Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 825–834
Die Reise von 1568: Halle in Sachsen · S. 825–834 · Bl. 411r–415v · Band 2
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Die Reise von 1568: Halle in Sachsen
S. 794–825 · Bl. 395v–411r · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 825
Bl. 411rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Halle in SachsenFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Der Vierdt Appendix. tenn sie mich vnweigerlich mit den Saltzgreuen einfahrenn lassenn, Welches aber meine gelegenheit nicht war, hab ich Ihnenn desmahls gedannckt, vnnd es hierbey bleibenn lassenn, vnnd weitters nicht viel gesprech mehr gepflogenn, Sonnst that auch der Saltzgreue fur sein Personn schlißen wollenn, vnnd kam1[?] ich im darin gentzlich nit abgefallenn, das gemeinlich alle Sohlenn so im grunde der Bronnenn gefundenn werdenn, Saltzreich seyenn, das mann sie obenn aber nicht Saltzreich am geschmack finde, sey allein der tieffe schuldt, dieweil die Sohle zu grundt weiche, vnd das wilde wasser obenn auffschwimmet, Diese frage will ich baldt bey aschersleben aufflösenn, Souiel vom Saltzwerck Hall in Sachßen, was noch manngelt, wirdt sich in der Ordenung wohl findenn.
Der Vierte Appendix. sie mich unweigerlich mit dem Salzgrafen einfahren lassen. Weil das aber meiner Lage nicht entsprach, habe ich ihnen diesmal gedankt und es dabei bewenden lassen und weiter nicht mehr viel Gespräch gepflogen.
Sonst wollte der Salzgraf für seine Person schließen — und ich konnte ihn darin nicht gänzlich widerlegen —, dass gemeinhin alle Sole, die im Grund der Brunnen gefunden wird, salzreich sei; dass man sie oben aber nicht salzreich am Geschmack findet, sei allein der Tiefe zuzuschreiben, weil die Sole zu Grunde weicht und das wilde Wasser obenauf schwimmt. Diese Frage will ich bald bei Aschersleben auflösen.
So viel vom Salzwerk Halle in Sachsen; was noch fehlt, wird sich in der Ordnung wohl finden.
Unsichere Lesungen
- kam — kam/kann/bin (Z. 8)
Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza
S. 826–846 · Bl. 411v–421v · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 826
Bl. 411vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Der Vierdt Appendix. Aescherslebenn1[?] Zu Aescherslebenn annkommenn, vnnd als baldt die gelegennheit des Saltzwercks besehenn, dieweil auch der Bronnenn da er gefast, weit vber der Stadt ist, hab ich den erstenn tagk nit darbey gethann könnenn, habe aber nicht desto minder mich bey beidenn Saltzgreuenn, so alle beidt mit dem zunahmen Muller genennt, des orts, derenn einer damals Burgermeister war, durch meinenn diener annzeigenn lassenn, vnnd begeret, das ich volgennts morgenns frue gehöret werdenn möchte, Volgennts morgenns habenn beide Saltzgreuenn mich zu sich erfordert, vnnd benebenn Irenn anndernn gewerkenn, vnnd dem Stadtvogt, mein werbung anngehort, die Credenz angenommenn, vnd benebenn erbietung Ires geneigtenn willenns, gegenn meinem gl. f. vnnd herrnn, nachuolgenndenn bericht einhelliglich gethann.
Der Vierte Appendix. Aschersleben. Zu Aschersleben eingetroffen und sogleich die Beschaffenheit des Salzwerks besehen. Weil aber der Brunnen dort, wo er gefasst ist, weit außerhalb der Stadt liegt, habe ich am ersten Tag nichts dabei tun können. Nichtsdestoweniger habe ich mich bei beiden Salzgrafen — die beide mit dem Zunamen Müller genannt werden, deren einer damals Bürgermeister war — durch meinen Diener anzeigen lassen und begehrt, dass ich am folgenden Morgen früh gehört werden möchte.
