Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 835–844
Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza · S. 835–844 · Bl. 416r–420v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß Salza
S. 826–846 · Bl. 411v–421v · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 835
Bl. 416rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
dis orts auch beiste1, welchs aus dem Herde vnnd gesöde wirdt genommenn, vnnd zuuor klein zerschlagenn, Jnns Sohlfas vf ein Herdt geschüttet, vnnd zerlassenn wirdet, dauonn haltenn sie viel. Jm siedenn aber setzet mann drey fegeseblein ein, darin der schaum, sanndt vnnd vnreinigkeit gesamlet, vnnd ausgehabenn wirdt, Mann seudet vier stunde, vnnd wanns zu Saltz gehet, schwennckett mann Bier ein, lessets darauff ein stunde sochenn, vnnd wann mann ausbringenn, vnnd Saltz machen will, So legt zuuor der Saltzknecht, ein Brett voller löcher vber die Pfannenn, Vff die Behrstebe, setzt darauf als baldt ein Büttenn, zeuhet das Saltz zusammenn, schlegets auf, bis das er ein Büttenn voll, vnnd also ein stucke verfertiget hatt, auff der einenn seyttenn, also fehret er fort auff der annder seittenn, vnnd wechsselt eine seittenn vmb die anndernn, bis das er vier stucke ausbrachtt, welcher fürters Jedes — 8. gl2[?] giltt, vnnd bey nahe vnser gewichttenn metzenn — 6. heltet,
an diesem Ort auch Beiße, die aus dem Herd und Gesöde genommen, zuvor klein zerschlagen, ins Solfass auf einen Herd geschüttet und zerlassen wird; davon halten sie viel.
Beim Sieden aber setzt man drei Fegfässlein ein, in denen der Schaum, Sand und die Unreinigkeit gesammelt und herausgehoben werden. Man siedet vier Stunden, und wenn es zu Salz geht, schwenkt man Bier ein und lässt es darauf eine Stunde setzen. Und wenn man ausbringen und Salz machen will, so legt zuvor der Salzknecht ein Brett voller Löcher über die Pfanne auf die Bärstäbe, setzt sogleich eine Bütte darauf, zieht das Salz zusammen und schlägt es auf, bis er eine Bütte voll und also ein Stück auf der einen Seite fertiggestellt hat. So fährt er auf der anderen Seite fort und wechselt eine Seite um die andere, bis er vier Stücke ausgebracht hat, von denen sodann jedes 8 Groschen gilt und beinahe 6 unserer geeichten Metzen hält.
Unsichere Lesungen
- beiste — Lesung unsicher (Z. 1)
- gl — Münzkürzel undeutlich (Z. 19)
S. 836
Bl. 416vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Souiel vonn diesem Saltzwergk. Wie wohl ich in willenns war, alle Saltzwergk nach der lennge, wie dann die nottürfft solchs erfordert, zubeschreibenn, doch dieweil ich vnter der handt war genommenn, das das werck zu grob gewachssenn, Hab ich für gut anngesehenn, hinfüro allein die fürnembstenn Heuptstucke eines Jedenn Saltzwercks zubeschreibenn, vnnd es darbey wenndenn zulassen, Stasfurth. Vonn Ascherslebenn auff Stasfurdt gezogenn, vnnd vnnter wegenn im felde allennthalbenn schwartze Erde, vnnd darauff Saltz von der Sonnenn gewircket, dermassenn befundenn, das das feldt ganntz vmb vnnd vmb weis geschienenn, Vnnd als Jch hinein kommenn, mich vonn stundt an den beidenn Saltzgreuenn |: warenn zweenn vom Adell, darunter ein Brösigke1 :| annzeigen lassen, welche zu mir selbst in die Herberge kommenn.
So viel von diesem Salzwerk. Wiewohl ich willens war, alle Salzwerke der Länge nach zu beschreiben, wie es die Notdurft erfordert, so habe ich doch, weil ich unter der Hand bemerkte, dass das Werk zu umfangreich wuchs, es für gut befunden, künftig allein die vornehmsten Hauptstücke eines jeden Salzwerks zu beschreiben und es dabei bewenden zu lassen.
Staßfurt. Von Aschersleben nach Staßfurt gezogen und unterwegs im Feld allenthalben schwarze Erde und darauf Salz, von der Sonne gewirkt, dermaßen befunden, dass das Feld ringsherum ganz weiß schien.
Und als ich hineinkam, habe ich mich sogleich den beiden Salzgrafen anzeigen lassen — es waren zwei vom Adel, darunter ein Brösigke —, die selbst zu mir in die Herberge gekommen sind.
