Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 865–874
Die Reise nach Pommern 1584 · S. 865–874 · Bl. 431r–435v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise nach Pommern 1584
S. 847–884 · Bl. 422r–440v · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 865
Bl. 431rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
seindt wir ann einenn Bach in Jasenitzischenn Bergen, die Flederbach1 genennet kommenn, vnnd weil sich annsehenn lies, als ob derselbige Bach im schlich etwa Miner oder gemmas mitfurenn möchte, hab ich aus der Bach sanndt vnnd steine genommenn, aber nichts befundenn, Mann möchte aber daselbst vnd Jegenn vber liegenden gebirge weitters mit der Rutenn gehenn, vnnd sonnst nachschlagenn lassen, Ob vielleicht, weil daselbst ziegellettenn vnnd Thonngrubenn, auch Steinkolenn möchtenn gefundenn werdenn, Der Eisennstein der dieser orter im Torgelaschenn ambt sich ereuget, ist geringe, möchte aber besser, wenn ihme nachgesucht wurde, mit der Zeit werdenn, Den 18 Aprilis vonn Torgelaw wiederumb auf annckelheim2[?] verruckt, vnnd vnnderwegenn morgenns frue als der tag annbrach den neu gebautenn Hamer im vckermundischenn ampt bey der neuenn Muhlenn besichtiget.
sind wir an einen Bach in den Jasenitzer Bergen gekommen, die Flederbach genannt. Und weil es sich ansehen ließ, als ob dieser Bach im Schlick etwa Mineralien oder Gemmen mitführen möchte, habe ich aus dem Bach Sand und Steine genommen, aber nichts befunden. Man möchte aber dort und in dem gegenüberliegenden Gebirge weiter mit der Rute gehen und sonst nachschlagen lassen, ob vielleicht — weil dort Ziegelletten und Tongruben sind — auch Steinkohlen gefunden werden könnten.
Der Eisenstein, der an diesen Orten im Torgelower Amt zutage tritt, ist gering, könnte aber mit der Zeit besser werden, wenn man ihm nachsuchte.
Den 18. April von Torgelow wiederum nach Anklam aufgebrochen und unterwegs morgens früh, als der Tag anbrach, den neu gebauten Hammer im Ueckermünder Amt bei der Neuen Mühle besichtigt.
Unsichere Lesungen
- Flederbach — Bachname, Lesung wahrscheinlich (Z. 2)
- annckelheim — Ortsname unklar, wie 857 (Z. 16)
S. 866
Bl. 431vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Daselbst hab ich befundenn, das wohl wassers ein zimbliche notturfft vorhanndenn, vnnd ein grosses auf denselbenn neuenn Hamer ann Baugeldt aufgangenn, gleichwohl derselbe noch nichtt volkommenn anngestellet, Vnnd magk wohl vf Osemundt zugerichtet sein, aber zum Rennwerckenn vnnd frischenn ist er damahls nicht diennlich gewesenn, Welches viel hochgedachtem Meinem gnedigenn fursten vnnd herrnn ich also vnndertheniglich entdeckt, vnnd volgennts gerathenn, das sfgl. auffs furderlichste nicht allein nach Rennwerckern, sonndernn auch nach Grubenn, Kölernn, vnnd Steingrebernn sich vmbzuthun, vnnd vfs furderlichste den Eisennhamer wiederumb ann die hanndt nehmenn, vnnd Inns werck richtenn sollenn, denn solchs ohnne nutzenn nicht abgehenn könntte. Als wir nun wiederumb hinderruck zu Wolgast
Dort habe ich befunden, dass wohl eine hinreichende Notdurft an Wasser vorhanden ist und dass ein Großes auf diesen neuen Hammer an Baugeld aufgegangen ist; gleichwohl ist er noch nicht vollständig eingerichtet. Und er mag wohl auf Osemund hergerichtet sein, aber zum Rennwerk und Frischen ist er damals nicht dienlich gewesen.
