmen ist.
Und es wäre demnach unser einfältiges Bedenken: Wo man in diesem Fall etwas vornehmen wollte, dass zunächst 2 Probewerke gesotten würden, in denen man die Feuerherde einmal auf seine Art und dann auf meine, des Salzgrafen, Art
Unsichere Lesungen
- wollenn — oder wellenn (Z. 13)
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annstellete, mit dem holz sparenn oder nicht, Sonsten ohnne das wissenn wir weitters desfals nicht zu rathenn, Solches habenn Euer Churf. gl. wir vnnderthenigst nicht verhaltenn sollenn, vnnd seindt derselbigen zudienenn verpflicht, schuldig vnnd gannz geflissen willigk, Datum Anno Domini 69. den 25. Nouembris Michell vonn Ebelebenn Haubtmann zu Sanngerhausenn Johann Rhenanus Hessischer Salzgreue Christoff Schornlebenn1[?], Ober Huttenverwalter des Bergkwergks Freyburgk, Mathias Flicke2[?], Bergkvogtt zu Sanngerhausenn
Der Vierte Appendix. anstellte, um zu sehen, ob es am Holz spart oder nicht. Sonst wissen wir dazu weiter nichts zu raten.
Das haben wir Euer Kurfürstlichen Gnaden untertänigst nicht verhalten sollen; und wir sind derselben zu dienen verpflichtet, schuldig und ganz geflissen willig. Gegeben Anno Domini 69 den 25. November.
Michel von Ebeleben, Hauptmann zu Sangerhausen; Johann Rhenanus, hessischer Salzgraf; Christoff Schornleben, Oberhüttenverwalter des Bergwerks Freiberg; Matthias Flicke, Bergvogt zu Sangerhausen.
Unsichere Lesungen
- Schornlebenn — Name, o/e unsicher (Z. 13)
- Flicke — Name, oder Flirke (Z. 16)
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Bl. 388rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Fragstuck so dem Herrnn Doctori Landeler vonn Nurmbergk, nach außweisung des Churfl. Sechssischenn beuelchs des Saltzwercks Artern wegen seindt vorgehaltenn wordenn, vnnd was er darauff geanntwort. Ob der Saltzbronn bestenndiglich gefast sey, anntwort, Er sey nit gefast, vnnd wann er schonn nicht gefast werdenn solte, konne er doch mit bestenndigem nuzenn bey Iziger gelegennheit des Bronnenns bleibenn, Er verhoffe aber Ihnenn nachmahls mit Göttlicher verleyhung dermassenn zuerbauenn, vnnd in besserung zubringenn, das 100 oder 1000 Pfannenn gesezt werdenn konttenn, So wolle auch er aus dem abflus, also viel Salzes als aus dem Bronnenn machenn, vnnd sey die Izige fassung nur ein absonnderunge, vnd steygerung, Damit nit die vnreine Sohle, Inn die Pfannenn komme, sey gennzlich bedacht, den Bronnenn zufassenn, so baldt er nur durch hulff vnsers gnedigstenn Churfurstenn vnnd herrnn konne befordert werdenn, Vff welche mas vnnd weise er dieselbige fassung wolle
Der Vierte Appendix. Fragestücke, die dem Herrn Doktor Landeler von Nürnberg nach dem Wortlaut des kurfürstlich sächsischen Befehls wegen des Salzwerks Artern vorgehalten worden sind, und was er darauf geantwortet hat.
Ob der Salzbrunnen beständig gefasst sei. Antwort: Er sei nicht gefasst; und selbst wenn er nicht gefasst werden sollte, könne er doch bei jetziger Lage des Brunnens mit beständigem Nutzen bleiben. Er hoffe aber, ihn sodann mit göttlicher Verleihung dermaßen zu erbauen und in Besserung zu bringen, dass 100 oder 1000 Pfannen gesetzt werden könnten. So wolle er auch aus dem Abfluss ebenso viel Salz machen wie aus dem Brunnen; und die jetzige Fassung sei nur eine Absonderung und Steigerung, damit nicht die unreine Sole in die Pfanne komme. Er sei gänzlich bedacht, den Brunnen zu fassen, sobald er nur durch Hilfe unseres gnädigsten Kurfürsten und Herrn gefördert werden könne.