Am folgenden Morgen haben mich beide Salzgrafen zu sich gefordert und neben ihren anderen Gewerken und dem Stadtvogt mein Anliegen angehört, das Beglaubigungsschreiben angenommen und neben der Erbietung ihres geneigten Willens gegenüber meinem gnädigen Fürsten und Herrn einhellig folgenden Bericht getan.
Unsichere Lesungen
- Aescherslebenn — Ae-Ligatur, Zwischenüberschrift (Z. 2)
S. 827
Bl. 412rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Der Vierdt Appendix. Die erste annkunfft des Saltzwergks wissenn sie nicht weitters, denn das vor Hundert Jarenn, sagt der Burgermeister, sey erstmals die Sohle, enntplosset, aber nichts geschafft wordenn, Darnach vor viertzigk acht Jarenn hat mann wiederumb anngefanngenn, vnnd mit einer wasser kunst, das wilde wasser abgehabenn, vnnd die Sohlenn so doch gering gewesenn, besonnders geschepfft vnnd versottenn, Enndtlich aber for zwanntzigk Jarenn, habe mann zubauenn mit aller gewalt anngefanngenn, wie solchs der augennschein außweiset, vnnd sey damahls Jörge Behm2 Ir Baumeister gewesenn, der sie in manchfaltigenn schadenn gefuhrt, vnnd Je lennger dieser zu seinerkenn1[?] anngehaltenn, vnnd durch ein gleichnus sie darzu vberredet, vom wein vnnd wasser, Bey diesem habenn sie einenn Stollenn vnnd grabenn, einer virteil meyl wegs lanng, mit grossem kostenn erbauet, darnach habenn sie einenn kunstmeister
Der Vierte Appendix. Über die erste Entstehung des Salzwerks wissen sie nicht mehr, als dass vor hundert Jahren, sagt der Bürgermeister, erstmals die Sole entblößt, aber nichts geschafft worden sei. Danach hat man vor achtundvierzig Jahren wiederum angefangen und mit einer Wasserkunst das wilde Wasser gehoben und die Sole, die doch gering war, gesondert geschöpft und versotten.
Endlich aber, vor zwanzig Jahren, habe man mit aller Gewalt zu bauen angefangen, wie das der Augenschein ausweist; und damals sei Jörg Behm ihr Baumeister gewesen, der sie in mannigfaltigen Schaden geführt und sie je länger, desto mehr dazu angehalten und durch ein Gleichnis von Wein und Wasser dazu überredet hat.
Unter diesem haben sie einen Stollen und Graben, eine Viertelmeile Wegs lang, mit großen Kosten erbaut. Danach haben sie einen Kunstmeister
Unsichere Lesungen
- seinerkenn — Wort unklar (Z. 16)
- Behm — Personenname, e/ö (Z. 14)
S. 828
Bl. 412vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Der Vierdt Appendix. vonn Lüneburgk1[?], George Rose2[?] genanndt, bekommenn, welcher den vorigenn grabenn wieder eingerissenn, neue kunste wieder umb vfgerichttet, anndere kothe gebauet, vnnd sey doch nichts daraus wordenn, Darnach habenn sie kunstler vonn Nurmbergk, vom Mansfeldt, aus Meissenn, Duringenn vnnd allennthalbenn hero gehabt, welche Je einer es besser denn der annder hat machenn wollenn, bis enndtlich ein Confusium Chaos daraus ist wordenn, denn ob schonn mit grossem kosten, sie ein Bronnenn fassunge die noch fur augenn anngestelt, sey doch dieselbige vonn vngeschicklichkeit wegenn der furlegung vonn sich selbst hoher dann drey ehlenn zu Berge gestiegenn, deshalbenn sie aus der not eintugennt habenn müssenn machenn, vnnd ein Rörenn durch das wilde wasser zu grunde des Bronnenn einsennckenn, dadurch sie Itziger zeit die Sohlenn aufziehenn, Als sie aber in Itztgedachtem bauenn gewesenn vnd
Der Vierte Appendix. von Lüneburg, Georg Rose genannt, bekommen, der den vorigen Graben wieder eingerissen, neue Künste wiederum errichtet und andere Kothen gebaut hat — und es ist doch nichts daraus geworden. Danach haben sie Künstler von Nürnberg, aus Mansfeld, aus Meißen, Thüringen und allenthalben her gehabt, von denen jeder es besser machen wollte als der andere, bis endlich ein verwirrtes Chaos daraus geworden ist.