Das habe ich meinem oft genannten gnädigen Fürsten und Herrn so untertänig eröffnet und sodann geraten, dass Seine Fürstlichen Gnaden sich aufs förderlichste nicht allein nach Rennwerkern, sondern auch nach Grubenleuten, Köhlern und Steingräbern umtun und aufs förderlichste den Eisenhammer wieder in die Hand nehmen und ins Werk richten sollten; denn das könne nicht ohne Nutzen abgehen.
Als wir nun wiederum zurück nach Wolgast
S. 867
Bl. 432rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
annkommenn, ist die mitgenommene Sohlenn von Cöbelenntz1[?] in beysein Meines gl. f. vnnd Herrnn, sfgl. Gemahlin, Canntzlars vnnd anndere Rethe den Osterdinstagk probiret, vnnd mein bedennckens durchaus gnediglich gehort wordenn, vnnd dieweil in der bestenn Sohlenn, nur ein loth ausbracht, habenn sfgl. gnediglich gefragt, was mich vonn der Griepswaldischenn Sohlenn deucht, ob nicht dieselbenn mit nutzenn gebauet werdenn möchte, Darauff sfgl. ich voriges annschlags, welchenn der herr Canntzlar vnnd ich gemacht, vnderthenniglich erJnnert, Darbenebenn aber anngezeigt, das in meinem vermügenn nicht stünde, die Sohlenn annders vnnd besser zuschaffenn, denn sie Gott gebenn, ohne das woll etwas im feurherde vnnter der Pfannenn durch fleiss ausgerichttet, auch etwas das zufallenn tag oder wiltwasser durchstollenn, wie im Hessischenn Saltzwergk beschehenn möchte abgewenndet, vnnd also die Sohlenn verbessert
gekommen waren, ist die mitgebrachte Sole von Koblentz in Beisein meines gnädigen Fürsten und Herrn, Seiner Fürstlichen Gnaden Gemahlin, des Kanzlers und anderer Räte am Osterdienstag geprobt und mein Bedenken durchweg gnädig angehört worden. Und weil in der besten Sole nur ein Lot ausgebracht wurde, haben Seine Fürstlichen Gnaden gnädig gefragt, was mich von der Greifswalder Sole dünke, ob diese nicht mit Nutzen ausgebaut werden könnte.
Darauf habe ich Seine Fürstlichen Gnaden untertänig an den vorigen Anschlag erinnert, den der Herr Kanzler und ich gemacht haben, daneben aber angezeigt, dass es nicht in meinem Vermögen stehe, die Sole anders und besser zu schaffen, als sie Gott gibt — außer dass wohl etwas im Feuerherd unter der Pfanne durch Fleiß ausgerichtet, auch etwas vom zulaufenden Tag- oder Wildwasser durch Stollen, wie es im hessischen Salzwerk geschehen ist, abgewendet und so die Sole verbessert
Unsichere Lesungen
- Cöbelenntz — Ortsname, Lesung unsicher (Z. 2)
S. 868
Bl. 432vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
werdenn möchttenn, hab ichs mit wiederachttet1, Sonnst hab ich gesagt. Ego non sum Creator sed Creatoris peccator. Weil aber sfgl. nicht ablassenn wollenn, habe denselbenn ich vnderthenniglich gerathenn, Damit sfgl. zum grundt kommenn, vnnd eintlichs wissenns habenn möchtenn, Was mann sich vf die Griepswaldische Sohlenn zuuerlassenn, das mann eine grosse Pfannenn vnnd ordenntlichenn Herdt annstellete, So würdenn sfgl. im grundt befindenn, was mann thun oder lassenn möchte. Vnnd ob viellicht in der Griepswaldischenn Sohlen nichts möchte zugewinnenn sein, So könnttenn doch sfgl. solannge mit foy2[?] benebenn derselbenn Sohlenn leutternn vnnd hiernechst siedenn lassenn, bis die Pfannenn reichlich bezahlet, vnnd sfgl. deshalb keinenn schadenn hettenn, oder möchte das Eisenn sonnst zu Eisenn thürenn, oder annders verbrauchenn, das also sfgl nicht mehr als das
werden könnte — habe ich es mit erwogen. Sonst habe ich gesagt: Ich bin nicht der Schöpfer, sondern ein Sünder des Schöpfers.