Auf welche Art und Weise er diese Fassung
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furnehmenn, anntwort, Darzu bedarf er verstenndiger vnnd erfahrner leute Rath, verhoffe leutt zuwegenn zubringenn, die Ime darzu tuchtigk sein konnenn, Doch wolle er nit tieffer senncken, Sonndernn vielmehr, da er Ja bauenn wolte, wolte er eine gute weite vom Bronnenn ein Stollenn vom Bergk herausfuhrenn, damit er also die wildenn wasser verschrotenn, abfuhrenn, vnnd die Sohlen allein behaltenn muge, Was solcher Baw kostenn werde, Sagt solches könne er nit eigenntlich wissenn, so sey es auch ann dem, das sich der Baw selbst könne verlegenn, so er im stetigenn siedenn bleibt, Doch könnt mann mitt — 1000 fl. in solchem baw viel außrichtenn, Ob er die Sohle vor rein vnnd gut achte, anntwort, die sey gemischt, wie dann alle Sohlenn bis vf — 33. lötige, Wieuiel Sohlenn der quell alle stunde, vnnd ob er dieselbigenn alle versiedenn wolle, berichttet, Er sey so reich vom Quallenn1[?] ann der meinge, das er
Der Vierte Appendix. vornehmen wolle. Antwort: Dazu bedürfe er des Rates verständiger und erfahrener Leute; er hoffe Leute zuwege zu bringen, die ihm dazu tauglich sein können. Doch wolle er nicht tiefer senken, sondern vielmehr, wenn er denn bauen wollte, in guter Weite vom Brunnen einen Stollen aus dem Berg herausführen, damit er so die wilden Wasser abschroten, abführen und die Sole allein behalten könne.
Was dieser Bau kosten werde. Er sagt: das könne er nicht genau wissen; auch sei es so, dass sich der Bau selbst tragen könne, wenn er im stetigen Sieden bleibt. Doch könnte man mit 1000 Gulden in diesem Bau viel ausrichten.
Ob er die Sole für rein und gut halte. Antwort: sie sei gemischt, wie denn alle Sole bis auf 33-lötige.
Wie viel Sole die Quelle in jeder Stunde gebe und ob er sie ganz versieden wolle. Er berichtet: sie sei an der Menge so reich, dass er
Unsichere Lesungen
- Quallenn — wohl Quellenn (Z. 20)
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Bl. 389rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
gannz Teutschlanndt damit speisenn wolle, getrau es auch wolfeiler als zu Halle zumachenn vnnd zuuerkauffenn, Wie Reich die Sohle am halt sey, sagt der Centner habe — 6 lb.1 reichlich. Ob zuhoffenn, das durchbauenn der Bronn könne verbessert werdenn, Sagt er sey der gennzlichenn hofnunge vermittelst Göttlicher hulffe, wann der Baw nach obgesazter seiner meinung Inns werck gesezt werde. Was fur art er brauchen wolle, die Sohle zuuerbessern, Sagt, Es sey ein frage in Heiligenn Geist, Er hab albereit vnnsernn gnedigstenn Churfurstenn vnnd herrn, dauonn berichtet, wolle es auch nachmahls thun, konne sich aus bedenncklichenn vhrsachenn vff diese frage Jegenn vnns nicht erclerenn, Wieuiel Bodt vnnd Pfannenn vonn den Bronnenn fur vnd fur, bestenndiglich konntenn gefordert werdenn, Sagt souiel als mann wolle, vnnd souiel als man Holz
Der Vierte Appendix. ganz Deutschland damit speisen wolle; er getraue sich auch, es billiger als zu Halle zu machen und zu verkaufen.
Wie reich die Sole am Gehalt sei. Er sagt: der Zentner habe reichlich 6 Pfund.
Ob zu hoffen sei, dass der Brunnen durch Bauen verbessert werden könne. Er sagt, er sei ganz der Hoffnung, mit göttlicher Hilfe, wenn der Bau nach seiner oben genannten Meinung ins Werk gesetzt werde.
Was für eine Art er anwenden wolle, die Sole zu verbessern. Er sagt: das sei eine Frage im Heiligen Geist; er habe bereits unserem gnädigsten Kurfürsten und Herrn davon berichtet und wolle es auch weiterhin tun, könne sich aber aus bedenklichen Gründen auf diese Frage uns gegenüber nicht erklären.