Denn obwohl sie mit großen Kosten eine Brunnenfassung eingerichtet haben, die noch vor Augen steht, so ist diese doch wegen der Ungeschicklichkeit der Vorlage von selbst um mehr als drei Ellen zu Berge gestiegen. Deshalb haben sie aus der Not eine Tugend machen und eine Röhre durch das wilde Wasser bis zum Grund des Brunnens einsenken müssen, durch die sie jetzt die Sole aufziehen.
Als sie aber in diesem Bauen begriffen waren und
Unsichere Lesungen
- Lüneburgk — Ortsname, Vokal unsicher (Z. 2)
- Rose — Personenname (Z. 2)
S. 829
Bl. 413rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Der Vierdt Appendix. darmit vmbganngenn, habenn sie viel vnnd mancherley Bronnenn fassunge, kunste, vnnd dergleichenn furgenommenn, Ins werck gesetzt, ann vnnd abgeschafft, also das Ihnenn Inner zwanntzigk Jarenn vber — 40000 guldenn darauff ganngk seindt, Sie habenn gehabt Roßkunste, wasserkunste, welche die Wipper getriebenn, darann sie schleuche pomppenn, Schepff vnnd Hentzennkunst, allerley anngestelt, vnnd vf ein zeit beyeinannder — 60 kunstpferde gehabt, derenn Je in einer Schicht — 6 gelauffenn, Ist aber alles vergebens gewesenn, am aller vnschedtlichstenn aber vnnter allenn kunstenn, achtenn sie aus gewisser erfahrunge, seyenn die pompenn kunste, welche nicht viel erschütterung machenn, Die Itzige Bronnennfassunge so noch stehet, vnnd wie obenn gedacht, vonn sich selbst zu berge gestiegenn, ist — 32 ehlenn tieff, mit Tennenn holtz aufgefuret, gleich wie die Bronnenn zu Hall in Sachßenn.
Der Vierte Appendix. damit umgingen, haben sie viele und mancherlei Brunnenfassungen, Künste und dergleichen vorgenommen, ins Werk gesetzt, an- und abgeschafft, so dass ihnen innerhalb von zwanzig Jahren über 40 000 Gulden darauf gegangen sind.
Sie haben Rosskünste gehabt und Wasserkünste, die die Wipper trieb; daran haben sie Schlauch-, Pumpen-, Schöpf- und Heinzenkünste, allerlei eingerichtet und zu einer Zeit 60 Kunstpferde beieinander gehabt, von denen je in einer Schicht 6 liefen. Es ist aber alles vergebens gewesen. Am allerunschädlichsten aber unter allen Künsten halten sie aus gewisser Erfahrung die Pumpenkünste, die nicht viel Erschütterung machen.
Die jetzige Brunnenfassung, die noch steht und, wie oben gesagt, von selbst zu Berge gestiegen ist, ist 32 Ellen tief, mit Tannenholz aufgeführt, gleich wie die Brunnen zu Halle in Sachsen.
