Salzbibel · Lesetext · 4. Appendix
Der vierte Appendix · S. 871–880
Die Reise nach Pommern 1584 · S. 871–880 · Bl. 434r–438v · Band 2
Wortlaut der Handschrift Übersetzung — Ziffern am Rand sind die Segmentnummern (Sprungziel #s<Seite>-<Nummer>); hochgestellte Ziffern verweisen auf unsichere Lesungen am Fuß der Seite.
Die Reise nach Pommern 1584
S. 847–884 · Bl. 422r–440v · Bd. 2 · Zeitleiste: 4. Appendix
S. 871
Bl. 434rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Cerdtnitz1[?] vnns durch ein Baurenn Martin Eisennbort zu Reyt2[?] anngezeigt, auch Sandstein exhibiret wordenn, welche daselbst am Meer gefunden werdenn soltenn, Darumb wir vnns auch dahin verfuget, selbst etliche dergleichenn Ertzstein annsterant3[?], aber keinenn gewissenn ganng noch gebirge, sonndernn kalck vnnd Mergell am vfer hartt darbey benebenn einem geringenn Eisennstein befundenn, Vnnd halte ich das dieser Ertz in sich Schweffell, kobolt, Spisglas, wenig Eisenn, etwas Bley vnd Silber Quod libetice habenn solte, Wir aber solches vonn einannder zuscheidenn, vnnd ein Jedes Miner zu nutzenn gebraucht werdenn könne, Weil ich damit nit vmbganngenn, hat mein gl. f. vnnd herr ann [übergeschrieben: andern] örternn zuerfragenn Den 28 seindt wir vf Jasmundt allennthalb vmbhero gezogenn, Erstlich den Schogner4[?] Bronnen, in welchem gesagt wirdt, das Saltz vorhanden sein solte,
Cerdtnitz uns durch einen Bauern, Martin Eisenbort zu Reyt, angezeigt und auch Sandsteine vorgelegt worden sind, die dort am Meer gefunden werden sollten. Darum haben wir uns auch dorthin verfügt und selbst etliche dergleichen Erzsteine angetroffen; aber keinen sicheren Gang noch ein Gebirge, sondern Kalk und Mergel am Ufer hart dabei, neben einem geringen Eisenstein, befunden.
Und ich halte dafür, dass dieses Erz in sich Schwefel, Kobalt, Spießglanz, wenig Eisen, etwas Blei und Silber in beliebigem Verhältnis haben sollte. Wie wir das aber voneinander scheiden und ein jedes Mineral zum Nutzen gebrauchen könnten — weil ich damit nicht umgegangen bin, hat mein gnädiger Fürst und Herr an anderen Orten nachzufragen.
Den 28. sind wir auf Jasmund allenthalben umhergezogen, zuerst zum Schoritzer Brunnen, in dem gesagt wird, dass Salz vorhanden sein solle.
Unsichere Lesungen
- Cerdtnitz — Ortsname, Initiale C/L/S unklar (Z. 1)
- Reyt — Ortsname unsicher (Z. 2)
- sterant — Wort unklar (Z. 6)
- Schogner — Name unsicher (Z. 18)
S. 872
Bl. 434vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
aber als wir darbey kommenn, vnnd der Gardtvogt hanns Erbstedt1[?] vnns dabey gefurtt, keinenn geschmack einiges saltzes abnehmenn könnenn, Sonndernn gesehenn, das zwischenn zweyenn sussenn bronnenn, ein besonndere quellenn, so die Steine, im flüßlein weis ferbet herfür kompt, hab ichs darfür gehaltenn, das solchs das vnterliegendt gebirge, entweder die kreiden, oder etwa ein ander Mineer, so mir vnbekanndt, ausschlage, Item Turneiser sagt, das die weissen wasser halten alaun, Gibsspat, albaster, auch etwa zin vnnd Bley, Ich aber weis es nicht, denn ich dergleichen2[?] keins mehr gesehenn. Sodannenn als wir nach dem Meer furttgeruckt, die Saßnitzer Bach auch anngesehenn, vnd weil daselbst der Bach hoch vom Gebirge |: wie es dann daselbst sehr hoch ist :| herab felt, halt ich dafür, das daselbst viellicht Ertz anngetroffenn werdenn möchte, Weil mann aber fingers breit durchs gebirge nit sehenn kann, mags mein g. f. vnnd
Aber als wir dazu kamen und der Gartvogt Hans Erbstedt uns dahin führte, konnten wir keinen Geschmack irgendeines Salzes abnehmen, sondern sahen, dass zwischen zwei süßen Brunnen eine besondere Quelle hervorkommt, die die Steine im Bächlein weiß färbt. Ich habe dafür gehalten, dass das darunterliegende Gebirge — entweder die Kreide oder etwa ein anderes Mineral, das mir unbekannt ist — ausschlägt. Thurneisser sagt, dass die weißen Wasser Alaun, Gipsspat, Alabaster, auch etwa Zinn und Blei halten; ich aber weiß es nicht, denn ich habe dergleichen nie mehr gesehen.
