Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 791–800
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen · S. 791–800 · Bl. 394r–398v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise von 1568: von Sondershausen bis Kösen
S. 733–793 · Bl. 365r–395r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 791
Bl. 394rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
anndernn |: derenn vngefehr in die vierzehenn ich gezehlet :| ableuffet, vnnd soll also durch solchs leckenn vnnd leitenn, die Sohla gebessert werdenn, Boserne1[?] Folgennts tags binn ich vff Weissennfels vnnd nach Bosernn verreiset, daselbst auch die gelegennheit des daselbst fürgenommenn Saltzwergks bau zuerlernen, vnnd dieweil zu Weissennfels ein Bürger, mitt nahmenn zacharias hoffmann genanndt, welcher für einenn zimblichenn verstenndigenn Philosophum anngebenn wardt, auch kurtz zuuor mit den kunstlernn auf dem Bronnenn zu Bosernn gewesenn, vnnd dauonn zuberichtenn wissenn hatte, Hab ich denselbigenn zu mir erfordert, vnnd nach essenns auff meinem wagenn mit mir nach Bosernn genommen, dieser hat mich berichtet, das er vonn altenn leutenn erfahrenn, wie weÿlanndt der Hochlöbliche fürst Hertzogk George zu Sachssenn, denselbigenn Saltzbronnenn zubauenn erstmahls vngefehr vor — 50. Jarenn vnderstanndenn, habe auch darauff ein
Der Vierte Appendix. anderen — deren ich ungefähr vierzehn gezählt habe. Und durch dieses Lecken und Leiten soll die Sole gebessert werden.
Kösen. Am folgenden Tag bin ich nach Weißenfels und nach Kösen gereist, um dort ebenfalls die Umstände des dort vorgenommenen Salzwerksbaus zu erkunden. Und weil zu Weißenfels ein Bürger namens Zacharias Hoffmann lebte, der für einen ziemlich verständigen Philosophen ausgegeben wurde und kurz zuvor mit den Künstlern auf dem Brunnen zu Kösen gewesen war und davon zu berichten wusste, habe ich diesen zu mir gefordert und nach dem Essen auf meinem Wagen mit mir nach Kösen genommen.
Dieser hat mir berichtet, dass er von alten Leuten erfahren habe, wie weiland der hochlöbliche Fürst Herzog Georg zu Sachsen diesen Salzbrunnen erstmals vor ungefähr 50 Jahren zu bauen unternommen habe. Er habe auch darauf ein
Unsichere Lesungen
- Boserne — Ortsname, wohl Poserna (Z. 4)
S. 792
Bl. 394vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
merglichs vnnd grosses gewenndet, den Bronnenn vber — 40 ehlenn tieff gesenncket, viel kunst: vnd Schepffwergk daselbst vfgericht, habe aber nichts zu wegenn bracht, sonnder souiel tieffer er in weichenn Steinechtenn grundt gesenncket, souiel mehr seÿ das wilde wasser herzugedrungenn, welchs enndtlich die arbeiter dermassenn vberwaltigt, das sie vonn der arbeit ablassenn mustenn, vnnd seÿ also das vorgenommene Saltzwergk zu wustenn rechtenn1[?] liegenn bliebenn, bis auf den Jtzigenn Churfürstenn zu Saxenn, Hertzogenn Augustum, beÿ dem habenn die Nürnbergischenn kunstler vmb belehnung anngesuchtt, aber noch zur zeit nichts erhaltenn könnenn, Als ich nun Jnns dorff Bosernn kommenn, habe Jch zwenn alte menner, vf alle die Jtzt erzelten Puncten, Jre wissennschafft zueroffnenn, im augennschein vff dem Bronnenn gefragt, seindt die dem allenn zugetrettenn, vnnd darbenebenn anngezeigt, das in zeit des fürgenommenn Baues nichtt allein an einem
Der Vierte Appendix. Beträchtliches und Großes gewendet, den Brunnen über 40 Ellen tief gesenkt und viel Kunst- und Schöpfwerk dort errichtet, habe aber nichts zuwege gebracht. Sondern je tiefer er in weichen steinigen Grund gesenkt habe, desto mehr sei das wilde Wasser herzugedrungen, was endlich die Arbeiter dermaßen überwältigt habe, dass sie von der Arbeit ablassen mussten. Und so sei das vorgenommene Salzwerk als wüstes Gut liegengeblieben bis auf den jetzigen Kurfürsten zu Sachsen, Herzog August; bei dem haben die Nürnberger Künstler um Belehnung angesucht, aber bis jetzt nichts erlangen können.