Weil aber Seine Fürstlichen Gnaden nicht ablassen wollten, habe ich ihnen untertänig geraten — damit Seine Fürstlichen Gnaden zum Grund kämen und endgültige Kenntnis davon hätten, worauf man sich bei der Greifswalder Sole verlassen könne —, dass man eine große Pfanne und einen ordentlichen Herd einrichte; so würden Seine Fürstlichen Gnaden im Grunde befinden, was man tun oder lassen möge.
Und wenn vielleicht mit der Greifswalder Sole nichts zu gewinnen wäre, so könnten doch Seine Fürstlichen Gnaden so lange mit Sole daneben läutern und hernach sieden lassen, bis die Pfanne reichlich bezahlt wäre und Seine Fürstlichen Gnaden deshalb keinen Schaden hätten; oder man könnte das Eisen sonst zu Eisentüren oder anderem verbrauchen, so dass Seine Fürstlichen Gnaden nicht mehr als den
Unsichere Lesungen
- mit wiederachttet — mit/nit unklar (Z. 1)
- foy — Wort unklar (Z. 14)
S. 869
Bl. 433rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
macherlohnn vonn der Pfannenn zuuerlierenn hetten, Darauff alsbaldt meins g. f. vnnd herrnn harnischmacher M. anndres vonn Stettin zu sfgl. erfordert wordenn, wie desgleichenn der kupfferschlager zu Griepswaldt, vnnd ist mit Ihnenn gehanndelt, das M. anndres das blecheisenn zu Stettin einkauffen, zu Griepswaldt aber der kupfferschlager die Pfannenn machenn solte, Wie Ime denn dieselbige durch den herrnn Canntzlarn vnnd mich verdingt, vnnd zu macherlohnn —— 11 thaler zugesagt seindt wordenn. Die dritte Reise. Naher dem fürstennthumb Rügenn zum Sundt, da wir ganntz herlich tractiret wordenn, mitt mehrernentem Secretario appelmann vber Meer geschiffet, vnnd zu Bergenn anngelenndet, den 25 Aprilis desselbigenn tages auff Tißkau1[?] die Saltz=
Macherlohn von der Pfanne zu verlieren hätten.
Darauf ist sogleich meines gnädigen Fürsten und Herrn Harnischmacher, Meister Andres von Stettin, zu Seinen Fürstlichen Gnaden gefordert worden, desgleichen der Kupferschläger zu Greifswald. Und es ist mit ihnen verhandelt worden, dass Meister Andres das Blecheisen zu Stettin einkaufen, zu Greifswald aber der Kupferschläger die Pfanne machen solle; wie ihm denn diese durch den Herrn Kanzler und mich verdungen und ihm als Macherlohn 11 Taler zugesagt worden sind.
