Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 861–870
Die Reise nach Pommern 1584 · S. 861–870 · Bl. 429r–433v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise nach Pommern 1584
S. 847–884 · Bl. 422r–440v · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 861
Bl. 429rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
gedachtenn amptmann zur Jaßnitz1[?], auch den Secretarium mich erkleret, das mein treuer Rath were, das der alte Eisennhamer, vonn neuenn erbauenn, vnnd ein Rennwerck, aber nicht ein hoherofenn, wieder anngestellet wurde, Wie denn solchs ebennmessigk, auch meinem g. f. vnd hern in meiner wiederkunfft ich enndeckt habe. Eins het ich bey nahe vergessenn, das als ich vff der Heyda hin vnnd wieder gefahrenn, allennthalbenn viel kiefernn stöck2[?], auch lagerholtz befundenn, Dieweil nun ohnne verletzung des grunenn wachsendenn holtz, mann daselbst wol bech oder Wagenntzehr, mit meines gnedigenn furstenn vnnd herrnn frommenn, brennen kan, auch die Heidenn desto besser gereumet werdenn möchtenn, als habe ich solches dem amptmann zur Jaßnitz3[?] anngezeigt, vnnd hat er sich vernehmenn lassenn, das er erstes tags ein Ofenn oder Zwenn annrichtenn wolte lassenn, Welchs also hinfurters
genannten Amtmann zu Jasenitz und auch dem Sekretär erklärt, dass mein treuer Rat wäre, den alten Eisenhammer von neuem zu erbauen und ein Rennwerk, aber nicht einen Hochofen, wieder einzurichten; wie ich das denn ebenso auch meinem gnädigen Fürsten und Herrn bei meiner Rückkehr eröffnet habe.
Eines hätte ich beinahe vergessen: Als ich auf der Heide hin und her fuhr, habe ich allenthalben viele Kiefernstöcke und auch Lagerholz gefunden. Weil man nun dort ohne Verletzung des grün wachsenden Holzes wohl Pech oder Wagenschmiere zum Nutzen meines gnädigen Fürsten und Herrn brennen kann und auch die Heiden desto besser geräumt werden könnten, habe ich dies dem Amtmann zu Jasenitz angezeigt; und er hat sich vernehmen lassen, dass er in den nächsten Tagen einen Ofen oder zwei anrichten lassen wolle. Was ich sodann
Unsichere Lesungen
- Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 1)
- stöck — ck oder rk (Z. 10)
- Jaßnitz — Ortsname, Schreibung unsicher (Z. 17)
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Bl. 429vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
mehr hochgedachtenn furstenn, Ich in meiner zuruck kunfft enntdeckt, vnnd habenns sfgl. Ihnen gnediglich gefallenn lassenn, mit der anngehengten erklerung, Wo alhier Bechbrenner1 nicht anntzutreffenn, das als denn ich in meinem heimtziehenn mich nach gutenn Bechbrennern am Hartz vmbthun wolte, Den 16. Aprilis nach Torgelaw verruckt, aber vnnderwegenn viel gehöltz, sonnstenn nichts denn sanndt vnnd sumpffe befundenn, zu Torgelaw aber habenn wir noch desselbigenn abenndts vnns vf den Scharmutzell2[?] bey die Pferde kopffen begebenn, vnnd ob schonn daselbst nach kalck allennthalb mit dem Borenn vnnd sonnstenn nachgesucht wordenn, kann mann doch vmb der sumpffigkeit willenn, weil auch der kalck so sich ereuget, nicht guter kalck, sonndernn viel mehr Mergell, ist gar nicht zubauenn, Es lies sich aber in mittelst zwischenn Torgelaw vnd dem
dem genannten Fürsten bei meiner Rückkehr eröffnet habe; und Seine Fürstlichen Gnaden haben es sich gnädig gefallen lassen, mit der angehängten Erklärung: wo hier keine Pechbrenner anzutreffen wären, dass ich mich alsdann auf meiner Heimreise am Harz nach guten Pechbrennern umtun wolle.
Den 16. April nach Torgelow aufgebrochen, aber unterwegs viel Gehölz, sonst nichts als Sand und Sümpfe befunden. Zu Torgelow aber haben wir uns noch desselben Abends auf den Scharmützel bei den Pferdeköpfen begeben. Und obwohl dort allenthalben mit dem Bohrer und sonst nach Kalk gesucht worden ist, kann man doch wegen der Sumpfigkeit — auch weil der Kalk, der sich zeigt, kein guter Kalk, sondern vielmehr Mergel ist — gar nicht bauen.