Wie viele Bothe und Pfannen vom Brunnen fort und fort beständig versorgt werden könnten. Er sagt: so viele, wie man wolle, und so viele, wie man Holz
Unsichere Lesungen
- lb. — Pfundzeichen (Z. 5)
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Bl. 389vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
bekommenn konntte, Er sey aber mit seiner Kunst gefast, das er mit einem drittenntheil holzes souiel außrichtenn will, als ein annder mit — 3/3, Hatt sich auch weitters erkleret, das er zu absiedenns — 5. fuder wassers — 7. schock Wellenn, vnnd nitt mehr bedurffe, wolle auch wohl ohnne holz siedenn, Wie gros vnnd tieff die Pfannenn sey, anntwort, Diese frage ist, Noli me tangere, Er könne aber mitt grossen vnnd kleinenn Pfannenn siedenn, Wieuiel dreßnischer Schöffell er auff ein siedenn vnd pfannenn außbringe, anntwort, auff ein siedenn bringe er aus — 4. Schöffell, welche drey Hallische machenn, er siede dieselbigenn in — 6 oder 8. stundenn, gebe wochenntlich zu lohnn — 2 fl. vnnd lieffernn Izo die Söder wochenntlich — 100 stuck, hoffe es aber vf — 150 stuck zubringenn, Wieuiel holz auff Jeders siedenn aufgewenndet werde, anntwort, wiewohl dieser artickul auch noli
Der Vierte Appendix. bekommen könne. Er sei aber mit seiner Kunst darauf gefasst, dass er mit einem Drittel Holz so viel ausrichten wolle wie ein anderer mit dem Ganzen. Er hat sich auch weiter erklärt, dass er zum Absieden von 5 Fudern Wasser 7 Schock Wellen und nicht mehr brauche; er wolle auch wohl ohne Holz sieden.
Wie groß und tief die Pfanne sei. Antwort: Diese Frage ist ein Noli me tangere. Er könne aber mit großen und kleinen Pfannen sieden.
Wie viele Dresdner Scheffel er auf ein Sieden und eine Pfanne ausbringe. Antwort: auf ein Sieden bringe er 4 Scheffel aus, die drei Hallische ausmachen; er siede sie in 6 oder 8 Stunden, gebe wöchentlich 2 Gulden Lohn, und die Sieder lieferten jetzt wöchentlich 100 Stück; er hoffe es aber auf 150 Stück zu bringen.
Wie viel Holz auf jedes Sieden aufgewendet werde. Antwort: obwohl auch dieser Artikel ein Noli
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me tangere seÿ, vnnd er deshalb mehrhöchstes ernenten vnsern gl. f. vnnd herrn solches berichtenn wolle, do durffte er doch nach Jtziger gelegennheit, da er allein den drittentheil seiner kunst Jnns werck gesetzt, die anndern zweÿtheil aber, ohne kaiserliche priuilegien Jnns werck zusetzen, nit bedacht seÿ, mit mehr denn — 4 schock wellen, deren Jedes — 3 groschenn gelte, da zu Franckenhausenn eins achtte gellett. 13. Was fur feurwergk er wolle brauchenn, vnnd vf was art der feurherdt seÿ anngestellet, Sagtt er wolle brauchenn Holtz, Stro, Schilff, Steinkohlenn, vnd dorff1[?], So seÿ sein herdt auff zuegk, trieb vnnd windt anngestellet. 14. Jnn was kauff vnnd werth das holtz Jtzo seÿ, Jst Jtzo erkleret, Jedoch könne er Jtzo, wann ers Sambskauffs thut, den acker schlagholtz, vmb — 2. 3. 4. oder 5 fl. keuffenn vnnd ann sich bringen, 15 Ob mann es auch in solchem werth könne bestendig=
Der Vierte Appendix. me tangere sei und er deshalb unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn dies berichten wolle, so brauche er doch nach jetziger Lage — da er allein den dritten Teil seiner Kunst ins Werk gesetzt hat, die anderen zwei Teile aber ohne kaiserliche Privilegien ins Werk zu setzen nicht gedenkt — nicht mehr als 4 Schock Wellen, deren jedes 3 Groschen gilt, während zu Frankenhausen eines acht gilt.
