Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 855–864
Die Reise nach Pommern 1584 · S. 855–864 · Bl. 426r–430v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise nach Pommern 1584
S. 847–884 · Bl. 422r–440v · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 855
Bl. 426rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Scaturigines1 die Sohlenn schopffenn vnnd probiren, Solchs habenn sfgl. Ihnenn gnediglich gefallenn lassenn, sich selbst enndtschlossenn, das sfgl. selbst mit nacher Griefßwaldt2 ziehenn, vnnd daselbst solanng verharrenn wolten, bis solchs also volnnzogenn, Wie denn auch beschehenn, denn sfgl. benebenn Irer Gemahlin, Cantzlar vnnd vornembstenn dienern nach Griefßwaldt volgenndts den 6. Aprilis verruckt, die außfegung des Bronnenns mit vleis bestellenn lassenn, bißolanng den 9. vnnd 10 Aprilis die Sohle gewunnenn, vnnd alsbaldt probiret, auch reichlich — 3. lot befundenn wordenn, Darauff sfgl. weitters gnediglich begertt zuwissenn, was mich gut deuchte, vnnd das ich einenn annschlagk machenn solte, ob etwa nutzenn des orts zuschaffenn were, Ob nun wohl die Sohlenn sehr geringe, vnnd die helffte so gut als die Vnnsere ist, Iedoch so habe ich in betrachtung das ein Cent=
die Sole schöpfen und proben. Das haben sich Seine Fürstlichen Gnaden gnädig gefallen lassen und sich selbst entschlossen, dass Seine Fürstlichen Gnaden selbst mit nach Greifswald ziehen und dort so lange verharren wollten, bis dies vollzogen sei; wie es denn auch geschehen ist. Denn Seine Fürstlichen Gnaden sind neben ihrer Gemahlin, dem Kanzler und den vornehmsten Dienern sodann am 6. April nach Greifswald aufgebrochen und haben das Ausfegen des Brunnens mit Fleiß bestellen lassen, bis am 9. und 10. April die Sole gewonnen und sogleich geprobt und reichlich 3-lötig befunden worden ist.
Darauf haben Seine Fürstlichen Gnaden weiter gnädig zu wissen begehrt, was mich gut dünke, und dass ich einen Anschlag machen solle, ob etwa an diesem Ort Nutzen zu schaffen wäre. Obwohl nun die Sole sehr gering und nur halb so gut wie die unsrige ist, habe ich doch in Betracht, dass ein Zent-
Unsichere Lesungen
- Scaturigines — lateinisch, Lesung wahrscheinlich (Z. 1)
- Griefßwaldt — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 4)
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Bl. 426vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
ner Saltzes, dieses orts wohl ein guldenn gelten kann, vnnd das Holtz wohl annbracht werdenn magk, auch vf den notfall zur vermehrung Soij1[?] anngebracht, vnnd mit nutzenn gebraucht werdenn kann, Jegenn vnnser Saltzwergk per regulas conuersam2 vnnd proportionum, mit dem Herrnn Cantzlar einenn annschlagk gemacht, vnnd fundenn, das vber die bezahlung Holtzes, Mein g. f. vnnd herr bey zwenn guldenn ann zwölff Centner erobernn kennenn, vnnd es weitters sfgl. zubedennkenn heimgestelt, was Ihnenn zuthun, oder zulassenn wollte wohlgefallenn, Dieselbenn habenn vor gutt anngesehenn, das der Bronnenn wie er Jtzt vffgereumet, vnnd enndtblöst, mit bretternn wohl zu gedeckt, vnnd mit erdenn darauff beschutt, damit nichts bis vff weitter berathschlagung darein geworffen wurde, Solchs hat M. Hans Fritz
ner Salz an diesem Ort wohl einen Gulden gelten kann und dass das Holz gut angebracht werden mag, auch im Notfall zur Vermehrung der Sole angebracht und mit Nutzen gebraucht werden kann, im Vergleich zu unserem Salzwerk nach den Regeln der Umrechnung und der Verhältnisse mit dem Herrn Kanzler einen Anschlag gemacht und gefunden, dass über die Bezahlung des Holzes hinaus mein gnädiger Fürst und Herr gegen zwei Gulden an zwölf Zentnern erübrigen könnte. Und ich habe es Seinen Fürstlichen Gnaden weiter anheimgestellt zu bedenken, was ihnen zu tun oder zu lassen wohlgefallen wolle.