Sodann, als wir zum Meer weitergerückt waren, haben wir auch den Sassnitzer Bach angesehen. Und weil dort der Bach hoch vom Gebirge — wie es denn dort sehr hoch ist — herabfällt, halte ich dafür, dass dort vielleicht Erz angetroffen werden könnte. Weil man aber nicht fingerbreit durch das Gebirge sehen kann, mag es mein gnädiger Fürst und
Unsichere Lesungen
- Erbstedt — Personenname unsicher (Z. 2)
- dergleichen — Endung abgekürzt (Z. 12)
S. 873
Bl. 435rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
herr, ferners mit der Rutenn erforschenn. Weitters vmb das promontorium herumb im Schiff bis zu dem Roten wasser, vnnter der Stubnitz gefahrenn, daselbst benebenn dem kreiten, kalck, vnd Mergelberg diesenn hohenn abfallenndenn Bronnenn besichtiget, suess am geschmack gespüret, aber ichs habs genntzlich darfür gehaltenn, das er vom Eisennstein heraus falle, wie sich denn auch dergleichenn geringe Steinlein im kalck habenn sehenn lassenn. Volgennts den ganntzenn Buchwaldt, Stubenn kammer vnnd königstul durchzogenn, aber nichts den kreitenn vnnd kalck in den letztenn zweyenn findenn könnenn, Sonnst im fortziehenn vf Wittau gar nichts anntreffenn, Den 29. vonn Wittau auf hüttemsee1 vnnser reise genommenn, daselbst wiederumb nichts vernommen, ohne das im hinüber schiffenn nit weit vom Closter Hüttemsee mittenn im Meer sich als Sohlen
Herr weiter mit der Rute erforschen.
Weiter sind wir um das Vorgebirge herum im Schiff bis zu dem Roten Wasser unter der Stubbnitz gefahren und haben dort neben dem Kreide-, Kalk- und Mergelberg diesen hoch herabfallenden Brunnen besichtigt; wir haben ihn süß am Geschmack gespürt, ich habe aber gänzlich dafür gehalten, dass er vom Eisenstein herausfällt, wie sich denn auch dergleichen kleine Steinchen im Kalk gezeigt haben.
Sodann den ganzen Buchwald, die Stubbenkammer und den Königsstuhl durchzogen, aber in den letzten beiden nichts als Kreide und Kalk finden können. Sonst auf der Weiterreise nach Wittow gar nichts angetroffen.
Den 29. haben wir unsere Reise von Wittow nach Hiddensee genommen, dort wiederum nichts vernommen, außer dass sich beim Hinüberschiffen nicht weit vom Kloster Hiddensee mitten im Meer etwas wie Sole
Unsichere Lesungen
- hüttemsee — Ortsname, Vokale unsicher (Z. 16)
S. 874
Bl. 435vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
im Geruch ereuget, ich dieselbenn als baldt geschmeckt, vnnd als sie hiernechst probiret, am gehalt ein lot befundenn wordenn. Den j 2.1[?] Maij wiederumb zu Wolgast anngelangt, alsbaldt meinem gl. f. vnnd herrnn benebenn vbergebung der Sanndsteyne relation, sfgl. habenn Jnenn die Sanndtsteine gnediglich gefallenn, volgennts durch den Goltschmidt, hanns kerchenn2[?] Probiren lassenn, weil aber derselbige kein gelegennheit, die Mineer ein Jedes besonnders darvon zu seigernn weis, that er dieselbig alle vff der Cappelnn verrauchenn lassenn, aber gleichwohl nichts befundenn, Deshalb viel hochgedachter mein gl. f. vnnd herr bewegt, Georgenn vonn Verkentin, welcher vmb diese zeit im Lannde gewesenn, der Sandtstein einenn zuzustellenn, Damit er denselbenn in der Grafschafft Mansfeldt, da gute probirer vnnd Seygerer sein, gründtlich probiren, vnnd vnderschiedtlichenn Clarenn bericht sfgl zuschribenn könne.