13. Was für Feuerwerk er gebrauchen wolle und auf welche Art der Feuerherd eingerichtet sei. Er sagt, er wolle Holz, Stroh, Schilf, Steinkohlen und Torf gebrauchen; und sein Herd sei auf Zug, Trieb und Wind eingerichtet.
14. In welchem Kauf und Wert das Holz jetzt sei. Ist jetzt erklärt; jedoch könne er jetzt, wenn er es im Gesamtkauf tut, den Acker Schlagholz um 2, 3, 4 oder 5 Gulden kaufen und an sich bringen.
15. Ob man es auch in solchem Wert beständig
Unsichere Lesungen
- dorff — d oder t (Torf) (Z. 13)
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Bl. 390vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
lich erhaltenn, sagt, darnach mann viel vnnd wenig köthe annstellet, Hoffe aber wo vnnser gnedigster herr etwas Jme auf geburliche zins vnnd volgende bezahlung wurdenn versetzenn, er wolle durch fügliche mittell die vmbliegennde Geholtz wohlfeiler vnnd bestenndiglicher ann sich bringenn, Erblich, oder vf wiederlauffennde Jar, wo aber nitt So muste er aus einem kleinenn Bronnenn auch trinckenn, denn zugrossenn hanndelnn gehören grosse beuttell 16. Ob auch holtz gnugsamb fürhanndenn, sagt weren bis in — 50. oder 60000 acker zukauffe, vnnd könne vf — 1000 ackernn gemeines Reisholtz, souiel holtz zuwegenn bringenn, das er damitt — 200000 ste1[?] absiedenn könne, Mitt denn Waerterischenn2[?] holtze aber, welchs besser seÿ, könne er mit — 1000 ackernn — 300000 ste3[?] befordernn, Solte er aber die Sohle alle versiedenn, So würde in der Düringer vnnd Hartzwaldt.
Der Vierte Appendix. erhalten könne. Er sagt: je nachdem, wie viele oder wenige Kothen man betreibt. Er hoffe aber, wenn unser gnädigster Herr ihm etwas gegen gebührenden Zins und nachfolgende Bezahlung versetzen würde, er wolle durch geeignete Mittel die umliegenden Gehölze billiger und beständiger an sich bringen, erblich oder auf wiederkehrende Jahre; wo aber nicht, so müsse er auch aus einem kleinen Brunnen trinken, denn zu großen Handeln gehören große Beutel.
16. Ob auch Holz genug vorhanden sei. Er sagt: es wären bis zu 50 000 oder 60 000 Acker zu kaufen, und er könne auf 1000 Ackern gemeinen Reisholzes so viel Holz zuwege bringen, dass er damit 200 000 Stück absieden könne. Mit dem Werther Holz aber, das besser sei, könne er mit 1000 Ackern 300 000 Stück bewältigen. Sollte er aber die Sole ganz versieden, so würden der Thüringer und der Harzwald,
Unsichere Lesungen
- ste — Abkürzung, wohl Stück (Z. 15)
- Waerterischenn — Name des Holzes unklar (Z. 16)
- ste — Abkürzung, wohl Stück (Z. 17)
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Bl. 391rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Ja alle vmbliegennde geholtze zuwenig sein, 17. Wie lannge mann ohne steigerung des Holtzkauffs sich holtzes erholenn könne, Sagt, Hierinne könne er kein mas noch ziel setzenn, dann es seÿ ein handell der steigenn vnnd fallenn könne, 18 Welche Geholtze diesem Saltzwergke am nehestenn gelegenn seindt, wie sie heissenn, vnnd wo sie liegen, Sagt, er stehe in hanndelung mit denenn vonn Werternn vmb — 16000 acker, So seyenn Jme die Witzlebischenn1[?], Werterische Rasennburgische2[?], Sapennburgische3[?], Schöffische4[?], vnnd Euerfordische5[?] gehöltz am bestenn gelegenn, versehe sich auch, er wolle flösse annstellenn, vnnd zuwegenn bringk. 19. Ob das Saltz auch gut vnnd düchtigk, sagt, Seÿ gut, stelle es vf die Proba. 20 Ob auch grosse nachfrage vnnd bestenndiger Schlis könne anngestellet werdenn, Sagtt. Dauon habe er seinenn vorschlage mehr hochstermeltem vnserm G. fürstenn vnnd herrnn, schonn eroffnett.