Als ich nun ins Dorf Kösen kam, habe ich zwei alte Männer im Augenschein auf dem Brunnen gefragt, ihre Kenntnis über alle eben erzählten Punkte zu eröffnen. Diese sind dem allen beigetreten und haben daneben angezeigt, dass zur Zeit des vorgenommenen Baus nicht allein an einer,
Unsichere Lesungen
- wustenn rechtenn — Lesung unsicher (Z. 9)
S. 793
Bl. 395rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: von Sondershausen bis KösenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
sonndernn ann zweyenn dreyenn enndenn eingesenckt, vnnd nichts ausgericht were wordenn, wie dann solchs der augennschein mit sich brechtte. Weitters habe ich die Sohlenn zu probiren begeret, Nach dem aber der Bronnenn schacht, wie tieff er auch ist, mit Sohl vnnd wiltwasser bis obenn aus der erdenn gleich erfült gewesenn, auch vmb vnnd vmb ein kreuchechtigk[?] gemöhr[?] vorhanndenn, Hab Jch zur Sohlenn nit kommenn mügenn, bis solanng ich vf fürschlagenn obgedachts Weissenfelssischenn Burgers, ann einer lanngenn Leynenn, vber ein lange stanngenn ein kruglein mit annhanngenndem gewichte eingelassenn, vnnd die Sohle aus der tieffe zureichenn, fürgenommenn, Jst aber vmb der vielenn strebenn willenn, so im Schacht seindt, nichts zuwegenn bracht, denn der krugk am stricke zerbrochenn, Souiel vonn diesem Saltzwerck, das annder wirdt sich in gemeinem bericht wohl findenn,
Der Vierte Appendix. sondern an zwei, drei Stellen eingesenkt und nichts ausgerichtet worden sei, wie das denn der Augenschein mit sich bringt.
Weiter habe ich begehrt, die Sole zu proben. Nachdem aber der Brunnenschacht, so tief er auch ist, mit Sole und wildem Wasser bis oben der Erde gleich angefüllt gewesen ist und auch ringsherum ein brüchiges Gemäuer vorhanden war, habe ich zur Sole nicht kommen können — bis ich schließlich auf Vorschlag des genannten Weißenfelser Bürgers an einer langen Leine über eine lange Stange ein Krüglein mit angehängtem Gewicht eingelassen und vorgenommen habe, die Sole aus der Tiefe zu holen. Es ist aber wegen der vielen Streben, die im Schacht sind, nichts zuwege gebracht worden, denn der Krug zerbrach am Strick.
So viel von diesem Salzwerk; das andere wird sich im allgemeinen Bericht wohl finden.