im Geruch zeigte; ich habe sie sogleich geschmeckt, und als sie hernach geprobt wurde, ist sie am Gehalt einlötig befunden worden.
Den 2. Mai wieder zu Wolgast angelangt und sogleich meinem gnädigen Fürsten und Herrn neben der Übergabe der Sandsteine Bericht erstattet. Seiner Fürstlichen Gnaden haben die Sandsteine gnädig gefallen; sodann haben sie sie durch den Goldschmied Hans Kerchen proben lassen. Weil dieser aber keine Möglichkeit weiß, die Mineralien jedes für sich davon zu seigern, ließ er sie alle auf der Kapelle verrauchen, hat aber gleichwohl nichts befunden.
Deshalb ist mein oft genannter gnädiger Fürst und Herr bewogen worden, Georg von Verbentin, der um diese Zeit im Land war, einen der Sandsteine zuzustellen, damit er ihn in der Grafschaft Mansfeld, wo gute Probierer und Seigerer sind, gründlich proben und Seinen Fürstlichen Gnaden im einzelnen klaren Bericht schreiben könne.
Unsichere Lesungen
- j 2. — Tageszahl mit Zeichen unklar (Z. 4)
- kerchenn — Personenname unsicher (Z. 8)
S. 875
Bl. 436rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
Die Vierdte Reise. Naher dem Lanndt zu Vsethumb benebenn dem Herrnn Marschalck hannsenn vonn Erbstettenn den 4 Maij vfgewesenn, zu Pudeglaw annkommenn, vnd nach essenns die Stiegische1[?] Sohlenn, da Saltz vermutet wardt, besehenn, aber nichts fundenn, doch dis waßer zur Proba mitgenommenn, Weil aber des orts die leut, Jnnsonnderheit aber der heuptmann Jacob kußau2[?] berichtenn, das wenn der Nordtosten windt gehe, das Meer sehr Saltzecht seye, vnnd weit vfs vffer ausschlage, als mag bedacht werdenn, ob apricationes mit der zeit daselbst annzustellenn seyenn, oder nicht, Den 5 eiusdem das ganntze Lanndt Vsethumb Jnsonnderheit die Krüschwenntzer3[?] Berge, vnnd die Perau4[?] vmb vnnd durchzogenn, Weil aber daselbst der Müller vf der Newenn Mühlenn berichttet, das gedachte gebirge vielmahls mit dampff vnnd dunst sich sehenn lassenn, Solche
Die vierte Reise. Nach dem Land zu Usedom bin ich neben dem Herrn Marschall Hans von Erbstetten am 4. Mai aufgebrochen, zu Pudagla angekommen und habe nach dem Essen die Stiegische Sole, wo Salz vermutet wurde, besehen, aber nichts gefunden; doch habe ich dieses Wasser zur Probe mitgenommen.
Weil aber die Leute an diesem Ort, insbesondere der Hauptmann Jacob Kußau, berichten, dass, wenn der Nordostwind geht, das Meer sehr salzig sei und weit aufs Ufer ausschlage, so mag bedacht werden, ob dort mit der Zeit Sonnensalinen anzulegen wären oder nicht.