S. 830
Bl. 413vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Der Vierdt Appendix. Die Pfenner aber so hierann gebauenn habenn die ganntze gewerckschafft ist in — 32 theil getheilet, derenn sie erstlich — 2. den armenn aus gemeinem Beuttell zu gutenn gebauenn, die andernn — 30. werdenn — 6. durch die Stifftherrn zu Halberstadt — 6. vonn gemeiner Stadt daselbst, — 6. vonn wegenn Marx müllers, so der diesenn Bau bis dahero mit grossem vleis getriebenn, vnnd nunmehr ein verlebter mann ist, vnnd — 12. vonn den Gemeinenn Pfennernn verlegt, gehet Ihnenn allenn pro rata zu gewinst vnnd verlust, vnnd tragenns zu Erblehenn vom Bischoff zu Halberstadt. Sie habenn auch ein ganntz vierteil meyl wegs lang die Sohlenn durch Steinene Rörenn zur Stadt gefurt, in ein Closter, welchs sie vom Bischoff zu Halberstadt vmb ein liederlichs zu kauffe bekommen habenn, darinnenn sie Neun kothe vfgerichtet habenn, Inn derenn dreyenn man Itzunder seudet.
Der Vierte Appendix. Die Pfänner aber, die hieran gebaut haben — die ganze Gewerkschaft ist in 32 Teile geteilt, von denen sie zuerst 2 aus dem gemeinen Beutel den Armen zugute gebaut haben; von den anderen 30 werden 6 durch die Stiftsherren zu Halberstadt, 6 von der gemeinen Stadt daselbst, 6 von wegen Marx Müllers, der diesen Bau bis dahin mit großem Fleiß getrieben hat und nunmehr ein betagter Mann ist, und 12 von den gemeinen Pfännern getragen. Es geht ihnen allen anteilig zu Gewinn und Verlust, und sie tragen es zu Erblehen vom Bischof zu Halberstadt.
Sie haben auch eine ganze Viertelmeile Wegs lang die Sole durch steinerne Röhren zur Stadt geführt, in ein Kloster, das sie vom Bischof zu Halberstadt für ein Geringes zu kaufen bekommen haben; darin haben sie neun Kothen errichtet, in deren dreien man jetzt siedet.
S. 831
Bl. 414rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Ehe aber vnnd zuuor die Sohlenn Jn der Rörenn kömpt. wirdt sie — 32 ehlenn hoch vber erdenn mitt einer gewechseltenn1[?] pomppenn kunst, ann einem wasser radt, nach anngebenn des agricola gehabenn, hat ein Meißner anngestelt, also das die Sohlenn aus der dieffe, bis in die höhe zum fasse, daraus sie Jnn die Rörenn felt — 57 ehlenn hoch aufgezogenn wurdet. Vnnd habenn mich der Stadtvogt vnnd ein Saltzgreue, welche mit mir zum Bronnenn gefahrenn, auf mein frage berichttet, das wann sie — 28. zuber Sohlenn auß dem Bronn richtenn, Jnn die Rörenn abgiessenn, vnnd weitters durstadt2[?] ein virteil wegs |: wie obenn gedacht :| fliessenn lassenn. so finde sich der abgang, das nur — 18. im Saltzwergk annkommenn, habenn wir augennscheinlich auch gezeigt, wie die Sohlenn allennthalben, im felde, durch Jre heimliche durchtringung, als lanng die Rörenn sein, vnnd mit obenn im wechssell3[?] vf den erbenn vnnd wiesenn verursache, das nichts
Ehe aber die Sole in die Röhre kommt, wird sie 32 Ellen hoch über die Erde mit einer Wechselpumpenkunst an einem Wasserrad nach der Angabe des Agricola gehoben; das hat ein Meißner eingerichtet, so dass die Sole aus der Tiefe bis in die Höhe zum Fass, aus dem sie in die Röhre fällt, 57 Ellen hoch aufgezogen wird.