Es ließ sich aber inzwischen zwischen Torgelow und diesem
Unsichere Lesungen
- Bechbrenner — Anfang B oder V (Z. 4)
- Scharmutzell — Flurname, Lesung wahrscheinlich (Z. 12)
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Bl. 430rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
ortt annsehenn, als ob alaun Ertz sich enndtblöste, Dieweil aber daselbst zuviel feldt, steine, vnnd die gelegennheit sehr sumpffigk magk auch nichts anngerichtet werdenn, Den 17. des morgenns mit dem tage nach krugsdorff vnnd Coblenntz vnnsere Reise genommenn, daselbst bey die vorm Jar gemachte grubenn gezogen, vnnd alle gelegennheit in augennschein genommenn, Inn der Grubenn hinder der Eißfortenn2[?] nichts weniger als Saltz befundenn, Darnach vber den Thamb vnns begebenn, vnnd des orts die drey auch vom M. Hannsenn außgeworffenenn grubenn, vnnd bescheut3[?] gebeu besehenn, auch die Sohlenn zur probenn geschepfft, vnnd mit nacher Wolgast im heimreisenn genommenn, Dieweil aber des orts vmb vnnd vmb nichts denn Gemöhr vnnd See in flachenn ebenenn vnd feuchtem felde seindt, vmb welches willenn zu ewigenn zeitenn, wenn schonn die aller beste Sohlen dar zufindenn, mann nicht bauenn, vielweniger
Der Vierte Appendix. Ort ansehen, als ob sich Alaunerz entblöße. Weil aber dort zu viel Feld und Steine sind und die Lage sehr sumpfig ist, kann auch nichts eingerichtet werden.
Den 17., morgens mit Tagesanbruch, haben wir unsere Reise nach Krugsdorf und Koblentz genommen, sind dort zu den im vorigen Jahr gemachten Gruben gezogen und haben alle Umstände in Augenschein genommen. In der Grube hinter der Eispforte haben wir nichts weniger als Salz befunden. Danach haben wir uns über den Damm begeben und dort die drei ebenfalls von Meister Hans ausgeworfenen Gruben und die aufgeschütteten Bauten besehen, auch die Sole zur Probe geschöpft und auf der Heimreise mit nach Wolgast genommen.
Weil aber an diesem Ort ringsherum nichts als Moor und Seen in flacher Ebene und feuchtem Feld sind, weshalb man in Ewigkeit — selbst wenn dort die allerbeste Sole zu finden wäre — nicht bauen, viel weniger
Unsichere Lesungen
- krugs=dorff — Ortsname, Lesung wahrscheinlich (Z. 5) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Eißfortenn — Flurname unsicher (Z. 9)
- bescheut — Wort unklar (Z. 13)
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Bl. 430vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix.
feurherde vnnd Pfannenn zum siedenn vfrichtenn kann, auch wenn manns Ja thun wolte, auf solchenn bau vber zwo Tonnenn goldes lauffenn wurdenn, vnnd dennest gleichwohl vonn wegenn der bösenn demme, das Holtz nicht hintzu, wie denn auch das Saltz nicht abfuerenn konnte, als kann vnnd will Ich nimmermehr rathenn, das ein einiger Pfennig daselbst mehr verbauet werde, Inn sonnderlicher betrachtunge, das die beste sohlenn in den dreyenn sumpffenn, nurt ein lötigk ist, Nach Mittag desselbigenn tages durch Baselick1[?] auf Schonewaldt furtgeeilt, daselbst die Sun[?]dischenn Berge allennthalbenn durchzogenn, besichtiget, vnnd hat sich kein Rotenn Bronnen Verker3[?] vnnd Dupffstein ereuget, (: wo aber Verker4[?] ist, da hat mann sich allennthalb auch Eisenns zuvermutenn :) aber im furtziehen
Feuerherde und Pfannen zum Sieden errichten kann; und selbst wenn man es doch tun wollte, würde ein solcher Bau über zwei Tonnen Goldes kosten, und man könnte dennoch wegen der schlechten Dämme das Holz nicht heran- und das Salz nicht abführen: so kann und will ich nimmermehr raten, dass dort noch ein einziger Pfennig verbaut werde — besonders in Anbetracht dessen, dass die beste Sole in den drei Sümpfen nur einlötig ist.