Der Vierte Appendix. ja alle umliegenden Gehölze zu wenig sein.
17. Wie lange man sich ohne Steigerung des Holzpreises mit Holz versorgen könne. Er sagt: hierin könne er kein Maß und Ziel setzen, denn es sei ein Handel, der steigen und fallen könne.
18. Welche Gehölze diesem Salzwerk am nächsten gelegen sind, wie sie heißen und wo sie liegen. Er sagt, er stehe in Verhandlung mit denen von Werther um 16 000 Acker; so seien ihm die Witzlebener, Werther, Rasenburger, Sapenburger, Schöffer und Erfurter Gehölze am besten gelegen. Er versehe sich auch, er wolle Flöße einrichten und zuwege bringen.
19. Ob das Salz auch gut und tauglich sei. Er sagt: es sei gut; er stelle es auf die Probe.
20. Ob auch große Nachfrage und beständiger Absatz eingerichtet werden könne. Er sagt: davon habe er unserem hochgenannten gnädigen Fürsten und Herrn seinen Vorschlag schon eröffnet,
Unsichere Lesungen
- Witzlebischenn — Name (Z. 10)
- Rasennburgische — Name (Z. 10)
- Sapennburgische — Name, evtl. Sachsenburg (Z. 11)
- Schöffische — Name (Z. 11)
- Euerfordische — Name, evtl. Erfurt (Z. 11)
S. 786
Bl. 391vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
wie es in seiner Churf. gl. Lanndenn gehalttenn werdenn könne, Jtzo aber zeit er ann, Ladenn beÿ Jme Franckenn, Wittlennder1[?], auch zu Zeittenn Reinlennder, so seÿ vorm Jar es beÿ Jhnenn im winter sehr sperung2[?] vmb saltz gewesenn, als mann zu Franckennhausenn ein zeitlang nicht sieden könnenn, Habe vf einmahl — 800 stk im vorrath gehabt, vnnd dis Jar vber heupt — 3000 stuck vnnd darüber gemacht, Stehe mit den Nürnberger in hanndelung, wisse auch wege, wie er mitt den fürleutenn ganntz wolfeÿl vnnd leichtlich beÿ Centnern, das holtz abzuführenn verdingenn könne, 21. Was der Ertzbischoff zu Magdeburgk als Lehenherr, darann vor gerechtigkeit habe, was für bewilligung vnnd Consens er vonn Jtztgedachtem Ertzbischoff habe, Was dieselbige bewilligung Jnnhalte, vnnd wie lannge sie stehe, Darauf anntwort er, Es seÿ wohl Ertzbischofflich Lehenn, aber es seÿ in dem Lehennbrieffe, welche seine gnedige Herrnn die
wie es in Seiner Kurfürstlichen Gnaden Landen gehalten werden könne. Jetzt aber zeigt er an: bei ihm laden Franken, Westfalen, auch zuweilen Rheinländer. So sei vor einem Jahr im Winter bei ihnen große Nachfrage nach Salz gewesen, als man zu Frankenhausen eine Zeitlang nicht sieden konnte. Er habe auf einmal 800 Stück auf Vorrat gehabt und in diesem Jahr insgesamt 3000 Stück und darüber gemacht. Er stehe mit den Nürnbergern in Verhandlung und wisse auch Wege, wie er mit den Fuhrleuten ganz billig und leicht nach Zentnern verdingen könne, das Holz abzuführen.
21. Was der Erzbischof zu Magdeburg als Lehnsherr für ein Recht daran habe, welche Bewilligung und Zustimmung er von diesem Erzbischof habe, was diese Bewilligung enthalte und wie lange sie gelte. Darauf antwortet er: Es sei wohl erzbischöfliches Lehen, aber im Lehnbrief, den seine gnädigen Herren, die
Unsichere Lesungen
- Wittlennder — Herkunftsname unklar (Z. 3)
- sperung — Wort unklar (Z. 5)