Die dritte Reise. Nach dem Fürstentum Rügen zum Sund, wo wir ganz herrlich bewirtet worden sind, mit dem genannten Sekretär Appelmann übers Meer geschifft und zu Bergen gelandet; am 25. April desselben Tages nach Tetzitz die Salz-
Unsichere Lesungen
- Tißkau — Ortsname, Lesung unsicher (Z. 17)
S. 870
Bl. 433vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
rügenn befahrenn, aber ob schonn der nahm vom Saltz kompt, gleichwohl nichts erheblichs derenn orter anntroffenn, Montags den 27 2.1[?] morgenns aufs aller früest, Erstlich vfs Münchegut gefahrenn, vnnd vf demselbigenn benebenn den ortternn, so vnnter wegs wir durchzogenn vnnd besichtiget, volgennts das Riedthenser2[?] Heupt, Tizower Heupt, Lüttigen zirckes heupt, Grossenn zirckes vnnd Gawers heupte, Jt den Gorerbergk3[?] besehenn, aber ann keinem ort die geringste anntzeigung einigs Ertzes noch Saltzquellenn abgenommenn. Weil aber vfm Grossenn zircker vnnd Gawersheupt, die Berg zimblich hoch, Ist mirs nit zuwieder, das mit der Rutenn daselbst nachgeschlagenn werde, ob etwas anntzutreffenn, Desselbenn tags vf Jasmundt naher Sager gezogenn, daselbst benachtet, vnnter wegenn aber nichts anntroffenn, ohne das zwischenn Strawe vnd
rügen befahren, aber obwohl der Name vom Salz kommt, gleichwohl an diesen Orten nichts Erhebliches angetroffen.
Montag, den 27., morgens aufs allerfrüheste zuerst aufs Mönchgut gefahren und auf diesem, neben den Orten, die wir unterwegs durchzogen und besichtigt haben, sodann das Reddevitzer Höft, das Thiessower Höft, das Kleine Zickersche Höft, das Große Zickersche und das Gaversche Höft, ebenso den Gorerberg besehen, aber an keinem Ort das geringste Anzeichen irgendeines Erzes noch einer Salzquelle abgenommen.
Weil aber auf dem Großen Zickerschen und dem Gaverschen Höft die Berge ziemlich hoch sind, ist es mir nicht zuwider, dass dort mit der Rute nachgeschlagen werde, ob etwas anzutreffen ist.
Desselben Tages nach Jasmund nach Sagard gezogen und dort übernachtet; unterwegs aber nichts angetroffen, außer dass zwischen Strawe und
Unsichere Lesungen
- 27 2. — Zeichen nach Zahl unklar (Z. 4)
- Riedthenser — Ortsname unsicher (Z. 8)
- Gorerbergk — Ortsname unsicher (Z. 10)
S. 871
Bl. 434rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Cerdtnitz1[?] vnns durch ein Baurenn Martin Eisennbort zu Reyt2[?] anngezeigt, auch Sandstein exhibiret wordenn, welche daselbst am Meer gefunden werdenn soltenn, Darumb wir vnns auch dahin verfuget, selbst etliche dergleichenn Ertzstein annsterant3[?], aber keinenn gewissenn ganng noch gebirge, sonndernn kalck vnnd Mergell am vfer hartt darbey benebenn einem geringenn Eisennstein befundenn, Vnnd halte ich das dieser Ertz in sich Schweffell, kobolt, Spisglas, wenig Eisenn, etwas Bley vnd Silber Quod libetice habenn solte, Wir aber solches vonn einannder zuscheidenn, vnnd ein Jedes Miner zu nutzenn gebraucht werdenn könne, Weil ich damit nit vmbganngenn, hat mein gl. f. vnnd herr ann [übergeschrieben: andern] örternn zuerfragenn Den 28 seindt wir vf Jasmundt allennthalb vmbhero gezogenn, Erstlich den Schogner4[?] Bronnen, in welchem gesagt wirdt, das Saltz vorhanden sein solte,
Cerdtnitz uns durch einen Bauern, Martin Eisenbort zu Reyt, angezeigt und auch Sandsteine vorgelegt worden sind, die dort am Meer gefunden werden sollten. Darum haben wir uns auch dorthin verfügt und selbst etliche dergleichen Erzsteine angetroffen; aber keinen sicheren Gang noch ein Gebirge, sondern Kalk und Mergel am Ufer hart dabei, neben einem geringen Eisenstein, befunden.
Und ich halte dafür, dass dieses Erz in sich Schwefel, Kobalt, Spießglanz, wenig Eisen, etwas Blei und Silber in beliebigem Verhältnis haben sollte. Wie wir das aber voneinander scheiden und ein jedes Mineral zum Nutzen gebrauchen könnten — weil ich damit nicht umgegangen bin, hat mein gnädiger Fürst und Herr an anderen Orten nachzufragen.