Nach Mittag desselben Tages sind wir durch Baselick nach Schönwalde weitergeeilt, haben dort die Sundischen Berge allenthalben durchzogen und besichtigt; und es hat sich kein roter Brunnen, kein Ocker und Tuffstein gezeigt — wo aber Ocker ist, da hat man allenthalben auch Eisen zu vermuten. Aber auf der Weiterreise
Unsichere Lesungen
- Baselick — Ortsname unsicher (Z. 12)
- Sun= — Ortsadjektiv, erste Silbe unsicher (Z. 13) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Verker — Mineralbezeichnung unklar (Z. 16)
- Verker — wie Zeile 16 (Z. 17)
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Bl. 431rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
seindt wir ann einenn Bach in Jasenitzischenn Bergen, die Flederbach1 genennet kommenn, vnnd weil sich annsehenn lies, als ob derselbige Bach im schlich etwa Miner oder gemmas mitfurenn möchte, hab ich aus der Bach sanndt vnnd steine genommenn, aber nichts befundenn, Mann möchte aber daselbst vnd Jegenn vber liegenden gebirge weitters mit der Rutenn gehenn, vnnd sonnst nachschlagenn lassen, Ob vielleicht, weil daselbst ziegellettenn vnnd Thonngrubenn, auch Steinkolenn möchtenn gefundenn werdenn, Der Eisennstein der dieser orter im Torgelaschenn ambt sich ereuget, ist geringe, möchte aber besser, wenn ihme nachgesucht wurde, mit der Zeit werdenn, Den 18 Aprilis vonn Torgelaw wiederumb auf annckelheim2[?] verruckt, vnnd vnnderwegenn morgenns frue als der tag annbrach den neu gebautenn Hamer im vckermundischenn ampt bey der neuenn Muhlenn besichtiget.
sind wir an einen Bach in den Jasenitzer Bergen gekommen, die Flederbach genannt. Und weil es sich ansehen ließ, als ob dieser Bach im Schlick etwa Mineralien oder Gemmen mitführen möchte, habe ich aus dem Bach Sand und Steine genommen, aber nichts befunden. Man möchte aber dort und in dem gegenüberliegenden Gebirge weiter mit der Rute gehen und sonst nachschlagen lassen, ob vielleicht — weil dort Ziegelletten und Tongruben sind — auch Steinkohlen gefunden werden könnten.
Der Eisenstein, der an diesen Orten im Torgelower Amt zutage tritt, ist gering, könnte aber mit der Zeit besser werden, wenn man ihm nachsuchte.
Den 18. April von Torgelow wiederum nach Anklam aufgebrochen und unterwegs morgens früh, als der Tag anbrach, den neu gebauten Hammer im Ueckermünder Amt bei der Neuen Mühle besichtigt.
Unsichere Lesungen
- Flederbach — Bachname, Lesung wahrscheinlich (Z. 2)
- annckelheim — Ortsname unklar, wie 857 (Z. 16)
S. 866
Bl. 431vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Daselbst hab ich befundenn, das wohl wassers ein zimbliche notturfft vorhanndenn, vnnd ein grosses auf denselbenn neuenn Hamer ann Baugeldt aufgangenn, gleichwohl derselbe noch nichtt volkommenn anngestellet, Vnnd magk wohl vf Osemundt zugerichtet sein, aber zum Rennwerckenn vnnd frischenn ist er damahls nicht diennlich gewesenn, Welches viel hochgedachtem Meinem gnedigenn fursten vnnd herrnn ich also vnndertheniglich entdeckt, vnnd volgennts gerathenn, das sfgl. auffs furderlichste nicht allein nach Rennwerckern, sonndernn auch nach Grubenn, Kölernn, vnnd Steingrebernn sich vmbzuthun, vnnd vfs furderlichste den Eisennhamer wiederumb ann die hanndt nehmenn, vnnd Inns werck richtenn sollenn, denn solchs ohnne nutzenn nicht abgehenn könntte. Als wir nun wiederumb hinderruck zu Wolgast
Dort habe ich befunden, dass wohl eine hinreichende Notdurft an Wasser vorhanden ist und dass ein Großes auf diesen neuen Hammer an Baugeld aufgegangen ist; gleichwohl ist er noch nicht vollständig eingerichtet. Und er mag wohl auf Osemund hergerichtet sein, aber zum Rennwerk und Frischen ist er damals nicht dienlich gewesen.
Das habe ich meinem oft genannten gnädigen Fürsten und Herrn so untertänig eröffnet und sodann geraten, dass Seine Fürstlichen Gnaden sich aufs förderlichste nicht allein nach Rennwerkern, sondern auch nach Grubenleuten, Köhlern und Steingräbern umtun und aufs förderlichste den Eisenhammer wieder in die Hand nehmen und ins Werk richten sollten; denn das könne nicht ohne Nutzen abgehen.