Sie haben es für gut befunden, dass der Brunnen, wie er jetzt aufgeräumt und entblößt ist, mit Brettern gut zugedeckt und mit Erde darauf beschüttet werde, damit bis zur weiteren Beratschlagung nichts hineingeworfen würde. Das hat Meister Hans Fritz,
Unsichere Lesungen
- Soij — Wort am Zeilenende unklar (Z. 3)
- conuersam — lateinisch, Endung unsicher (Z. 6)
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Bl. 427rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
der Bronnenleiter also verrichttet. Die annder Reise. Sonntags den 12 Aprilis nach gehaltener Predig, Hat Hochgedachter mein g. f. vnnd Herr mich benebenn dem Hauptmann zur Jaßnitz1[?], Moritz vonn Rammin2, vnnd dem Secretario appelmann nacher annckelheim3[?] abgefertigett, Habe daselbst das feldt vnnd die gelegennheit besichtiget, aber kein gelegennheit noch anntzeigung einiger Mineralium befundenn, ohnne das das kraut kali (: welchs sonnst nurt vf Saltzechtenn orttenn zuwachsenn pflegt :) daselbst mit grosser mennge sich sehenn lassenn, seindt furt vf Vckermundenn furtgeruckt, vnnd nichts vernommenn, Montags den 13. vnnser Reise vber die vckermundische Heide nacher Jaßnitz4[?] genommenn, vnderwegenn die Heide durchfahrenn, die alte ver=
der Brunnenleiter, so ausgeführt.
Die andere Reise. Sonntag, den 12. April, nach gehaltener Predigt hat mich mein hochgenannter gnädiger Fürst und Herr neben dem Hauptmann zu Jasenitz, Moritz von Rammin, und dem Sekretär Appelmann nach Anklam abgefertigt. Ich habe dort das Feld und die Umstände besichtigt, aber keine Gelegenheit noch Anzeichen irgendwelcher Mineralien befunden — außer dass das Kraut Kali, das sonst nur an salzigen Orten zu wachsen pflegt, sich dort in großer Menge zeigte. Wir sind weiter nach Ueckermünde vorgerückt und haben nichts vernommen.
Montag, den 13., haben wir unsere Reise über die Ueckermünder Heide nach Jasenitz genommen, unterwegs die Heide durchfahren, die alte ver-
Unsichere Lesungen
- Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 5)
- Rammin — Familienname, Lesung wahrscheinlich (Z. 6)
- annckelheim — Ortsname nach Zoom unklar (Z. 7)
- Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 17)
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Bl. 427vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
fallene Hamerhuttenn besehenn, vnnd darbey einenn sehr gutenn Eisennstein (: ohnne das er nicht viel aber gut eisenn gibt :) befundenn, Als das michs wunder genommenn, warumb ein so herliche gute gelegennheit in windt geschlagenn, vnnd mann ein wohl erbauete Huttenn verfallenn lassenn, da doch Holtz, wasser vnnd Eisennsteins gnug bey hanndenn, Dinstags den 14. vonn der Jaßnitz1[?] nach Stettin verruckt, vnnd durch die Lesische2[?] Gehöltz gezogenn, im hin vnnd wieder reisenn, aber nichts befundenn, ohnne das daselbst ein guter vorrath ann Holtz ist, dieses tags als wir wiederumb zur Jaßnitz[?] annkommenn, Habenn wir das Verbetinische3[?] Bruch vnnder dem Hamer benebenn dem fuchsberge besehenn, darein guter eisennstein sich ereuget, vnnd berichtenn die Libenhagischenn4[?] Eisenngewerckenn, das dessenn daselbst, in grosser menge sein soll,
fallene Hammerhütte besehen und dabei einen sehr guten Eisenstein befunden — nur dass er nicht viel, aber gutes Eisen gibt. So dass es mich wundernahm, warum eine so herrliche gute Gelegenheit in den Wind geschlagen und man eine wohl erbaute Hütte hat verfallen lassen, wo doch Holz, Wasser und Eisenstein genug zur Hand sind.
Dienstag, den 14., von Jasenitz nach Stettin aufgebrochen und durch die Lesischen Gehölze gezogen; auf dem Hin- und Rückweg aber nichts befunden, außer dass dort ein guter Vorrat an Holz ist. An diesem Tag, als wir wieder nach Jasenitz kamen, haben wir das Verbentiner Bruch unter dem Hammer neben dem Fuchsberg besehen, worin sich guter Eisenstein zeigt; und die Liebenhagener Eisengewerken berichten, dass dieser dort in großer Menge sein soll.