Den 5. desselben Monats das ganze Land Usedom, insbesondere die Krüschwentzer Berge und die Perau, um- und durchzogen. Weil aber dort der Müller auf der Neuen Mühle berichtete, dass das genannte Gebirge sich vielfach mit Dampf und Dunst zeige — solche
Unsichere Lesungen
- Stiegische — Ortsadjektiv unsicher (Z. 5)
- kußau — Personenname unsicher (Z. 9)
- Krüschwenntzer — Ortsname unsicher (Z. 15)
- Perau — Ortsname, Initiale P/B unklar (Z. 16)
S. 876
Bl. 436vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
dampff aber wo die seindt, anntzeigung gebenn, eines holenn feuchtenn gebirges, darein viellicht, benebenn dem kalck auch Ertz, Jnnsonnderheit aber kupffer Ertz anntroffenn werdenn möchte, als stehets Meinem g. f. vnnd herrnn frey, ob sfgl. sich daselbst auch mit der Rutenn wollenn erkundigenn, vnnd erlernenn lassenn, Denn Je vonn wegenn der gelegennheit des holtzes vnnd wasser, da etwas erhabenn würde, Schmeltzhüttenn anngerichtet werdenn könnttenn. Sonnstenn ausser der kalck grubenn hat sich in diesem Lannde nichts mehr herfür gethann, denn wir das gebirge Gellenn vnnd zemmin, Jtem das dorff katzgau des Bronnenns wegenn bey Bratheringsbusch1[?] zwischenn Melbentin vnnd Neypermin durchzogenn vnnd besehenn, aber weniger denn nichts befundenn. Die fünffte Reise. Den 8. Maij naher Stolpenn benebenn zu
Dämpfe aber, wo sie sind, ein Anzeichen eines hohlen, feuchten Gebirges geben, in dem vielleicht neben dem Kalk auch Erz, insbesondere aber Kupfererz angetroffen werden könnte —, so steht es meinem gnädigen Fürsten und Herrn frei, ob Seine Fürstlichen Gnaden sich dort auch mit der Rute erkundigen und unterrichten lassen wollen. Denn wegen der günstigen Lage von Holz und Wasser könnten dort, wenn etwas gehoben würde, Schmelzhütten eingerichtet werden.
Sonst hat sich außer den Kalkgruben in diesem Land nichts weiter gezeigt; wir haben zwar das Gebirge Gellen und Zemmin, ebenso das Dorf Katzgau des Brunnens wegen bei Bratheringsbusch zwischen Mellenthin und Neppermin durchzogen und besehen, aber weniger als nichts befunden.
Die fünfte Reise. Den 8. Mai nach Stolpe neben dem dazu
Unsichere Lesungen
- Bratheringsbusch — Flurname unsicher (Z. 15)
S. 877
Bl. 437rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
verordnetenn Secretario appelmann verruckt Jegen abenndt daselbst spat annkommenn, vnnd deshalb des tags nichts ausgerichttet, volgennts tags aber benebenn dem Herrnn Hauptmann kerstenn Winterfeldt allerley augennschein Jngenommen, aber nichts anntroffenn, ohne allein zum krine1[?] hinder hanns Meyers hoff möchte etwas kalck oder Mergell sein, Sonnstenn haltenn die quellenn Da vmbhero gar nichts, habenn also vnns nach klempenau gewenndet, vnnd desselbigenn tags still gelegenn. Volgennts den 9. benebenn dem herrnn Hauptman Busso vonn Rammin zu dem Golcher gebirge vnnd feldt vnns verfüget, daselbst die gesenncktenn Saltzgrubenn besichtiget, die Erdenn zu Langenn, zu Vrex=[?] tau beim alaunsieder M. Jochim armschone bestelt, auch anndere Erdenn vf samblenn lassenn, welche nach der Elmau3[?] abgefüret wordenn, Denn ich die erde darfür annsehe, das sie alaun, Schweffell, vnnd ein wenig Saltzes bey sich habe, Weil es aber
verordneten Sekretär Appelmann aufgebrochen, gegen Abend dort spät angekommen und deshalb an diesem Tag nichts ausgerichtet. Am folgenden Tag aber haben wir neben dem Herrn Hauptmann Kersten Winterfeld allerlei in Augenschein genommen, aber nichts angetroffen; nur zum Krin hinter Hans Meyers Hof könnte etwas Kalk oder Mergel sein. Sonst halten die Quellen dort ringsherum gar nichts. Wir haben uns also nach Klempenow gewandt und desselben Tages stillgelegen.