Unsichere Lesungen
- kreuchechtigk gemöhr — Lesung unsicher (Z. 8) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
Die Reise von 1568: Halle in Sachsen
S. 794–825 · Bl. 395v–411r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 794
Bl. 395vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Halle in SachsenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Hall in Sachssenn Zu Hall in Sachssenn einkommenn, vnnd als baldt meinenn diener zum Secretario Kitzingenn1[?] abgefertiget, durch eine zettell, meine Jegennwertigkeit eroffnet, vnnd vonn Jm freundtlich begeret, das er beÿ den Herrnn Rethenn |: vnnter welchenn auch der Saltzgreue mit war :| in abwesenns des Ertzbischoffs mich wolte anngebenn, welches er gethann, vnnd mir annzeigenn lassenn, das die Hern Rethe mich vonn stundt ann hörenn woltenn, auf solche anntwort hab ich mich als baldt auf die Cantzleÿ verfügt, bin zu den Rethenn eingelassenn werdenn, Habe meine werbung nach gelegenheit fürgetragenn, meine Credentz vbergebenn, welche sie mit sonnderlicher Reuerentz anngenommenn, vnnd bin ich nach gethaner werbung abgetrettenn, Jr anntwort weitters erwarttenndt, vber ein gar kleine weile, habenn sie mich zu sich wieder erfordert, meine gethane werbung vnd Credentz
Der Vierte Appendix. Halle in Sachsen. Zu Halle in Sachsen eingetroffen und sogleich meinen Diener zum Sekretär Kitzing geschickt, durch einen Zettel meine Anwesenheit eröffnet und von ihm freundlich begehrt, dass er mich bei den Herren Räten — unter denen auch der Salzgraf war — in Abwesenheit des Erzbischofs anmelden wolle. Das hat er getan und mir anzeigen lassen, dass die Herren Räte mich sogleich hören wollten.
Auf diese Antwort habe ich mich sogleich in die Kanzlei verfügt und bin zu den Räten eingelassen worden. Ich habe mein Anliegen nach Lage der Dinge vorgetragen und mein Beglaubigungsschreiben übergeben, das sie mit besonderer Ehrerbietung angenommen haben; und ich bin nach vollzogener Werbung abgetreten und habe ihre weitere Antwort erwartet.
Nach einer ganz kleinen Weile haben sie mich wieder zu sich gefordert, meine vorgetragene Werbung und das Beglaubigungsschreiben
Unsichere Lesungen
- Kitzingenn — Personenname (Z. 3)
S. 795
Bl. 396rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Halle in SachsenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Ihres Innhalts in allenn stuckenn wiederholet, vnnd darauf dir antwort gebenn, das sie vonn wegen Ires gnedigstenn furstenn vnnd herrnn des Administrators zu Magdeburgk, nicht allein geneigt werenn, Meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn ssgl1[?] begerenn zu wilfahrenn, sonndernn dieweil sie auch spuretenn, das solchs weder Irem Saltzwergk, noch Iemandts zu nachteil, aber viel mehr zu beforderunge des gemeinenn nutzenn gereichete, erkennetenn sie sich schuldig, dis fals meinem gnedigenn furstenn vnnd herrnn, aller gelegennheitt Ires Saltzwergks auf mein weitters ansuchenn vnd frage berichtenn zu lassenn, sie hettenn auch albereit den Saltzgreuenn, der da zur stedte zu Iegenn2[?] sesse, vonn wegenn hochgedachts Ires gnedigstenn herrn beuohlen, mir dis fals was notwendigk nichts zu verhaltenn, denn sie darann mit nichtenn zweyfeltenn, es stundenn die sachenn zwischenn Irem G. F. vnnd herrnn dem Administratorn, vnnd meinem gnedigenn herrnn dem Landtgrauenn, also, das
ihrem Inhalt nach in allen Stücken wiederholt und darauf zur Antwort gegeben, dass sie von wegen ihres gnädigsten Fürsten und Herrn, des Administrators zu Magdeburg, nicht allein geneigt wären, meines gnädigen Fürsten und Herrn Begehren zu willfahren, sondern dass sie sich, weil sie auch spürten, dass dies weder ihrem Salzwerk noch irgendjemandem zum Nachteil, vielmehr aber zur Förderung des gemeinen Nutzens gereiche, schuldig erkennten, in diesem Fall meinem gnädigen Fürsten und Herrn auf mein weiteres Ansuchen und Fragen über alle Umstände ihres Salzwerks berichten zu lassen. Sie hätten auch bereits dem Salzgrafen, der dort zur Stelle sitze, von wegen ihres genannten gnädigsten Herrn befohlen, mir in diesem Fall nichts Notwendiges zu verhalten; denn sie zweifelten mitnichten daran, dass die Sachen zwischen ihrem gnädigen Fürsten und Herrn, dem Administrator, und meinem gnädigen Herrn, dem Landgrafen, so stünden, dass
