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Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix

Der vierte Appendix · S. 851–860

Die Reise nach Pommern 1584 · S. 851–860 · Bl. 424r–428v · Band 2

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Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.

Die Reise nach Pommern 1584

S. 847–884 · Bl. 422r–440v · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix

S. 851

Bl. 424rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

nanum sfgl. Pfarhernn vnnd Saltzgreuenn zun Sodenn beÿ allenndorff, heraus Jnns Lanndt zu Pommernn habenn volgenn lassenn, Wann nun derselbe annkommenn, Was er außgerichttet, wo er vmbher gezogenn, auch was er Jedes orts vnterschiedtlich ann Ertzenn Mineris vnnd Mineralibus befundenn, Was sein Rath, bedencken, vnnd fürschlegs gewesenn, dessenn hat er nachfolgenndenn schrifftlichenn bericht ad æternam rei memoriam, auff mehr hochgedachtes fürsten des Hertzogenn zu Pommernn gnediges begerenn, mit seiner eigenenn hanndt vnderzeichnett hinderlassenn, Als auff freundtliches annsuchenn vnnd begerenn, des mehr hochgedachtenn Durchleuchtigenn hochgebornnenn fürstenn vnnd herrnn, Herrnn Ernnsten Ludewigenn, Hertzogenn zu Stetin Pommernn der Cassubenn vnnd Wendenn, Fürstenn zu Rügen, vnnd Grauenn zu Gutzkaw, beÿ dem auch durchleuchtigenn hochgebornnenn fürstenn vnnd herrn,

nanus, Seiner Fürstlichen Gnaden Pfarrer und Salzgrafen zu Sooden bei Allendorf, heraus ins Land zu Pommern hat ziehen lassen.

Wann nun derselbe angekommen ist, was er ausgerichtet hat, wo er umhergezogen ist, auch was er an jedem Ort im einzelnen an Erzen, Mineralien und Mineralvorkommen befunden hat, was sein Rat, sein Bedenken und sein Vorschlag gewesen ist — davon hat er den folgenden schriftlichen Bericht zum ewigen Gedächtnis der Sache auf das gnädige Begehren des genannten Fürsten, des Herzogs zu Pommern, mit seiner eigenen Hand unterzeichnet hinterlassen.

Auf freundliches Ansuchen und Begehren des genannten durchlauchtigen, hochgeborenen Fürsten und Herrn, Herrn Ernst Ludwig, Herzogs zu Stettin, Pommern, der Kassuben und Wenden, Fürsten zu Rügen und Grafen zu Gützkow, bei dem ebenfalls durchlauchtigen, hochgeborenen Fürsten und Herrn,

S. 852

Bl. 424vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

Herrnn Wilhelmenn Lanndtgrauenn zu Hessenn, Grauenn zu Catzennelnpogenn, Dietz, ziegenhain vnnd Nidda, beider meiner G. F. vnnd Herrn, Jch mich den 10. Martÿ zu Allenndorff vff die Reise gemacht, vnnd vnterwegenn obgedachten Georgenn vonn Verbentin1[?] in der Graffschafft Mannsfeldt zu Leimbach (: dahin mich der Lackeÿ Hanns Sadebosch2[?] gefueret :) anngesprochenn, beÿ demselbenn allerleÿ gelegennheit im Lanndt zu Pommernn, mich erkundiget, bin ich nechst annruffung Gottes mit freudenn furt gezogenn, vnd durch verleÿhung Götlicher hulff den 31 Martÿ zu Wolgast gesundt vnnd frisch annkommenn, volgenndes tages in der herberge bliebenn, den 2 vnnd 3 Aprilis aber die Sohlenn so ich aus dem Lanndt zu Hessenn, aus meines gl. f vnnd Herrnn Saltzwergk Sodenn, pro fundamento mitgebracht, wie denn auch die dreÿerleÿ, welche zu Dreptaw vnnd Klempenaw, in beÿsein des Strenngenn, Edtlenn vnnd Ernuestenn

Herrn Wilhelm, Landgrafen zu Hessen, Grafen zu Katzenelnbogen, Diez, Ziegenhain und Nidda — beider meiner gnädigen Fürsten und Herren —, habe ich mich am 10. März zu Allendorf auf die Reise gemacht. Unterwegs habe ich den genannten Georg von Verbentin in der Grafschaft Mansfeld zu Leimbach — wohin mich der Lakai Hans Sadebosch führte — angesprochen und mich bei ihm über allerlei Verhältnisse im Land zu Pommern erkundigt. Sodann bin ich unter Anrufung Gottes mit Freuden weitergezogen und durch Verleihung göttlicher Hilfe am 31. März zu Wolgast gesund und frisch angekommen; am folgenden Tag bin ich in der Herberge geblieben.