Den 28. sind wir auf Jasmund allenthalben umhergezogen, zuerst zum Schoritzer Brunnen, in dem gesagt wird, dass Salz vorhanden sein solle.
Unsichere Lesungen
- Cerdtnitz — Ortsname, Initiale C/L/S unklar (Z. 1)
- Reyt — Ortsname unsicher (Z. 2)
- sterant — Wort unklar (Z. 6)
- Schogner — Name unsicher (Z. 18)
S. 872
Bl. 434vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
aber als wir darbey kommenn, vnnd der Gardtvogt hanns Erbstedt1[?] vnns dabey gefurtt, keinenn geschmack einiges saltzes abnehmenn könnenn, Sonndernn gesehenn, das zwischenn zweyenn sussenn bronnenn, ein besonndere quellenn, so die Steine, im flüßlein weis ferbet herfür kompt, hab ichs darfür gehaltenn, das solchs das vnterliegendt gebirge, entweder die kreiden, oder etwa ein ander Mineer, so mir vnbekanndt, ausschlage, Item Turneiser sagt, das die weissen wasser halten alaun, Gibsspat, albaster, auch etwa zin vnnd Bley, Ich aber weis es nicht, denn ich dergleichen2[?] keins mehr gesehenn. Sodannenn als wir nach dem Meer furttgeruckt, die Saßnitzer Bach auch anngesehenn, vnd weil daselbst der Bach hoch vom Gebirge |: wie es dann daselbst sehr hoch ist :| herab felt, halt ich dafür, das daselbst viellicht Ertz anngetroffenn werdenn möchte, Weil mann aber fingers breit durchs gebirge nit sehenn kann, mags mein g. f. vnnd
Aber als wir dazu kamen und der Gartvogt Hans Erbstedt uns dahin führte, konnten wir keinen Geschmack irgendeines Salzes abnehmen, sondern sahen, dass zwischen zwei süßen Brunnen eine besondere Quelle hervorkommt, die die Steine im Bächlein weiß färbt. Ich habe dafür gehalten, dass das darunterliegende Gebirge — entweder die Kreide oder etwa ein anderes Mineral, das mir unbekannt ist — ausschlägt. Thurneisser sagt, dass die weißen Wasser Alaun, Gipsspat, Alabaster, auch etwa Zinn und Blei halten; ich aber weiß es nicht, denn ich habe dergleichen nie mehr gesehen.
Sodann, als wir zum Meer weitergerückt waren, haben wir auch den Sassnitzer Bach angesehen. Und weil dort der Bach hoch vom Gebirge — wie es denn dort sehr hoch ist — herabfällt, halte ich dafür, dass dort vielleicht Erz angetroffen werden könnte. Weil man aber nicht fingerbreit durch das Gebirge sehen kann, mag es mein gnädiger Fürst und
Unsichere Lesungen
- Erbstedt — Personenname unsicher (Z. 2)
- dergleichen — Endung abgekürzt (Z. 12)
S. 873
Bl. 435rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
herr, ferners mit der Rutenn erforschenn. Weitters vmb das promontorium herumb im Schiff bis zu dem Roten wasser, vnnter der Stubnitz gefahrenn, daselbst benebenn dem kreiten, kalck, vnd Mergelberg diesenn hohenn abfallenndenn Bronnenn besichtiget, suess am geschmack gespüret, aber ichs habs genntzlich darfür gehaltenn, das er vom Eisennstein heraus falle, wie sich denn auch dergleichenn geringe Steinlein im kalck habenn sehenn lassenn. Volgennts den ganntzenn Buchwaldt, Stubenn kammer vnnd königstul durchzogenn, aber nichts den kreitenn vnnd kalck in den letztenn zweyenn findenn könnenn, Sonnst im fortziehenn vf Wittau gar nichts anntreffenn, Den 29. vonn Wittau auf hüttemsee1 vnnser reise genommenn, daselbst wiederumb nichts vernommen, ohne das im hinüber schiffenn nit weit vom Closter Hüttemsee mittenn im Meer sich als Sohlen
Herr weiter mit der Rute erforschen.