Unsichere Lesungen
- Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 9)
- Lesische — Ortsadjektiv, Anfangsbuchstabe unsicher (Z. 10)
- Verbetinische — Ortsadjektiv unsicher (Z. 14)
- Libenhagischenn — Ortsadjektiv unsicher (Z. 17)
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Bl. 428rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
Gleicher massenn ist auch die Buchhorst in augennschein genommenn, vnnd sein daselbst hin vnnd wieder viel Stein, Ertzgrubenn vorhanndenn, Welche alle gutenn Eisennstein gebenn, vnnd vor dieser Zeit zu dem nunmehr verfallenenn Hamer verbraucht wordenn, Wie denn auch daselbst Schlackenn oder Sinder noch gelegenn, Vonn welchenn mann sagt, das auch die Jaßnitzischenn1[?] Munche daselbst Schmeltzwergk vnnd Eisennhuttenn gehaltenn sollenn habenn, Den 15 Aprilis des morgenns frue nach der Bu[?]der horst gezogenn, allennthalbenn gutenn Eisennstein, welcher doch nicht viel eysenn gibt, befundenn, in gleichenn in der Birkennhorst, ist sehr weicher eisennstein bey hanndenn, Wir habenn auch im vortreisenn das Seel3[?] vnnd alte Hagensch bruch, Wie denn auch das Weißenbreitiger bruch befahrenn wollenn, aber nur den Tractum die lennge durchgezogenn, vnd vns
Der Vierte Appendix. Gleichermaßen ist auch die Buchhorst in Augenschein genommen worden; und es sind dort hier und da viele Stein- und Erzgruben vorhanden, die alle guten Eisenstein geben und vor dieser Zeit für den nunmehr verfallenen Hammer gebraucht worden sind, wie denn auch dort noch Schlacken oder Sinter liegen. Von diesen sagt man, dass auch die Jasenitzer Mönche dort Schmelzwerk und Eisenhütten gehalten haben sollen.
Den 15. April morgens früh nach der Buderhorst gezogen und allenthalben guten Eisenstein befunden, der doch nicht viel Eisen gibt; ebenso ist in der Birkenhorst sehr weicher Eisenstein zur Hand.
Wir haben auch auf der Weiterreise das Seel- und Alte-Hagensche Bruch wie auch das Weißenbreitiger Bruch befahren wollen, sind aber nur den Zug der Länge nach durchgezogen und haben uns
Unsichere Lesungen
- Jaßnitzischenn — Ortsadjektiv, Schreibung unsicher (Z. 8)
- Bu= — Ortsname, erste Silbe unsicher (Z. 11) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Seel — Flurname unsicher (Z. 16)
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Bl. 428vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
des vielenn wassers willenn, so allennthalb in den Grubenn, vnnd darumb hero gestanndenn, dartzu nit kommenn mögenn, Habenn aber in gemein grundtlichenn bericht eingenommenn, das Eisennstein daselbst die Mennge vorhannden sein solle, Sonnstenn ist in diesem ampt nichts weitters zufindenn gewest, denn dieweils sumpffich vnnd niedrigk, darein kein annder Metall, wenns schonn sich ertzeigte, erbauet werdenn kann, in betrachtung, das mann kein Stollen noch Schacht, weder treibenn noch senckenn, vielweniger einige wasserkunst derenn orter wohl annstellenn kann, Wennt1[?] aber wie obenn berichtet, Holtz zu volenn, Wasser vf den Hamer vnnd Eisennstein, aber schon arm ist, in gedachtem ambt die mennge beyhandenn, vnnd Jtziger zeit der Osemundt schwer anntzubringenn, das Eisenn aber allennthalb im Lande sehr theur ist, So habe demnach ich Jegenn wohl=
wegen des vielen Wassers, das allenthalben in den Gruben und darum herum stand, nicht hinzu begeben können. Wir haben aber im allgemeinen gründlichen Bericht eingenommen, dass Eisenstein dort in Menge vorhanden sein soll.
Sonst ist in diesem Amt nichts weiter zu finden gewesen; denn weil es sumpfig und niedrig liegt, kann darin kein anderes Metall gewonnen werden, selbst wenn es sich zeigte — in Anbetracht dessen, dass man weder einen Stollen treiben noch einen Schacht senken, viel weniger irgendeine Wasserkunst an diesen Orten gut einrichten kann.