Am 2. und 3. April aber habe ich die Sole, die ich aus dem Land zu Hessen, aus dem Salzwerk Sooden meines gnädigen Fürsten und Herrn, als Grundlage mitgebracht hatte, wie auch die dreierlei, die ich zu Treptow und Klempenow in Beisein des gestrengen, edlen und ehrenfesten

Unsichere Lesungen

  1. Verbentin — Familienname unsicher (Z. 6)
  2. Sadebosch — Name unsicher (Z. 8)

S. 853

Bl. 425rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

Bußo vonn Rammin hauptmanns daselbst Jch selbst geschepfft, Jhnen versieglenn lassenn, vnnd mitt genommenn, in Jegennwertigkeit meines gl. F. vnnd Herrnn des Hertzogenn zu Pommernn, sfgl. Gemahlin, Canntzlers, etzlicher Rethe vnnd furnembstenn dienern probiret, Jnn der Hessische Sohlenn — 6½ lot, vnnd in den anndernn nichts befundenn, Als aber Jch zu Klempenaw vonn dem Hauptmann daselbst berichttet wordenn, das zu Grieb[?]waldt Sohlenn furhanndenn, vnnd daselbst vor dieser zeit Saltz gesottenn, aber aus manngell holtzes eingestellet wordenn, hab ich dessenn benebenn den Probenn, vnnd sonnsten vber Taffell gedacht,

Busso von Rammin, Hauptmanns daselbst, selbst geschöpft, ihn hatte versiegeln lassen und mitgenommen hatte, in Gegenwart meines gnädigen Fürsten und Herrn, des Herzogs zu Pommern, Seiner Fürstlichen Gnaden Gemahlin, des Kanzlers, etlicher Räte und der vornehmsten Diener geprobt. In der hessischen Sole habe ich 6½ Lot und in den anderen nichts befunden.

Als mir aber zu Klempenow vom dortigen Hauptmann berichtet worden war, dass zu Greifswald Sole vorhanden sei und dort vor dieser Zeit Salz gesotten, dies aber aus Mangel an Holz eingestellt worden sei, habe ich dessen neben den Proben und sonst bei Tafel gedacht.

Unsichere Lesungen

  1. Grieb= — evtl. Griebs= (Z. 10) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)

S. 854

Bl. 425vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

Die Erste Reise Darauff mein Gnediger fürst vnnd Herr, den Hern Canntzlar Henning1 vonn Rammin mir gnediglich zugeordenet, Wir beide seindt den 4 Aprilis daselbst hin gezogenn, die Sohlenn mit einem eingelassenenn, vnnd mit steinenn beschwertenn Krugk, aus der tieffe geschepfft, auch die obenn aufft besonnders gefast, vnnd zugleich mit nach Wolgast zurucke genommenn, dieselbigenn volgennts den 5. probiret, vnnd die aus der tieffe nicht gar — 3. lötig, die obenn vff aber ein lötig befundenn, Als nun sfgl. solchs gesehenn, habenn sfgl. mich gnediglich gefragt, was mein bedennckens disfals were, hab ich für gut anngesehenn, das man einem oder zwen verfallene Bronnenn, deren daselbst sechs vonn alters gewesenn, eröffnen vnnd außfegenn solte, vnnd als dann ad ipsas

Die erste Reise. Darauf hat mir mein gnädiger Fürst und Herr den Herrn Kanzler Henning von Rammin gnädig zugeordnet. Wir beide sind am 4. April dorthin gezogen, haben die Sole mit einem eingelassenen und mit Steinen beschwerten Krug aus der Tiefe geschöpft, auch die obenauf gesondert gefasst und zugleich mit nach Wolgast zurückgenommen. Diese haben wir sodann am 5. geprobt und die aus der Tiefe nicht ganz 3-lötig, die obenauf aber 1-lötig befunden.