Sodann haben wir uns am 9. neben dem Herrn Hauptmann Busso von Rammin zum Golchener Gebirge und Feld verfügt, dort die gesenkten Salzgruben besichtigt, die Erde zu laugen bestellt, zu Ürextau beim Alaunsieder Meister Jochim Armschone, auch andere Erde aufsammeln lassen, die nach der Elmau abgeführt worden ist. Denn ich sehe die Erde dafür an, dass sie Alaun, Schwefel und ein wenig Salz bei sich habe. Weil es aber
Unsichere Lesungen
- krine — Wort unklar (Z. 6)
- Vrex=tau — Ortsname unsicher (Z. 14) (Stelle im Wortlaut nicht eindeutig zuzuordnen)
- Elmau — Ortsname, Initiale unklar (Z. 17)
S. 878
Bl. 437vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
quodlibetisch, kann es nicht wohl vonn einannder gescheidenn werdenn, Den 11. naher Treptau benebenn wohlgedachttem Hauptmann furtgerückt, vnnder wegenns aufft der Bollenntinischenn1[?] dorffstette, ein schwartz glanntzende Erdenn anntroffenn, vnnd darvon etwas zur Proba mitgenommenn, dieweil ich nit weist, was darein verborgenn, ist aber nichts befundenn wordenn, Volgenndts bey Laßau in der tieffenn Vilgenn2[?], so vber der Tollenn See ligt, ist ein Bergk art vorhandenn, so Eisennschues, Bley, vnnd ein wenig Schwefell habenn magk, ist gar geringe, magk aber mit der Rutenn erlernet werdenn. Ob im nahennts anngelegenenn gebirge etwas bessers vorhanndenn, zwischenn Grabzau vnnd Treptau ereuget sich auch etwas Eisennstein, aber nichts werth, als wir nun zu Treptau annkommenn, habenn wir die bestelte Laugenn aus der Erdenn vom Golcher
in beliebigem Verhältnis vermengt ist, kann es nicht gut voneinander geschieden werden.
Den 11. nach Treptow neben dem genannten Hauptmann weitergerückt; unterwegs auf der Bollentiner Dorfstätte eine schwarz glänzende Erde angetroffen und etwas davon zur Probe mitgenommen, weil ich nicht wusste, was darin verborgen sei; es ist aber nichts befunden worden.
Sodann bei Lassau in der tiefen Vilgen, die über dem Tollensesee liegt, ist eine Bergart vorhanden, die Eisenschuss, Blei und ein wenig Schwefel haben mag; sie ist gar gering, mag aber mit der Rute erkundet werden, ob im nahe gelegenen Gebirge etwas Besseres vorhanden ist.
Zwischen Grabzau und Treptow zeigt sich auch etwas Eisenstein, aber nichts wert. Als wir nun zu Treptow ankamen, haben wir die bestellte Lauge aus der Erde vom Golchener
Unsichere Lesungen
- Bollenntinischenn — Ortsadjektiv, Initiale B/V unklar (Z. 5)
- Vilgenn — Wort unklar (Z. 10)
S. 879
Bl. 438rBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
felde annsiedenn1[?], auch die anngesottene laugenn durch den Wundtarzt daselbst, Curt Bodicker2[?] per alembicum distilliren lassenn, aber dieweil wir nicht zeit gehabt, lannge zuuerharrenn, vnserm g. f. vnnd Herrn nacher Wolgast die anngesottene laugenn vnnd Tartarum, wie denn auch den Spiritum vnnd verlassenenn Rest in solchem forters zu Probirenn vbersenndet, was nach beschener grundtlichenn Proba von dieser Erdenn außbracht werdenn kan, Darnach hat mein g. f. vnnd herr sich gnedigklich zurichtenn, ob sfgl. zubauenn gelegenn sein wolle, oder nichtt. Den 12. Maij als baldt der tag anngebrochenn, nach Jabzaw3[?] vnns verfüget, den abgestochenenn Deich, auch in augennschein, benebenn dem Lanndtreiter Vttenn4[?] Reitsprecher genommenn, Ockers vnnd Eisennsteins annzeigung gesehenn, sonnstenn weitters nichts befundenn, seindt also hinderrucks zu Mittag nach Treptaw ingekehret, Darnach von Mittag
Feld ansieden und die angesottene Lauge auch durch den Wundarzt dort, Curt Bödicker, per Alembik destillieren lassen. Weil wir aber keine Zeit hatten, lange zu verweilen, haben wir unserem gnädigen Fürsten und Herrn nach Wolgast die angesottene Lauge und den Weinstein wie auch den Spiritus und den zurückgelassenen Rest übersandt, um darin weiter zu proben, was nach vollzogener gründlicher Probe aus dieser Erde ausgebracht werden kann. Danach hat sich mein gnädiger Fürst und Herr gnädig zu richten, ob Seinen Fürstlichen Gnaden zu bauen gelegen sein wolle oder nicht.