Weil aber, wie oben berichtet, Holz zu Kohlen, Wasser für den Hammer und Eisenstein — wenn auch armer — in dem genannten Amt in Menge zur Hand ist, und weil zur jetzigen Zeit der Osemund schwer zu beschaffen und das Eisen allenthalben im Land sehr teuer ist, so habe ich demnach gegenüber dem wohl-
Unsichere Lesungen
- Wennt — Wortende unklar (Z. 14)
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Bl. 429rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
gedachtenn amptmann zur Jaßnitz1[?], auch den Secretarium mich erkleret, das mein treuer Rath were, das der alte Eisennhamer, vonn neuenn erbauenn, vnnd ein Rennwerck, aber nicht ein hoherofenn, wieder anngestellet wurde, Wie denn solchs ebennmessigk, auch meinem g. f. vnd hern in meiner wiederkunfft ich enndeckt habe. Eins het ich bey nahe vergessenn, das als ich vff der Heyda hin vnnd wieder gefahrenn, allennthalbenn viel kiefernn stöck2[?], auch lagerholtz befundenn, Dieweil nun ohnne verletzung des grunenn wachsendenn holtz, mann daselbst wol bech oder Wagenntzehr, mit meines gnedigenn furstenn vnnd herrnn frommenn, brennen kan, auch die Heidenn desto besser gereumet werdenn möchtenn, als habe ich solches dem amptmann zur Jaßnitz3[?] anngezeigt, vnnd hat er sich vernehmenn lassenn, das er erstes tags ein Ofenn oder Zwenn annrichtenn wolte lassenn, Welchs also hinfurters
genannten Amtmann zu Jasenitz und auch dem Sekretär erklärt, dass mein treuer Rat wäre, den alten Eisenhammer von neuem zu erbauen und ein Rennwerk, aber nicht einen Hochofen, wieder einzurichten; wie ich das denn ebenso auch meinem gnädigen Fürsten und Herrn bei meiner Rückkehr eröffnet habe.
Eines hätte ich beinahe vergessen: Als ich auf der Heide hin und her fuhr, habe ich allenthalben viele Kiefernstöcke und auch Lagerholz gefunden. Weil man nun dort ohne Verletzung des grün wachsenden Holzes wohl Pech oder Wagenschmiere zum Nutzen meines gnädigen Fürsten und Herrn brennen kann und auch die Heiden desto besser geräumt werden könnten, habe ich dies dem Amtmann zu Jasenitz angezeigt; und er hat sich vernehmen lassen, dass er in den nächsten Tagen einen Ofen oder zwei anrichten lassen wolle. Was ich sodann
Unsichere Lesungen
- Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 1)
- stöck — ck oder rk (Z. 10)
- Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 17)
S. 862
Bl. 429vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
mehr hochgedachtenn furstenn, Ich in meiner zuruck kunfft enntdeckt, vnnd habenns sfgl. Ihnen gnediglich gefallenn lassenn, mit der anngehengten erklerung, Wo alhier Bechbrenner1 nicht anntzutreffenn, das als denn ich in meinem heimtziehenn mich nach gutenn Bechbrennern am Hartz vmbthun wolte, Den 16. Aprilis nach Torgelaw verruckt, aber vnnderwegenn viel gehöltz, sonnstenn nichts denn sanndt vnnd sumpffe befundenn, zu Torgelaw aber habenn wir noch desselbigenn abenndts vnns vf den Scharmutzell2[?] bey die Pferde kopffen begebenn, vnnd ob schonn daselbst nach kalck allennthalb mit dem Borenn vnnd sonnstenn nachgesucht wordenn, kann mann doch vmb der sumpffigkeit willenn, weil auch der kalck so sich ereuget, nicht guter kalck, sonndernn viel mehr Mergell, ist gar nicht zubauenn, Es lies sich aber in mittelst zwischenn Torgelaw vnd dem
dem genannten Fürsten bei meiner Rückkehr eröffnet habe; und Seine Fürstlichen Gnaden haben es sich gnädig gefallen lassen, mit der angehängten Erklärung: wo hier keine Pechbrenner anzutreffen wären, dass ich mich alsdann auf meiner Heimreise am Harz nach guten Pechbrennern umtun wolle.
Den 16. April nach Torgelow aufgebrochen, aber unterwegs viel Gehölz, sonst nichts als Sand und Sümpfe befunden. Zu Torgelow aber haben wir uns noch desselben Abends auf den Scharmützel bei den Pferdeköpfen begeben. Und obwohl dort allenthalben mit dem Bohrer und sonst nach Kalk gesucht worden ist, kann man doch wegen der Sumpfigkeit — auch weil der Kalk, der sich zeigt, kein guter Kalk, sondern vielmehr Mergel ist — gar nicht bauen.