Als nun Seine Fürstlichen Gnaden das gesehen hatten, haben sie mich gnädig gefragt, was mein Bedenken in diesem Fall sei. Ich habe es für gut befunden, dass man einen oder zwei verfallene Brunnen — deren dort von alters her sechs gewesen sind — eröffnen und ausfegen sollte und alsdann an den Quellen selbst

Unsichere Lesungen

  1. Henning — Vorname, evtl. Hemming (Z. 3)

S. 855

Bl. 426rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

Scaturigines1 die Sohlenn schopffenn vnnd probiren, Solchs habenn sfgl. Ihnenn gnediglich gefallenn lassenn, sich selbst enndtschlossenn, das sfgl. selbst mit nacher Griefßwaldt2 ziehenn, vnnd daselbst solanng verharrenn wolten, bis solchs also volnnzogenn, Wie denn auch beschehenn, denn sfgl. benebenn Irer Gemahlin, Cantzlar vnnd vornembstenn dienern nach Griefßwaldt volgenndts den 6. Aprilis verruckt, die außfegung des Bronnenns mit vleis bestellenn lassenn, bißolanng den 9. vnnd 10 Aprilis die Sohle gewunnenn, vnnd alsbaldt probiret, auch reichlich — 3. lot befundenn wordenn, Darauff sfgl. weitters gnediglich begertt zuwissenn, was mich gut deuchte, vnnd das ich einenn annschlagk machenn solte, ob etwa nutzenn des orts zuschaffenn were, Ob nun wohl die Sohlenn sehr geringe, vnnd die helffte so gut als die Vnnsere ist, Iedoch so habe ich in betrachtung das ein Cent=

die Sole schöpfen und proben. Das haben sich Seine Fürstlichen Gnaden gnädig gefallen lassen und sich selbst entschlossen, dass Seine Fürstlichen Gnaden selbst mit nach Greifswald ziehen und dort so lange verharren wollten, bis dies vollzogen sei; wie es denn auch geschehen ist. Denn Seine Fürstlichen Gnaden sind neben ihrer Gemahlin, dem Kanzler und den vornehmsten Dienern sodann am 6. April nach Greifswald aufgebrochen und haben das Ausfegen des Brunnens mit Fleiß bestellen lassen, bis am 9. und 10. April die Sole gewonnen und sogleich geprobt und reichlich 3-lötig befunden worden ist.

Darauf haben Seine Fürstlichen Gnaden weiter gnädig zu wissen begehrt, was mich gut dünke, und dass ich einen Anschlag machen solle, ob etwa an diesem Ort Nutzen zu schaffen wäre. Obwohl nun die Sole sehr gering und nur halb so gut wie die unsrige ist, habe ich doch in Betracht, dass ein Zent-

Unsichere Lesungen

  1. Scaturigines — lateinisch, Lesung wahrscheinlich (Z. 1)
  2. Griefßwaldt — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 4)

S. 856

Bl. 426vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

ner Saltzes, dieses orts wohl ein guldenn gelten kann, vnnd das Holtz wohl annbracht werdenn magk, auch vf den notfall zur vermehrung Soij1[?] anngebracht, vnnd mit nutzenn gebraucht werdenn kann, Jegenn vnnser Saltzwergk per regulas conuersam2 vnnd proportionum, mit dem Herrnn Cantzlar einenn annschlagk gemacht, vnnd fundenn, das vber die bezahlung Holtzes, Mein g. f. vnnd herr bey zwenn guldenn ann zwölff Centner erobernn kennenn, vnnd es weitters sfgl. zubedennkenn heimgestelt, was Ihnenn zuthun, oder zulassenn wollte wohlgefallenn, Dieselbenn habenn vor gutt anngesehenn, das der Bronnenn wie er Jtzt vffgereumet, vnnd enndtblöst, mit bretternn wohl zu gedeckt, vnnd mit erdenn darauff beschutt, damit nichts bis vff weitter berathschlagung darein geworffen wurde, Solchs hat M. Hans Fritz

ner Salz an diesem Ort wohl einen Gulden gelten kann und dass das Holz gut angebracht werden mag, auch im Notfall zur Vermehrung der Sole angebracht und mit Nutzen gebraucht werden kann, im Vergleich zu unserem Salzwerk nach den Regeln der Umrechnung und der Verhältnisse mit dem Herrn Kanzler einen Anschlag gemacht und gefunden, dass über die Bezahlung des Holzes hinaus mein gnädiger Fürst und Herr gegen zwei Gulden an zwölf Zentnern erübrigen könnte. Und ich habe es Seinen Fürstlichen Gnaden weiter anheimgestellt zu bedenken, was ihnen zu tun oder zu lassen wohlgefallen wolle.

Sie haben es für gut befunden, dass der Brunnen, wie er jetzt aufgeräumt und entblößt ist, mit Brettern gut zugedeckt und mit Erde darauf beschüttet werde, damit bis zur weiteren Beratschlagung nichts hineingeworfen würde. Das hat Meister Hans Fritz,

Unsichere Lesungen

  1. Soij — Wort am Zeilenende unklar (Z. 3)
  2. conuersam — lateinisch, Endung unsicher (Z. 6)

S. 857

Bl. 427rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix.