Unsichere Lesungen
- Brösigke — Familienname, Lesung wahrscheinlich (Z. 17)
S. 837
Bl. 417rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
mein Credenntz vnnd werbunge, mit geburlicher Reuerenntz, vnnd höchster leutseligkeit, anngenommen, vnnd sich aller vnnderthenigenn gutwilligkeitt, Jegenn meinem gnedigenn fürstenn vnnd herrn, vnnd mich erbottenn. Als ich nun auf Jre zulassunge allennthalbenn das Saltzwergk besichtiget, vnnd mich allerley erkundiget, Hab ich befundenn, Erstlich das dieses Saltzwercks annkunfft, wie dann auch dessenn zu Großen Saltza, vber — 600 Jar sich erstreckt, welchs sie mit brieffenn zubescheinenn sich erbottenn, Denn damahls sagenn sie habe ein Graue vonn Harkekenn2[?] aus Hall, Erstlich den Harkebrunnen, also dieses orts genennet, erbauet, vnnd denselbigen damahls dermassenn verteffelt3[?], vertammet, verdarrest, vnnd verwaret, das mann nicht in Registernn geschriebenn finde, das seidt hero Jemahls darann gebauet sey wordenn, ist tieff — 34. klaffter, der grundt aber ist, wie sie mich berichtet grauer Gips,
Sie haben mein Beglaubigungsschreiben und meine Werbung mit gebührender Ehrerbietung und höchster Leutseligkeit angenommen und sich aller untertänigen Gutwilligkeit gegenüber meinem gnädigen Fürsten und Herrn und mir erboten.
Als ich nun mit ihrer Zulassung das Salzwerk allenthalben besichtigt und mich über allerlei erkundigt hatte, habe ich befunden: Erstens, dass die Entstehung dieses Salzwerks, wie auch die des zu Groß Salza, sich über 600 Jahre zurück erstreckt, was sie mit Briefen zu belegen sich erboten haben. Denn damals, sagen sie, habe ein Graf von Hackeborn aus Halle zuerst den Hackeborn — so an diesem Ort genannt — erbaut und ihn damals dermaßen vertäfelt, verdämmt, verdichtet und verwahrt, dass man in keinem Register geschrieben finde, es sei seither jemals daran gebaut worden. Er ist 34 Klafter tief; der Grund aber ist, wie sie mir berichtet haben, grauer Gips.
Unsichere Lesungen
- Harke= — Name, Trennung unklar (Z. 12) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- kenn — Namensende unsicher (Z. 13)
- verteffelt — Lesung unsicher (Z. 15)
S. 838
Bl. 417vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Vonn dem anndernn Bronnenn, der nicht minder wohl verwaret ann seinenn wenndenn ist, wissen sie gar nichts zusagenn, wissenn auch nichtt wie tieff er sey. Das Saltzwerck ist der Pfenner daselbst vonn anbegin frey erb eigenn gewesenn, wie dann auch zu Saltza, Es habenn aber mit der zeit die Pfenner selbst, als sie sich adelnn lassenn dem Ertzstifft zu Madeburgk dasselbige mehrertheils zu mannlehenn aufgetragenn, also das mit der zeit die alten Burger stemme ann diesenn beidenn enndenn sehr dauonn kommenn, vnnd nu mehrertheils die vom adell alles Jnnhabenn. Dieweil aber dieselbigenn nicht selbst alzeit darbey sein könnenn, die Saltzknechte mit Jhnenn, am Holtz vnd Saltz der vntreu spielenn, vnnd das Saltz nit alzeit wohl abgehet, auch sich viel vnneynigkeit vnnter den Pfennernn erhaltenn, Haben sie es nicht alle gleichenn frommenn,
Von dem anderen Brunnen, der an seinen Wänden nicht minder gut verwahrt ist, wissen sie gar nichts zu sagen; sie wissen auch nicht, wie tief er ist.
Das Salzwerk ist von Anbeginn freies Erbeigen der dortigen Pfänner gewesen, wie auch zu Salza. Es haben aber mit der Zeit die Pfänner selbst, als sie sich adeln ließen, es größtenteils dem Erzstift zu Magdeburg zu Mannlehen aufgetragen, so dass mit der Zeit die alten Bürgerstämme an diesen beiden Orten sehr davon abgekommen sind und nunmehr größtenteils die vom Adel alles innehaben.
Weil diese aber nicht allezeit selbst dabei sein können, die Salzknechte ihnen am Holz und Salz Untreue spielen, das Salz nicht allezeit gut abgeht und sich auch viel Uneinigkeit unter den Pfännern hält, so haben sie nicht alle gleichen Nutzen.