Und der Stadtvogt und ein Salzgraf, die mit mir zum Brunnen gefahren sind, haben mir auf meine Frage berichtet: wenn sie 28 Zuber Sole aus dem Brunnen holen, in die Röhre abgießen und sie weiter durch die Stadt eine Viertelmeile weit — wie oben gesagt — fließen lassen, so findet sich der Abgang, dass nur 18 im Salzwerk ankommen. Sie haben mir auch augenscheinlich gezeigt, wie die Sole allenthalben im Feld durch ihr heimliches Durchdringen, so lang die Röhren sind, und mit ihrem Überlaufen auf den Äckern und Wiesen verursacht, dass nichts
Unsichere Lesungen
- gewechseltenn — Wort undeutlich (Z. 3)
- durstadt — Lesung unsicher (Z. 13)
- wechssell — Lesung unsicher (Z. 19)
S. 832
Bl. 414vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
daraufft wechst, als breit die Rörenn seindt, da sie doch zimbliche tieff, Nemblich bis in die drey schue, vnnder erdenn gesenncket seindt, vnnd als sie insonnderheit begerttenn, das ich Jhnenn meinenn rath eröffnenn wolte, was sie doch für ertz |: dieweil sie schonn Erdene vnnd Holtzerne Rörenn versucht gehabt :| wohl brauchenn möchtenn, das sie einenn solchenn grossenn abganngk, nicht erfahrenn durfftenn, hab ich Jhnenn zu Bley gerathenn, welches sie Jhnenn gefallenn habenn lassenn, zweiuelt auch nicht darann, wo obgedachter alter mann Marcus Muller lennger lebenn wurde, Er werde vnderstehenn solches Jnns wergk zubringenn. Volgennts hab ich die Sohlenn probirt, vnnd wie volgt befundenn, Helt die quart Sohle — 96. lot. vnnd ann Saltz beim Bronnenn — 7 lot 3½ q.1 die letzte aus dem Bode helt — 6½ lot ½ q.2 Mit dem siedenn aber vnnd anndernn darzu gehörigen sachenn, wirdts wie hiernechst gehaltenn.
darauf wächst, so breit die Röhren sind — obwohl sie doch ziemlich tief, nämlich bis zu drei Schuh, unter die Erde gesenkt sind.
Und als sie insbesondere begehrten, dass ich ihnen meinen Rat eröffne, was für ein Material sie wohl gebrauchen könnten — da sie schon irdene und hölzerne Röhren versucht hatten —, damit sie einen solch großen Abgang nicht erfahren müssten, habe ich ihnen zu Blei geraten; das haben sie sich gefallen lassen. Und ich zweifle nicht daran: wenn der genannte alte Mann Marcus Müller länger leben würde, er würde es unternehmen, dies ins Werk zu bringen.
Sodann habe ich die Sole geprobt und wie folgt befunden: Das Quart Sole hält 96 Lot und an Salz beim Brunnen 7 Lot 3½ Quentchen; die letzte aus dem Bothe hält 6½ Lot ½ Quentchen.
Mit dem Sieden aber und den anderen dazugehörigen Sachen wird es gehalten wie hiernach.
Unsichere Lesungen
- q. — Kürzel, wohl Quintlein (Z. 17)
- q. — Kürzel, wohl Quintlein (Z. 18)
S. 833
Bl. 415rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Der Herdt ist mit schloter gemacht — 12 schue weit einwenndigk vnnter der Pfannenn, auf beidenn seitten, mit schlotter ausgefult, also das die Pfannenn ein Ehlennbogenn hoch vber dem Herde stehet, mittenn durch gehet ein Grabenn, darfür ist das Pfannloch, da das feuer hin ein geworffenn wirdt, Jst eines schuchs weit, liegenn auf dem Herde vier grosse eysenn vberlegt, darauf das Holtz vnnd feuerwergk geworffenn wirdt, Die Pfann so darauf gesetzt, seindt Breit — 7 schuch vnnd — 9½ schue lanng minus 1 zoll, 8. zoll tieff, wirdt vf Hornnstein1[?] dreyer finger hoch ob den Herdt gesetzt, dahindenn noch ein klein Pfennlein stehet. — 6½ schue lanng, vnnd — 3½ schuch breit, die tieffe ein schuch minus 1 zoll, wirdt aus dem Herde der fordernn Pfannenn, durch ein darunter gehenndt gewelbe, bis zur Saltzstubenn gehitzt, daselbst ist ein Schornnstein, durch welchenn der Rauch aufzüchet, vnnd stehet ein Rörstock vnebenn2[?] der pfannenn, Hat einen Hanen
Der Herd ist mit Schlotter gemacht, 12 Schuh weit; inwendig unter der Pfanne ist er auf beiden Seiten mit Schlotter ausgefüllt, so dass die Pfanne eine Ellenbogenlänge hoch über dem Herd steht. Mitten hindurch geht ein Graben; davor ist das Pfannenloch, wo das Feuer hineingeworfen wird, einen Schuh weit. Auf dem Herd liegen vier große Eisen übergelegt, auf die das Holz und Feuerwerk geworfen wird.