1

der Bronnenleiter also verrichttet. Die annder Reise. Sonntags den 12 Aprilis nach gehaltener Predig, Hat Hochgedachter mein g. f. vnnd Herr mich benebenn dem Hauptmann zur Jaßnitz1[?], Moritz vonn Rammin2, vnnd dem Secretario appelmann nacher annckelheim3[?] abgefertigett, Habe daselbst das feldt vnnd die gelegennheit besichtiget, aber kein gelegennheit noch anntzeigung einiger Mineralium befundenn, ohnne das das kraut kali (: welchs sonnst nurt vf Saltzechtenn orttenn zuwachsenn pflegt :) daselbst mit grosser mennge sich sehenn lassenn, seindt furt vf Vckermundenn furtgeruckt, vnnd nichts vernommenn, Montags den 13. vnnser Reise vber die vckermundische Heide nacher Jaßnitz4[?] genommenn, vnderwegenn die Heide durchfahrenn, die alte ver=

der Brunnenleiter, so ausgeführt.

Die andere Reise. Sonntag, den 12. April, nach gehaltener Predigt hat mich mein hochgenannter gnädiger Fürst und Herr neben dem Hauptmann zu Jasenitz, Moritz von Rammin, und dem Sekretär Appelmann nach Anklam abgefertigt. Ich habe dort das Feld und die Umstände besichtigt, aber keine Gelegenheit noch Anzeichen irgendwelcher Mineralien befunden — außer dass das Kraut Kali, das sonst nur an salzigen Orten zu wachsen pflegt, sich dort in großer Menge zeigte. Wir sind weiter nach Ueckermünde vorgerückt und haben nichts vernommen.

Montag, den 13., haben wir unsere Reise über die Ueckermünder Heide nach Jasenitz genommen, unterwegs die Heide durchfahren, die alte ver-

Unsichere Lesungen

  1. Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 5)
  2. Rammin — Familienname, Lesung wahrscheinlich (Z. 6)
  3. annckelheim — Ortsname nach Zoom unklar (Z. 7)
  4. Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 17)

S. 858

Bl. 427vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

fallene Hamerhuttenn besehenn, vnnd darbey einenn sehr gutenn Eisennstein (: ohnne das er nicht viel aber gut eisenn gibt :) befundenn, Als das michs wunder genommenn, warumb ein so herliche gute gelegennheit in windt geschlagenn, vnnd mann ein wohl erbauete Huttenn verfallenn lassenn, da doch Holtz, wasser vnnd Eisennsteins gnug bey hanndenn, Dinstags den 14. vonn der Jaßnitz1[?] nach Stettin verruckt, vnnd durch die Lesische2[?] Gehöltz gezogenn, im hin vnnd wieder reisenn, aber nichts befundenn, ohnne das daselbst ein guter vorrath ann Holtz ist, dieses tags als wir wiederumb zur Jaßnitz[?] annkommenn, Habenn wir das Verbetinische3[?] Bruch vnnder dem Hamer benebenn dem fuchsberge besehenn, darein guter eisennstein sich ereuget, vnnd berichtenn die Libenhagischenn4[?] Eisenngewerckenn, das dessenn daselbst, in grosser menge sein soll,

fallene Hammerhütte besehen und dabei einen sehr guten Eisenstein befunden — nur dass er nicht viel, aber gutes Eisen gibt. So dass es mich wundernahm, warum eine so herrliche gute Gelegenheit in den Wind geschlagen und man eine wohl erbaute Hütte hat verfallen lassen, wo doch Holz, Wasser und Eisenstein genug zur Hand sind.

Dienstag, den 14., von Jasenitz nach Stettin aufgebrochen und durch die Lesischen Gehölze gezogen; auf dem Hin- und Rückweg aber nichts befunden, außer dass dort ein guter Vorrat an Holz ist. An diesem Tag, als wir wieder nach Jasenitz kamen, haben wir das Verbentiner Bruch unter dem Hammer neben dem Fuchsberg besehen, worin sich guter Eisenstein zeigt; und die Liebenhagener Eisengewerken berichten, dass dieser dort in großer Menge sein soll.

Unsichere Lesungen

  1. Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 9)
  2. Lesische — Ortsadjektiv, Anfangsbuchstabe unsicher (Z. 10)
  3. Verbetinische — Ortsadjektiv unsicher (Z. 14)
  4. Libenhagischenn — Ortsadjektiv unsicher (Z. 17)

S. 859

Bl. 428rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix.