S. 839
Bl. 418rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Die Sohle ist des orts sehr gut, helttet die quart — 16. loth, vnnd im anndernn Bronnenn — 14. wurdet mit Roßkunstenn1[?] darann eymer seindt, geschepft, vnnd fürters vonn kothenn zu kothenn, ohnne gewisses mas geleitet in — 32 kodt, Jnn welcher Jedem wochenntlich — 50. werck gesottenn werdenn, derenn helttet Jedes zwey stucke, vnnd wurdet Jedes stucke Saltzes für — 8 groschenn verkauft, Sonnst hats in diesem Saltzwergk kein besondere Ordenung, dieweil ein Jeder Pfenner, sein eigenn gesinde helt. Es hat aber zwey Bau kothe daselbst, vonn welchenn alle gemeine Beu erhaltenn werdenn. Der kothe seindt vmb des willenn, das mann Holtz, Pfannenn vnnd saltz alles darein beyeinannder in vorrath hat, sehr gros, wie gleicher massenn auch zu Saltza, seindt mit hohenn Beunenn, gleich wie die glashuettenn aufgerichttet, habenn sehr dicke dache bis auf die Erdenn, vnnd ist in denselbigenn, vmb des stetigenn siedenns willenn ein grosse
Die Sole ist an diesem Ort sehr gut; das Quart hält 16 Lot und im anderen Brunnen 14. Sie wird mit Rosskünsten, an denen Eimer sind, geschöpft und sodann von Kothe zu Kothe ohne festes Maß in 32 Kothen geleitet, in deren jeder wöchentlich 50 Werke gesotten werden; jedes hält zwei Stücke, und jedes Stück Salz wird für 8 Groschen verkauft.
Sonst hat es in diesem Salzwerk keine besondere Ordnung, weil ein jeder Pfänner sein eigenes Gesinde hält. Es hat aber dort zwei Baukothen, aus denen alle allgemeinen Bauten unterhalten werden.
Die Kothen sind deshalb, weil man Holz, Pfannen und Salz alles darin beieinander auf Vorrat hat, sehr groß, wie gleichermaßen auch zu Salza. Sie sind mit hohen Bühnen errichtet wie die Glashütten, haben sehr dicke Dächer bis auf die Erde, und in ihnen ist wegen des ständigen Siedens eine große
Unsichere Lesungen
- Roßkunstenn — Ros-/Rost- unsicher (Z. 3)
S. 840
Bl. 418vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Hitze, also das auf diesenn beidenn Saltzwerckenn, die knechte viel schwertzer, denn auf anndern vonn der Hitz wegenn, welchs darumb beschicht, Dieweil im obertheil des kodts, alwegenn das Saltz gederret mus werdenn, welches auch also lannge vf der Saltzstedte vielmahls stehet, das es ganntz schwartz wirdet, vnnd deshalb vonn neuenn Jnn die Sayße1 geschüttet, vnnd erleuttert werden muß, wie dann auch der ganntze boden dieser Saltzstetten, vom abtrieffenn sehr gut wirdet, vnnd Jerlich ausgebrochenn vnnd verbeisett werdenn mus. Vnnd wiewohl es daselbst gute Saltzknechte hatt, brauchenn sie doch sonnderlich kein vortheil, ohn allein mit der Beisse, denn sie gar kleine Saltz machenn, vnnd viel vnnutzes holtzes auffuren denn. Das Saltz gehet zu Staßfurt vmb der nahe liegenden Saltzwercker, vnnd des vnndtlegenenn2[?] Elbe: vnd
Hitze, so dass auf diesen beiden Salzwerken die Knechte der Hitze wegen viel schwärzer sind als auf anderen. Das kommt daher, dass im oberen Teil der Kothe stets das Salz gedörrt werden muss, das auch oft so lange auf der Salzstätte steht, dass es ganz schwarz wird und deshalb von neuem in die Sole geschüttet und geläutert werden muss; wie denn auch der ganze Boden dieser Salzstätten vom Abtropfen sehr gut wird und jährlich ausgebrochen und zu Beiße verarbeitet werden muss.
Und wiewohl es dort gute Salzknechte hat, gebrauchen sie doch keine besonderen Kunstgriffe außer allein mit der Beiße; denn sie machen gar kleines Salz und verfahren viel unnützes Holz.