Als wir nun wiederum zurück nach Wolgast
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Bl. 432rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
annkommenn, ist die mitgenommene Sohlenn von Cöbelenntz1[?] in beysein Meines gl. f. vnnd Herrnn, sfgl. Gemahlin, Canntzlars vnnd anndere Rethe den Osterdinstagk probiret, vnnd mein bedennckens durchaus gnediglich gehort wordenn, vnnd dieweil in der bestenn Sohlenn, nur ein loth ausbracht, habenn sfgl. gnediglich gefragt, was mich vonn der Griepswaldischenn Sohlenn deucht, ob nicht dieselbenn mit nutzenn gebauet werdenn möchte, Darauff sfgl. ich voriges annschlags, welchenn der herr Canntzlar vnnd ich gemacht, vnderthenniglich erJnnert, Darbenebenn aber anngezeigt, das in meinem vermügenn nicht stünde, die Sohlenn annders vnnd besser zuschaffenn, denn sie Gott gebenn, ohne das woll etwas im feurherde vnnter der Pfannenn durch fleiss ausgerichttet, auch etwas das zufallenn tag oder wiltwasser durchstollenn, wie im Hessischenn Saltzwergk beschehenn möchte abgewenndet, vnnd also die Sohlenn verbessert
gekommen waren, ist die mitgebrachte Sole von Koblentz in Beisein meines gnädigen Fürsten und Herrn, Seiner Fürstlichen Gnaden Gemahlin, des Kanzlers und anderer Räte am Osterdienstag geprobt und mein Bedenken durchweg gnädig angehört worden. Und weil in der besten Sole nur ein Lot ausgebracht wurde, haben Seine Fürstlichen Gnaden gnädig gefragt, was mich von der Greifswalder Sole dünke, ob diese nicht mit Nutzen ausgebaut werden könnte.
Darauf habe ich Seine Fürstlichen Gnaden untertänig an den vorigen Anschlag erinnert, den der Herr Kanzler und ich gemacht haben, daneben aber angezeigt, dass es nicht in meinem Vermögen stehe, die Sole anders und besser zu schaffen, als sie Gott gibt — außer dass wohl etwas im Feuerherd unter der Pfanne durch Fleiß ausgerichtet, auch etwas vom zulaufenden Tag- oder Wildwasser durch Stollen, wie es im hessischen Salzwerk geschehen ist, abgewendet und so die Sole verbessert
Unsichere Lesungen
- Cöbelenntz — Ortsname, Lesung unsicher (Z. 2)
S. 868
Bl. 432vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
werdenn möchttenn, hab ichs mit wiederachttet1, Sonnst hab ich gesagt. Ego non sum Creator sed Creatoris peccator. Weil aber sfgl. nicht ablassenn wollenn, habe denselbenn ich vnderthenniglich gerathenn, Damit sfgl. zum grundt kommenn, vnnd eintlichs wissenns habenn möchtenn, Was mann sich vf die Griepswaldische Sohlenn zuuerlassenn, das mann eine grosse Pfannenn vnnd ordenntlichenn Herdt annstellete, So würdenn sfgl. im grundt befindenn, was mann thun oder lassenn möchte. Vnnd ob viellicht in der Griepswaldischenn Sohlen nichts möchte zugewinnenn sein, So könnttenn doch sfgl. solannge mit foy2[?] benebenn derselbenn Sohlenn leutternn vnnd hiernechst siedenn lassenn, bis die Pfannenn reichlich bezahlet, vnnd sfgl. deshalb keinenn schadenn hettenn, oder möchte das Eisenn sonnst zu Eisenn thürenn, oder annders verbrauchenn, das also sfgl nicht mehr als das
werden könnte — habe ich es mit erwogen. Sonst habe ich gesagt: Ich bin nicht der Schöpfer, sondern ein Sünder des Schöpfers.
Weil aber Seine Fürstlichen Gnaden nicht ablassen wollten, habe ich ihnen untertänig geraten — damit Seine Fürstlichen Gnaden zum Grund kämen und endgültige Kenntnis davon hätten, worauf man sich bei der Greifswalder Sole verlassen könne —, dass man eine große Pfanne und einen ordentlichen Herd einrichte; so würden Seine Fürstlichen Gnaden im Grunde befinden, was man tun oder lassen möge.