Unsichere Lesungen
- ssgl — Kürzel unklar, evtl. seinem (Z. 5)
- zu Iegenn — evtl. zugegenn (Z. 14)
S. 796
Bl. 396vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Halle in SachsenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
sie auch beiderseits in noch einem grössern einer dem andernn eine freundtliche bitt nicht abschlagenn wurde, Als nun alsbaldt der Saltzgreue auch sich darzu gutwillig erbottenn, hab ich mich dagegenn geburlich bedannckt, mit angehenngter zusage, das ich Itztgedachte Ire gute antwort vnnd willenn, meinem gnedigen furstenn vnnd herrnn mit ruhm vermeldenn wolte, Vnnd hab ich furters zu bericht vom Saltzgreuenn eingenommenn, wie folgt, Vom erster annkunfft des Saltzwercks zu Hall wiste er grundtlichs nichts zusagenn, Ohne das in der Merseburgischenn Chronickenn ergeschriebenn befundenn, das der grosse Keiser Otto, das Saltzwergk daselbst, dem Ertzbischoff zu Magdeburgk vbergeben, vnnd sey damahls die Stadt noch ein Dorff gewesenn, welches mit Hall geheissenn habe, Hat weitters hinzu gesetzt, dieweil Itztgedachter Kaiser Otto daselbige verschennckt gehabt, das es damahls schonn ein Saltzwergk gewesenn sey,
Der Vierte Appendix. sie auch beiderseits in noch Größerem einer dem anderen eine freundliche Bitte nicht abschlagen würden. Als sich nun sogleich auch der Salzgraf dazu gutwillig erboten hatte, habe ich mich dagegen gebührend bedankt, mit der angehängten Zusage, dass ich ihre eben genannte gute Antwort und ihren Willen meinem gnädigen Fürsten und Herrn rühmend vermelden wolle.
Und ich habe sodann vom Salzgrafen folgenden Bericht eingenommen:
Über die erste Entstehung des Salzwerks zu Halle wisse er nichts Gründliches zu sagen, außer dass in der Merseburger Chronik geschrieben zu finden sei, dass der große Kaiser Otto das dortige Salzwerk dem Erzbischof zu Magdeburg übergeben habe und dass die Stadt damals noch ein Dorf gewesen sei, das Halle geheißen habe. Er hat weiter hinzugesetzt: weil der genannte Kaiser Otto es verschenkt habe, so sei es damals schon ein Salzwerk gewesen.
S. 797
Bl. 397rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Halle in SachsenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Ob aber die Bronnenn alle vier, Inmassenn sie Itzt gebauenn, in Bau vnnd wesenn gestanndenn seyenn, könne er gleicher gestalt nit sagenn, So finde er auch nichts dauonn beschriebenn, denn etwas weniges bey Agricola vnnd Mathesio. Sieuiel die fassung der Bronnenn vnnd abfuerung des wildenn wassers annlanngt, dauonn wisse er oder niemanndts nichts bestenndigs, Das sey aber nicht ohnn, sonnder war, das der grundt im teuschenn Bronnenn, wie dann auch in den anndernn Grau weisser Sibs1[?] oder Salckgrundt2[?] sey, auf welchem Bronnenn die Schacht mit Kleis3[?] gelegt, vnnd dermassenn wie vermutlich in ein annder gefuegt, vnnd darhinder mit Thonn oder anndernn zehenn Erdtreich verwaret seindt wordenn, das das wilde bey Ihnenn nit einbrech4[?] noch schadenn schaffenn könnte, wie dann solchs ab dem nahenn fliessenndenn flus der Saal |: welche bisweilen auch obenn auf die Bronnenn steige :| were anzunehmen, Sagte auch klar, das Inn vnnd bey Irer Sohlenn kein wilt
Der Vierte Appendix. Ob aber alle vier Brunnen so, wie sie jetzt gebaut sind, in Bau und Wesen gestanden haben, könne er gleichfalls nicht sagen; er finde auch nichts darüber beschrieben außer etwas Weniges bei Agricola und Mathesius.