Die Pfanne, die darauf gesetzt wird, ist 7 Schuh breit und 9½ Schuh weniger 1 Zoll lang, 8 Zoll tief; sie wird drei Finger hoch auf Hornsteinen über dem Herd gesetzt. Dahinter steht noch ein kleines Pfännlein, 6½ Schuh lang und 3½ Schuh breit, die Tiefe einen Schuh weniger 1 Zoll; es wird vom Herd der vorderen Pfanne durch ein darunter gehendes Gewölbe bis zur Salzstube beheizt. Dort ist ein Schornstein, durch den der Rauch abzieht; und es steht ein Röhrenstock neben der Pfanne, der einen Hahn hat,
Unsichere Lesungen
- Hornnstein — Lesung unsicher (Z. 12)
- vnebenn — Lesung unsicher (Z. 20)
S. 834
Bl. 415vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
welchenn mann aufdrehet, so mann einlassenn will. So lest mann auch dreymahl ein Jedes wercke, vnd so erst mann einlest, lest mann das kleine Pfennlein Jnn die grosse, vnnd lest sie auch allemahl aus dem stock wiederumb voll lauffenn, Sonnst hat die Heupt pfann auf Jeder seittenn der seittewenndt ein gesenckte staffelnn stehenn, auf welchenn die pfannbeume ruhenn, vber welche Pfannennbeume oder behrstebe1, noch anndere kleine beumlein liegenn, ann welchenn die Pfannen in zwelff harbenn2 henncket, damit dieselbige im strecke erhaltenn, vnnd nicht beuchig werde, vnd keret mann dieses orts grossenn fleis darauf, das wochenntlich die Pfannenn abgezogenn, gefegett, vnnd vonn neuenn bestrichenn werde, welches der Saltzknecht, welcher zugleich auch ein Pfannschmidt daselbst ist, für sehr zutreglich achttet, wiewohl Jch Jme nit kann beyfallenn. Jnn der zubereitunge zum siedenn braucht mann
den man aufdreht, wenn man einlassen will. So lässt man auch jedes Werk dreimal ein; und wenn man zuerst einlässt, lässt man das kleine Pfännlein in die große laufen und lässt sie auch jedesmal aus dem Stock wieder voll laufen.
Sonst hat die Hauptpfanne auf jeder Seite der Seitenwand eine eingesenkte Stufe stehen, auf der die Pfannenbäume ruhen. Über diesen Pfannenbäumen oder Bärstäben liegen noch andere kleine Bäumlein, an denen die Pfanne in zwölf Haken hängt, damit sie gestreckt gehalten wird und sich nicht wölbt.
Und man wendet an diesem Ort großen Fleiß darauf, dass die Pfanne wöchentlich abgezogen, gefegt und von neuem bestrichen wird, was der Salzknecht — der dort zugleich auch Pfannenschmied ist — für sehr zuträglich hält, wiewohl ich ihm nicht beipflichten kann.
Bei der Zubereitung zum Sieden gebraucht man
Unsichere Lesungen
- behrstebe — Lesung unsicher (Z. 9)
- harbenn — Lesung unsicher (Z. 11)