Das Salz geht zu Staßfurt wegen der nahe liegenden Salzwerke und des benachbarten Elb- und
Unsichere Lesungen
- Sayße — Lesung unsicher (Z. 8)
- vnndtlegenenn — Wort undeutlich (Z. 19)
S. 841
Bl. 419rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Virdt Appendix
Saalsstrambs1 willenn seltenn wohl ab, wann aber anndere Saltzwercker, ein zeitlanng vngewitters halber still haltenn müssenn, werdenn sie Jres vorraths ein mahl los, vnnd hab ich mich berichtenn lassenn, das auch bisweilenn vnnsere fuhrleute dahin kommenn. Mit dem sieden vnnd Saltzhanndell wirdets nachuolgennder massenn gehaltenn. Zu Staßfurt wirdt die Beiße im Sohlfasse gebraucht, wie zu Ascherslebenn, Mann hat aber daselbst zwene Herde, so der einer Reiffe vnnd gute Beisse hat, zeuhet mann die Pfannenn ab, setzt sie auff den anndernn Herdt, der tieff in der Erdenn liegtt, also das die Pfann so darauff gesetzt, ein wenigk vber der Erdenn stehet. Es wirdt der new Herdt vnntenn vnnd auf den seittenn, vonn grundt wiederumb mit Schleter auffgefuret, vnnd ausgefullet, ist — 2 ehlenn tieff, acht ehlenn lanng, vnnd — 6 ehlenn die breidt.
Saalstroms selten gut ab; wenn aber andere Salzwerke eine Zeitlang des Unwetters wegen stillhalten müssen, werden sie ihren Vorrat einmal los. Und ich habe mich berichten lassen, dass bisweilen auch unsere Fuhrleute dorthin kommen.
Mit dem Sieden und dem Salzhandel wird es auf folgende Weise gehalten. Zu Staßfurt wird die Beiße im Solfass gebraucht wie zu Aschersleben. Man hat aber dort zwei Herde; wenn der eine reife und gute Beiße hat, zieht man die Pfanne ab und setzt sie auf den anderen Herd, der tief in der Erde liegt, so dass die darauf gesetzte Pfanne ein wenig über der Erde steht.
Der neue Herd wird unten und an den Seiten vom Grund an wiederum mit Schlotter aufgeführt und ausgefüllt; er ist 2 Ellen tief, acht Ellen lang und 6 Ellen breit.
Unsichere Lesungen
- Saalsstrambs — Schreibung unsicher (Z. 1)
S. 842
Bl. 419vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Darauff wirdt die Pfannenn gesetzt, welche — 7. schue lanng, — 6 ¼ breidt ist, Es stehenn auff Jeder seittenn nebenn der Pfannenn zwene staffelnn, in die Erdenn gesenncket, darauff zwene dicke Pfannennbeume liegenn, vber der Pfannen, vber welche anndere geringere beume liegenn, — 6. geleget seindt, ann welche die Pfannenn harbenn, der — 12. seindt, anngehenncket. Mann geust auch alle wercke in die Pfannenn — 36. eimer, seudet darann ein halbe stunde, vnnd als dann thut mann schwenncke1 bier ein, rürett bey den kolenn aus, wenns nu gnugsamb zu saltze wordenn, setzet mann die Saltzkörbe auff, welche drey spannenn lanng, zwo breit, vnnd obenn ein spann hoch sein, zwischenn die zwenn grossenn Pfannenn beume, welche sie Behrbeume nennenn, bringet das saltz auff Jeder seittenn zusammenn, schlegts mit einer Saltzschauffelnn auf den korb, bißolanng2 der korb voll ist, Darnach
Darauf wird die Pfanne gesetzt, die 7 Schuh lang und 6¼ breit ist. Es stehen auf jeder Seite neben der Pfanne zwei Ständer, in die Erde gesenkt, auf denen zwei dicke Pfannenbäume über der Pfanne liegen; über diesen liegen andere, geringere Bäume, deren 6 gelegt sind, an die die Pfannenhaken — deren 12 sind — angehängt werden.