Soviel die Fassung der Brunnen und die Abführung des wilden Wassers betrifft, davon wisse weder er noch sonst jemand etwas Beständiges. Das sei aber wahr, dass der Grund im Deutschen Born, wie auch in den anderen, grauweißer Gips- oder Salzgrund sei, auf welchen Brunnen die Schächte mit Dichtungen gelegt und dermaßen, wie zu vermuten, ineinandergefügt und dahinter mit Ton oder anderem zähen Erdreich verwahrt worden seien, dass das wilde Wasser bei ihnen nicht einbrechen noch Schaden anrichten könne; wie dies von dem nahe fließenden Fluss der Saale — die bisweilen auch oben auf die Brunnen steige — anzunehmen sei.
Er sagte auch klar, dass in und bei ihrer Sole kein wildes
Unsichere Lesungen
- Sibs — Lesung unsicher (Z. 11)
- Salckgrundt — evtl. Kalckgrundt (Z. 11)
- Kleis — evtl. Kleib (Z. 12)
- einbrech — Endung mit Zeichen abgekürzt (Z. 15)
S. 798
Bl. 397vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Halle in SachsenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
wasser mehr wehre, vnd als ich darwieder disputirete, bleib er gleichwohl auf seiner gefastenn meinunge, Damit ich dann nach gelegennheit zufriedenn sein muste, Darbenebenn hat er aber auch berichtet, das allennthalbenn im ganntzenn thal, da das Saltzwergk liegt, wo mann einsenncke, sich Sohlenn findenn lasse, auch obenn in der fleche, wie aber solchs zugehe, vnnd woher die kumme, wisse er nicht zusagenn, Es sey aber bey Ihnenn bey hals hennckenn verbottenn, das kein Her1 oder wircker die Sohlenn enndtplössenn, noch versiedenn dorffe, Innhalt des daruber haltenndenn artickels in Irer Ordenung. Vonn der tieffe der Bronnenn hat er nichts berichtenn könnenn, desgleichenn auch der austheilung nicht, vnnd darumb dis fals mich ann die Bronnenmeister, Bronnennknechte, vnnd vorschleger volgenndes tags Irenn bericht anzuhörenn gewiesenn, gleichwol hat er mit hinzu mir das gemeine Lehennbuch nach allenn Bronnenn vnnd Stennenn gezeigt.
Wasser mehr sei; und als ich dagegen disputierte, blieb er gleichwohl bei seiner gefassten Meinung, womit ich mich der Lage nach zufriedengeben musste.
Daneben hat er aber auch berichtet, dass sich allenthalben im ganzen Tal, wo das Salzwerk liegt, wo man einsenke, Sole finden lasse, auch oben in der Fläche; wie das aber zugehe und woher sie komme, wisse er nicht zu sagen. Es sei aber bei ihnen bei Halsstrafe verboten, dass irgendein Herr oder Wirker die Sole entblöße oder versiede, nach dem Inhalt des darüber handelnden Artikels in ihrer Ordnung.
Von der Tiefe der Brunnen hat er nichts berichten können, desgleichen auch von der Verteilung nicht, und hat mich darum in diesem Fall an die Bornmeister, Bornknechte und Vorschläger gewiesen, um am folgenden Tag ihren Bericht anzuhören. Gleichwohl hat er mir dazu das gemeine Lehnbuch nach allen Brunnen und Stellen gezeigt.