Den 12. Mai, sobald der Tag angebrochen war, haben wir uns nach Jabzow verfügt, den abgestochenen Deich ebenfalls neben dem Landreiter Utten Reitsprecher in Augenschein genommen, Anzeichen von Ocker und Eisenstein gesehen, sonst weiter nichts befunden; und so sind wir zurück zu Mittag nach Treptow eingekehrt. Danach haben wir uns nach Mittag
Unsichere Lesungen
- annsiedenn — ligiert, evtl. anzusiedenn (Z. 1)
- Bodicker — Name, r/c unklar (Z. 2)
- Jabzaw — Ortsname (Z. 14)
- Vttenn — Vorname unklar (Z. 16)
S. 880
Bl. 438vBd. 24. Appendix · Die Reise nach Pommern 1584Faksimile (ORKA)Der Vierdt Appendix
vnns wiederumb aufgemacht, zum Dorff Klatzaw verfügt, vnnderwegenn nach dem Hagenn einen Bach anntroffenn, darbey Eisennstein vnnd Duffstein sich vernehmenn lassenn, aber nicht [übergeschrieben: weit1[?]] daruon, auch nahe dem Hagenn, wiederumb ein sehr frisches Bronnennwasser, welches ein Saurigkeit bey sich hat, fundenn, so aus einem gebirge nahents2[?] darbey herab fleust, in welchem sich wiederumb Sandstein, Eisennstein, Stahl, vnnd Ocker vernehmenn lesset, vnnd hat mir vf allenn vorigenn Reisenn keines besser als dieses gefallenn, habe die gentzliche vermutung, so etwas im ganntzenn Lande annzutreffenn, Es solle sich des ortts auch allerley Miner vnnd Ertze findenn lassenn, N:a: Obenn in der herbenn3[?] da dieser Bronnen enndtspringt, vnnd aus einem sehr Rotlechtigenn Ocker grundt herfurkompt, gleich darnebenn ij schuchs weit, enndtspringt ein dicker Bechzeher Schwartzferbiger Quellenn, Was derselbige mit sich furt.
wiederum aufgemacht und zum Dorf Klatzow verfügt. Unterwegs nach dem Hagen haben wir einen Bach angetroffen, bei dem sich Eisenstein und Tuffstein zeigten; aber nicht weit davon, auch nahe dem Hagen, wiederum ein sehr frisches Brunnenwasser gefunden, das eine Säuerlichkeit bei sich hat und aus einem nahe dabei liegenden Gebirge herabfließt, in dem sich wiederum Sandstein, Eisenstein, Stahl und Ocker zeigen. Und mir hat auf allen vorigen Reisen keines besser gefallen als dieses; ich habe die gänzliche Vermutung: wenn im ganzen Land etwas anzutreffen ist, so sollen sich an diesem Ort auch allerlei Mineralien und Erze finden lassen.
Anmerkung: Oben am Hang, wo dieser Brunnen entspringt und aus einem sehr rötlichen Ockergrund hervorkommt, entspringt gleich daneben, zwei Schuh weit, eine dicke, pechzähe, schwarzfarbene Quelle. Was diese mit sich führt,
Unsichere Lesungen
- weit — Interlinearzusatz klein (Z. 4)
- nahents — Endung unklar (Z. 7)
- herbenn — Wort unklar (Z. 15)