1

Gleicher massenn ist auch die Buchhorst in augennschein genommenn, vnnd sein daselbst hin vnnd wieder viel Stein, Ertzgrubenn vorhanndenn, Welche alle gutenn Eisennstein gebenn, vnnd vor dieser Zeit zu dem nunmehr verfallenenn Hamer verbraucht wordenn, Wie denn auch daselbst Schlackenn oder Sinder noch gelegenn, Vonn welchenn mann sagt, das auch die Jaßnitzischenn1[?] Munche daselbst Schmeltzwergk vnnd Eisennhuttenn gehaltenn sollenn habenn, Den 15 Aprilis des morgenns frue nach der Bu[?]der horst gezogenn, allennthalbenn gutenn Eisennstein, welcher doch nicht viel eysenn gibt, befundenn, in gleichenn in der Birkennhorst, ist sehr weicher eisennstein bey hanndenn, Wir habenn auch im vortreisenn das Seel3[?] vnnd alte Hagensch bruch, Wie denn auch das Weißenbreitiger bruch befahrenn wollenn, aber nur den Tractum die lennge durchgezogenn, vnd vns

Der Vierte Appendix. Gleichermaßen ist auch die Buchhorst in Augenschein genommen worden; und es sind dort hier und da viele Stein- und Erzgruben vorhanden, die alle guten Eisenstein geben und vor dieser Zeit für den nunmehr verfallenen Hammer gebraucht worden sind, wie denn auch dort noch Schlacken oder Sinter liegen. Von diesen sagt man, dass auch die Jasenitzer Mönche dort Schmelzwerk und Eisenhütten gehalten haben sollen.

Den 15. April morgens früh nach der Buderhorst gezogen und allenthalben guten Eisenstein befunden, der doch nicht viel Eisen gibt; ebenso ist in der Birkenhorst sehr weicher Eisenstein zur Hand.

Wir haben auch auf der Weiterreise das Seel- und Alte-Hagensche Bruch wie auch das Weißenbreitiger Bruch befahren wollen, sind aber nur den Zug der Länge nach durchgezogen und haben uns

Unsichere Lesungen

  1. Jaßnitzischenn — Ortsadjektiv, Schreibung unsicher (Z. 8)
  2. Bu= — Ortsname, erste Silbe unsicher (Z. 11) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
  3. Seel — Flurname unsicher (Z. 16)

S. 860

Bl. 428vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)

Der Vierdt Appendix

1

des vielenn wassers willenn, so allennthalb in den Grubenn, vnnd darumb hero gestanndenn, dartzu nit kommenn mögenn, Habenn aber in gemein grundtlichenn bericht eingenommenn, das Eisennstein daselbst die Mennge vorhannden sein solle, Sonnstenn ist in diesem ampt nichts weitters zufindenn gewest, denn dieweils sumpffich vnnd niedrigk, darein kein annder Metall, wenns schonn sich ertzeigte, erbauet werdenn kann, in betrachtung, das mann kein Stollen noch Schacht, weder treibenn noch senckenn, vielweniger einige wasserkunst derenn orter wohl annstellenn kann, Wennt1[?] aber wie obenn berichtet, Holtz zu volenn, Wasser vf den Hamer vnnd Eisennstein, aber schon arm ist, in gedachtem ambt die mennge beyhandenn, vnnd Jtziger zeit der Osemundt schwer anntzubringenn, das Eisenn aber allennthalb im Lande sehr theur ist, So habe demnach ich Jegenn wohl=

wegen des vielen Wassers, das allenthalben in den Gruben und darum herum stand, nicht hinzu begeben können. Wir haben aber im allgemeinen gründlichen Bericht eingenommen, dass Eisenstein dort in Menge vorhanden sein soll.

Sonst ist in diesem Amt nichts weiter zu finden gewesen; denn weil es sumpfig und niedrig liegt, kann darin kein anderes Metall gewonnen werden, selbst wenn es sich zeigte — in Anbetracht dessen, dass man weder einen Stollen treiben noch einen Schacht senken, viel weniger irgendeine Wasserkunst an diesen Orten gut einrichten kann.

Weil aber, wie oben berichtet, Holz zu Kohlen, Wasser für den Hammer und Eisenstein — wenn auch armer — in dem genannten Amt in Menge zur Hand ist, und weil zur jetzigen Zeit der Osemund schwer zu beschaffen und das Eisen allenthalben im Land sehr teuer ist, so habe ich demnach gegenüber dem wohl-

Unsichere Lesungen

  1. Wennt — Wortende unklar (Z. 14)

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