Weiter sind wir um das Vorgebirge herum im Schiff bis zu dem Roten Wasser unter der Stubbnitz gefahren und haben dort neben dem Kreide-, Kalk- und Mergelberg diesen hoch herabfallenden Brunnen besichtigt; wir haben ihn süß am Geschmack gespürt, ich habe aber gänzlich dafür gehalten, dass er vom Eisenstein herausfällt, wie sich denn auch dergleichen kleine Steinchen im Kalk gezeigt haben.
Sodann den ganzen Buchwald, die Stubbenkammer und den Königsstuhl durchzogen, aber in den letzten beiden nichts als Kreide und Kalk finden können. Sonst auf der Weiterreise nach Wittow gar nichts angetroffen.
Den 29. haben wir unsere Reise von Wittow nach Hiddensee genommen, dort wiederum nichts vernommen, außer dass sich beim Hinüberschiffen nicht weit vom Kloster Hiddensee mitten im Meer etwas wie Sole
Unsichere Lesungen
- hüttemsee — Ortsname, Vokale unsicher (Z. 16)
S. 874
Bl. 435vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
im Geruch ereuget, ich dieselbenn als baldt geschmeckt, vnnd als sie hiernechst probiret, am gehalt ein lot befundenn wordenn. Den j 2.1[?] Maij wiederumb zu Wolgast anngelangt, alsbaldt meinem gl. f. vnnd herrnn benebenn vbergebung der Sanndsteyne relation, sfgl. habenn Jnenn die Sanndtsteine gnediglich gefallenn, volgennts durch den Goltschmidt, hanns kerchenn2[?] Probiren lassenn, weil aber derselbige kein gelegennheit, die Mineer ein Jedes besonnders darvon zu seigernn weis, that er dieselbig alle vff der Cappelnn verrauchenn lassenn, aber gleichwohl nichts befundenn, Deshalb viel hochgedachter mein gl. f. vnnd herr bewegt, Georgenn vonn Verkentin, welcher vmb diese zeit im Lannde gewesenn, der Sandtstein einenn zuzustellenn, Damit er denselbenn in der Grafschafft Mansfeldt, da gute probirer vnnd Seygerer sein, gründtlich probiren, vnnd vnderschiedtlichenn Clarenn bericht sfgl zuschribenn könne.
im Geruch zeigte; ich habe sie sogleich geschmeckt, und als sie hernach geprobt wurde, ist sie am Gehalt einlötig befunden worden.
Den 2. Mai wieder zu Wolgast angelangt und sogleich meinem gnädigen Fürsten und Herrn neben der Übergabe der Sandsteine Bericht erstattet. Seiner Fürstlichen Gnaden haben die Sandsteine gnädig gefallen; sodann haben sie sie durch den Goldschmied Hans Kerchen proben lassen. Weil dieser aber keine Möglichkeit weiß, die Mineralien jedes für sich davon zu seigern, ließ er sie alle auf der Kapelle verrauchen, hat aber gleichwohl nichts befunden.
Deshalb ist mein oft genannter gnädiger Fürst und Herr bewogen worden, Georg von Verbentin, der um diese Zeit im Land war, einen der Sandsteine zuzustellen, damit er ihn in der Grafschaft Mansfeld, wo gute Probierer und Seigerer sind, gründlich proben und Seinen Fürstlichen Gnaden im einzelnen klaren Bericht schreiben könne.
Unsichere Lesungen
- j 2. — Tageszahl mit Zeichen unklar (Z. 4)
- kerchenn — Personenname unsicher (Z. 8)