Und wenn vielleicht mit der Greifswalder Sole nichts zu gewinnen wäre, so könnten doch Seine Fürstlichen Gnaden so lange mit Sole daneben läutern und hernach sieden lassen, bis die Pfanne reichlich bezahlt wäre und Seine Fürstlichen Gnaden deshalb keinen Schaden hätten; oder man könnte das Eisen sonst zu Eisentüren oder anderem verbrauchen, so dass Seine Fürstlichen Gnaden nicht mehr als den
Unsichere Lesungen
- mit wiederachttet — mit/nit unklar (Z. 1)
- foy — Wort unklar (Z. 14)
S. 869
Bl. 433rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
macherlohnn vonn der Pfannenn zuuerlierenn hetten, Darauff alsbaldt meins g. f. vnnd herrnn harnischmacher M. anndres vonn Stettin zu sfgl. erfordert wordenn, wie desgleichenn der kupfferschlager zu Griepswaldt, vnnd ist mit Ihnenn gehanndelt, das M. anndres das blecheisenn zu Stettin einkauffen, zu Griepswaldt aber der kupfferschlager die Pfannenn machenn solte, Wie Ime denn dieselbige durch den herrnn Canntzlarn vnnd mich verdingt, vnnd zu macherlohnn —— 11 thaler zugesagt seindt wordenn. Die dritte Reise. Naher dem fürstennthumb Rügenn zum Sundt, da wir ganntz herlich tractiret wordenn, mitt mehrernentem Secretario appelmann vber Meer geschiffet, vnnd zu Bergenn anngelenndet, den 25 Aprilis desselbigenn tages auff Tißkau1[?] die Saltz=
Macherlohn von der Pfanne zu verlieren hätten.
Darauf ist sogleich meines gnädigen Fürsten und Herrn Harnischmacher, Meister Andres von Stettin, zu Seinen Fürstlichen Gnaden gefordert worden, desgleichen der Kupferschläger zu Greifswald. Und es ist mit ihnen verhandelt worden, dass Meister Andres das Blecheisen zu Stettin einkaufen, zu Greifswald aber der Kupferschläger die Pfanne machen solle; wie ihm denn diese durch den Herrn Kanzler und mich verdungen und ihm als Macherlohn 11 Taler zugesagt worden sind.
Die dritte Reise. Nach dem Fürstentum Rügen zum Sund, wo wir ganz herrlich bewirtet worden sind, mit dem genannten Sekretär Appelmann übers Meer geschifft und zu Bergen gelandet; am 25. April desselben Tages nach Tetzitz die Salz-
Unsichere Lesungen
- Tißkau — Ortsname, Lesung unsicher (Z. 17)
S. 870
Bl. 433vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
rügenn befahrenn, aber ob schonn der nahm vom Saltz kompt, gleichwohl nichts erheblichs derenn orter anntroffenn, Montags den 27 2.1[?] morgenns aufs aller früest, Erstlich vfs Münchegut gefahrenn, vnnd vf demselbigenn benebenn den ortternn, so vnnter wegs wir durchzogenn vnnd besichtiget, volgennts das Riedthenser2[?] Heupt, Tizower Heupt, Lüttigen zirckes heupt, Grossenn zirckes vnnd Gawers heupte, Jt den Gorerbergk3[?] besehenn, aber ann keinem ort die geringste anntzeigung einigs Ertzes noch Saltzquellenn abgenommenn. Weil aber vfm Grossenn zircker vnnd Gawersheupt, die Berg zimblich hoch, Ist mirs nit zuwieder, das mit der Rutenn daselbst nachgeschlagenn werde, ob etwas anntzutreffenn, Desselbenn tags vf Jasmundt naher Sager gezogenn, daselbst benachtet, vnnter wegenn aber nichts anntroffenn, ohne das zwischenn Strawe vnd
rügen befahren, aber obwohl der Name vom Salz kommt, gleichwohl an diesen Orten nichts Erhebliches angetroffen.
Montag, den 27., morgens aufs allerfrüheste zuerst aufs Mönchgut gefahren und auf diesem, neben den Orten, die wir unterwegs durchzogen und besichtigt haben, sodann das Reddevitzer Höft, das Thiessower Höft, das Kleine Zickersche Höft, das Große Zickersche und das Gaversche Höft, ebenso den Gorerberg besehen, aber an keinem Ort das geringste Anzeichen irgendeines Erzes noch einer Salzquelle abgenommen.
Weil aber auf dem Großen Zickerschen und dem Gaverschen Höft die Berge ziemlich hoch sind, ist es mir nicht zuwider, dass dort mit der Rute nachgeschlagen werde, ob etwas anzutreffen ist.
Desselben Tages nach Jasmund nach Sagard gezogen und dort übernachtet; unterwegs aber nichts angetroffen, außer dass zwischen Strawe und
Unsichere Lesungen
- 27 2. — Zeichen nach Zahl unklar (Z. 4)
- Riedthenser — Ortsname unsicher (Z. 8)
- Gorerbergk — Ortsname unsicher (Z. 10)