Unsichere Lesungen
- Her — evtl. Herr (Z. 10)
S. 799
Bl. 398rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Halle in SachsenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Weyl aber die theilung darin vngleich in allenn stuckenn, hab ich mich nicht darin richtenn könnenn, wie dann auch noch nicht, vnnd deshalb gebettenn, das er vnnbeschwert sein wolte, mir aus gedachtem Lehenbuch die Heuptaustheilung durch seinenn Schreiber abschreibenn zulassenn, welchs er dann gutwilligk gethann, vnnd erhelttet sich dieselbige wie folgtt, Teutsche Born Der Teutsche Born hat zwey vnnd dreissigk Stuele, ein Stuel hat vier Verteil, ein Vierteil ist — 12. Pfannenn, vnnd ein Ertzbischoff zu Magdeburgk soll in diesem Borne, vber acht Stuele, vnnd vnter siebenn stuele weniger nicht habenn, Metritz Born Der Metritz Born hat achtzigk virtell, ein virtell ist Siebennzehenn Pfannenn, vnnd in diesem Borne mag ein Ertzbischoff zu Magdeburgk auffs meiste vnnd daruber nicht habenn einenn Stuel.
Weil aber die Teilung darin in allen Stücken ungleich ist, habe ich mich nicht darin zurechtfinden können, wie denn auch noch nicht; und deshalb habe ich gebeten, er wolle unbeschwert sein, mir aus dem genannten Lehnbuch die Hauptverteilung durch seinen Schreiber abschreiben zu lassen, was er dann gutwillig getan hat. Und sie verhält sich wie folgt:
Deutscher Born. Der Deutsche Born hat zweiunddreißig Stühle; ein Stuhl hat vier Viertel, ein Viertel ist 12 Pfannen. Und ein Erzbischof zu Magdeburg soll in diesem Born über acht Stühle und unter sieben Stühlen nicht weniger haben.
Meteritzborn. Der Meteritzborn hat achtzig Viertel, ein Viertel ist siebzehn Pfannen; und in diesem Born mag ein Erzbischof zu Magdeburg höchstens und nicht darüber einen Stuhl haben.
S. 800
Bl. 398vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Halle in SachsenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Gutiars Born Der Gutiars Born, hat vier vnnd achtzigk virtell, vnnd ein virteil ist — 12 Pfannenn, vnnd in diesem Borne magk ein Ertzbischoff zu Magdeburgk aufs höchste vnnd daruber nicht habenn drey stuele, Hackebornn Der Hackebornn hat drey vnnd dreissigk Nössell vnnd nicht vierteil, ein Nössell ist — 6 ½ Pfanne, Inn diesem Borne magk ein Ertzbischoff zu Magdeburgk aufs höchste vnnd daruber nicht habenn einen halbenn Stuel, Ein Stuel ist vier Nössell. Vnnder des hab ich gefragt, Nach dem wie obenn gehört die theilung in allem vngleich, dem Bischoff in einem Bronnenn mehr dann in anndernn zugeeigenet sey, auch Pfannenn im Lehennbuch genennet werdenn, wie es doch hierumb eine gelegennheit habe, ob der Bischoff alwegenn die theilung gehalt, oder auch mehr theil ann sich bringenn müge, wie es vmb die Lehennschafft geschaffenn, Ob dieselbige mann oder Erb=
Gutjahrsborn. Der Gutjahrsborn hat vierundachtzig Viertel, und ein Viertel ist 12 Pfannen; und in diesem Born mag ein Erzbischof zu Magdeburg höchstens und nicht darüber drei Stühle haben.
Hackeborn. Der Hackeborn hat dreiunddreißig Nößel und nicht Viertel; ein Nößel ist 6½ Pfannen. In diesem Born mag ein Erzbischof zu Magdeburg höchstens und nicht darüber einen halben Stuhl haben; ein Stuhl ist vier Nößel.
Unterdessen habe ich gefragt: nachdem, wie oben gehört, die Teilung in allem ungleich ist und dem Bischof in einem Brunnen mehr als in den anderen zugeeignet ist, auch im Lehnbuch Pfannen genannt werden — wie es sich denn hiermit verhalte, ob der Bischof stets die Teilung einhalte oder auch mehr Anteile an sich bringen möge, wie es um die Lehnschaft beschaffen sei, ob diese Mann- oder Erb-