Man gießt auch jedes Werk 36 Eimer in die Pfanne, siedet daran eine halbe Stunde, und alsdann tut man Schwenkbier hinein und rührt bei den Kohlen aus. Wenn es nun hinreichend zu Salz geworden ist, setzt man die Salzkörbe auf — die drei Spannen lang, zwei breit und oben eine Spanne hoch sind — zwischen die zwei großen Pfannenbäume, die sie Bärbäume nennen, bringt das Salz auf jeder Seite zusammen und schlägt es mit einer Salzschaufel auf den Korb, bis der Korb voll ist. Danach
Unsichere Lesungen
- schwenncke — Wortende undeutlich (Z. 11)
- bißolanng — Schreibung unsicher (Z. 19)
S. 843
Bl. 420rBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
schlagenn sie das Saltz benebenn dem Korbe, auff die Beune, also das das stuck zwo pfannenn breit, dreÿ lanng, vnnd funff hoch wirdt, derenn werdenn auf Jedes werck zweÿ bereitet, vnnd mann sendet die vorhenn in Jedem Bodt, welcher — 32. seindt — 50 wercke, denn Je in dreÿ stundenn ein werck bereitet wirdt, thun — 100 stucke, Werckzeuge, so alhier zum Saltzmachenn gebraucht werdenn seindt diese wie volgt, Erstlich ein Groß sohlenn faß, darein ein gezeunete hordt lieget, darauff die Seiße1[?] zergehet, vnnd die Sohle damit gebessert wirdt, einenn full eÿmer, henget ann einem schwenngell, damit die Sohlenn Jn die Pfann gefullet werde, Ein handtfaß darin die werckzeuge gereiniget werdenn, — 4. Saltzschauffelnn, damit die stucke gemacht, Saltzkörbe, darauff die Stöcke geschlagenn werdenn, die stucke werdenn mit stoernn2[?] bandenn vmblegt, vnnd etliche nicht, dreÿ fegefesser, darin sich der dreck vnnd vnreÿnigkeit setzt /: welchen
schlagen sie das Salz neben dem Korb auf die Bühne, so dass das Stück zwei Spannen breit, drei lang und fünf hoch wird; deren werden auf jedes Werk zwei bereitet. Und man siedet vorne in jedem Bothe, deren 32 sind, 50 Werke — denn je in drei Stunden wird ein Werk bereitet —, das macht 100 Stücke.
Werkzeuge, die hier zum Salzmachen gebraucht werden, sind diese, wie folgt: Erstens ein großes Solfass, in dem eine geflochtene Horde liegt, auf der die Beiße zergeht und die Sole damit gebessert wird; einen Fülleimer, der an einem Schwengel hängt, damit die Sole in die Pfanne gefüllt wird; ein Handfass, in dem die Werkzeuge gereinigt werden; 4 Salzschaufeln, mit denen die Stücke gemacht werden; Salzkörbe, auf denen die Stücke geschlagen werden — die Stücke werden mit Strohbändern umlegt, etliche auch nicht; drei Fegfässer, in denen sich der Dreck und die Unreinigkeit setzt, die
Unsichere Lesungen
- Seiße — Wort undeutlich (Z. 11)
- stoernn — evtl. stroernn (Z. 18)
S. 844
Bl. 420vBd. 24. Appendix · Die Reise von 1568: Aschersleben, Staßfurt, Groß SalzaFaksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
sie schlam nennenn :| beÿ vnns aber sannck genennet wirdt . Arbeiterlohnn, dem Meister geburt vonn Jedem stuck — 6 ₰1[?] thut die woche — 50 groschen, der knecht verdiennt — ½ thaler die wochen, vnnd am heiligenn abenndt hat er beÿ dem meister die malzeit, die vnderstörerin verdienet die woche — 8 gl2[?] vnderzustörenn, Grossenn Saltza. Dieses Saltzwergk ist in allem beÿ nahe anngestellet, wie das zu Staßfurdt, hat auch daselbst zwenn bronnenn, vnnd wirdt die Sohle mitt zweÿenn Roßkunstenn geschepfft, doch ist die eine gleich wie die zu Staßfurt, die beide mit grossen schepffeimernn derenn einer vmb den anndern wechselt, anngestellet, die annder aber mitt schleuchenn, Die kunst mit den schleuchenn ist in dem grundt=
sie Schlamm nennen, bei uns aber Sand genannt wird.
Arbeiterlohn: Dem Meister gebühren von jedem Stück 6 Pfennig, das macht die Woche 50 Groschen. Der Knecht verdient ½ Taler die Woche, und am Heiligen Abend hat er beim Meister die Mahlzeit. Die Unterschürerin verdient die Woche 8 Groschen fürs Unterschüren.
Groß Salza. Dieses Salzwerk ist in allem beinahe so eingerichtet wie das zu Staßfurt. Es hat auch dort zwei Brunnen, und die Sole wird mit zwei Rosskünsten geschöpft; doch ist die eine so wie die zu Staßfurt, die beide mit großen Schöpfeimern eingerichtet sind, von denen einer um den anderen wechselt, die andere aber mit Schläuchen.
Die Kunst mit den Schläuchen ist in dem grundlosen
Unsichere Lesungen
- ₰ — Münzkürzel, Pfennig/Denar (Z. 4)
- gl — Münzkürzel unklar (Z. 8)