Es ließ sich aber inzwischen zwischen Torgelow und diesem
Unsichere Lesungen
- Bechbrenner — Anfang B oder V (Z. 4)
- Scharmutzell — Flurname, Lesung wahrscheinlich (Z. 12)
S. 863
Bl. 430rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
ortt annsehenn, als ob alaun Ertz sich enndtblöste, Dieweil aber daselbst zuviel feldt, steine, vnnd die gelegennheit sehr sumpffigk magk auch nichts anngerichtet werdenn, Den 17. des morgenns mit dem tage nach krugsdorff vnnd Coblenntz vnnsere Reise genommenn, daselbst bey die vorm Jar gemachte grubenn gezogen, vnnd alle gelegennheit in augennschein genommenn, Inn der Grubenn hinder der Eißfortenn2[?] nichts weniger als Saltz befundenn, Darnach vber den Thamb vnns begebenn, vnnd des orts die drey auch vom M. Hannsenn außgeworffenenn grubenn, vnnd bescheut3[?] gebeu besehenn, auch die Sohlenn zur probenn geschepfft, vnnd mit nacher Wolgast im heimreisenn genommenn, Dieweil aber des orts vmb vnnd vmb nichts denn Gemöhr vnnd See in flachenn ebenenn vnd feuchtem felde seindt, vmb welches willenn zu ewigenn zeitenn, wenn schonn die aller beste Sohlen dar zufindenn, mann nicht bauenn, vielweniger
Der Vierte Appendix. Ort ansehen, als ob sich Alaunerz entblöße. Weil aber dort zu viel Feld und Steine sind und die Lage sehr sumpfig ist, kann auch nichts eingerichtet werden.
Den 17., morgens mit Tagesanbruch, haben wir unsere Reise nach Krugsdorf und Koblentz genommen, sind dort zu den im vorigen Jahr gemachten Gruben gezogen und haben alle Umstände in Augenschein genommen. In der Grube hinter der Eispforte haben wir nichts weniger als Salz befunden. Danach haben wir uns über den Damm begeben und dort die drei ebenfalls von Meister Hans ausgeworfenen Gruben und die aufgeschütteten Bauten besehen, auch die Sole zur Probe geschöpft und auf der Heimreise mit nach Wolgast genommen.
Weil aber an diesem Ort ringsherum nichts als Moor und Seen in flacher Ebene und feuchtem Feld sind, weshalb man in Ewigkeit — selbst wenn dort die allerbeste Sole zu finden wäre — nicht bauen, viel weniger
Unsichere Lesungen
- krugs=dorff — Ortsname, Lesung wahrscheinlich (Z. 5) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Eißfortenn — Flurname unsicher (Z. 9)
- bescheut — Wort unklar (Z. 13)
S. 864
Bl. 430vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
feurherde vnnd Pfannenn zum siedenn vfrichtenn kann, auch wenn manns Ja thun wolte, auf solchenn bau vber zwo Tonnenn goldes lauffenn wurdenn, vnnd dennest gleichwohl vonn wegenn der bösenn demme, das Holtz nicht hintzu, wie denn auch das Saltz nicht abfuerenn konnte, als kann vnnd will Ich nimmermehr rathenn, das ein einiger Pfennig daselbst mehr verbauet werde, Inn sonnderlicher betrachtunge, das die beste sohlenn in den dreyenn sumpffenn, nurt ein lötigk ist, Nach Mittag desselbigenn tages durch Baselick1[?] auf Schonewaldt furtgeeilt, daselbst die Sun[?]dischenn Berge allennthalbenn durchzogenn, besichtiget, vnnd hat sich kein Rotenn Bronnen Verker3[?] vnnd Dupffstein ereuget, (: wo aber Verker4[?] ist, da hat mann sich allennthalb auch Eisenns zuvermutenn :) aber im furtziehen
Feuerherde und Pfannen zum Sieden errichten kann; und selbst wenn man es doch tun wollte, würde ein solcher Bau über zwei Tonnen Goldes kosten, und man könnte dennoch wegen der schlechten Dämme das Holz nicht heran- und das Salz nicht abführen: so kann und will ich nimmermehr raten, dass dort noch ein einziger Pfennig verbaut werde — besonders in Anbetracht dessen, dass die beste Sole in den drei Sümpfen nur einlötig ist.
Nach Mittag desselben Tages sind wir durch Baselick nach Schönwalde weitergeeilt, haben dort die Sundischen Berge allenthalben durchzogen und besichtigt; und es hat sich kein roter Brunnen, kein Ocker und Tuffstein gezeigt — wo aber Ocker ist, da hat man allenthalben auch Eisen zu vermuten. Aber auf der Weiterreise
Unsichere Lesungen
- Baselick — Ortsname unsicher (Z. 12)
- Sun= — Ortsadjektiv, erste Silbe unsicher (Z. 13) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Verker — Mineralbezeichnung unklar (Z. 16)
- Verker — wie Zeile 16 (Z. 17)